Jonas Kaufmann, von München aus die Welt erobert

  • Ich war im Juli live dabei und kann das, was La Roche über das Konzert geschrieben hat, voll bestätigen. Die Gioconda-Arie war in der Tat nicht so doll gesungen, der Rest schon. Ich habe Kaufmann in unterschiedlicher Form live gehört. Bereits fünf Tage zuvor war er im Parsifal in München in guter Form gewesen. Das Konzert in der Waldbühne hatte ich ursprünglich nicht auf dem Schirm, bin letztendlich aber froh, dabei gewesen zu sein.

  • Er hat „Ja“ gesagt.

    In München hat Jonas Kaufmann gestern seine Partnerin Christiane Lutz geheiratet.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Und wer ist Frau Lutz? Muss man die kennen?

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Na gut, aber sind wir jetzt hier bei der BILD? Was hat es mit Kaufmann zu tun, dass sie mal was in Cottbus inszenierte?

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Mit Kaufmann hat das nur insofern zu tun, dass er wohl mal da war, um sich's anzuschauen, weil sie schon seine Partnerin war. Und nun haben sie geheiratet.


    Ich wollte aber auch nur deine Frage beantworten, wer das ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Es wird wahrscheinlich niemanden mehr interessieren, aber ich habe den hier komplett verregneten Sonntagnachmittag auch dazu genutzt, in Kaufmann Waldbühnenkonzert 2018 hineinzuschauen. Was die m.E. absolut untadelige gesangliche Leistung Herrn Kaufmanns angeht, wurde alles Wesentliche wohl schon gesagt. Auch seine mir vollkommen unbekannte Partnerin Anita Rachvelishvili hat abgesehen von ihrer Kostümierung wohl nichts falsch gemacht. Wirklich schlimm fand ich allerdings Jochen Rieder am Pult des RSO Berlin. Immerhin handelt es sich hier um das Orchester, mit welchem Marek Janowski vor einigen Jahren die sämtlichen kanonischen Wagner-Werke eingespielt hat, und welches aktuell unter der Führung von Wladimir Jurowski reüssiert. Da finde ich es schon ärgerlich, wenn man durch die Leitung zu einer vollkommen uninspirierten, gänzlich undynamischen Begleitcombo degradiert wird. Insofern tat Frau Nosbusch uns eher einen Gefallen, in die Ouvertüre zu Les vêpres siciliennes hineinzuquatschen ...

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs, eine Behauptung noch kein Argument und ein Argument noch kein Beweis.

  • Jonas Kaufmann feiert heute seinen 50. Geburtstag.
    :jubel::jubel::jubel::jubel::jubel:

    Weltweit wird heute in vielen Kinos das Waldbühnenkonzert Berlin aus dem letzten Jahr übertragen.

    :hello:
    Jolanthe

  • Am 17. September 2000 erlebte ich den vollkommen unbekannten Jonas Kaufmann in Winterthur als Florestano neben Iulia Isaev als Leonaora in Paers Leonora, und es stand schon damals fest, dass er es weit bringen wird.



    Einer seiner ersten grösseren Auftritte in Zürich war der Schäfer neben Cecilia Bartoli in Paisiellos Nina



    Es folgten Rollen wie Fenton, Walther im Tannhäuser, Gounods Faust und sein Rollendebüt als Parsifal. Was hatte der Mann für eine Stimme, ganz Zürich lag ihm zu Füssen.

    Mit dem Einsetzen seiner weltweiten Karriere, die durch den Wechsel der Agentur zu Zemsky/Green mehr Schub bekam, aber auch mehr Stress brachte, stellten sich bald auch stimmliche Probleme ein. Totz angeblich überwundener Krise, diversen ausgeheilten Krankheiten höre ich immer mehr Anstrengung, Pressen, Manierismen, Winseln. Der Unterschied von füher zu heute ist enorm und ich befürchte, er findet nicht mehr zu alter Form zurück. Wie er in München demnächst den Paul in Die tote Stadt bewältigen will ist mir rätselhaft.


