Was höre und sehe ich zur Zeit an DVD

  • Franz Laier


    Über diese DVD gibt es bereits einen eigenen thread.
    Darin wird auch gesagt, dass Audrey Hepburn nicht selbst singt.


    Ihre Stimme wurde allerdings nicht durch Julie Andrews, sondern durch Marni Nixon singenderweise ersetzt!


    Vielen Dank für den Hinweis auf diese schöne DVD, die man nicht oft genug sehen und hören kann!


    (Dies sollte in keinem Fall irgendeine Kritik beinhalten!)


    LG
    Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Liebe Severina,


    von der Manon mit Fleming und Alvarez habe ich eine Aufführung live erlebt.
    Es ist eine Deflo-Inszenierung mit ziemlich leerer Bühne, was Dir ja gefällt aber Standtheater im wahrsten Sinne des Wortes. Stimmlich war die Aufführung nicht zu beanstanden, sogar Alvarez konnte mich da noch überzeugen. Bei Fleming vermisse ich eben immer etwas Gefühl. Die Kostüme sind zwar großartig, man kann sie aber stilistisch nicht mit den Kostümen bei McVicar vergleichen. McVicar hat den Stil von 1720-1730, bei Deflo ist der Stil ca. 1750.


    Ich habe Gruberova/Araiza auf DVD. Im Vergleich zu Fleming empfinde ich Gruberova im stimmlichen Ausdruck und sogar auch darstellerisch bei weitem besser. Nur leider ist mir Araiza, den ich sonst sehr schätze, als des Grieux und für Massenet zu lyrisch.



    LG :hello:


    Emotione,


    die sich jetzt noch einmal den vierten Akt von Manon Lescaut mit Domingo anhört.

  • Ich gehe einen Schritt weiter, weil ich gerade die beiden Threads durchlese, und würde die Moderatoren gerne bitten, die bisherigen Beiträge zu den MANONs auf den letzten drei Seiten dieses Threads auf den Anfang dieses laufenden Manon-Threads zu verschieben: Manon-Massenet, Puccini, Abbé Prévost usw


    Schon hier werden so viele Aussagen gemacht, auf die sich spätere in dem Thread beziehen, dass ein recht unagenehmes bzw. mühsames Hin- und Herspringen kaum vermeidlich ist. Auf Wunsch bin ich gerne bereit, die wichtigsten Posting zu identifizieren.


    Danke m Voraus


    :hello: Rideamus

  • Hallo zusammen,


    gestern gerade erstmalig gesehen.



    Eine Produktion der Oper Zürich, Regie:Sven-Eric Bechtolf


    Simon Keenlyside - Don Giovanni
    Anton Scharinger - Leporello
    Eva Mei - Donna Anna
    Piotr Beczala - Don Ottavio
    Malin Hartelius - Donna Elvira
    Reinhard Mayr - Masetto
    Martina Janková - Zerlina
    Alfred Muff - Il Commendatore


    Chor & Orchester der Oper Zürich, Franz Welser-Möst


    Die Inszenierung ist sicher Geschmackssache, mein Geschmack ist sie nur teilweise. Vielleicht fehlen mir ja ein paar Gehirnwindungen um alle Nuanchen begreifen zu können.


    Die Sänger gefallen mir ausnahmslos sehr gut. Natürlich bin ich nach wie vor nicht in der Lage Gesangstechniken zu bewerten.
    Hervorragend sind m.E. nach Simon Keenlyside und Piotr Beczala gesanglich wie auch schauspielerisch.
    Auch sehr gut aber nicht so großartig wie die Vorgenannten gefällt mir Martina Janková als Zerlina. Die gesanglichen Leistungen von Eva Mei und Malin Hartelius einzuschätzen fällt mir schwer. Ich denke sie sind beide recht gut. Geringe Abstriche würde ich nur bei Reinhard Mayr machen wollen. Er hat mich nicht ganz so überzeugt.


    Insgesamt für mich auf jeden Fall eine sehr gute Aufführung. Dabei dachte ich immer, ich sei ein "Staubi". Irgendwann werde ich noch vom Pfad der Staubitugend abgebracht. :D


    LG


    Maggie


  • Hallo Maggie!
    Ich besitze diese DVD auch und beurteile sie ähnlich wie du: Sängerisch wunderbar, besonders Keenlyside, der eine wirklich außergewöhnliche Bühnenpräsenz besitzt, von der Regie her unterschiedlich. Äußerst gelungene Szenen wechseln mit solchen, wo ich mich wie du frage: "Was soll das jetzt?" Besonders die Dessous-Girls, die den armen Don Ottavio immer umschwirren (sollen wohl seine schwülen Männerfantasien symbolisieren....) nerven mich gewaltig. Beczala ist ein großartiger Sänger, er hat halt das Pech, dass er nicht so medientauglich ist wie manche glutäugigen Latinos - womit wir wieder beim altbekannten Thema wären.....
    lg Severina :hello:

  • Moin,


    ich war in einer der Aufführungen, die aufgezeichnet wurden. Und kann Euch im Grossen und Ganzen zustimmen.


