Franz Schubert - Gesamtaufnahmen der Sinfonien

  • Liebe Forianer,
    Über Schuberts Sinfonien ist in Einzelthreads schon einiges geschrieben worden, jedoch wurden bis dato noch keine Empfehlungen der Gesamtzyklen ausgesprochen - vorwiegend wahrscheinlich deshalb, weil das Angebot auf diesem Sektor einerseits nicht allzu groß war . und andrerseits anscheinend das Vorhandene - bis auf wenige Ausnahmen - von den Klassikläden boykottiert wurde.
    Hocherfreut habe ich daher festgestellt, daß es in letzter gradezu einen "Ausverkauf" an Schubertzyklen gibt - wenngleich Beethovens Sinfonienzyklen ungleich besser am Markt positioniert sind.....


    Die Frage ist ganz kurz - und doch nicht:


    Welcher Gesamtaufnahme von Schuberts Sinfonien (auch gestrichene sind erlaubt) gebt Ihr den Vorzug


    Es ist nicht verboten seine Wahl zu begründen



    mfg


    aus Wien


    Alfred

    Ich bitte alle Mitglieder, die über 25 Beiträge verfasst haben und noch keinen AVATAR besitzen

    sich im Thread Baustelle Avatarpool neu einen auszusuchen und am Threadende (gaaaanz weit untenI zu bestellen

  • Lieber Alfred,


    meine bevorzugte Aufnahme ist



    mit der Hanover Band unter Roy Goodman für sehr kleines Geld von Brilliant.


    Schwungvolle, klangvolle, dynamische, detailfreudige Aufnahmen mit ein paar kleinen spieltechnischen Schwächen hier und da, die von den Vorzügen aber weit überwogen werden.


    Besonders die historischen Blech- und Holzblasinstrumente kommen hervorragend zur Geltung und lassen mich so manche Wendung Schuberts neu entdecken.


    Eine kleine Sicherheitswarnung zum Abschluss: wirklichen inneren Bezug habe ich nur zu den Symphonien 1 und 3, die anderen habe ich zwar auch gehört und nicht schlecht gefunden, aber sie bedeuten mir zuwenig, um mir echt ein Urteil zu bilden...


    Für den Brilliant-Preis macht man jedenfalls einen guten Kauf...


    :hello:
    Flo

  • Da gibt es für mich nur eine Wahl:



    Die Aufnahmen sind spritzig, lebendig und machen mir zumindestens einfach nur Spaß. Im Gegensatz dazu wirkt meine zweite Gesamtaufnahme mit Herbert Blomstedt etwas dröge und bieder, obwohl sie an sich auch eine solide Sicht auf die Schubert-Sinfonien bietet. Zudem ist sie auch recht günstig zu haben, also vom Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung.




    Gruß, Peter.

  • Ich bin ebenfalls mit Harnoncourt sehr zufrieden! :yes:
    Schubert ist bei ihm nie langweilig, sondern sehr dramatisch 8)
    Überlege dennoch, ob ich mir eventuell noch die komplett unterschiedliche Einspielung unter Böhm zulegen soll und Kertsz, von dem ich eine exzellente 5. und 8. habe, interessiert mich noch sehr...


    Muti hingegen, der immer so als spritzig und fröhlich gepriesen wurde, war für mich bisher lediglich abturnend... :rolleyes:


    :hello:
    Stefan

  • Hallo Schubert-Freunde,


    in diesem Thread ist nach einer GA gefragt. dann reden wir nicht über excelente Einzelaufnahmen von Szell (Nr.8+9) und
    Bernstein (Nr.5 + 8.).


    Ich sehe Schubert in Beethovennähe und daher schätze ich Karajan´s EMI-GA mit den Berliner PH sehr. Karajan dirigiert dramatisch und fern jeder Langeweile, die ich hier und da schon bei anderen Einzelaufnahmen verspürte.


    :yes: Jedenfalls hatte ich bis heute nicht das Bedürfnis eine weitere GA der Schubert-Sinfonien zu kaufen, da Karajan mich voll zufrieden stellt.
    Klanglich gibt es an den natürlich klingenden Aufnahmen auch nichts auszusetzen.


