Verzeihung, sprechen Sie Klassisch?

  • Nagt schlafen... gute Idee... :rolleyes:


    Aber erst Dussek...

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Violoncellchen
    sorry..ich hab's immer noch nicht geschnallt...heißt der Tastendrücker jetzt Schonderwurt, Chonderwurt oder S-Chonderwurt...?


    Ulli hat es richtig: Ss-chohnderwurt. nur werden die Buchstaben "Sch" immer ohne Trennung ausgesprochen. So wie die Deutschen die "Sch" (Schöpfung) nie trennen, so tun wir das auch nie.


    LG, Paul

  • Zitat

    Original von Theophilus


    Ich sehe nicht, warum "coelo" im Italienischen "tschelo" ausgesprochen werden soll.


    ... oder warum jemand im Himmel (in coelo) und nicht in den Himmel (in coelum) aufsteigen solll ;)

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Orginal von Fugato:

    Zitat

    Agnus Dei" wird mitunter wie "Anjus Dei" ausgesprochen


    Ich kenne das fast nur noch so und denke, daß es ein Trick ist um zu vermeiden, daß bei z.B. dem Requiem von Mozart das "g" von "Agnus" , welches von einem Chor nur deutlich zu singen ist, wenn es sehr hart ausgesprochen würde (Aknus), aus ästhetischen Gründen dann akustisch eher wegfällt- weil weich gesungen und artikuliert- und dann unfreiwillig ein Anus Dei draus wird. :O
    Das unfreiwillige "Anus Dei" hat mich immer, äh, erheitert :D , während die Aussprache "Anjus Dei" unangreifbar für einen Musiker mit schlechtem Geschmack wie mich ist.


    Es gibt dann zur Erheiterung von Orchestermusikern mit schlechtem Geschmack wie mich immer noch die Justus -Frantz-Gedächtnis-Stelle. ([SIZE=7]cum vix justus[/SIZE] ) :untertauch:


    LG,
    Michael

  • Hach...da fällt mir noch etwas horrendes ein, was ich damals mal erleben musste, dann aber verdrängt hatte:


    Ich wurde von meinem kleinen, begeisterten Cousin in ein Konzert der Stadt-Blaskapelle eingeladen (leider... :stumm: - das passiert hier auf dem Lande ständig (jedes Kuhdorf hat eine eigene Blaskapelle), und ich nehme dann in der Regel gequält grinsend die mater auf mich...).
    Zumindest wurde neben dem zackigen Märschen auch z.B: Der Walzer Nr.2 gespielt - vieles anderes von Schostakowitsch wäre wohl weder den Akteuren, noch dem Bauern-Publikum gut bekommen....
    Es gibt üblicherweise zwischen jedem noch so kurzen Stück eine blöd-pseudowitzige-rassisitisch-chauvinistisch angehauchte Anmoderation.
    Die ist in jedem Falle schlecht - egal wer sie macht - die Moderatoren sind entweder rhetorische Versager, oder völlig geschmacklos in ihrem "Humor".
    Dumm wie Brot sind sie in jedem Falle - nunja...jedenfalls wurde dann der "Walzer Nr.2" von Dimitri Sostakowitz anmoderiert... :kotz:---die wengsten werdens bemerkt haben - mein Verlangen nach Beendigung der heiteren Schunkelveranstaltung wurde jedoch weiter angeheitzt....
    Das war jedoch nur der Gipfel einiger zuvor geschehener Peinlichkeiten...


    LG
    Raphael

  • Zitat

    Original von Blackadder


    Wieder was gelernt :D


    Im Spanischen spricht man das doppel L immer als J aus: also nicht Mallorca wie wir im Deutschen immer sagen, sondern Majorca, wodurch man den Menschen dort auch ein wenig Ärger ersparen könnte zumal es nicht schwer zu merken ist.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Draugur
    Ich muss gestehen, dass ich Herrn Flamingo genauso ausgesprochen hätte - Placidio? nicht wirklich, oder?


