Donizettis Opernschaffen!

  • Hallo,
    vielen Dank für eure Antworte! Nachdem ich sie gelesen habe, war´s mir klar, dass es nicht um "mein" Elisabetta handelt, also versuchte erneut mein Glück mit google. Diesmal habe ich einiges mehr gefunden, hier ein Paar Einzelheiten: die ursprüngliche Version hieß "Gli esiliati in Siberia", entstand 1832 (wenn ich richtig verstanden habe) und wurde in 1840 für Paris umgearbeitet als "Elisabeth". Die Uraufführung fand allerdings erst Dez.1997,in den Covent Garden statt (konzertant). Die Hauptfigur hat nichts mit der englische Königin zu tun. Die Handlung ist allerdings etwas zu kompliziert für meine Englischkenntnisse, ich brauche mehr Zeit um alles zu entwirren...
    Die Figuren:
    Graf Stanislaus Potoski Tenor
    Fedora, seine Frau Mezzosopran
    Elisabeth, ihre Tochter Sopran
    Maria, deren Amme Mezzosopran
    Michael, Marias Sohn Tenor
    Ivan, ein ehemaliger Bojar Baß


    LG
    nina

  • Hallo!!


    Wenn ich mir diese Personen so anschaue, muss ich dich ein bissl korrigieren.


    1827 wurde die Oper "Otto mesi in due ori" (8 Monate in zwei Stunden) komponiert, die genau diese Personen (und mehr) enthält.
    In der 1827er Version gibt es noch einen Zar, einen Großmarschall (T, B), sowie zwei Tartarenfürsten (Alterkan und Orzak, beides Bässe).


    Die Handlung spielt in Sibirien, am Fluss Kama und in Moskau, zu Beginn des 18.Jahrhunderts.


    Die Handlung ist wirklich sehr kompliziert, aber hier ein kleiner Querschnitt:
    Potoski und seine Töchter wurden verbannt, da sie den Zaren verleumdet haben. Elisabeth will dann aber nach Moskau reisen, um den Zaren um Gnade bitten. Sie schleicht sich heimlich von zu Hause fort. Gemeinsam mit Michael, einem Kurier will sie nach Moskau reisen.
    Am Fluss Kama verlieren sich die beiden aus den Augen und Elisabeth wird vom Bojaren Ivan über den Fluss gebracht, obwohl er Potoski (Ihren Vater) damals beim Zaren angeschwärzt hat. Während der Überfahrt greifen sie auch noch Tartaren an, aber sie bleiben unverletzt.
    In Moskau trifft sie Michael wieder, der ihr einen Brief von Ivan übergibt, der alle seine Aussagen von früher als Lügen widerruft und so den Ruf von Elisabehts Familie wieder herstellt.
    Der Zar empfängt sie und liest den Brief. Er erklärt ihr, dass das Urteil auch wegen anderer Tatsachen nun aufgehoben wird.
    Elisabeth ist glücklich.


    Der Operntitel rührt daher, dass sie dem Zaren die achtmonatige Reise in zwei Stunden erzählt.


    Hoffe ich konnte dir ein bissl weiterhelfen!


    LG joschi

  • Hallo Joschi,
    vielen Dank, du hast mir eine ganze Menge Mühe gespart! Jetzt brauche ich nur noch etwas Zeit (ich meine zusammenhängend, und nicht immer wieder 10-15 Minuten), damit ich die Oper von A bis O anhören kann. Wenn ich ungefähr weiss worum es geht, hört sich eniges ganz anders an!
    LG
    nina

  • Hallo!!


    Die Oper "Roberto Devereux" ist eine der Tudor-Trilogie. Meiner Meinung nach sogar die beste der ganzen Trilogie. Donizetti hielt sie für seine Schicksalsoper, da während der Kompositionsarbeiten seine Eltern verstarben.


    Trotzalledem hat er ein großes Meisterwerk geschaffen, dass sich hinter der Lucia nicht verstecken braucht.