    :) Aus der Karajan-GA fallen die Sinfonien Nr.6 und 8 für meinen Geschmack ganz besonders heraus:
    Die Sinfonie Nr.6 hat den Beinamen "Tragische", der ihr nachträglich (allerdings nicht von Schubert) beigegeben wurde. Karajan läßt diese Tragik spüren.
    Den Tiefgang in der Unvollendeten haben IMO nur wenige Aufnahmen so eindrucksvoll zu bieten wie hier.
    Die spritzige Sinfonie Nr.5 (mal ohne Pauken) ist bei Karajan zwar nicht so frisch, wie bei Bernstein, aber insgesamt ebenfalls angemessen.
    Die frühen Sinfonien klingen unter Karajan erwachsener, als manche andere Aufnahme, was man ihm ankreiden könnte - mir gefällt es so.
    Auch die Rosamunde-Ballettmusik, die mich in anderen Aufnahmen kalt läßt, ist mit Karajan frisch und an den erforderlichen Stellen dramatisch aufgeladen - glänzend.



    Meine alte EMI-4CD-Box gibt es nicht mehr.
    EMI hat die Aufnahmen auf zwei Doppel-CD´s verteilt:

    Schubert: Sinfonien Nr.1-9, Rosamunde-Ballettmusik
    Berliner PH / Herbert von Karajan
    EMI 70er-Jahre-Aufnahmen, ADD

  • Sagitt meint:
    Bei den Schubert-Sinfonien taucht ein den Aufnahmen der Beethoven-Sinfonien ähnliches Problem auf. Die kleinen werden von den HIP Orchestern und Dirigenten sehr gut gemacht. Die erste mit Immerseel -grossartig.Auch Goodman. Aber die grosse C-Dur oder auch die Unvollendete hört man doch lieber mit grösseren Ensembles,wobei Mackarras mit dem Orchester age of enlightment Besonderes leistet. Aber ein kleines Ensemble ist das nicht.


    Vor langer Zeit hörte ich einmal Karajan. Meine Erinnerung ist nicht gut. Ich fand die Interpretation so beliebig ( aber eine Erinnerung kann täuschen).


    Abbado hat ja vor langer Zeit eine Gesamtaufnahme vorgelegt; sie ist halt nicht so prägnant wie Immerseel oder Goodman.


    Aber eine Gesamtaufnahme, die in allen Belangen befriedigt, kenne ich nicht.


  • Hallo zusammen,
    ich kann dem Flo nur aus tiefsten Herzen und voller Seele zustimmen, wobei mir allerdings auch Goodmans Interpretationen der anderen Symphonien - insbesondere die 4., 6., 8. und 9. - ans Herz gewachsen sind: Schroff, das Blech druchdringend und ziemlich blechern, insgesamt eher ein aggressives, zerklüftetes Klangbild. Für meine Begriffe ein wundervoller Schubert!!
    Das IMO einzige Manko der Einspielung besteht darin, daß sie etwas verhallt ist. Dies liegt daran, daß die Aufnahmen in einer Kirche mit argem Überhall gemacht worden sind. Insbesondere in den späten Symphonien (der h-moll Symphonie und der Großen C-Dur) mit ihren ziemlich heftigen Dynamik-Kontrasten führt dies bisweilen zu einem etwas verwaschenen Klangbild - da pustet noch der Nachhall eines ff das folgende p oder pp tendenziell aus dem (Klang-)Raum.


    Dennoch: für mich persönlich ist dies die Einspielung der Schubert-Symphonien.


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Ich finde auch heute noch nach vielen Jahren Harnoncourts Einspielung am überzeugensten. Sie macht die Dramatik und Leidenschaft der Sinfonien Schubert besonders deutlich - fern von aller Biedermeierei.


    Vor langer Zeit habe ich auch häufiger den Schubert Wands gehört (RSO Köln). Sicherlich viel konventioneller. Aber auf diese Art auch schlüssig, so erinnere ich mich zumidest. Müsste sie mal wieder rauskramen, um zu sehen, wie ich heute dazu stehe.

  • Hallo,
    an Gesamtaufnahmen hab ich:


    Harnoncourt
    Kertesz
    Goodman


    Gefallen mir alle 3 sehr gut.


    Böhm auf LP


    Hat mich früher fasziniert, jetzt finde ich die Aufnahmen etwas antiquiert.


