Primadonna assoluta - "Die Callas"

  • Damit hast Du, wie mir scheint, lieber Klassikfan, das Wesen und die singuläre Größe dieser Sängerin sehr treffend erfasst. Es war ihr mit allen Rollen, die sie sang, bitterer Ernst, sie identifizierte sich mit ihnen total, lebte sie darstellerisch und gesanglich auf der Bühne aus bis in die kleinsten Fasern von deren Existenz und vermochte deshalb ihre Hörer so tief zu zu beeindrucken und zu rühren.

    Lieber Helmut

    Ich danke Dir für diese Einschätzung. Du hast Deine Empfindung am Beispiel der Callas sehr beeindruckend und genau beschrieben.

    Ich stimme Dir zu und ergänze - es gibt gewiß viele Sänger und Sängerinnen, die eine großartige Stimme haben.

    Aber es gibt nur wenige, die darüber hinaus die Gabe haben, sich mit ihrer Partie total zu identifizieren, diese nicht nur singen,

    sondern darin aufgehen, "diese Partie auch leben". Dann wird es auch für den Zuschauer, wenn man ringsum alles vergißt,

    zu einem idealen beeindruckenden Erlebnis.

    Ein solches Erlebnis ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben:

    Seinerzeit war ich mit einem Freund in der Berliner Staatsoper zu einer überaus gelungenen "Butterfly" mit Anna Tomowa Sintow,

    die uns emotional total berührt hat. Als der Summchor erklang und man nun etwas erlösende Pause von der Handlung hatte,

    übermannten meinen Freund die Gefühle und es rannen ihm richtig die Tränen. Ich gestehe, mir ging es ebenso nahe.

    Herzliche Grüße

    Chrissy

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Seit Callas´Tod sind 44 Jahre vergangen, seit ihren legendären Auftritten Mitte der 50er Jahre fast 70 Jahre. Generationen von Sängerinnen haben seither ihre Rollen gesungen und sie haben gut gesungen und doch ist Callas auf ewig unvergesslich. Menschen die sie, wie ich, nie auf der Bühne erleben durften, die nur ihre Aufnahmen und ihre skandalös wenigen erhaltenen Filmmitschnitte ihrer Auftritte kennen, verehren sie als,,"Violetta, die Lucia, die Norma und die Tosca. Wann immer ich Vissi dárte, Casta diva oder Die alle giovine höre. Callas hat auf der Bühne nie gespielt, sie hat immer gelebt. Butterflys Tod, Violettas Opfer ect. waren immer blutiger Ernst, nie Abendunterhaltung für ein elegantes eitles Publikum.

    Liebe Grüße

    Das Allerbemerkenswerteste an diesem trefflichen Beitrag ist es für mich, dass der Autor noch sehr jung ist. Sind es nicht so um die 22 Jahre, lieber Klassikern, die Du hinter Dir hast?

    Nein, es ist ihr Timbre, ihre Art Töne zu produzieren der mir, wohlgemerkt auf Platte, nie zugesagt hat. Für mich hatte die Callas keine Mikrofonstimme. Klingt komisch, aber mir ist das auch bei anderen Sängern aufgefallen, live wow und auf Platte mau. Ich übertreibe ein wenig, doch muss für mich viel zusammenkommen, um jemanden so zu verehren. Und noch passt es mit mir und der Callas nicht...

    Obwohl ich mich seit vielen Jahren für Sänger und Stimmen interessiere, habe ich nie so richtig begriffen, was unter einer Mikrofonstimme zu verstehen ist. :( Ahnungen habe ich schon. Wenn es eine Sängerin geben hat, die in der Lage gewesen ist, das Wesen der Oper auch im Studio und damit vor Mikrofonen zu erfassen und zu entfalten, dann war es für mich Maria Callas. Allerdings ist das nicht immer so perfekt gelungen wird bei der ersten "Tosca" oder bei der ersten "Norma". Ihren besten Aufnahmen geben eine Vorstellung davon, dass im Studio anders gearbeitet werden muss als auf der Bühne. Es triumphiert das Ensemble, nicht der Einzelne. Es gibt keine Da capos und letztlich auch keine Stars. Nur Arbeiter für die Kunst.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ja, der Begriff Mikrofonstimme ist ein wenig schwierig zu erklären. Ich beschreibe es so, es gibt Sänger die auf Platte ihrer wahrer Möglichkeiten beraubt werden. Aber natürlich liegt das auch, wie fast immer, im Auge (Ohr) des Betrachters.


