Mario Lanza - Verkanntes Genie?

  • Lieber Carlo,


    was für eine eindrucksvolle und anrührende Erinnerung. Ich dachte bei "Fernsehen" an Schauspiele wie "Der seidene Schuh", den "Kaufmann von Venedig" (mit Fritz Kortner oder die Wallenstein-Trilogie mit Ernst Fritz Fürbringer.; und natürlich an "Tiefland" mit Rudolf Schock. Zur Hauptsendezeit!

    Ganz andere Zeiten..!

    VG

    Otello50

  • Lieber Carlo!

    Jetzt ist meine Antwort doch wieder länger geworden, als ich beabsichtigte.

    dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe gerne gelesen, Wie Du zur Oper gekommen und wie Du ihr verbunden geblieben bist.

    Danke dafür. Dein Sammel- und Archivierungseifer ist ja schier unglaublich. Und dass Du in diesen vielen gesammelten Zeitschriften tatsächlich noch was findest und die einzelnen Informationsfetzen dann auch ordnen und auswerten kannst, grenzt ja fast an ein Wunder. Respekt, tiefer Respekt!!!


    Als Helen Donath übrigens (möglicherweise im texanischen Corpus Christi?) den Film „Der große Caruso“ gesehen hat, hieß sie noch Helen Erwin. Aber das weißt Du sicher sowieso. Ich erwähne es nur, weil ich sie 1963 als Helen Erwin zum ersten Mal in Hannover gehört habe. Sie war Mitglied des Ensembles: In der Zeit hat sie Klaus Donath kennen gelernt und bald geheiratet. Dass sie seinen Namen annahm, war schon erstaunlich, denn sie war schon wer. In der Hannöverschen Aufführung von Egk's DIE VERLOBUNG IN SAN DOMINGO hatte sie als Jeanne einen riesigen Erfolg, der auch überregional beachtet wurde.


    Ich bitte um Entschuldigung für den Sidestep!


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Jetzt ist meine Antwort doch wieder länger geworden, als ich beabsichtigte. Aber wenn ich einmal loslege...


    Viele Grüße!

    Lieber Carlo.

    bitte lege los und begrenze Dich nicht, denn Deine Beiträge sind nicht langatmig, sondern hochinteressant. Danke,dass Du Deinen Weg zur Oper so offen geschildert hast. Meine Nähe zu Dir ist dadurch größer geworden.

    Die Diskussion über Mario Lanza lese ich mit Gewinn. Eigenartiger Weise habe ich beim Urteil über diesen Tenor kaum Probleme. Ein Sänger mit einer betörend schönen Stimme, mit dem gewissen Etwas, der eine Reihe von Liedern und Arien effektvoll singen kann. Eine große Opernpartie stellt andere Anforderungen und darin war er nicht zu erleben. Hätte er es können oder nicht, diese Frage ist Spekulation. Ganz einfach: Er war kein Opernsänger und ist deshalb mit dieser Elle nicht zu messen. Der Vergleich hinkt: Ähnlich geht es mir bei Josef Schmidt und dem ausgezeichneten Volkssänger Willy Schneider. Freuen wir uns über ihre schönen Stimmen und die Freude, die sie mit ihrem Vortrag erzielen. Schicken wir jedoch bitte nicht auf ein Feld, wo sie nicht hingehören.

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Der Vergleich hinkt: Ähnlich geht es mir bei Josef Schmidt und dem ausgezeichneten Volkssänger Willy Schneider.

    Lieber `operus`,


    nur eine ganz kurze Replik, weil ich dies ungern so stehen lassen möchte und es eigentlich nicht zum Threadthema passt,

    aber trotzdem in den Fingern juckt : Du willst doch nicht allen Ernstes den legendären Jahrhunderttenor Joseph Schmidt mediokren Entertainmenttalenten wie Mario Lanza oder Willy Schneider gleichstellen? Ich ahne, was du meinst, aber da sind wirklich LICHTJAHRE dazwischen!


    Nichts für ungut und trotzdem ganz liebe Grüße...MDM :hello:

    >>So it is written, and so it shall be done.<<

  • Ich ahne, was du meinst, aber da sind wirklich LICHTJAHRE dazwischen!


    Nichts für ungut und trotzdem ganz liebe Grüße...MDM :hello:

    Lieber MDN,


    zunächst keine Angst, dass ich auf berechtigte Hinweise oder Kritik negativ reagieren könnte. Im Gegenteil ich bin meistens dankbar dafür; auch Dir, denn Du hast mir einmal einen wichtigen Hinweis gegeben: Du hast mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich bei kontroversen Themen durch Schlichtungsversuche diese noch mehr anheize. Seitdem achte ich darauf, also war es eine erfolgreiche Lektion.

    Nun zu eigentlichen Sache: Ich begann bewusst mit dem Hinweis, dass Vergleiche hinken.

    Selbstverständlich ist mir klar, dass Josef Schmidt in einer völlig anderen Liga singt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass es mein Wunsch war,er hätte weit mehr Oper und mehr auf der Bühne gesungen. So ist er eben mit Hits, wie "Heut ist der schönste Tag in meinem Leben" unvergesslich, wahrscheinlich sogar unsterblich geworden. :hello:

    Herzlichst

    Operus (Hans)

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Lieber operus,

    Selbstverständlich ist mir klar, dass Josef Schmidt in einer völlig anderen Liga singt. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich mir gewünscht hätte, er weit mehr Oper und mehr auf der Bühne gesungen.

    So meintest du das also. :yes:


    Dem stimme ich zu. Joseph Schmidt war für die Opernbühne wohl zu klein von Gestalt , dies wird bei den Engagements wohl eine Rolle gespielt haben. Und hätte er nicht in diesen katastrophalen Zeiten gelebt, ich bin mir sicher, er hätte der Welt mit den entsprechenden Partnern an seiner Seite wohl so einige Studio-Referenzaufnahmen kompletter Opern hinterlassen. Die Stimme wäre wahrscheinlich sogar noch "gewachsen" , gereift und möglicherweise sogar noch besser geworden. Es sollte nicht sein. Viele Konjunktive.


    Aber nun zurück zum eigentlichen Thema des Threads.


    LG...MDM :hello:

    >>So it is written, and so it shall be done.<<

  • Liebe Taminos,

    wie im Beitrag Nr. 86 erklärt, betrat Mario Lanza vier Jahre lang - von Juli 1952 bis Mai 1956 – das Schallplattenstudio der 'RCA' in Hollywood nicht mehr. Um aber den Forderungen seiner inzwischen in die Millionen gehenden Anhänger und der zahlreichen 'Mario-Lanza-Fanclubs' nach neuen Aufnahmen zu entsprechen – und selbstverständlich auch daran zu verdienen - entschloss man sich bei 'RCA', die Rundfunk-Tonbänder aus den beiden Serien der „Coke Shows“ (17 Sendungen bei CBS vom 10. 6. 1951 bis zum 30. 9. 1951 und 52 Sendungen bei NBC vom 8. 10. 1951 bis zum 26. 9. 1952) zu kaufen und ohne Hinweis auf die Herkunft dieses 'Materials' in Form von Schallplatten in den Handel zu geben. Es ist davon auszugehen, dass dies mit Billigung des Sängers geschah; wie weit aber Mario Lanza bei der Auswahl der veröffentlichten Gesangsstücke beteiligt war, ist unbekannt. (Mit den Jahren sind etliche der Tonbänder verloren gegangen oder gelöscht worden, so dass viele dieser Aufnahmen nur durch die damaligen Schallplatten-Veröffentlichungen der 'RCA' überlebt haben.)


    Allerdings erwies man damit dem Sänger auch einen Bärendienst, denn diese Rundfunkaufnahmen waren nicht 'für die Ewigkeit' gemacht worden und etliche der von Mario Lanza sozusagen 'aus dem Stand' interpretierten Titel wurden von ihm selbst mit seinen 'RCA'-Studioaufnahmen übertroffen, die manchmal in mehreren 'Takes' eingespielt wurden. Andererseits brachte er im Rundfunk sehr viele Titel (pro wöchentlicher halbstündiger Sendung im Schnitt vier bis fünf Gesangsstücke, manchmal von ihm selbst angesagt), die er nicht im Konzert oder im Schallplattenstudio sang.


    Da es wie gesagt auf der Plattenhülle, dem Etikett oder in der oft plakativen Werbung („Lanza Sings Again“) nicht kenntlich gemacht wurde, dass es sich um ältere Rundfunkaufnahmen - von durchweg guter (Mono-)Tonqualität - handelt, ist es für den Hörer bei vielen 'Nummern' schwer, zu unterscheiden, ob es sich bei einem einzelnen Titel um eine Schallplattenproduktion oder eine dieser Rundfunksendungen handelt. Der 'Lanza-Experte' Derek McGovern hat im Internet (http://www.mariolanzatenor.com) fast alle Aufnahmen des Sängers pauschal aufgelistet und auch bewertet; da die Aufnahmebücher der „Mario Lanza Show“ nicht mehr komplett erhalten sind - Mr. McGovern war teilweise auf die Angaben von Rundfunkzeitungen angewiesen - und es m. W. keine detaillierte Discographie (inclusive der einzelnen Aufnahmedaten) der Studioproduktionen für die 'RCA' gibt, ist diese 'Sisyphos-Arbeit' nicht hoch genug zu loben.


    Die erste Schallplatte mit Aufnahmen Mario Lanzas, die komplett aus seinen „Coke Shows“ stammten, erschien 1954 und trug den folgenden Titel:


    'A Kiss' and Other Love Songs“: 'A Kiss' (Ray Sinatra) – 'Begin the Beguine'+ („Jubilee“ / Cole Porter) – 'Long ago'+ (Jerome Kern) – 'The night is young and you're so beautiful'+ (Dana Suesse) – 'My heart stood still'+ („A Connecticut Yankee“ / Richard Rodgers) – 'Sylvia' (Oley Speaks) – 'The moon was yellow' (Fred E. Ahlert) – 'Night and day'+ („The Gay Divorce“ / Cole Porter) – 'My romance'+ („Jumbo“ / Richard Rodgers) – 'Siboney'+ (Ernesto Lecuona) – 'The thrill is gone' (Revue „George White's Scandals 1931“ / Ray Henderson) – 'Valencia'+ (Zarzuela „La bien amada“ / José Padilla) – 'Beautiful love' (Victor Young) – 'Yesterdays' („Roberta“ / Jerome Kern) – 'Bésame mucho'+ (Consuelo Velázquez) – 'Without a song'+ („Great Day“ / Vincent Youmans) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1860 (1 LP, 30 cm); zehn Jahre später auch erschienen in elektronisch stereophonisierter Version als LSC-1860(e). Die mit + gekennzeichneten Titel sind auch auf der Platte 'HMV' ALP 1071 (25 cm) 1955 in Großbritannien veröffentlicht worden.


    1955 folgte eine Platte mit dem Titel „The Touch of Your Hand“ und auch sie setzte sich vollständig aus „Coke Shows“-Aufnahmen zusammen:


    The Touch of Your Hand“: 'The touch of your hand' („Roberta“ / Jerome Kern) – 'The song is you' („Music in the air“ / Jerome Kern) – 'Oh, nights of splendor' („Neapolitan Nights“ / John Stepan Zamecnik) – 'Someday I'll find you' („Private Lives“ / Noel Coward) – 'Your eyes have told me so' (Walter Blaufuss) – 'Strange music' („Song of Norway“ / Robert Wright and George Forrest) – 'My desert is waiting, dear, come there with me' („The Desert Song“ / Sigmund Romberg) – 'You are love' („Show Boat“ / Jerome Kern) – 'Day in, day out' (Rube Bloom) – 'Love is the sweeteat thing' (Ray Noble) – 'I'm falling in love with someone' („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) – 'Look for the silver lining' („Sally“ / Jerome Kern) – 'I've got you under my skin' (Cole Porter) – 'The hills of home' (Oscar J. Fox) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1927 (1 LP, 30 cm). Auch diese Platte wurde in den 60er Jahren 'stereophonisiert' angeboten mit der Katalognummer LSC-1927(e).


    Aus dem Jahre 1956 stammt die folgende Platte mit Aufnahmen aus den „Coke Shows“ von 1951 und 1952:


    The Magic Mario!“: 'The world is mine tonight' (George Posford) – 'Wanting you' („New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'When you're in love' (Carl Fischer) – 'Parlami d'amore, Mariù' (Cesare Andrea Bixio) – 'Tell me tonight' (Mischa Spoliansky) – 'Softly as in a morning sunrise' („New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'Fools rush in' (Rube Bloom) – 'One alone' („Lady Fair“ / Sigmund Romberg) – 'None but the lonely heart' (Piotr Ilich Chaikovskii) – 'Ay-Ay-Ay' (Osmán Pérez Freire) – 'The trembling of a leaf' (Johnny Green) – 'Make believe' („Show Boat“ / Jerome Kern) – 'Roses of Picardy' (Haydn Wood) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-1943 (1 LP, 30 cm, ohne eine spätere stereophonisierte Version). In Großbritannien erschienen unter 'HMV' ALP 1405; die britische LP-Hülle trägt ausdrücklich den Vermerk „Taken from Coca-Cola broadcast tapes.“. Mario Lanza singt das Lied „Heute Nacht oder nie“ von Mischa Spoliansky aus dem Jan-Kiepura-Film „Das Lied einer Nacht“ in einer englischen Version als „Tell me tonight“ und die Romanze „Net, tolko tot, kto znal svidania“ von Piotr Ilich Chaikovskii wird ebenfalls englisch gesungen als „None but the lonely heart“ ('Nur wer die Sehnsucht kennt').


    Carlo

  • Da bin ich wieder!



    Aus vertragsrechtlichen Gründen war es 'RCA' nicht möglich gewesen, Soundtracks von den bei 'MGM' gedrehten fünf Filmen mit Mario Lanza zu veröffentlichen, so dass man zu diesen Streifen eigene Tonaufnahmen machte. (Obwohl 'Metro Goldwyn Mayer' selbst ein Schallplatten-Label – 'MGM Records' – etabliert hatte, wurden die entsprechenden Soundtracks wegen Lanzas Bindung an 'RCA' auch hier nicht publiziert, was bedauerlich ist, weil in manchen dieser Filme der Sänger seine Studio-Aufnahmen bei 'RCA' übertraf.) Der 'Warner Brothers'-Produzent Henry Blanke verpflichtete 1955 Mario Lanza nach dessen Ausscheiden bei 'MGM' für den Film „Serenade“ und die 'RCA' durfte die Original-Playbackaufnahmen zu diesem Film veröffentlichen. (Nach Meinung der Filmkritiker zeigte Lanza in „Serenade“ seine beste darstellerische Leistung in der Rolle eines von Eifersucht geplagten Opernsängers, der in die Fänge einer 'Femme fatale' gerät; zur Filmhandlung korrespondierte die Wahl von zwei Ausschnitten aus Verdis „Otello“.)



