Kurznotizen aus den Opernhäusern!

  • Ein paar Bemerkungen zur Inszenierung:


    Der Regisseur John Dew erläutert im Programmheft ausführlich und in aller Breite, wohinaus es ihn treibt: 1964 erfaßte ihn als jungen Menschen, dem es vergönnt war, den "Parsifal" in Bayreuth zu erleben, mitten im 2. Akt, als der Protagonist sich seiner großen Aufgabe bewußt zu werden beginnt, "ein Gefühl des Unvollkommenen, eine Gewissheit, dass mein Leben sich anders entwickeln musste als bis dahin".


    Die Darmstädter Inszenierung läßt keinen Zweifel, was damit gemeint ist: Religiöse Erweckung in der sehr christlichen Gralswelt im scharfen Kontrast zur atheistischen Klingsor-Welt. Die Bühne des 1. Akts zeigt einen Gurnemanz in schwarzer Priesterkleidung mit seinen Ministranten, die vor und hinter einer Mauer aus Großbuchstaben agieren, aus denen die Namen der vier Kirchenlehrer Augustinus, Hieronymus, Gregorius und Ambrosius sichtbar sind.



    Unfreiwillige Komik entstand für mich beim Auftritt Parsifals, der mit dem riesigen Schwan-Kadaver konfrontiert wurde und äußerlich nur wenig überzeugend den unwissenden Knaben gab.


    Im 2. Akt dann eine ähnliche Mauer mit Voltaire, Nietzsche, Marx und Spinoza, dahinter ein überdimensioniertes aufgeschlagenes Buch mit zwei Seiten aus Nietzsches "Fröhliche Wissenschaften" (Abschnitt "Der tolle Mensch"), aus denen Klingsor im Gelehrtenrock Kundry und die Blumenmädchen zaubert: So hübsch dieser Einfall eigentlich ist: erotische Phantasien als Kopfgeburten des Verstandes oder ähnlich - peinlich erscheint das mir angesichts der völligen Ironiefreiheit der christlichen Gegenwelt. Christentum = gut; Atheismus = böse.



    Ein weiteres Detail: Das vornüber geneigte Kreuz (in Anspielung an ein Dali-Bild) zunächst mit Christus, dann mit der Schlange, mit weitaufgerissenen Maul. Auch hier: Eindeutige Symbolik.


    Der 3. Akt setzt recht wortgetreu die Anweisungen Wagners um, mit grüner Aue und projizierter heiliger Quelle - die Schlußszene wie im 1. Akt im dunklen Kirchenraum. Und wer am Ende die eindeutige Botschaft immer noch nicht verstanden hätte, dem wär's spätestens im Schluß deutlich, wenn das Wagner-Zitat zu lesen ist: "Da wo die Religion künstlich wird, ist es der Kunst vorbehalten, den Kern der Religion zu retten."



    Wer den "Parsifal" so versteht, der darf sich hier bestätigt fühlen. Auch wenn der Regisseur sich von der "Bühnenweihspiel"-Attitüde des Beifallsverbots distanziert und hoffte, das Publikum möge der Tradition hier nicht folgen und den Darstellern wie sonst auch applaudieren. Dem Wunsch wurde entsprochen, wobei die musikalische Leistung dies auch verdiente, wie ich bereits beschrieben hatte.


    Fazit: Zuviel 1:1-Umsetzung, viel zu nah und vor allem völlig distanzlos an Wagners Ideologie der "Kunstreligion". Religion in der Musik? Die suche und finde ich angemessener bei Messiaen oder Bach (z. B. in einer wirklich ansprechenden Aufführung der Matthäus-Passion letzten Samstag) - oder bei Dieterich Buxtehude, an dessen "Membra Jesu nostri" in Heidelberg ich gestern selbst mitwirken durfte.

  • Von den hessischen Opernhäusern steht das kleinste in Giessen: Architektonisch ein echtes Kleinod aus dem Hause Fellner und Helmer, bietet das Theater heute knapp 600 Zuschauern Platz. Das ehrgeizige Haus scheut sich allerdings nicht, trotz der räumlichen Enge auch z. B. den „Tristan“ aufzuführen, was allerdings schon einige Jahre zurückliegt.


    Am vorvergangenen Sonntag stand Massenets „Werther“ auf dem Spielplan und der Zuschauerraum war noch nicht mal zur Hälfte besetzt.


    Musikalisch keine überzeugende Vorstellung und auch szenisch nicht wirklich packend.


    Problematisch schon das Ungleichgewicht zwischen Streichern und Blechbläsern. Letztere deckten feinere Klänge oft einfach zu, dynamische Differenzierungen kamen kaum zum tragen – es wurde dann schnell einfach nur laut. Das Flair der Musik blieb weitgehend auf der Strecke. Der Dirigent Carlos Spierer kam über eine pauschal-routinierte Leistung nicht hinaus, das Orchester versuchte, ohne grössere Au(s)fälligkeiten über die Runden zu kommen.


    Gesungen wurde herzlich schlecht, mit einer Ausnahme: Alfia Kamalova als Sophie nahm mit präzisen Tönen, die sie geschickt farblich verändern konnte, für sich ein und liess auch ahnen, dass sie ihr stimmliches Potential noch wird ausbauen können.


    Wesentlich problematischer: Fernando del Valle als Werther. Del Valle ist kein Tenor fürs französische Fach, dafür mangelt es ihm an jeglicher Eleganz. Dazu kommt, dass er seine eher leichte Stimme künstlich durch Druck vergrössert, viel-zu-viel Kraft einsetzt und dann in der Höhe die Töne kaum noch erreicht und sie auch nicht mit voller Stimme bilden kann. Ein ungesichertes Falsett ist die Folge. Die Schluchzer und Jammertöne des Sängers erfreuen das Ohr auch nicht gerade.


    Auch die Charlotte, Giuseppina Piunti, bleibt stimmlich blass. Neben einem nicht immer gut kontrollierten Vibrato hat die Sängerin gegen Ende immer wieder Mühe, überhaupt nur die richtigen Töne zu treffen. Verzierungen misslingen mehr als einmal und ein Forte lässt die Stimme schnell an ihre Grenzen stossen.


    Gänzlich inakzetabel der dumpf-dröhnende Bass von André Eckert als Baillie.


    Paul Esterhazy, der Regisseur, glaubt, dass man mit einer Idee schon einen ganzen Opernabend inszeniert bekommt. Er erzählt die Geschichte von Hans-Werner Thärchen, Maskenbildner am Stadtheater Giessen, der sich am Ende seines Berufslebens aus dem Fenster seines Appartements stürzen wird: das Leben ist mit ihm nicht gut umgegangen – und diese Geschichten erzählt Esterhazy in den 4 „Werther“-Akten, ohne einer stringenten Handlung zu folgen. Vielmehr erlebt der Zuschauer Stationen, die erklären sollen, warum Thärchen sich am Ende das Leben nimmt.


    Lieblose Weihnachten im Kreis der Familie und später dann glückloses Verliebtsein in eine Operndiva sollen hier als Stichworte genügen. Die Musik (klar, „Werther“) ist für Thärchen immer wieder die Flucht aus der Realität.


