Eine Operngesamtaufnahme für die "Arche Noah"

  • Liebe Opernfreunde,


    Immer wieder zwischen ernsteren Beiträgen auch ein wenig "Spielerisches"


    So lade ich diesmal alle Opernfreunde dieses Forums ein,
    eine einzige Operngesamtaufnahme (Nein, nicht den gesamten Ring- nur EINE einzige Aufnahme :D ) mit auf die symbolische Arche Noah mitzunehmen, die uns vor der Sintflut des "Zeitgeistes" retten soll.
    Die Wahl steht jedem frei, es kann auch ein schon genanntes Werk in anderer Besetzung ein zweites Mal nominiert werden.


    Bitte die Besetzungsliste und Titel eingeben, nicht nur ein Bild veröffentlichen.


    Das Forum hat derzeit 103 Mitglieder, ich gehe davon aus, daß sich ca. 20 bis 25 an diesem Thread beteiligen werden, so haben wir herausgefunden welches die´in diesem Forum als unverzichtbar eingeschätzten Operngesamtaufnahmen sind. Mono ist erlaubt, muß aber deklariert werden, ditto historisch.
    Es sollte aber immer im Hinterkopf gehalten werden, daß die "gerettete Aufnahme" nicht lediglich die eigene "Lieblingseinspielung sein soll, sie soll als Schatz für die gesamte Opernwelt gesehe, und aus diesem Geichtspunkt ausgewählt werden.


    Die Wahl kann, muß aber nicht, begründet werden.


    Ein gewisser Hang meiner Person zum Sadismus ist auch bei dieser Aufgabenstelluing nicht zu übersehen. :D


    Viel Spaß und Qual der Wahl
    beim Mitmachen


    Alfred

  • Lieber Alfred,


    na da hast Du uns ja mal wieder eine fiese Aufgabe gestellt...
    Danken möchte ich Dir für Deinen Großmut, daß ich sgar eine MONO-Aufnahme wählen darf. Eigentlich müsste man ja die Mutter aller Opernkomponisten, Claudio Monteverdi nehmen, oder den Gottbegnadeten, Mozart. Puccini kann hier keinesfalls in die Tüte kommen und wenn er mir noch so gut gefällt. Strauss scheidet bei diesem Unternehmen für mich auch aus. Bartok oder Berg entspricht vielleicht nicht unbedingt dem Geschmack der meisten Musikfreunde, leider. Britten kommt auch nicht in Frage. Verdi? warum nicht.
    Ich entscheide mich dennoch für Furtwänglers Tristan & Isolde mit Ludwig Suthaus, der Flagstad und Fischer-Dieskau. "Himmelhöchstes Weltentrücken"!



    Gruß aus frankfurt


    PS: Der erste Akt hat ja auch mit Schifffahrt zu tun. Ergo: Perfekt für die Arche!

  • Hm, Alfred, einen ähnlich gearteten Thread wollte ich starten (mach ich auch noch ;) ).


    Ich liefere die erste Stereo-Aufnahme:



    Andrea Chénier: Placido Domingo


    Gerard: Sherill Milnes


    Maddalena: Renata Scotto


    James Levine dirigiert das National Philharmonic Orchestra

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht die Anbetung der Asche.
    Gustav Mahler

  • "Mir ist die Ehre widerfahren,..."


    "...diese Aufnahme in die akustische Arche Noah zu geleiten."



    Mit Elisabeth Schwarzkopf (Marschallin), Otto Edelmann (Ochs), Christa Ludwig (Octavian), Theresa Stich-Randall (Sophie), Eberhard Wächter (Faninal) u.a.


    Philharmonia Orchestra und Chor


    Dirigent: Herbert von Karajan


    Produzent: Walter Legge


    1956, STEREO

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • @Alfred, Zitat:
    Es sollte aber immer im Hinterkopf gehalten werden, daß die "gerettete Aufnahme" nicht lediglich die eigene "Lieblingseinspielung sein soll, sie soll als Schatz für die gesamte Opernwelt gesehe, und aus diesem Geichtspunkt ausgewählt werden.
    --------------------------------------------------------------------------------


    Aus historischer Sicht ein Muss, diese Aufnahme herüberzuretten:



    Eine geniale und unvergessene Einspielung der Zauberflöte von Karl Böhm. Unbedingt erhaltenswert schon allein der überragenden Sänger wegen wie:
    Wunderlich als Tamino, Fischer-Dieskau als Papageno, etc.