    Serenade“: 'Serenade' (Nicholas Brodszky) – 'La Danza' (Gioachino Rossini) – 'Torna a Surriento'* (Ernesto De Curtis) – 'O soave fanciulla'+* („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Di rigori armato il seno'* („Der Rosenkavalier“ / Richard Strauss) – 'Di quella pira“ („Il trovatore“ / Giuseppe Verdi) – 'Amor ti vieta' („Fedora“ / Umberto Giordano) – 'Mi batte il cor... O paradiso'* („L' Africaine“ / Giacomo Meyerbeer) – 'Dio ti giocondi, o sposo'° („Otello“ / Giuseppe Verdi) - 'Ave Maria' (Franz Schubert) – 'È la solita storia del pastore' („L'Arlesiana“ / Francesco Cilea) – 'Nessun dorma' („Turandot“ / Giacomo Puccini) – 'My destiny' (Nicholas Brodskzky) / Jean Fenn+ und Licia Albanese° (Sopran) / Jakob Gimpel* (Klavier) / Warner Bros. Studio Orchestra / Dirigent: Ray Heindorf (Burbank, Warner Bros. Studio, Juni/Juli und November 1955) 'RCA Victor' LM-1996 (1 LP, 30 cm) und ERB-70 (2 EPs, 17 cm). Die Nummernfolge entspricht der Reihenfolge des Films; die Titel „La Danza“ und „Ave Maria“ werden von einem Akkordeon bzw. einer Orgel begleitet.


    Es gibt ein Standfoto aus dem Film, das Jean Fenn (die 1953 von der New York City Opera an die 'Met' in New York wechselte und dort bis 1970 auftrat) und Mario Lanza in den Kostümen von Rodolfo und Mimi aus „La Bohème“ zeigt; das entsprechende Duett vom Ende des ersten Aktes aus dieser Oper ist aber im Film stark gekürzt nur als 'Vorsingen' mit den Künstlern in Privatkleidung und mit Klavierbegleitung zu sehen. Die obengenannte Platte enthält dieses Duett zwar vollständig, aber ebenfalls ohne Orchester und mit Jakob Gimpel am Klavier. (Der Pianist verklagte übrigens die 'RCA', weil sie seinen Namen auf den Etiketten und in der Werbung für diese LP - die in Großbritannien bei 'HMV' mit der Nummer ALP 1365 erschien – preisgab.)


    Eigenartig ist auch, dass das Duett Desdemona-Otello aus dem dritten Akt des „Otello“ zunächst im Juli 1955 mit der (unbekannten) Sopranistin Gloria Boh eingespielt wurde und dann noch einmal gegen Ende der Dreharbeiten am 22. 11. 1955 mit der (sehr bekannten) Licia Albanese, die auch im Film – ihrem einzigen übrigens – zu sehen ist. Vermutlich wollte man mit der nachträglichen Verpflichtung dieser Sängerin auch die Opern-Aficionados in die Kinos locken. (Ursprünglich war Renata Tebaldi dafür vorgesehen, aber sie musste wegen Probenterminen an der 'Met' absagen; immerhin hat sie sich mit Mario Lanza getroffen, wovon es schöne Fotos gibt.) Das Duett 'Dio ti giocondi, o sposo' wird auf den genannten LPs nur gekürzt wiedergegeben, ist aber in voller Länge zusammen mit dem direkt angeschnittenen Monolog Otellos 'Dio! Mi potevi scagliar tutti i mali' auf der 'RCA'-CD 09026-63491-2 von 1999 unter dem Titel „Mario Lanza – Opera Arias and Duets“ enthalten. Merkwürdigerweise fehlt auf den Platten dieser Monolog, den Mario Lanza im Film sehr eindrucksvoll singt. Dafür hört man auf den LPs und der CD die Arie des Kalaf (natürlich 'Nessun dorma!') aus „Turandot“, die nur in der längeren US-Version des Films – in einer in einem Rundfunkstudio spielenden Szene – komplett zu hören ist.



    Für die lt. Katalog nächste 'Lanza-Platte' wurden die acht Weihnachtslieder-Aufnahmen von der LP LM-155 (1951, 25 cm) mit sieben neuen Einspielungen anderer Lieder gekoppelt, bei denen Mario Lanza von Henri René und seinem Orchester begleitet wurde:


    Lanza Sings Christmas Carols“: 'The Lord's Prayer'* (Albert Hay Malotte) – 'The first noel'* (Trad.) - 'O come, all ye faithful'* (Trad.) - 'Away in a manger'* (William James Kirkpatrick) – 'We three kings of Orient are'* (John Henry Hopkins) – 'O little town of Bethlehem'* (Lewis H. Redner) – 'Silent night'* (Franz Gruber) – 'Deck the halls'+ (Trad.) - 'Hark! The herald angels sing'+ (Felix Mendelssohn-Bartholdy) – 'God rest ye merry, Gentlemen'+ (Trad.) - 'Joy to the world'+ (Georg Friedrich Händel) – 'O Christmas tree'+ (Trad.) - 'I saw three ships'+ (Trad.) - 'It came upon a midnight clear'+ (Richard Storrs Willis) – 'Guardian angels'* (Harpo Marx) / The Jeff Alexander Choir / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra* / Henri René and his Orchestra+ (Hollywood, RCA-Studio, September und Dezember 1951* bzw. Republic Studios, August 1956+) 'RCA Victor' LM-2029 (1 LP, 30 cm). Mit Ausnahme von 'Deck the halls' und 'It came upon a midnight clear', aber unter Hinzufügung von 'O holy night' (Adolphe Adam) – mit dem RCA Orchestra und einem Chor unter Constantine Callinicos 1950 – wurden die oben genannten Aufnahmen 1963 auch auf der (elektronisch stereophonisierten) LP 'Camden' CDS 1036 veröffentlicht.


    Die genauen Daten zu den Aufnahmen mit Henri René und seinem Orchester sind nicht bekannt, vermutlich wurden sie im August 1956 (zusammen mit den Aufnahmen zur LP „Cavalcade of Show Tunes“) eingespielt. Merkwürdig ist aber, dass die Platte LM-2029 mit dem Copyright „by Radio Corporation of America, 1956“ wohl zum Jahresende 1956 erschien und zur nächsten Lanza-Platte „Lanza on B'way“ (LM-2070), die vorher - im Mai 1956 - entstand, ein sehr großer Abstand in der Katalognumerierung besteht. Es scheint, als habe man die Veröffentlichung dieser LP mit Broadway- und Musical-Melodien hinausgezögert, was durch den folgenden Beitrag untermauert wird.



    Mario Lanza on B'way“: 'On the street where you live' („My Fair Lady“ / Frederick Loewe) – 'Younger than springtime' („South Pacific“ / Richard Rodgers) – 'Speak low' („One touch of Venus“ / Kurt Weill) - 'More than you know' („Great Day“ / Vincent Youmans) – 'Falling in love with love' („The boys from Syracuse“ / Richard Rodgers) – 'Why was I born?' („Sweet Adeline“ / Jerome Kern) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Robert Wright und George Forrest) – 'So in love' („Kiss me, Kate!“ / Cole Porter) – 'September Song' („Knickerbocker Holiday“ / Kurt Weill) – 'My romance' („Jumbo“ / Richard Rodgers) – 'This nearly was mine' („South Pacific“ / Richard Rodgers) – 'You'll never walk alone' („Carousel“ / Richard Rodgers) / The Jeff Alexander Choir / An Orchestra / Dirigent: Irving Aaronson (Hollywood, Republic Studios, Mai 1956) 'RCA Victor' LM-2070 (1 LP, 30 cm).


    Mit dieser Schallplatten-Aufnahme betrat Mario Lanza ein ihm unbekanntes Terrain, denn bis auf eine kleine Rolle in Frank Loessers „On the Beam“ während seiner Militärzeit hatte er keinerlei Musical-Erfahrung. Doch nur mit dem Ausstellen seiner Prachtstimme und seinem gewohnten 'Al fresco'-Gesang kam er diesem speziellen Musik-Genre nicht bei, zumal er in Irving Aaronson - der durch die Bearbeitung von Juventin Rosas' berühmtem Walzer „Sobre las olas" zum Lied „The loveliest night of the year“ (im Film „The Great Caruso“) Mario Lanza zu einem Millionen-Hit verholfen hatte – keine Unterstützung bekam. Es wird vermutet, dass Aaronson, der Leiter eines eigenen Tanzorchesters war ('Aaronson's Commanders'), auch das Arrangement der Musical-Songs - mit durchgehender Chor-'Untermalung'! – für diese Schallplattenaufnahme schrieb.


    Die einschlägige Musikkritik verriss diese Platte bei ihrem Erscheinen einstimmig und die 'RCA' hat sie nie wieder komplett neu aufgelegt. Ich kenne nur Teile dieser LP, die ich in der Zusammenstellung „Mario Lanza in His Greatest Hits from Operettas and Musicals“ ('RCA' VCS-6192(e) / 3 LPs / 1970) habe, aber selbst in diesen wenigen Nummern wird deutlich, dass dem Sänger vermutlich wegen mangelnder Vorbereitungszeit die für diese Art von Musik notwendige gewisse Nonchalance abgeht, um manche der Lieder (z. B. von Kurt Weill) überzeugend 'servieren' zu können. Rein stimmlich ist nichts zu beanstanden – obwohl das Timbre seit seiner letzten Studio-Produktion („The Student Prince“, 1952) merklich dunkler und 'markanter' geworden ist – aber er trägt mit seinem gewohnt emphatischen Singen bei einigen Titeln zu dick auf: Musical-Songs sind keine Arien! (Zur 'Ehrenrettung' Mario Lanzas sei gesagt, dass auch viele andere klassisch ausgebildete Sänger, die sich am Musical versuchten, daran gescheitert sind.)



    Carlo

  • Liebe Taminos,



    fast wie eine Trotz-Reaktion auf die desaströsen Kritiken zu der vorhergegangenen Schallplatte „Mario Lanza on B'way“ wirkte das Erscheinen des nächsten Albums „Mario Lanza in a Cavalcade of Show Tunes“. Als wollte er zeigen, dass er seine Lektion gelernt hat, wählte Mario Lanza diesmal Operetten- und Musical-Melodien aus, die seinem Gesangsstil angemessener waren; zwar wurde auch wieder ein Chor eingesetzt, aber diskreter als bei der 'Broadway'-LP und die Orchester-Arrangements orientierten sich näher an den Original-Instrumentationen der folgenden Titel:


    Mario Lanza in a Cavalcade of Show Tunes“: 'Lover, come back to me' („The New Moon“ / Sigmund Romberg) - 'I've told ev'ry little star' („Music in the Air“ / Jerome Kern) – 'The Donkey-Serenade' (“The Firefly“ / Rudolf Friml) – 'All the things you are' („Very Warm for May“ / Jerome Kern) – 'Giannina mia' („The Firefly“ / Rudolf Friml) – 'Rose Marie' („Rose ;Marie“ / Rudolf Friml) – 'Yours is my heart alone' („Das Land des Lächelns“ / Franz Lehár) – 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – 'Will you remember, sweetheart' („Maytime“ / Sigmund Romberg) – 'Slumber on, my little gypsy sweetheart' („The Fortune Teller“ / Victor Herbert) – 'Only a rose' („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'Tramp! Tramp! Tramp!' („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) / The Jeff Alexander Choir / Henri René and his Orchestra (Hollywood, Republic Studios, August/September 1956) 'RCA Victor' LM-2090 (1 LP, 30 cm). Später elektronisch stereophonisiert veröffentlicht mit der Katalognummer LSC-2090(e).



    Im Mai 1957 war Mario Lanza für die Dreharbeiten zu seinem nächsten Spielfilm „Arrivederci, Roma!“ – keine Hollywood-Produktion, sondern ein Streifen der kleinen Filmfirmen 'Le Cloud' und 'Titanus Films' - nach Rom gereist und er beschloss nach der überschwänglichen Begrüßung durch die italienische Presse (man sprach sogar von einer 'Heimkehr in's Land seiner Väter'), der 'Schlangengrube' Hollywood den Rücken zu kehren und seinen Wohnsitz vom kalifornischen Beverly Hills in die italienische Hauptstadt zu verlegen. (Seine ehemalige Filmgesellschaft 'MGM' übernahm für diesen Film den Verleih in den USA, wo man den Titel in „Seven Hills of Rome“ änderte, und 'RCA Italiana' stellte für die Tonaufnahme ihr römisches Studio zur Verfügung. Da die musikalische 'Ausbeute' dieses Films nicht sehr üppig war, wurde die entsprechende 'Soundtrack'-LP auf der zweiten Plattenseite mit einigen älteren Aufnahmen gefüllt.)


    Seven Hills of Rome“: 'Seven Hills of Rome' (Victor Young) – 'There's gonna be a party tonight' ('Calypso Italiano' / George Stoll) – 'Lolita' ('Serenata spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia) – 'Questa o quella'+ („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) – 'Arrivederci, Roma' (Duett mit Luisa Di Meo / Renato Rascel) – 'Temptation'# (Nacio Herb Brown) – 'Jezebel'# (Wayne Shanklin) – 'Memories are made of this'# (Richard Dehr, Terry Gilkyson und Frank ;Miller) – 'When the saints go marching in'# (Trad,) - 'Come, dance with me' (Dick Leibert) / Chorus and Orchestra of the 'Italian National Radio, Rome' / Dirigent: George Stoll (Rom, RCA Italiana Studios, Juni 1957) plus „Additional Songs“: 'Never till now' (Film „Raintree County“ / Johnny Green) – 'Do you wonder?'* (Henry Hill) – 'Earthbound'* (Clive Richardson) – 'Serenade'° (Film „Serenade“ / Nicholas Brodszky) – 'My destiny'° (Film „Serenade“ / Nicholas Brodszky) – 'Love in a home'* („Li'l Abner“ / Gene De Paul ) / RCA Symphony Orchestra+ / Dirigent: Constantine Callinicos+ (Mai 1950) / Henri René and his Orchestra* (August 1956) / Warner Bros. Studio Orchestra° / Dirigent: Ray Heindorf° (Juli 1955) / 'RCA Victor' LM-2211 (1 LP, 30 cm) Die mit # gekennzeichneten Titel sind Mario Lanzas Imitation der Gesangsstile der 'Crooners' Perry Como ('Temptation'), Frankie Laine ('Jezebel') und Dean Martin ('Memories are made of this' – in Deutschland als 'Heimweh' mit Freddy Quinn ein Millionen-Hit) sowie von der unverwechselbare Stimme Louis Armstrongs ('When the saints go marching in').



    Mario Lanza beabsichtigte nun, sich seinen europäischen Fans auch persönlich zu präsentieren und startete im November 1957 in London - beginnend am 17. 11. mit einem Auftritt im 'Palladium' in der vom Fernsehen übertragenen „Royal Command Performance“ in Anwesenheit von Queen Elizabeth II. - eine für drei Monate geplante Konzerttournee durch Großbritannien (u. a. zwei Konzerte in der Londoner Royal Albert Hall am 16. und 18. 1. 1958 - siehe Beitrag Nr. 84 zur Schallplatte "A Mario Lanza Program"), Schottland, Deutschland (München, Stuttgart, Wiesbaden, Hamburg, Kiel, Hannover und Nürnberg), Frankreich, Belgien und die Niederlande. Der erste Auftritt in der BRD war am 24. 1. 1958 im Münchner Kongresssaal, es folgte Stuttgart, doch schon das Wiesbadener Konzert - siehe hierzu 'harts' Beitrag Nr. 79 und meinen Beitrag Nr. 33 im Thread "Mario Lanza und seine Filme" - und die folgenden Abende mussten aus gesundheitlichen Gründen ausfallen. Im März 1958 setzte Lanza, kaum wieder gesundet, die Tournee dann in Edinburgh, Manchester, Paris, Oostende, Rotterdam, Hannover und Kiel fort, aber die Absage (auf ärztlichen Rat) kurz vor dem Beginn des Konzerts in der Hamburger Musikhalle am 15. 4. 1958 mündete in einem Skandal: Publikum und Presse überboten sich in einer wahren 'Schlammschlacht'. Mario Lanza brach die Tournee ab und zog sich nach Rom zurück.