    Kertesz dagegen hat mehr Eleganz und Pfiff.
    Harnoncourt ist wie meist polarisierend..mir gefällts.
    Goodman ist schon recht radikal....aber der Hall macht einem wirklich zu schaffen.


    Mal gespannt was da die nächste Zeit noch auf mich zukommt.
    Einzelaufnahmen machen aber einen Großteil meiner Sammlung aus.


    Gruß
    embe

  • Zitat

    Original von sagitt


    Abbado hat ja vor langer Zeit eine Gesamtaufnahme vorgelegt; sie ist halt nicht so prägnant wie Immerseel oder Goodman.


    ich besitze die abbado-aufnahmen komplett und bin damit sehr zufrieden. ich finde hier wurde sehr frisch und "staubfrei" musiziert. :)
    karlos kleibers einspielungen soll ja nahezu unerreicht sein, leider gab es meines wissens nie eine gesamteinspielung.

    "Der moderne Komponist darf seine Werke einzig und allein auf der Grundlage der Wahrheit schreiben."
    Claudio Monteverdi


    "Der Komponist komponiert erstens für sich selbst und zweitens für das Publikum; aber für ein ideales Publikum und nicht für das...welches real existiert"
    Nikolai Rimski-Korsakow


    "Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche."
    Gustav Mahler

  • Sehr zufrieden bin ich auch mit der Gesamtaufnahme mit den Wiener Philharmonikern und Ricardo Muti. Die Sinfonien werden sehr ausgewogen und sachlich, aber dennoch frisch interpretiert. Das kommt sicher v.a. den früheren Sinfonien zugute. Das Spiel der Orchesters ist natürlich einwandfrei. Auch die Tonqualität ist zufriedenstellend. Und der Preis sowieso (die ebenfalls vorhandene EMI-Originalaufnahme kostet mehr als das Doppelte).



    Liebe Grüße,
    Gerald

    "Das Höchste in der Kunst - vor Gott besagt's nicht viel.
    Hat doch die Welt zuletzt nur ein moralisch Ziel."
    (Hans Pfitzner)

  • Hallo, miteinander!


    Ich besitze die LP-Integrale von der DECCA mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta (P: 1979) - leider habe ich davon seit Jahren nichts mehr gehört und kann mich nur erinnern, dass mich die Aufnahmen im weiteren Sinne angesprochen haben. Aus Zeitgründen würde ich in die Aufnahmen eher erst dann wieder hineinhören, wenn sich das hier jemand wünscht ... dann aber natürlich gerne :yes: :D


    Bei Goodman teile ich oben genannte Vorzüge und Einwände, soweit intensivere Hörerfahrungen vorhanden - dies ist in erster Linie bei den Nummern 5, 6 und der Großen der Fall. Insgesamt eine dank unaufdringlicher Frische und Transparenz gewiss empfehlenswerte Einspielung.


    Jetzt liebäugle ich mit der Anschaffung von Immerseel, den ich bei Ravel, Rimsky und auch den Mozart-Konzerten sehr schätze. Möchte ich sich auch hier (woanders in diesem Forum gibt es meiner Erinnerung nach bereits Hinweise, die ich noch suchen werde) jemand äußern; es wäre wohl der beste Platz dafür? Lohnt sich die Anschaffung, wenn man mit Goodman im Wesentlichen zufrieden ist und die Schubert-Sinfonien nicht zum persönlichen Top-Repertoire gehören?


    Besten Dank schon mal und liebe Grüße!


    Wolfgang

  • Lieber Wolfgang,


    Immerseel mit seinem Orchester bietet einen (auch aufnahmetechnisch) komplementären Ansatz; außerdem hat er sich intensiv mit den Quellen auseinandergesetzt und quasi eine Eigenbau-Urtextausgabe eingespielt. Insgesamt ist das Orchester wesentlich besser, auch die Aufnahmetechnik ist nicht nur weniger hallig, sondern auch sonst in einer anderen Liga.


    Die interpretatorische Grundhaltung ist eher ein Rückbezug zu Haydn als eine Vorahnung von Bruckner ;) zu nennen - alles wird sehr frisch, klar und lebendig musiziert.