    Eine große Empfehlung für alle Interessierten:


    Montserrat Caballe (wie immer souverän als Königin)
    Susan Marsee
    Jose Carreras (Hier so gut wie kaum wo anders)
    Vicente Sardinero
    Ferruccio Furlanetto
    Michel Philippe
    Dirigent: Jules Rudel
    Live 1977 (aix-en-Provence)



    Leyla Gencer
    Ruggero Bondino
    Anna Maria Rota
    Gabriele de Julis
    Piero Cappuccilli
    Dirigent: Mario Rossi
    Live 1964 Neapel


    Ebenfalls sehr gut, sie wäre noch besser wenn man Bondino austauschen würde :D :stumm:



    Beverly Sills
    Beverly Wolff
    Peter Glossop
    Dirigent: Charles MacKerras


    In diese Aufnahme hab ich nur reingehört, aber Sills hat mich voll überzeugt, daher wird sie wohl bald in (mein neugebautes) Regal wandern! :D


    Und auch mit der Gruberova gibts eine Aufnahme:

    Gruberova, Ziegler, Bernardini, Kim,
    Strasbourg PO, Haider



    LG joschi

  • Zitat

    Ist schon allein, weil es die einzige Einspielung der französischen »Lucie« ist, eine Referenzaufnahme.


    Hallo!


    Da muss ich widersprechen. Es gibt eine zweite Aufnahme mit Patrizia Ciofi als Lucie!


    Und hier ist sie:


    LG joschi

  • Lieber Joschi,


    Soweit ich sehe, bist Du der Einzige, der bisher eine "La Favorita"-Einspielung erwähnt hat (und der Name Cossotto auf dem Cover wirkt sehr verführerisch), den Dirigenten kenne ich allerdings nicht. Kannst Du ein wenig mehr berichten, und gibt es noch andere Aufnahme von dieser Oper?


    LG


    Waldi


  • Hallo Waldi!


    In folgende Aufnahmen hab ich schon mal reingehört:

    Pavarotti, Cossotto, Cappuccilli
    LIVE



    Cossotto, Kraus, Bruscantini, Raimondi
    Dürfte auch eine Liveaufnahme sein!



    Cossotto, Pavarotti, Ghiaurov, Bacquier-Bonynge


    An Cossotto kommst du wohl nicht vorbei, wenn du die Favorita kennenlernen willst. [Aber es ist eine ernste Oper]



    Cortez, Bruson, Kraus, Siepi
    LIVE



    Simionato, di Stefano, Siepi
    Mono


    Hoffe, das genügt dir, Waldi! :D


    Aber das sind noch lange nicht alle Einspielungen der Favorita!
    Ich würde entweder zur ersten oder zweiten hier gezeigten Einspielung greifen, da hier der Preis auch stimmt. Wenn dir die Oper gefällt, dann schau, dass du die Bonynge Aufnahme bekommst, die ist ein Traum. Wenn die nicht so teuer wäre! ;(


    LG joschi

  • Caro Joschi,


    Mille grazie! Die Wahl ist nicht leicht. Wenn man zwischen Cossotto (mit Cappuccilli) und Simionato (mit Renato Cellini) wählen soll, gibt 's eigentlich nur die Möglichkeit der Vielweiberei, wenn die Kasse stimmt. Da werde ich auf bessere Zeiten hoffen und inzwischen Deine Vorschläge weiter studieren - das gehört zur Vorfreude nämlich dazu. Ich hab' übrigens eh schon gemerkt, daß die heiteren Themen bei Donizetti nicht gerade überwiegen. Wie gut, daß Walter Scott auch zu meinen begehrten Autoren gehört. Da dürften in Zukunft Kompromisse nicht schwerfallen.


    Inzwischen viel Vergnügen beim "Ernani", den Du gerade hörst - ich habe die Aufnahme auch. Bergonzi ist da großartig.


    LG


    Waldi

  • Hallo Waldi!


    Die Simionato-Cellini Aufnahme bei jpc 7€ im Da Caruso 18€
    die Cossotto-Aufnahme mit Cappuccili 12€ jpc und 15€ beim EMI (wenn sie sie da noch gibt), beim Da Caruso kosten die Aufnahmen dieser Reihe ebenfalls 15€.


    Komische Donizetti-Opern:


    Le convenienze teatrali
    Le convenienze ed e inconvenienze teatrali
    Il fortunato inganno (hab ich schon im Opernführer erzählt, da gibts eine Dynamic-Aufnahme)
    Il borgomastro di Saardam (Zar und Zimmermann auf donizettisch) [Hab ich eine Aufnahme :jubel: ]
    Le nozze in Villa
    L´ajo nell imbarazzo
    Olivo e Pasquale
    Il giovedi grasso
    I Pazzi per progetto (ebenfalls im Opernführer vorgestellt)
    Rita


    Und die drei kennst sicher eh:
    Don Pasquale
    Regimentstochter
    Liebestrank


    LG joschi

  • Lieber Joschi,


    Die drei letztgenannten Opern kenne und besitze ich natürlich. Vom "Burgomastro" habe ich schon läuten hören. Wenn Du den so empfiehlst, kommt er auch auf die Wunschliste (sollte Don Pasquale zufällig einen zweiten Erbneffen suchen, möge er bitte auf mich verfallen - ich werde ein paar solcher Onkel brauchen, wenn das so weiter geht).


    Ciao bis nächste Woche (ich bin schon wieder jenseits der Grenze engagiert)


    Waldi

  • Liebe Donizetti-Freunde,


    ich werde nicht müde, immer wieder auf den Opernkatalog, des ehemaligen Labels Cetra hinzuweisen. Da gibt es zahlreiche Schätze zu heben, die es oft mit vielen bekannteren Einspielungen aufnehmen können. Im Programm ist auch diese Favoritin:



    Nach meinem Geschmack eine sehr schöne Alternative:
    Fedora Barbieri ist eine ziemlich ungewöhnliche Besetzung für die Favoritin. Ihre dunkle gefärbte Stimme war vor allem bei den dramatischen Partien zu Hause und bringt daher viel Kraft für diese Partie mit. Einige hohe Töne lässt sie aber aus. Gianni Raimondi ist ein Tenor, den ich recht gerne höre. Er besitzt ein angenehmes Timbre, eine gute Technik und einen geschmackvollen leidenschaftlichen Vortrag, ohne dabei zu übertreiben. Der großartige italienische Bass Giulio Neri hat nicht viele Aufnahmen hinterlassen. In dieser Favorita kann man erleben, dass er nicht nur "schwarz" heißt, sondern auch die entsprechende Stimme hat. Das von Angelo Questa geleitete RAI-Orchester kommt etwas dumpf und mulmig aus den Boxen, leider ein Problem, das viele der Cetra-Aufnahmen haben. Die Aufnahme ist von 1954.


    Der junge di Stefano, zusammen mit Giulietta Simionato (s.o.), ist auch eine Empfehlung wert. Man muss allerdings wissen, dass die Aufnahme 1949 in Mexico entstand. Die Tonqualität dieses Livemitschnitts kann man dementsprechend wahlweise als historisch, grenzwertig oder ungenießbar bezeichnen.


    Simionato hat 1955 auch eine Studioaufnahme unter der Leitung von Alberto Erede gemacht, die auch bei Cantus Classics zum günstigen Preis neu herausgekommen ist. Ich habe reingehört, aber die Aufnahme letztlich nicht gekauft. Gianni Poggis unsensibel und weinerlich gesungener Fernando hat mich zu sehr abgeschreckt.


    An die Decca-Aufnahme mit Cossotto und Pavarotti kann ich mich im Moment nicht erinnern. Die anderen hier genannten Aufnahmen habe ich nie gehört.


    Erstaunlicherweise hat bisher keiner diese relativ junge Aufnahme genannt. Hier wird französisch gesungen:



    Da ich die Aufnahme nicht besitze, kann ich aber nichts dazu sagen.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Zauberton
    Erstaunlicherweise hat bisher keiner diese relativ junge Aufnahme genannt. Hier wird französisch gesungen:



    Da ich die Aufnahme nicht besitze, kann ich aber nichts dazu sagen.


    Ich habe sie und ein Wort reicht: WUNDERBAR!!


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von Klawirr


    :yes: :yes: :yes:


    Herzlichst,
    Medard


    Hallo!


    Das glaub ich euch gerne, da ich die Duett-CD von Kassarova und Vargas habe. Diese CD liebe ich abgöttisch und hab sie deshalb auch bei meinen Unverzichtbaren vorgestellt! :jubel: :jubel:
    Ich wusste, dass es einen Tancredi und einen Werther mit den beiden gibt, aber das es auch eine Favorite gibt, ist mir neu!


    Aber danke für den Hinweis!


    LG joschi


  • Hallo Waldi!


    Hier die Aufnahme, die ich besitze:

    IL BORGOMASTRO DI SAARDAM
    LIVE, Saardam 1966
    :jubel:


    LG joschi

  • Lieber Joschi, Zauberton, Paul, Klawirr!


    Ganz herzlichen Dank für die Ratschläge und Berichte, die ich gierig durchmustert habe. Für den "Favorita"-Anfang werde ich wohl aus Preisgründen mit Cossotto und Cappucilli samt Pavarotti einsteigen (das kann einfach nicht ganz falsch sein)und bei Wohlgefallen dann eventuell eine zweite Version andenken. Ich war ganz erstaunt, wieviele Favoritinnen es schon gibt. Aber die Qual der Wahl löst natürlich auch Lustgefühle aus.
    Der "Burgomastro" ist notiert. Dabei warten die Neueinkäufe der letzten Zeit daheim, daß sie abgehört werden! Typisches Tamino-Schicksal.


    LG


    Waldi


  • Hallo Waldi!


    Die Favorita MUSS einfach ein Erfolg werden, denn bei den drei Spitzeninterpreten kann fast nix falsch sein! Ebenso muss die Favorita, die Paul im Posting ober mir hört, ein Traum sein!! [SEUFZ] [SCHWÄRM]! :D


    Vor allem der erste Akt ist musikalisch einfach Traumhaft. Obwohl ich sagen muss, dass sie mir (von Reinhören) von den späten (ab 1839/40; Pariser Zeit) ernsten Donizetti-Opern zwar gut gefällt, aber nicht so gut wie die MARIA DI ROHAN!


    Die Maria ist ein absolutes Meisterwerk und alleine schon wegen dem Wahnsinnig dramatischen Schlussterzett ein Traum!!!


    Wer also die späten ernsten Donizetti-Opern kennenlernen will, sollte diese Maria unbedingt berücksichtigen!


    LG joschi

  • Lieber Joschi,


    In die "Favorita" mit Pavarotto-Cossotto-Cappuccilli, die gestern eintraf, habe ich - mit technischen Hindernissen - etwas hineingehört und kann jedenfalls sagen, daß sich der Kauf um diesen Preis sehr gelohnt hat. Zwar hört man viel Publikum und Beifallsgegröle, aber P & C & C verdienen den Jubel wirklich und die Musik ist wunderschön. Nur scheint mir der Dirigent stellenweise erstaunlich langsame Tempi zu nehmen. Für ein gründlicheres Urteil muß ich aber erst alles zusammen auf mich wirken lassen. Heißen Dank für den guten Rat und schönes Wochenende!


    Waldi

  • Hier ist mein derzeitiger Favorit der FAVORITA (in franz.Sprache)


    Aufnahme: 11.4.1999, live, konz., München
    Spieldauer: 149'39
    Dirigent: Marcello Viotti
    Münchener Rundfunkorchester
    Chor des Bayerischen Rundfunks
    Chorleitung: Udo Mehrpol
    Kommentar: Originalfassung französisch, Ballettmusik stark gekürzt
    Product Code: BMG (3 CD)


    Rollen und Sänger


    Alfonso XI: Anthony Michaels-Moore
    Baldassare: Carlo Colombara
    Don Gasparo: Francesco Piccoli
    Fernando: Ramón Vargas
    Höfling: Lorenz Fehenberger
    Ines: Abbie Furmansky
    Leonora di Guzman: Vesselina Kasarova


    [Gaetano DonizettiDB Sonderband: A. Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen, S. 2857]


    kommt nicht an Pavarotti/Cossotto heran, ist aber klangtechnisch auf dem neuesten Stand.

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)


  • Sieht ja vielversprechend aus. Überhaupt sehr viele historische Themen in Donizetti-Opern, fällt mir auf.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Zitat

    Original von Felipe II.


    Sieht ja vielversprechend aus. Überhaupt sehr viele historische Themen in Donizetti-Opern, fällt mir auf.


    Hallo Felipe!


    In Donizettis Operm findest du Persönlichkeiten aus allen Epochen und Kulturen und wirst mit so vielen Ereignissen konfrontiert, dass du glaubst in die Vergangenheit zu reisen.


    L`Assedio di Calais z.B. spielt am Vorabend des 100-jährigen Krieges, Il diluvi universale erzählt von der Sintflut.
    Alfredo Il Grande erzählt die Geschichte eines angelsächsichen Königs, der gegen die Dänen kämpft, Zoraida in Granata spielt in Granada zur Zeit der Mauren.
    Auch Heinrich von Burgund gegnest du (Enrico di Borgogna), sowie Peter dem Großen (Pietro Il Grande).
    Ebenso findest du Seeräuber auf Mallorca in einer seiner Opern (Chiara e Serafina) [Nein die rauben nicht den Ballermann aus :D :stumm: ]


    Die alten Römer dürfen natürlich auch nicht fehlen (L´esule di Roma, Fausta, Polizo, Les Martyrs), ebenso wie die Inder (Il paria).


    England ist einer der Hauptschauplätze von Donizettis Opern (Tudor-Trilogie, Il Castello di Kenilworth, Rosmonda d´Inghilterra, Emilia di Liverpool), auch in Spanien lässt der Maestro gerne Opern spielen (Maria Padilla, Alahor in Granata, Sancia di Castiglia). Auch Portugal findet eine Erwähnung (Don Sebastiano), genauso wie die Niederlande (Il Duca di Alba)


    In Paris findest du gleich 2 große historische Opern von ihm (Ugo, Conte di Parigi und Gianni di Parigi, beide in anderen Zeiten angesiedelt).


    Du begegnest einer Mätresse des französischen Königs (Francesca di Foix), triffst einen Irren auf einer karibischen Insel (Il furioso all´Isola del San Domingo), triffst Torquato Tasso, einigen venezianischen Dogen (Marin Faliero), begleitest einen byzantinischen Feldherren auf Kriegszug (Belisario) und gerätst in blutige Familienfehden (Maria de Rudenz, Imelda de´Lambertazzi).


    Du siehst alles ist dabei (und das waren nur die ernsten Opern), ich denke du wirst sicherlich glücklich mit vielen seiner Sujets!


    LG joschi

  • Lieber Joschi,


    vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Ausflug durch die Historie. :hello:


    Unglaublich, zumal ich mit dem Namen Donizetti bisher rein gar nichts verband (außer natürlich, daß er Komponist war ...).


    Mit dem "Dom Sebastien" deckt er ja sogar noch die Epoche von Felipe II. ab [der ja sein Vorvorgänger auf dem portugiesischen Thron war, reg. 1557-1578]. Da mußte ich ja hellhörig werden. :D


    Ich denke, ich werde mich in naher Zukunft mal näher mit Donizetti auseinandersetzen.


    Was ich mich dabei allerdings frage (vielleicht zu unrecht): Sind denn wirklich alle diese Opern gleich "hochwertig"? Oder sind auch einige Schnellschüsse dabei?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo Felipe!


    Die bekanntesten sind natürlich Lucia di Lammermoor, Der Liebestrank, Don Pasquale und die Regimentstochter!


    Aber neben diesen solltest du dir unbedingt den späten Donizetti anhören, der übertrifft die zur selben Zeit entstandenen, aber viel bekannteren Opern Verdis, bei weitem!


    Da gäbs den Dom Sebastien, eine 5-aktige Grand Opera, die sehr ausführlich das Leben des Porugiesischen Königs und allerhand weltpolitisches erzählt!


    Maria di Rohan, eine 3-Ecksgeschichte zwischen Sopran, Tenor und Bariton!
    Sopran liebt Tenor, Bariton begehrt Sopran, hasst aber Tenor. Tenor wird am Ende von Bariton erstochen, Sopran wird wahnsinnig und begeht Selbstmord!


    La Favorita (siehe ein paar Postings weiter oben)


    Poliuto, eine Geschichte die in einem Massaker im Amphitheater endet, ist ebenfalls sehr zu empfehlen!


    Die Tudor-Trilogie (Roberto Devereux, Anna Bolena, Maria Stuarda) ist unbedingt auch noch hörenswert für den Einstieg.


    Ich persönlich habe noch keinen "Schnellschuss" erlebt, obwohl er so rasend schnell komponiert hat.


    Schau mal in den Opernführer, da findest du schon genug Inhaltsangaben und Szenenfolgen.


    Leider Gottes, sind sehr viele Libretto sehr ähnlich, aber die Musik ist immer hochdramatisch und die Sängerpartien sind manchmal sauschwer und die Virtuosität, die die Sänger an den Tag legen müssen ist gewaltig.


    Setz dich mit ihm auseinander, du wirst es nicht bereuen!!


    LG joschi

  • Lieber Joschi,


    abermals vielen Dank für Deine Mühe!


    Besonders der Dom Sebastien würde mich spontan interessieren (scheinbar nicht ganz billig). ;)


    Einziger Wermutstropfen:
    Bei soviel Auswahl hat man dann allerdings auch die Qual der Wahl. :D

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo Felipe!


    Zitat

    abermals vielen Dank für Deine Mühe!


    Gerne! Die Geschichtestudenten müssen doch zsammhalten! :D


    Dieser Dom Sebastien ist leider sauteuer, sonst hätt ich ihn auch schon!
    Aber alleine wegen der Kassarova und Keenlyside muss die Aufnahme ein Hit sein!


    Das ist die lange französische Grand-Opera-Fassung, sogar mit Ballett!


    Es gibt aber noch eine Aufnahme aus den 50ern, leider stark gekürzt, aber das Ballett blieb trotzdem drin, die ich besitze. :motz:

    Dirigent: Carlo Maria Giulini
    Gianni Poggi
    Giulio Neri
    Enzo Mascherini
    Fedora Barbieri


    Live, Florenz 1955!


    Ganz ok, die Aufnahme, allerdings aufgrund dessen, das es eine Live-Aufnahme ist, etwas schwache Tonqualität.


    Und es wurden einige Arien weggelassen, dafür hat man das Ballett gelassen. Das Ballett dauert ca.25 Minuten und wird leider von Publikum total zerklatscht.


    Darum, würd ich sagen, mal reinhören und dann zuschlagen, aber um 5€ is nicht viel verhaut.


    Die Kassarova-Aufnahme ist sicherlich um Klassen besser, aber auch umso teurer! :D ;(


    Zitat

    Einziger Wermutstropfen:
    Bei soviel Auswahl hat man dann allerdings auch die Qual der Wahl.


    Stimmt. Aber da ich den Vogel hab, alles haben zu wollen, ist es nur eine Frage der Reihenfolge bei mir! :D


    LG joschi