    Die Personen der Handlung übernehmen verschiedene Rollen. So ist Charlotte sowohl die Schwägerin von Thärchen im ersten Teil, aber später auch die Operndiva – das geht so leidlich auf, eine wirklich überzeugende Lösung ist das nicht.


    Gänzlich scheitert diese Inszenierung im 3. Akt – und zwar an der Musik. Man sieht eine Operndiva in grosser Garderobe und ihren Maskenbildner, der ihr Bühnenkostüm zärtlich drückt. Die beiden stehen weit auseinander und haben miteinander nichts zu tun.


    Die Musik zu dieser Stelle ist leidenschaftlich, die Gesangslinien umspielen aneinander und kulminieren im gemeinsamen Liebesgeständnis. Die Szene konterkariert das.


    Da hilft es auch nichts, dass Esterhazy Brühlmann und Kätchen als klassisches Werther/Charlotte Paar immer wieder durch die Szene laufen lässt und diese sich bei der Duett-Szene aus dem dritten Akt verliebt anschauen.


    Die Bühne zeigt übrigens immer wieder den gleichen Raum: Sofa, Stereo-Anlage, Fenster, Rex-Gildo-Poster, Fernseher und – als Einschub – den Arbeitsplatz von Thärchen mit Schminkspiegel und Friseurstuhl. Von Akt zu Akt dreht sich dieses Zimmer, so dass immer eine andere Wand nach vorne zum Zuschauer hin offen ist – eine interessante Lösung.


    Unglücklich allerdings, dass der Raum die Bühne nochmals verkleinert – und somit die Aktionen auch schon deshalb unbeholfen wirken, weil nicht genügend Platz vorhanden ist.


    Ich war gerne mal wieder in Giessen zu Gast – auch wenns nicht ganz so überzeugend war, wie ich es mir erhofft hatte.

  • ...da hat der gute John Dew aber noch ein paar wichtige Leute vergessen...
    der Buddha z.B. war auch so ein böser Atheist :P


    Von Dew habe ich lediglich - olala bald 20 Jahre isses her - die "Margarete" an der RheinOper gesehen ...
    Auch damals hielt ich seine (in der Walpurgisnacht) vollzogene Gleichung "Punkkultur = böses Satanszeugs" für etwas ... mager
    - und sie fiel mir durchaus (negativ) auf innerhalb eines ansonsten IMO stimmigen RegieKonzeptes !


    :yes: :hello:

  • Zitat

    Original von pieter.grimes
    ...da hat der gute John Dew aber noch ein paar wichtige Leute vergessen...
    der Buddha z.B. war auch so ein böser Atheist :P


    Vergessen hat J. Dew Buddha nicht: Im Textheft verweist er sogar auf die entsprechenden Bezüge im "Parsifal". Nur: In der Inszenierung war davon nichts zu sehen, Buddha paßte ganz offensichtlich nicht ins Regiekonzept.


    Das Problem haben, denke ich, alle Menschen, nicht nur Opernregisseure, daß es bei Schwarz-Weiß-Malerei immer viele Zwischenfarben gibt, die nicht integriert werden können.


    Das Eindeutige in der Aussage war für mich auch dasjenige, das mich am Darmstädter "Parsifal" am meisten gestört hat, in ästhetischer Hinsicht nämlich. Es fehlte das Rätselhafte.

  • Gestern besuchte ich die 7. Vorstellung der Frankfurter Neueinstudierung dieser Opern-Rarität - schon aus Neugierde auf ein mir bislang noch unbekanntes Werk, das ich zuvor erst einmal auf CD gehört hatte. Da Alviano die Produktion am 11.02.08 hier schon eingehend und, wie ich finde, fundiert und zutreffend besprochen hat, beschränke ich mich hier auf ein paar persönliche Anmerkungen.


    Um es gleich zu sagen: Ich habe das Haus mit gemischten Gefühlen verlassen, obwohl ich einiges geboten fand, das meinen eigenen Erwartungen an Oper im Grunde entspricht: Eine unkonventionelle Handlung, literarisch anspruchsvoll, die auf durchaus moderne Art das Thema "Gescheiterte Emanzipation" behandelt. Die Inszenierung allerdings beschränkte sich darauf, wie Alviano bereits bemerkte, Handlung in Bilder umzusetzen, ohne Herausarbeitung von Tiefenschichten, ohne Interpretation. Ein karges, häßliches Bühnenbild, Personenregie in Zeitlupe: das paßte ja eigentlich; ich weiß nicht, ob die Regisseurin (Sandra Leupold) das so wollte oder ob ihr einfach nicht mehr dazu einfiel: Ich fand es insgesamt zu blutleer, zu fahl.


    Die Oper hat drei Akte. Die beiden Pausen waren allerdings keine echten Zäsuren, eher Unterbrechungen, wie sie beim Betätigen der Pause-Taste entstehen. Sinnig fand ich es daher, daß der 2. und 3. Akt die Bilder des 1. und 2. Aktes unverändert wiederaufnahm, was mit dem musikalischen Verlauf gut harmonierte.


    Damit kommen wir zur Musik: Dukas schuf hier, noch radikaler als Debussy, eine Art "Opernsymphonie": Die Musik folgte weniger einem dramatischen Verlauf mit dramatischen Steigerungen, überraschenden Wendungen usw., sondern schien sich eher aus immanenter Logik zu entfalten und hatte ihre ganz eigene Organik. Der fehlende gesangliche Kontrast - die beiden Hauptpersonen waren Ariane und ihre Dienerin ("La Nourrice"), beide Mezzosoprane - unterstützte dies noch.


    Auch wenn ich für spätromantische Symphonik viel Sinn habe - hier blieb ich insgesamt merkwürdig unberührt: Vielleicht war ich an diesem Abend, warum auch immer, einfach nicht offen genug für diese ruhig dahinfließende und unspektakuläre Musik und müßte Dukas irgendwann mal eine zweite Chance geben. "Pénélope" (Fauré) und vor allem "Pelléas et Mélisande" (Debussy) bleiben für mich Favoriten, die ich "Ariane et Barbe-Bleue" weiterhin vorziehe.

  • Zitat

    Original von Gurnemanz


    "Pénélope" (Fauré) und vor allem "Pelléas et Mélisande" (Debussy) bleiben für mich Favoriten, die ich "Ariane et Barbe-Bleue" weiterhin vorziehe.


    Lieber Gurnemanz, ausgerechnet die langweilige "Pénélope" ziehst du diesem großartigem Werk vor?


    Die Debussy-Oper hat ja noch ihren Reiz - keine Frage - aber Faure enttäuscht in seinem Bühnenwerk schon gewaltig. Es verwundet überhaupt nicht, dass die Oper von Dukas in den letzten Jahren wiederentdeckt wird und immer mehr Liebhaber gewinnt, während der Faure verdientermaßen in der Versenkung schlummert.


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Zitat

    Original von Davidoff


    Lieber Gurnemanz, ausgerechnet die langweilige "Pénélope" ziehst du diesem großartigem Werk vor?


    Ja, in der Tat: Die herbstlich-melancholische Stimmung bei Fauré versetzt bei mir etwas in Schwingungen - wunderbar! Langweilig? Mitnichten!


    Zitat

    Die Debussy-Oper hat ja noch ihren Reiz


    Das klingt nicht gerade beigeistert... Sie hat der Reize viele!