    Dort erhielt er im Mai 1958 das Angebot der kleinen deutschen Filmgesellschaft 'Corona' aus München für einen neuen Streifen: „Der Sänger von Capri“ (mit dem alternativen Titel 'Serenade einer großen Liebe'). Bei einer im Filmgeschäft aus Versicherungsgründen obligatorischen ärztlichen Untersuchung in München wurden bei Mario Lanza schwere gesundheitliche Schäden festgestellt und er ließ sich für einige Wochen in das 'Parksanatorium' am bayerischen Walchensee einweisen. Im August 1958 begannen in Rom die Tonaufnahmen für den neuen Film, der in der US-Version nach dem populären italienischen Schlager 'Come prima' den Titel „For the First Time“ erhielt. Die abschließenden Atelieraufnahmen in Berlin wurden vom Deutschen Fernsehen und der deutschen Kino-Wochenschau besucht; Mario Lanza zeigte sich den Berlinern auch privat und gab am 15. 11. den Startschuss für das Radfahrer-Sechstagerennen im Berliner Sportpalast. (An diesem Abend erfuhr er vom Tod Tyrone Powers und versuchte vergeblich, vom Veranstalter eine Schweigeminute im Gedenken an den Hollywood-Schauspieler zu erreichen.)


    Bemerkenswert an diesem Film sind vor allem die Opernszenen, die mit dem Chor und dem Orchester der römischen Oper unter der Leitung von Constantine Callinicos entstanden. Von den Solisten im 'Gran Concertato' aus dem Finale des zweiten Aktes in „Aida“ konnten bisher nur Giangiacomo Guelfi als Amonasro und Plinio Clabassi als Ramfis identifiziert werden. (Leider ist auf der Platte das stark gekürzte Terzett 'E voi ridete?' aus Mozarts „Cosi fan tutte“ nicht enthalten, das Mario Lanza zusammen mit Paolo Silveri und Plinio Clabassi im Film singt, wobei die beiden genannten Kollegen aber vor der Kamera von Komparsen gedoubelt wurden.)


    For the First Time“: 'Come prima, come prima, I'm in love'* (Vincenzo Di Paola und Sandro Taccani) – 'Capri, Capri, isola d'amor'* (Chor) ('Tarantella' / George Stoll) – 'O sole mio'* (Eduardo Di Capua) – Danza napoletana* (Orchester) (George Stoll) – 'Wer einmal nur in München war'+ ('Hofbräuhaus-Lied' / Karl Bette) – 'Ô mon amour, à toi toujours'* ('Je n'en connais pas la fin' / Marguerite Monnot) – Mazurka* (Orchester) (George Stoll) – 'Pineapple Pickers'+ (George Stoll) – 'Recitar!... Vesti la giubba'° („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'Niun mi tema'° („Otello“ / Giuseppe Verdi) – Triumphmarsch - 'Gloria all' Egitto, ad Iside'° (Finale 2. Akt „Aida“ / Giuseppe Verdi) – 'I love thee'* ('Jeg elsker Dig' / Edvard Grieg) – 'Ave Maria'^ (Franz Schubert) / Il coro di voci bianche del Vaticano^ (Der Kinderchor des Vatikans) / Dirigent: George Stoll^ / Das Johannes Rediske Quintett und ein ungenanntes Orchester+ / Coro e Orchestra di Roma della Radiotelevisione Italiana (RAI)* / Dirigent: Carlo Savina* / Solisti, Coro e Orchestra del Teatro dell' Opera di Roma° / Dirigent: Constantine Callinicos° (Rom, RCA Italiana Studios, August 1958 / Rom, Teatro dell' Opera, September 1958 / Berlin, CCC-Tonstudio, November 1958) 'RCA Victor' LM-2338 (mono) bzw. LSC-2338 (stereo) (1 LP, 30 cm). Zur Deutschland-Premiere im Februar 1959 erschien die Schallplatte unter der Katalognummer LPM-9839 (nur in mono) mit dem schwarzen 'RCA'-Etikett für die Aufnahmen im Bereich der Unterhaltungsmusik. Mario Lanza hat nicht mehr erlebt, dass diese Platte – die erst am 13. 8. 1959 (zum Filmstart in New York) in den USA heraus kam - eine der ersten war, die für die von der 'Recording Academy' in Los Angeles seit 1959 verliehenen „Grammy Awards“ nominiert wurde.



    Viele Grüße!


    Carlo

  • Am 31. Januar 2021 würde der 100. Geburtstag Mario Lanzas gefeiert. Das wäre ein Anlass, auch öffentlich wieder an diesen großen Sänger zu erinnern (etwa auch für die Medienindustrie). Mal gespannt, ob etwas passiert.


    VG

    Otello50

  • Hallo!



    Das Jahr 1959 begann für Mario Lanza sehr positiv. 'Seine' Schallplatten-Firma 'RCA' schloss mit ihm einen neuen Fünfjahres-Vertrag und engagierte ihn für gleich fünf neue Alben (Operetten-'Highlights' aus „The Student Prince“, „The Vagabond King“ und „The Desert Song“, eine Platte mit Liedern aus dem Repertoire Enrico Carusos und ein Stereo-Remake seiner Weihnachtslieder-LP von 1956). Die im Dezember 1958 entstandenen Aufnahmen neapolitanischer Lieder wurden bei ihrer Veröffentlichung von der internationalen Kritik ausgezeichnet besprochen. Es gab Pläne für eine Verfilmung von Ruggero Leoncavallos Oper „I pagliacci“ nach dem Vorbild des Beniamino-Gigli-Films aus dem Jahre 1942 und das Teatro dell' Opera in Rom wie auch das Teatro di San Carlo in Neapel boten ihm an, auf ihren Bühnen in einer von ihm gewünschten Oper aufzutreten.



    Unter dem prägnanten Titel „Mario!“ – gab es da nicht auch anderen berühmten Tenor dieses Vornamens? - kam im Mai 1959 eine neue Lanza-Schallplatte heraus; sie enthielt einige 'Canzoni napoletane', mit deren Interpretation durch den Neapolitaner Enrico Caruso schon der junge 'Freddie Cocozza' wegen der Plattensammlung seines Vaters vertraut war. Obendrein beherrschte er durch sein Elternhaus nicht nur die 'lingua napoletana' (die als eine eigenständige Sprache gesehen wird), sondern auch den in dieser Region Italiens heimischen 'dialetto abruzzese' (die Abruzzen an der Adria gehörten jahrhundertelang zum Königreich Neapel). Um den Unterschied zum 'normalen' Italienisch zu verdeutlichen, nenne ich nachfolgend auch die Liedanfänge samt einer deutschen Übersetzung:


    Mario!“: „Funiculì-funiculà!“+ ('Aissera, oì Nanninè, me ne sagliette, tu saie addò!... Jamme, jamme, 'ncoppa jamme, jà! Funiculì, funiculà!' / Gestern Abend, o Nannina, stieg ich hoch, du weißt wohin!... Wir fahren, wir fahren hinauf, Seilbahn rauf, Seilbahn runter! / Luigi Denza). Komponiert 1880 zur Eröffnung der (heute nicht mehr existierenden) Standseilbahn 'La funicolare' auf den Vesuv. -

    „Dicitencello vuie“* ('Dicitencello vuie a 'sta cumpagna vosta... Dicitencello vuie ca nun mm'a scordo maie' / Sag dieser deiner Freundin.... Sag' ihr ehrlich, dass ich sie nie vergesse / Rodolfo Falvo) –

    „Maria Marì'“* ('Aràpete fenesta famm' affaccià a Maria... O'e Marì', o'e Marì'! Quanta suonno ca perdo pe' te!' / Weit offen das Fenster, wo ich Maria sehe... O MarÌ, o Marì! Wieviel Schlaf ich wegen dir verlor! / Eduardo Di Capua) –

    „Voce 'e notte“+ / „Stimme in der Nacht“ ('Si 'sta voce te sceta 'int' 'a nuttata' / Wenn dich diese Stimme in der Nacht weckt / Ernesto De Curtis) –

    „Canta pe' me!“+ ('Canta pe' me stanotte 'na canzone' / Sing heute Nacht für mich ein Lied! / Ernesto De Curtis) –

    „'O surdato 'nnamurato“+ / „Ein verliebter Soldat“ ('Staie luntana da 'stu core... O'e vita, o'e vita mia, o'e core 'e chisto core' / Fern von diesem Herzen... O Leben, o mein Leben, o Herz in meinem Herzen / Enrico Cannio) -

    „Comme facette mammeta?“+ / „Wie hat dich deine Mutter gemacht?“ ('Quanno mammeta t'ha fatta, vuo 'sape comme facette?' / Als dich deine Mutter machte, weißt du, wie sie es machte? / Salvatore Gambardella) -

    „Santa Lucia luntana“+ ('Partono 'e bastimente pe' terre assaie luntane... Santa Lucia luntana 'a te quanta malincunia!' / Nach sehr fernen Ländern sind die Schiffe ausgelaufen... Santa Lucia, fern von dir so viel Schwermut / Ermes Alessandro Mario). Nicht zu verwechseln mit dem wesentlich bekannteren Lied „Santa Lucia“, dessen Komponist nicht bekannt ist.-

    „Fenesta che lucive“* ('Fenesta che lucive e mò nun luce' / Das Fenster, das erstrahlte und nun nicht mehr erstrahlt / NN – Vincenzo Bellini zugeschrieben) -

    „Tu ca nun chiagne!“* ('Comm' è bella 'a muntagna stanotte... Tu ca nun chiagne e chiagnere 'mme faie' / Wie schön der Berg heute Nacht ist... Du, die nicht weint und mich weinen macht / Ernesto De Curtis) –

    „'Na sera 'e maggio“* / „Ein Abend im Mai“ ('Quanno vien 'a 'appuntamento guarde 'o mare' / Wenn unser Stelldichein kommt, siehst du auf's Meer / Giuseppe Cioffi) -

    „Passione“+ / „Leidenschaft“ ('Cchiù luntana 'mme staie, cchiù vicina te sento' / Je ferner du mir bist, desto näher fühl' ich mich dir / Ernesto Tagliaferri und Nicola Valente) -

    Chorus and Orchestra / Chorltg.: Franco Potenza / Dirigent: Franco Ferrara (Rom, RCA Italiana Studios, Dezember 1958) 'RCA Victor' LM-2331 (mono) bzw. LSC-2331 (stereo). Die Orchester-Arrangements stammen von Carlo Savina* und dem kürzlich verstorbenen – vor allem durchs seine Filmmusiken bekannt gewordenen – Ennio Morricone+. Den Chor (nur bei „Funiculì-funiculà“ eingesetzt) und das Orchester bilden vermutlich Studenten der Accademia di Santa Cecilia in Rom, an der der Dirigent Franco Ferrara unterrichtete. Dass einige der berühmtesten 'Canzoni napoletane' (z. B. „O sole mio“, „Core 'ngrato“, „'A vucchella“, „Torna a Surriento“ und das von Mario Lanza bevorzugte “Mamma mia, che vo' sape'?“) hier fehlen, lässt darauf schließen, dass wohl eine weitere Platte geplant war.


    Die 'RCA' warb auf der Plattenhülle stolz zu Recht mit dem Prädikat „Lanza at his best“. Man kann - im direkten Vergleich mit seinen früheren Aufnahmen von einigen dieser Lieder – zwar eine deutliche Veränderung (ein kompakterer Stimmkern und ein dunkleres Timbre) feststellen, aber er singt hier mit der von ihm gewohnten Verve und Stimmkraft. Der Lanza-Experte Derek McGovern bemängelt allerdings an allen von Lanzas originalen Stereo-Aufnahmen, dass zwar das Orchester in weitem Zweikanal-Ton eingefangen wurde, aber seine Stimme in der Resonanz reduziert klingt. Vermutlich hat man Mario Lanza in eine 'Soundbox' gestellt, also in eine Schallkabine – bei frühen Stereoaufnahmen von Solisten (Sänger wie Instrumentalisten) oft praktiziert, um sie vom übrigen Raumklang abzugrenzen. Dieses Album war die letzte neue Schallplatte, die noch zu Lebzeiten des Tenors erschien und es ist anzunehmen, dass er sich über die sehr enthusiastischen Kritiken gefreut hat.



    The Student Prince“: Overture – 'Overhead the moon is beaming'+ – 'Golden Days' – 'Drink! Drink! Drink!'+ - 'Summertime in Heidelberg'* – 'I'll walk with God'+ – 'Thoughts will come back to me' – 'Student Life'+ – 'Just we two'*+ – 'Beloved' – 'Gaudeamus igitur'+ – 'Deep in my heart, dear'* / Norma Giusti* (Sopran) / Chorus+ and Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, 'RCA Italiana Studios, April 1959). 'RCA Victor' LM-2339 (mono) und LSC-2339 (stereo). Die Platte enthält neben einigen weniger bekannten Nummern (u. a. das Duett 'Just we two' des zweiten Liebespaares – Prinzessin Margaret und Hauptmann Tarnitz - in Sigmund Rombergs Operette) auch die drei Titel ('Summertime in Heidelberg', 'I'll walk with God' und 'Beloved'), die Nicholas Brodszky für die 'MGM'-Verfilmung von „The Student Prince“ komponiert hat und die man auch auf der Platte von 1952 (Beitrag Nr. 86) hören kann.


    Einer Presse-Notiz zufolge waren die Neu-Aufnahmen dieser Operetten-'Highlights' mit Mario Lanza (als Prinz Karl Franz von Karlsberg) und dem neuen Sopran-Star der 'RCA' - Anna Moffo - in der weiblichen Hauptrolle (die Heidelberger Wirtstochter 'Kathie') bereits für 1958 geplant. Als Lanza dann im April 1959 in's römische Studio der 'RCA Italiana' ging, waren weder eine Solo-Sopranistin noch ein Chor anwesend; Norma Giusti (von der New York City Opera) und ein anonymer Chor sangen 1960 in einem New Yorker Studio auf das in Rom aufgenommene Band. (Verglichen mit seiner Platte von 1952 klingt Lanza hier etwas schwerfälliger, vermutlich auch, weil er im April 1959 unter Herzbeschwerden litt.) Seine beste Interpretation der „The Student Prince“-Lieder könnte man auf einer 'Highlights'-Platte mit dem Original-Soundtrack des 'MGM'-Films (mit Ann Blyth als Kathie unter dem Dirigenten George Stoll) hören, so es sie denn gäbe...



