Hallo JR
Zitat von Johannes RoehlIch habe das natürlich extra vorher nachgeschaut. Bruckner wäre genaugenommen nichtmal eine Fußnote geworden, Verdi maximal ein "one-hit-wonder" a la Bizet oder Leoncavallo wg. Rigoletto. Es wird nämlich umgekehrt ein Schuh draus, dass Nabucco und Luisa Miller, erst recht Attila und Stiffelio hauptsächlich deswegen jemanden interessieren, weil sie von dem Verdi stammen, der (später) Traviata, Trovatore, Aida usw. komponiert hat (sonst ging es ihnen wie den dutzenden von Donizetti, nach denen schon lange kein Hahn mehr kräht).
Der Punkt ist aber ein ganz anderer. Weitgehend unbestritten haben Verdi und Bruckner, obwohl sie schon seit ihren 20ern komponierten, ihre bedeutendsten oder überhaupt erst vollwertigen Werke in relativ hohem Alter geschrieben. ...
Ich kann deinen Gedankengängen in dem langen Posting weitgehend zustimmen. Interessant finde ich aber deine These zur Rezeption der Werke Verdis. Es gehört ja nicht hierher, aber ganz kurz gesagt bin ich gegenteiliger Meinung. Die Fülle zweifellos noch größerer späterer Meisterwerke drückt auf den Bekanntheitsgrad der früheren Werke, die einfach seltener zum Zug kommen. Wäre mit dem Rigoletto Schluss gewesen, gäbe es keine Spur von einem One-Hit-Wonder. Alle von mir genannten Werke liefen in den Opern-Charts (z.B. wesentlich häufiger als die Bellini-Opern) und der Stiffelio hätte wohl einen ähnlichen Rang wie sein bekannterer Zwilling. Verdi wäre der vierte bedeutende italienische Opernkomponist des 19. Jahrhunderts, natürlich ohne seine heute überragende Stellung. Aber auch einige seiner anderen "Jugendwerke" würden viel häufiger gespielt werden als es jetzt wegen der vielen berühmteren Alternativen der Fall ist (wobei ich Ernani und Attila die besten Karten geben würde).
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