    Ich nenne ein paar Beispiele. An der Hamburgischen Staatsoper, es war Verdis Luisa Miller, hatte ich Vitalij Kowaljow als Il Conte di Walter gehört. Sein Bass-Bariton hatte mich enorm eingenommen, die schiere Schönheit seiner Stimme, Phrasierung, Erscheinungsbild, einfach alles. Die gesammelten Eindrücke waren ausschließlich Ergebnisse meines vor-Ort-Hörens.

    Natürlich wollte ich anderen diesen wunderbaren Sänger anhand von Aufnahmen vorstellen. Ich habe nicht mal anzatzweise Audio-Dateien finden können, die Zeuge seiner wahren Größe waren.


    Ähnliches Beispiel, Terje Stensvold, Bass-Bariton. Gehört in 2003 an der Oper Frankfurt. Er hatte die Rolle des Barak in Strauss Die Frau ohne Schatten gesungen. Wir waren mit vielen Kollegen in der Vorstellung, und wieder, ein Mann, eine Erscheinung, wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Dieser Barak gesungen von Stensvold war unbeschreiblich gut. Seine Aufnahmen (Die Frau ohne Schatten/Oehms; Der fliegende Holländer/RCO) spiegeln sein Können m.E. bei weitem nicht wieder.


    Und so hätte ich noch viele Beispiele.


    IMO sind es meist große, ausladende Stimmen die schwierig einzufangen sind. Lyrische, leichte Stimme haben es da oft leichter. Stimmt natürlich auch nicht immer, auch da gibt es Ausnahmen.


    La Divina ist sicherlich eine Ausnahmekünstlerin, keine Frage. Nur leider fehlt mir das Live-Erlebnis mit ihr. Ansonsten, da bin ich mir sicher, würde ich bestimmt auch auf der anderen Seite meiner Aussagen stehen.

  • Zitat von Apollon

    Ähnliches Beispiel, Terje Stensvold, Bass-Bariton. Gehört in 2003 an der Oper Frankfurt. Er hatte die Rolle des Barak in Strauss Die Frau ohne Schatten gesungen. Wir waren mit vielen Kollegen in der Vorstellung, und wieder, ein Mann, eine Erscheinung, wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Dieser Barak gesungen von Stensvold war unbeschreiblich gut. Seine Aufnahmen (Die Frau ohne Schatten/Oehms; Der fliegende Holländer/RCO) spiegeln sein Können m.E. bei weitem nicht wieder.

    Lieber Apollon, hier gebe ich dir uneingeschränkt Recht, und wie oft habe ich Stensvold gehört....Holländer Jochanaan, Balstrode, Alfio, Tonio, Dr.Schön, Jack the Ripper, Don Pizarro, Wotan und 11X den Barak! :hail:


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Apollon, hier gebe ich dir uneingeschränkt Recht, und wie oft habe ich Stensvold gehört....Holländer Jochanaan, Balstrode, Alfio, Tonio, Dr.Schön, Jack the Ripper, Don Pizarro, Wotan und 11X den Barak! :hail:


    LG Fiesco

    11x Barak!!!!!! 8|


    Unglaublich :jubel::jubel::jubel:.


    Respekt, lieber Fiesco :hello:

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  • Maria Callas


    Maria Callas wäre dieses Jahr 100 Jahre alt geworden.

    Im Alter von 26 sang sie im November 1949 bei einem Konzert auch Wagner (in italienischer Sprache) mit dem "Orchestra Sinfonica Di Torino" der RAI unter der Leitung von Arturo Basile in Turin.


    Tristan und Isolde: Mild und leise wie er lächelt - https://opera-guide.ch/radioAttachment.php?id=273


    Parsifal: Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust - https://opera-guide.ch/radioAttachment.php?id=272

    Ich melde mich ab vom 11. März bis Anfang April 2026. Ein Monat Kur im Thermalbad.

  • Hallo Orfeo........