    Lanza sings Christmas Carols“: 'The first Noel' (Trad.) - 'O come, all ye faithful' (Trad.) - 'Away in a manger' (William James Kirkpatrick) - 'We three kings of Orient are' (John Henry Hopkins) – 'O little town of Bethlehem' (Lewis H. Redner) – 'Silent night' (Franz Gruber) – 'Deck the halls' (Trad.) - 'Hark! The herald angels sing' (Felix Mendelssohn-Bartholdy) – 'God rest ye merry, Gentlemen' (Trad.) - 'Joy to the world' (Georg Friedrich Händel) -'O Christmas tree' (Trad.) - 'I saw three ships' (Trad.) - 'It came upon a midnight clear' (Richard Storrs Willis) – 'Guardian angels' (Harpo Marx) / Chorus and Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, RCA Italiana Studios, Mai 1959) 'RCA Victor' LM- 2333 (mono) und LSC-2333 (stereo). Diese im November 1959 posthum erschienene Schallplatte wurde von den Kritikern natürlich sofort mit der 'Weihnachtslieder“-LP ('RCA Victor' LM-2029) von 1956 - siehe Beitrag Nr. 98 - verglichen und schnitt allgemein schlechter ab, nicht nur weil der Tenor in den früheren Aufnahmen (die gleichen Lieder und dieselbe Reihenfolge) stimmlich frischer und interpretatorisch engagierter klingt, sondern weil 1959 die Arrangements – verstärkt auch durch den Stereoklang – wesentlich 'aufgeblähter' sind.



    Carlo

  • Wie oft habe ich das Lied "Funiculi Funicula" schon von verschiedenen Interpreten gehört!? Aber dass es sich dabei um eine Seilbahn handelt, wusste ich nicht^^.

    Man sollte die Texte von Carlo immer ganz genau lesen, dann lernt man viel dazu!

  • Wie oft habe ich das Lied "Funiculi Funicula" schon von verschiedenen Interpreten gehört!? Aber dass es sich dabei um eine Seilbahn handelt, wusste ich nicht.


    „Mario!“: „FuniculÌ-funiculà!“+ ('Aissera, oì Nanninè, me ne sagliette, tu saie addò!... Jamme, jamme, 'ncoppa jamme, jà! Funiculì, funiculà!' / Gestern Abend, o Nannina, stieg ich hoch, du weißt wohin!... Wir fahren, wir fahren hinauf, Seilbahn rauf, Seilbahn runter! / Luigi Denza). Komponiert 1880 zur Eröffnung der (heute nicht mehr existierenden) Standseilbahn 'La funicolare' auf den Vesuv.


    Nur ganz nebenbei: So sah diese Standseilbahn am Vesuv bei ihrer Inbetriebnahme 1880 aus. Das Denza-Lied baute Richard Strauss in seine Symphonische Phantasie "Aus Italien" ein, was ihm Ärger einbrachte.


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    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Liebe Mario-Lanza-Verehrer (und solche, die es vielleicht noch nicht sind)!

    Im Juni 1959 nahm Mario Lanza in Rom mit dem Dirigenten Paul Baron einige Lieder aus dem Repertoire Enrico Carusos auf und das dürfte für ihn eine 'Herzenssache' gewesen sein, war er doch mit dessen Stimme und seinen Liedern aufgewachsen. Auf der Platte befinden sich auch fünf Lieder von Francesco Paolo Tosti, drei neapolitanische 'Canzoni' und eine besondere 'Serenade':


    Mario Lanza sings Caruso Favorites“: „Vieni sul mar“ / „Komm' auf's Meer“ ( ('Deh, ti desta, fanciulla, la luna spande un raggio... Vieni sul mar, vieni a vogar, sentirai l'ebbrezza del tuo marinar!' / Wach' auf, Mädchen, der Mond wirft einen Strahl…. Komm' auf's Meer, komm' rudern, fühle die Leidenschaft deines Matrosen / Aniello Califano).

    „Senza nisciuno“ / „Ohne irgendjemand“ ('Tramonta 'o sole... Che malasciurte, ahimé, sulo, senza nisciuno!' / Die Sonne sinkt... Welches Unglück, ach, allein, ohne irgendjemand! / Ernesto De Curtis). Gesungen im neapolitanischen Dialekt.

    „Musica proibita“ / „Verbotene Musik“ ('Ogni sera di sotto al mio balcone... Vorrei baciare i tuoi capelli neri' / Jeden Abend unter meinem Balkon... Dein schwarzes Haar möchte ich küssen / Stanislao Gastaldon).

    „Vaghissima sembianza“ / „Liebliches Bild“ ('Vaghissima sembianza d'antica donna amata' / Liebliches Bild einer einst geliebten Frau / Stefano Donaudy). Bei der Komposition dieses Liedes war Donaudy erst 13 Jahre alt!

    „Serenata“ ('La luna scende e tu, o cara, al suon della mia voce non vieni al tuo verone' / Der Mond geht unter und du, Teure, kommst beim Klang meiner Stimme nicht auf deinen Balkon / Calogero Adolfo Bracco) Zu dieser 'Serenade' schrieb niemand anderer als ein gewisser Enrico Caruso die Verse!

    „Lolita“ ('Amor, amor, che langue il cor... Amor s'en vien, è l'ora gradita / Liebe, Liebe, wie sehnt sich das Herz... Es naht die Liebe, es ist die erwünschte Stunde (Arturo Buzzi-Peccia).

    „Luna d'estate“ / „Sommermond“ ('Luna d'estate, ho un sogno nel mio cuore' / Sommermond, ich hab' einen Traum in meinem Herzen / Francesco Paolo Tosti).

    „L'alba separa dalla luce l'ombra“ / „Die Morgendämmerung trennt das Dunkel vom Licht“ (Francesco Paolo Tosti).

    „Pour un baiser“ ('Pour un baiser sur la peau parfumée' / Für einen Kuss auf die duftende Haut / Francesco Paolo Tosti). Französisch gesungen.

    „La mia canzone“ / „Mein Lied“ ('La mia canzone è un dolce mormorio' / Mein Lied ist ein süßes Murmeln / Francesco Paolo Tosti).

    „Ideale“ / „Wunschbild“ ('Io ti seguii come iride di pace' / Ich folgte dir wie der Regenbogen des Friedens / Francesco Paolo Tosti).

    „Santa Lucia“ ('Sul mare luccica l'astro d'argento' / Auf dem Meer glitzert der silberne Stern / Anonym). Diese Barcarole wurde 1849 von Teodoro Cottrau ins Italienische übersetzt und ist die erste 'Canzone napoletana', die gedruckt wurde. (Mit 'Santa Lucia' ist nicht die Heilige gemeint, sondern ein kleiner Ort im Golf von Neapel.)

    An Orchestra / Dirigent: Paul Baron (Rom, RCA Italiana Studios, Juni 1959) 'RCA Victor' LM-2392 (mono) und LSC-2392 (stereo). Die Orchester-Arrangements stammen von Paul Baron* und Ennio Morricone+. Die im Frühjahr 1960 – ein halbes Jahr nach Mario Lanzas Tod – veröffentlichte Schallplatte wurde von der internationalen Kritik durchweg positiv beurteilt und die früher immer wieder angestellten (und unsinnigen) Vergleiche mit Enrico Caruso unterblieben diesmal weitgehend. Man war sich bewusst, dass hier der 'Schwanengesang' eines weiteren großen, eigenständigen und einmaligen Tenors zu hören ist.


    The Vagabond King“: Overture – 'Life is like a bubble in our glasses' ('Opening Chorus')+° – 'Lay me to snooze in the mud and the ooze'*^ ('Drinking Song') – 'Someday you will seek me and find me'+ ('Someday') – 'Love me tonight'*^ – 'Red rose out of the east^ ('Only a rose') – 'When you say: not today'+ ('Tomorrow') – 'Here's your dream of happiness'+ ('Love for sale') – 'We hunt today for a wilder sort of game'^ ('Hunting') – 'Nocturne'° – 'Hearts may flower for an hour'° ('Huguette Waltz') – 'Come all you beggars of Paris town'*+ ('Song of the Vagabonds') – Finale+ / Judith Raskin* (Sopran) / Chorus and Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Rom, RCA Italiana Studios, Juli 1959) 'RCA Victor' LM-2509 (mono) und LSC-2509 (stereo). Die Partitur wurde von Ennio Morricone+, Carlo Savina° und A. Nadin^ bearbeitet. Die bekannte Sopranistin Judith Raskin und ein anonymer Chor sangen 1960 in New York zu der in Rom eingespielten Orchester-Begleitung und Mario Lanzas Gesang. Obwohl vor den 'Highlights' aus „The Desert Song“ aufgenommen, erschien diese Schallplatte erst im Sommer 1961, fast zwei Jahre nach Mario Lanzas Tod.


    Rudolf Friml, 1879 in Prag als Sohn eines Bäckers geboren, studierte Komposition am Prager Konservatorium in Antonín Dvoráks Direktionszeit und kam 1901 als Klavierbegleiter des Geigers Jan Kubelik in die USA. Nach erfolgreichen Auftritten als Pianist (u. a. mit einem eigenen Klavierkonzert) wandte er sich der amerikanischen Operette zu und schrieb über zwanzig Werke für dieses Genre, u. a. „The Firefly“ ('Glühwürmchen' – sein erstes Bühnenwerk, 1912) und die berühmte „Rose-Marie“ von 1924. Er starb 1972 in Los Angeles. Francois Villon (1431 – nach 1463), der durch seine überwiegend satirischen Balladen und Gedichte unsterbliche Pariser „Bettler-Poet“ - in der Operette bezeichnet er sich selbst als 'mad, glad, sad, bad' – ist der Titelheld von Rudolf Frimls Operette „The Vagabond King“ ('Der König der Vagabunden'), die am 21. 9. 1925 - nach dem üblichen 'Try-out' in der Provinz - am New Yorker Broadway (Casino Theatre) zum ersten Mal gespielt wurde und auf über 500 Vorstellungen kam. Vorlage war das Theaterstück „If I Were King“ von Justin Huntly McCarthy aus dem Jahre 1901.


    Die Handlung spielt im 15. Jahrhundert im von den Burgundern belagerten Paris. Der im Volk unbeliebte König Louis XI. mischt sich verkleidet unter's Volk, um sich persönlich die 'Schmähverse' des von zahlreichen Anhängern umgebenen 'Bettler-Poeten' Francois Villon ('mad, glad, sad, bad'), der lauthals erklärt, was er täte, wenn er König wäre, anzuhören. Louis lässt Villon einkerkern, macht ihm jedoch das Angebot, für einen Tag seinen Platz einzunehmen; sein Gedanke ist, dass es Villon gelingt, die Pariser Bevölkerung zum Kampf gegen die Burgunder anzustacheln - sein Hintergedanke ist aber, Villon nach Ablauf dieses einen Tages hängen zu lassen. Um dem Dichter die Sache schmackhafter zu machen - und um sich an der schönen Katherine de Vaucelles zu rächen, die sich weigerte, seine Mätresse zu werden - ernennt der König ihn zum Grafen von Montcorbier (das war wahrscheinlich Francois Villons Geburtsname) und macht sie miteinander bekannt. Villon erreicht es tatsächlich, mit Unterstützung des Pariser 'Mobs' die kampfesunwilligen Soldaten des Königs zum Kampf gegen die Belagerer zu überreden; allerdings findet Villons mutige Geliebte, die Straßendirne Huguette, im Kampfgetümmel den Tod, doch der Dichter hat längst bei Katherine – die sich in den falschen Grafen verliebt hat - Feuer gefangen. Louis kann nach der Befreiung der Stadt mit massiven Drohungen von Villons Anhängern davon abgehalten werden, den 'König für einen Tag' hinrichten zu lassen, und er muss auch zähneknirschend der Ehe zwischen der Adligen und dem 'König der Vagabunden' zustimmen.


    Schon 1930 verfilmte „Paramount Pictures“ die Operette mit Dennis King – 1925 der erste Villon am Broadway – und Jeanette MacDonald in der Regie von Ludwig Berger. 1956 gab es ein 'Remake' bei der gleichen Filmfirma durch Michael Curtiz mit Kathryn Grayson, Rita Moreno und dem maltesischen Tenor Oreste Kirkop – auch er ein 'Swashbuckler'-Typ wie Mario Lanza, aber im Gegensatz zu diesem konnte er erfolgreiche Auftritte auf der Opernbühne (vor allem in Italien und Großbritannien) vorweisen und hat in einigen TV-Opern der 'NBC' („Madama Butterfly“, „La Traviata“ und „Rigoletto“) mitgewirkt. 'RCA Victor' nahm 1956 korrespondierend zu dem sehr erfolgreichen – aber m. W. in Deutschland nie gezeigten - Film Szenen aus „The Vagabond King“ mit Oreste Kirkop und Jean Fenn (Lanzas Partnerin in „Serenade“) unter dem Dirigat von Henri René auf.


    The Desert Song“: Overture – 'I open my arms... My desert is waiting, dear, come there with me'* ('The Desert Song') – 'Oh, girls, here are cavaliers'* ('French Military Marching Song') – 'Over the ground there comes a sound' ('The Riff Song') – 'What's the noise, what's the row... I want a kiss! Give it to me'*° – 'Let love come as some rare treasure... Let love go!'^ - 'One flower grows alone in your garden'^ – 'Over the desert like a tomb of sand' ('Azuri's Dance') – 'My passion is not to crash on and woo... Then you will know'* – 'Romance, a play boy who is born each spring'* – 'Bold women, please unhand me... One good boy gone wrong'* – 'Lonely as a desert breeze... One alone, to be my own' / Judith Raskin* (Sopran – 'Margot' und 'Clementina') / Raymond Murcell° (Bariton – 'Sid El Kar') / Donald Arthur^ (Bass – 'Ali Ben Ali') / Chorus and Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos (Rom, RCA Italiana Studios, August und September 1959) 'RCA Victor' LM-2440 (mono) bzw. LSC-2440 (stereo). Mario Lanza singt nicht nur die Doppelrolle 'Red Shadow' bzw. 'Pierre', sondern auch den Part des 'Paul' und des 'Benny'. (Leider fehlt das bekannte Sopran-Solo 'The Sabre Song'.) Wie schon bei „The Student Prince“ und „The Vagabond King“ wurden in Rom nur Mario Lanzas Gesang und die Orchester-Begleitung aufgenommen; die anderen Gesangssolisten und der Chor sangen 1960 in einem Studio in New York auf das Tonband aus Rom.