    Inszenierung: na ja, wohl frei nach dem Motto, wir wollen niemanden wehtun. Hat mich nicht überzeugt.


    Die Sieger waren Welser-Möst, Keenlyside, Beczala und Hartelius. Die Mei habe ich live schon besser gehört. Keenlyside hat eine Weltklasseleistung geboten. Auch mir hat Reinhard Mayr nicht gefallen.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast


  • Hallo Radagast!
    Warst du vielleicht auch in einem Einführungsvortrag und kann uns ein bisschen etwas zum Regiekonzept sagen? Da will sich mir nicht alles entschlüsseln ?(
    lg Severina :hello:

  • Zitat

    Original von severina


    Hallo Radagast!
    Warst du vielleicht auch in einem Einführungsvortrag und kann uns ein bisschen etwas zum Regiekonzept sagen? Da will sich mir nicht alles entschlüsseln ?(
    lg Severina :hello:


    Das würde mich auch interessieren. Ich kann z.B. nicht zuordnen, warum die Schauspieler z.T. wie Steinsäulen säuberlich angeordnet dastanden, oder warum der Commendatore unbedingt dreimal hintereinander aufgebahrt wurde. Wenn man die Verderbtheit des Charakters von Don Giovanni vervielfachen wollte, würde das für mich wenigstens teilweise einen Sinn ergeben.


    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von severina


    Hallo Radagast!
    Warst du vielleicht auch in einem Einführungsvortrag und kann uns ein bisschen etwas zum Regiekonzept sagen? Da will sich mir nicht alles entschlüsseln ?(
    lg Severina :hello:


    Nein, leider nicht! :no:


    Normalerweise versuche ich die Einführungsvorträge nicht zu versäumen. :beatnik:

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Banner Trailer Gelbe Rose
  • William Shakespeare
    Was ihr wollt


    Imogen Stubbs, Helena Bonham Carter, Nigel Hawthorne, Ben Kingsley
    Regie: Trevor Nunn



    [amx=B00004RYOY]480[/amx]


    Wenn Worte wie Musik erklingen...

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo audiamus


    Nein, nur Deutsch. Aber da die DVD eigentlich ohnehin schon vom Markt verschwunden ist, kann man nur hoffen, dass die nächste Auflage besser ausgestattet ist (wie es auch bei "Wie es euch gefällt" der Fall war, wo auch erst nach einem guten Jahrzehnt die zweisprachige Version erschien).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Wo hatte ich bloß meine Gedanken! Ich meinte natürlich "Viel Lärm um nichts"!


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Zitat

    Original von audiamus
    Dann sind wir uns einig.
    Mir war's zu blöd, und ich habe ihn nochmal aus England mitgebracht.
    Ein brillianter Film.


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Finde ich auch. :D :D

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Zitat

    Original von Theophilus
    William Shakespeare
    Was ihr wollt


    Imogen Stubbs, Helena Bonham Carter, Nigel Hawthorne, Ben Kingsley


    Wenn Worte wie Musik erklingen...


    Nicht zu vergessen Regie: Trevor Nunn !


    Ich fürchte, den werdet Ihr noch eine ganze Weile aus England mitbringen oder bestellen müssen, denn im Gegensatz zu Kenneth Branghs auch sehr hübschem Film war TWELFTH NIGHT ein Megaflop, obwohl er nicht wenoger gut und viel näher an der damönischen Dimension Shakespeares dran war.


    Wahrscheinlich kam er einfach zu spät in der Welle der Shakespeare-Filme und litt an einer Besetzung, die mehr Qualität als Teenie-Appeal hatte.


    Was ihn aber allein schon vor den Wettbewerbern hervorhebt, ist die Musik von Shaun Davey, der wegen des Misserfolgs des Films leider nur noch zwei nennenswerte Aufträge erhielt: WAKING NED DEVINE und THE TAILOR OF PANAMA.


    Hebt Euch den Film gut auf, und hört mal ganz besonders auf die Musik, nicht nur das Lied von Ben Kingsley.