    An Detailreichtum und Finesse wohl schwer zu überbieten; mir (als sonst großem Immerseel-Verehrer) ist das Ganze allerdings eine Spur zu wenig "romantisch", was aber nicht heißt, dass Immerseel die Musik nicht zu ihrem Recht kommen ließe, seine Prioritäten sind schlicht andere: Klarheit und Vitalität, würde ich sagen.


    Daher denke ich, dass Goodman und Immerseel einander perfekt ergänzen: Immerseel schneidet bei mir besser ab bei den Symphonien 1, 2, (4 in Klammern weil ich die nicht besonders mag), 5 und 6 während Goodman eine traumhafte 3. und trotz orchestraler Defizite mich mehr berührende Versionen von 8 und 9 abliefert - was aber auch schlicht daran liegen kann, dass Goodman hier dem traditionellen "mystischen" Schubert huldigt, während Immerseel mal das Laubgebläse ins Archiv gehalten hat ;) .


    Und wie gesagt: Immerseels Orchester ist unglaublich, aber das sagtest Du ja schon selbst.


    :hello:
    Flo

  • Zitat

    Original von Barockbassflo
    An Detailreichtum und Finesse wohl schwer zu überbieten; mir (als sonst großem Immerseel-Verehrer) ist das Ganze allerdings eine Spur zu wenig "romantisch", was aber nicht heißt, dass Immerseel die Musik nicht zu ihrem Recht kommen ließe, seine Prioritäten sind schlicht andere: Klarheit und Vitalität, würde ich sagen.


    Lieber Flo,


    Gerade das würde für mich eine Empfehlung sein. Denn m.E. gehört Schubert eher zu den letzten Klassiker als zu den ersten Romantiker.


    LG, Paul

  • Immerseel oder Brüggen reizt mich zwar auch, aber von HIP bei den ersten 4 abgesehen bin ich relativ gut versorgt. Daher werde ich dieser Versuchung erstmal wiederstehen. ;)


    komplett Davis/Staatskapelle Dresden (RCA)
    2-8 Maazel/ Berliner PO (DG)
    3+4 Markevitch (DG)
    3+8 C. Kleiber (DG)
    1+4 Harnoncourt (Teldec)
    5-9 Weil (Sony)
    5+8 (ergänzt) Mackerras (Virgin)


    sowie noch etliche 8. und 9.


    Außerdem sind die ersten 6 Sinfonien für mich keine so zentralen Werke, dass ich sie in zigfacher Ausführung benötigte. (Ich bin auch kein überschäumender Fan der beiden späten, aber die braucht man einfach in etlichen Aufnahmen, damit sich deren Defizite ausgleichen :D)


    Gesamtaufnahmen stehe ich hier etwas skeptisch gegenüber. Was bei den beiden späten Sinfonien angemessen oder jedenfalls eine valide Option ist, kann bei den frühen überladen, zu dick usw. wirken und umgekehrt.


    Davis' Dresdner Aufnahme ist im traditionellen Sektor sehr gut (und IIRC preiswert). Sehr guter Klang und wunderbares Orchester. Maazels Aufnahmen aus den frühen 60ern sind außerordentlich virtuos, mit teils rasanten Tempi in schnellen Sätzen, keine Gemütlichkeit, aber die Werke ernst genommen. Warum der Zyklus nicht vervollständigt wurde, weiß ich nicht. Könnte teils auf eloquence zu finden sein, sonst nur in einer DG-Sammelbox. Markevitchs Mono-Aufnahme ist, in der 4., fast schon zu trocken und aggressiv. Seine 3. gefällt mir aber sehr gut.



    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Lieve Paul,


    das kann man sicher so sehen - und in den nach meinem Empfinden "klassischeren" Symphonien 1, 2, 4, 5, 6 schneidet ja Immerseel auch bei mir besser ab als Goodman, während ich die Symphonien 8 und 9 als von neuer Qualität empfinde: hier greift ein "klassischer" Ansatz m.E. emotional zu kurz - aber das sind Geschmackfragen, über die es sich nicht sinnvoll diskutieren lässt.


    Interessanter ist die 3.: hier kann ich mir eine klassische Lesart zwar grundsätzlich sehr gut vorstellen, aber Goodmans Emphase und sein gelegentlich die Grenzen des Orchesters ignorierender Überschwang geben mir einfach mehr als Immerseels klassisch wohlproportionierte, vom Orchester wunderbar realisierte Interpretation. Insbesondere der langsame Satz sind mit Klarheit und Liebe zum Detail allein für mich nicht befriedigend darstellbar, so musikalisch die Lesart in ihrem Recht auch sein möge. Ich brauche da mehr chiaroscuro, mehr Zwischentöne, mehr Sinnlichkeit im Klang (die Klarinette!), ein ganz ganz kleines Bisschen Morbidezza...


