Hallo zusammen,
bei mir jetzt diese.

LG
Maggie
Hallo zusammen,
bei mir jetzt diese.

LG
Maggie
guten Morgen allerseits. Allen einen frohen Vierten Advent ! Den Namen habe ich hier zuletzt des öfteren gelesen, da höre ich ihn mir doch mal wieder an :
Alexander Gretschaninow
Symphonie Nr 1
George Enescu State Philharmonic Orchestra, Richard Edlinger
Symphonie Nr 2
Slovak State Philharmonic Orchestra, Johannes Wildner
Ludwig van Beethoven: An die Hoffnung op.94
Es singt Dietrich Henschel, begleitet von Michael Schäfer.
1815/16 entstand die zweite Vertonung von "An die Hoffnung", öffentlich uraufgeführt von dem Sänger Franz Wild am 25.4.1816. Beethoven hatte Tiedge 1811 persönlich kennen gelernt, vom Dichter hatte er die Uranaia-Ausgabe von 1808 erhalten. In ihr fand sich nun auch die Strophe, die den drei schon vertonten voran gestellt worden war. Damit entfällt die Orientierung auf eine geliebte Person, nun steht die allgemeine Lebenssituation im Mittelpunkt der Vertonung. Nun hat Beethoven sich vom Strophenlied gelöst. Die Einbeziehung der einleitenden Strophe ("Ob ein Gott sei") sorgt für die inhaltliche Einbindung, mit ihr erreicht Beethoven die emphatische Höhe, die er für die Folgestrophen voraussetzt. Durch dieses Einleitung, einer Art Rezitativ, wird die Gattung "Lied" einer höheren Dimenhion geöffnet. Dieses Rezitativ ist allerdings kein opernhaftes, es ist ein ganz auf die Musik konzentrierter Dialog zwischen Solostimme und einem Tutti.
In dieser Vertonung hat Beethoven in einer barocken Fülle die sprachlichen Bilder in die musikalische Darstellung übertragen: die verhallenden Stimmen, die Annäherung, den mitternächtlichen Schauder, die versunkenen Urnen, die neue Initiative und schließlich den Sonnenaufgang. Der Ablauf Rezitativ - Arie - Szene - Arie rechtfertigt die Bezeichnung Kantate, die ihr Franz Wild bei der Uraufführung gab.
Was einer strophischen Bearbeitung aber noch hartnäckiger widerstand, der komplizierte Rhythmus des Gedichtes, wird jetzt ein kompositorisches Zentrum der Neuvertonung. Wieder wählt Beethoven lange Takte: das Deklamationsmaß der Singstimme ist das Achtel (daraus ergibt sich ein 8/8-Takt), durch die Überlagerung mit der von Triolen gekennzeichneten Begleitung (12/8 ) ergeben sich vielfältige Differnzierungsmöglichkeiten - statt des Metrums vertont Beethoven vor allem die Gestik des Textes (Lühning). Das Komponieren gegen ein gleichmäßig fließendes Metrum ist ein Charakteristikum Beethovens, das sich in seinem Spätwerk verdichtet. "An die Hoffnung" ist eines der Lieder, in denen Beethoven diesen Prozess experimentell vorantrieb, weil das Gegeneinander von gesetztem musikalischen Metrum und das außermusikalisch gegebene Metrum des Textes (im Falle von "An die Hoffnung" wird er wie ein Prosatext behandelt) eine hervorragende Ausgangsbedingung bot.
Ob ein Gott sei? Ob er einst erfülle,
Was die Sehnsucht weinend sich verspricht?
Ob, vor irgendeinem Weltgericht,
Sich dies rätselhafte Sein enthülle?
Hoffen soll der Mensch! Er frage nicht!
Die du so gern in heil'gen Nächten feierst
Und sanft und weich den Gram verschleierst,
Der eine zarte Seele quält,
O Hoffnung! Laß, durch dich empor gehoben,
Den Dulder ahnen, daß dort oben
Ein Engel seine Tränen zählt!
Wenn, längst verhallt, geliebte Stimmen schweigen;
Wenn unter ausgestorb'nen Zweigen
Verödet die Erinn'rung sitzt:
Dann nahe dich, wo dein Verlaßner trauert
Und, von der Mitternacht umschauert,
Sich auf versunk'ne Urnen stützt.
Und blickt er auf, das Schicksal anzuklagen,
Wenn scheidend über seinen Tagen
Die letzten Strahlen untergehn:
Dann laß' ihn um den Rand des Erdentraumes
Das Leuchten eines Wolkensaumes
Von einer nahen Sonne seh'n
Liebe Grüße Peter
das hat mir jetzt gefallen. Da suche ich mir doch gleich noch einen nicht ganz so bekannten Russen raus :

