Barockmusik - nein danke (???)

  • Guten Tag


    interessante Diskussion :hahahaha:


    Zitat

    Original von der Lullist


    Nein, natürlich höre ich Bach's Musik ab und zu ganz gerne, aber ich billige ihm nicht zu dieser Übervater zu sein.
    Er gehört ganz sicher zu den großen Barockkomponisten, aber er ist (für mich) nicht das Non-plus-ultra. (Und trotzdem ist er ziemlich massiv in meiner Sammlung vertreten :D )


    Hab mal meine Sammlung in Augenschein genommen; J. S. Bach nimmt bei mir den größten Raum ein. Danach folgen (habs nichtso genau gezälht !) Händel, Vivaldi, Monteverdi, Telemann, Buxtehude, Schütz, Biber,.... und jede Menge weiterer Barockmeister


    Mit J.S. Bach kam ich vor ~ 35 Jahren erstmalsmit Barockmusik in Berührung, meine ersten LPs waren seine Overtüren und die Brandenburgischen Konzerte.
    Früh hatte ich auch LPs von Telemann, Biber, Monteverdi uvm. (alles was Harnoncourt so um diese Zeit veröffentlichte) in meiner Sammlung.
    Hatte schon früh ein breites Spektrum Barockkomponisten in meinem Repertoire.
    Entscheiden, wer für mich der "Größte Barockkomponist" sei, das kann ich nicht, das wechselt laufend :hahahaha:



    Gruß aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Momentan liegt mein Schwerpunkt eindeutig beim Barock und ich bin gerade dabei das Feld grob abzustecken. Das geht von Schütz, Monteverdi über Telemann bis Bach und zu Händel und Vivaldi. Biber ist wohl auch bald "fällig".


    Ein wenig schmunzeln muss ich über meine Aussagen vor einiger Zeit. Naja, man lernt eben nicht aus. ;)

    29.08.1958 - 25.06.2009
    gone too soon

  • Guten Tag


    Zitat

    Original von Masetto
    Momentan liegt mein Schwerpunkt eindeutig beim Barock


    Wenn man mal von Mozart absieht, ich hatte nie einen anderen Schwerpunkt :untertauch: :hahahaha:



    Zitat

    und ich bin gerade dabei das Feld grob abzustecken. Das geht von Schütz, Monteverdi über Telemann bis Bach und zu Händel und Vivaldi. Biber ist wohl auch bald "fällig".


    Biber muss man kennen :jubel:
    Ansonsten; das Repertoire ist unerschöpflich, und man entdeckt immer Neues :jubel:


    Gruß :hello:


    aus der Kurpfalz


    Bernhard

  • Und diese auch nicht!



    Französische Opernarien des Barock von Lully, Campra,
    Rameau, Mondonville, Leclair, Royer, Gluck

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Hallo alle zusammen,


    letzter Beitrag in diesem Thread war 2007 im Juni. Werde also den ersten Beitrag für 2008 schreiben, mal sehen, villeicht bleibt er ja nicht der letzte (wäre ja schön!!)
    Mein Verhältnis zur Barockmusik ist seit langer Zeit ein sehr intensives. Darauf gestossen bin ich in der gigantischen Schallplattensammlung meines Vaters. Mein Vater war sehr Beethovenlastig (alleine über 10 verschiedene Einspielungen sen 9 Sinfonien), so kann ich sagen, dass ich natürlich sehr wohl Bezug zur Musik bis ins frühe 20. Jh habe. Schon deshalb, weil ich lange Zeit in verschiedenen guten Laien-Orchestern gespilet habe. Da kommt einiges zusammen.
    In besagter Plattensammlung fand sich eine Schallplatte mit Musik von Vivaldi. DGG Archiv-Produktion. Absolut faszinierende Aufnahme mit dem Kammerorchester Emil Seiler (letzterer war Professor in Freiburg/Br.) Auf der LP befanden sich das berümte Flautinokonzert C-Dur, das Konzert für Viola d´amore, Laute und Streicher, Das Cellokonzert in c-moll (RV401) und das Violinkonzert mit der Echo-Violine (Violino per eco in lontano). Das hat mich so beeindruckt, dass Vivaldi mich seit dieser Zeit viel beschäftigt hat, sowohl klanglich als auch theoretisch.
    Natürlich habe ich eine vielzahl von Tonträgern mit barocker Musik verschiedenster Komponisten. Un d zu guter letzt sollte man bedenken, dass die sog. "Klassische Musik" und ihre Nachfolgegattungen auf dem fundament gerade auch der Barockmusik stehen. Deshalb ist ein Vergleich nicht nur unangebracht (z.B. zwischen Barock und Wiener Klassik) sondern eigentlich nicht wirklich möglich.
    Herzliche Grüße