    Und die 3. ist halt die für mich zentrale Schubert-Symphonie, deswegen "gewinnt" für mich Goodman...


    Davon abgesehen stelle ich es mir sehr erhellend vor, Schuberts Symphonien auf klassische und romantische Elemente hin zu analysieren was die Harmonik und den formalen Bau angeht, aber ich bin da sicher überfordert, das müsste also ein musikwissenschaftlich kompetenteres Forumsmitglied übernehmen, das meines Dankes sicher wäre.


    LG,
    Flo

  • ich erlaube mir, eine kleine übersicht der gesamtaufnahmen (ga) einzustellen, bitte aber auch gleich darum, von empfehlungen meinerseits mow absehen zu dürfen.
    war mein ursprüngliches konzept, die zur zeit erhältlichen boxen alfabetisch (nach dirigenten) zu listen, so habe ich mich letztlich für eine chronologische darstellung entschieden (die meisten der mit bildern verlinkten aufnahmen sind erhältlich).


    ich persönlich halte die 6 ersten schubertsinfonien für nicht so bedeutend, dass man sie in mehreren aufnahmen besitzen müsste (aber ich hab' ja wegen meiner abneigung gegen die 6. und 9. nicht einmal eine beethovenintegrale...); meine sammlerei der d944 setze ich jetzt einmal arroganterweise als hier im forum bekannt voraus. und wegen dieser zur pflicht gewordenen sucht besitze ich auch einige ga der schubertsinfonien, da ich mir nie sicher sein darf, ob ein paket später auseinander genommen wird und ich so zum objekt meiner begierde komme. falls es fallweise dann doch dazu gekommen ist, habe ich einige ga verschenkt.


    die allererste ga unternahm 1964
    denis vaughan mit dem
    (alessandro scarlatti) orchestra of naples.
    leider ist sie (noch?) nie auf cd erschienen.


    der nächste war schon longtime-runner
    wolfgang sawallisch
    staatskapelle dresden

    1967


    und


    sodann
    yehudi menuhin
    menuhin festival orchestra

    1968
    ich vermute, dass das die ist, denn seine zweite ga (s.u.) ist nicht bei emi erschienen:



    istvan kertesz
    wiener philharmoniker

    1971



    karl böhm
    berliner philharmoniker

    1971



    dann eine größere pause:
    zubin mehta
    israel philharmonic orchestra

    1978
    auch keine cds...


    bei
    herbert karajan
    berliner phil

    1978
    muss man jetzt 2 schachteln kaufen:


    und [am]B0002XV2YS [/am]


    herbert blomstedt
    staatskapelle dresden

    1983



    günter wand
    kölner rso

    1984



    neville marriner
    a o s m i t f

    1984



    otmar suitner
    staatskapelle berlin

    1986



    daniel barenboim
    berliner ph

    1987



    horst stein
    bamberger symphoniker

    1987
    gibt's nur mehr in japan. ich setz den link wegen des scherzes, den sich ein amazoniker erlaubt hat. wer findet ihn?



    (nicht mal superalf konnte das bild darstellen...)



    riccardo muti
    wiener ph

    1993



    claudio abbado
    chamber o of europe

    1988
    nach (angeblich) vaughn der erste, der sich die autographen vornahm.



    roy goodman
    the hanover band

    1990



    nikolaus harnoncourt
    royal concertgebouw orkest

    1993



    marcello viotti
    rso saarbrücken

    1996


    kein bild



    frans brüggen
    o of the 18th century

    1996



    tamas vasary
    budapest so

    entweder 1996 (aufnahmen) oder 2002 (erscheinung)


    kein bild


    wir sind im jubeljahr:


    michael halasz
    failoni orchester budapest

    1997



    colin davis
    staatskap dr
    (schon wieder!)
    1997
    schaut jetzt so aus:


    , früher so:


    jos van immerseel
    anima eterna

    1997



    die aufnahmen sind scharf! wahrscheinlich fehlt bei dieser billigbox das äußerst interessante und umfangreiche textmaterial der ursprünglichen schachtel...