    Zitat

    Es verwundert überhaupt nicht, dass die Oper von Dukas in den letzten Jahren wiederentdeckt wird und immer mehr Liebhaber gewinnt


    Lieber Davidoff,


    vielleicht werde ich mich dereinst in den Kreis der Dukas-Anhänger willig einreihen, wer weiß das schon. Aufgefallen ist mir ja immerhin, daß das Werk in seiner großformalen Anlage und seiner symphonischen statt opernartigen Entfaltung avancierter, kühner sein dürfte als Fauré oder sogar Debussy, was mich gestern intellektuell durchaus beeindruckte - auch die phasenweise grenzsprengende Harmonik, die sich von Wagner'schen Modellen deutlich löst - das erkenne ich ja ausdrücklich an - nur: Emotional erreichte es mich nicht richtig, auch wenn ich mit der Orchesterleistung (Leitung: Paolo Carignani) hochzufrieden war; vielleicht war auch die fahle und etwas uninspirierte Inszenierung verantwortlich dafür, daß sich die große Begeisterung bei mir gestern nicht so recht einstellen mochte.


    Doch ich räume gern ein: "Ariane et Barbe-Bleue" steht in mehrfacher Hinsicht quer gegen die Tradition, ist "modern" im besten Sinn - und verdient schon deshalb mehr Beachtung.

  • Die 1835 in Paris uraufgeführte Oper „La Juive“ des Komponisten Jaques-Fromental Halévy war nicht nur ein grosser, persönlicher Erfolg für den Komponisten, sie erfreute sich auch lange über den Tod von Halévy hinaus (er starb 1862) einer bemerkenswerten Beliebtheit beim Publikum und bei bedeutenden Tenören, die ihre Stimme gerne der männlichen Hauptfigur Éléazar liehen, so auch z. B. Enrico Caruso.


    Wie sehr Richard Wagner dieses Werk schätzte, lässt sich daran ablesen, dass er für seinen „Tristan“ Halévy direkt zitiert und auch im 2. Akt, während der Arie der Rachel, glaubt man, kurz das „Walhall“-Motiv aufleuchten zu hören.


    In Deutschland war die Musik des Juden Halévy und sein so erfolgreiches Hauptwerk dann für 1000 Jahre verboten und erst 1988 kam es zu einer Neuinszenierung durch John Dew am Stadttheater Bielefeld, allerdings in einer stark gekürzten Version.


    Mehr von der tollen Musik von Halévy kann man jetzt in Stuttgart hören. Dankenswerterweise wurde der vorgesehene Ex-GMD aus Hannover, Shao-Chia Lü, gegen einen jungen Dirigenten ausgetauscht, der schon in Wiesbaden mit Rameau und Gluck zu überzeugen vermochte: der ehemalige Assistent von Marc Minkowski, Sébastien Rouland zeigte schon bei der Overtüre, das ein spannender Opernabend bevorsteht. Vor allem das farbenreiche Spiel der Holzbläser, der trockene Klang des Blechs und die präzisen Wechsel in der Dynamik nahmen sofort für diese Interpretation ein.


    Die Oper „La Juive“ basiert auf einem Text von Eugène Scribe und erzählt die Geschichte des jüdischen Goldschmieds Éléazar und seiner vermeintlichen Tochter Rachel: bei einer Familientragödie in Rom verliert der spätere Kardinal Brogni Frau und Tochter bei einem Brand. Die Tochter wird allerdings von Éléazar gerettet und als seine Tochter (und Jüdin) von ihm gross gezogen. Jahre später treffen Brogni und Éléazar in Konstanz wieder aufeinander. Der Kardinal ahnt nicht, dass des Goldschmieds Tochter in Wahrheit sein eigenes Kind ist.


    Ein zweiter Handlungsstrang erzählt, wie Rachel sich in den jungen Samuel verliebt und diesen heiraten möchte. Der junge Mann ist allerdings kein Jude, wie er vorgibt, heisst in Wahrheit Léopold, ist verheiratet – und zwar mit der Prinzesin Eudoxie.


    Verzweifelt ob dieses Betruges klagt Rachel bei einem höfischen Fest ihren Liebhaber in aller Öffentlichkeit der „Rassenschande“ an, rettet den Geliebten durch einen Widerruf und wird, gemeinsam mit ihrem Vater, hingerichtet. Genau in dem Moment der Hinrichtung wird Éléazar dem Kardinal die Wahrheit sagen: Rachel ist seine, des Kardinals, verlorengeglaubte Tochter.


    Das Stück handelt von Vorurteilen, von Antisemitismus, von Pogromen und der Unversöhnlichkeit, wenn es um die Religion geht. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Jude Éléazar, der den Anfeindungen der Christen standzuhalten versucht, der sich nicht um jeden Preis arrangiert und der mehr als einmal seiner Wut auf die Christen freien Lauf lässt. Eine starke, interessante Bühnenfigur, vielschichtig, facettenreich – eine enorme Herausforderung für einen Tenor – auch in gesanglicher Hinsicht.


    Chris Merritt, der Stuttgarter Éléazar, ist ein hervorragender Darsteller. Er ist eine jener Persönlichkeiten, die über eine ausgezeichnete Bühnenpräsenz verfügen, die auch mit kleinen Gesten und mit Körperhaltungen ganz viel ausdrücken können.


    Stimmlich bewältigt Merritt die anspruchsvolle Partie nicht mehr zufriedenstellend. Sein Tenor ist noch immer hinreichend kräftig, aber die Stimme schlägt fast den ganzen Abend über heftig, was der Sänger nicht mehr zu kontrollieren vermag. Dazu kommen immer wieder verrutschte Töne und Probleme mit der richtigen Tonhöhe. Die berühmte Arie „Rachel, quand du signeur“ mit der anschliessenden Cabaletta misslingt völlig.


    Der zweite Tenor der Aufführung ist Ferdinand von Bothmer als Léopold, er verfügt über eine angenehme, eher schmale Stimme und bemüht sich redlich, die extrem liegenden Spitzentöne seiner Rolle (die Merritt vor über 20 Jahren in Wien interpretierte) sauber zu singen. Je höher er dabei hinauf muss, desto enger wird der Klang und die Stimme wirkt dabei nicht frei und schon gar nicht ungefährdet. Beeindruckend ist das natürlich, live allemal, aber es wäre schade, wenn der sympathische Sänger mit einer solchen Partie seine Stimme beschädigen würde.


    Bei den Herren soll noch Liang Li als Kardinal Brogni Erwähnung finden: Li trumpft mit einem mächtigen, schwarzen Bass auf, dem vor allem in der Tiefe Grenzen gesetzt sind.


    Die beiden Frauenrollen sind beide ansprechend besetzt: die Titelrolle der Rachel wird von Tatiana Pechnikova interpretiert (auch hier Dank dafür, dass diese Sängerin die vorgesehene Sopranistin Natalia Ushakova ersetzt hat), ein slawisch-harter Sopran mit einem relativ schnellen Vibrato, aber die Sängerin steigert sich im Laufe des langen Abends merklich, gewinnt ihrem Sopran immer mehr Nuancen ab und auch das Vibrato ist dann nicht mehr so stark hörbar, phasenweise gelingen Pechnikova wunderbare Momente – und auch sie ist darstellerisch bemerkenswert.


    Catriona Smith singt die Fürstin Eudoxie, eine Koloraturpartie – sie macht das zuverlässig und routiniert und hat auch einige dramatischere Töne in ihrem stimmlichen Repertoire zur Verfügung.


    Die Inszenierung vom Regie- und Dramaturgenpaar Jossi Wieler und Sergio Morabito wird der schwierigen Aufgabe, dieses Stück heute erneut zur Diskussion zu stellen, mit bewundernswerter Sicherheit voll gerecht.


    Die Bühne von Bert Neumann zeigt, angelehnt an historische Vorbilder links ein dreistöckiges Fachwerkhaus, dass der Goldschmied Éléazar bewohnt und rechts den Eingang zur Kirche zu Konstanz, dem Ort der Handlung. Das alles ist auf einer Drehbühne montiert und wenn sich diese in Bewegung setzt, sieht man hinter diesen Fronten eine Art dreistöckige Galerie deren Stockwerke durch Treppen verbunden sind und die verschiedene Orte andeuten, so auch das Innere des Hauses des Éléazar.


    Der Chor, in heutiger Alltagskleidung, betritt staunend diese Kulisse und wird immer wieder in historische Kostüme schlüpfen, um entsprechend der Handlungsvorgabe am Stück teilzunehmen. Der Anführer der Soldaten trägt eine rein schwarze Phantasieuniform, die Soldaten sind noch als Bürger erkennbar: zu den schwarzen Stiefeln, den schwarzen Stiefelhosen tragen sie ein weisses Hemd mit schwarzer Krawatte und ebenfalls schwarzer Weste.


    Aus dem Schornstein von Éléazars Haus dringt Rauch: der Jude arbeitet an einem christlichen Feiertag, was sofort zu Feindseligkeiten führt. Immer wieder reckt sich ein rechter Arm zum Hitler-Gruss, verstohlen, so als sei das etwas unanständiges und die Geste wird sofort abgebogen, so, als könne sie auch etwas anderes bedeuten, als das, was sie nun mal bedeutet.
    Éléazar soll hingerichtet werden, aber der Kardinal Brogni, der den Juden noch aus Rom kennt, begnadigt ihn – er hofft so, den Juden durch Milde zum christlichen Glauben bekehren zu können.


    Den Menschen ist versprochen wurden, anlässlich eines Maskenfestes wird Wein, statt Wasser aus den Brunnen der Stadt fliessen. In Stuttgart zapfen die Bürger den Wein aus dem Kreuz vor der Kirche, sie betrinken sich am Blut Christi.


    Das Maskenfest mündet in einer handfesten Prügelei. Man sieht zwei Kaiser, wohl Kaiser Sigismund und sein Vetter Jobst von Mähren, die sich um die Kaiserkrone schlagen und gleich drei Päpste erheben Anspruch auf den Stuhl Petri – die drei Herren fallen gänzlich unchristlich übereinander her, bevor auch das Volk seinen Agressionen freien Lauf lässt, Wagner mit seiner „Prügelfuge“ ist hier szenisch schon vorweggenommen.


    Eine der schönsten Stellen der Oper findet sich zu Beginn des zweiten Aktes: im Goldschmiedehaus wird das Pessachfest gefeiert. Das Gebet singt Éléazar unbegleitet – eine wunderschöne Wirkung.


    Der neue Freund der Tochter, Samuel (in Wahrheit Léopold), ist zur Pessachfeier eingeladen worden. Bevor er sich zu den Juden setzt, bekreuzigt er sich noch mal schnell. Man sieht, wie unwohl er sich fühlt – hat er doch keine Ahnung, wie er sich zu verhalten hat. Rachel schöpft schnell Verdacht, das sieht man an ihrem Blick. Ausserdem hält ihr Freund das Gebetbuch, das er nicht lesen kann, verkehrt herum und er nimmt kein Stück vom ungesäuerten Brot.


    Jetzt klopft es und ausgerechnet Eudoxie (sie sieht aus wie ein Platinblonder Filmstar in einem eleganten, goldfarbenen Kleid), die Ehefrau Léopolds, betritt das Haus des Goldschmieds. Sie möchte eine Kette für ihren Ehemann erwerben, die ihm bei einem Fest geschenkt werden soll. Léopold vertieft sich, um nicht erkannt zu werden, in ein Gebetbuch und wiegt, von seiner Frau, die ihn tatsächlich nicht erkennt, in die Enge getrieben, den Oberkörper vor und zurück: immerhin soviel hat er über jüdische Verhaltensweisen mal gelernt...


    Éléazar soll den ausgesuchten Schmuck während einer Theatervorführung selbst übergeben - verkleidet als Karikatur eines Juden, mit spitzem Hut, Rauschebart und grosser Hakennase.


    Nach diesem Zwischenfall verabredet sich Léopold mit Rachel für die Nacht. Als der Vater dazukommt, bemerkt er die Verlegenheit der beiden. Er fordert „Samuel“ dazu auf, nochmals das Abendgebet mit der Familie zu sprechen. Léopold ist die Sache nicht nur unangenehm: ihm ist klar, wie schlecht er sich benimmt und befürchtet Rache. Éléazar beobachtet den merkwürdigen Fremden, der zum Gebet, wie er es nun mal gewohnt ist, den Hut abgenommen hat...: „Wenn Verrat oder Arglist es wagten, sich bei uns einzuschleichen, so fahre dein Zorn, grosser Gott, auf den Wortbrüchigen oder auf den Gottlosen hernieder.“, singt der Goldschmied den Gast fest in seinem Blick behaltend.


    Léopold gesteht Rachel, dass er Christ ist. Trotzdem eine solche Verbindung zwischen Christen und Juden mit dem Tod bedroht wird, will Rachel mit Léopold fliehen. Allein, Éléazar stellt sich den beiden in den Weg. Als er erfährt, wie die Sache steht, entweicht seiner Hand ein Blitz, der Léopold niederstreckt. Éléazar will Léopold töten, aber Rachel bittet so inständig für ihren Geliebten, dass der Vater bereit ist, den potentiellen Schwiegersohn zu akzeptieren und ihn im jüdischen Glauben zu unterrichten.


    Erst jetzt wird Léopold klar, dass es da noch ein Problem gibt: seine Ehefrau Eudoxie – er flieht.


    Im Zentrum des 3. Aktes steht die Feier, bei der Léopold die Kette vom Goldschmied überreicht bekommen soll. Rachel ist Léopold gefolgt, hat das Vertrauen von Eudoxie erlangen können und darf als Statistin, verschleiert, am Spiel teilnehmen.


    Vor einem gemalten Prospekt, der im Hintergrund die Stadt Jerusalem zeigt, führen Kinder ein Kreuzritterstück auf. Die Heiden werden vom christlichen Ritter bekehrt, eine Taube fliegt herein („der Glaube lebt, die Taube schwebt“) Englein huldigen dem Christenritter und der verkleidete Éléazar bringt als Geschenk die Kette: erbärmlich sieht er aus mit seiner dicken Brille, der Hakennase und dem Spitzhut, ein gelber Kreis ziert seine linke Brust und Éléazar spielt zur Erheiterung der Anwesenden den Juden, wie er auch von Veit Harlan hätte abgebildet werden können.


    Rachel hält es nicht mehr aus: sie erzählt die Wahrheit über sich und Léopold, resigniert demaskiert sich Éléazar und der Kardinal spricht über Léopold den Kirchenbann aus und verflucht die beiden Juden. Diese Szene ist unglaublich wirkungsvoll inszeniert und ein Detail ist mir besonders deutlich in Erinnerung geblieben: wie die völlig verzweifelte Rachel versucht, zu ihrem Vater Körperkontakt aufzunehmen und wie dieser Mann sich nicht rührt, zu Stein geworden zu sein scheint, während seine Ziehtochter eine menschliche Regung braucht, um diese Situation überleben zu können und sich entäussert, das ist eine grandiose Szene.


    Der nächste Akt spielt im Kerker. Eudoxie schafft es, dass Rachel ihre Aussage widerruft, was Léopold das Leben rettet. Derweil versucht Kardinal Brogni aus Éléazar herauszubekommen, wo seine Tochter ist: der Goldschmied hat ihm verraten, dass er weiss, wo die Kardinalstochter ist (die Brogni noch bekommen hat, als er nicht im geistlichen Stand war), aber weigert sich, ihm den Aufenthaltsort zu nennen. Éléazar quält den Kardinal, der sich das Hemd vom Leib reisst, er tritt ihn immer wieder, so als wolle er all die erfahrene Kränkung von Christen, die auch seine Söhne auf dem Scheiterhaufen verbrannt haben, in dieses Bündel Mensch zu seinen Füssen hineintreten.


    Allein geblieben beschliesst Éléazar, auf seine Rache zu verzichten – da dringen die Geräusche eines beginnenden Pogroms zu ihm herein und Éléazars Zorn flammt erneut auf: er will den Märtyrertod für sich und seine Tochter.


    Die Menschen haben sich als Juden verkleidet: in Kaftanen, mit Hakennasen und Schläfenlocken plündern sie das Haus des Goldschmieds und auch hier werden antisemitische Stereoptype gezeigt: die Geld- und Goldgier, bestimmte Bewegungen, die ganze Klaviatur – und es bedarf keiner weiteren Konkretisierung, um zu erkennen, was hier gemeint ist. Die nächste Szene zeigt diese Volksmenge, wie sie mit ihren Koffern auf dem Weg zur Deportation sind – sie gehen direkt in die Kirche, über deren Eingang ein Weihnachtsschmuck hängt: der symbolische Stern von Bethlehem, der Messias ist gekommen, eine Verhöhnung der Juden, die die Ankunft des Messias noch erwarten.


    Im Schlussbild lehnt es Rachel ab, sich durch Taufe dem Tod zu entziehen. Die Menschen werfen ihre Verkleidung ab und der fast Wahnsinnige Kardinal zielt mit der Waffe auf die beiden Juden. Éléazar entwindet sie ihm, sagt ihm, dass Rachel seine, des Kardinals Tochter ist und erschiesst zuerst Rachel und dann sich selbst.


    Gewaltiger Applaus für diese unglaublich starke Aufführung. Wieler/Morabito haben eine enorme Detailarbeit betrieben – das zeigt sich an einer umwerfenden Personenregie, an vielen Bezügen auf die Religion und auch an den deutlichen Hinweisen auf antisemitische Ressentiments.


    Es wäre schön, wenn diese Aufführung mit dazu beitragen könnte, dieses bemerkenswerte Stück wieder öfter einem breiteren Publikum vorzustellen.

  • Zitat

    Original von Alviano
    Es wäre schön, wenn diese Aufführung mit dazu beitragen könnte, dieses bemerkenswerte Stück wieder öfter einem breiteren Publikum vorzustellen.


    Lieber Alviano,


    Deine - wie immer sehr informative - Premierenkritik trägt jedenfalls entscheidend dazu bei, dass ich doch noch einen ernsthaften Versuch wagen werde, meinen Terminkalender mit den Stuttgarter Aufführungsterminen irgendwie in Einklang zu bringen.


    Bislang kenne ich von diesem wunderbaren Werk nur die Aufnahme aus der Wiener Staatsoper (RCA Young 1998)....


    LG, Elisabeth

  • Zitat

    Original von Elisabeth
    Bislang kenne ich von diesem wunderbaren Werk nur die Aufnahme aus der Wiener Staatsoper (RCA Young 1998 )


    ... die auch weniger Musik bietet, als man das jetzt in Stuttgart hören kann und: Rouland übertrifft Simone Young deutlich. Natürlich ist auch der schon damals nicht mehr ganz zuverlässige Neil Shicoff beser, als Chris Merritt in Stuttgart - letzteren muss man sehen, das hat gestern viel ausgemacht. Es war wirklich total spannend - und selbst die zwei Stunden zwischen erster und zweiter Pause wirkten keine Minute lang, sehens- und hörenswert.


    LG

  • Zitat

    Original von Alviano


    ... die auch weniger Musik bietet, als man das jetzt in Stuttgart hören kann und: Rouland übertrifft Simone Young deutlich. Natürlich ist auch der schon damals nicht mehr ganz zuverlässige Neil Shicoff beser, als Chris Merritt in Stuttgart - letzteren muss man sehen, das hat gestern viel ausgemacht. Es war wirklich total spannend - und selbst die zwei Stunden zwischen erster und zweiter Pause wirkten keine Minute lang, sehens- und hörenswert.


    LG


    Ich habe zwar Merritt schon sehr lange nicht mehr gehört, wohl aber Shicoff in der Herbstserie der "Juive", und da klang er ziemlich desolat, also dürften die beiden zumindest Gleichstand erreicht haben ;) Nun war ich nie ein Shici-Fan, konnte auch mit seiner meist sehr exaltiert-hysterischen Spielweise nicht viel anfangen, aber der Eleazar ist wohl wirklich so etwas wie seine Lebensrolle, wo er mich zumindest schauspielerisch immer sehr beeindruckt hat.
    Übrigens hatte vor kurzem auch in Zürich "La Juive" PR, aber laut meiner Freunde ist David Pountney kein überzeugender Wurf gelungen, wenn er auch nicht so danebengegriffen hat wie bei unserer Forza. Leider weiß ich jetzt nicht, ob man dort die gekürzte oder ungekürzte Version bringt. Auf jeden Fall scheint die Wielerinszenierung, so wie du sie schilderst, wesentlich besser zu sein.
    lg Severina :hello:

  • Ein herzliches Dankeschön, Alviano, für die gediegene Opernkritik! Bin wieder sehr beeindruckt.


    Jossi Wieler und Sergio Morabito haben einen Regiestil, dem ich Modellcharakter für angemessene und gelungene Interpretationen zuschreiben möchte: Sie studieren die Werke ganz genau und achten bei der Herstellung aktueller Bezüge sorgfältig darauf, daß sie in den Werken selbst angelegt sind - Regietheater nicht als Selbstdarstellung, sondern werkgetreu in einem höheren, kreativen Sinn. So soll's sein!


    Selber habe ich in Stuttgart u. a. Alceste (Gluck), Doktor Faust (Busoni), Norma (Bellini), L'incoronatione di Poppea (Monteverdi) und Una cosa rara (Soler) mit Wieler/Morabito erlebt und war jedesmal überrascht und begeistert über die schlüssigen Lösungen. Die beiden sind so gut, daß sie eitles Gehabe oder plumpe Provokation gar nicht nötig haben.


    Deine Besprechung von La Juive scheint dies zu bestätigen und macht Lust, selber hinzufahren. Mal sehen, wie's geht.

  • Zitat

    Original von Gurnemanz


    Die herbstlich-melancholische Stimmung bei Fauré versetzt bei mir etwas in Schwingungen - wunderbar! Langweilig? Mitnichten!


    Ich werde mir die Oper morgen mal anhören und auf Schwingungen jeglicher Art achten. Vielleicht gefällt mir das Werk ja heutzutage besser - Ich werde berichten.


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Zitat

    Original von Davidoff


    Ich werde mir die Oper morgen mal anhören und auf Schwingungen jeglicher Art achten. Vielleicht gefällt mir das Werk ja heutzutage besser - Ich werde berichten.


    Freue mich auf Deinen Bericht, gebe aber zu bedenken, daß es in Dir möglicherweise ganz anders schwingt als in mir.


    Im Nachklang meines Frankfurter Dukas-Erlebnisses und auf Deinen Protest hin habe ich schon mal meine Ariane et Barbe-Bleue-Aufnahme (Leon Botstein) wieder herausgesucht und werde sie demnächst mal wieder vornehmen. Wird aber noch etwas dauern.

  • Hallo zusammen,


    am Sonntag konnte ich die Premiere der neuen Händel-Produktion an der Münchener Oper anschauen: Tamerlano.


    Kurzzusammenfassung: Mir hat es (trotz?) der kargen, abstrakten Inszenierung sehr gut gefallen. Musikalisch / Sängerisch war es ein im Großen und Ganzen sehr gelungener Abend, die Inszenierung ist sicher zwiespältiger, mir hat aber auch die Inszenierung gut gefallen.


    Genauer:



    Dirigiert hat Ivor Bolton, das Orchester bestand, wie in München üblich, aus einer Mischung von modernen und alten Instrumenten. Bolton erzielt damit einen sehr warmen immer schönen Orchesterklang. Manchmal hätte ich mir aber etwas mehr dramtische Schärfe gefehlt, die Christie oder Jacobs aus ihren Originalklangorchestern herausholen.


    Die sängerischen Leistungen waren durchweg gut. Hier die Besetzung:


    Tamerlano David Daniels
    Bajazet John Mark Ainsley
    Asteria Sarah Fox
    Andronico Mary-Ellen Nesi
    Irene Maite Beaumont
    Leone Vito Priante


    Besonders gut gefallen hat mir Sarah Fox als Asteria. Am Anfang war sie noch etwas schrill, aber im Laufe des Abends zu sehr intensiven Momenten fähig (vor allem Ihre große Arie, deren Titel ich jetzt leider nicht nachschauen kann und ihr Duett mit Andronico).


    Ebenso gut fand ich die beiden anderen Damen und David Daniels, der allerdings nur 3 Arien zu singen hatte. erstaunlich wenig für den Titelhelden einer Händel-Oper.


    Etwas enttäuschend war John Mark Ainsley, der teilweise große Mühen hatte, über das Orchester hinweg gehört zu werden. Allerdings machte er in der Sterbe-Szene diese Mängel durch eine großartige schauspielerische Leistung wieder wett. Diese Szene war einer der großen Höhepunkte der Oper. Vielleicht war er am Sonntag etwas indisponiert?


    Nun zur Inszenierung: Die Inszenierung spielt auf einer sehr kargen Bühne. Die Szene war einheitlich ein sehr abstrahierte barocke Architektur mit den typischen Barocken Gängen. Die Inszenierung wurde aus Drittningholm übernommen und die dortige Szene wurde scheinbar auf die Münchner Verhältnisse nachgebaut. Der Schluss spielte sogar auf leerer Bühne, die hintere Wand ist ein Nachbau der Holzwand der Drittningholmer Bühne. Ein Stuhl war das einzige Requisit, wechselweise wurde er für den Thron des Andronico, aber auch für die Sterbeszene des Bajazzet benutzt. Zwischendurch während des Liebsduett zwischen Asteria und Andronico gab es allerdings auch herzallerliebste Wölkchen. Das hat scheinbar für viel Spott gesorgt, aber ich war im Januar in einer barockisierenden Inszenierung von Cadmus et Hermione von Lully in Paris. Da schockt einen sowas nicht :-)


    Die Inszenierung beschränkte sich darauf, die Sänger auf dieser quasi leeren Bühne zu bewegen und auf diese Weise die Beziehungen der Personen untereinander deutlich zu machen. Dabei war auch der Bewegungsvorat eher stilisiert. Es ist schwer zu beschreiben, da eigentlich wenig passiert ist.


    Die Inszenierung ist in der SZ ziemlich verrissen worden. Ich kann mir auch vorstellen, dass man aus diesem Stück auf ganz andere Art und Weise die zugrunde liegende Brutalität herauskehren kann. Ebenso kann ich mir vorstellen, dass die Inszenierung auf einer kleinen Bühne à la Drottninghom stärker und klaustrophobischer wirkt. Dennoch habe ich mich nicht gelangweilt und fand es eigentlich sogar recht spannend. Natürlich kam die Musik dabei zur vollen Geltung und der Bruch zwischen Rezitativ und Arie war weniger groß.


    Vielleicht sieht ja noch der ein oder andere Münchner diese Inszenierung. Ich wäre auf andere Ansichten gespannt. Allemal musikalisch ist diese Oper einen Besuch wert.


    Viele Grüße,


    Melanie

  • Liebe Melanie,


    herzlichen Dank für Deinen Bericht. Habe erst einmal nur am Radio mitbekommen, was mich morgen musikalisch so in etwa erwartet. Idealer ist natürlich immer, wenn man vorher bei der Generalprobe war, denn dann weiß man wirklich, wer singt, wo und was gespielt wird und hat auch das Libretto vor Augen, konnte das Programmheft lesen, was mir jetzt alles fehlt. Eine Inhaltsangabe reicht da doch nicht aus und irgendwie habe ich ohne Liveeindrücke auch kein so arg großes Bedürfnis, mich vorher gründlicher vorzubereiten, was natürlich ganz schlecht ist :untertauch: Händel gehört dazu nicht unbedingt zu meinen Lieblingskomponisten und nur vom Saul war ich hin und weg.


    Bin trotzdem schon gespannt auf morgen, aber ob ich mir einen Bericht zutraue, weiß ich noch nicht. Mal sehen.


    :hello: Ingrid

  • Liebe Ingrid,


    nur zu.Ich bin auch nur interessierter Laie und versuche meine Eindrücke wiederzugeben, die von den offizielle Kritiken durchaus abweichen können.


    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Spass heute abend.


    Viele Grüsse,


    Melanie

  • Zitat

    Original von Alviano


    Gewaltiger Applaus für diese unglaublich starke Aufführung. Wieler/Morabito haben eine enorme Detailarbeit betrieben – das zeigt sich an einer umwerfenden Personenregie, an vielen Bezügen auf die Religion und auch an den deutlichen Hinweisen auf antisemitische Ressentiments.