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    Maria Callas • My first Record CD

    1. Norma, opera: Casta Diva...Ah! bello a me ritorna (8:53) - Vincenzo Bellini (1801-1835)
    Venue Torino, Auditorium RAI Recording Date 11/09/1949
    2. I Puritani: O rendetemi la speme... Qui la voce... Vien diletto (7:05) - Vincenzo Bellini (1801-1835)
    Venue Torino, Auditorium RAI Recording Date 11/10/1949
    3. Tristan und Isolde: Dolce e calmo (7:34) - Richard Wagner (1813-1883)
    Venue Torino, Auditorium Recording Date 11/08/1949
    4. Parsifal: Qui resta, Parsifal (5:35) - Richard Wagner (1813-1883)
    Venue Roma, Auditorium RAI Recording Date 11/21/1950
    5. Parsifal: Ho visto il figlio sul materno sen (15:06) - Richard Wagner (1813-1883)
    Venue Roma, Auditorium RAI Recording Date 11/21/1950
    6. Parsifal: Ah, crudel! Gli altrui dolori attroci nel cor tu senti (10:42) - Richard Wagner (1813-1883)
    Venue Roma, Auditorium RAI Recording Date 11/21/1950

    Fono Enterprises

    ...... der Tristan ist von 1949 1-3 und der Parsifal 4-6 aus der Gesamtaufnahme von 1950!



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Das Teatro la Fenice in Venedig, welches ich vor einigen Tagen wieder besucht habe, zeigt im Foyer des zweiten Ranges eine kleine Ausstellung über Maria Callas - 2023 passend zur Wiederkehr ihres 100. Geburtstages. Es war das Teatro la Fenice von wo aus Maria Callas in den späten 40er Jahren ihren Triumphzug in die ganze Welt hinaus startete. Das La Fenice nimmt eine besondere Stellung in der Karriere von Maria Callas ein. Es war das erste italienische Opernhaus in dem Callas in Italien aufgetreten ist nachdem sie aus den USA gekommen war (zuvor sang sie allerdings noch in der Arena von Verona) und es war am La Fenice in dem sich die Callas von der Wagnersängerin in die italienische Opernprimadonna verwandelte. Im Foyer hängen alle Original-Vorstellungsplakate zu ihren Rollen am La Fenice als auch Backstage-Fotos, private Fotos die die Sängerin in Venedig zeigen, als auch ein bekanntes Ölportrait der Sopranistin.


    Tullio Serafin dirigierte am 30. Dezember 1947 die Debüt-Vorstellung der Callas am La Fenice als sie in Tristano e Isotta die Isolde sang. Ihre Partner waren u.a. Fiorenzo Tasso als Tristan, Fedora Barbieri als Brangäne und Boris Christoff als König Marke. Am 29. Januar 1948 folgte die Titelrolle in Turandot und am 08. Januar 1949 die Brünnhilde in La Walkiria.


    Callas galt bis zu diesem Zeitpunkt als Wagner- und dramatischer Sopran. Ihre Verwandlung in die Operndiva des italienischen Belcanto fand erst am La Fenice statt wo sie am 19. Januar 1949 als Einspringerin für Margherita Carosio die Elvira in I puritani übernahm und einen uneingeschränkten Erfolg feiern konnte. Danach galt sie als soprano drammatico d'agilità - als dramatischer Sopran mit Koloraturfähigkeit. So folgten am 13. Januar 1950 die Norma, 1953 dann La traviata, 1954 Lucia di Lammermoor mit Ettore Bastianini als Enrico und im selben Jahr schließlich Medea mit welcher Callas' siebenjährige Karriere am La Fenice ein Ende nahm.



    Gregor

  • In Budapest haben die Dreharbeiten zur Maria-Callas-Filmbiografie "Maria" mit Oscar-Preisträgerin Angelina Jolie in der Rolle der berühmten Operndiva begonnen.


    Der Film erzählt die turbulente, schöne und tragische Lebensgeschichte der größten Opernsängerin der Welt, als sie in ihren letzten Tagen im Paris der 1970er Jahre ihr Leben noch einmal durchlebt.


    Nach seinen Filmbiografien "Jackie" über Jacqueline Kennedy und "Spencer" über Prinzessin Diana präsentiert Regisseur Pablo Larrain eine weitere Filmbiografie über eine weibliche Ikone des 20. Jahrhunderts.


    Larrain erklärt: "Die Chance zu haben, meine beiden tiefsten und persönlichsten Leidenschaften, Kino und Oper, zu kombinieren, war ein lang ersehnter Traum."