    Stefan.M

    Stefan

  • Hallo,


    Barockmusik ist für mich erst ein wenig später in den Gesichtskreis geraten, da ich, ähnlich wie Stefan M. von einem Beethovenlastigen und allgemein auf Klassik und Romantik ausgerichteten Vater musilkalisch geprägt wurde.
    Ich fühle mich reich beschenkt durch die Flut der Neueinspielungen, zum Teil auch Ersteinspielungen barocker Werke in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren. Besonders ans Herz gewachsen sind mir dabei die wunderbaren Vivaldi-Aufnahmen von Fabio Biondi und Europa Galante mit Carmignola an der Sologeige.
    Aber auch die vielen schönen Bläser-, besonders Flötenkonzerte jener Zeit vermitteln pure Lebensfreude.
    Ein besonderer Genuss ist in diesem Rahmen für mich auch Telemann, sicherlich nicht so überschäumend und brillant wie die Italiener, aber froh und teilweise sogar witzig, wie zum Beispiel in seinem "Don Quichote" .
    Ohne die barocke Instrumentalmusik würde mir eines der wichtigsten Mittel akustischer Lebensfreude fehlen. Ohne die großen Oratorien und Messen eines Bach, Vivaldi, Monteverdi, Palestrina ein wichtiges Element der Spiritualität, auch jenseits religiöser Erfahrung.


    Grüße
    tukan

  • Zitat

    Original von tukan


    Besonders ans Herz gewachsen sind mir dabei die wunderbaren Vivaldi-Aufnahmen von Fabio Biondi und Europa Galante mit Carmignola an der Sologeige.
    Aber auch die vielen schönen Bläser-, besonders Flötenkonzerte jener Zeit vermitteln pure Lebensfreude.


    Hallo Tukan,


    die Aufnahmen mit Bondi sind wirklich große Einspielungen. Auch die Auswahl der Werke auf den CD´s sind bestens getroffen. Ich bin der HIP an Anfang sehr kritisch gegenüber gestanden (hier wieder Vaters Prägung), muss aber sagen dass angesichts einer ganzen Reihe renomierter HIP-Großmeister dieses Vorurteil ausgeräumt ist. Einer meiner Lieblingsdirigenten diesbezüglich ist übrigens Federico Maria Sardelli. Seine Vivaldi-Interpretationen gehen mir ins Mark. Neben Instrumentalkonzerten hat er auch u. a. 4 Vivaldi Opern eingespielt.
    Viele Grüße aus dem hohen Norden


    Stefan

    Stefan

  • Oh, ich liebe sie, die Barockmusik, und würde sehr gerne einmal Werke weniger bekannter Zeitgenossen Bach's aufführen. - Das Problem ist nur - so sagt unser Dirigent - dass dann die Zuhörer ausbleiben, weil sie den Namen des Komponisten nicht kennen. - Ich denke dabei an Heinichen, der ganz tolle Messen geschrieben hat.
    Habe ich bei "YouTube" entdeckt.


    Mit "barocken" Grüßen,


    Melisma :hello:

  • Sagitt meint:


    das Risiko., Werke aufzuführen, die das Publikum nicht kennt, ist sehr hoch. Weihnachtskantaten von Bach ? Nein, Weihnachtsoratorium, Belshazzar von Händel, nein Messias, Brockes-Passion von Telemann, nein Matthäus-Passion von Bach.


    So wird gedacht .


    Wir hatten zu Karfreitag die sieben Worte Jesu von Haydn ( in der Chorfassung) im Bremer Dom, und alle dachten, auch viele Sänger, wo bleibt die Bach-Passion ?