    yehudi menuhin
    sinfonia varsovia

    1998
    die einzige zweite ga eines dirigenten.



    wilhelm keitel
    putbus festival o

    1998



    der letzte im vorigen jahrtausend:


    alain lombard
    o della svizzera italiana

    2000



    und beim ersten im neuen habe ich bis jetzt vergeblich auf eine auskoppelung der d944 gewartet, ich werd' wohl demnächst in den teuren apfel beißen müssen...


    hans zender
    so des swr

    2003




    jonathan nott
    bamberger s

    2007
    den nott kann man sich um viel geld zusammen sammeln, seit heuer ist die serie vollständig.






    ein (für mich) unklarer fall ist


    alexander dmitriev
    leningrader philharmoniker


    da sind jetzt die sinf 1-4 erschienen,



    auf 8 und 9 warte ich sehnsuchtsvoll,





    ob 5 und 6 auch eingespielt wurden, entzieht sich meiner erkenntnis...




    :hello:aus schubert-town

  • Zitat

    Original von observator
    horst stein
    bamberger symphoniker

    1987
    gibt's nur mehr in japan. ich setz den link wegen des scherzes, den sich ein amazoniker erlaubt hat. wer findet ihn?



    :D :D :D
    aber ich fürchte das war kein Scherz. Wenn man den Link weiter verfolgt, findet man in der Diskographie des Dirigenten einige zumindest in dieser Schreibweise völlig unbekannte Werke: Eine Alpen Synfonie [JP-Import], Also Sprach Zarathustr [JP-Import]
    Was es in Japan so alles gibt...
    Merkwürdig auch insofern, als in Japan offiziell l und r zu "r" vereinheitlicht sind (in China "l"). Korrekt müßte er Ho-ru-su-to Shu-ta-in heißen.


    Sayonara,
    Khampan

  • Zitat

    Original von observator
    möchte mich auf das herzlichste beim hochgeschätzten moderatorenteam für die wie immer prompte, effektive sowie selbstlose hilfe bedanken


    besser als die polizei :D

  • Ich hatte für kurze Zeit mal die GA unter Muti. Diese wirkte auf mic wenig überzeugend, etwas langweilig und uninspiriert - egal, in welche Symphonie man reinhörte :stumm:


    Allerdings habe ich spätestens bei der 3. Symphonie ein Problem. Denn diese kenne ich sehr gut unter Carlos Kleiber. Und nach meinen bisherigen Hörerfahrungen ist das die Referenz. Die 3. habe ich nirgends überzeugender gehört.



    :hello:
    Wulf

  • Wie bekannt, ist es ein Hobby von mir, Aufnahmen auf kopierte Wiederholung hin zu untersuchen. Ein Sammel-Thread hierzu steht noch aus (die Materialsammlung ist bei weitem noch nicht abgeschlossen), ich halte es allerdings für geboten, die schlimmsten Übeltäter sofort zu benennen.
    Leider mußte ich gerade feststellen, daß sich an die Spitze der Negativliste (bisher gehalten vom Emerson Quartet und Takacs Quartet) die Aufnahme von
    Schuberts 9. mit Jos van Immerseel / Anima Eterna
    gesetzt hat, und zwar in einer Weise wie es kaum noch zu toppen ist:


    1. Satz
    Exposition: 85 % kopiert


    3. Satz
    a) (1. Teil des Scherzos): 72 % kopiert
    b) (2. Teil des Scherzos): 97 % kopiert
    c) (da Capo ohne Whg): 100 % identisch mit jeweils 1. Mal von a) und b)


    4. Satz
    Exposition: 97 % kopiert


    Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß das NICHT NORMAL ist. Bevor sich allerdings andere Ensembles bzw. Aufnahmeteams fragen, wozu sie sich denn die doppelte Arbeit machen sollen, wenn es so einfach auch geht, ergeht folgende Warnung:
    Es wird im Tamino-Forum bald eine schwarze Liste der Kopiersünder geben, die laufend aktualisiert und erweitert wird, und zwar so lange bis der Betrug aufhört
    .


    :boese2:
    Khampan


  • Hallo Khampan,


    das ist ja ziemlich erschreckend.