    Einmal editiert, zuletzt von Souffleur ()

  • Zitat von Souffleur

    Wie er in München demnächst den Paul in Die tote Stadt bewältigen will ist mir rätselhaft.

    Abwarten, hinterher sind wir klüger! :P


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

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  • Am 17. September 2000 erlebte ich den vollkommen unbekannten Jonas Kaufmann in Winterthur als Florestano neben Iulia Isaev als Leonaora in Paers Leonora, und es stand schon damals fest, dass er es weit bringen wird.

    .....

    Mit dem Einsetzen seiner weltweiten Karriere, die durch den Wechsel der Agentur zu Zemsky/Green mehr Schub bekam, aber auch mehr Stress brachte, stellten sich bald auch stimmliche Probleme ein. Totz angeblich überwundener Krise, diversen ausgeheilten Krankheiten höre ich immer mehr Anstrengung, Pressen, Manierismen, Winseln. Der Unterschied von füher zu heute ist enorm und ich befürchte, er findet nicht mehr zu alter Form zurück. Wie er in München demnächst den Paul in Die tote Stadt bewältigen will ist mir rätselhaft.


    Nun geht Kaufmann offenbar auf den Tristan los.

    In Boston wird er den dritten Akt konzertant unter Andris Nelsons singen. Aber sicher wird dann auch bald die ganze Partie folgen. Ist das klug?

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Den zweiten Akt des Tristan sang er konzertant übrigens schon voriges Jahr im April unter Nelsons - neben Camilla Nylund, Mihoko Fujimura und Georg Zeppenfeld.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Es ist auch nicht klug, bei seinen "angestammten" Partie zu bleiben, denn dann fallen Veränderungen (Stimme, Alterung generell) besonders auf). Eine Sängerlaufbahn ist eben auch eine Bahn und bleibt nicht einfach an einem Punkt stehen - mit allen Vor- und Nachteilen. Ich bin kein großer Kaufmann-Fan, aber ich sehe seinem Tristan dennoch erwartungsvoll gegeben. Es ist ja nicht so, dass man in den letzten Jahren zuviel großartige Tristan-Interpreten gehabt hätte.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Den zweiten Akt des Tristan sang er konzertant übrigens schon voriges Jahr im April unter Nelsons - neben Camilla Nylund, Mihoko Fujimura und Georg Zeppenfeld.

    Besten Dank, lieber Joseph II für die Information.
    Da werde ich mal sehen, ob man nicht einen Mitschnitt bekommen kann. Das fände ich schon interessant.

    Der dritte Akt allerdings ist schon was anderes als der zweite. Aber Nelsons ist ein Dirigent, der ihn sicher führen und tragen wird. Ich bin gespannt. Das letzte Mal, dass ich Kaufmann live gehört habe war im Andrea Chenier in Covent Garden. Da war er phantastisch. Darüber habe ich ja berichtet. Die stimmlichen Probleme. von denen Souffleur schreibt, kenne ich aber auch. in etlichen Rundfunkübertragungen waren sie beim besten Willen nicht zu überhören.


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Falls nicht kurzfristig umbesetzt wird, werde ich Jonas Kaufmann am 6. Dezember als Paul in der Bayerischen Staatsoper hören und sehen.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Ich habe eine Karte für die Premiere am 18.11. und bin schon sehr gespannt, wie Kaufmann diese sehr schwierige Partie meistern wird.

    Ich freue mich schon, Deinen Bericht nach dem 18. November hier im Klassikforum zu lesen.

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • BR Klassik wird die Premiere am 18. November live übertragen.

    :hello:

    Jolanthe

    Ich hoffe sehr, dass die Partie des Paul von Jonas Kaufmann gesungen wird. Mal sehen ...