    Das Drehbuch stammt von Steven Knight.


    Angelina Jolie über die Aufgabe Maria Callas zu spielen: "Ich nehme die Verantwortung für Marias Leben und Vermächtnis sehr ernst. Ich werde alles geben, um die Herausforderung zu meistern."


    Die Dreharbeiten dauern acht Wochen und sollen in Paris, Budapest, Mailand und Griechenland stattfinden.


    Heute wurde das erste Foto von Angelina Jolie als Maria Callas veröffentlicht.


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    Gregor

  • Am 2. Dezember würde Maria Callas ihren 100. Geburtstag feiern. Aus diesem Grund gibt das Label Warner die bislang umfangreichste Box mit 131 CDs, 3 Blu-Rays und 1 DVD heraus.


    Sie präsentiert die Sängerin in allen 74 Rollen, für die Tondokumente existieren. Die Deluxe-Box enthält ihre kompletten Studioaufnahmen, eine umfangreiche Sammlung ihrer besten Live-Aufnahmen, die Meisterklassen, die sie an der Juilliard School gab, Videos und eine Bonus-CD mit Weltpremieren: alternative Takes und Arbeitssitzungen von Studioaufnahmen aus den 1960er Jahren.



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  • Seit vorgestern verfügbar bis Ende Februar 2024, :


    arte concert, 43 Minuten "Die großen Musikrivalen: Callas vs. Tebaldi (ZDF-Produktion)


    https://www.arte.tv/de/videos/…ivalen-callas-vs-tebaldi/


    Sehenswerte Doku mit interessanten Bildern, Zeitzeugen und Kritiker kommen ausführlich zu Wort.


    Jetzt gleich (ab 16.10 Uhr) drei Dokus anlässlich des 100. Geburtstages von Maria Callas auf arte.

    >>So it is written, and so it shall be done.<<

  • Der Callas-Film Maria mit Angelina Jolie in der Hauptrolle hat einen ersten deutschsprachigen Teaser-Trailer. Der Langtrailer ist bis dato nur auf Englisch abrufbar.





    Gregor

  • Inzwischen sichtbar geworden:



    Gut gemacht. Eher eine Art Psychogramm, teils recht philosophisch und melancholisch. Eher von ruhiger Natur. Dafür tolle Bilder (Kamera, Ausstattung) und unterlegt mit restaurierten Originalaufnahmen (dabei frage ich mich, ob es sich auch bei den schlecht gesungenen Sachen um Originale handelt oder ob die extra fabriziert wurden, also nicht die Originalaufnahmen bei den Rückblenden, sondern quasi die im Film).


    Ob der Plot jedoch so ganz den wahren Begebenheiten folgt, die der fiktive Reporter aus ihr herauslockt, habe ich nicht näher überprüft.

    Der Glaube kann Sätze verbergen.

  • (dabei frage ich mich, ob es sich auch bei den schlecht gesungenen Sachen um Originale handelt oder ob die extra fabriziert wurden, also nicht die Originalaufnahmen bei den Rückblenden, sondern quasi die im Film).

    Meiner Erinnerung nach wurden sie extra produziert und von Angelina Jolie gesungen.

  • Meiner Erinnerung nach wurden sie extra produziert und von Angelina Jolie gesungen.

    Der Tontechniker John Warhurst erstellte synthetisierte Aufnahmen, indem er Angelina Jolies Gesang mit dem von Callas mischte. Während den Filmszenen zu Callas’ Blütezeit wurden für die Aufnahmen 90 bis 95 Prozent der Original-Gesangsstimme der Opernsängerin verwendet, die von Jolie lippensynchron mitgesungen wurden In den Szenen, die zu Ende ihres Lebens spielen, tritt dann Angelina Jolies Gesang in den Vordergrund.

    Ich melde mich ab vom 11. März bis Anfang April 2026. Ein Monat Kur im Thermalbad.

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  • Der Tontechniker John Warhurst erstellte synthetisierte Aufnahmen, indem er Angelina Jolies Gesang mit dem von Callas mischte. Während den Filmszenen zu Callas’ Blütezeit wurden für die Aufnahmen 90 bis 95 Prozent der Original-Gesangsstimme der Opernsängerin verwendet, die von Jolie lippensynchron mitgesungen wurden In den Szenen, die zu Ende ihres Lebens spielen, tritt dann Angelina Jolies Gesang in den Vordergrund.