    Festetics müsste man dann ja Feschtetitsch auschschpreschen - ich wusste gar nicht, dass der Name ungarisch ist, ich dachte, das sei so eine Art Englisch?


    das C spricht man im Spanischen immer als S aus wenn es vor einem E oder I steht, sonst als k
    Romanische Sprachen haben allerdings sehr ähnliche Aussprachregeln, was das ganze schon wesentlich leichter macht.


    :hello:

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  • Ich möchte hier im Zuge dieses Threads mal eines festhalten, was wir Deutschen nicht begreifen wollen, und uns im Ausland niemand abnimmt:
    Die Bezeichnung indogermanisch wurde im deutschen Sprachraum beibehalten; in anderen Sprachen wird hingegen nur die Bezeichnung indoeuropäisch (IE) verwendet.
    (Allgemeinbildung sozusagen.................)



    :hello:

  • Und was hat das mit der bisherigen Diskussion zu tun? Übrigens: schön aus Wikipedia kopiert ;) Der Begriff "indoeuropäisch" ist nicht sehr sinnvoll, weil gar nicht alle Europäer (z. B. die Finnen) zu dieser Sprachfamilie gehören. Der Begriff "Indogermanisch" beruht auf der Annahme, dass das Germanische der westlichste und das Indische der östlichste Sprachzweig dieser Sprache gewesen sei, was aber aus heutiger Sicht nicht mehr stimmt; auf dem heutigen Forschungsstand wäre das Keltische am westlichsten und das Tocharische am östlichsten.

    „People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
    Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

  • Zitat

    Original von Draugur
    Und was hat das mit der bisherigen Diskussion zu tun? Übrigens: schön aus Wikipedia kopiert ;) Der Begriff "indoeuropäisch" ist nicht sehr sinnvoll, weil gar nicht alle Europäer (z. B. die Finnen) zu dieser Sprachfamilie gehören. Der Begriff "Indogermanisch" beruht auf der Annahme, dass das Germanische der westlichste und das Indische der östlichste Sprachzweig dieser Sprache gewesen sei, was aber aus heutiger Sicht nicht mehr stimmt; auf dem heutigen Forschungsstand wäre das Keltische am westlichsten und das Tocharische am östlichsten.


    Hallo Draugur, dein Tonfall gefällt mir nicht: wenn du schon alles besser weißt, dann erübrigt sich ja eine Diskussion in einem Forum.


    Zu tun hat mein Beitrag gar nichts mit was auch immer hier: wenn man sein Wissen, das durchaus nicht auf Wikipedia beruht, sondern von ausländischen Universitäten hier nicht kundtun kann, dann wird das Forum fade und müßig und man kann auch einem anderen beitreten, zumal ein Minimum an Kinderstube einem Menschen auch nicht schaden würde.
    Vivat Germania!!!!!!!!!!!!!!



    :boese2:

  • Zitat

    Original von Ulli
    Mit den Worten Jacek Laszczkowski verabschiede ich mich dann für heute mal...


    :hello:


    Ulli


    Jacek Laszczkowski habe ich bis dato auch falsch ausgesprochen - in dem Poträt, dass am 01.07. zu sehen war, sprachen die Leute den Vornamen Jassek aus - und den Nachnamen auch nur mit "s", also Lasskowski.


    Zwei Klasssiker:


    Philippe Huttenlocher und Philippe Herreweghe: ich tippe auf Üttenloscheer und Erreweche...


  • Hallo, lieber Ulli,


    also als geborene Ungarin wird sie den Namen Ferenc schon wie Ferenz ausgesprochen haben, nur eben das c am Ende des Wortes nicht betont, dadurch hört sich das tatsächlich weich an.


    In Sachen "Nagy" konnten Sie sicher Herrn Zsolt Nagy fragen nicht Herrn Szolt. Die Aussprache von Nagy ist ganz einfach, wie schon vorher treffend beschrieben: gy= ähnlich wie dj, nur versuchen das in einem einzigen Laut zu sprechen. Und bitte: nicht als Niagy aussprechen. Da wird das N ganz hart ausgesprochen, also "Nadj".