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

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  • Lieber Hans, den kann ich gerne liefern ;)

    Lieber Cavaradossi, das wäre wirklich schön! Du wirst nicht nur mich als interessierten Leser haben. Es grüßt Hans

    ..., eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.
    -- Aydan Özoğuz

  • Neben all den genannten Auftritten und Partien folgt Kaufman einmal mehr seinen großen Vorgängern und singt Operette und Wienerlied.

    Sowas ist eine Erholung für die Stimme, erschliesst einen aderen Zuhörerkreis und ist der Popularität förderlich

    Mir fallen hier die Namen Joseph Schmidt , Jan Kiepura, Richard Tauber und Fritz Wunderlich ein.

    Macht er das gut ?

    Das ist schwer zu beantworten, vor allem wenn man die alten Aufnahmen im Ohr hat (die auch nicht immer perfekt waren - aber man ist davon geprägt)

    Es geht hier nicht um die musikalische Bewältigung, die ist in dem Fall sicher makellos, sondern im das idiomatische - mit dem meisten kann ich durchaus leben.

    Ein Lied ist mir (man kann nur in den Anfang hineinhören) als zu künstlich, künstlerisch, gekünstelt - man setze das Wort ein, das einem passend erscheint - in einem kleinen Café in Hernals. Das sollte vermutlich ein Opernsänger gar nicht singen. Auch kein Operettensänger - Das ist ein Couplet.

    Hier hören wir das Original vom Komponisten Hermann Leopoldi in einer Aufnahme von 1932 selbst unübertroffen interpretiert (ein leichtees Couplet ohne Anforderungen an die Stimme)

    Die Imitation des Hernalser "L" (ähnlich wie das "L" aus Meidling) ist ebenso köstlich wie die absichtlich falsche Aussprache des GRAND Hotel.....


    Da kann eben die gepflegte, polierte Wiedergabe einer ausgebildeten Stimme nicht mithalten....


    Aber ansonst - ganz OK


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Neben all den genannten Auftritten und Partien folgt Kaufman einmal mehr seinen großen Vorgängern und singt Operette und Wienerlied.

    Sowas ist eine Erholung für die Stimme, erschliesst einen aderen Zuhörerkreis und ist der Popularität förderlich

    Mir fallen hier die Namen Joseph Schmidt , Jan Kiepura, Richard Tauber und Fritz Wunderlich ein.

    Macht er das gut ?

    Ich finde auch, das er das ganz gut macht. Aber eben nur "ganz gut". An die Genannten darf man als Vergleich nicht denken. Mein Favorit ist übrigens Julius Patzak:



    Kaufmanns Verdienst ist, dass er dieses Repertoire überhaupt singt, aus welchen Gründen auch immer. Er passt es an die Gegenwart an. Und das ist durchaus begrüßenswert. Aber es klingt nicht echt sondern einstudiert. Die CD wird vielleicht nur gehört, weil Kaufmann singt. Aber sie wird bestimmt gehört. Und da bleibt immer etwas haften. Patzak zum Beispiel kann ich stundenlang hören, Kaufmann nur portionsweise.

    Es grüßt Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Auch Fritz Wunderlich hatte auf diesem Gebiet etwas anzubieten.

    (Und das gar nicht so schlecht!)


    Erich

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Ein Lied ist mir (man kann nur in den Anfang hineinhören) als zu künstlich, künstlerisch, gekünstelt - man setze das Wort ein, das einem passend erscheint - in einem kleinen Kaffe in Hernals. Das sollte vermutlich ein Opernsänger gar nicht singen. Auch kein operettensänger - Das sit ein Cpuplet.

    Hier hören wir das Original vom Komponosten Hermann Leopoldi in einer Aufnahme von 1932 selbst unübertroffen interpretiert (ein leichtees Couplet ohne Anforderungen an die Stimme)

    Ich finde auch, das er das ganz gut macht. Aber eben nur "ganz gut". An die Genannten darf man als Vergleich nicht denken.

