Meine Lieben,
Uusitalo litt schon untertags an einer Indisposition, hörte aber laut heutigem Zeitungsbericht von seinem Arzt, er könnte ruhig auftreten.
Ich würde den Arzt wechseln.
LG
Waldi
Meine Lieben,
Uusitalo litt schon untertags an einer Indisposition, hörte aber laut heutigem Zeitungsbericht von seinem Arzt, er könnte ruhig auftreten.
Ich würde den Arzt wechseln.
LG
Waldi
ZitatOriginal von Walter Krause
Ich würde den Arzt wechseln.
LG Waldi
Das wird er bestimmt tun, aber hoffentlich braucht er jetzt nicht auch noch einen Seelenklempner, wenn er von Kritikern und Publikum niedergemacht wurde (evtl. auch noch in den nächsten Vorstellungen).
In dieser Erkältungszeit dürften doch auch die Wiener ab und zu mal krank werden, oder nicht? Bei Waltraud Meiers Ausfall als Isolde waren wir zwar traurig, aber kein Mensch wäre wohl auf die Idee gekommen, zu buhen. Da kann man wirklich nur den Kopf schütteln.
Da ich Uusitalo ja nun in München schon so oft auf der Bühne erlebt habe, immer von seiner Leistung überaus angetan war, ihn mir natürlich als Wotan sehnlichst wünschen würde, hoffe ich natürlich sehr, dass er diesen Ausfall, gerade in einer Premiere, gut wegsteckt und natürlich schnell wieder gesund wird.
Wenn ihn die Wiener nicht mögen, dann soll er doch bitte ganz schnell wieder nach München kommen. Wir LIEBEN ihn !!!!!!
ZitatAlles anzeigenOriginal von Wiener Klang
Wenn ich mir die nach und nach eintrudelnden Kritiken und das leidige ORF Forum durchsehe, dreht sich mir der Magen um.
Scheinbar geht unsere Welt und auch die Kunstmusik völlig menschlichen Werten verlustig.
Kaum passiert die kleinste Kleinigkeit, wird das sofort zerpflückt.
Natürlich hörte ich auch, dass bei den Trompeten manches passiert ist.
Aber Sätze wie "diesmal nicht die Hörner, sondern die Trompeten" machen mir einmal mehr klar, wie groß der Leistungsdruck ist, der auf den Musikern lastet.
Es scheint beinahe so, als zählte nicht mehr das Gesamtbild, sonder als warteten viele nur noch darauf, dass etwas passiert (und dass manche Opernbesucher ihre unsäglichen "Buhrufe" loswerden können).
Auf das künstlerische Gesamtbild zu achten und einfach Musik zu hören schaffen nur mehr wenige.
Wer Eva Johannsson nicht mag, wird immer etwas an ihrer Stimme auszusetzen haben.
Auch wenn die Leistung in Ordnung war.
Musiker und Künstler werden heute nicht mehr als Menschen gesehen, sondern müssen funktionieren.
Und dass ein Regisseur ausgebuht wird, scheint heute fast schon dazuzugehören.
Traurige Zeiten, in denen wir leben.
Lieber Wiener Klang,
ich möchte vorab klarstellen, dass ich noch nie in einer Vorstellung gebuht habe und es voraussichtlich auch zukünftig nicht tun werde. Weiterhin habe ich durchaus Verständnis für die menschliche Seite der beteiligten Künstler.
Aber: Man kann aus meiner Sicht den schwarzen Peter nicht so pauschal Publikum und Kritikern zuschieben. Die holde Kunst, die wir so gerne auf der Bühne sehen, wird heutzutage halt als Hochpreisware angeboten, mehrere 100 Euro für eine Karte sind längst - gerade bei Premieren oder Festspielen - keine Seltenheit mehr. Man kann nun natürlich den Künstler davon freisprechen, und Ihn als zwischen den finanziellen Spekulationen der Agenten und Intendanten eingespanntes Opfer sehen - aber das ist leider auch nur ein Teil der Wahrheit. Wer mehrere 10000 Euro als Abendgage einstreicht - die ich einem Spitzenkünstler durchaus gönne! - , der muß sich auch gefallen lassen, dass eine entsprechende Höchstleistung verlangt wird, und sich dies auch in der Beurteilung wiederspiegelt.