  • Hallo,


    was ich schade finde, ist, dass barocke Instrumentalmusik so selten in das Angebot der großen Konzertsäle Eingang findet.
    Jetzt, im Händeljahr, spielte man bei uns im Dortmunder Konzerthaus einmal die Feuerwerksmusik, aber ansonsten kann ich mich kaum erinnern, dass ich je ein barockes Stück im normalen Konzertabo-Angebot gehört hätte.
    Um Barockmusik zu hören, muss man meist in Kirchen und Schlösser gehen, die zwar ein schöner äußerer Rahmen sind, aber nicht immer die optimale Akustik und oft eine schmerzhafte Bestuhlung aufweisen.
    Da ich, bevor ich dieses Forum kennen lernte, gar nichts über die Auseinandersetzung über die historische Aufführungspraxis wusste :untertauch:, möchte ich euch fragen, ob aus diesem Grunde die großen Orchester, sofern sie nicht auf Barockmusik spezialisiert sind, die Werke der alten Meister missachten?!


    Grüße


    tukan

  • Hallo,
    Nein, von "Missachten" würde ich da nicht reden. Es gab bereits seit den 50ger
    Jahren des vergangenen Jahrhunderts das Bestreben, etwa Bachs "Orchestersuiten" oder seine "Brandenburgischen" in den großen Konzertsälen zu spielen; als Interpretenbeispiele für etliche andere seien hier Karajan und Klemperer stellvertretend für den "Rest" genannt. Die Ergenisse dieser Bemühungen jedoch sind in mehr als nur einer Hinsicht anfechtbar.


    Abgesehen von den Groß, bzw. "Freiluftwerken" Händels, dem im Bedarfsfall das vollständige musikalische Equipment des Vereinigten Königreiches zur alleinigen Verfügung stand, sollte man jedoch bedenken, daß die überwiegende Anzahl der barocken Orchesterwerke gewollt "intim" gedacht und konzipiert waren und dementsprechend auch die Räumlichkeiten zu berücksichtigen sind, in der sich eine solche Musik adäquat entfalten kann. Wenn hier, wie jetzt z.b., das "Freiburger Barockorchester" spielt, so treten die nicht in der Philharmonie sondern im geeigneteren "Kammermusiksaal" auf.

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Zitat

    Original von Melisma
    Das Problem ist nur - so sagt unser Dirigent - dass dann die Zuhörer ausbleiben, weil sie den Namen des Komponisten nicht kennen. - Ich denke dabei an Heinichen....


    Melisma :hello:


    Hallo zusammen,


    ich kann Melisma hier nur recht geben. Der Dirigent bringt es auf den Punkt. Die Zuhörer bleiben aus. Die Plattenindustrie denkt ebenso und verbreitet (sicher an sich lobenswert) Bach-Passionen in jeder nur denkbaren Einspielung weil das Geld bringt. Wo bleiben die zu unrecht "vergessenen" Werke von zu unrecht vergessenen Meistern.
    Ein Beispiel: Die Oper Montezuma von Vivaldi galt als verschollen (so in den einschlägigen Werkverzeichnissen nachzulesen) bis sie von A. Curtis "wiederentdeckt" wurde. Sie war aber nicht verschollen, sondern wurde einfach beiseite geschoben, unterschätzt und vernachlässigt. Hier hat die Plattenindustrie sich doch ein Herz gefasst und diese hervorragende Einspielung mit dem Dirigenten Curtis herausgebracht. Bei dem heutigen Bekanntheitsgrad von Vivaldi übrigens kein allzu hohes Wagnis.


    Einen herzlichen Gruß aus N.


    Stefan.M

    Stefan

  • Wir werden im November dieses Jahres Händels "Joshua" im Konzertsaal szenisch aufführen. - Bin gespannt, wie der Zulauf sein wird. - Zwei Aufführungen werden es sein. -


    Freundliche Grüße,


    Melisma :hello:

  • Zitat

    Original von BigBerlinBear


    Abgesehen von den Groß, bzw. "Freiluftwerken" Händels, dem im Bedarfsfall das vollständige musikalische Equipment des Vereinigten Königreiches zur alleinigen Verfügung stand, sollte man jedoch bedenken, daß die überwiegende Anzahl der barocken Orchesterwerke gewollt "intim" gedacht und konzipiert waren und dementsprechend auch die Räumlichkeiten zu berücksichtigen sind, in der sich eine solche Musik adäquat entfalten kann. Wenn hier, wie jetzt z.b., das "Freiburger Barockorchester" spielt, so treten die nicht in der Philharmonie sondern im geeigneteren "Kammermusiksaal" auf.


