• Es ist einige Zeit her, dass sie in Berlin im Konzert mit dem Schlussgesang der Brünnhilde aus der "Götterdämmerung" angekündigt war. Dirigieren sollte Dietrich Fischer-Dieskau, der auch die entsprechende CD mit ihr gemacht hat. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zuerst sagte der Dirigent ab, und unmittelbar vor Konzertbeginn auch die Sängerin - was mich nicht wunderte. Das Publikum musste sich mit Carla Pohl zufrieden geben. Wenn ich mich nicht irre, sollte sie kurz darauf noch einen Verdi in der Deutschen Oper singen. Auch hier gab es eine Absage. Wenig später verkündete der Ehemann dann das Ende der Karriere seiner Frau. :( Das fand ich höchst seltsam.

    Für dieses Konzert hatte ich auch eine Karte und erinnere mich auch noch sehr, dass dann Michail Jurowski dirigierte. Sie selbst hat mal in einer NDR-Talkshow, ihr Mann saß neben ihr, die Schuld auf Götz Friedrich und ein Zerwürfnis mit ihm bezüglich der Senta in seiner "Holländer"-Neuproduktion, die sie singen sollte und dann absagte, geschoben.

    Unabhängig davon, wie dieses Ende nun wirklich begründet war, hat sie zwei Jahrzehntelang auf außerordentlich hohem Niveau gesungen, vorrangig in München und an der Deutschen Oper Berlin.


    Die "Aida"-Premiere 1982 an der Deutschen Oper Berlin mit ihr in der Titelpartie, ihrem Mann als Amonasro und Luciano Pavarotti als Radames befindet sich auch auf Youtube.



    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • So edel fand ich ihre Stimme gar nicht, sondern durchaus etwas herb und teilweise ungehobelt, vor allem in der häufig sehr brustig genommenen Tiefe. Trotzdem ist sie meine live erlebte Lieblings-Verdi-Sängerin. Warum? Weil sie eine unglaublich große Gestaltungspalette vom forcierter Dramatik bis zu wunderbar schwebenden Höhenpiani hatte, sie konnte wirklich wunderbar phrasieren und ihren Stimmklang in den Dienst der jeweiligen dramaturgischen Situation der Rolle stellen - und zugleich eine Eotionalität im Gesang transportieren,.....

    Lieber Stimmenliebhaber,


    diesem Urteil über die Varady kann ich aus vollster Überzeugung zustimmen.


    Ich habe sie von der ersten Aufführungen, die sie in München im Mozart-Fach gesungen hat, ihre Laufbahn ganz intensiv verfolgt. Besonders von ihrer Rollenportraits der Verdi-Partien war ich immer wieder begeistert.
    Leider vermitteln die Aufnahmen, die es von ihr gibt, nicht den Eindruck, den sie live machen konnte. Offenbar war ihre Stimme nicht von Mikrophonen angemessen einzufangen. Und ihre Darstellungskraft kommt nicht rüber, wenn man sie nur auf Aufnahmen oder Mitschnitten hört. Gut, sie noch im Ohr zu haben - und im Herzen!


    Beste Grüße

    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Gut, sie noch im Ohr zu haben - und im Herzen!

    Ja, das sehe ich auch so, aber ich höre die Mitschnitte, die es von ihr gibt (aus Berlin und München) auch immer wieder gerne - also nicht nur im Herzen... Ich finde ja auch ihre beiden offiziellen Verdi-CD's sehr gut, auch wenn die Bühnenatmosphäre etwas fehlt.




    Dass sie es in ihren zentralen Rollen laum mal in die Besetzungslisten von Studiogesamtaufnahmen geschafft hat, ist für mich (neben aller Ostsängerliebe) auch ein wichtiger Anlass dafür gewesen, mir nicht vn den Plattenfirmen vorschreiben zu lassen, welche Sänger ich hören kann und welche nicht. (In den 1980ern wurden ja fast alle Studioaufnahmen in diesem Fach mit Katja Ricciarelli gemacht...) Auch von Julia Varady habe ich zusammengesammelt, was möglich ist.

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

  • Erstaunlich, dass zwei der besten Aufnahmen, die ich von Varady kenne, hier noch nicht genannt wurden:


    Einmal das Verdi-Requiem.

    In der Partie habe ich sie mindestens sieben mal gehört. Ich besitze auch selbst aufgenommene Mitschnitte.

    Alle sind besser, als die kommerzielle Aufnahme, die es gibt. Da ist leider keiner der anderen Sänger in der gleichen Klasse wie die Varady, was natürlich misslich ist: Trotzdem mag der Hinweis auf die Aufnahme sinnvoll sein:


    51iPlH6RmML.jpg


    Zum anderen die Kaiserin in Die Frau ohne Schatten.

    Ich weiß nicht, ob sie die Partie je auf der Bühne gesungen hat.

    Die Aufnahme ist auf jeden Fall souverän gesungen und sehr bewegend.

    Richard Strauss: Die Frau Ohne Schatten -Georg Solti , Vienna Philharmonic Orchestra , Placido Domingo , Julia Varady, BEHRENS, RUNKEL, VAN DAM, SUMI JO- 3CD SET / DECCA   

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Ich habe diese Lied-CD von ihr:



    Am Flügel sitzt die Ehefrau von Daniel Barenboim. Vielleicht kann Caruso dazu etwas sagen. Ich habe die CD allerdings urlange nicht mehr gehört!


    Schöne Grüße

    Holger

  • Banner Trailer Gelbe Rose