Klar, ich weiß auch, dass künstlerische Höchstleistungen nicht planbar sind. Aber im Zusammenspiel mit den finanziellen Ekzessen, die sich mittlerweile an Opern- und Konzertkassen abspielen, trägt dann halt nicht nur das Publikum das Risiko, sondern auch der Künstler selber - und bekommt dann leider so manches mal die Rechnung präsentiert. Es ist ähnlich, wie in einem Sternerestaurant. Wenn ich da mehere 100€ auf den Tisch lege, bin ich naturgemäß gegenüber Ausrutschern der Küche und des Servicepersonals weniger tolerant, als beim chinesischen Imbiss um die Ecke.
ZitatAlles anzeigenWaldi schrieb
Meine Lieben,
Uusitalo litt schon untertags an einer Indisposition, hörte aber laut heutigem Zeitungsbericht von seinem Arzt, er könnte ruhig auftreten.
Ich würde den Arzt wechseln.
LG
Die Frage ist doch wohl, welche Prognose der Arzt gestellt hat: Das er einen stimmgewaltigen Wotan singen kann, oder dass er trotz Auftreten den Abend voraussichtlich ohne bleibende gesundheitliche Schäden überstehen wird ?
Inwieweit ein Sänger den Abend bei Indisposition - zumal beim Walküre-Wotan, dem in Sachen Durchhaltevermögen höchstens der Sachs an die Seite zu stellen ist - durchstehen kann, dürfte in der Praxis kaum vorherzusagen sein. Aber vermutlich vom Sänger noch eher als vom behandelnden Arzt!
Dem Onkel Doktor da jetzt die Schuld zuzuschieben, ist zwar billig, aber nicht unbedingt recht!
Gruß
Sascha
ZitatOriginal von Antracis
Lieber Wiener Klang,
...
Aber: Man kann aus meiner Sicht den schwarzen Peter nicht so pauschal Publikum und Kritikern zuschieben. Die holde Kunst, die wir so gerne auf der Bühne sehen, wird heutzutage halt als Hochpreisware angeboten, mehrere 100 Euro für eine Karte sind längst - gerade bei Premieren oder Festspielen - keine Seltenheit mehr. Man kann nun natürlich den Künstler davon freisprechen, und Ihn als zwischen den finanziellen Spekulationen der Agenten und Intendanten eingespanntes Opfer sehen - aber das ist leider auch nur ein Teil der Wahrheit. Wer mehrere 10000 Euro als Abendgage einstreicht - die ich einem Spitzenkünstler durchaus gönne! - , der muß sich auch gefallen lassen, dass eine entsprechende Höchstleistung verlangt wird, und sich dies auch in der Beurteilung wiederspiegelt.
Klar, ich weiß auch, dass künstlerische Höchstleistungen nicht planbar sind. Aber im Zusammenspiel mit den finanziellen Ekzessen, die sich mittlerweile an Opern- und Konzertkassen abspielen, trägt dann halt nicht nur das Publikum das Risiko, sondern auch der Künstler selber - und bekommt dann leider so manches mal die Rechnung präsentiert. Es ist ähnlich, wie in einem Sternerestaurant. Wenn ich da mehere 100€ auf den Tisch lege, bin ich naturgemäß gegenüber Ausrutschern der Küche und des Servicepersonals weniger tolerant, als beim chinesischen Imbiss um die Ecke.
Diese Überlegungen hatte ich auch und ich muss Dir Recht geben.
Die Kartenpreise sind in Sphären vorgestoßen, welche aus dieser Sicht gesehen keine Fehler mehr zulassen würden.
Der menschliche Aspekt / die menschliche Gesundheit lässt sich davon jedoch nur schwer beeindrucken, im Gegenteil: das erzeugt noch mehr Druck & Stress.
Ein anderes Extrem erlebte ich vergangenen Freitag bei der 3. Sinfonie von Gustav Mahler / Brucknerorchester Linz.
Kartenpreise einheitlich 17,- bzw. ermäßigt 10,- Euro.
Leider war (bis auf einige äußerste positive Ausnahmen, z. B. das Posthorn Solo) die Leistung weit davon entfernt, was man von einem solchen Orchester erwarten dürfte.
Die Zeitungskritik spiegelt meinen Eindruck in keinster Wreise wieder.
Ich hatte eher den Eindruck, dass die meisten Musiker einfach ihren "Dienst" versahen.
Die Premiere von der "WALKÜRE" gestern erinnert
mich sehr stark an eine Aufführung in 1981.
Auch
"Walküre" Inszenierung Filippo Sanjust(+) Dirigent der
Aufführung Zubin Mehta, Brünnhilde Catarina Ligendza
Sieglinde Sabine Haas (+) und der Wotan HANS SOTIN.
Ich war damals an der Staatsoper Abendspielleiter.