    Absolut als Referenzaufnahme anzusehen, die ihresgleichen sucht.....


    Herzliche Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.

  • Mein Favorit ist dieser Tannhäuser unter Solti:






    Aufnahme von 1970


    Besetzung:
    Kollo, Ludwig, Dernesch, Braun, Hollweg, Equiluz, Sotin, Bailey, Wiener Staatsopernchor


    Obwohl ich Solti als Ring-Dirigent nicht mag, ist diese Aufnahme
    wirklich perfekt.


    Gruß
    Rüdiger

    Gruß
    Rüdiger


    ________________________
    Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.


    C.G. Jung

  • Hallo, schwer ist diese Aufgabe schon..
    die Technik ist auch gegen mich...meine Jahrhundertaufnahme ist ganz etwas anderes.
    La fille du régiment:
    Decca Bonynge - Sutherland, Pavarotti, Malas.
    Das war was völlig Neues zu diesem Erscheinungsdatum Ende der 60er Jahre.



    Man kannte diese "Verschnitte" mit Valletti und Campora ...und dann diese Covernt Garden Produktion, später Chicago und New York.
    etwa zur gleichen Zeit machte das dann auch Kraus mit der Freni in italienischer Sprache, auch Pavarotti sang das auch mit der Freni.
    Diese absolute Höhensicherheit, diese Leichtigkeit als wäre das nichts.
    Sogar in der Studioaufnahme spürt man die Freude an der Sache aller Beteilgten.
    Bonynge verbot bei den Proben Big P.(übrigens damals um die 90kg) auszusingen, er wußte einfach,dass er das kann.
    Alle späteren Versuche(inklusive des bravourösen Florez) waren nicht annährend so gut.Leider machte Pavarotti mit seinen Auftritten in den späten 90er (!!!) Jahren seine eigene Legende zunichte. Na viele haben dieses Debake lja nicht mitbekommen.
    manrico

  • Nachdem glücklicherweises die Zauberflöte schon auf der Arche ist, konnte ich mich für "Die Hochzeit des Figaro" entscheiden.


    Wolfgang Amadeus Mozart:
    Le Nozze di Figaro
    Hermann Prey
    Edith Mathis
    Gundula Janowitz
    Dietrich Fischer-Dieskau
    Tatiana Trojanos
    Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Karl Böhm



    Beste Grüße aus Wien


    Alfred

  • Bei den wenigen Opern, die ich höre, fällt die Wahl sehr schwer, insbesonders da es eine stimmlich und klanglich hervorragende Traviata mit Lorengar und Fischer-Dieskau gibt...
    Aber ich entscheide mich hier ausschließlich für die zu unrecht vernachlässigte Oper von Gaspare Spontini "Agnes di Hohenstaufen", auch wenn der Livemitschnitt aus dem Jahre 1970 unter Riccardo Muti klanglich (Hörproben) nicht immer dem verwöhnten Ohr schmeichelt; dafür entschädigen aber alle Stimmen, ganz besonders die der Caballe.
    Es scheint, dass ihr neben der Maria Stuarda auch die Partie der Agnes auf Leib und Seele geschrieben wurde.


    Besetzung:
    Montserrat Caballe, Sesto Bruscantini, Antonietta Stella, Giangiacomo Guelfi, Walter Alberti, Giovanni Antonini, Giampaolo Corradi, Ferruccio Mazzoli, Bruno Prevedi


    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • Für mich gehört Orfeo und Euridice- hier von Gluck auf die Arche. Auch nach Hören vieler älterer klassischer Aufnahmen ist mir doch die neuere Aufnahme von Jacobs am liebsten.
    Deshalb mein Vorschlag:






    Der orfeo von Monteverdi gehört auch unbedingt dazu - kann mich aber nur sehr schwer auf eine einzelne Aufnahme festlegen.