    Ich hatte die FAZ so verstanden, dass es heftige Proteste der Anhänger des Regieteheaters gegeben habe. Ist da was dran?


    Viele Grüße
    Thomas

    "Dem Volke zur Freude und Erhebung"
    Widmung Georgs II am Giebel des Meininger Theaters

  • Zitat

    Original von tmichelmgn


    Ich hatte die FAZ so verstanden, dass es heftige Proteste der Anhänger des Regieteheaters gegeben habe. Ist da was dran?


    Viele Grüße
    Thomas


    Lieber Thomas,


    ich habe bis dato keine offizielle Rezenssion der Stuttgarter "Juive"-Premiere vom vergangenen Sonntag gelesen - die letzten beiden Tage war ich in Berlin - und die angesprochene Zeitung lässt im Internet keinen kostenfreien Zugriff auf den Premierenbericht zu.


    Ich habe deshalb keine Ahnung, worauf man sich da bezieht. Mich macht allein schon die Wortwahl stutzig, ich weiss nicht, was ein "eingefleischter Bewunderer des Regietheaters" sein soll und das man selbigen selten "so aufgebracht" gesehen habe, wie am vergangengenen Sonntag in Stuttgart, kein Plan, was das soll, ich müsste vielleicht wissen, wie der Artikel dann weitergeht.


    Mir ist mehr als eine Aufführung erinnerlich, wo Zuschauer heftigst reagiert haben, ich weiss also, wie sich das anhört - am Sonntag habe ich nur eine Reaktion gehört: einhelliger Jubel. So beschreibt es auch die dpa in ihrer Meldung absolut zutreffend.

  • Hallo zusammen,


    ein kurzer Bericht von einer sehr befriedigenden Opern-Aufführung gestern: Parsifal an der Bayerischen Staatsoper in München.


    Hier die Besetzung:


    Musikalische Leitung Kent Nagano
    Inszenierung Peter Konwitschny
    Bühne und Kostüme Johannes Leiacker
    Licht Peter Halbsgut
    Produktionsdramaturgie Werner Hintze
    Chöre Andrés Máspero


    Amfortas Michael Volle
    Titurel Steven Humes
    Gurnemanz Kurt Rydl
    Parsifal Nikolai Schukoff
    Klingsor John Wegner
    Kundry / Stimme aus der Höhe Lioba Braun
    Erster Gralsritter Kevin Conners
    Zweiter Gralsritter Rüdiger Trebes
    Erster Knappe / Erster / Zweiter Knappe Tölzer Knabenchor
    Dritter Knappe Ulrich Reß
    Vierter Knappe Kenneth Roberson
    Klingsors Zaubermädchen Aga Mikolaj
    Laura Rey
    Daniela Sindram
    Lana Kos
    Anaïk Morel
    Cynthia Jansen


    Höhepunkte waren das Dirigat von Kent Nagano und der Amfortas von Michael Volle. Nagano dirigiert eher langsam (jedenfalls, wenn man Boulez und Kegel gewohnt ist), aber wunderbar klangschön und transparent. Wenn ich das mit Mehta vergleiche...


    Michael Volle sang und spielte einen sehr berührenden Amfortas. Er ist sicher nicht so stimm-gewaltig wie Kurt Rydl oder John Wegner, aber von der musikalischen und schauspierischen Gestaltung gehörten seine Szenen zu den absoluten Höhepunkten des Abends.


    Lioba Braun, die für Doris Soffel eingesprungen ist, sang Ihre Partie ebenfalls sehr ausdrucksstark - leider finde ich ihr Timbre nicht so schön.


    Kurt Rydl und John Wegner boten eine solide Leistung, wenn auch nicht unbedingt sehr differenziert gesungen wurde. Immerhin Rydls Einatmen war deutlicher hörbar als mancher Sänger in anderen Aufführungen :-)


    Schucoffs Parsifal hingegen war leider durchwachsen. Er hat einen sehr schönen Tenor, solange es nicht zu hoch und zu laut wird... Leider klang er in diesen Situationen doch arg angestrengt. Darstellerisch hingegen war er durchaus überzeugend. Die Wandlung vom Toren zum - ja was eigentlich - bornierten, lustfeindlichen (? Meine Interpretation!) Ritter war durchaus glaubhaft gespielt.


    Konwitschnys Inszenierung ist sicher im Forum schon bekannt, sie ist ja bereits von 1995. Sie war für Konwitschnys Verhältnisse (soweit ich ihn kenne) sehr textgetreu und bot durchaus einige sehr beeindruckende Szenen und Bilder - mir allerdings nicht unbedingt neue Einsichten in dieses für mich durchaus problematische Werk. Aber die Musik ist einfach unglaublich...


    Obwohl man sicher von einer besseren Sängerbesetzung träumen könnte war es ein sehr schöner Opernnachmittag / -abend.


    Viele Grüße,


    Melanie



  • Hallo Melanie,


    in derselben Aufführung bin ich auch gewesen und teile Deine Eindrücke weitgehend. Bezüglich der Besetzung war ich von vornherein etwas skeptisch - vor diesem Hintergrund hat mich das Ergebnis eher positiv überrascht: Rydl sang immerhin die richtigen Töne, stand die Partie gut durch und war auch rhythmisch sicher. Was ihm fehlt, ist dynamische Differenzierung und so etwas wie Textvermittlung - alles wird fast ein wenig unbeteiligt heruntergeorgelt. Rührend einige Versuche im dritten Akt, piano zu singen (früher gestaltete in dieser Inszenierung Kurt Moll die Rolle des Gurnemanz ;(). Beachtlich schlug sich Lioba Braun, z.B. mit einer wunderbaren Herzeleide-Erzählung und großer dramatischer Schlagkraft bei "und lachte". Shukoff respektabel, aber in der Höhe limitiert (was am Ende des dritten Akts doch schmerzte). Volle in der Tat hervorragend, sehr differenziert, was ihm natürlich weniger Beifall einbrachte als Rydl.


    Wunderbar das Dirigat Naganos, sehr klangfarbensensibel, eher schlank, aber nicht kühl, sängerfreundlich und von den Tempi her die "Kunst des Übergangs" perfekt beherrschend. Vom Orchester wurde alles hervorragend umgesetzt. Als alter Pedant (und weil ich weiß, dass beim Parsifal immer die Tempodebatte aufkommt) habe ich zumindest beim ersten und dritten Akt auf die Uhr geschaut: mit etwa 1:41 und 1:13 gehört Nagano durchaus zu den schnelleren Dirigenten, wie man dieser Aufstellung mit den Aktdauern seit der Uraufführung entnehmen kann.


    Die Inszenierung Konwitschnys hat nach dem inzwischen erfolgten (teilweise mehrfachen) Austausch der Sängerbesetzung nicht mehr ganz die Dringlichkeit von früher - man bemühte sich aber, und besonders die Interaktion zwischen Gurnemanz, Parsifal und Kundry im dritten Akt beeindruckte mich wieder sehr. Nach wie vor kenne ich keine Inszenierung dieser Oper, die die Mehrdeutigkeit der Figur Kundry so überzeugend (verunsichernd) zeigt - und die den pessimistischen Passionscharakter des dritten Akts so sehr (analog zur Musik) trifft.