Beginn 3.Akt der Walkürenritt und die unvergessene
Sabine Haas sang "O heerestes Wunder" mitten in dieser
Pharse Vorhang.
Unterbrechung der Vorstellung.
Was war passiert???
Während der 3.Akt anfing, ließ mich Herr Sotin rufen und
sagte mir "Ich kann nicht mehr weiter singen, bin stockheiser und
habe k e i n e Stimme mehr!"
Ich glaubte erst an einen Scherz, aber die Stimme war weg.
Einfach so.............
Ich lief zum Inspizientenpult und der Kollege veranlaßte
das der Vorhang fiel.
Er rief am Dirigentenpult an und teilte Zubin Mehta mit das die Vorstellung abgebrochen sei.
Dann ging es um Sekunden und wir erreichten am Telefon
PETER WIMBERGER vor dem Fernseher, der kam und sang
tatsächlich weiter und die Vorstellung ging mit ihm zu Ende.
Für uns war er der RETTER, aber für alle auch hinter der Bühne
war es unvergeßlich.
Diese Anekdote zur gestrigen Premiere in Wien.
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Nun ja, ich habe Severinas Ausführungen mit Spannung gelesen und ebenso, was Jahnas geschrieben hat und alle anderen, die diese Produktion gesehen haben.
Habt Ihr ein Glück gehabt, Ihr müßt bei der anderen "Walküre"-Produktion gewesen sein, die derzeit offenbar parallel gegeben wird.
In der, in der ich war, gibt es keine Inszenierung, sondern nur ein scheußliches bis lächerliches Bühnenbild (acht Pferdeattrappen sind für mich nicht "Reduktion" sondern "Redundanz"), in dem herumgestanden und herumgegangen wird. Kein Konzept, keine Idee. Lauter Kleinigkeiten-Schnickschnack, der mitunter ganz nett ist, mitunter albern (der an der Wand schnürende Wolf - um Gottes Willen...!)
Musikalisch: Welser-Möst ist viel zu kleinteilig, und so viele wackelnde Einsätze sollte es auch nicht geben.
Großartig war allein Nina Stemme, da stimmt darstellerisch und vokal alles.
Johan Botha singt schön und ausdruckslos wie immer. Der Rest - besser geht's nicht. Und zwar nicht, weil sie so gut waren, sondern weil derzeit bessere Kräfte offenbar nicht vorhanden sind.
Insgesamt für mich: Eine szenisch indiskutable und musikalisch halbgare Angelegenheit.
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Lieber Edwin,
überrascht es dich, wenn ich dir sage, dass mich dein Kommentar nicht überrascht??
Du wirst lachen, aber ich habe während der GP einige Male an dich gedacht im Sinne von "Der Edwin wird sich krümmen!"
Ich distanziere mich aber jetzt keinesfalls von meinem Bericht, ich WAR begeistert, aber wie ich ja schon sagte: Als Wagner-Novizin in erster Linie vom Gesamterlebnis Walküre, wie man Wagner "richtig" inszeniert, darüber nachzudenken hatte ich gar keine Zeit. Das Bühnenbild (bsonders der 2. Akt) hat mir aber gefallen, und dass keine Interaktionen stattgefunden hätten, also das habe ich auch ganz anders empfunden.
Aber zumindest bei Nina Stemme sind wir uns ja einig! ![]()
Übrigens bin ich jetzt wirklich neugierig, wenn ich die Aufführung am 13. Dezember von weiter hinten sehe, denn ich schwöre bei Wotan: Von der Proszeniumsloge aus war es nicht sp penetrant blau wie bei den TV-Ausschnitten, auch der Feuerzauber nicht so grell. Lag das vielleicht an Zusatzscheinwerfern für die TV-Kameras? ![]()
lg Severina ![]()
Liebe Severina,
der Edwin krümmt sich gar nicht (mehr). Er hat in die Tasten gehaut. Selten so einen Verriss geschrieben...
Es stimmt schon, es gibt eine Menge an kleinen Gesten etc. Aber wenn Bechtolf ein Kammerspiel inszenieren will, soll er sich irgendein Stück von Strauss nehmen, meinetwegen Capriccio. Aber nicht eine "Walküre", die nun einmal in einem Mythos verankert ist. Sogar der Stuttgarter "Ring" hat den Mythos nie geleugnet, sondern den Mythos mit der Gegenwart konfrontiert. Was Bechtolf macht, ist die Verweigerung einer Deutung. Und diese Unverbindlichkeit nehme ich Künstlern sehr übel.