    Ah interessant, auch rechtlich, so komplex hatte ich es nicht in Erinnerung. Ich wollte schon nachfragen. Danke für die Info!

  • Meine Frau und ich haben den Film vorgestern abend gesehen. Mit der Jolie kann man sehr zufrieden sein. Die Regiearbeit von Pablo Larrain fanden wir etwas statisch - ähnlich wie bei "Spencer" und in der Tat eher ein Psychogramm. Aber insgesamt doch gut gemacht und es wird ihr wahrscheinlich gerecht. Die Gesangsszenen fand ich gut umgesetzt und interessant, dass Jolie das auch selber gesungen hat und wie man das dann technisch zusammengeschoben hat.

    Die Callas ist stimmlich überhaupt nicht mein Fall - ich glaube lediglich eine Aida befindet sich mit ihr in meiner Sammlung - aber eine interessante Persönlichkeit ist sie definitiv!

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Die Callas ist stimmlich überhaupt nicht mein Fall

    Kennst Du denn ihre Gilda (Rigoletto), Violetta (Traviata) oder Tosca (!)? Gerade bezaubert mich ihre Leonora (Trovatore 4. Akt). Sie hat ein sehr eigenes Timbre, keine Frage, aber in der intensiven Ausgestaltung dieser Rollen finde ich sie kaum zu übertreffen.

  • Kennst Du denn ihre Gilda (Rigoletto), Violetta (Traviata) oder Tosca (!)? Gerade bezaubert mich ihre Leonora (Trovatore 4. Akt). Sie hat ein sehr eigenes Timbre, keine Frage, aber in der intensiven Ausgestaltung dieser Rollen finde ich sie kaum zu übertreffen.

    Ich kenne ihre Violetta und Tosca und erkenne ihre Fähigkeiten an. Aber das Timbre ist überhaupt nicht mein Fall und das überstrahlt- für mich - leider den Rest. Muss und kann ich mit leben.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

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  • Ich kenne ihre Violetta und Tosca und erkenne ihre Fähigkeiten an. Aber das Timbre ist überhaupt nicht mein Fall und das überstrahlt- für mich - leider den Rest

    Die Callas - und daran besteht für mich nicht der geringste Zweifel - hat das Timbre zum Ausdruck erhoben. Von Beginn ihrer Karriere an war das etwas völlig Neues. Kein Wunder, dass sie nur wenige Jahre im Vollbesitz ihrer Kunst war. Es ist wohl kein Zufall, dass sie weder einen Vorgängerin noch eine Nachfolgerin hatte. Sie machte es ihrem Publikum, das genau hinhören konnte, nicht leicht. Bis heute. Inzwischen bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es wohl kein Unglück ist, sie nicht auf der Bühne gesehen zu haben. Über ihre bewegten Bilder ist die Zeit stark hinweggegangen. Ich sehe mir das nie mehr an. Stimmlich aber schuf sie Gestalten mit Ewigkeitswert. Man denke nur an die Norma oder an die Violetta. Das bestärkt mich darin, dass Oper zuerst und vor allem Musik ist und über jede Regie triumphiert. Ich scheue mich nicht, Maria Callas die bedeutendste Sängerin unter denen zu nennen, die mit Tonaufnahmen dokumentiert sind. Mit dieser Einschätzung bin ich gewiss nicht allein.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ich scheue mich nicht, Maria Callas die bedeutendste Sängerin unter denen zu nennen, die mit Tonaufnahmen dokumentiert sind. Mit dieser Einschätzung bin ich gewiss nicht allein.

    Sie ist unter den bedeutendsten - keine Frage. Aber unter den schönsten nicht unbedingt und das spielt für mich auch keine kleine Rolle. Natürlich sind Figuren wie Norma oder Elvira (I puritani) vor allem durch ihren Einsatz auf die Opernbühnen der Welt zurückgekehrt. Das hat der Film - ohne es konkret zu benennen - schön herausgearbeitet!

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Sie ist unter den bedeutendsten - keine Frage. Aber unter den schönsten nicht unbedingt und das spielt für mich auch keine kleine Rolle. Natürlich sind Figuren wie Norma oder Elvira (I puritani) vor allem durch ihren Einsatz auf die Opernbühnen der Welt zurückgekehrt. Das hat der Film - ohne es konkret zu benennen - schön herausgearbeitet!