    „The Desert Song“ ('Das Lied der Wüste') ist das seltene Beispiel einer Operette, die aktuelle geschichtliche Ereignisse zum Inhalt hat: 1921 erhoben sich in Marokko mehrere Berber-Stämme – Rifkabylen genannt - gegen die spanische, von Frankeich unterstützte, Protektorialmacht und es kam zu dem mit voller Grausamkeit (Einsatz von Senfgas gegen die Zivilbevölkerung!) geführten, verlustreichen fünf Jahre dauernden „Rif-Krieg“. Plötzlich war alles 'Arabische' in Mode, es gab Bücher (z. B. die Memoiren von Lawrence von Arabien), Theaterstücke und Hollywood drehte zwei Filme mit Rudolph Valentino („The Sheik“ von 1921 und 1926 „The Son of the Sheik“). Da durfte eine 'romantische' Operette nicht fehlen und der aus Ungarn stammende Sigmund Romberg (1887 - 1951) - Schöpfer von „The Student Prince“, „Maytime“ und „The New Moon“ - war der richtige Mann dafür. Das Buch schrieben Otto Harbach, Oscar Hammerstein II und Frank Mandel; Romberg hatte übrigens die Angewohnheit, zuerst die Melodien zu komponieren, auf die dann die Librettisten den Text schreiben mussten. Die Broadway-Premiere - am 30. 11. 1926 im Casino Theatre (mit seiner arabisch anmutenden Innenausstattung) war der Beginn eines bis heute anhaltenden Theater-Erfolges auch in Großbritannien und Frankreich, aber nicht in Deutschland, wo man diese melodienträchtige Operette kaum kennt. Dabei dürfte die Handlung dem heutigen Publikum sehr vertraut sein - „Superman“ lässt grüßen:


    Der französische General Birabeau wurde nach Marokko abkommandiert, um die aufständischen Rif-Kabylen zu besiegen, die unter der Leitung des mysteriösen 'Red Shadow' den spanisch-französischen Truppen einen Guerilla-Krieg liefern. Der Sohn des Generals, Pierre, ist in Margot Bonvalet verliebt, die mit einem Kapitän der französischen Fremdenlegion, Paul Fontaine, verlobt ist. Doch Margot hat kein Auge für Pierre, der ihr zu langweilig und 'unromantisch' ist; sie träumt davon, in den Armen eines heißblütigen Arabers zu liegen. Ihr Traum wird wahr, als sie von dem maskierten 'Red Shadow' entführt wird. Doch nun erklärt ihm die kapriziöse Dame, dass sie Pierre Birabeau liebt, der sie sicher befreien wird. Da gelingt es dem General, das Versteck Margots im Harem des Scheichs Ali Ben Ali ausfindig zu machen und er fordert 'Red Shadow' zum Duell, doch dieser ergreift die Flucht. Als die französischen Soldaten hinzukommen, taucht auch Pierre unter ihnen auf und Margot glaubt, dass er 'Red Shadow' getötet hat. Nun erst gibt sich dieser zu erkennen und dem Happy End steht nichts mehr im Wege. Um die Handlung aufzulockern gibt es auch ein 'komisches' Paar (Benny - ein Reporter des „Paris Herald“ - und die spanische Halbweltdame Clementina), einen 'Nebenbuhler' (Margots Verlobter Paul, der aber Azuli liebt, eine junge arabische Tänzerin) sowie zwei Araber: Sid El Kar (Gefolgsmann des 'Roten Schatten') und der Scheich Ali Ben Ali (Anführer eines Berber-Stamms).


    „The Desert Song“ wurde von 'Warner Bros.' drei Mal verfilmt: 1929 als echte Leinwand-Operette im 'Vitaphone'-Verfahren – bei diesem von 'Warner Bros.' entwickelten Verfahren wurde der Ton zeitgleich mit den Filmaufnahmen direkt in Matrizen geritzt; die davon gepressten Schallplatten mussten im Kino synchron mit dem Bild abgespielt werden, der pure Stress für die Filmvorführer! - mit John Boles, Carlotta King und der jungen Myrna Loy (als Azuri); 1943 mit Dennis Morgan, Irene Manning und in einer Nebenrolle (als Franzose) der deutsche Emigrant Curt Bois - hier kämpft der 'El Khobar' genannte Held gegen Nazis, die eine Eisenbahn durch die Wüste bauen wollen - und 1953 mit Gordon MacRae, Kathryn Grayson, Steve Cochran und Raymond Massey (von den drei Filmversionen die am wenigsten dem Werk entsprechende mit völliger Umdeutung der Handlung). 'VAI Video Artists International' veröffentlichte eine TV-Inszenierung von 1955 mit Nelson Eddy, Gale Sherwood und dem 'Met'-Bassisten Salvatore Baccaloni als Ali Ben Ali.


    Die Aufnahme von 'One alone' aus „The Desert Song“ vom September 1959 gilt als das letzte Tondokument von Mario Lanzas Stimme.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • 1956 gab es ein 'Remake' bei der gleichen Filmfirma durch Michael Curtiz mit Kathryn Grayson, Rita Moreno und dem maltesischen Tenor Oreste Kirkop – auch er ein 'Swashbuckler'-Typ wie Mario Lanza, aber im Gegensatz zu diesem konnte er erfolgreiche Auftritte auf der Opernbühne (vor allem in Italien und Großbritannien) vorweisen und hat in einigen TV-Opern der 'NBC' („Madama Butterfly“, „La Traviata“ und „Rigoletto“) mitgewirkt. '

    Lieber Carlo,


    ehrfürchtig sitze ich vor dem Laptop. Der ganze Thread ist so unwahrscheinlich informativ. Ich habe mir sofort "The Desert Song" bestellt - die LP wurde von der mehrfach erwähnten Firma Sepia auf CD veröffentlicht, inklusive interessanter Bonus-Tracks. Nun werde ich also Mario Lanzas letzten verbürgten Ton hören können.


    Für jene unter den Taminos, die gleich mir noch nie etwas von Oreste Kirkop gehört haben, hier ein kleiner Ausschnitt aus dem angesprochenen Film:


    Bleibt die Frage, lieber Carlo, ob dein Thread nun zu Ende ist?

  • Hallo, Gregor!


    Nein, ich werde noch etwas schreiben, aber im Moment bin ich unschlüssig, was und wieviel ich über das tragische Ende von Mario Lanza berichten soll. (Obwohl man es damals in jeder Illustrierten lesen konnte.) Außerdem möchte ich noch einige posthum veröffentlichte Alben mit Kompilationen von auf LP vorher nicht erschienenen Aufnahmen - hauptsächlich aus den "Coca-Cola"-Sendungen - auflisten.


    Carlo

  • Liebe Taminos!



    Am Abend des 7. Oktober 1959 (ein Mittwoch) tickten die Fernschreiber der internationalen Presseagenturen die Nachricht, dass der 'Hollywood-Tenor' Mario Lanza im Alter von 38 Jahren in einem römischen Krankenhaus an den Folgen eines schweren Herzinfarktes gestorben ist.


    Im Frühjahr 1959 hatte Mario Lanza während der Schallplattenaufnahmen von „The Student Prince“ Herzbeschwerden gehabt und im August suchte er die römische Privatklinik 'Valle Giulia' auf; man diagnostizierte eine leichte Lungenentzündung, Herzrhythmusstörungen und Arteriosklerose und behandelte ihn stationär. Am 3. September wurde er entlassen und nahm – vermutlich am 10. September - im Studio der 'RCA Italiana' noch drei Lieder aus der Operette „The Desert Song“ ('One flower in your garden', 'Azuri's dance' und 'One alone') für die Schallplatte auf. Am 25. September ging Mario Lanza erneut in dieses Krankenhaus, um sich dort unter ärztlicher Aufsicht wieder einmal einer Diät-Kur zwecks Gewichtsreduktion (für die Dreharbeiten des geplanten „Bajazzo“-Films) zu unterziehen.


    Am Mittag des 7. Oktober teilte ihm der Arzt Dr. Franco Silvestri mit, dass er bald die Klinik verlassen könne; kurz darauf erlitt Mario Lanza im Beisein einer Krankenschwester einen tödlichen Herzanfall (so die Auskunft der Klinik, eine andere Schwester sprach anonym gegenüber der Presse allerdings von einer Embolie), die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben wirkungslos. Der Münchner Arzt Dr. Friedrich Frühwein, der Mario Lanza 1958 in die 'Parkklinik' am Walchensee einwies und ihn für schwer krank hielt (Arteriosklerose, Hypertonie und Leberzirrhose im Anfangsstadium), mutmaßte im Interview mit der Münchner „Abendzeitung“, Lanza sei in Rom in einen 'Heilschlaf' – eine damals gängige, aber riskante Methode zur Beschleunigung der Gewichtsabnahme - versetzt worden, und musste sich wegen Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht vor der Bayerischen Ärztekammer verantworten.


    Man benachrichtigte Betty Lanza, die einen schweren Nervenzusammenbruch bekam; zwei Tage vorher geriet das Ehepaar bei ihrem Besuch in der Klinik in eine Auseinandersetzung und sie hatte sich geweigert, die nachfolgenden Telefonanrufe ihres Mannes entgegen zu nehmen. (Der Sänger war auch bei seinen früheren Krankenhaus-Aufenthalten ein schwieriger, ungeduldiger Patient gewesen; diesmal wurde es lt. Auskunft seines Managers John Coast noch verstärkt durch Lanzas Absicht, sich vom Rauchen zu entwöhnen, ganz abgesehen davon, dass ihm jeglicher Alkohol-Genuss untersagt wurde.) Die Klinik 'Valle Giulia' und der – im Auftrag Mussolinis für den 'Eroberer Äthiopiens', Pietro Badoglio, erbaute - Palazzo Badoglio (heute die chinesische Botschaft in Rom), in dem die Familie Lanza eine Etage bewohnte, wurde von Reportern belagert und sie überboten sich gegenseitig mit Berichten über den Tod Mario Lanzas. Die italienische Presse spekulierte sogar, die Mafia habe den Sänger ermordet, weil er sich weigerte, bei einem Konzert aufzutreten, das der 'Mobster' Lucky Luciano organisierte, oder die 'Ndrangheta habe Mario Lanza getötet, weil er keine Erpressungsgelder zahlen wollte.


    Mario Lanzas Leiche wurde im Palazzo Badoglio offen aufgebahrt und in der Kirche 'Santa Maria Maggiore' gab es am 10. Oktober einen Trauergottesdienst unter der Anteilnahme einer riesigen Menschenmenge, bevor der Sarg im Flugzeug in die USA überführt und in einem Trauerzug durch seine Geburtsstadt Philadelphia gefahren wurde. Die Beisetzung erfolgte auf dem Calvary-Friedhof in Whittier bei Los Angeles, die Grabplatte trug die Inschrift, „Mario Lanza, 1921-1959, Beloved Husband and Father“. Einige Jahre nach dem Tod von Betty Lanza ließ die Familie in Culver City (Los Angeles), wo sich einst auch die Filmstudios von 'MGM' befanden, auf dem Holy Cross Cemetery ein interessant gestaltetes Mausoleum errichten, in dem Mario Lanza seine letzte Ruhe fand.


    Betty Lanza – sie war die Schwester eines Militär-Kameraden Lanzas, Bert Hicks, und das Ehepaar war seit 1945 verheiratet - starb in Beverly Hills (mit 37 Jahren) nur fünf Monate nach ihrem Mann, offiziell an einer falschen Medikation wegen einer Atemwegserkrankung. Die Ehe galt als glücklich; Betty war vollkommen auf ihren Mann fixiert (die Erziehung der vier Kinder wurde Nannies übertragen), aber sie war keine der Sänger-Gattinnen wie die Ehefrauen von Corelli, Del Monaco oder Domingo und hielt sich stets im Hintergrund. Zurück blieben vier Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren, die von Mario Lanzas Eltern in Kalifornien aufgezogen wurden; heute lebt nur noch seine 1950 geborene Tochter Ellisa Lanza Bregman, die für Derek Mannerings Buch „Singing to the Gods“ das Vorwort schrieb. (Mir ist diese Biographie wie auch das von Derek McGovern sehr gelobte Buch von Armando Cesari mit dem Titel „Mario Lanza - An American Tragedy“ nicht bekannt; von beiden Publikationen gibt es keine deutschen Auflagen, was sich hoffentlich im nächsten Jahr zum 100. Geburtstag von Mario Lanza ändern wird.)



    Kurz nach Mario Lanzas Tod kamen 1959 die Schallplatten mit den im Beitrag Nr. 101 genannten Aufnahmen von Weihnachtsliedern (LM/LSC-2333) und dem Querschnitt aus „The Student Prince“ (LM/LSC-2339) heraus, gefolgt 1960 von dem Album „Mario Lanza Sings Caruso Favorites“ (LM/LSC-2393) sowie den Higlights aus „The Desert Song“ (LM/LSC-2440). Ende des Jahres 1960 veröffentlichte man schließlich den von Mario Lanza nicht frei gegebenen Mitschnitt des Liederabends vom 16. 1. 1958 aus der Royal Albert Hall in London, der für 'sein' Publikum ein ziemlich enttäuschendes Programm bot; altitalienische Arien, Lieder zeitgenössischer amerikanischer Komponisten, nur drei 'Canzoni napoletane' und auch nur drei Arien waren wohl nicht das, was die fast 7000 Zuhörer von ihrem Idol hören wollten:


    A Mario Lanza Program“ 'RCA Victor' LM-2454 (mono) und LSC-2454 (stereo) (siehe Beitrag Nr. 84).



    Natürlich verlangten die Lanza-Fans nach weiteren Schallplatten, aber nach dem Erscheinen von „The Vagabond King“ (LM/LSC-2509) im Sommer 1961 gab es keine weiteren neuen Aufnahmen von Mario Lanza mehr, so dass man sich darauf verlegte, das 'RCA'-Archiv nach alten Aufnahmen, die z. T. nur als 'Singles' veröffentlicht worden waren, zu durchsuchen und sie in Kompilationen auf LPs heraus zu bringen. Außerdem verfügte man über die angekauften Bänder der 'Coca-Cola'-Shows aus den Jahren 1951/1952. Bereits 1958 erschien eine Platte auf 'RCA's' Budget-Label 'Camden Records' mit dem Titel „You Do Something To Me“:


    You Do Something To Me“: 'You do something to me'* („Fifty Million Frenchmen“ / Cole Porter) – 'Sylvia'+ (Oley Speaks) – 'Some day'+ („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'Beloved'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky) – 'Ne shest almazov v kamennikh peshcherakh'* ('Song of India' / „Sadko“ / Nikolai Rimski-Korsakov) – 'Lolita'+ (Arturo Buzzi-Peccia) – 'You are my love'* (Constantine Callinicos) – 'Lygia'+ (Film „Quo Vadis?“ / Miklós Rózsa) – 'La fleur que tu m'avais jetée'* („Carmen“ / Georges Bizet) – 'Che gelida manina'* („La Bohème / Giacomo Puccini) – 'O tu che in seno agli angeli'* („La forza del destino“ / Giuseppe Verdi) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra+ (New York 1949 und Hollywood 1950–1953) 'Camden Records' CAL 450 (1 LP. 1958). Eine Kombination aus Studio-Aufnahmen der 'RCA' und den Rundfunk-Sendungen der 'Coca-Cola'-Show. Die Schallplatte erschien zuerst in den USA und wurde Jahre später - elektronisch stereophonisiert - mit der Katalognummer CDS 6002(e) auch in der BRD veröffentlicht; diese Ausgabe habe ich in meiner Sammlung.