    Übrigens meine uneingeschrenkte Hochachtung an Violonchellchen für ihre perfekte erörterungen, und auch an Sie sowie alle, die die korrekte ungarische Aussprache zumindest des Geschriebenen so beherrschen. Meine Lebensgefährtin - gebürtige Ungarin, die erst mit 24 nach Österreich kam - kann sich darob nur anerkennend staunen:faint:


    LG Jahnas

  • Zitat

    Original von Jahnas


    Übrigens meine uneingeschrenkte Hochachtung an Violonchellchen für ihre perfekte erörterungen, und auch an Sie sowie alle, die die korrekte ungarische Aussprache zumindest des Geschriebenen so beherrschen. Meine Lebensgefährtin - gebürtige Ungarin, die erst mit 24 nach Österreich kam - kann sich darob nur anerkennend staunen:faint:


    Danke für die Blumen....allerdings muss ich deine Hochachtung doch etwas einschränken: meine Beispiele für die Aussprache stammen vom ndr (siehe Quellenangabe unter meinem Beitrag).


    Ich bin des Ungarischen nicht mächtig (gar nicht...mir gedehntem "a"....also: gár nicht)



    Neues Thema:
    heisst Mitsuko nun Uchida oder Uchida und wird das ch wie ch oder wie sch oder wie k ausgesprochen?


    :hello:
    LG
    Vc

  • Zitat

    Original von Jahnas
    In Sachen "Nagy" konnten Sie sicher Herrn Zsolt Nagy fragen nicht Herrn Szolt.


    Klar... :O - das war jetzt wirklich ein Tippfehler.


    Zitat

    Und bitte: nicht als Niagy aussprechen. Da wird das N ganz hart ausgesprochen, also "Nadj".


    Mir hilft es, wenn ich das "i" dazudenke - von Sprechen war nicht die Rede. Aber Zsolt meinte, es könne sowieso kein Deutscher je korrekt ausprechen - er wird da wohl Erfahrungswerte haben. Ich anerkenne diese Besonderheiten verschiedener Sprachen.


    Zitat

    Neues Thema:
    heisst Mitsuko nun Uchida oder Uchida und wird das ch wie ch oder wie sch oder wie [I]k ausgesprochen?


    Viel aufregender fand ich, dass das 'u' von Mitsuko offenbar verschluckt wird.


    :hello:


    Ulli

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von Ulli
    Viel aufregender fand ich, dass das 'u' von Mitsuko offenbar verschluckt wird.


    Genau, spricht sich Mitsku...

  • Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, da0 man das alles nicht zu eng sehen sollte:


    Im Rahmen der internationalisierung passiert schon mal was.


    Der Maler Tiziano Vecellio wird von den Amerikanern "Tischn" ausgesprochen, war bei uns zu Heiterkeit Anlass gibt. Wir selbst erlauben uns jedoch frecherweise ebenso beim Vornamen zu rufen, wobei unsere Verballhornung sich auf: "Tizian" beschränkt...


    Aber selbst Künstler und auch normal Sterbliche verbalhiornen ihren EIGENEN Namen:


    Es liegt wohl auf der Hand wie Leonard BERNSTEIN ursprünglich ausgesprochen wurde.


    Adelina Patti: Von ihr ist eine Schallplattenaufnahme privater Natur erhalten (eine Sprachaufnahme anlässliche eines Neujahrswunsches 1905 oder 1906 - ja die Reichen konnten sich das schon damals leisten), wo sie ihren Namen "Pätti" ausspricht.......



    Ich kenne Ungarn Namens "Nagy" die den Namen "Nagi" aussprechen.
    Mein Hinweis, der Name würde doch in Wahrheit ganz anders ausgesprochen wurde mit den Worten quittiert: "Wir haben resigniert"



    Ein Kunde den ich gut kannte ersuchte um einen Rückruf in der Firma wo er beschäftigt war.


