Oper auf deutsch - Meine liebsten Einspielungen

  • Hallo zusammen,


    hätte mir vor ein paar Jahren nie träumen lassen, dass ich mal für deutsch gesungene Oper eine Lanze brechen würde. Aber, nach einigen Aha-Erlebnissen, bin ich bekehrt. Welche Aufnahmen bevorzugt Ihr in Deutsch? Hier meine unverzichtbaren. Mir fallen leider nicht immer alle Interpreten ein. interessierte mögen sich melden. Ich gebe dann gerne weitere Infos:



    Rigoletto - Berger, Rosvaenge, Schlusnuss
    Traviata - Ebers, Tucker
    Bohème - Lipp, Eipperle, Hoppe
    Butterfly - Trötschel
    verkaufte Braut - Hauser, Richter
    Aida - Rosvaenge
    Faust - Rosvaenge, Hann, Eipperel


    Weitere folgen.


    LG,


    Knuspi

  • Hallo Knuspi,


    wie bist Du denn bei Traviata auf Tucker gekommen ?


    Mit Clara Ebers gibt es zwei Einspielungen, eine mt


    Walter Ludwig und eine mit Richard Holm als Alfred.


    :hello:Herbert.



    (Meine liebsten fremdsprachigen Aufnahmen in deutscher
    Übersetzung kommen noch.Ein Schlaumeier könnte bei
    Deinem Threadtitel auch: "Der Freischütz"schreiben. :D )

  • Hallo!!


    Hier mal meine erste deutschsprachige Lieblingsaufnahme (aus meinem Klassikkanon)



    Eine großartige Aufnahme, Mozart wie er sich anhören sollte. Vor allem die elegante Güden und die Rothenberger haben es mir angetan. Mathis als Page überzeugt mich weniger, aber ich mag ihre Stimme prinzipiell nicht. Berry als Figaro sehr gut, aber Prey als Graf einfach großartig.
    Das Duett im 3. Akt mit der Rothenberger einfach soooooooo schön, es knistert jedes mal wenn ich es höre. So intim und rührend gesungen, das hab ich noch nie so gehört. ;( ;( ;(
    Ebenso das "Perdono" einfach nur schööööööööööööön. Sehr "intim" gesungen. ;( ;(
    Schreier als Basilio Idealbesetzung. Ollendorff und Burmeister gefallen mir auch sehr gut.
    Für mich war es als Einsteiger, damals, von Vorteil das auf deutsch gesungen wurde, da ich alles verstanden habe, vor allem da alle bis auf die Güden sehr deutlich singen.
    Suitner lässt das alles wie aus einem Guss klingen, nimmt kaum das Tempo heraus, vor allem in den Finali des 2. und 4. Akt, lässt er es laufen.


    Eine geniale Aufnahme!! :jubel: :jubel: :jubel:


  • Ohweia, danke Herbert - ich meinte die mit Holm! kennst Du die denn auch? Die mit Ludwig hat so dumme Kommentare im OFF, ansonsten wäre es musikalische auch super.


    LG und Danke,


    Knuspi

  • Hallo,


    ich kann zwar nicht mit CD's aufwarten, bin aber total froh dass es hier auch Verfechter der "deutschen Oper" oder deutschsprachigen Oper gibt.
    In meiner Anfangszeit haben wir alles in deutscher Sprache gesungen und ich tu mich recht schwer manchmal, die italienischen Texte zu lernen.
    Ich habe es hier auch schon mal angeschnitten, werde ein Konzert machen mit nur deutschsprachiger Oper.
    Am Wochenende hatten wir ein Operkonzert, in dem auch einige Arien in deutsch gesungen wurde, z.B. aus der Hochzeit des Figaro "Solang hab ich geschmachtet" Susanna, Graf. Der Text kam bei den Zuschauern so gut an, sie waren begeistert. Ebenso aus Don Carlos "Sie hat mich nie geliebt", es berührte mich viel mehr als wenn ich es in italienisch gesungen gehört hätte.


    Liebe Grüsse

  • Hallo!!