    (Schon 1953 etablierte die Firma 'RCA' ein neues Label auf dem amerikanischen Schallplattenmarkt: 'Camden', benannt nach der Stadt Camden bei Philadelphia, wo sich der Firmensitz und das Presswerk von 'RCA' befand. Unter diesem Etikett sollten ursprünglich ältere Aufnahmen des Klassik-Katalogs von 'RCA Victor', die überwiegend auf Schelllackplatten veröffentlicht worden waren, zu einem herabgesetzten Preis angeboten werden. Da aber hier zunehmend Wiederveröffentlichungen der Unterhaltungsmusik erschienen, wurde 1960 für die klassische Musik das neue Label 'Victrola' kreiert.)


    Drei weitere Zusammenstellungen folgten 1962 und 1964, wobei zu berücksichtigen ist, dass 'RCA' ihre monauralen Mario-Lanza-Schallplatten (mit der Prefix 'LM' bzw. 'LPM') ab 1965 auch in elektronisch stereophonisierten Pressungen (Prefix 'LSC' bzw. 'LSP') mit einem (e) hinter der Katalognummer anbot:


    I'll Walk With God“: 'I'll walk with God'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky) – 'The Virgin's slumber song'* ('Mariä Wiegenlied' / Max Reger) – 'The Lord's prayer'+ (Albert Hay Malotte) – 'O holy night'* (Adolphe Adam) – 'Guardian angels'+ (Harpo Marx) – 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod) – 'Somebody bigger than you and I'+ (Johnny Lange, Hy Heath und Sonny Burke) - 'Because'+ (Guy d'Hardelot) – 'The trembling of a leaf'+ (Johnny Green) – 'None but the lonely heart'+ ('Net, tolko tot, kto znal svidania' / Piotr Ilich Chaikovskii) – 'Through the years'+ (Vincent Youmans) – 'I love thee'+ ('Jeg elsker dig' / Edvard Grieg) – 'Trees'+ (Oscar Rasbach) – 'Mamma, quel vino è generoso'* („Cavalleria rusticana“ / Pietro Mascagni) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra+ (Hollywood, 1950-1952) 'RCA Victor' LM-2607 (1 LP, 1962) Die Schallplatte trägt den Untertitel „Songs of Devotion and Love“ und enthält sowohl Eigen-Produktionen der 'RCA' wie auch Aufnahmen aus den 'Coke-Shows'.


    I'll See You in My Dreams“: 'With a song in my heart'* („Spring is here“ / Richard Rodgers) – 'Among my souvenirs'+ (Lawrence Wright) – 'Marchéta'+ (Victor Schertzinger) – 'Memories'+ (Egbert von Alstyne) – 'Ah! Sweet mystery of life'* („Naughty Marietta“ / Victor Herbert) – 'I'll be seeing you'+ („Right this way“ / Sammy Fain) – 'Così, cosà'* (Bronislaw Kaper und Walter Jurmann) – 'Lady of Spain'+ (Tolchard Evans) – 'La spagnola'+ (Vincenzo Di Chiara) – 'When day is done'+ (Robert Katscher) – 'The best things in life are free'+ („Good News“ / Ray Henderson) – 'I'll see you in my dreams'+ (Isham Jones) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2720 (1 LP, 1964). Alle Aufnahmen entstammen den von 'Coca-Cola' gesponserten Radiosendungen der NBC bzw. CBS aus den Jahren 1951* und 1952+. (Ich habe diese Schallplatte in einer deutschen 'electronically reprocessed' Ausgabe mit der Nummer LSP-9998(e) aus dem Jahre 1965.)


    The Best of Mario Lanza“: 'Be my love' (Nicholas Brodszky) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Robert Wright und George Forrest) - 'Funiculì, funiculà' (Luigi Denza) - 'A kiss' (Ray Sinatra) - 'One alone' („The Desert Song“ / Sigmund Romberg) – 'Overhead the moon is beaming' („The Student Prince“ / Sigmund Romberg) - 'Only a rose'* („The Vagabond King“ / Rudolf Friml) – 'The loveliest night of the year' ('Sobre las olas' / Juventino Rosas - Irving Aaronson) – 'Santa Lucia' (Anonym) - 'Arrivederci, Roma!' (Renato Rascel) - 'Because you're mine'+ (Nicholas Brodszky) - 'Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) / Judith Raskin (Sopran)* / Constantine Callinicos (Klavier)+ / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos und Ray Sinatra (Hollywood 1950-1956, London 1958 sowie Rom 1957 und 1959) 'RCA Victor' LM-2748 (1 LP, USA 1964) bzw. LPM-9997 (1 LP, BRD 1964). Interessant an dieser Zusammenstellung sind einige Alternativ-Aufnahmen: „Funiculì, funiculà“ ist angeblich eine frühe Aufnahme unter Constantine Callinicos; „The loveliest night of the year“ stammt aus einer 'Coke-Show' von 1951 (Dirigent: Ray Sinatra) und das Lied „Arrivederci, Roma!“ wird nicht in dem Film-Soundtrack (mit der Kinderstimme von Luisa Di Meo) geboten, sondern in einer englischsprachigen Version, die Mario Lanza im November 1957 einspielte.



    In der nächsten Woche folgen noch weitere Kompilations-Schallplatten mit Mario Lanza.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Lieber Carlo,

    danke, dass du uns die näheren Umstände über Mario Lanzas frühen Tod detailliert geschildert hast. Wenn es auch sehr traurig ist, so ist es für seine Bewunderer selbstverständlich von Interesse, wie das alles geschehen konnte.

    Die Ehe galt als glücklich; Betty war vollkommen auf ihren Mann fixiert (die Erziehung der vier Kinder wurde Nannies übertragen), aber sie war keine der Sänger-Gattinnen wie die Ehefrauen von Corelli, Del Monaco oder Domingo und hielt sich stets im Hintergrund.

    Meinst du damit, dass sich die Gattinnen der drei anderen Sänger öfter in den Vordergrund spielen?


    Hier kann man jedenfalls auch Betty Lanza erleben - bereits in Rom, nur zwei Jahre vor den Ereignissen, die du hier beschreibst. Betty ist letztlich noch jünger gestorben als ihr Gatte Mario.

  • Lieber Carlo,


    eigentlich liest sich das alles , hintereinander gereiht, wie ein Buch voller Informationen über das Leben und die Aufnahmen Mario Lanzas- ganz viel Respekt von hier.


    Ich erinnere mich an meine erste Lanza LP- der Titel war "Mario Lanza- Golden Records" (auch RCA).


    Viele Grüße

    Otello50

  • Lieber Gregor,


    vielen Dank für das schöne Video mit dem Gespräch des Paters James Keller (von der von ihm gegründeten Religionsgemeinschaft „The Christophers“) mit Betty und Mario Lanza. Beide wirken frisch und natürlich und machen einen glücklichen und sympathischen Eindruck; bemerkenwert ist, wie gut der Sänger hier aussieht. Und es wird auch deutlich, dass der Tenor ein echter 'Latino' war, der mit den Augen und den Händen sprach. Seine bekannte Art, den Gesangsvortrag mit emphatischer Gestik und ausdrucksvoller Mimik zu unterstreichen, als singe er nur für eine(n) einzige(n) Zuhörer(in) und nur für sie/ihn allein, wirkt für uns heute 'altmodisch', ist aber in meinen Augen wesentlich eindrücklicher als das oft 'steife' Gehabe heutiger Sänger in ihren Konzertauftritten. (Übrigens datiere ich das Gespräch in das Jahr 1958, weil Mario Lanza sagt, dass er seit dreizehn Jahren – Hochzeit im April 1945 – verheiratet ist.)


    Dieser Absatz ist ein Teil meines kurzen Beitrages vom 23. August 2020. Ich habe ihn löschen lassen, weil mir ein anderer Teil des Inhalts - die Beantwortung Deiner Frage vom selben Tag - nicht mehr dem Thema angemessen erschien. Wer ihn gelesen hat, wird verstehen, was ich meine.


    Hier folgen weitere 'posthume' Schallplattenveröffentlichungen mit Mario Lanza:


    If You Are But a Dream“: 'April in Paris' („Walk a Little Faster“ / Vernon Duke) – 'Time on my hands' („Smiles“ / Vincent Youmans) – 'What is this thing called love' („Wake Up And Dream“ / Cole Porter) – 'Charmaine' (Ernö Rapée) – 'A little love, a little kiss' (Lao Silésu) – 'If you are but a dream' (Klavierstück 'Romanze in Es-dur, op. 44, Nr. 1' / Anton Rubinstein) – 'Play, Gypsies - Dance, Gypsies' („Gräfin Mariza“ / Imre Kálmán) – 'Where or when' („Babes in Arms“ / Richard Rogers) – 'A kiss in the dark' („Orange Blossoms / Victor Herbert) – 'My Buddy' (Walter Donaldson) – 'You and the night and the music' („Revenge With Music“ / Arthur Schwartz) – 'Alone together' („Flying Colors“ / Arthur Schwartz) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2790 (1 LP, 1965). Alle Aufnahmen stammen aus den 'Coke-Shows'.


    Mario Lanza Sings His Favorite Arias“: 'La donna è mobile' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) - „Celeste Aida' („Aida“ / Giuseppe Verdi) – 'Recondita armonia' („Tosca“ / Giacomo Puccini) – 'Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata' („La Bohème / Ruggero Leoncavallo) – 'Come un bel dì di maggio' („Andrea Chenier“ / Umberto Giordano) – 'Una furtiva lagrima' („L'elisir d'amore“ / Gaetano Donizetti) – 'Questa o quella' („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi) – 'Un tal gioco' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / Giacomo Puccini) – 'Un dì all'azzurro spazio' („Andrea Chenier“ /Umberto Giordano) – 'Che gelida manina' („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / Amilcare Ponchielli) / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra (Hollywood, 1951-1952) 'RCA Victor' LM-2932 (1 LP, 1967)


    The Best of Mario Lanza – Volume Two“: 'With a song in my heart' („Spring Is Here“ / Richard Rodgers) – 'You and the night and the music' ("Revenge With Music" / Arthur Schwartz) – 'Tell me tonight' ('Heute Nacht oder nie' / Mischa Spoliansky) – 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – 'One night of love' (Victor Schertzinger) – 'I'll see you again' („Bitter Sweet“ / Noel Coward) – 'Come prima' (Vincenzo Di Paola und Sandro Taccani) – 'In tal gioco, credetemi' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'La danza' (Gioachino Rossini) – 'They didn't believe me' („The Girl from Utah“ / Jerome Kern) – 'Someday I'll find you' („Private Lives“ / Noel Coward) – 'Through the years' (Vincent Youmans) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra, Henri René und Carlo Savina (Hollywood, 1951-1952 und 1956; Rom 1958) 'RCA Victor' LM-2998 (1 LP, 1968). Der Dirigent von „Thine alone“ ist Henri René (1956); Carlo Savina leitet ein römisches Orchester 1958 bei „Come prima“. Der Titel Nr. 9 - „La danza“ von Rossini - wird von einem Akkordeon begleitet (aus dem Film „Serenade“). Alle anderen Aufnahmen stammen aus den 'Coca-Cola'-Sendungen mit dem Dirigenten Ray Sinatra, der übrigens ein Vetter von 'Frankie Boy' war.


    Younger Than Springtime“: 'Younger than springtime'* („South Pacific“ / Richard Rogers) – 'Call me fool'° (Lee Kauderer) – 'This land'^ („The Lord Don't Play Favorites“ / Hal Stanley) – 'Behold!'^ (Hal Moore) – 'A night to remember'^ (Martin Kalmanoff) – 'If you were mine'° (Bob Merrill) – Aus dem Film „The Toast of New Orleans“: The toast of New Orleans+; The Bayou Lullaby+; Boom Biddy Boom+; Tina-Lina+ (alle von Nicholas Brodszky) – 'Arrivederci, Roma!' (Film „Arrivederci, Roma!“ / Renato Rascel) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson*, Constantine Callinicos°, Henri René^ und Ray Sinatra+ (Hollywood, 1950-1957, und Rom 1957) 'RCA Vicor' LM-3049 (1 LP, 1968). Es handelt sich um teilweise nur auf 'Singles' veröffentlichte Eigenaufnahmen der 'RCA'; der Dirigent des (1957 in Rom englisch gesungenen) Liedes „Arrivederci, Roma!“ ist nicht bekannt. .


    Mario Lanza in Opera“: 'Di quella pira'# („Il trovatore“ / Giuseppe Verdi) – 'La fleur que tu m'avais jetée' („Carmen“ / Georges Bizet) – 'Mi batte il cor... O paradiso!' („L'Africaine“ / Giacomo Meyerbeer) – 'M'appari tutto amor' („Martha“ / von Flotow) – 'Libiamo ne' lieti calici'* („La Traviata“ / Giuseppe Verdi) – 'Stolta paura, l'amor'* („Madama Butterfly“ / Giacomo Puccini) – 'O soave fanciulla'+^ („La Bohème“ / Giacomo Puccini) – 'Di rigori armato il seno'^ („Der Rosenkavalier“ / Richard Strauss) – 'Nessun dorma'# („Turandot“ / Giacomo Puccini) – 'Amor ti vieta di non mi amar'# („Fedora“ / Umberto Giordano) – 'Dio ti giocondi, o sposo'°# („Otello“ / Giuseppe Verdi) / Elaine Malbin*, Jean Fenn+ und Licia Albanese° (Sopran) / Jakob Gimpel^ (Klavier) / RCA Victor Orchestra / Dirigent: Constantine Callinicos / Warner Bros. Studio Orchestra / Dirigent: Ray Heindorf# (Hollywood, 1950-1955) 'RCA Victor' LM-3101 (1 LP, 1969). Die Aufnahmen unter Constantine Callinicos sind Eigenaufnahmen der 'RCA' von 1950. Die Titel mit Ray Heindorf stammen aus dem 'Warner Bros.'-Film „Serenade“ von 1955; im Film werden sie aber nur kurz angespielt, während die Schallplatte die kompletten Aufnahmen bringt.


    Zu beachten ist, dass alle diese 'posthumen' Schallplatten auch in (elektronisch bearbeiteten) Stereo-Versionen erschienen, was durch 'LSC' vor und (e) nach der Katalognummer kenntlich gemacht wurde. In einer Woche nenne ich weitere 'posthume' Schallplatten mit Mario Lanza.