Boris Tischtschenko, Symphonie Nr 7
Moscow Philharmonic Orchestra, Dmitry Yablonsky
Bachs Brandenburgische Konzerte im Vergleich:

mit der Einspielung von August Wenzinger und seiner Schola Cantorum Basiliensis (1950-1953 aufgenommen). Beides verdienstvolle Aufnahmen, die auf jedweden Bombast verzichten und ihren Bach in vorgeschriebener Besetzung spielen.
Horenstein ist in den USA beschaffbar, Wenzinger weder als CD noch als Download im DGG Web-Shop. Das ist faktisch ein geistiger Offenbarungseid der ehedem sehr verdienstvolen DGG, zumal parallell die Aufnahme der Brandenburgischen Konzerte unter Herbert von Karajan weiterhin erhältlich ist. Auch wenn ich diesen Dirigenten durch Tamino zu schätzen gelernt habe, an diesem Punkte geht's mir dann doch wider die Natur.
Liebe Grüße vom Thomas ![]()
Louis Spohr: Sechs deutsche Lieder op. 103
- Sehnsucht

Hier singt Robert Murray (Tenor) begleitet von Colin Bradbury (Klarinette) und Oliver Davies (Klavier). Dazu höre ich noch eine Aufnahme mit Evelyn Tubb, Lesley Schatzberger und Richard Burnett (amazon bietet leider kein Cover).
Ich blick in mein Herz und ich blick in die Welt,
Bis von schwimmenden Auge die Träne mir fällt,
Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht,
Doch hällt mich der Nord, ich erreiche sie nicht.
O die Schranken so eng und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit, so flüchtig die Zeit.
Ich weiß ein Land, wo aus sonnigem Grün
Um versunkene Tempel die Trauben glühn,
Wo die purpurne Woge das Ufer beschäumt
Und von kommenden Sängern der Lorbeer träumt.
Fern lockt es und winkt dem verlangenden Sinn,
Und ich kann nicht hin, ich kann nicht hin.
O hätt' ich Flügel durch Blau der Luft,
Wie wollt ich baden im Sonnenduft!
Doch umsonst! Und Stunde auf Stunde entflieht,
Vertraure die Jugend, begrabe das Lied.
O die Schranken so eng und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit, so flüchtig die Zeit.
Liebe Grüße Peter
wunderbar erhebende weihnachtsmusik!!!!! :
joseph rheinberger: der stern von bethlehem.
(streich, fischer-dieskau, graunke so, hager)
das wird wohl meine weihnachtsmusik cd 2008.
![]()
Johannes Brahms: Ungarische Tänze für Klavier zu vier Händen
[amx=B000005ANT]300[/amx]
Es spielen Hector Moreno und Norberto Capelli.
Liebe Grüße Peter
Soeben erklingt dieses düster verhangene, eindrucksvolle Werk:
Lili Boulanger (1893-1918)
Psaume 130 - Du fond de l'abîme (1915-1917)
Oralia Dominiguez, Alt; Raymond Amadé, Tenor; Chorale Elisabeth Brasseur, Orchestre de'Association des Concerts Lamoureux, Ltg.: Igor Markevitch
Everest 1958

mmhh ... heute bis jetzt nur Russen gehört ... sogar die Hühnerbrühe schmeckt nach Borschtsch - das müssen wir ändern :