    Hier ein paar Mozarteisnpielungen:


    COSI FAN TUTTE:


    Wahnsinn, die beste Cosi die ich habe. Davies, Kuijken und Böhm auf italienisch können hier einpacken.


    Zwei Don Giovannis:

    Live aus der Wiener SO 1955, die zweite Vorstellung nach der Wiedereröffnung mit einem Weltklasseensemble:
    George London
    Irmgard Seefried
    Erich Kunz
    Anton Dermota
    Lisa della Casa
    Sena Jurinac und dem Komtur schlechthin:
    Ludwig Weber


    Dirigent: Karl Böhm
    :jubel: :jubel:


    und

    Die Prager Fassung unter Joseph Keilberth 1936
    mit Karl Hammes
    Georg Hann
    Maria Reining
    Hedwig Jungkurth
    Julius Patzak
    Hans Ducrue
    Gertrude Callam
    und schon wieder
    Ludwig Weber


    Und noch ein Figaro:

    Hans Hotter
    Erich Kunz
    Irma Beilke
    Helena Braun
    Dir: Clemens Krauss



    Das meine 5 (mit dem obigen Beitrag) deutschen Mozarts, die ich allesamt sehr liebe

  • Und nun eine Rossini-Oper:


    Hermann Prey (sowieso immer ein brillanter Figaro)
    Fritz Ollendorff (ein super Bartolo)
    Ruth Margret Pütz
    Peter Schreier 8o
    Franz Crass
    Annelies Burmeister


    Dirigent: Otmar Suitner


    Die Aufnahme ist super, doch leider ist es sehr schwer auch in deutsch solche Tempi zu gehen, wie auf italienisch. Deshlab wirkt die Aufnahme auch manchmal aber etwas gebremst. Aber ihre Komik ist unvergleichlich. Und endlich versteht mal Rossini mal!


    LG Joschi

  • Hallo Musika,


    das empfinde ich auch als Riesenvorteil, hier in dem Forum Gleichgesinnte zu treffen - sieht man mal vom Regietheatermonsterthread ab :D


    Ich glaube, so langsam, wird es nicht mehr grundlegend verdonnert, wenn die Karajan'sche Aufführungspraxis angekratzt wird. ich gehöre leider nicht zur Generation, die deutsch gesungene Opern als normalen Alltag erlebt haben. Beziehe mein Wissen nur von CDs - einer deutschen bohème am Gärtnerplatztheater und einer verkauften Braut in Köln. Ansonsten kenne ich's alles nur im Original.


    LG,


    Knuspi


    @ Joschi: Danke für Deine Tipps. Werde mir die Cosi und den Giovanni zulegen. Wie ist denn die Tonqualität?

  • Hallo!!


    Die Cosi ist eine Studioaufnahme, daher sehr gut.


    Bei den Don Giovannis schauts so aus:
    Der 1936 ist meines Wissens aus dem Studio und dementsprechend gut, er wurde mWn sogar nachbearbeitet und
    der 1955 ist Live.


    Beide haben eine mittelmäßige Tonqualität. Ich weiß nicht, welchen ich nehmen würde, müsste ich mich entscheiden. Aber bei den Preisen nimm einfach beide! :D


    LG joschi

  • Hallo Joschi,


    Du das mache ich! Ich bin auch immer ganz erstaunt bzgl. der teilw. so unterschiedlichen Tonqualität. Der rigoletto hat Stereoqualität und die Tosca aus derselben Zeit scheppert wie aus der Gieskanne.


    LG,


    Knuspi

  • Hallo,
    hier sind einige meiner Favoriten:
    Cosi fan tutte unter Schmidt-Isserstedt wurde schon von Joschi vorgestellt.
    Rigoletto: R.Streich, R. Schock, J. Metternich, Dir.: F. Fricsay.
    Traviata: T.Stich-Randall, K.Terkal, R.Blasius, Dir.: M.Rossi,
    Hoffmanns Erzählungen.: W.Kmentt, G.London, R.Streich, Dir.: R.Moralt.
    Tosca.: C.Martinis, R.Schock, J. Metternich, Dir.: W. Schüchter.


    :hello:Herbert.

  • Es gibt jedenfalls ein deutsche Stereoaufnahme der Cosi.