    Danke für diese Anmerkung. Allerdings sind auch Mozart-Sinfonien in übersichtlicher Besetzung spielbar, und das Freiburger Barockorchester habe ich mehrfach hier in Dortmund schon im großen Haus gehört, dann zwar in kleiner Besetzung, aber entweder mit dem Zugpferd Cecilia Bartoli oder mit klassischen Werken, die sie ja auch gut beherrschen. Mit Haydns Jahreszeiten sah ich sie auch einmal in der Berliner Philharmonie, was aber nun natürlich auch wieder nichts mit
    Barock zu tun hat. Auch füllen berühmte Pianisten und Kammermusikformationen problemlos ganze Hallen.


    Aber davon ab, bis auf das Freiburger kenne ich kein namhaftes deutsches Orchester, das sich auf Barock spezialisiert hat, im Gegensatz zu Italien mit Il Giardino armonico und Europa Galante, der französischen La petite bande, die mühelos die großen Häuser füllen könnten, würden sie genügend beworben. Daran aber fehlt es wohl, denn obwohl die Barockmusik auf den Tonträgern seit vielen Jahren auf dem Vormarsch ist, setzt sie sich nicht adäquat auf der Konzertbühne durch.


    Wir haben aber hier in Dortmund erfreulicherweise in der nächsten Saison den Balthasar-Neumann Chor und das gleichnamige Ensemble
    unter Thomas Hengelbrock mit Chorwerken um 1730 zu Gast - im großen Haus - und auch Solisten wie zum Beispiel eben die Bartoli oder auch der Oboist Albrecht Mayer machen sich die Barockmusik zum persönlichen Anliegen und füllen große Säle: Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit...


    Grüße


    tukan

  • Hallo,


    ich bin ja sehr neu und wühle mich nun durch die Threads auf der Suche nach neuen Anregungen :-)
    Barockmusik und ich werden keine Freunde, das habe ich festgestellt. Mir ist das, was ich mir auf Youtube gerade so "testweise" anhöre, alles viel zu "kirchlich". Ich bin auch nicht gerade der größte Orgelfreund. Mir klingt vieles zu "düster und streng". Auch stört es mich, wenn Instrumente lauter sind als der Gesang selbst, denn der Gesang ist für mich persönlich das Highlight. Am liebsten eine ganz dezente Klavierbegleitung, und sonst nichts:-


    Trotzdem gebe ich noch nicht ganz auf: Gibt es denn auch "nicht-kirchliche" Barockmusik? Ein frohes Liebeslied, ohne Orgel? Vielleicht könnte mir so etwas ja gefallen:-)


    Viele Grüße!

  • Hallo balonia,


    vielleicht könntest Du es mit weltlichen Liedern aus der Zeit des Barock versuchen. Der Sänger Andreas Scholl ist ein Countertenor, vielleicht sagt Dir diese Stimmlage nicht zu. Die Lieder aber, die er etwa auf der unten abgebildeten CD singt, sind alles andere als düster. Die Instrumentalbegleitung ist sehr filigran und dezent, die Stimme des Sängers wird nirgends zugedeckt.


    Wäre vielleicht einen Versuch wert.



    Grüße,


    Garaguly

  • Hallo, Balonia,


    auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum. Wenn du mehr auf gesungene Barockmusik Wert legst, würde ich es mal mit Opern von Händel versuchen, vielleicht mit einem Sampler, bevor du dich an eine ganze Oper wagst. Vorteil: Du gewinnst einen Eindruck von der Musik. Nachteil: Es liegen keine Texte bei. Dafür kosten sie nur kleines Geld. Ein Vorschlag:




    Viele Grüße


    Mme. Cortese

    Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

  • Hallo, Balonia, willkommen! Du wirst hier noch die tollsten Entdeckungen machen. Wie ist es, wenn du dich von der Barockmusik ganz frei machst und eine Epoche zurück in die Renaissance gehst, genauer gesagt in die flämische Polyphonie, also in die Kompositionen von Palestrina, Josquin, Ockeghem, Orlando di Lasso, Francisco Guerrero, Morales und Tomás Luis de Victoria? Das iistGesang pur, allerdings in Aufnahmen von speziellen Vokalemsembles. Anregungen gibt es hier im Forum mehr als genug. Wenn es aber dann doch Barock sein soll, da gibt es nur einenNamen: Heinrich Schütz. Beginne dort mit der Chormusik von 1648, dann die "Musikalischen Exequien", dann der "Schwanengesang". Tipps gibt es hier unter Heinrich Schütz!

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" / Da sprach der Überbau zur Basis: "Wasis?" (Robert Gernhardt)

  • Hi ballonia!