Da reicht mir dann eine Nina Stemme nicht, um den Abend zu retten. Zumal ja musikalisch sonst auch nicht so arg viel los war. ![]()
Als Außenstehende und ich habe schon eine Menge über diese Vorstellung gelesen,
will ich sagen das es mir unverständlich ist,das kein Ersatz für den Wotan früher
besorgt wurde.
Er hatte ja schon am Nachmittag über Probleme geklagt.
Da sollt ein solches Opernhaus doch hellhörig werden!
Rita
Bezeichnend leider wieder einmal die Kritik der FAZ vom heutigen Tag (Julia Spinola). Nicht so unbedingt für die Walküren-Aufführung im Speziellen, sondern für den Stellenwert, welchen der Gesang heutzutage in einer Opernaufführung genießt - was sich meiner Ansicht nach mehrheitlich in vielen Kritiken spiegelt.
Gut die Hälfte des Feuilleton-Titels ist dem Ereignis gewidmet, nebst großformatigem Foto. Knapp ein Drittel des Artikels handelt von der Inszenierung. Nicht etwa der von Bechtolf, sondern der nicht realisierten des Lars von Trier in Bayreuth. So erhellend und willkommen Hintergrundinformationen und Vergleiche in Kritiken auch sein mögen, habe ich doch immer mehr den Eindruck, diese leicht greif- und vorbereitbaren(!) Informationen rauben zunehmend präzisen Beschreibungen und Wertungen der eigentlichen Aufführung den Raum.
Dennoch bekommt man natürlich ein Bild von dem, was da auf die Bühne gestellt wurde.
Ich muss aber gestehen, auch nach zweimaligem Lesen blieben für mich die wesentlichen Fragen nach der schauspielerischen Leistung bzw. vor allem der Personenregie) offen, und - so ganz nebenbei bemerkt - hätte ich auch noch gerne etwas über das Singen an diesem Abend erfahren.
Aber ja, da stand doch was: Botha "sängerisch berückend, Stemme mit einem "klangschönen, dunkel gefärbten und charaktervollen Soprantimbre, dass noch den heftigsten Ausbrüchen gewachsen ist und sie wohltönend veredelt", Schuster glockenrein singend", Johanssons "heller, schlanker Sopran klang in der Partie leider zunehmend schriller und jaulender.
Erwähnt immerhin auch Uusitalos Abgang und der "verlässlich" singende Einspringer Hillebrandt.
Dies nicht eine Kurzfassung, sondern in der Tat die gesamte Information hinsichtlich der gesanglichen Leistung des Abends. Wenn vielerorts die gesangliche Situation beklagt wird, kann ich nur sagen: Offenbar scheint sich auch niemand mehr ernsthaft dafür zu interessieren. Die Oberflächlichkeit, mit der Kritik zunehmend über das Singen berichtet , spiegelt ja die Ansprüche des zeitgenössischen Publikums.
Es wundert mich wirklich nicht, dass die interessantesten Leistungen heutzutage oft in Regie und schauspielerischer Leistung zu finden sind. Da regulieren sich Angebot und Nachfrage.
Ich werde demnächst mal einen Thread eröffnen, und - nur hinsichtlich des Gesangs - einige Kritiken der Jahrhundertwende, der 50er Jahre und der Jetztzeit nebeneinander stellen. Die Unterschiede sind schon frappierend. Met-Kritiken der Jahrhundertwende lesen sich teilweise noch viel fachlicher und detaillierter, als selbst die Kestingschen Ergüsse. Noch weiter zurückgehend und bei Stendhal landend, dürfte die Lektüre ebenfalls sehr erhellend sein. Vielleicht kann Edwin ja mal die klimatischen Verhältnisse der Wüste beschreiben, in die Ihn sein Chef schicken würde, wenn er sich spaltenweise in dieser Hinsicht auslassen würde.
Mir scheint jedenfalls: Das so etwas heute (fast) ausgestorben scheint, mag parallel zu vielen (fast) ausgestorbenen Gesangstugenden gesehen werden - alles eine Sache der Nachfrage.
Gruß
Sascha
Hallo Sascha,
nur ganz kurz (bin auf dem Sprung), aber dieses Thema brent mir schon lange unter den Nägeln, weil es mich die längste Zeit stört, dass für viele Kritiker die Sänger offensichtlich nur "lästige Randerscheinungen" darstellen, denen man halt auch gnädig ein paar Zeilen widmet.
Dazu zweierlei:
* Wenn ich mir diverse Regiethreads bei Tamino vergegenwärtige, überwiegen da ja auch zum Teil Meinungen wie "In erster Linie interessiert mich die Regie, erst dann kommen die Sänger" (Ich ernte ja oft Unverständnis, weil's bei mir genau umgekehrt ist!) Also scheinen die Kritiker ja am "Nerv der Zeit" zu schreiben, oder??