    Ich hörte mir gerade das genannte Lied "In einem kleinen Café in Hernals" von Kaufmann an. Wirklich kein Vergleich zu Hermann Leopoldi. Kaufmann ist bemüht, aber doch zu opernhaft, zu gekünstelt.


    Das Problem ist auch, wie bereits festgestellt:

    Aber es klingt nicht echt sondern einstudiert.

    Vermutlich können sowas wirklich nur "echte Wiener" überzeugend darbieten.


    Hier mal das Original:


    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Es ist schön. daß andere Taminos hier auch mitdenken.

    Als ich den Link zu Hermann Leopoldi sah, da dachte ich: Das hab doch ohnehin ich schon gemacht.

    Aber ich hatte den Link zwar- mit "copy" fixiert, nicht aber mit "paste" eingefügt - einfach vergessen und nicht probegelesen

    Dank "Joseph II" passt jetzt wieder alles.

    Man sollte nicht glauben, daß ein als "Musikhumorist" bezeichneter Künstler - ein Lied (auch wenn er es selbst komponiert und getextet hat) überzeugender interpretieren kann als ein Opernsänger....

    Man kann daraus ablesen, wie sehr die sogenannte "leichte Muse" unterschätzt wird....

    Kein Pathos, kein schöngesang, kein geistig durchdrungener Vortrag hilft hier, nur ein gesangsähnlicher Vortrag aus dem Handgelen oder Ärmel oder sonstwas geschüttelt.

    Die Imitation des Hernalser "L" (ähnlich wie das "L" aus Meidling) ist ebenso köstlich wie die absichtlich falsche Aussprache des GRAND Hotel....

    Inzwischen habe ich nachgelesen: Hermann Leopoldi (eigentlich: Hersch Kohn) stammte aus Meidling


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Am 27. März 2020 erscheint eine neue Studioaufnahme von Verdi's Otello mit Jonas Kaufmann in der Titelrolle.


    Carlos Alvarez ist der Jago. Die Desdemona wurde der Newcomerin Federica Lombardi anvertraut.

    Antonio Pappano dirigiert Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom.


    Berichten zufolge soll Jonas Kaufmann mit dem Otello auch die Saison 2020/21 an der Mailänder Scala - mit Marina Rebeka als Desdemona - eröffnen.










    Auf dem Cover sieht Kaufmann ja ziemlich verwandelt aus. Es ist nicht anzunehmen, dass der Sänger sich optisch so verändert hat.

    Das ist wohl eher ein Fall von Photoshopping, um Kaufmann einen rollengerechten maurischen Look zu verpassen. ;)



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    Gregor

  • In einem kleinen Café in Hernals...

    Für eine gelungene Interpretation halte ich auch die von Peter Alexander.

    Da ich den Wiener Dialekt ganz sehr mag, gefällt mir hier besonders die gesprochene Imitation von Hans Moser (ab Min. 2.25).

    Vielleicht gefällt diese Aufnahme auch dem einen oder anderen...


    CHRISSY


    Jegliches hat seine Zeit...

  • Aber weil es ja in diesem Thread um Jonas Kaufmann geht, möchte ich ergänzend zu meinem vorigen Beitrag 808 hinzufügen:

    Ich habe ihn vor einiger Zeit mit zwei oder drei dieser Wiener Lieder im TV gehört.

    Für meinen Geschmack trifft er das typisch "Weanerische" nicht. Es wirkt auf mich wie "gewollt, aber nicht gekonnt".

    Ich will dabei aber auch ehrlich nicht verhehlen, daß ich generell weitab davon entfernt bin, ein Fan dieses Sängers zu sein.


    CHRISSY

    Jegliches hat seine Zeit...

  • Dazu müsste er wohl erst mal in Liberec den Zigeunerbaron gesungen haben :hahahaha:

    Freundliche Grüße Siegfried

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