    Ich bin sehr zufrieden mit dieser Box. Ferrando wird gesungen durch den ermordeten Deon van der Walt.


    Und außerdem habe ich auf LP eine Stereo Box des deutschen Don Giovannis (EMI oder Electrola, was eigentlich identisch ist). Die muß so halbwegs die Jahre 70 (Ludwigsburger Festspiele?) aufgenommen sein. Vielleicht wird die noch je auf CD ausgebracht. Ich werde sie jedenfalls einmal digitalisieren.


    Die von Joschi gezeigte Hochzeit habe ich auf LPs. Schon Monate warte ich auf Lieferung der CDs durch Amazon. :motz: :motz:


    LG, Paul

  • Ich konnte mir bisher nciht vorstellen, italienische Oper in deutsch zu hoeren oder gar zu singen und bin da immer noch sehr skeptisch! Nur mit echten Bauchschmerzen und innerem Widerstreben habe ich mich von meinem Duettpartner dazu bewegen lassen. :motz: ;)
    Aber was Musika oben schreibt, hat sich mir nun in der Praxis bestaetigt: wenn das Publikum die Opern nicht kennt und gerade bei komischen oder inhaltlich sehr bewegenden unbekannteren Sachen den Text nicht versteht, geht eine Menge Effekt verloren.
    Im oben genannten Figaro- Duett war ich die deutsch-singende Susanna und obschon wir uns grosse Muehe gegeben haben, das Ganze auch lebensecht zu spielen, waere es wohl mit rein italienischem Text nicht auf ganz soviel Begeisterung gestossen, weil die Leute die Pointe nicht verstanden haetten. :no:


    Allerdings bin ich nach wie vor der Ansicht, dass im Grossteil der ernsteren Literatur der Originaltext genommen werden soll. Die Musik muss da fuer sich sprechen und einen ganzen Verdi oder Puccini in deutscher Sprache kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Zumindest wuerde ich persoenlich mir nie eine solche Cd kaufen oder in eine Auffuehrung gehen.
    Zu eng ist Wort, italienische Lautmalerei und Komposition verbunden. In der französischen Oper sehe ich das ähnlich.
    Ich habe z.B. eine deutsche Uebersetzung der Massenet Manon-Arien gefunden und mir strauebten sich die Haare. Genauso empfinde ich es bei Carmen oder Dalilah oder Lakmé.
    Der Klang der Sprache ist schon Musik und wenn das fehlt.....
    Ich mache also einen grossen Unterscheid zwischen sehr textlastigen, komischen Sachen und Opera seria.
    Ausserdem spielt es auch eine grosse Rolle, in welchem Rahmen und vor welchem Publikum man eine Oper oder Szenen daraus auffuehrt.
    Fairy Queen :angel:

  • Liebe Titania,


    Vielleicht hat man etwas vergessen.
    Jene Texte wurde geschrieben anno ???? Die Sprache war damals komplett verschieden von der Sprache wie sie heute benützt wird.
    Könnte nicht eine Übersetzung in die Sprache, wie sie damals herkömmlich war, einige Schranken niederreißen?


    Obwohl es keine Oper ist, erinnere ich mich noch ganz gut an meine MP-Ausführung im Concertgebouw. Ich kannte damals, 11 Jahre alt, (noch) kein Deutsch. Hatte aber eine kleine Bibel. Darin war das Evangelium übersetzt in meine Muttersprache wie es im 17. Jhdt üblich war. Ohne Probleme konnte ich den Evangelist folgen, weil die Sprachen sich damals noch mehr ähnelten.


    LG, Paul

  • Ich bin kein großer Freund von der Übersetzung fremdsprachiger Libretti ins Deutsche. Mein Eindruck ist, dass die deutsche Sprache gerade bei italienischen Opern zu steif und kehlig klingt. Ohne das jetzt überprüft zu haben, meine ich, insgesamt mehr eigentlich deutsch gesungene Opern in fremder Sprache zu besitzen als umgekehrt. Um bestimmte Aufnahmen kommt man als historisch interessierter Opernfreund nicht herum, z.B. der deutsch gesungene Rigoletto mit Schlusnus, Berger und Rosvaenge. Trotzdem habe ich bisher fast immer um deutsch gesungene Aufnahmen italienischer Opern einen großen Bogen gemacht.