    "Herrn Hüppner bitte" - Es gab angeblich keinen Herrn Hüppner. Er war unbekannt.
    "Ich kann sie höchstens mit Herrn Hübner verbinden" - Nein er heisst Hüppner"


    Letzlich willigte ich doch ein mich mit Herrn Hübner verbinden zu lassen.


    Und sofort meldete sich eine mir wohlbekannte Stimme: "Hüppner !"


    soviel zu korrekten Aussprache von prominenten der Klassikszene...


    mfg
    aus Wien


    Alfred

    Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert


  • Es gibt eine schöne Szene aus "Frankenstein Junior" in dem der Erbe Frankensteins dem verunstalteten Gehilfen (Igor) seinen Namen mit "Fränkenstien" angibt, woraufhin der Gehilfe (Marty Feldman) kontert: "Ich bin Eigor"...

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  • Zitat

    Original von Ulli


    Viel aufregender fand ich, dass das 'u' von Mitsuko offenbar verschluckt wird.


    Im Japanischen werden i und u gerne verschluckt, insbesondere i in shi-, ki- u.a., u in tsu-, ku-, su.
    ch = tsch, überhaupt werden die Konsonanten wie im Englischen geschrieben, die Vokale wie im Deutschen.


    Die "Betonung" im Japanischen ist für Westler unverständlich. Es gibt nämlich gar keine, sondern zwei Tonstufen, zwischen denen ein Wort nach folgenden Regeln wechseln kann:
    1. Zwischen der ersten und zweiten Silbe verändert sich die Tonstufe immer (entweder hoch-tief oder tief-hoch),
    2. es kann höchstens einmal von der hohen zur tiefen Stufe springen.
    Sehr häufig bleiben alle Silben zum Ende hin oben (Heibanshiki). Für uns hört sich das dann wegen Regel 1 wie eine Betonung auf der zweiten Silbe an.


    Mitsuko Uchida heißt also: Mitsko Utschida (alle Vokale kurz, Nachname tief-hoch-hoch)


    Am aufregendsten finde ich übrigens, daß Frau Uchida durchgesetzt hat, daß sie in Japan nicht mit den für japanische Namen üblichen Kanji geschrieben wird, sondern wie alle Ausländer mit Katakana. Sehr sympatisch!


    :hello: Khampan

  • nie vergessenw erde ich folgendes - und muß aufpassen, daß ichs seitdem nicht selbst sage:


    eine freundin sagte und betonte mal: scherzo anstelle von s'k'erzo


    noch schöner: ein freund sagte einmal, oh, die obö hört sich ja hübsch an .... er meinte die oboe .... ich bin damals bald zusammengebrochen vor lachen ... :hahahaha:

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Zitat

    Original von Khampan
    Am aufregendsten finde ich übrigens, daß Frau Uchida durchgesetzt hat, daß sie in Japan nicht mit den für japanische Namen üblichen Kanji geschrieben wird, sondern wie alle Ausländer mit Katakana. Sehr sympatisch!


    Alles klar... :wacky:

    Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
    (Vincenzo Geilomato Hundini)

  • Zitat

    Original von klingsor
    ich dachte immer, nagy würde korrekt 'nodsch' ausgesprochen ... ?(


    das scheint mir zumindest nicht gänzlich falsch zu sein. Als Ulli mir das gestern erklärt hat, habe ichs tatsächlich nachzusprechen versucht - was bin ich froh, dass mich dabei keiner gesehen hat, wie ich am Bildschirm lesend versucht habe, zu einer phonetisch korrekten Annäherung des Namens "Nagy" zu gelangen... :wacky:

  • Zitat

    Original von Alviano
    Philippe Herreweghe: ich tippe auf Erreweche...