    Und wer wären aus Deiner Sicht denn den anderen bedeutedsten Stimmen? Schöne halte ich für eine sehr ungenaue Kategorie bei der Bewertung von Kunst bzw. menschlichen Stimmen. Mann hört ja sehr oft von "schönen Stimmen". Vorstellen kann ich mir darunter leztlich nicht sehr viel. Ja, ja der Film, mit dem die Callas durch Frau Jolie quasi wieder auferstehen soll. Ist es nicht so? Persönlich halte ich nichts von Filmen, die das Leben von Künstlern und deren Schaffen nachstellen. Ich kenne keinen, in dem das überzeugend gelang. Ich halte mich ans Original.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Und wer wären aus Deiner Sicht denn den anderen bedeutedsten Stimmen?

    Da kann ich nur ungenaue Angaben machen, denn im Gegensatz zu dir, bin ich kein expliziter Stimmenliebhaber. Zudem höre ich tendentiell weniger ältere Aufnahmen. Bei den wohl allgemein anerkannten Frauen sind das für mich:

    Birgit Nilsson (für mich eher die Größte), Hildegard Behrens (ältere Aufnahmen, vor der kaputten Stimme), Edita Gruberova, Elisabeth Grümmer, Joan Sutherland, Lucia Popp und unbedingt Jessye Norman.

    Beste Grüße von Tristan2511


    "Glaubt er, dass ich an seine elende Geige denke, wenn der Geist zu mir spricht?"

    (Beethoven zu Schuppanzigh)

  • Persönlich halte ich nichts von Filmen, die das Leben von Künstlern und deren Schaffen nachstellen. Ich kenne keinen, in dem das überzeugend gelang.

    Kürzlich war hier die Rede von dem ORF-Schubert Dreiteiler ("Mit meinen heißen Tänen"), der hat mir vor vielen Jahren (ca. 1986) als junger Mensch Schubert nahegebracht. Den finde ich schon sehr gut getroffen. Und auch den BACH-Vierteiler aus der DDR habe ich sehr gut in Erinnerung, müsste ich mir aber mal wieder anschauen. Und es gibt von Philip Stölzl einen Film über den jungen Goethe ("GOETHE!"), der ist auch unbedingt sehenswert. Stölzl, der ja auch ein toller Theater- und Opernregisseur ist, nimmt sich viele biographische Freiheiten, aber gerade dadurch erreicht er eine Wahrhaftigkeit, mit der er der Figur meines Erachtens sehr nahekommt. Stark und sehenswert ist der Hölderlin-Film "FEUERREITER" von Nina Grosse.

    Es gibt schon einige gelungene Beispiele (ich habe mich auf den dt. Sprachraum begrenzt)!

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  • ... im Gegensatz zu dir, bin ich kein expliziter Stimmenliebhaber.

    Ich sehe mich auch nicht als Stimmenliebhaber. Vielmehr interessiere ich mich für menschliche Stimmen und deren unterschiedlich entwickelte Fähigkeiten, Gefühle, Situationen und Vorgänge im Detail oder sehr komplex darzustellen. So darzustellen, dass sie mich erreichen, mir nahe gehen und überzeugen. Dazu muss ich sie nicht lieben. Zuneigung würde es vielleicht besser treffen. Es bilden sich Vorlieben aus, die auch Veränderungen unterliegen. Ja, ich pflege und pflegte etliche andauernde Neigungen zu einzelnen Sängern. Manchen bin ich auch begegnet, wenigen sehr oft. Solche Beziehungen sind aber aus meiner Erfahrung oft kompliziert, wenn nicht gar langweilig. Die wenigsten Sänger erwarten Kritik, was ich verstehen kann. Wer sie umgibt, wird fast schon automatisch Teil eines Fanclubs bzw. zum Publikum. Man trifft dann auf Leute, denen man eigentlich nicht begegnen will. Von der Österreicherin Leonie Rysanek (1926-1998) ist überliefert, dass sie sich durchaus im Klaren darüber sein, mit ihrem Gesang das leere Leben ihre Fans zu füllen. Wert lege ich mehr noch auf das Timbre, die Stimmfarbe und deren Wiedererkennungswert statt auf die Technik. Meist sind das Begabungen. Die Callas ist zumindest für mich an jeden Ton auszumachen. Im Ensemble kann das auch stören. Sie hat für die Kunst Grenzen überschritten, was auf Dauer nicht gut gehen konnte.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Callas ist und bleibt ein Phänomen, zumindest für mich. Das betrifft das Privatleben genauso wie meine Affinität zu ihrer Stimme, die bei mir eindeutig vorhanden ist. Es gibt wohl kaum eine Sängerin, die nach 2-3 Takten an ihrer Stimme erkennbar ist. Das macht sie für mich einmalig.