    Das wäre überhaupt mal ein schöner Thread: MUSIK ZU SHAKESPEARE-FILMEN. Freiwillige bitte vor, denn ich habe schon genug unerfüllte Vorhaben und Versprechen herumliegen.


    :hello: Rideamus

  • Méhul - La légènde de Joseph en Egypte


    Es ist schon Jahre her, daß ich "Joseph" aufgenommen habe. :D
    Und voriges Jahr habe ich das Werk endlich digitalisiert und auf DVD gebrannt. Zwar gabs hier und da (kleine) Störungen, weil das Band schon sehr alt war, aber für mehr als 95% ist es dennoch tadellos.
    Ein schönes Werk. :jubel:


    LG, Paul

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  • Hallo.


    Ich taste mich an das Feld Klassik-DVD erst heran.
    Neben dem Boulez-Chereau-Ring, der meinen Einstand markierte, stelle ich ein klares Übergewicht von Produktionen aus dem Hause Nagano fest. Ich habe (und genieße) seinen Lohengrin und Parsifal. Zu Weihnachten nun wurde ich von den "Monumenten der Klassik" überrascht. Die Aufnahmen, die ich bisher hörte (Brahms 4. - habe ich bereits auf CD mit Nagano -, Strauss' Alpensymphonie und Bruckners 8.) haben mir sehr gut gefallen. Was mir allerdings weniger zusagt, sind die Zugaben auf der jeweiligen DVD. Da hätte ich mir mehr Meinung von Nagano, mehr Hintergrund-Information aus dem Orchester gewünscht. Es sind leider nur Häppchen, die insofern geboten werden. Stattdessen gibt es kommentarlose Einspielungen aus dem jeweiligen Konzert ohne weitere Erläuterung und wirklich alberne Zeichentrick-Filmchen (erinnert sich jemand an die Heidi-Zeichentrick-Serie aus den 80ern?), in denen der animierte Komponist einen Text aus Zitatschnipseln ablässt. Achso, ebenfalls peinich: Eine Büste des Dirigenten steht inmitten des Orchesters.
    Was bleibt: gute Musik. Aber dafür hätte es eigentlich diese DVDs nicht gebraucht.


    Gruß, Ekkehard.

  • Zitat

    Original von lohengrins
    Hallo.


    Ich taste mich an das Feld Klassik-DVD erst heran.
    Neben dem Boulez-Chereau-Ring, der meinen Einstand markierte, stelle ich ein klares Übergewicht von Produktionen aus dem Hause Nagano fest. Ich habe (und genieße) seinen Lohengrin und Parsifal. Zu Weihnachten nun wurde ich von den "Monumenten der Klassik" überrascht. Die Aufnahmen, die ich bisher hörte (Brahms 4. - habe ich bereits auf CD mit Nagano -, Strauss' Alpensymphonie und Bruckners 8.) haben mir sehr gut gefallen. Was mir allerdings weniger zusagt, sind die Zugaben auf der jeweiligen DVD. Da hätte ich mir mehr Meinung von Nagano, mehr Hintergrund-Information aus dem Orchester gewünscht. Es sind leider nur Häppchen, die insofern geboten werden. Stattdessen gibt es kommentarlose Einspielungen aus dem jeweiligen Konzert ohne weitere Erläuterung und wirklich alberne Zeichentrick-Filmchen (erinnert sich jemand an die Heidi-Zeichentrick-Serie aus den 80ern?), in denen der animierte Komponist einen Text aus Zitatschnipseln ablässt. Achso, ebenfalls peinich: Eine Büste des Dirigenten steht inmitten des Orchesters.
    Was bleibt: gute Musik. Aber dafür hätte es eigentlich diese DVDs nicht gebraucht.


    Gruß, Ekkehard.


    Hallo Ekkehard,
    ich ärgere mich eigentlich jedes Mal über die Bonus-DVDs - die es jetzt ja oft auch zu Cds dazu gibt - , weil sie ganz selten wirklich informativ sind und meist nur "Tritschtratsch" enthalten. Dafür muss man dann die eigentliche DVD teurer bezahlen. Was mich besonders ärgert, sind die verschenkten Möglichkeiten, denn man könnte ja wirklich musikwissenschaftliche Hintergrundinformationen auf höherem Niveau anbieten. (Kommentar eines Freundes aus der Branche: "Das kostet viel und interessiert niemanden!" Möglich - aber wie viele Leute interessiert es, blödelnden Sängern auf der Probe zuzusehen???? Mich jedenfalls nicht.)
    lg Severina :hello:

  • Kam heute über den großen Teich, vor 4 Wochen bei Ebay USA ersteigert:





    Eine Patti LuPone als hinreißende, herrlich ordinäre Old Lady.