    Eine Frage aber: Wie vergleichst Du Original und Wiederholung (oder sollte ich sagen: Kopie...)? Über einen Wave-Editor? Ich denke, rein durch Hören ist das nicht so einfach.


    Viele Grüße,


    Melanie

  • Salü,



    Mit der Immerseel-Box bin ich mehr als zufrieden! Interessant ist, dass gerade die Sinfonien Nos. 1 bis 3 hier sehr viel dramatischer erklingen, als man sie eigentlich einschätzt. Die 6te hingegen sprüht und glüht nur so vor Freude und und schubertscher Melodik und gefällt mir hier von allen am besten. Die "Unvollendete" ist sehr grandios interpretiert - mich stört nur eine Stelle im 2. und letzten Satz - das könnte ich mir schöner vorstellen. Leider finde ich gerade die Partitur nicht, um die Takte anzuzeigen. Die "Große" ist hier 2 Takte länger, als bei üblichen Einspielungen: Im Scherzo werden die beiden von wem auch immer getrichenen Takte wieder gespielt - und das ist auch m. E. gut so. 4te und 5te sind ebenfalls sehr hörenswert eingespielt - bei der 5ten m. E. ein manchmal ein wenig zu seicht. Sollte ich Zeit und Lust finden, äußere ich mich gerne detaillierter dazu.


    Viele Grüße
    Ulli

  • Hallo!


    Ich bin entgegen der allgemeinen Auffassung hier mit den Goodman-Aufnahmen nicht glücklich. Sie sind mir irgendwie zu unschön und unentschieden. Nur die "Große" höre ich sehr gerne.
    Da mich die Symphonien Nr. 1-3 eh nicht arg interessieren, konnte mir diese Doppel-CD helfen. Norrington liegt mir mehr.



    Viele Grüße,
    Pius.


  • Lieber Pius,
    es ist gerade das »Unschöne« der Goodman-Aufnahmen/Interpretationen, das mir so gut gefällt. Ich finde, daß Goodman Schuberts Musik (auch die Symph. 1-6) endlich einmal erstgenommen hat - da hört man die harten, schroffen, abgründigen Seiten dieser Musik wirklich durch.
    Ich kann inszwischen meine nicht-hippen Einspielungen (Muti, Böhm, Abbado...) gar nicht mehr hören. Brüggen ist mir auch zu zahm. Nun war ich nach Ullis Lobeshymnen ernsthaft versucht, mir die Immerseel-Box zu kaufen - und dann hat Khampan dieses desillusionierende Posting eingestellt (die Mehrspurmaschine als Originalinstrument...). Vielleicht versuche ich es auch mal mit Norrington...
    Herzlichst,
    Medard

  • Zitat

    Original von Klawirr
    Nun war ich nach Ullis Lobeshymnen ernsthaft versucht, mir die Immerseel-Box zu kaufen - und dann hat Khampan dieses desillusionierende Posting eingestellt (die Mehrspurmaschine als Originalinstrument...). Vielleicht versuche ich es auch mal mit Norrington...


    Vielleicht macht er das mit Norrington und Goodman ja auch noch? :D


    Und des Desillusionators Werk betrifft schließlich ausschließlich die Porsche-Sinfonie - die anderen hat er nämlich garnicht.


    :hello:


    Ulli

  • Hi Ulli,


    Zitat

    Original von Ulli


    Vielleicht macht er das mit Norrington und Goodman ja auch noch? :D


    Das befürchte ich ja auch! - deswegen werde ich in diesen und in den »kopierte Wiederholungen«-oder-so-Thread zukünftig auch nicht mehr reinschauen... ;)


    Zitat

    Und des Desillusionators Werk betrifft schließlich ausschließlich die Porsche-Sinfonie - die anderen hat er nämlich garnicht.


    :hello:


    Ulli


    Beruhigend! Habe übrigens trotz des »Desillusionators« Umtrieben gerade die Immerseel-Box bestellt und Norrington erstmal hintangestellt - ich mag ja schon seinen Beethoven nicht besonders und über den Berlioz (Requiem, Fantastique) schweige ich lieber...


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Hallo!


    Was haltet ihr von dieser Aufnahme




    ?


    mfg
    Renua

    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann...
    Das Gegenteil ist schon schwieriger. (K. Tucholsky)