    Im Übrigen habe ich eigentlich auch eine Abneigung gegen die meist willkürliche und unverständige Zerstückelung von Opern durch sogenannte "Querschnitte" oder (noch schlimmer!) "Highlights-CDs".


    Auch auf die Gefahr hin, jetzt widersprüchlich zu wirken, hat eine relativ preiswerte Reihe der EMI doch mein Interesse geweckt. Es handelt sich um Aufnahmen, die wohl originär als deutsch gesungene Querschnitte entstanden sind. Es gibt also wohl keine "passenden" Gesamtaufnahmen. Die Aufnahmen müssen in den 50er Jahren in Berlin entstanden sein. Die Besetzungslisten klingen ungewöhnlich bis interessant. Gehäuft treten die Namen Rudolf Schock, Erika Köth, Josef Metternich, sowie als Dirigent Wilhelm Schüchter auf. Kennt jemand diese Reihe und kann dazu etwas sagen?



  • In meinen Opernanfängen ( Sturm- und Drangzeit) als noch kein Mensch einen Fernsehen hatte- den ersten sah 1954 zur Fussballweltmeisterschaft-, erklangen im Radio nur deutsche Stücke. Auch alte Aufnahmen mit Richard Tauber, Josef Schmidt peter Anders.Erst später, hörte ich Opern auf Ital., und kann nicht sagen, dass mir diese besser gefielen.
    Heute habe ich mich daran gewöhnt, weil ich die meisten bekannten Opern kenne und ohnehin den deutschen Text vor mich her singe.Leider habe ich meine alten Platten nicht mehr, aber an Frick, Barry und Schock erinnere ich mich gut.
    Eine schöne Zeit, die mir die Liebe zur Musik geöffnet hat.
    Padre :hello:

  • Hallo!!


    Hier mal die erste (aus meinem Klassikkanon)



    Georg Friedrich HÄNDEL - Radamisto, Opera seria in 3 Akten (1720) auf deutsch
    Händelfestspielorchester Halle - Horst Tanu Margraf
    Rundfunkchor Leipzig


    Hanne-Lore Kuhse (sopran) - Polissena
    Sigrid Kehl (Alt) - Zenobia
    Rolf Apreck (Tenor) - Tigrane
    Hellmuth Kapphahn (Bass) - Radamisto
    Reiner Süß (Bass) - Farasmane
    Günther Leib (Bariton) - Tiridate


    Diese Oper hat meinen Horizont zu den Händelschen Opern sehr stark erweitert, erst ab da sah ich seine Opern nicht mehr als starr und ohne Gefühl an, sondern als tiefe Charaktestudien mit hochdramatischen Handlungen. Grund dafür ist, dass ich jedes Wort verstehe und dadurch die Motive der handelnden Personen nachvollziehen kann. Die Besetzung entspricht der damaligen Aufführungspraxis, und wirkt heute komplett befremdend. Die Solisten sind großartig, vor allem Leib, Kuhse und Kapphahn. Süß, mit einer komischen (im sinne von lustig) Stimme ausgestattet passt nicht ganz hinein, aber das macht kaum was.
    Leider wurde gekürzt, die Rolle des Fraarte komplett gestrichen!!
    Musikalische Höhepunkte gibt es genug, mir sind die Arien des Tiridate am liebsten, da sie was kriegerisches in sich haben. Kuhse, die tragische Rolle der Oper, hat die großen tragischen, fast schon elegischen Arien zu singen.
    Das Duett "Wir sind vereint aufs neu" am Ende des zweiten Aktes, und das Ende des letzten Aktes sind unglaublich geniale Momente!!


    Auch wenn mich die meistn Händelfans für diese Empfehlung hauen wollen, ist sie doch eine absolut hörenswerte Aufnahme, für alle die Händel verstehen wollen!!


    LG Joschi

  • Hallo!!


