ROSSINI, Gioacchino: LA CENERENTOLA - Kritiken

  • Ich möchte nun meine liebste Cenerentola vorstellen, die ich auch schon im Klassikkanon vorgestellt habe!



    ROSSINI- LA CENERENTOLA


    Cenerentola- Ann Murray
    Don Ramiro- Francisco Araiza
    Don Magnifico- Walter Berry
    Dandini- Gino Quilico
    Alidoro- Wolfgang Schöne
    Clorinda- Angela Denning
    Tisbe- Daphne Evangelistos (glaub ich)
    Dirigent- Riccardo Chailly


    Live von den Salzburger Festspielen
    Regie und Inszenierung: Michael Hampe


    Diese Aufnahme ist meiner Meinung nach die beste Aufnahme der Cenerentola, die es zurzeit gibt. Leider genieß ich sie nicht so oft, wie sie es sich eigentlich verdient hätte, aber das liegt daran, dass es sie nur auf DVD gibt und ich nicht so oft DVD schau!


    Die Inszenierung ist schön konservativ. Es herrschen sanfte Grau und Brauntöne vor. Kaum sieht man irgendwas grelles, außer vielleicht Cenerentolas dunkelblaues Kleid am Ende der beiden Akte.


    Besonders gelungen finde ich die Kutschenfahrt im Gewitter, die auch vom Publikum mit Szenenapplaus bedacht wurde.


    Die Sänger sind allesamt großartig. Vor allem Walter Berry ist als seniler, etwas beschränkter Don Magnifico eine Wucht. Seiner komödiantischen Ader lässt er hier freien Lauf.


    Francisco Araiza, sowieso einer meiner Lieblingsrossinisänger, ist hier nicht minder großartig. Vor allem sein "Si rittovarla io giuro" ist eine Glanzleistung, an die kaum ein Tenor,nicht mal Florez rankommt!!


    Murray und die drei Damen können sich sichtlich nicht leiden (auf der Bühne) und das gefällt mir außerordentlich gut. Die Koloraturen der drei Damen sind toll und eindrucksvoll.


    Quilico singt zwar gut, spielt meiner Meinung nach aber etwas zu hölzern und zu wenig komisch.


    Schöne ist solide, aber nicht herausragend!


    Diese Aufnahme war mein erster Kontakt mit Rossinis Cenerentola und ich habe inzwischen 4 weitere bei mir in meiner bescheidenen Sammlung stehen, doch keine kommt an diese einzigartige Cenerentola ran!!


    Wird euch gefallen, wenn ihr dem modernen Regietheater nicht zugetan seit und wenn ihr Galavorstellungen von Opernbösewichten mögt, die eigentlich nur lächerlich sind! Weiters werdet ihr die Aufnahme mögen, wenn euch ein gutes Ensemble vor einzigartigen Sängerleistungen geht!


    Wird euch nicht gefallen, wenn ihr konservative Inszenierungen verabscheut und wenn ihr lieber Tote auf der Opernbühne sehen wollt



    LG joschi

  • Da diese Aufnahme ab HEUTE Fiescos Regal ziert und meinem CD Player es hörbar gefallen hat mir diese Gesangsdarbietung zu offerieren! :jubel:


    Vladimir Jurowski mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment (OPI)

    Cenerentola Ruxandra Donose

    Don Ramiro Maxim Mironov

    Don Magnifico Alessandro Corbelli

    Dandini Pietro Spagnoli

    Alidoro Umberto Chiummo

    Clorinda Raquela Sheeran

    Tisbe Lucia Cirillo


    Eine Aufführung von Rossinis La Cenerentola ist immer eine neue Erfahrung wert, und diese ist so vorzüglich und hätte es verdient in jede Sammlung aufgenommen zu werden.

    Angelina wird von Roxandra Donose gesungen und ihre schöne dunkel gefärbte und sehr flexible Stimme ist ideal um den Charakter der Cenerentola darzustellen.

    Als Ramiro erfreut man sich an dem hellen schönstimmigen Tenor von Maxim Mironov nicht nur an den hohen Tönen gemessen werden soll, auch durch sein ausdrucksvolles angenehm schnelles Vibrato bringt er eine gewisse positive Aufregung in seine Darstellung.

    Mit Alessandro Corbelli bringt einer seine ganze Erfahrung in die Rolle des Don Magnifico ein, er schafft es auch eine Bedrohlichkeit und Einschüchterung in eine Rolle einzubringen, die leider oft nur als reine Buffo-Rolle angesehen wird. Dazu ist Pietro Spagnolis Darstellung des Dandini ganz und gar der Komödiant im Charakter und Ausdruck, den er auch darstellen soll. Man höre nur sein Eröffnung als Principe! :D

    Umberto Chiummo liefert einen prächtigen Alidoro ab!

    Abgerundet wird das Ensemble durch Raquela Sheeran und Lucia Cirillo, als böse Stiefschwestern!

    Auch musikalisch ist es eine überaus gelungene Interpretationen dieser herrlichen Oper!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)