    Carlo

  • Hallo,


    nachstehend noch einige Schallplatten aus den Jahren 1969 bis 1972:

    Memories“: 'The world is mine tonight'* (George Posford; 1951) – 'There 's gonna be a party tonight'° (Film „Arrivederci, Roma“ / George Stoll; 1957) – 'M'appari tutto amor'+ („Martha“ / Friedrich von Flotow; 1950) – Parodien aus dem Film „Arrivederci, Roma“° (1957): 'Temptation' (Nacio Herb Brown), 'Jezebel' (Wayne Shanklin). 'Memories are made of this' (Richard Dehr, Terry Gilkyson und Frank Miller), 'When the saints go marching in' (Traditionell) – 'Come, dance with me'^ (Dick Leibert; 1956) – 'Make believe'* („Show Boat“ / Jerome Kern; 1951) – 'Torna a Surriento' (Film „Serenade“ mit Jakob Gimpel, Klavier / Ernesto De Curtis; 1955) – 'Core 'ngrato'+ (Salvatore Cardillo; 1949) – 'Fools rush in'* (Rube Bloom; 1952) – 'Do you wonder?'^ (Henry Hill; 1956) - 'Never till now' (Film „Raintree County' (Johnny Green; 1957) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra*, George Stoll°, Constantine Callinicos+ und Henri René^ (Hollywood 1949-1957 und Rom 1957) / 'RCA Victor' LM-3102(e) (1 LP, 1969). Das Lied aus dem Film „Raintree County“ ('Das Land des Regenbaums') wurde 1957 in Hollywood eingespielt; der Dirigent ist unbekannt. (Es handelt sich um Studio-Aufnahmen der 'RCA' und Rundfunk-Produktionen der 'NBC' bzw. 'CBS' sowie um den Soundtrack aus den Filmen „Serenade“ von 1955 und „Arrivederci, Roma“ von 1957,)


    Speak To Me Of Love“: 'Parlami d'amore, Mariù'* (Cesare Bixio) – 'Wanting you'* („The New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'My destiny'° (Nicholas Brodszky) – 'When you're in love'* (Carl Fischer) – 'Ay-Ay-Ay'* (Osmán Perez Freire) – 'Serenade'° (Nicholas Brodszky) – 'Roses of Picardy'* (Hayden Wood) – 'Love in a home'+ („Li'l Abner“ / Gene De Paul) – 'Softly as in a morning sunrise'* („The New Moon“ / Sigmund Romberg) – 'I know, I know, I know'*# (Bronislaw Kaper) – 'Earthbound'+ (Jack Taylor und Clive Richardson) / An Orchestra / Dirigenten: Ray Sinatra*, Ray Heindorf° und Henri René+ (Hollywood, 1949, 1951, 1952 und 1956) 'RCA Victor' LM-3103(e) (1 LP, 1969). Alle Titel wurden schon zuvor auf anderen 'RCA'-Platten veröffentlicht. Die Aufnahmen mit Ray Sinatra stammen von 1949 (Film „That Midnight Kiss“#) und aus den 'Coca-Cola'-Sendungen von 1951/1952; die mit ° gekennzeichneten Titel dirigierte Ray Heindorf 1955 für den Film „Serenade“ von 'Warner Bros.' und die Aufnahmen mit Henri René und seinem Orchester entstanden 1956.


    Mario Lanza in His Greatest Hits from Operettas and Musicals“: „The Student Prince“ (Sigmund Romberg): Overhead the moon is beaming – Golden days – Drink, Drink, Drink – Just we two* – Gaudeamus igitur – Deep in my heart, dear* / „The Vagabond King“ (Rudolf Friml): Drinking song° – Love me tonight° – Only a rose – Song of the Vagabonds° / „The Desert Song“ (Sigmund Romberg): The desert song – One alone / „Naughty Marietta“ (Victor Herbert): I'm falling in love with someone – Tramp! Tramp! Tramp! - Ah! Sweet mystery of life / „The Firefly“ (Rudolf Friml): The donkey serenade – Giannina mia / „Rose Marie“ (Rudolf Friml): Rose Marie / „Show Boat“ (Jerome Kern): You are love – Make believe / „The New Moon“ (Sigmund Romberg): Softly as in a morning sunrise – Wanting you – Lover, come back to me / „Gräfin Mariza“ (Imre Kálmán): Play, Gypsies, dance, Gypsies / „Das Land des Lächelns“ (Franz Lehár): Yours is my heart alone / „The Fortune Teller“ (Victor Herbert): Slumber on, my little gypsy sweetheart / „Roberta“ (Jerome Kern): The touch of your hand – Yesterdays / „Orange Blossoms“ (Victor Herbert): A kiss in the dark / „Great Day“ (Vincent Youmans): Without a song / „Song of Norway“ (Robert Wright und George Forrest): Strange music / „The Boys from Syracuse“ (Richard Rodgers): Falling in love with love / „Kismet“ (Robert Wright und George Forrest): And this is my beloved / „Kiss me, Kate“ (Cole Porter): So in love / „South Pacific“ (Richard Rodgers): This nearly was mine / „Carousel“ (Richard Rodgers): You'll never walk alone / Norma Giusti* und Judith Raskin° (Sopran) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos, Henri René und Ray Sinatra / 'RCA Victor' VCS-6192(e) (3 LPs, 1970). Die drei Schallplatten wurden 1971 in Großbritannien auch einzeln mit den Katalognummern LSB 4000, LSB 4001 und LSB 4002 veröffentlicht.


    Mario Lanza sings Opera's Greatest Hits“: „I pagliacci“ (Ruggero Leoncavallo): Un tal gioco, credetemi - Vesti la giubba / „Rigoletto“ (Giuseppe Verdi): Questa o quella – Parmi veder le lagrime – La donna è mobile / „Tosca“ (Giacomo Puccini): Recondita armonia – E lucevan le stelle / „L'elisir d'amore“ (Gaetano Donizetti): Una furtiva lagrima / „Aida“ (Giuseppe Verdi): Se quel guerrier io fossi... Celeste Aida / „La Bohème“ (Ruggero Leonvcavallo): Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata / „Andrea Chenier“ (Umberto Giordano): Un dì all'azzurro spazio guardai profondo – Come un bel dì di maggio / „La Bohème“: (Giacomo Puccini): Che gelida manina – O soave fanciulla° / „La Gioconda“ (Amilcare Ponchielli): Cielo e mar / „Il trovatore“ (Giuseppe Verdi): Di quella pira / „Carmen“ (Georges Bizet): La fleur que tu m'avais jetée / „L' Africaine“ (Giacomo Meyerbeer): Mi batte il cor... O paradiso / „Martha“ (Friedrich von Flotow): M'appari tutto amor / „La Traviata“ (Giuseppe Verdi): Libiamo ne' lieti calici^ / „Madama Butterfly“ (Giacomo Puccini): Stolta paura, l'amor^ / „Der Rosenkavalier“ (Richard Strauss): Di rigori armato il seno / „Turandot“ (Giacomo Puccini): Nessun dorma! / „Fedora“ (Umberto Giordano): Amor ti vieta di non mi amar / „Otello“ (Giuseppe Verdi): Dio ti giocondi, mio sposo* / Licia Albanese*, Jean Fenn° und Elaine Malbin^ (Sopran) / Jakob Gimpel (Klavier) / An Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos, Ray Heindorf und Ray Sinatra / 'RCA Victor' VCS-7073(e) (2 LPs, 1971). Die beiden Platten erschienen 1972 auch in der BRD unter dem Titel „Mario Lanza – 25 Arien aus 19 Opern“ mit der Katalognummer RK 11529.


    Be My Love“: 'Be my love'° (Nicholas Brodszky; 1950) – 'The loveliest night of the year'* ('Sobre las olas' / Juventino Rosas - Irving Aaronson; 1951) – 'Because'* (Guy d'Hardelot; 1951) – If you were mine'* (Bob Merrill) – 'O sole mio'° (Ernesto Di Capua; 1949) – 'You are my love'* (Constantine Callinicos) – 'Marechiare'* (Paolo Tosti; 1951) – 'Overhead the moon is beaming'* („The Student Prince / Sigmund Romberg; 1953) - 'My song, my love'° (Malcolm Beelby; 1950) – 'Because you're mine'* (Nicholas Brodszky; 1952) – 'Serenade'+ (Nicholas Brodszky; 1955) – 'A kiss'° (Ray Sinatra; 1952) – 'Mattinata'° (Ruggero Leoncavallo; 1949) . 'One night of love'° (Victor Schertzinger; 1951) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos*, Ray Sinatra° und Ray Heindorf+ (Hollywood, 1949-1955) / 'RCA Victor' LSC-3289(e) (1 LP, 1972). Diese Kompilation vereint sowohl Original-Aufnahmen der 'RCA' wie auch Rundfunksendungen der NBC ('Coke-Shows').


    Die bis zur Einführung der Compact Disc von 'RCA Victor' gehandhabte Praxis, die Aufnahmen des Sängers in immer wieder neuen Kombinationen (ohne Angaben der Aufnahmedaten!) zu veröffentlichen, macht es schwer, die Titel vor allem im Hinblick auf die stimmliche Disposition Mario Lanzas einzuordnen und zu bewerten. Bekanntlich gibt es von vielen einzelnen Gesangsnummern oft mehrere Aufnahmen (z. B. „Be my love“ als 'RCA'-Studioproduktion, als NBC-Rundfunksendung und als Aufnahme der 'MGM' für den Film „The Toast of New Orleans“), die sich nicht nur in der Interpretation des Sängers, im Orchester-Arrangement und der Begleitung durch verschiedene Dirigenten, sondern auch durch die verwendete Aufnahme-Apparatur und die Akustik des Tonstudios unterscheiden. Um den Sammler nicht noch mehr zu verwirren, werde ich keine weiteren Zusammenstellungen von Mario Lanzas Aufnahmen auf 'Vinyl' nennen. Auch die diversen CDs, die nach Ablauf der Schutzfristen bei anderen Firmen erschienen, lasse ich außen vor, da oft wichtige Angaben – vor allem über die Herkunft der Tonquellen - fehlen. Lediglich einige Original-CDs von 'RCA' aus meinem Besitz werde ich demnächst noch auflisten.


    Carlo

  • Liebe Taminos,


    1986 wurde die ur-amerikanische 'RCA Records' vom deutschen 'Bertelsmann-Konzern' (Bertelsmann Music Group Company / BMG) übernommen und eine der ersten Veröffentlichungen auf dem neuen Tonträger-Medium war die folgende Compact Disc:


    Mario Lanza – The Legendary Tenor“: 'Be my love' (Hollywood, 27. 6. 1950) – 'Because' (New York, 19. 2. 1951) – 'And this is my beloved' („Kismet“ / Hollywood, Mai 1956) – 'Funiculí, Funiculà' (Rom, November 1958) – 'The loveliest night of the year' (New York, 23. 2. 1951) – 'Celeste Aida' („Aida“ / New York, 5. 5. 1949) – 'A Kiss' (Hollywood, 7. 9. 1954) – 'Serenade' (Film „Serenade“ / Hollywood, Juli 1955) – 'Torna a Surriento' (Film „Serenade“ / Hollywood, Juli 1955) – 'One alone' („The Desert Song“ / Rom, September 1959) – 'Arrivederci, Roma' (englischsprachige Version / Rom, 7. 11. 1957) – 'Only a rose' (mit Judith Raskin / „The Vagabond King“ / Rom, Juli 1959) – 'Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Hollywood, 15. 5. 1950) – 'Granada' (Hollywood, 28. 10. 1949) – 'Because you're mine' (am Klavier: Constantine Callinicos / London, 16. 1. 1958, Live) – Marechiare' (New York, 23. 2. 1951) – 'Santa Lucia' (Rom, Juni 1959) – 'Mattinata' (Hollywood, 23. 8. 1949) – 'O sole mio' (Hollywood, 28. 10. 1949) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Irving Aaronson, Paul Baron, Constantine Callinicos, Ray Heindorf und Ray Sinatra. 'RCA Victor' RD 86218 (1 CD, 1987). Als Unterlage dienten dem Produzenten John Pfeiffer die 'digitally remastered' Originalbänder der 'RCA'. Es war das erste Mal, dass die Aufnahmedaten explizit genannt wurden; auch wurde das Booklet mit Fotos und einem viersprachigen informativen Aufsatz versehen.


    Mario Lanza – The Great Caruso and Other Caruso Favorites“: a) 'Questa o quella' und 'La donna è mobile' („Rigoletto“ / beide: 15. 5. 1950) – 'Parmi veder le lagrime' („Rigoletto“ / 29. 5. 1950) – 'Recondita armonia' und 'E lucevan le stelle' („Tosca“ / beide: 18. 5. 1950) – 'Una furtiva lagrima' („L'elisir d'amore“ / 15. 5. 1950) – 'Cielo e mar' („La Gioconda“ / 18. 5. 1950) – 'Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / 15. 5. 1950) – b) Alle zwölf Titel aus der Schallplatte „Mario Lanza Sings Caruso Favorites“ (LM-/LSC-2393 – siehe Beitrag Nr. 104). Bei den Opernarien vom Mai 1950 steht Constantine Callinicos am Dirigentenpult, während die im Juni 1959 in Rom (in stereo) aufgenommenen Lieder und Canzonen aus dem Repertoire Enrico Carusos von Paul Baron geleitet werden. 'RCA Victor' GD 60049 (1 CD, 1989).


    Auf die CD „A Mario Lanza Program“ ('RCA Victor' 09026 61884 2 / 1994) mit dem kompletten Live-Mitschnitt aus der Royal Albert Hall in London vom 16. 1. 1958 habe ich bereits im Beitrag Nr. 84 hingewiesen.


    Mario Lanza – You'll never walk alone“: 'I'll walk with God'* (Film „The Student Prince“ / Nicholas Brodszky / Juli 1952) – 'The trembling of a leaf' (Johnny Green / 14. 3. 1952) – 'The Lord's prayer' (Albert Hay Malotte / 29. 9. 1951) – 'Love in a home'° („Li'l Abner“ / Gene De Paul / 15. 8. 1956) – 'Somebody bigger than you and I' (Johnny Lange, Hy Heath und Sonny Burke / 2. 5. 1952) – 'Through the years' (Vincent Youmans / 3. 12. 1951) – 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod / 11. 5. 1950) – 'Without a song ' (Vincent Youmans / 2. 9. 1951) – 'The hills of home' (Oscar J. Fox / 5. 12. 1951) – 'I love thee' ('Jeg elsker dig' / Edvard Grieg / 17. 6. 1951) – 'The rosary' (Ethelbert Nevin / 23. 8. 1951) – 'Look for the silver lining' (Jerome Kern / 10. 12. 1951) – 'None but the lonely heart' ('Net tolko tot kto znal' / Piotr Ilich Chaikovskii / 3. 12. 1951) – 'My Buddy' (Walter Donaldson / 15. 2. 1952) – 'Guardian angels' (Harpo Marx / 10. 12. 1951) – 'Somewhere a voice is calling' (Arthur F. Tate / 16. 1. 1952) – 'Trees' (Oscar Rasbach / 20. 11. 1952) – 'Ave Maria'^ (Franz Schubert / Juni 1958) – 'Because' (Guy d'Hardelot / 8. 6. 1951) – 'Roses of Picardy' (Haydn Wood / 29. 11. 1951) – 'For you alone' (Henry E. Geehl / 8. 7. 1951) – 'You'll never walk alone' („Carousel“ / Richard Rodgers / 16. 6. 1952) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos*, Henri René° und George Stoll^ – alle übrigen Aufnahmen werden von Ray Sinatra dirigiert. / 'RCA Victor' 09026 68073 2 (1 CD, 1995). Als 'Erstveröffentlichungen' werden die folgenden Aufnahmen bezeichnet: „The Lord's prayer“, „The rosary“, „Look for the silver liniing“, Guardian Angels“, „Because“, „For you alone“ und „You'll never walk alone“. Alle Titel wurden in Hollywood eingespielt; entweder im 'RCA Studio' (Republic Studio) oder im Radio Recorder Studio der 'NBC', das heißt, dass die CD auch Aufnahmen aus den 'Coca-Cola Shows' beinhaltet. (Der CD ist lediglich ein Faltblatt beigegeben.)