    Zuerst Buchstabe "H" deutlich hören lassen. Französich ist das hâche muette ("H" wird nicht gehört); in meine Sprache wird "H" immer deutlich gesagt. Und Herreweghe kommt aus Flandern, redet also Niederländisch.
    Also: Hèrrêwéchê. Betont ist è (erste Silbe also).


    LG, Paul

  • Hallo Paul,


    vielen Dank für diesen Hinweis - ich wusste das nämlich über Jahre nicht, wie das korret ausgesprochen wird und werde es in Zukunft gewiss richtig machen!


    LG

  • Also, bei dem vergnügten und lehrreichen Beckmessern muß ich doch auch meine Schlabberschnauze etwas auftun, denn beim Ungarischen dürfte noch nicht alles klar sein.
    Erstens: Antal Festetics ist seiner Herkunft nach natürlich Ungar (worauf auch sein Vorname hinweist), er wurde in Budapest geboren und ist eigentlich ein Graf. Laut Familientradition stammt das Geschlecht aus Kroatien. Pál III. Festetics erhielt 1772 den Grafentitel, Tassilo II. wurde 1911 sogar "herceg" (das Wort steht für das deutsche "Herzog" ebenso wie für "Fürst" und "Prinz").


    Zweitens: Ferenc Fricsay spricht sich Färänts Fritscha-i, wo bei das "a" aber nicht wie das deutsche a ausgesprochen wird, sondern zum o hin gebrochen, ähnlich wie im englischen "water". Und nicht "ai", denn das Ungarische kennt diesen Doppelvokal nicht, sondern a und i getrennt und nur ein bisserl miteinander "verklebt". Nur ein "á" wird wie das deutsche - lange - a ausgesprochen, daher spricht man "Lehár" "Lähaar". Die Betonung bleibt aber ausnahmslos auf der ersten Silbe.


    Drittens: Nagy. Das "gy" wurde schon richtig als "dj" erklärt. Für das a gilt dasselbe wie oben. Theoretisch wäre es allerdings denkbar, daß man tatsächlich "Nagi" sagt, aber nur dann, wenn jemand, der "Nagi" heißt, sich plötzlich aus optischen Gründen des als vornehmer geltenden Ypsilons bediente. Dann würde die richtige Aussprache ihn entlarven, weil es sich nicht um ein echtes "gy" handelt (das als Einheit zu behandeln ist), sondern um ein sozusagen falsches. Ähnliches geschieht mit dem Namen des bekannten Malers Vasarely. Der hat hinten kein echtes "ly", sondern ein getarntes "li", wird daher nicht "Wascharej" gesprochen, sondern "Waschareli" (sein eigentlicher Name war Vásárhelyi).


    Ungarisch ist eine schwere Sprache, aber eine schöne und vor allem eine sehr sangbare.


    Nachdem ich einmal ein Video von mir sah, das man bei einer ungarischen Ansprache von mir aufgenommen hatte, schwor ich, nie mehr öffentlich ungarisch zu reden. Alle Ausspracheschlampereien, die ich bei anderen sofort höre, beging ich nämlich selbst. Es war schauderhaft (eigentlich müßte ich jetzt den verpönten"eh-schon-wissen" hier einfügen!). Aber die Ungarn sind so unerbittlich und so höflich. Als ich einmal vor Jahren bei einer Kongreßeröffnung die ersten drei Sätze einer sonst deutschen Ansprache - dank der Hilfe meiner ungarischen Frau - in Ungarisch von mir gab, erzählte die Kollegenschaft ein paar Wochen später überall herum: Der Krause hat eine Viertelstunde fließend ungarisch gesprochen. Und seither bin ich offenbar verdammt, diese wunderbare Sprache von Zeit zu Zeit zu martern, und schäme mich in einem fort. Leider bin ich zu blöd, um sie richtig zu lernen. Die meisten Ungarn schreiben mich übrigens "Valdi", denn alles wird magyarisiert.


    LG bzw. szivélyes üdvözlettel (ßiwääjäsch üdwös[das s stimmhaft!]lättäl)


    Waldi

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