    Hier die zweite Opernaufnahme von Händel auf deutsch (diesmal aus dem Opernführer)



    Dirigent: Horst Tanu-Margraf
    Händelfestspieleorchester Halle


    Poros: Günther Leib-Bariton
    Cleofide/Mahayana: Philine Fischer-Sopran
    Erissena/Nimbavati: Margarete Herzberg-Alt
    Gandartes/Gandharta: Hellmut Kapphahn-Bass
    Alexander: Werner Enders-Tenor
    Timagenes: Franz Stumpf


    Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1959 und wurde in Halle/Saale, dem Geburtsort des Komponisten gemacht!


    Zum Werk:
    Die Musik Händels ist einfach wunderschön und abwechslungsreich. Teils witzig, teils pompös, teils einfühlsam und herzzerreißend.
    Also beste Voraussetzungen für einen schönen Opernabend, denn man mit dieser Aufnahme auch bekommt, allerdings muss man da einige Abstriche machen.


    Der Begriff HIP ist dieser Aufnahme ein Fremdwort. Hier wurde anscheinend wahllos in alle Stimmlagen besetzt. Von Countertenören und Hosenrollen nichts zu hören. Also ist die Aufnahme eher was für experimentellere Hörer, denn für HIP-Fans.


    Sogar die Namen mancher Hauptdarsteller wurden, dem Sujet gemäß, eingeindischt. So heißt Cleofide nun Mahayana, aus Erissena wurde Nimbavati und Gandartes wird zu Gandharta. Wems gefällt! Ich befürworte es nicht, aber es macht die Erzählung doch stimmungsvoller!


    Die Aufnahme an sich sagt mir sehr zu, auch wenn ich die deutsche Übersetzung der Oper wenig gelungen finde, da sie extrem geschwollene und sinnlose Rezitativtexte verwendet. Ideal aber ist sie, um Neueinsteiger, die die Oper verstehen wollen, anzulocken.


    Die Klangqualität der Aufnahme ist sehr gut, ist sie doch Digital Aufbereitet worden.


    Zum Orchester bleibt nicht viel zu sagen. Es ist sehr gut abgestimmt. Auch der Dirigent, von dem es noch einige andere deutsche Händeleinspielungen gibt, versteht was von Händel. Es gelingt ihm sogar, die Rezitative einigermaßen spannend zu gestalten.


    Bei den Sängern stechen Leib und Kapphahn besonders positiv hervor. Leib hat in der Titelrolle sowieso die beste Rolle bekommen und er stellt den dauernd Eifersüchtigen und stolzen König sehr überzeugend dar.
    Die Damen singen solide, aber nicht einzigartig.
    Negativ sticht Werner Enders hervor, dessen schreckliches Gekeife viel von der Magie der Aufnahme nimmt. So einen keifenden Alexander, einen großen Helden, braucht man nicht. Ein etwas heldischerer Sänger wäre hier von Vorteil gewesen.


    Alles in allem eine stimmungsvolle und solide Aufnahme, die aber von historischer Interpretationspraxis nichts spüren lässt!!


    Highlights: Wer einmal vom Dämon der Liebe verwundet. [Nr.7, Arie des Poros]
    Lass den Vorsatz dir nicht trüben [Nr.11, Duetto Poros, Mahayama]


    Wird euch gefallen, wenn ihr Operneinspielungen auf deutsch mögt.


    Wird euch nicht gefallen, wenn ihr HIP-Einspielungen bevorzugt!


    LG joschi

  • Hallo!!


    Ich habe natürlich auch was von meinem geliebten Donizetti auf deutsch, und zwar diese Aufnahme:

    LUCIA DI LAMMERMOOR
    Ferenc Fricsay


    Maria Stader-Lucia
    Ernst Haefliger-Edgardo
    Dietrich Fischer-Dieskau-Enrico
    Theodor Schlott-Raimondo


    Berlin 1953


    Diese Aufnahme hat mir die Lucia auf deutsch nähergebracht, obwohl ich sagen muss, gerade bei Donizetti brauche ich eine deutsche Aufnahme am wenigsten.