    Mario Lanza – Opera Arias & Duets“: 'Celeste Aida' („Aida“ / 2. 5. 1952) - „Amor ti vieta di non mi amar' („Fedora“ / 6. 6. 1952) – 'Un dí all'azzurro spazio guardai profondo' („Andrea Chenier“ / 18. 5. 1950) – 'O soave fanciulla' („La Bohéme“ / mit der Sopranistin Jean Fenn und Jakob Gimpel am Klavier / 5. 7. 1955) – 'La fleur que tu m'avais jetée'° („Carmen“ / 7. 3. 1952) – 'Mi batte il cor... O paradiso' („L'Africaine“ / 4. 8. 1950) – 'Un tal gioco, credetemi' („I pagliacci“ / 20. 6. 1952) – 'Stolta paura, l'amor' („Madama Butterfly“ / mit der Sopranistin Elaine Malbin / 11. 4. 1950) – 'La donna é mobile' („Rigoletto“ / 28. 3. 1952) – 'Recitar!... Vesti la giubba'° („I pagliacci“ / 24. 6. 1951) – 'M'appari, tutto amor' („Martha“ / 4. 8. 1950) – 'Nessun dorma'* („Turandot“ / 21. 7. 1955) - 'Musette! O gioia della mia dimora... Testa adorata' („La Bohème“ von Ruggero Leoncavallo / 27. 6. 1952) – 'Come un bel dí di maggio' („Andrea Chenier“ / 18. 5. 1950) – 'É la solita storia del pastore' („L'arlesiana“ / 16. 5. 1952) – 'Dio ti giocondi, mio sposo' („Otello“* / mit der Sopranistin Licia Albanese / 22. 11. 1955) / An Orchestra / Dirigenten: Ray Heindorf* und Ray Sinatra°; die übrigen Aufnahmen dirigierte Constantine Callinicos. / 'RCA Victor' 09026 63491 2 (1 CD, 1999). (Hier ist das komplette Duett Desdemona-Otello aus dem Film „Serenade“ enthalten mit einer Dauer von 14,20 Minuten.) Die CD mixt Studio-Aufnahmen der 'RCA', Ausschnitte aus den 'Coke-Shows' und Aufnahmen der 'Warner Bros.' für den Film „Serenade“.


    Zwei nicht von 'RCA' veröffentlichte CDs aus meiner Sammlung möchte ich noch hinzufügen:


    Mario Lanza – Be My Love“: 'O sole mio'° (Ernesto Di Capua / 28. 10. 1949) – 'Granada'° (Agustin Lara / 28. 10. 1949) – 'Serenata'* (Riccardo Drigo / 1950) – 'La donna è mobile'* („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi / 15. 5. 1950) – 'The Lord's prayer'* (Albert Hay Malotte / 29. 9. 1951) – 'Be my love'° (Nicholas Brodszky / 27. 6. 1950) - 'I'll never love you'° (Nicholas Brodszky / 27. 6. 1950) - 'Ave Maria'* (Johann Sebastian Bach – Charles Gounod / 11. 5. 1950) – 'E lucevan le stelle'* („Tosca“ / Giacomo Puccini / 18. 5. 1950) – 'Lolita'° ('Canzone spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia / 28. 10. 1949) - 'Recitar!... Vesti la giubba'* („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo / 15. 5. 1950) – 'Questa o quella'* („Rigoletto“ / Giuseppe Verdi / 15. 5. 1950) – 'Mamma, quel vino è generoso'* („Cavalleria rusticana“ / Pietro Mascagni / 15. 5. 1950) - 'The loveliest night of the year'* (Juventino Rosas – Irving Aaronson / 23. 2. 1951) – 'Valencia'° („La bien amada“ / José Padilla / 3. 12. 1951) – 'Because'* (Guy d'Hardelot / 19. 2. 1951) – 'Danny Boy'° (Traditionell / 14. 3. 1952) – 'You'll never walk alone'° („Carousel“ / Richard Rodgers / 16. 5. 1952) – 'Santa Lucia'° (Anonym / 21. 3. 1952) – 'Because you're mine'* (Nicholas Brodszky / 1. 8. 1952) – 'Ne shest almazov v kemennikh peshcherakh'* ('Song of India' / „Sadko“ / Nikolai Rimski-Korsakov / 17. 6. 1953) / A Chorus and Orchestra / Dirigenten: Constantine Callinicos* und Ray Sinatra° / 'Proper Records' INTRO CD 2012 (1 CD, GB 2004). Dies ist eine Kompilation von 'RCA'-Aufnahmen und Titeln aus der 'Coca-Cola Show'.


    Mario Lanza – Live With The Ray Sinatra Orchestra“: 'Funiculí, Funiculà' (Luigi Denza) – 'My song, my love' (Malcolm Beelby) - 'Granada' (Agostin Lara) – 'Diane' (Ernö Rapée) - 'Thine alone' („Eileen“ / Victor Herbert) – ''Recitar!... Vesti la giubba' („I pagliacci“ / Ruggero Leoncavallo) – 'A vucchella' (Paolo Tosti) – 'Serenata' (Enrico Toselli) – 'Because you're mine' (Nicholas Brodszky) – 'The loveliest night of the year' (Juventino Rosas – Irving Aaronson) – 'Mi batte il cor... O paradiso' („L'Africaine / Giacomo Meyerbeer) – 'A Marechiare' (Paolo Tosti) – 'The rosary' (Ethelbert Nevin) – 'Lolita' ('Canzone spagnola' / Arturo Buzzi-Peccia) – 'If' (Tolchard Evans) - 'Mattinata' (Ruggero Leoncavallo) – 'They didn't believe me' („The Girl from Utah“ / Jerome Kern) – 'The Lord's prayer' (Albert Hay Malotte) – 'Be my love' (Nicholas Brodsky) – Schlusswort von Mario Lanza / An Orchestra / Dirigent: Ray Sinatra / 'Submarine' DATOM2 (1 CD, GB 1987). Diese Titel stammen komplett aus der von 'Coca-Cola' gesponserten „Mario Lanza Show'“, aufgenommen vom Juni bis September 1951. Teilweise sind knappe Ankündigungen zu den Liedern zu hören, gesprochen von Mario Lanza und dem 'NBC'-Moderator Bill Baldwin; das letzte Wort hat allerdings Mario Lanza mit einem 'Farewell' von 30 Sekunden Dauer.


    Nach dem Ausstieg der 'Bertelsmann Music Group' (BMG) aus der Musikbranche im Jahre 2010 und dem Verkauf an die 'Sony Music Entertainment' ist m. W. keine neue CD mit Original-Aufnahmen von Mario Lanza aus dem 'RCA'-Archiv mehr erschienen. Die englische Firma 'Sepia Records Ltd.', die sich auf die Wiederveröffentlichung älterer Schallplatten auf CDs spezialisiert hat, brachte mit Hilfe der Experten des Internet-Portals „Mario Lanza, Tenor“ eine Reihe von CDs heraus, die nach deren Meinung die besten - und teilweise auch seltenen - Aufnahmen des Sängers beinhalten. Die Überspielungen (nicht von den Original-Tonbändern, sondern von Acetat- und Vinyl-Platten unterschiedlichen Formats, von Privat- und Rundfunkmitschnitten per Tonband und von den Tonspuren der Spielfilme) erfolgten im 'CEDAR 24-bit'-Verfahren und scheinen nach Meinung der internationalen Kritik zu den bisher besten klanglichen Resultaten geführt zu haben. Auch sind diese CDs durch Text- und Bildbeiträge den bisher von vielen - auch manchmal dubiosen - Labels veröffentlichten CDs überlegen; ich muss aber gestehen, dass ich bisher keine der nachstehenden 'Sepia'-CDs in meinem Besitz habe:


    „The Student Prince“ (1959) und neun Songs (SEPIA 1200 / 2012)


    „Greatest Operatic Recordings, Vol. 1“ (SEPIA 1274 / 2015)


    „My Italian Soul“ (SEPIA 1286 / 2015)


    „Greatest Operatic Recordings, Vol. 2“ (SEPIA 1289 / 2015)


    „Never Till Now“ (SEPIA 1294 / 2016)


    „One Alone“ (SEPIA 1305 / 2017)


    „Poetry And Passion“ (SEPIA 1319 / 2018)


    "All The Things You Are" (SEPIA 1341 / 2019)


    „Classics“ (SEPIA 1348 / 2020)


    Über die Inhalte der voll gefüllten CDs geben der Katalog der Firma 'Sepia Records Ltd.' in London


    www.sepiarecords.com


    und das Internet-Portal „Mario Lanza, Tenor“ der 'Lanza-Experten' Derek McGovern aus Süd-Korea, Armando Cesari aus Australien und Vincent Di Placido aus Irland Auskunft:


    www.mariolanzatenor.com


    Da Anfang nächsten Jahres (31. 1. 2021) der Geburtstag Mario Lanzas sich zum 100. Mal jährt, besteht Hoffnung, dass vielleicht noch einige 'Schätze' gehoben werden...


    Viele Grüße!


    Carlo:

    Einmal editiert, zuletzt von Carlo ()

  • Lieber Carlo,


    ich fürchte, das war dein letzter geplanter Beitrag zum Thema?


    Besten Dank noch einmal für die immer interessanten Ausführungen zur Discographie Lanzas.

    Ich habe mir spontan einige CD's besorgt.

    Die Aufnahmen mit Romberg-und Friml-Musicals (Beiträge #101 Mario Lanza - Verkanntes Genie? und #104 Mario Lanza - Verkanntes Genie?) mag ich besonders gern, weil es fantasievolle, melodiöse Musik beinhaltet. Andere amerikanische Songs von Lanza gefallen mir oft weniger.

    Für mich wurde es durch deine Ausführungen und meine dadurch erfolgten Käufe immer deutlicher, dass ich die Stimme des gereiften Lanza (wenn man mit nur 38 Jahren davon sprechen kann) besonders liebe. Es kommen so viele Farben dazu. Besonders interessant ist es, die beiden Aufnahmen vom "Student Prince" zu vergleichen, zwischen denen ca. sieben Jahre liegen.

    Tja, und die von dir zitierte letzte Aufnahme von Lanza, "One Alone", endet mit einem wunderbar gehaltenen, kraftvollen Ton. Da wird man schon traurig, er hätte der Welt noch viel zu geben gehabt. Vielleicht kann ein Tamino mit dem Klavier kontrollieren, welcher Ton das ist? G?



  • Lieber Gregor,


    auch zwischen den beiden Aufnahmen von „One Alone“ liegen sieben Jahre, in denen Mario Lanzas Stimme merklich dunkler und schwerer wurde. Aber mir gefällt die spätere Interpretation besser (gesungen - vermutlich am 10. 9. 1959 - auf ein vom Orchester bereits bespieltes Tonband), weil der Tenor hier - gesundheitlich bedingt nach dem Klinikaufenthalt im August/September 1959? - seine bekannte 'Überemphase' drosselt und im Gegensatz zur Radioaufnahme von 1952 den Übergang aus der melodischen Linie zum finalen Spitzenton (den er 1959 länger hält) besser hinbekommt. Ob das nun ein normales hohes 'C' ist – wie ich finde - oder ein anderer hoher Ton, ist für mich dabei nicht so wichtig.


    Inzwischen habe ich noch die folgende CD im Internet gefunden – ein echtes Sammlerobjekt:


    Be My Love – Mario Lanza's Greatest Performances at MGM“ 1. „That Midnight Kiss“ (1949): They didn't believe me – Love is music (beide mit Kathryn Grayson) / 2. „The Toast of New Orleans“ (1950) : Tina-Lina (mit Rita Moreno) – Be my love (mit Kathryn Grayson) – I'll never love you* – Finale 1. Akt aus „Madama Butterfly“* (mit Kathryn Grayson) / 3. „The Great Caruso“ (1951): 'Celeste Aida' aus „Aida“* - 'Ave Maria'* (von Bach-Gounod; mit Jacqueline Allen, den St. Luke's Episcopal Church Choristers und Wesley Tourtelotte an der Orgel) – Der 1. Teil des Sextetts aus „Lucia di Lammermoor“ mit Dorothy Kirsten, Blanche Thebom, Gilbert Russell, Giuseppe Valdengo und Nicola Moscona) - 'La donna è mobile' aus „Rigoletto“* - 'Vesti la giubba' aus „I pagliacci“* / 4. „Because You're Mine“ (1952) : Because you're mine (mit Doretta Morrow) – All the things you are* (nicht verwendeter Take) – Granada* – Finale aus „Cavalleria rusticana“* (mit Peggy Bonini und Kathryn Chapman) – The Lord's prayer* (mit Orgelbegleitung von Wesley Tourtelotte) - Because you're mine (Reprise mit Doretta Morrow) / 5. „The Student Prince“ (1954): Overhead the moon is beaming* – Deep in my heart, dear* (mit Ann Blyth) – Beloved* (nicht verwendeter Take) / The MGM Studio Chorus and Orchestra / Dirigenten: Charles Previn (1), Johnny Green und George Stoll (2), Peter Herman Adler (3), Johnny Green und Wolfgang Martin (4) sowie Constantine Callinicos und George Stoll (5) / 'TCM' (Turner Classic Movies) R2 72958 (1 CD, USA 1998). Die Stereo-Aufnahmen sind mit * gekennzeichnet. Sowohl Mario Lanzas exclusive Schallplattenfirma 'RCA' als auch die 'MGM' (Metro Goldwyn Mayer) drohten der Firma 'TCM' mit empfindlichen Klagen, so dass die Scheibe vom Markt genommen wurde. (Der Name des 'MGM'-Stars Ann Blyth durfte im Booklet der CD als Interpretin nicht genannt werden.) Ob die 'Sony' als Rechtsnachfolger der 'RCA' es schafft, sich mit 'MGM' zu einigen und sämtliche Aufnahmen, die Mario Lanza für die genannten Filme machte, einmal zu veröffentlichen, ist eine spannende Frage.


    Die Produzenten dieser CD haben aus der Tonspur der 'MGM'-Filme mit Mario Lanza die genannten Titel (abgesehen von zwei Ausnahmen) extrahiert u. z. in der Form, wie sie auch in den fertigen Filmen zu hören sind; wie schon mehrfach geschildert, wurden die Opernszenen aber in voller Länge eingespielt. Zudem enthält die CD zwei sogenannte 'Outtakes', das sind Aufnahmen, die in dem endgültigen Film keine Verwendung fanden. Im Falle des Liedes 'All the things you are' von Jerome Kern, ist das die einzige Aufnahme Lanzas, weil die Rundfunksendung der 'Coca-Cola Show' vom 19. 10. 1951 – in der der Tenor diesen Song brachte – verschollen ist. Nicht verschollen ist dagegen das Duett Gilda-Duca 'È il sol dell'anima' aus dem „Rigoletto“ mit Jarmila Novotna und Mario Lanza, das aus dem Film „The Great Caruso“ aus mir unbekannten Gründen herausgeschnitten wurde; eine Veröffentlichung habe ich bisher nicht feststellen können.


    Ich habe in dem Beitrag Nr. 113 einen kleinen, irreführenden Grammatikfehler berichtigt. Und das waren alle meine Beiträge zum Thema „Mario Lanza“ - falls es nicht doch noch etwas grundlegend Neues zu berichten gibt...


    Carlo