* Über eine Inszenierung zu schreiben ist halt um so vieles leichter als über sängerische Leistungen, denn ersteres kann bald einer, sofern er Augen im Kopf und ein bisschen was drinnen hat, bei zweiterem muss man allerdings über profunde Kenntnisse verfügen, und....... (Diesen Satz nach Belieben vervollständigen
)
So, ich muss weg!!
lg Severina ![]()
Hallo,
ich habe gehört das den Wotan jetzt Terje Stensvold singen soll.
Wir hatten ihn hier in Berlin als Wotan,und den hat er ganz prachtvoll gesungen.
Meine erste Begegnung mit ihm war,als er hier im Holländer
der Daland war. Seit dieser Zeit habe ich mir diesen Namen gemerkt.
Auch als Scarpia war er gut.
Also Wiener nun freut Euch.
Rita
ZitatOriginal von Antracis
Aber: Man kann aus meiner Sicht den schwarzen Peter nicht so pauschal Publikum und Kritikern zuschieben. Die holde Kunst, die wir so gerne auf der Bühne sehen, wird heutzutage halt als Hochpreisware angeboten, mehrere 100 Euro für eine Karte sind längst - gerade bei Premieren oder Festspielen - keine Seltenheit mehr.
Leider muss ich aber widersprechen. Auch an kleinen Häusern (mit Eintrittspreisen von unter 30 EUR) werden Sänger häufig an CDs von Spitzenstars gemessen - und entsprechend kritisiert. :motz:
Teile des Publikums sind von ihren Erwartungen her tatsächlich maßlos.
Ob diese Leute an ihre eigene Berufsausübung auch solche Anforderungen zulassen?
Viele Grüße
Thomas
ZitatVielleicht kann Edwin ja mal die klimatischen Verhältnisse der Wüste beschreiben, in die Ihn sein Chef schicken würde, wenn er sich spaltenweise in dieser Hinsicht auslassen würde.
Es ist zwar OT, aber in Zusammenhang mit der Kritik an der "Walküre"-Kritik nicht ganz, also wage ich's.
In die Wüste würde mich mein Chef sicher nicht schicken, dazu ist er viel zu kulant. Er würde nur bei der täglichen Blattkritik meinen: "Etwas lang. Lesen das die Leute überhaupt?" (O.k., das Wort "Leute" würde er wahrscheinlich nicht in den Mund nehmen, es ist eines seiner "Unwörter".)
Der Zug fährt in Richtung Verknappung. Kritiken argumentieren immer weniger. Das ist nicht einmal gar so schlecht, weil der Leser, ob er sich nun ärgert oder zustimmt, auf jeden Fall mit der Spannung zwischen Aufführung und Kritik (auch unbewußt) auseinandersetzt.
Im Fall einer großen Premiere wie der "Walküre" ist allerdings eine ausführlichere Besprechung angesagt. Große Events - große Artikel. Ganz einfach.
Warum nun aber eher in Sachen Regie besprochen wird als in Sachen Gesang: Nun, weil die Regie heute eben der große Aufreger ist. Und so ganz idiotisch ist es von meinen Kollegen und mir wirklich nicht. Denn als Kritiker geht man davon aus, daß interessierte Menschen nicht nur die Kritik lesen, sondern auch früher oder später in die Aufführung gehen.
Nun sind dank des Internets die Kritiken auf sehr lange Zeit abrufbar. Was hat also ein Leser davon, der für die zwölfte "Walküre"-Aufführung endlich eine Karte kriegt, wenn er beim Baumgartner liest, welche Sänger gut und welche weniger gut waren - nur, daß mittlerweile ganz andere Sänger singen.
Die Regie aber bleibt - auch, wenn sie nach und nach etwas abgespielt sein wird, wird man im Fall der "Walküre" immer noch etwa mit gebratenen Pferden konfrontiert sein. Am Urteil darüber ändert die Besetzung nichts.
Nun behaupte ich nicht, daß das alles bewußt geschieht. Es spielen viele Faktoren mit: Daß Regie heute überbewertet wird, auch von den Zuschauern, daß Kritiker für ihre Leser schreiben (und natürlich auch Zuschauer sind), spielt natürlich eine große Rolle.
Die detaillierten Werk- und Aufführungsbesprechungen aber, die etwa ein Hanslick noch schrieb, sind heute außer Mode. Sie würden vom nicht-spezialisierten Leser zu viel Zeit beanspruchen. Man versucht heute, durch kürzere und pointiertere Kritiken die Aufführungen zu umreißen.