    Und auch Dido und Aneas - Purcell - Einspielung von Hogwood. Aber mein Vorschlag ist schon vergeben.

  • Auf jeden Fall wird, so wie es momentan aussieht, nach der virtuellen Sintflut die Musikgeschichte in Bezug auf Oper neu geschrieben werden müssen :stumm::D:P


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Auch wenn ich kein Spezialist für diese Musikepoche bin, kann ich Monteverdis Meisterwerk hier doch nicht im Regen stehen lassen. Andiam, Signore Orfeo!



    Mit Anthony Rolfe Johnson (Orfeo), Julianne Baird (Eurydike), Anne Sofie Otter (Bote) etc.


    English Baroque Soloists


    Dirigent: John Eliot Gardiner


    Archiv Produktion (Deutsche Grammophon)


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • HÄÄÄ


    Erwischt. Habs mir doch gedacht, daß jemand der Wagner als Avatar nimmt nicht lediglich Monteverdi rettet. (zähnefletsch)


    Aber ich lass mich erweichen:


    Alle dürfen noch eine Zweite Oper retten !! Aber wirklich nuir eine zweite. !! (Es fehlen jan nur mehr vereinzelte unwichtige Werke (LOL))


    (Diese Avatare sind doch praktisch, da hab ich viel mehr Übersicht :D )


    Gruß aus Wien


    Alfred

  • Zitat

    Original von Alfred_Schmidt
    Alle dürfen noch eine Zweite Oper retten !! Aber wirklich nur eine zweite. !! (Es fehlen ja nur mehr vereinzelte unwichtige Werke (LOL))


    ...und die Chance wird postwendend genutzt: Purcell - Dido & Aeneas - William Christie



    Gruß
    Uwe

  • Hallo Alfred,


    ein Versehen meinerseits. Ich hatte die Aktion wohl unbewußt mit dem "Grand Concours" der furchtbarsten Cover verwechselt (da dürfen wir ja drei benennen!). Im Nachhinein finde ich meine Schmuggelaktion aber gut. Da können ein paar Meisterwerke mehr überleben! :D


    Grüße


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hier meine zweite Wahl:



    Salome:Nilsson
    Herodes: Stolze
    Jocchanaan: Wächter
    Wiener Philharmoniker, Solti, 1961


    Diese hypernervöse, fiebrige, aber farbenprächtige und suchtmachende Musik will ich auch auf der Arche Noah nicht missen. Die Nilsson ist sicher DIE Salome des Stereozeitalters, Stolze wahrscheinlich der beste Herodes überhaupt und Solti hat hier eine herrlich expressionistische Strauss-Aufnahme vorgelegt.
    Besonders erwähnen möchte ich die brillante Aufnahmetechnik der Decca.


    Hyperion
    PS: in dieser Oper befindet sich eine meiner Lieblingsmelodien (zu Salomes Worten: Wie süß ist hier die Luft, hier will ich atmen)

  • Hallo,


    Toll ,daß man noch eine zweite Aufnahme nennen kann.
    Nachdem der Tristan schon erwähnt wurde, soll es
    diese sein :



    Elektra unter Solti mit B. Nilsson,R. Resnik.


    Diese Aufnahme hat mich sehr fasziniert, nicht nur wegen der
    gesanglichen Leistungen, sondern auch der brillianten Aufnahmetechnik.


    Zu den anderen Straussopern außer Salome habe ich bis jetzt
    noch keinen Bezug gefunden.


    Gruß
    Rüdiger

    Gruß
    Rüdiger


    ________________________
    Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.


    C.G. Jung

  • hallo,


    wie ist das, darf man ein Veto gegen eine Aufnahme einlegen?
    Wenn ja, dann spreche ich mich nachhaltig gegen diese Elektra-Aufnahme von Solti aus!


    Die Besetzung ist bestenfalls mittelmäßig. Nilsson ok, aber das wars dann auch schon. Den Orest von Krause muss man als brustschwach bezeichnen, Resnik singt akzeptabel aber nicht annähernd so ausdrucksstark wie zB Madeira; mein Verdikt richtet sich aber vor allem gegen die Chrysothemis von Collier; war die völlig indisponiert bei den Aufnahmen oder sang die immer so? Zum Abschalten!