    :hello:


    Emotione


  • Ich kann mich nicht erinnern, einen Film gesehen zu haben, den ich gleich nochmal gekuckt habe (am Stück), weil er mich so faszinierte und ein gewisser Analysebedarf da war.


    Ich bin froh, dass ich hier den Erstkontakt nicht über das berühmte Buch gemacht habe. Jetzt werde ich mir mal das Buch vornehmen.


    Es lässt sich kaum in Worte fassen, was hier vor sich geht. Alles ist unheimlich bedeutungsschwanger und wenn klare Worte fallen (vielleicht ist einigen der berühmte A...lochmonolog bekannt) dann wird es einfach nur heftig :jubel:


    :faint:

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Hallo zusammen,


    obwohl ich immer der Ansicht war, nicht zu den Regis zu zählen, sehe ich mir dennoch mit immer größerem Vergnügen entsprechende Aufführung an. Man lernt halt nie aus. :D


    Ganz neu bei mir ist diese DVD



    Eine Produktion des Theatre Royal de La Monnaie de
    Bruxelles, Regie:Trisha Brown.
    Simon Keenlyside, Gracela Oddone, Stephen Wallace,
    Concerto Vocale, Collegium Vocale Gent, Rene Jacobs


    Anfänglich hatte ich arge Probleme mit den diversen Tanzeinlagen. Ich konnte sie so gar nicht zuordnen und deuten. Sie waren mir zu abstrakt, zu abgehackt, zu nichtssagend. Erst nach und nach bemerkte ich, das der Tanz und auch die Gestik und Mimik der Tänzer auf das wesentliche reduziert, den Gesang förmlich in den Vordergrund drängten.
    Neben dem großartigen Simon Keenlyside als Orfeo, hat mich besonders die Umsetzung der Geschichte begeistert. Erde und Hölle werden nicht untereinander, sondern nebeneinander dargestellt. Das helle Licht auf der Erde und die Schwärze der Hölle nebeneinander. Der Kampf den Orfeo mit sich selbst kämpft um den Mut aufzubringen vom Licht in die Dunkelheit zu gehen ist an Dramatik kaum zu übertreffen.


    Der Dirigent Rene Jacobs hält sich nach eigenen Angaben soweit wie möglich an die Originalpartitur. Da diese aber nicht sehr umfangreich und aussagekräftig ist, sprich viele Interpretationsmöglichkeiten offen läßt hat er diese Möglichkeit auch genutzt.


    Mir gefällt seine Interpretation wirklich gut.


    LG


    Maggie

  • Diese DVD lief seit gestern bei mir mehrmals:



    Eine Operninszenierung der Choreographin Trisha Brown, Bühnenbild und Kostüme Roland Aeschlimann.

    Die Besetzung hat Maggie im Posting weiter oben bereits genannt und die Ausführenden entsprechend gewürdigt.


    Für mich eine der ästhetischsten Inszenierungen, die ich sah. Die völlig leere Bühne wird im Hintergrund beherrscht von einer riesigen Scheibe, die abwechselnd transparent azurblau ist, zur Sonnenscheibe wird oder Sonnenfinsternis vermitteln soll. Die Oper könnte in dieser Inszenierung auch gesungenes Ballett genannt werden. Chor und Tänzer, alle gleich gekleidet, sind oft nicht zu unterscheiden. Die Dramaturgie entsteht allein durch Gesang und Bewegung mit zum Teil zeitlupenartigem Charakter. Auch die langsam fortschreitende vertikale Teilung der Bühne in Ober- und Unterwelt ist hervorragend gelöst. Unglaubliche Leistung der Solisten, die sich nicht nur auf den Gesang sondern auch noch auf die entsprechenden Tanzbewegungen oder Gesten konzentrieren müssen.


    Das Highlight für mich der Beginn: Zur Arie der Musica fliegt in scheinbarer Schwerelosigkeit eine Tänzerin synchron mit der Musik hinter der Azurscheibe umher.


    Hervorragend auch Réné Jacobs Concerto Vocale.


    Alles in Allem für mich zwar ein Experiment, das nicht überall angewendet werden kann, jedoch ein Fest für die Augen, Orpheus nicht als Drogenabhängigen oder Rockmusiker erleben zu müssen.


    LG :hello:


    Emotione

  • Glenn Close in einem Film von István Szabó:



    Ein Fest - nicht nur wegen der Sänger!
    LG

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

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