Soweit das Ohr reicht - nichts als Klaviersonaten

  • Wenn sich Vladimir Horowitz der Klaviersonaten Muzio Clementis (1752-1832) annimmt, dann bekommt man pianistische Hochkultur geboten. Der grosse Pianist hat die musikalische Tiefe dieser vernachlässigten Sonaten mit feinem Gespür ergründet.


    Sonata quasi Concerto in C, No.3, Op.33

    I.Allegro con spirito (00:00)

    II.Adagio e cantabile, con espressione (10:15)

    III.Presto (16:08)


    Sonata in g-Moll, No.2, Op.34

    I.Largo; Allegro con fuoco (21:47)

    II.Poco adagio (31:12)

    III.Allegro molto (37:09)


    Sonata in f-Moll, No.3, Op.14

    I.Allegro agitato (43:42)

    II.Largo e sostenuto (47:57)

    III.Presto (52:58)


    Sonata in fis-Moll, No.2, Op.26

    I.Piuttosto allegro con espressione (57:39)

    II.Lento e patetico (1:01:36)

    III.Presto (1:05:27)


    Rondo / Sonata No.2, Op.47 (1:09:20)


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    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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  • Hallo moderato,

    Clementi, ein hervorragender Hinweis für sehr gute Klaviermusik. Seine von Horowitz gespielten "Moll-Sonaten" sind zwar nicht so ganz vernachlässigt, trotzdem selten gespielt.

    Es stellt sich somit die Frage, warum wird Clementis Klaviermusik so vernachlässigt? Ich habe sie auch erst recht spät für mich entdeckt. Das liegt mit Sicherheit an einigen für seine Anfängerschüler komponierten Sonatinen, mit denen man geplagt und gelangweilt wurde. Sehr erschwerend kommt jedoch der unsäglich dämliche Kommentar Mozarts über Clementis Klavierspiel- und werke nach seinem "Wettbewerb" mit ihm hinzu. Der hat landläufig Schule gemacht und wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

    Clementi hat seine musikalische Ausbildung nicht in Italien sondern in England gehabt. Dort war nicht das südliche Geklimper angesagt, sondern Händel, Scarlatti, JS und CPE Bach. Ein aufmerksamer Spieler/Hörer bekommt das alsbald bei seinen Klavierwerken mit. Sie sind eben anspruchsvoll.

    Einen guten Überblick über seine Klavierwerke bietet "opi" Susan Alexander-Max aus Naxos auf mehreren Volumina, für sehr wenig Geld.

    Muzio Clementi (1752-1832): Klaviersonaten Vol.1, CD

  • Ein weiteres Beispiel für die Folgen dämlicher Mozartäusserungen über musikalische Wettbewerber seiner Zeit ist Johann Wilhelm Hässler (1747 - 1822), ein Enkelschüler JS Bachs und Neffe des Thüringer "Organistenmachers" Kittel. Mozart focht 1789 in Dresden einen musikalischen Wettkampf mit Hässler auf der Orgel und Saiteninstrument (Cembalo? Hammerklavier? Clavichord?) aus. Sein Kommentar danach:

    " die Hauptstärke Hässlers beim Orgelspiel ist seine Beintechnik. Im übrigen hat er
    die Harmonien und Modulationen des alten Sebastian Bach nur auswendig gelernt.
    Er ist längst kein Albrechtsberger,“

    Als Antwort darauf hätte Hässler durchaus bringen können:

    „die Schwäche
    Mozarts beim Orgelspiel ist seine mangelhafte Beintechnik. Im übrigen hat er
    nur die Melodien und die langweilige Albertitechnik des JC Bach auswendig
    gelernt. Er ist längst kein CPE Bach.“

    Hässler war wohl gut erzogen und hat es nicht getan. Welche Werke beide Komponisten vorführten ist nicht bekannt. Es könnte jedoch gut sein, dass beide ihre jeweilige Fantasie c-moll spielten, Mozart KV 475, Hässler Erfurt 1776. Wer diese beiden Fantasien spielt/hört, kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Beide habe sehr gut bei JS und CPE Bach "auswendig gelernt". Dass die Ergebnisse unterschiedlich sind darf nicht verwundern.

    Und schwupps! waren die Werke Hässlers im "Heroenzeitalter" Mitte des 19. Jhdts. in der Versenkung verschwunden. Nun wird er wieder ausgegraben und ist auf Noten/Einspielungen wieder erhältlich. Michele Benuzzi hat auf 4 CD (für € 11,99!!!) etliche Sonaten und weitere Stücke auf Cembalo/Fortepiano/Clavichord) eingespielt. Es lohnt sich.

    Johann Wilhelm Hässler (1747-1822): Sonaten für Tasteninstrumente, 4 CDs



  • Wenden wir uns dem 20. Jahrhundert und einem anderen Kontinent zu:


    Peter Lawson hat auf zwei CDs Klaviersonaten amerikanischer Komponisten eingespielt: Aaron Copland, Charles Ives, Eliott Carter, Samuel Barber, Charles Griffes, Roger Sessions.


    <= Pünktchen anklicken



    <= Pünktchen anklicken, identisch mit dieser Doppel-CD des Labels Virgin zum Mondpreis


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    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
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