    Ein Plus ist natürlich die Tatsache, dass Solti hier die einzig mir bekannte Gesamtaufnahme vorgelegt hat. Absolut unverständlich, warum die anderen Dirigenten solch inhaltlich wichtige Stellen, wie: "diese süßen Schauder, hab ich dem Vater opfern müssen" regelmäßig streichen.


    Als Alternative würde ich die Böhm-Aufnahme mit Borkh, Schech, Madeira und Fischer-Dieskau empfehlen die keine Wünsche offen läßt - wenn ich nicht schon 2 Opern auf die Arche geschickt hätte.


    Hyperion

  • Na, das ist aber großzügig... ;)
    Dann nehme ich doch noch die Aufnahme mit auf die Insel, die zugunsten meiner ersten Wahl zurück stehen mußte:


    Verdi - La Traviata



    Orchester und Chor der Deutschen Oper
    Lorin Maazel
    Aufnahme: Berlin, Juni 1968


    Pilar Lorengar - Violetta Valéry
    Giacomo Aragall - Alfredo Germont
    Dietrich Fischer-Dieskau - Giorgio Germont


    In weiteren Partien:
    Pier Francesco Poli (Tenor) Silvio Maionica (Bass), Stefania Malagu (Mezzo), Virgilio Carbonari (Bass), Mirella Fiorentini (Sopran), Alfonso Losa (Tenor), Giovanni Foiani (Bass)

    Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, den Menschen zu sagen, was sie nicht hören wollen. [frei nach George Orwell]

  • @hyperion


    Zitat

    wie ist das, darf man ein Veto gegen eine Aufnahme einlegen?


    Leider ist das nicht vorgesehen :D



    Das hat natürlich auch seine Vorteile:


    Steillt Euch mal plastisch vor, was ich alles mit Veto belegen würde, solange nicht der komplette Mozart, Verdi, Bellini Donizetti Lortzing, Auber an Bord wären :stumm: :P


    Aber immerhin war es interessant Deine Meinung dazu zu hören.


    Gruß
    aus Wien


    Alfred

  • Hallo, Alfred,


    damit Dein Gummiboot voll wird :evil: und weil Mozart sowieso dabei ist meine Wahl:



    Guiseppe Haydn: L'aima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice


    The academy of ancient music (on authentic instruments)
    Orchestra and Chorus • Christopher Hogwood


    EuridiceCecilia Bartoli
    OrfeoUwe Heilmann
    GenioCecilia Bartoli
    PlutoAndrea Silvestrelli
    CreonteJose d'Arcangelo
    Corista IRoberto Scaltriti
    Corista IIJose Fardillha
    Corista IIIColin Campbell
    Corista IVJames Oxley
    BaccanteAngela Kazimierczuk


    Total timing 124.26 DDD


    DECCA


    Von mir aus kann's losgehen... AHOI


    Ulli

  • Hallo,


    für aufzumunternde Stunden in der Arche eine französische Oper von Adolphe Adam
    * 24. Juli 1803 in Paris, † 3. Mai 1856 ebd., Komponist



    Uraufführung am 13.10.1836 in Paris, Komische Oper in drei Aufzügen. In Berlin um 1850 in der Oper
    "Unter den Linden" für Deutschland uraufgeführt mit riesigem Erfolg. Ein Ohwurm folgt dem anderen.
    Selten fehlte es in einem Opernwunschkonzert, der Tenor Theodor Wachtel soll es über 1000 mal
    gesungen haben. Über 120 Jahre eine gern gespielte Oper, um der es heute stille geworden ist.


    Leider nur Ausschnitte in der n.a. Aufnahme der Bayerischen Staatsoper von 1995


    Mitwirkende:
    Dirigent Fritz Lehan
    Nicolai Gedda
    Ruth-Margret Pütz als Madeleine
    Franz Crass als Bijou
    Franz Klarwein


    Chor und Orchester der Bayer.Staatsoper




    Grüsse
    reklov29

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.