Ich verstehe jeden, der das bedauerlich findet. Aber bitte alle, die es bedauerlich finden: Geht nicht von Euch aus, Ihr seid mit Sicherheit (zumindest relativ) spezialisiert. Geht von einem Durchschnittsleser aus, der erfahren hat, daß es da einen großen Rummel um Wagner in der Wiener Staatsoper gegeben hat und der schnell mal nachlesen will, was dabei herausgekommen ist.
Ihr lest ja in der Regel auch die relativ kurzen und prägnanten Kommentare und Analysen zum Irak-Krieg und nicht 500-seitige Abhandlungen, wenn Ihr wissen wollt, was da eigentlich schief gelaufen ist.
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Lieber Edwin, Lohengrins und ?????? (haben wir noch jemanden von der schreibenden Zunft?)
Ich habe mein Statement gestern in großer Eile abgegeben und musste eben feststellen, dass ich da etwas unglückliche Formulierungen gewählt habe, denn selbstverständlich sollte die Qintessenz meines Beitrags nicht sein: "Kritiker lassen sich deshalb so gern über Inszenierungen aus, weil sie nicht kompetent genug sind, die musikalische Seite zu bewerten!" Ich hoffe, das ist bei euch nicht so rübergekommen, und wenn doch: Tut mir Leid, war wirklich nicht so gemeint!
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Im übrigen verstehe ich deinen (also Edwins) Standpunkt durchaus, nur ist es bei mir so, dass mich in erster Linie Kritiken aus dem Ausland interessieren und da natürlich sehr, wie sich meine "Lieblinge" geschlagen haben. Wenn ich da dann auf so Wischiwaschi-Formulierungen stoße wie "konnte die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen", bin ich sauer (Was weiß ich, welche Erwartungen Herr oder Frau X in einen Sänger setzen...) Was die WSO betrifft, da bilde ich mir ohnehin mein eigenes Urteil, und ich muss gestehen, das ich da die Kritiken wenn überhaupt erst nachher lese, um völlig unvoreingenommen zu sein, denn natürlich erliege auch ich der Manipulativkraft einer Rezension.
lg Severina ![]()
Liebe Severina,
ich hab das auch gar nicht als Zweifel an meiner Kompetenz verstanden. Es ist tatsächlich eine der großen Fragen in Bezug auf Opernkritik. Aber es stimmt sicher, daß die Frage der Regie heute sehr wesentlich geworden ist (übrigens auch im Schauspiel), während die Frage, wie gut gesungen wurde, eher in Kritiken über Repertoire-Aufführungen beantwortet wird (Werk - kennt man; Regie - kennt man; interessant ist das Neue, und das ist die Besetzung).
Aber ich fürchte, wenn wir das weiter diskutieren (sollten wir machen...!), bewegen wir uns sehr weit weg von der Staatsopern-"Walküre", und wir kriegen von Alfred das Rohrstaberl über unsere Tippfinger gezogen.
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Lieber Edwin,
Du hast vollkommen Recht!
Manchmal frage ich :aber gesungen wurde doch hoffentlich auch.
Grüße Rita
Lieber Edwin,
ich finde auch, dass dieses Thema einen eigenen Thread wert wäre, zumindest Sascha ist sicher auch daran interessiert. Vielleicht erbarmt sich also ein Mod und verschiebt die letzten Beiträge? Bitte
!!
lg Severina ![]()
News aus der WSO: Am Sonntag tritt Uusitalo wieder als Wotan an, bin sehr gespannt !
Die Latte für Uusitalo liegt allerdings ziemlich hoch. Denn Terje Stensvold soll dort gestern einen geradezu fabelhaften Wotan gesungen haben.
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GiselherHH
Na, das hatte ich ja schon geschrieben,das
Stensvold gut ist
Rita
Ab 9.12. ist Uusitalo wieder als Wotan geführt. Hoffentlich klappt dann alles so, wie er es sich auch selbst vorgestellt hat
und es gibt hinterher
und nicht wieder 
Alles Gute wünscht
Ingrid
ZitatOriginal von Ingrid
Ab 9.12. ist Uusitalo wieder als Wotan geführt. Hoffentlich klappt dann alles so, wie er es sich auch selbst vorgestellt hat
und es gibt hinterher![]()
und nicht wieder
Alles Gute wünscht
Ingrid
Es hat hervorragend geklappt. Wunderschön gesungen auch die lyrischen Stellen. Uusitalo möchte ich gerne mal in einem Liederabend hören.