    Diese Italiana, die Donizetti in der Lucia versprüht geht da meist verloren, auch bei dieser Aufnahme. Die Melodien sind zwar da, doch sis sind nicht so packend und tränendrückend wie in italienischen Aufnahmen.


    Die Solisten sind nicht schlecht, Fischer Dieskau sogar einer der besten Enricos, aber das italienische Flair fehlt.
    Klar, man kann jetzt behaupten, dass Stück spielt im kalten Schottland und nicht im warmen Italien und diese Kälte passt super zum Stück. Das ist richtig, doch da wäre eine DVD besser geeignet, um ein kaltes, grausames Schottland zu zeigen. Beim nur-zuhören wirkt sich dann doch etwas fad.


    Aber trotzdem zu beachten, wenn man mal eine ganz andere Lucia hören will.


    LG joschi

  • Hallo!


    Hier meine Kritik zu folgender Aufnahme, die ich wegen der dramatischen Musik so liebe:

    DIE HUGENOTTEN


    Live: Dezember 1955 Wiener SO


    Valerie Bak
    Karl Terkal
    Walter Berry
    Muad Cunitz
    Eta Köhrer
    Gottlob Frick
    Kurt Equiluz
    uva


    Robert Heger dirigiert!


    Die Musik Meyerbeers ist spitze und auch die Sänger sind sehr gut. Leider ist hier die Übersetzung ewas unglücklich geraten.


    z.b: Warum greifst du mein Geschlecht an? (Gottlob Frick) ((Krieg zwischen Parteien) Ein Schelm war arges dabei denkt! :D )
    Lass mich dein Führer sein. (Walter Berry mit herrischer Stimme) :D


    Die künstlerische Qualität der Aufnahme ist sehr hoch, aber solche peinlichen Übersetzungen...


    LG joschi

  • Hallo!!


    Nun möchte ich euch ein Werk vorstellen, dass ihr wahrscheinlich nicht kennt:


    LE NOZZE D´ERCOLE E D´EBE (Die Hochzeit von Herkules und Hebe)
    von
    Christoph Willibald Gluck


    Das Werk ist eigentlich eine weltliche Kantate und wurde am Dresdner Königshof 1748 oder 1749 (so genau weiß ich das nimmer) im Zuge großer Hochzeitsfeierlichkeiten als "Zwischendurchhappen" gebracht. Highlight war eine Oper von Hasse, von dems auch was auf deutsch gibt, aber dazu später mehr!


    Diese Hochzeit gibts auch auf deutsch zu hören:

    Mit Rosemarie Rönisch
    Jutta Vulpius
    Gertraud Prenzlow
    Peter Schreier


    Berliner Kammerochester-Helmut Koch


    Die Kantate folgt dem Seria Prinzip: Rezitativ-Arie-Rezitativ-Arie usw- Schlusschor


    Sie ist sehr nett anzuhören, da man hier noch einen Hochbarocken Gluck zu hören bekommt, der noch weit von seinem Reformwerk weg ist.


    LG joschi

  • Hallo


    Jetzt habe ich auch einmal in diesen Thread hineingeschnuppert und siehe da, es fehlt interessanterweise eine bemerkenswert gut gelungene deutsche Carmen mit Christa Ludwig, Rudolf Schock, Melitta Muszely und Hermann Prey. Vor allem bei Christa Ludwig tut es fast leid, dass sie nie Gelegenheit hatte, auch eine französische Carmen auf Platte zu verewigen.



    [jpc]5868481 [/jpc]


    :hello:

  • Salut


    Es gibt einen sehr empfehlenswerten (leider aber doch merklich gekürzten) Parsifal auf Italienisch mit Maria Callas!


    Reginald Goodall hat den Ring, Tristan und Parsifal auf Englisch eingespielt (die englischen Übersetzungen gelten als ziemlich gelungen).
    :hello:

  • Zitat

    Original von Ulli
    wie sieht es eigentlcih im Umkehrfall aus: Eine Deutsche Oper in einer anderen Sprache?


    servus ulli


    ich hab mal im radio die zauberflöte auf italienisch gehört. ich liebe das italienische
    sehr, aber da hat es rhythmisch und "melodie"mässig überhaupt nicht zur musik
    gepasst.


    faun