    Leider habe ich sie nie live erleben können. Auch mir ist aufgefallen, daß ihre Stimme in jungen Jahren anders, leichter , freier klang als in den 60-ern, wo doch besonders in der Höhe die Stimme teilweise schrill klang. Deshalb mag ich reine Tonaufnahmen besonders aus den 50-ern besonders.

    Wenn man aber Maria Callas auf der Bühne sowohl sehen als auch hören kann, ist mein Eindruck ein ganz anderer. Besonders in der Londoner Aufführung der Tosca 1964 mit dem ebenfalls darstellerisch und gesanglich überragenden Tito Gobbi ist ihre schauspielerische Leistung für immer in meinem Gedächtnis fest verankert. Ihr "vissi d´arte"´ist stimmlich durchaus nicht als besonders schön zu bezeichnen, aber in der Gesamtheit Gesang/Darstellung unübertroffen und deshalb für mich allererste Wahl. Das trifft auch für den gesamten 2. Akt zu, der für mich der wohl aufregendste und mitreißendste Opernausschnitt ist, der uns erhalten blieb. Danke Maria Callas und Tito Gobbi.

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Callas ist und bleibt ein Phänomen, zumindest für mich. Das betrifft das Privatleben genauso wie meine Affinität zu ihrer Stimme, die bei mir eindeutig vorhanden ist. Es gibt wohl kaum eine Sängerin, die nach 2-3 Takten an ihrer Stimme erkennbar ist. Das macht sie für mich einmalig.

    Leider habe ich sie nie live erleben können. Auch mir ist aufgefallen, daß ihre Stimme in jungen Jahren anders, leichter , freier klang als in den 60-ern, wo doch besonders in der Höhe die Stimme teilweise schrill klang. Deshalb mag ich reine Tonaufnahmen besonders aus den 50-ern besonders.

    Mit dieser Einstellung geh ich konform. Ich besitze etliche Opern-Aufnahmen aus den 40ern und 50ern, die ihre großartige Stimme festgehalten haben. Die war nicht immer schön anzuhören, oft aber m.E. der aktuellen Situation im Handlungsgeschehen stimmlich angepasst. Die später entstandenen Einspielungen sind dagegen nicht mehr mein "Fall", da erscheint sie mir nur noch als ein Schatten ihrer selbst: gewollt, aber nicht gekonnt.

    .


    MUSIKWANDERER

  • Ich höre an Oper ja eigentlich nur Wagner und Kontemporäres, keinesfalls Belcanto. Mit einer Ausnahme: "Norma" von Bellini mit der Callas. Und da lieber die späte als frühere Aufnahmen (willst du eine Aufnahme, in der sie alle Töne trifft, oder eine, in der sie die Rolle verkörpert?). Und sogar ich erkenne die Callas immer, und das auch sehr schnell. Eine derart intensive Stimme!

    Das Bio-Pic mit Angelina Jolie interessiert mich allerdings überhaupt nicht. Ähnlich wie bei Bradley Cooper mit Bernstein sehe ich solche Filme bekannter Schauspieler eher als Karriere-Vehikel. Sie verschwinden nie ganz in ihrer Rolle und wollen das womöglich auch gar nicht. Unergiebig.

    "Jein".

    Fettes Brot

  • Ich sag es wie es ist: Für michist ihre Stimme unerträglich. Ich habe mich immer wieder gefragt, aob es die Stimme ist, oder die Mikrophone, die die Stimme einfangen. Aber natürlich ist es die Stimme. Im Gegensatz zu anderen bevorzuge ich BelCanto und mache um Verismo und Wagner einen großen Bogen.

    Ihre Bedeutung ist indes ausser jeglichem Streit.

    Meine Idealsängerin ist aberJoan Sutherland.


    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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