Von Nina Stemme bin ich ganz begeistert. Unbefriedigend fand ich die Walküren (die mir bei der Premieren-Übertragung im Radio aber sehr gut gefallen hatten), die auch gar nicht vor den Vorhang kamen, sowie Szene, Kostüme und Bühnenbild im 3. Akt.
ZitatOriginal von Melot1967
Es hat hervorragend geklappt. Wunderschön gesungen auch die lyrischen Stellen. Uusitalo möchte ich gerne mal in einem Liederabend hören.
Lieber Melot,
freue mich riesig über Deinen guten Bericht. Tausend Dank! Sah heute auch ein Foto von ihm als Wotan. Wow :faint:
Die passende Stimme zu dieser Statur und Rolle hat er ja eben auch, selbst wenn sie im entscheidenden Moment mal versagt hat. Wie gut, dass J. Holender ihm wieder eine Chance gegeben hat. Enttäuscht wurde ja jetzt offensichtlich niemand mehr.
Ingrid
ZitatOriginal von Antracis
Botha "sängerisch berückend, Stemme mit einem "klangschönen, dunkel gefärbten und charaktervollen Soprantimbre, dass noch den heftigsten Ausbrüchen gewachsen ist und sie wohltönend veredelt", Schuster glockenrein singend", Johanssons "heller, schlanker Sopran klang in der Partie leider zunehmend schriller und jaulender.
Erwähnt immerhin auch Uusitalos Abgang und der "verlässlich" singende Einspringer Hillebrandt.
Die wesentlichen Punkte im Bezug auf die Kritiken vor allem in den Printmedien hat Edwin schon zusammengefasst. Ich möchte ergänzen: wenn ich diese nichtssagende, blumige Prosa, wie sie oben zitiert wird, lese, frage ich mich automatisch, ob mir dann nicht eine einfache Aufzählung der beteiligten Sänger/innen ausreichen würde.
Nächster Punkt: würde ein Rezensent manche sängerische Leistung, gerade an kleineren Theatern, genau bewerten, fiele das Urteil eventuell öfter recht unschmeichelhaft aus. Für mich ist beispielsweise immer wichtig, was da darstellerisch passiert, das kommt additiv zum Gesang dazu. So kann die stimmliche Ausgestaltung zwar rein sängerisch betrachtet nicht völlig glücklich sein, aber die Situation, die Stimmung perfekt treffen. Das würde man sich eventuell nicht unbedingt auf der CD anhören - aber im Theater kann das zu einer tollen Gesamtwirkung beitragen.
Letzter Punkt: es kommt vor, dass ein Rezensent anscheinend nicht gut hört - was ist die Beschreibung einer sängerisch angeblich herausragenden Leistung wert, wenn der so gelobte z. B. den ganzen Abend über sehr eigenwillige Vorstellungen vom Tempo hat, die mit denen des Dirigenten nicht übereinstimmen?
Mir wäre natürlich ein ausführlicheres, detailfreudigeres Feuilleton auch lieber, tendenziell scheint aber der Kulturteil der Zeitungen eher schmaler als breiter zu werden...
Lieber Alviano,
es gibt auch Rezensenten, die schlecht sehen - der Kritiker der FAZ z.B. hat bei den Züricher "Königskindern" gleich drei szenische Fehler geliefert. Dass er die Hanfplantage der Hexe als "Zucht von Zimmerpflanzen" bezeichnet, ist schon wieder fast lustig.....
lg Severina ![]()
ZitatOriginal von severina
Es gibt auch Rezensenten, die schlecht sehen - der Kritiker der FAZ z.B. hat bei den Züricher "Königskindern" gleich drei szenische Fehler geliefert. Dass er die Hanfplantage der Hexe als "Zucht von Zimmerpflanzen" bezeichnet, ist schon wieder fast lustig.....
lg Severina
Hallo severina,
hier ging es ja um die Bewertung von Sänger/innen, deshalb meine Beschränkung auf das Hören. Aber es ist natürlich völlig richtig - machmal werden auch inszenatorische Details falsch wiedergegeben, was u. U. den Sinn einer Szene verändert. Dein obiges Beispiel mit dem Hanf wäre so ein Fall - der ist qualitativ sicher etwas anderes, als eine Zimmerpflanze, den die Hexe pflegt...
Gerade kürzlich hatte ich auch so eine nicht korrekte Beschreibung: im "Lukullus" an der Komischen Oper in Berlin (Bericht folgt) treten König und Königin als Barbapapa und Barbamama auf. Die Kritiker schrieb etwas von "Teletubbies", die sehen aber ganz anders aus, womit wir wieder irgendwie beim Tenor der Wiener "Walküre" wären... ![]()
Aus der Tageszeitung Der Standard:
ZitatAlles anzeigenWien - Zu guter Letzt wurde es doch noch ein Triumph, wenn auch ein verspäteter, als Juha Uusitalo nach der sonntäglichen Walküre frenetischer Jubel entgegenschallte. Erst die dritte Aufführung brachte eine Woche nach dem Startschuss für den neuen Staatsopern-Ring, nach Stimmverlust und zwei Einspringern, nicht nur für den Sänger des Wotan die eigentliche Premiere. Erst jetzt war auch die Produktion komplett, konnte man das gesamte Ineinandergreifen der musikalischen und szenischen Arbeit erfassen.
Sitzt man Uusitalo gegenüber, lässt sich kaum erahnen, dass sich hinter einem so robusten Äußeren auch ein anfälliges Organ verbirgt. Ebenso überrascht, zu welcher Differenzierung der finnische Bassbariton fähig ist. Die Tiefe, die er seinem Wotan jetzt gab, resultierte aus der Verbindung von Wortdeutlichkeit und Nuancierungskunst sowie dem Verzicht auf jegliche Kraftmeierei zugunsten eines schier unendlichen Spektrums von Zwischentönen. Wie er Hunding (grandios: Ain Anger) flüsternd ins Jenseits beförderte, ließ wohl keinen kalt. Nur im Volumen waren, wohl wegen rekonvaleszenter Zurücknahme, noch Grenzen hörbar. Und dies ungeachtet des meist sängerfreundlich-durchsichtigen Dirigats von Franz Welser-Möst, das ansonsten, trotz ständigen Drängens und eines aus dem Vollen schöpfenden Orchesters, spannungsarm blieb. So konnten sich die prächtigsten Orchesterwogen kaum je zum zwingenden Sog verdichten.
Stand hier die Statik im Vordergrund, galt ähnliches zum Teil auch für die Szene, deren Traumbilder zuweilen wie eine systemische Familienaufstellung anmuten. Mit seinem fantastischen Sensorium für kleinste psychologische Regungen gelingen Regisseur Sven-Eric Bechtolf zwar immer wieder beklemmende Momente von subtiler Deutung. Dies steht und fällt allerdings mit der Präsenz der exzellent besetzten Hauptrollen, von denen nur Johan Botha als Siegmund Ungelenkigkeit der Bewegungen mit vokaler Intensität wettmachen muss.
Eva Johannson als Brünnhilde hat sich inzwischen spürbar freigesungen, großartig ist Michaela Schuster als Wotans Hausdrachen Fricka, Nina Stemme als Sieglinde im mühelos bewältigten Spannungsfeld zwischen Intimität und Dramatik das eigentliche Ereignis der Produktion. (Daniel Ender /DER STANDARD, Printausgabe, 11.12.2007)
Habt ihr euch auch immer gewundert, dass Siegmund in der 1. Szene des 1. Aktes zu singen hat "... doch schneller als ich der Meute schwand die Müdigkeit mir ..."?
Wenn ihm die Müdigkeit schwindet, müsste er doch munter werden und nicht schwere Lider bekommen.
Mit etwas Geduld lässt sich die Stelle entschlüsseln:
Der Feinde Meute hetzte mich müd,
Gewitterbrunst brach meinen Leib;
doch schneller als ich der Meute,
schwand die Müdigkeit mir:
sank auf die Lider mir Nacht,
die Sonne lacht mir nun neu.
Das erscheint nur widersinnig, wenn man nicht penibel zwischen der Erzählung von Vergangenheit und Gegenwart unterscheidet, und man muß vor allem die Satzzeichen beachten. Beide Zeiten sind allerdings auf den ersten Blick nicht leicht voneinander zu trennen, was wohl - wie meist bei Wagner - Stabreim und vor allem Sangbarkeit geschuldet sein dürfte. ![]()
Erzählung der Vergangenheit
Der Feinde Meute hetzte mich müd,
Gewitterbrunst brach meinen Leib.
Gegenwart, nun auf die Situation mit Sieglinde bezogen:
doch schneller als ich der Meute,
schwand die Müdigkeit mir [nun]:
sank [vorher] auf die Lider mir Nacht,
die Sonne lacht mir nun neu.
Schneller als er vor den Feinden abgehauen ist, schwand Ihm jetzt die dadurch verursachte Müdigkeit. War er eben noch müde, nun strahlt er - wegen Sieglinde.
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Sascha