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Zwielicht
    Volle in der Tat hervorragend, sehr differenziert, was ihm natürlich weniger Beifall einbrachte als Rydl.
    Viele Grüße
    Bernd


    Kann das tatsächlich sein? Was war denn das für ein Publikum? Hätte mich nicht mal wieder die Grippe niedergestreckt, wäre bei meinem Bravo-Gebrüll für Volle sicherlich das Pendel anders ausgeschlagen ;)


    Danke Dir und Melanie auf jeden Fall herzlich für Eure Rezensionen. Bin nur traurig, dass Schukoff in diesem Jahr wohl nicht mehr ganz so stark ist, wie noch im letzten.


    :hello:Ingrid

  • Zitat

    Original von Ingrid


    Kann das tatsächlich sein? Was war denn das für ein Publikum? Hätte mich nicht mal wieder die Grippe niedergestreckt, wäre bei meinem Bravo-Gebrüll für Volle sicherlich das Pendel anders ausgeschlagen ;)



    Hallo Ingrid,


    doch, der Unterschied war schon spürbar - es ist ja nicht so selten, dass der Grad des Jubels sich primär an der Lautstärke der jeweiligen Stimme ausrichtet.


    Nach meinem Höreindruck kam der meiste Jubel für Rydl aber aus dem Parkett, während es auf der Galerie (wo ich war) wesentlich gerechter zuging... ;)



    Viele Grüße


    Bernd

  • Zitat

    Original von Zwielicht
    Nach meinem Höreindruck kam der meiste Jubel für Rydl aber aus dem Parkett Viele Grüße
    Bernd


    Da versteht man echt die Welt nicht mehr. Da dieses gigantische musikalische "Schauspiel" im Parkett ja schon für 20 Euro pro Stunde erlebbar war und evtl. sogar noch auf Steuerkarte, ging es da einigen vielleicht wirklich in erster Linie darum, für ihr Geld möglichst viel Stimmvolumen um die Ohren geschleudert zu bekommen und von Herrn Rydl wird man da ja immer gut bedient. Die Qualität ist offensichtlich nebensächlich. :motz:


    Welch ein Glück, dass es noch die Musikliebhaber und -kenner in den oberen Rängen gibt :jubel:


    :hello: Ingrid

  • Heh... ich war auch im Parkett.... :stumm:


    Mein Problem ist, dass es mir inglaublich schwer fällt, nach einer solchen Oper überhaupt zu klatschen, da ich immer eine Zeitlang brauche um mich in die Realität zurückzukämpfen. Je besser die Aufführung, umso länger dauert es. Das ist natürlich ungerecht für die Interpreten, aber meistens gibt es um mich herum sehr viele Leute, die mein fehlendes Klatschen wieder wett machen.


    Aber bzgl. Applaus für Rydl und Volle muss ich Bernd wohl recht geben, aber um mich herum habe ich auch sehr positives zu Volle gehört.


    Viele Grüße,


    Melanie

  • Zitat

    Original von Mela
    Heh... ich war auch im Parkett.... :stumm:



    So, so :D.


    Nein, ich wollte hier bestimmt keinen Klassenkampf eröffnen, dazu habe ich selbst schon zu oft im Parkett gesessen ;). Außerdem gibt's auf den billigen Plätzen auch unerfreuliche Erscheinungen...


    Davon mal abgesehen: auf der Galerie ist in München die Akustik wirklich ausgezeichnet. Und da ich die Inszenierung schon zweimal gesehen hatte, konnte ich mein Augenmerk auch ab und zu Nagano und dem Orchester zuwenden.



    Viele Grüße


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    im guten Deutsch würde ich jetzt sagen: "No offense taken" :D


    Von der guten Akustik in der Galerie haben Ingrid und Elisabeth auch schon geschwärmt, ich werde es sicher mal ausprobieren, vor allem da einen die Parkett-Karten in München auf Dauer wirklich ruinieren :boese2:


    Viele Grüße,


    Melanie

  • Zitat

    Original von Ingrid
    Welch ein Glück, dass es noch die Musikliebhaber und -kenner in den oberen Rängen gibt :jubel:


    Und von dort gab es am Gründonnerstag auch einige Buhufe für Rydl.

  • Das "Rheingold"-Vorspiel in der ausverkauften Staatsoper der Hansestadt begann gestern atmosphärisch dicht gespielt im vollkommen abgedunkelten Orchestergraben - Simone Youngs Dirigat war sängerfreundlich und trug dem Charakter dieses Konversationsstücks gebührend Rechnung ohne in den Zwischenspiele dahinplätschern zu lassen.


    Claus Guths Regie hat einige gute Einfälle, manche haben sich mir weniger erschlossen. Zu ersterem zählt das Geschehen im Heizungskeller der dritten Szene, sowie die Überlegung, Szene 2 und 4 auf einem (als Kontrast zu Alberich) Dachboden mit riesiger Modelllandschaft für Walhall (eigentlich fehlt nur noch die Miniatureisenbahn....) spielen zu lassen, wo die Götterherren ihre Machtphantasien ausleben können. Weniger verständlich das riesige Bett auf dem noch größeren Fenstersims (Wortspiel: Flussbett ? Verlorenene Unschuld der als Kinder dargestellten Rheintöchter ?). Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein.


    Mit Ausnahme des darstellerisch wie sängerisch omnipräsenten Falk Struckmann als Göttervater Wotan gaben sich Rollendebütanten die Ehre - (leider als einziger) herausragend Wolfgang Kochs Alberich. Peter Galliards Loge kann man wenig vorwerfen - aber wenn man bedenkt, was andere aus dieser Partie machen, ist seine Leistung noch ausbaufähig. Froh und Donner erfüllten ihre kleineren Rollen überzeugend, Freia und vor allem Fricka weniger. Die Rheintöchter kamen über sängerisches Mittelmaß nicht heraus - eine Wertung, die für die beiden Riesen im negativen Sinne nicht mehr zutreffend ist. Ein starken Auftritt gab es jedoch von einer jungen und klangschönen Erda.


    Fazit: Simone Young macht Vorfreude auf die anstehende "Walküre" - wenn man bedenkt, dass dort erfahrenere Sänger ihres Amtes walten werden, dürfte sich ein erneuter Besuch in Hamburg sicher lohnen. Ein vorschnelles Urteil über Guths Regieleistung sollte meines Erachtens nicht gefällt werden, sie macht in jedem Falle neugierig.

  • Zitat

    Original von Mela
    Heh... ich war auch im Parkett.... :stumm:
    Viele Grüße,


    Melanie


    Oh wie peinlich :untertauch:


    Liebe Melanie,


    käme wirklich nie auf die Idee, Dich in irgendwelche Publikumsrügen einzubeziehen, denn Deine Rezensionen zeigen ja voll uns ganz Deine Einfühlsamkeit und gute Beurteilung des Bühnen- und Orchestergeschehens. Bin auch froh, dass Deine Ergriffenheit ebenfalls bewirkt, dass Du erst einmal "tatenlos" den Schluss nachwirken lassen kannst.


    Du bist auf jeden Fall "reif" für die Ränge :D


    Liebste Grüße
    Ingrid