Ludwig van Beethoven, Symphonien Nr 2 & 5
Wiener Philharmoniker, Claudio Abbado
Karol Szymanowski: Sinfonie Nr. 3
Nach einer mitreißenden Interpretation des "Liedes der Nacht" durch Mariss Jansons gestern Abend nun die hörenswerte Konserve mit Sir Simon. Simon says ...
Schlaf nicht, Gefährte, diese Nacht.
Du bist Geist, wir sind die Kranken diese Nacht.
Jag’ den Schlaf von deinem Aug’!
Das Geheimnis wird sich klären diese Nacht.
Du bist Jupiter am Himmel, kreist als Stern am Firmamente diese Nacht!
Gleich dem Adler flieg hinauf!
Sieh, zum Helden wird dein Geist diese Nacht.
(Übers. Hans Bethge)
Liebe Grüße Peter
Karol Szymanowski: Sinfonie Nr. 3
[amx=B0000042DH]100[/amx]
Nach einer mitreißenden Interpretation des "Liedes der Nacht" durch Mariss Jansons gestern Abend nun gleich noch einmal - diesmal das Detroit Symphony Orchestra unter Antal Dorati.
Wie still ist's, alles schläft
...
Venus schwingt den goldenen Schleier diese Nacht!
Schweigen bindet mir die Zunge
(Übers. Hans Bethge)
Liebe Grüße Peter
Hallo,
aktuell läuft:
Boris Tischtschenko (*1939)
Streichquartett Nr.4 op.77 (1980)
Glasunow-Quartett
Gab's mal bei Olympia, zusammen mit dem ersten Streichquartett. Ich höre diese CD zum ersten Mal; während mir das erste Streichquartett letztlich doch unverkennbar ein Schülerwerk zu sein scheint (Tischtschenko war zum Zeitpunkt der Komposition gerade einmal 18 Jahre alt - kein schlechtes Werk, aber zum Teil sehr knapp gehalten und irgendwie noch auf der Suche nach einem eigenen Stil), ist das Vierte ein sehr ambitioniertes Werk. Es besteht aus vier bzw. fünf Sätzen: zwischen drittem und viertem Satz befindet sich ein kurzes, lakonisches Intermezzo von nicht einmal zwei Minuten Dauer. Ansonsten ist dieses Werk freilich keineswegs knapp gehalten: alle Sätze gehen unmittelbar ineinander über, was zu Folge hat, dass das Quartett aus 47 Minuten Musik am Stück besteht.
Letztlich ein typischer Tischtschenko: kurze, schlichte Motive werden einer stetigen Metamorphose unterworfen, Klangballungen ausgesetzt, um letzlich wieder zu sich selbst zurückzufinden. Dieses Verfahren hat Tischtschenko im Laufe seines Lebens mehr oder weniger perfektioniert. Manchmal klingt dies dann doch etwas arg routiniert (manche Klaviersonaten finde ich beispielsweise eher schwächer), aber sehr oft liefert Tischtschenko wirklich beeindruckende Resultate wie das großartige Violinkonzert Nr.2; und das vorliegende Streichquartett ist sicherlich auch sehr interessant. Emotionaler Höhepunkt des Werks ist der aggressive, wütende dritte Satz. Das Finale wirkt demgegenüber fast etwas harmlos.
Viele Grüße
Holger
Bei mir dreht sich eine halb vergessene Wiederentdeckung:

André Modestes Grétry: L'AMANT JALOUX
mit Mady Mesplé
, Jules Bastin u.a. (s. a. Mozart und seine Zeitgenossen - Grétry - der Molière der Musik)
Für die superben Wiederentdeckungen derartig überraschender Spaziergänge ins Ungeplante liebe ich Tamino! ![]()
Jacques Rideamus
Hallo,
und noch ein weiteres sowjetisches Streichquartett ungefähr aus der gleichen Zeit hinterher:
Boris Tschaikowski (1925-1996)
Streichquartett Nr.5 (1974)
Ilja Ioff (Violine I), Jelena Raskowa (Violine II), Lidija Kowalenko (Viola), Alexei Massarski (Violoncello)
Diese Doppel-CD ist recht neu erschienen; für mich war sie ein Muss und ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen - der Preis von 30 Euro ist hier absolut zu verschmerzen, wie ich meine. Im Vergleich zu Tischtschenkos Viertem Quartett ist Tschaikowskis Fünftes Quartett wesentlich konziser; ein einsätziges Werk, das nicht einmal eine Viertelstunde dauert.
Der emotionale Gehalt dieses Werkes basiert im Wesentlichen auf einer Art Dualismus: Bewegung und Innehalten; Erregung und Beruhigung. Tschaikowski beginnt mit schneidenden Dissonanzen, aus den sich eine beunruhigte pendelnde Bewegung löst. Der Schmerz, der diese Anfangstakte erfüllt, wird nach einer Weile durch eine fallende Geste gelindert; die pendelnde Bewegung bleibt erhalten, wird aber besänftigt und klingt fast tröstlich, nostalgisch. Das sich hier andeutende Konfliktpotential speist das gesamte Werk. Am Ende scheinen sich Schwermut und Resignation durchzusetzen, aber Tschaikowski lässt das Werk letztlich doch zur Ruhe kommen und mit einem friedlichen F-Dur-Akkord ausklingen.
Übrigens kam mit die Thematik des Quartetts beim ersten Hören sehr bekannt vor: Tschaikowski hat die pendelnde Bewegung und das fallende Motiv nämlich in seiner 1987 komponierten "Musik für Orchester" wiederverwendet, dort in den Sätzen "Weiter Weg" (was sich wohl auf das menschliche Leben, den Lebensweg eben, bezieht) und "Schatten" (hier sogar von solistischen Streichern zitiert).
In seiner Eindringlichkeit und unmittelbaren Diktion wirkt das Werk auf mich sehr überzeugend. Der Kontrast zwischen aufgewühlter, emotional bewegter Musik und lyrischen Passagen, die durch eine seltene Schönheit und Reinheit des Klangs bestechen, ist für Tschaikowski nicht untypisch; eine gewisse "psychologisierende" Komponente würde ich als durchaus charakteristisch für sein Schaffen ansehen.
Viele Grüße
Holger