    Es gibt die weltlichen Lieder aus Barock und Renaissance - auch Händel hat seinen "Neun deutschen Arien" dieses Gebiet beackert, beispielsweise hier zu erfahren:


    Hans Leo Haßler ist noch der Renaissance-Musik zuzuordnen - von ihm gibt es in der Sammlung "Lustgarten newer teutscher Gesäng" von 1601 etliche Lieder, z. B.:


    Hier kann man auch die "Urversion" von "O Haupt voll Blut und Wunden" hören, das Liebeslied "Mein Gmüt ist mir verwirret".


    Es grüßt der

    .


    MUSIKWANDERER

  • Barockmusik und ich werden keine Freunde, das habe ich festgestellt. Mir ist das, was ich mir auf Youtube gerade so "testweise" anhöre, alles viel zu "kirchlich". Ich bin auch nicht gerade der größte Orgelfreund. Mir klingt vieles zu "düster und streng". Auch stört es mich, wenn Instrumente lauter sind als der Gesang selbst, denn der Gesang ist für mich persönlich das Highlight. Am liebsten eine ganz dezente Klavierbegleitung, und sonst nichts:-


    Nun ist das Barock ja nicht gerade als ernstes und düsteres Zeitalter bekannt. Grundsätzlich wirst du also schon fündig werden können. Allerdings wirst du dich ein wenig mit "alter Musik" anfreunden müssen, was aber nur eine Zeitfrage ist. Das mit der "dezenten Klavierbegleitung" könnte aber etwas schwierig werden, da es im Barock keine Klaviere im heutigen Sinn gab....


    Aber versuche es einmal mit Lautenliedern.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Es gibt natürlich massenhaft weltliche und orgelfreie Barockmusik. Wenn wir instrumentale Kammermusik und Konzerte mal beiseite lassen, kann man außer Opernarien auch weltliche, klein besetzte Kantaten empfehlen, wie sie zB Alessandro Scarlatti, Händel u.a. in großer Zahl komponiert haben. Oft ähneln sie kleinen, mal eher lyrischen, mal dramatischen Opernszenen. Die Stimme steht eigentlich immer im Vordergrund:


    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ein Highlight sind die weltlichen Kantaten von Bach, z. B. BWV 214:



    (Das ist das "Original" das berühmten Chors aus dem Weihnachts-Oratorium.)

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Hallo Balonia,


    ganz bestimmt nicht düster und streng:




    Vielleicht ist das ja was für DIch...




    Wenn ich so meine Beiträge von 2005 hier im Thread lese.... :no:
    Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, jemals so etwas geschrieben zu haben. Mittlerweile höre ich - so glaube ich zumindest - mehr Barockmusik als alle andere. Wie eingeschränkt war meine Sicht doch damals...

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Zu M-Mueller (Beitrag 147): ich habe Balonia ja auch die sängerbetonte Ployphonie empfohlen, insofern liegen wir auf der gleichen Linie, aber Thomas Tallis (den absolut schätze, besonders "Spem in alium" und noch mehr die "Lamentationes Jeremiae") ist definitiv kein Barockkomponist. Übrigens war Tallis der letzte große Meister, den ich kenne, der noch ganz selbstverständlich Dissonanzen eingesetzt hat (in den beiden oben genannten Werken).
    Zu Reinhard (148 ): ich gratuliere dir zu dieser Selbstkritik. Die Klassik ist ja ein wunderbarer Kontinent, in dem man jedes Jahr neue Länder und Städte entdeckt...
    Zu meinen liebsten Barockstücken gehören die Sinfonien (sie nannte man damals Ouvertüren) des Barock, also Bach, Telemann, Fasch, Fischer, Fux und und und

    Die Basis sprach zum Überbau: "Du bist ja heut schon wieder blau!" / Da sprach der Überbau zur Basis: "Wasis?" (Robert Gernhardt)

  • Selbstverständlich richtig, lieber Pingel (nomes est omen ?? gg)


    Aber ich habe mir die Freiheit herausgenommen, den Begriff "Barock" in diesem Fall nicht allzu engherzig auszulegen, sondern eine Empfehlung zu geben, die zumindest nicht weit entfernt ist vom Barock, und die m. E. nach gut geeignet ist, bei weniger erfahrenen Hörern dahingehend zu unterscheiden, ob sie polyphoniekompatibel und damit wohl auch dem Barock gegenüber aufgeschlossen sein könnten, oder ob sie eher Kundschaft für spätklassische oder romantische Klänge sein werden.


    Salut