Kammermusik mit Gesang

  • Für die Zeit nach 2000 hörte ich letztes Jahr:
    JÖRG WIDMANN 5. STREICHQUARTETT - VERSUCH ÜBER DIE FUGE
    mit Sopranistin, die lateinische Bibelworte rezitierend singt.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Manuel de Falla


    Psyché (1924) für Sopran, Flöte, Harfe, Violine, Viola und Violoncello. :jubel: (Siehe auch den de-Falla-Thread!)


    Und das Soneto a Córdoba (1927) für Sopran und Harfe.


    Kennengelernt habe ich beides auf dieser CD:



    Liebe Grüße,
    Martin


  • Hallo Frank,
    aber vielleicht ist dies eines Deiner Villa-Lobos Lieblingsstücke - und in diesen Thread gehört es in jedem Fall (wie hab' ich das nur vergessen können... :rolleyes: ):


    Heitor Villa-Lobos: Bachianas Brasileiras No. 5 für Sopran und 8 Celli (1938/45)


    Ganz herzlich,
    Medard

  • Auf eine Petitesse bin ich noch gestoßen, eine Winzigkeit von eineinhalb Minuten, aber von solcher Ausdrucksintensität, untröstlicher Verlorenheit, dass es schade ist, diese Miniatur nie aufgeführt zu hören:


    Das zweite Stück für Mezzo-Sopran und Streichquartett - Langsam - aus den Drei Stücken für Streichquartett (1913) von Anton Webern.


    Weberns eigener Text:


    Schmerz immer
    Blick nach oben
    Himmelstau
    Erinnerung
    Schwarze Blüten
    Auf Herz
    Aus Mutter.


    Webern bezieht das Stück auf den Tod seiner ca. 1906 verstorbenen Mutter. Die Stücke sind wohl nicht veröffentlicht, aber 1994 bei der DG aufgenommen mit Mary Ann McCormick und dem Emerson String Quartet, was offenbar derzeit leider nur im Rahmen der 6 CD-Webern-Gesamtaufnahme greifbar zu sein scheint.


    Liebe Grüße, Ulrich

  • Hier kommt auch noch eine Petitesse:


    Georg Katzer (*1935): Ophelia für Sopran und Cello (Text: Wolfgang Hilbig) [1994]


    Herzlichst,
    Medard

  • Wilfried Hiller
    Deutsche Textfassung: Martin Buber
    Ijob
    Monodrama für einen älteren Tenor, eine Schauspielerin, einen Vorleser, Schlaginstrumente, Klavier und Orgel
    Neben der Erstfassung, die 1979 uraufgeführt wurde, gibts noch eine zweite Fassung, nur für Tenor von 1984. Diese habe ich sehr, sehr beeindruckend mit Ernst Haefliger hören dürfen. Es gibt auch eine Verfilmung von Claus Guth. Der Komponist schreibt dazu etwa hier.

    Gruß ab


    ---
    Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
    J. Locke

  • Es tröpfelt doch immer wieder etwas herein.


    Gerade über Vaughan Williams nachgedacht, da melden sich noch:

    "On Wenlock Edge", Liederzyklus für Tenor, Klavier und Streichquartett, später orchestriert,
    "Merciless Beauty - Three Rondels" für hohe Stimme, zwei Violinen und Violoncello,
    "Along the Field", Liederzyklus für Singstimme und Violine,
    "Ten Blake Songs" für Singstimme und Oboe
    und
    "Three Vocalises" für Sopran und Klarinette.


    Cheers,



    audiamus



    .

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Weiss jemand vielleicht etwas, wo Harfe und Gesang vorkommen?
    Fairy Queen


    In "Tannhäuser" von Richard Wagner :D


    :hello:

    Freundliche Grüße Siegfried

  • Zitat

    Original von audiamus
    Es tröpfelt doch immer wieder etwas herein.


    :yes:


    Erst kürzlich kennengelernt:


    Thomas Adès (*1971): Life Story op. 8 (1993) für Sopran und Kammerensemble (3 Spieler) auf einen Text von Tennesee Williams


    Herzlichst,
    Medard

  • Zitat

    Original von Fairy Queen
    Weiss jemand vielleicht etwas, wo Harfe und Gesang vorkommen?


    Es gibt einen sehr schönen Zyklus weihnachtlicher Chorlieder von Benjamin Britten: A Ceremony of Carols für Knabenchor und Harfe op.28 (1942). Es gibt auch eine Fassung für Mädchenchor oder gemischten Chor (letztere jedoch nicht von Britten selbst).


    Übrigens eine wirklich wundervolle und sehr stimmungsvolle Musik, in der Chor wie Harfe bei sehr gut zu Geltung kommen. Ob das allerdings als Kammermusik bezeichnet werden kan.. ?(


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Hallo,


    die Ceremony of Carols ist mir sehr vertraut, ich habe sie vor paar Jahren mit aufgeführt und das Altsolo gesungen. Allein mit der Harfe war ein unglaubliches Erlebnis, Reibungsharmonien gestalten sich zusammen mit diesem wunderschönen Instrument ganz anders, viel weniger "reibend", sondern viel verwobener als mit dem Klavier.


    Unabhängig von irgendwelchen vielleicht musikwissenschaftlich fundierten Definitionen würde ich das "kleine" (i. S. von kurz) Werk der Kammermusik zuordnen aufgrund seines zarten und in vielen Stellen introvertierten Charakers, der die Stimmung der Geburt Christi und überhaupt nach der Entbindung eines Neugeborenen wiedergibt.


    Worin liegt nun der Unterschied zwischen einer Knaben- und Mädchen-/Frauenchorfassung?


    LG


    Ulrica

  • Zitat

    Original von Ulrica
    die Ceremony of Carols ist mir sehr vertraut, ich habe sie vor paar Jahren mit aufgeführt und das Altsolo gesungen. Allein mit der Harfe war ein unglaubliches Erlebnis, Reibungsharmonien gestalten sich zusammen mit diesem wunderschönen Instrument ganz anders, viel weniger "reibend", sondern viel verwobener als mit dem Klavier.


    So erging es mir das letzte Jahr ebenfalls. Ich kannte das Werk bereits einige Jahre, und plötzlich sangen wir es im eigenen Chor. Eine tolle Musik undeine tolle Erfahrung, ihr durch das Aufführen so nahe kommen zu können. :yes:


    Zitat

    Worin liegt nun der Unterschied zwischen einer Knaben- und Mädchen-/Frauenchorfassung?


    Jetzt hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt :wacky:. Genau das habe ich mich nämlich auch schon beim Schreiben des ersten Beitrags gefragt. Möglicherweise gibt es ja Unterschiede in der Tonart. Aber es steht zu vermuten, dass beide Versionen ein und dieselbe sein könnten.


    Übrigens finde ich die Einspielungen mit Mädchen/Frauenchor durchweg gelungener, weil sie reifer und voller klingen und vor allem die Lieder mit den schnellen Tempi deutlich knackiger und exakter zu singen vermögen.


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello: