Musik der Moderne - Eine Sackgasse (?)

Alfred_Schmidt · 390 Beiträge · letzte Antwort von Amfortas08

390 Beiträge
  • Lieber Wulf,


    Das mit Loge hat mich etwas irritiert. Aber jetzt zu Deinen beitrag.
    Was meinst Du damit genau - nachvollziehbar??
    In der Hoffnung mich deutlicher auszudrücken, das ich beim Hören den ständig Eindruck habe, diese Musik ist für mich nicht stumm. Aber ich fürchte das sagt dir nichts. Also, dass ich beim Hören dann jede Sekunde den Eindruck habe , ja so ist es gesagt. Damit habe ich aber die Musik nicht noch „verstanden“. Darauf lege ich wert. Also ich bin beim dann Hören ständig , instinktiv am Ball. Vielleicht wird dir jetzt es etwas deutlicher ? Oder wieder nicht ? Bei schlechten Wiedergaben habe ich keinen Zugang zum Werk
    Du scheinst mir in Musik hauptsächlich die intelektuelle Herausforderung zu suchen , so lese ich zumindest Deine Beiträge.
    Erst einmal eine emotionale Herausforderung (auch eine intellektuelle) Ich sehe zwischen Emotion + Intellekt keinen Gegensatz. Das Intellektuelle bereichert das Emotionale. Die Entdeckung der Werke vollzieht sich sicher in Schichten eineseits , aber es gibt auch diese Überraschungsmomente, wo einen was plötzlich aufgeht. So eben richtig fetzt.
    Musik, die zunächst einfach eingängig ist und auf "semantischer" Ebene vielleicht nicht allzuviele Rätsel parat hält, interessiert Dich zunächst weniger - nehmen wir mal etwas wie das "Espana" von Chabrier. Ist eben ein fröhliches Kabinettstück, man könnt meinen, viel ist aber nicht hinter. Es unterhält. Aber wie!! Und wie kongenial orchestriert. Derart gut, daß Mahler mal sagte, so stelle er sich künftige Orchestermusik vor Hatte auch einmal eine Phase, in der Musik, die mich auf dialetkische, tiefenschürfende Ebene nur wenig ansprach, die ich mir nicht erst erkämpfen musste, eher ablehnte. Will Dich gar nicht davon abnbringen, aber ich kann sagen, es entgeht einem etwas.
    Möglicherweise liegst Du in diesem Punkt nicht falsch. Aber mir liegt emotional mehr das, was du als tiefschürfend bezeichnest.
    Was Du aber nicht machen solltest - vielleicht verstehe ich Dich auch falsch - dieses Kriterium des "Erobernwollens" als obere Maxime zu objektivieren una andere Werke und auch die Hörer daran zu messen.

    Na ja das was – du als tiefschürfend bezeichnest – bildet doch letzlich die basis der Avantgarde. Klingt jetzt etwas banal, zugegeben, kann das auf die schnelle aber nicht besser als so „quasi-objektiv“ sagen. Mit dem wörtchen „quasi-objektiv“ ist mir ein Ohrwurm ins hirn gelegt worden
    John Adams, von Schönberg gefördert! - schrieb nach dem 2. Weltkrieg, in dem die Frage aufschwelte, wie Musik überhaupt nach so einem Grauen auszusehen habe,
    das bringt mich jetzt auf den gedanken, dass insgesamt die Musik gegenüber der Realität sehr harmlos ist. Vielleicht wäre leichte unverbindliche musik , die ihre harmloskeit einbekennnt auch eine angemessene Reaktionsform auf Realität. Aber da sehe ich immer die gefahr dass solche Werke zum Komplizen der welt, selbst zur Ideologie werden kann. Ich weiß es aber auch nicht besser, wie aus diesem Dilemma rauszukommen ist.
    Außerdem bitte ich Dich zu überdenken - zumal Du zugegeben hast, nicht über die analytischen Fähigkeiten zu besitzen - ob flaxe Formulierungen wie "ist daran gescheitert", "himmelweite Unterschiede" , "blieb hinter seinen Mögichkeiten zurück" so gewinnbringend sind. Dies klingt manchmal schon ein wenig lektürebasiert
    Das sind sicherlich mal so ein paar misglückte leseblüten aus programmheftchen. Ich will versuchen mich zu bessern. Bin alles andere als perfekt meine „objektiv vermittelten (darauf bestehe ich !!!!) gleichzeitig subjektiven“ Höreindrücke „quasi-zu-objektivieren“ (ich meine natürlich ohne quasi !) Dann: Musik hat keine Verbal-Sprache und damit auch keine „quasi-objektivierbaren" Begriffe. Das macht es auch nicht leichter.
    denn manches lässt sich durch Hören nur schwer entdecken.
    Ich habe sowieso immer den Eindruck beim Hören (egal ob „traditionell“ oder „modern“), dass ich nur die Spitze des Eisberges ankratze. Selbst wenn ich Sonatenhauptsatzform (z.B. bei Schönberg SQ4 erster Satz) und instinktiv nachvollziehe, bin ich dadurch nur ein Mini-Stück-Weg näher gekommen. Mir scheint auch so was wie Sonate nicht das Wesentliche zu sein. Auch die Etiketierungen wie klassisch, serielle führen nach meiner Erfahrung nur sehr bedingt ins Werk hinein. Sind vielleicht Hilfsmittel, die aber dann abgelegt werden....
    also üfter mal den alten Lästerer von der Weid
    Was ist denn das ?
    oder die anderen Avantgarde-Kampfpamphlete zur Seite legen und einfach neugierig bleiben
    Was für Kampfpampflete ? Neugierig will ich bleiben. Ich werde mir demnächst – angeregt durch edwin – die Antigone reinziehen, wie gesagt ohne Vorbehalte.
    Du sprachst noch von Erobern wollen.
    Das Wort passt gut nach meiner Erfahrung für „Neues zu entdecken“, seis z.B. durch Hören, Lesen etc das sind alles – wie auch Lernen - aggressive Momente.
    So jetzt muss ich erst mal – für heute jedenfalls - Schluss machen. Werde aber am ball bleiben Ich finde diese Diskussion sehr anregend (jedenfalls für mich ), mir wird vieles klar. bin aber jetzt etwas angestrengt davon Ich habe jetzt noch anderes zu tun... Montag geht die Woche wieder los, ob wirs wollen oder nicht.


    :hello:

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    nein diese Momente (ok ich bin jetzt subjeltiv und nicht mal "quasi-objektiv") sind mir nicht so gut Instrumentiert bzw. komponiert , wie die anderen Teile des 2. satzes.


    Veralbern kann ick mir selba. :D
    Und damit mein Vokabular nicht den Bereich des Dezenten verlässt, sollte Beethovens mangelhaftes Komponiervermögen besser nicht länger Gegenstand der Debatte sein.

  • Hallo Amfortas,
    kannst Du mir bitte das Wort "fetzig" unter dem Aspekt der objektiven Qualitätsfeststellung erklären? Ich steige bei Deiner Argumentation, lege ich ihr Deine Prämissen zugrunde, nämlich völlig aus.
    :hello:

    ...

  • Ui, die Diskussion ist ja ganz schön weit fortgeschritten, seitdem ich das letzte Mal reingeschaut habe.


    Hierzu möchte ich noch kurz etwas sagen:


    Zitat

    Original von Amfortas08
    Dass wir beide bei Tschaikowski die N. 5 nicht gewählt haben, liegt möglicherweise an den 4. Satz, der mir nicht ganz gelungen ist. Zur Sinfonie Nr. 4 habe ich erst spät einen Zugang gefunden, weil die meisten Wiefdergaben davon nicht so dolle sind. Die meisten versauen mir den 1. Satz.


    Da käme wieder Edwins persönlicher Maßstab ins Spiel.
    Was ist, wenn ich Tschaikowskys Werke nicht nach der Erfüllung formaler Regeln, Konzentration musikalischer Ideen etc. bewerte, sondern nach ganz anderen ästhetischen Kriterien?
    Ich könnte z. B. behaupten, dass (zunächst einmal) mir die 5. sehr nahe geht, näher als die 4. und vielleicht sogar die 6. (von der Durchführung des 1. Satzes mal abgesehen). Dass das Hornsolo im 2. Satz Tschaikowskys insgesamt grandiosester Einfall ist. Gerade im Finalsatz bin ich schon mehrmals in Tränen ausgebrochen. Ich denke, das war Tschaiwkosky viel wichtiger als die Erfüllung irgendwelcher "musiktheoretischer" Kriterien. Insofern werde ich dem Komponisten mit meinem Maßstab gerechter.
    Nun klingt das alles ausgesprochen subjektiv. Doch ich behaupte: er ist nicht weniger objektiv als alle deine Maßstäbe. Ich habe meine Urteile nur nicht hinreichend belegt, denn das ist nicht möglich. Bei der Bewertung der Intensität von melodischen Einfällen haben wir keine Muster wie in der Form, auf die wir zurückgreifen können um zu vergleichen, zu bewerten, zu "quasi-objektivieren".
    Dennoch, wenn es sich herausstellt, dass meine Urteile von vielen (ganz zufällig?) geteilt werden, könnte ich sagen, sie haben einen objektiven Kern, den wir nur mit unseren sprachlichen und musiktheoretischen Mitteln nicht weiter erläutern können.
    Es gibt ja im Grunde keine Objektivität in der Musik, Musik kommuniziert immer mit dem Menschen. Man kann etwas als objektiv bezeichnen, wenn die subjektiven Urteile verschiedener Personen auf bemerkenswerte Weise übereinstimmen.
    Wenn man "objektiv" feststellen will, dass etwas schlecht instrumentiert ist, stützen wir uns ja auch auf subjektive Werteskalen. Nur scheinen sich da die meisten Menschen so einig zu sein in ihrem subjektiven Urteil, dass man es als "objektive Norm" aufstellt.
    Dasselbe gilt für Satzregeln etc.


    Ohje, ich glaube ich habe zu viel geschwafelt...

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Lieber edwin,
    ich muss jetzt gerade viel tun. ok. fetzig ist etwas sehr lax gesagt.
    und ich verstehe, dass es unmöglich ist, dieses wort mit Qualitätsanforderungen (gibt es da nicht eine bessere bezeichnung, als qualität ? mir fällt allerdings momentan nichts besseres ein) in Bezieheung zu setzten. also ganz schnell noch fetzig ist für mich, wenn mich ein Werk, eine Wendung eines Werkes plötzlich anspricht. Das ist subjektive Reaktiomsform. da hast du recht, aber (da bist du sicherlich anderer Ansicht) objektiv vermittelt, nämlich durch das Werk und in meinen Subjekt, dass ja auch durchs Objekt gepägt + Teil des Objekts ist.
    Zugegeben ich habe öfters Schwierigkeiten meine subjektiven (aber objektiv geprägten) Höreindrücke "quasi-objektiv " zu verbalisieren. siehe auch letzte replik an Wulf. Ich werde versuchen "fetzig" zu vermeiden, auch wenn es mir sehr schwer fällt.
    Nebenbei: vielen Deiner verbalen Quasi-Objektivierungen kann ich gut nachvollziehen und haben- auch wenn Du das selbst nicht wahrhaben willst - - sicherlich zwar von Deinem Subjektiven vermittelt - objektive Geltung: z.B. was du über Nono und Schönberg (auch wenn ich das z.B. das Streichtrio, Violinkonzert, SQ 3 + 4 , Fantasie für Geige + Kl., Klavierkonzert mehr mag als Erwartung , Poirret + Gl Hand, die ich aber auch mag, oh wieder bin ich subjektiv !!! ) gesagt hast.


    So jetzt muss ich aber schluss machen. heute abend vielleicht wieder..



    :hello:

  • Wenn ich ein Haus ansehe, und sage das gefällt mir, dann ist das rein subektiv, auch wenn diese Schönheit von einem Objekt vermittelt wird.

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    Zugegeben ich habe öfters Schwierigkeiten meine subjektiven (aber objektiv geprägten) Höreindrücke "quasi-objektiv " zu verbalisieren. siehe auch letzte replik an Wulf. Ich werde versuchen "fetzig" zu vermeiden, auch wenn es mir sehr schwer fällt.


    Lieber Amfortas08,


    bevor es hier mit dem Objektiven und dem Subjektiven ganz durcheinander geht: Ich fände es schade, wenn die komplexe Subjekt-Objekt-Beziehung beim ästhetischen Erlebnis nach der einen oder nach der anderen Seite eingeebnet würde.


    Wenn wir uns das Verhältnis einmal von der Seite des Subjekts ansehen, so gilt für jede Empfindung, dass sie subjektiv empfunden wird, jedes Erlebnis ist subjektiv. Aber schon da wirkt die gesellschaftlich-geschichtliche Formation in das Erlebnis ein. Die sinnlichen Erfahrungen zu deuten, lernt man in der jeweiligen gesellschaftlichen Umgebung. Auch wenn die sinnlichen Erfahrungen anthropologische Konstanten zu sein scheinen, so werden sie doch über das Ensemble der gesellschaftlichen Beziehungen eingeordnet und gedeutet. Das heißt unserer subjektiven Wertung liegt ein gesellschaftlich bestimmtes Urteil zugrunde. Wie weit nun unsere subjektive Wertung akzeptiert wird (und von wem), hängt davon ab, wieweit wir unsere Wertung in dem jeweils geltenden (Sub-)System gesellschaftlicher Wertung verorten können, bzw. wie weit unsere Wertung in diesem System verortet werden kann.


    In Zeiten eines allgemeinen Konsens in Kunstfragen, konnte man sich über die Geschmacksbildung (die ja eindeutig gesellschaftlichen Charakter hat) zu einem sicheren und akzeptablen Urteil entwickeln. Dabei konnte es sein, dass Subsysteme der Gesellschaft unterschiedliche Wertungssysteme hatten, so dass man dann über die Wertung auch zu der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppe zugerechnet werden konnte (etwa Traditionalist oder Avantgardist).


    Ein letzter umfassender umfassender Versuch hat auf der Grundlage der Ideologien des 20. Jahrhunderts stattgefunden, etwa mit dem Konzept des "Sozialistischen Realismus". Auch das hier referierte System des Messens an der "Fortschrittlichkeit des Materials und seiner Verarbeitung" ist noch einer klar umgrenzten Gruppe ästhetisch-gesellschaftlichen Denkens zuzuordnen. In beiden Fällen hat aber zunehmend die Komplexität gesellschaftlicher Erfahrung den starren Systemen widersprochen.


    Es gibt also durchaus die objektive Ebene der Wertung, wie Du sie ansprichst - allerdings gibt es in der Gegenwart nicht eine, sondern eine Vielzahl von konkurrierenden und sich überlappenden Wertungssystemen. Insofern kann man sich trotz des Bezugs auf eine Objektivierung immer nur auf eine begrenzte Anerkennung durch eine begrenzte Gruppe gewiss sein. Man kann mit einem Wertungssystem wie dem Deinen sich in der musikalischen Wirklichkeit orientieren, wird sich aber selbst darin - wenn man nicht gehörige Scheuklappen hat - oft genug selbst widersprechen müssen.


    Da es keine allgemein geltende Wertung von Musik gibt, die Nono 10 von 10 und Hindemith nur 5 von 10 gibt, wird man in jedem einzelnen Fall - will man sich über ein ästhetisches Erlebnis mitteilen - eine eigene Begründung seines Gefallens bzw. Missfallens geben müssen, die am Ende - wie bei jeder ästhetischen Kommunikation - ebensoviel über einen selbst wie über das beurteilte Werk aussagt. Je präziser dies einem gelingt, umso größer wird die Akzeptanz - oder auch Toleranz - eines Urteils sein.


    Edwin hat zu Recht darauf hingewiesen, dass Analyse und Interpretation nur methodisch zu trennen sind. Jeder Analyse geht eine Interpretation voraus, die durch die Analyse begründet wird und über die Analyse nun zu einer vertieften Interpretation führt - die Analyse objektiviert das Urteil, sie macht es aber nicht in dem Sinne objektiv, dass es allgemeingültig wäre.


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Wulf,
    Wenn ich ein Haus ansehe, und sage das gefällt mir, dann ist das rein subektiv, auch wenn diese Schönheit von einem Objekt vermittelt wird.
    Ja klaro, subjektiv aber eben nicht rein subjektiv, zwar durch Dich als Subjekt vermittelt, aber Du (als Physis und auch als Intellekt) bist auch Bestandteil des Objekt, des Allgemeinen. In unserem Denken, Fühlen sind vom Allgemeinen geprägt. Mehr als uns eigentlich klar – oder sogar auch lieb- ist Aber schon da wirkt die gesellschaftlich-geschichtliche Formation in das Erlebnis ein schrieb Peter sehr triftig.


    Lieber Peter,
    Die Debatte ist für mich – hoffentlich für die anderen auch – sehr spannend + um es salopp zu sagen gut für die Hirndurchblutung. Und ich hoffe sie nervt nicht zu sehr und wir kommen nicht zu sehr vom Thread „Moderne“ ab. Ich kann aus Zeitgründen erst mal auf einen Teil deines Beitrages versuchen einzugehen.
    Es gibt also durchaus die objektive Ebene der Wertung, wie Du sie ansprichst - allerdings gibt es in der Gegenwart nicht eine, sondern eine Vielzahl von konkurrierenden und sich überlappenden Wertungssystemen.
    Ob es wirklich eine Vielzahl ist, wäre zu überprüfen, wenn man sich die Mühe macht die gedanklichen Konsequenzen aus diesen Wertungssystemen zu ziehen + sie zu vergleichen . Ich sag mal ganz ganz ganz ganz ganz vorsichtig: Mein Verdacht ist eher, dass dann aus dieser Vielfalt eher Weniges wird + diese Vielfalt dann Schein wäre.. Aber wie gesagt erst mal bloß ein Verdacht. Wäre einer eingehenden Analyse/Interpretation durchaus wert.
    Ja und wenn sie konkurrieren + überlappen, dann haben sie doch zwangsläufig die Tendenz sich auszuschließen. Diese Tatsache kann nicht ignoriert werden. Oder aber ich beanspruche keine Objektivität/Gültigkeit der Aussage/Analyse/Interpretation und ziehe mich auf subjektiven Geschmack zurück bzw. auf den Geschmack einer kleinen Gruppe, was keinen Unterschied macht.
    die Analyse objektiviert das Urteil, sie macht es aber nicht in dem Sinne objektiv, dass es allgemeingültig wäre.
    Wenn es nicht Allgemeingültigjkeit beansprucht, ist es nicht objektiviert bzw. wäre es kein Urteil. Aber wenn es ein Urteil ist dann beansprucht es beansprucht zwangläufig Allgemeingültigkeit. Die Bezeichnung Quasi-objektiviert verdeckt nicht die – sagen wir mal - die Brüchigkeit dieser Aussage. Ich denke, die Wahrheit in dieser Aussage findet sich eben dieser Brüchigkeit.
    Insofern kann man sich trotz des Bezugs auf eine Objektivierung immer nur auf eine begrenzte Anerkennung durch eine begrenzte Gruppe gewiss sein.
    Hier müsste der begriff Gruppe genauer ausgeführt werden damit ich an diesen Gedanken anknüpfen kann.
    in dem jeweils geltenden (Sub-)System gesellschaftlicher Wertung verorten können
    Was meinst Du mit Subsystem ? Auch hier bräuchte ich etwas genaueres.
    Wie weit nun unsere subjektive Wertung akzeptiert wird (und von wem), hängt davon ab, wieweit wir unsere Wertung in dem jeweils geltenden (Sub-)System gesellschaftlicher Wertung verorten können, bzw. wie weit unsere Wertung in diesem System verortet werden kann
    Wenn Du von sozialen Subsystemen spricht (ich hoffe ich checke das rjetzt ichtig ), dann könnte man sagen, die Bildung/Entstehung dieser Subsysteme ist gesellschaftlich, also durch den gesellschaftlich-ökonomischen Prozess geprägt. Und die Art + Weise der Wertungen aus diesen Subsystemen/Segmenten sagt dann gleichzeitig etwas aus über die Art der gesellschaftlichen Prägung und damit über das Allgemeine, übers Objekt aus. Aber ich vermute ich habe dich jetzt doch missverstanden ?
    Noch was: Edwins (sicher durch sein Subjekt geprägte) Äußerungen über den Lunaire sind triftig und beanspruchen zurecht objektive Geltung, weil sie einen Teil des Objekts, nämlich eine Teil des Lunaires treffen und können nicht gleichzeitig keine objektive Geltung haben.


    Nach was zu Hildebrandt: Kompositionen sind keine heiligen Texte. Sowas gibt’s doch sowieso nicht. Und wenn ich es wage (halten zu Gnaden !) mal eine Passage bei Beethoven zu kritisieren (oh weia wie habe ich eben gefrevelt: ein verbrechen ! haltet den dieb ! den ketzer!!, den ungläubigen !!! verbrennt ihn !!!), dann heißt das noch lange nicht, dass ich Beethoven mangelndes Komponiervermögen vorwerfe. Beethoven gehört wie Mahler auch zu meinen Lieblingskomponisten (wie auch Bach, Schönberg und Nono). Und auch bei z.B. bei Bach , Mahler, Schönberg + Nono gibt es mal Momente die weniger geglückt/gelungen sind als der andere. Und trotzdem gehören deren Werke wie die von Beethoven zu den ganz Großen..


    :hello:

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    Und wenn ich es wage (halten zu Gnaden !) mal eine Passage bei Beethoven zu kritisieren (oh weia wie habe ich eben gefrevelt: ein verbrechen ! haltet den dieb ! den ketzer!!, den ungläubigen !!! verbrennt ihn !!!),


    Krieg Dich wieder ein. :D


    Zitat

    dann heißt das noch lange nicht, dass ich Beethoven mangelndes Komponiervermögen vorwerfe.


    Haarspalterei, ob nun "nicht ganz geglückt" oder nur so ähnlich.


    Zitat

    Beethoven gehört wie Mahler auch zu meinen Lieblingskomponisten (wie auch Bach, Schönberg und Nono). Und auch bei z.B. bei Bach , Mahler, Schönberg + Nono gibt es mal Momente die weniger geglückt/gelungen sind als der andere.


    Allerdings: Wer mit solchen Urteilen wie eingangs bei Hindemith um sich wirft, muss damit rechnen, dass man nachfragt. Und wenn auf die konkreten Nachfragen immer noch nichts Substanzielles kommt, stellt sich schon die Frage nach dem Wert solcher Urteile.

  • Zitat

    mal eine Passage bei Beethoven zu kritisieren


    Dann mach's bitte auch so fundiert und ausladend wie bei Deinen anderen Postings und mit allen Werkanalytischen Erkenntnissen, welche Du hoffentlich hast.


    Ein bloßes "das ist nicht fetzig genug" finde ich beschämend, wenn ich das vergleiche mit allem anderen, was Du -durchaus interessant, aber mir zu verbohrt, um mich wirklich damit zu beschäftigen- ellenlang "hochintellektuell" hier zur Diskussion stellst.


    Nur mehr oder weniger ein Werk von Bartok flüchtig kennen, aber über die Musik des 20.Jhdts in Stein gehauene Statements abliefern?


    Für mich wedelt hier der Schwanz mit dem Hund.


    :hello:

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  • Hallo Amfortas,
    alles, was Du in den letzten Postings von Dir gegeben hast (speziell ad Beethoven), ist von einer dermaßen überbordenden Subjektivität, daß es gut wäre, zumindest ansatzweise zu begründen, um nicht in Verdacht zu kommen, vorschnelle Urteile auf rein emotionaler Basis zu fällen, wofür auch die Zeile

    Zitat

    Und wenn ich es wage (halten zu Gnaden !) mal eine Passage bei Beethoven zu kritisieren (oh weia wie habe ich eben gefrevelt: ein verbrechen ! haltet den dieb ! den ketzer!!, den ungläubigen !!! verbrennt ihn !!!),


    spricht.
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Wulf
    Jetzt hör aber auf mit dem Unsinn, Loge. Du hast Dich endgültig verraten. Hatte schon lange mit dem Gedanken gespielt, Du trätest hier wieder mit ganz neuem Kostüm auf. Eine Zeit lang gings gut, jetzt hat der Schabernack ein Ende. Enttarne Dich!!!


    :D
    Wulf


    Lieber Wulf


    Du bereitest mir Sorge. ?( Kann es sein, dass Du in letzter Zeit vielleicht ein wenig zu viel dieser überdimensionierten, von einer übergreifenden Dramaturgie und psychologischen Tiefe weitgehend unbelasteten und minderwertige Libretti vertonenden Ballett- bzw. deklamatorischen Sprechgesangs-Sinfonien eines durchaus fähigen und anfänglich in harmonisch und rhythmischer Hinsicht auch originellen, wenn auch zunehmend uninspirierten französischen Sonnenhof-Compositeurs zu Dir genommen hast, dessen Werke - genauer eine Handvoll aus seinen 6 guten Jahren aus über 80 -, die nun schon in der 3. Dekade in den Kulturzentren Europas auf der schon wieder brechenden Welle der historisch informiertesten aller denkbar historisch-informierten Aufführungspraxen rauf und runter zelebriert und - wie im Endstadium einer jeden Mode üblich - hochpreisig gehyped und ansprechend verpackt zwischenzeitlich sogar in breiteren Schichten von unerwarteten Klängen enthusiasmiert konsumiert werden, um am Ende – nach baldiger Ernüchterung ob der am Ende doch hohlen Kunstfertigkeit - wieder in der angestammten 2. Reihe des zeitlich Überlebten zu verstauben?


    Wie auch immer, wenn Du mich suchst oder gar brauchst, ich bin im Thread zur 5. Sinfonie Beethovens und wische dort auf, was Amfortas08 hier in einer dunklen Sackgasse des Diskurses - nicht der Moderne - über dem 2. Satz der heiligen 5. Sinfonie Beethovens versehentlich fallen ließ.


    Loge

  • Lieber Wulf,
    jetzt schau' mal, was Du angerichtet hast...
    Du kennst doch das Sprichwort: "Wie man den Teufel nennt..."
    Ergebnis: Jemand, der offenbar noch nie eine Note von Rameau gehört hat und nur zusammengelesenes Wissen wiedergibt (ich nehme an, die Quellen werden nachgenannt - wie schon einmal) poltert los. Man weiß ja, daß die Franzosen prinzipiell nichts konnten, ob das nun der Dufay war, der Rameau oder der Debussy oder gar der Messiaen. Was zählt, ist deutsche Bedeutungsschwangerschaft im 13. Monat. Also sozusagen eine Spät-Kopfgeburt.
    Das haben wir nun davon....
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Loge


    Kann es sein, dass Du in letzter Zeit vielleicht ein wenig zu viel dieser überdimensionierten, von einer übergreifenden Dramaturgie und psychologischen Tiefe weitgehend unbelasteten und minderwertige Libretti vertonenden Ballett- bzw. deklamatorischen Sprechgesangs-Sinfonien eines durchaus fähigen und anfänglich in harmonisch und rhythmischer Hinsicht auch originellen, wenn auch zunehmend uninspirierten französischen Sonnenhof-Compositeurs, dessen Werke - genauer eine Handvoll aus seinen 6 guten Jahren aus über 80 -, die nun schon in der 3. Dekade in den Kulturzentren Europas auf der schon wieder brechenden Welle der historisch informiertesten aller denkbar historisch-informierten Aufführungspraxen rauf und runter zelebriert und - wie im Endstadium einer jeden Mode üblich - hochpreisig gehyped und ansprechend verpackt zwischenzeitlich sogar in breiteren Schichten von unerwarteten Klängen enthusiasmiert konsumiert werden, um am Ende – nach baldiger Ernüchterung ob der am Ende doch hohlen Kunstfertigkeit - wieder in der angestammten 2. Reihe des zeitlich Überlebten zu verstauben?



    Bitte Schachtelsätze zuendebauen und/oder Thomas Mann lesen.

  • Ich habe die Reaktionen auf Loges Beiträge in den Moderatorenbereich verschoben, die sich auf eine alte Diskussion beziehen. Ich begrüße es, dass Loge hier wieder schreibt. Die Moderation legt großen Wert darauf, dass hier nicht wieder alte Grabenkämpfe ausgetragen werden - geistige Auseinandersetzungen mit dem gehörigen Pfeffer sind erwünscht, aber persönliches Nachkarten bitten wir zu vermeiden.


    Liebe Grüße Peter

  • Lieber Peter,

    Zitat

    begrüße es, dass Loge hier wieder schreibt.


    Wir werden sehen, wie lange es begrüßenswert ist. Sein Beitrag zu Wulf ist jedenfalls wieder ein rein persönlicher Angriff. Natürlich ein "auszuhaltender". Aber es geht so weiter, wie es geendet hat, als ob keine Lehre gezogen worden wäre. Isoferne...
    Womit ich dieses Thema jetzt für mich abschließe, da mich die von Amfortas begonnene Diskussion im Zusammenhang mit diesem Thread ohnedies mehr interessiert als persönliche Aversionen gegen Rameau, der zwar, speziell im Spätwerk, ein ziemlich kühner Komponist war, allerdings kaum als "Musik der Moderne" gelten dürfte...
    :hello:

    ...

  • Zitat

    Original von Edwin Baumgartner
    Lieber Peter,


    Wir werden sehen, wie lange es begrüßenswert ist. Sein Beitrag zu Wulf ist jedenfalls wieder ein rein persönlicher Angriff. Natürlich ein "auszuhaltender". Aber es geht so weiter, wie es geendet hat, als ob keine Lehre gezogen worden wäre. Isoferne...
    Womit ich dieses Thema jetzt für mich abschließe, da mich die von Amfortas begonnene Diskussion im Zusammenhang mit diesem Thread ohnedies mehr interessiert als persönliche Aversionen gegen Rameau, der zwar, speziell im Spätwerk, ein ziemlich kühner Komponist war, allerdings kaum als "Musik der Moderne" gelten dürfte...
    :hello:


    Wir werden sehen, wie er sich verhält. Ich hoffe auf inhaltsreiche Beiträge. Sollten Quellen benutzt werden - was ja nicht verächtlich ist - finde ich es von allen Forumsmitgliedern gut, wenn sie genannt werden.


    Liebe Grüße Peter

  • Zitat

    Original von audiamus
    Bitte Schachtelsätze zuendebauen und/oder Thomas Mann lesen.


    Danke. Hast recht. Habe noch ein Prädikat eingefügt.


    Loge

  • Banner Strizzi

  • Lieber Loge,
    kann es sein, dass der überschätzte Rameau nicht nur unfähig ist (Ein Hinweis, für den ich dir unendlich dankbar bin, sonst hätte ich womöglich noch mehr Geld völlig unsinnig verschwendet 8o ), sondern neuerdings auch Prädikate verschluckt?? Wer mit aufgeblähten Stilungeheuern beeindrucken will, sollte zuerst die einfachsten Grammatikregeln beherrschen, denen zu Folge ein Satz aus Subjekt und vollständigem Prädikat besteht - sofern man Wert darauf legt, verstanden zu werden und nicht nur mit pseudointellektuellem Gespreize blenden will...
    lg Severina :hello:


  • Bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage :untertauch:
    Habe eben - so hoffe ich doch dem Frieden förderlich - Abbitte geleistet und mir meine vernebelten Hirnwindungen mit einem ordentlichen Beethoven freigespült.
    "Seine einzigartigen Overturen bringen meine Säfte einfach zum Kochen - so voller Power"
    Warum sagt einem das aber auch keiner? Da hört man die ganze Zeit Musik, in dem Glauben, ihr Schöpfer gehöre zu den Großen, man fühlt sich durch einige Quellen bestätigt, ja selbst Du Edwin bist voll des Lobes und doch muß erst ein zweiter Einstein kommen, um kurz (na ja...), fundiert und präzise darzulegen, man höre recht oberflächliche Musik, die gehyped würde und bald wieder dem Meer des Vergessens anheim fallen werde.
    Da frage ich mich schon, warum ist UNS das nicht aufgefallen?
    Und warum werde ich das Gefühl nicht los, daß jede Note Rameaus millionenmal schwerer wiegt als so mancher unfundierter Einwand?
    Vielleicht wird ja deswegen Rameaus Musik "gehyped". Ich kann nur sagen: zum Glück nicht andersherum.


    Ein sich über sich selbst wundernder, da anscheinend nur Modemusik hörender
    Wulf


    Wulf

  • Ohne Brille auf der Nase las ich doch wahrhaftig dieses hier:


    Zitat

    ja selbst Du Edwin bist voll des LOGES und doch muß erst ein zweiter Einstein kommen


    Ich schwöre, meine augengkläser ab jetzt selbst im Bett anzubehalten !


    Grüsse von einem schweissgebadeten BBB

    Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

  • Also diese Debatten um Rameau kann ich jetzt nicht mehr folgen. Vielleicht können wir uns doch uns stärker aufs Thema Moderne mit oder ohne Subjektivität Objektivität wieder einbringen. Und wenn Edwin sagt, einige Äußerungen von mir seien zu subjektiv + vorschnell, dann will ich ihm gerne beipflichten. Doch es gilt gleichzeitig (das glaube ich zum Schluss triftig nachgewiesen zu haben) , dass Analysen/Interpretationen/Urteile Edwins Anspruch auf Objektivität haben, auch wenn er’s nicht wahrhaben will. Es wäre schön, dass der Thread „Moderne“ nicht jetzt plötzlich erlahmt/stockt, dazu ist Avantgarde viel zu interessant.
    Damit der Thread nicht stockt, wollte ich noch 1 x einen vorherigen Beitrag von Ulli aufgreifen::
    Ich sehe mich derzeit eigentlich nicht dazu veranlasst, irgendetwas ertragen zu müssen: Also weder "Misstöne" [in Relation zu meiner Hörgewohnheit], .....
    Diese Anmerkung gefiel mir. Denn sie erinnerte mich an ein Event., Ich besuchte mal mit einem Freund ein Konzert. Es wurde zu Anfang Schönberg gespielt. Ob es die 5 O-Stücke oder die O-variationen waren, weiß ich nicht mehr. Zu lange her. Jedenfalls fühlte sich mein Freund durch diese Schönbergwiedergabe akustisch regelrecht vergewaltigt. Er ist bis heute kein Freund der Moderne geworden. Aber seine subjektive Reaktion (die nicht rein subjektiv ist, lieber Wulf !) finde ich heute im nachhinein sehr interessant. Ich vermute nämlich, dass er durchaus einen wichtigen Moment in dieser Musik (vielleicht sogar etwas Spezifisches der den/der Komposition(en) Schönbergs) erfasst/wahrgenommen/erfahren hat, der dem erfahrenen Hörer möglicherweise entgeht, dem Experten u.U. noch mehr. Vielleicht ist auch an hand dieses Beispiels Edwins Weigerung zu sehen, als Musikwissenschaftler Musik besser zu verstehen als der „übliche „ Hörer. (Ich will damit nicht das Loblied auf den sog. unvoreingenommenen naiven Hörer singen, den es in der völligen Unmittelbarkeit sowieso nicht gibt und nach meinen Eindruck auch nicht immer vom Banausischen zu unterscheiden wäre) Eine Frage die sich jetzt plötzlich mir aufdrängt: In wie weit vermag begriffliche Analyse/Interpretation die Komposition (also das Objekt) zu begreifen, zu erfassen ? Denn Musik ist ja eine non-verbale, nicht-begriffliche Sprache bzw. Message. Oder weicht das, das was die Komposition eigentlich ausmacht – ihr spezifischer Inhalt, vor solch einem Zugriff doch eher zurück. So kann man nämlich diese Aussage Edwins auch verstehen. Das wäre doch jetzt mal eine interessante Frage , über die es sich im Zusammenhang mit der Moderne zu debattieren lohnt ......


    :hello:

  • Hallo Amfortas,

    Zitat

    In wie weit vermag begriffliche Analyse/Interpretation die Komposition (also das Objekt) zu begreifen, zu erfassen ?


    Ich kann Dir nur subjektiv ( =) ) Auskunft geben: Mir hilft die Analyse dann, wenn mir ein Stück vom Hören her zu hoch ist.
    Durch die Analyse sind "verwirrend dissonante" Werke für mich zugänglich geworden, weil ich die Zusammenhänge begriffen habe - und es sind Werke, die mir langweilig erschienen durch die Analyse spannend geworden (das bezieht sich eher auf ältere Musik).


    Weshalb ich das "Normalpublikum" nicht abwerte, ist ganz einfach: Ich zähle mich selbst dazu. Meiner Meinung nach setzt jeder Hörer bei Gefallen/Nicht-Gefallen an. Das wissenschaftliche Instrumentarium ist lediglich eine Möglichkeit, nach Begründungen für das Gefallen/Nicht-Gefallen zu fahnden.


    :hello:

    ...

  • in so weit (Gefallen/Nichtgefallen) würde ich mich auch zum "Normalpublikum" zurechnen, wenn es z.B. die Moderne betrifft.
    Wobei gefallen/Nichtgefallen auch was mit der Wiedergabe eines Werkes zu tun hat: Also z.B. das Bergsche Kammerkonzert fand ich jahrelang nicht so dolle. Habe mich auch imit den formalen Zusammenhängen (z.B. Variationen in 1. Teil usw.) beschäftigt. Es half nicht. Mir schiens richtig schwach + blutleer :no:. Bis ich vor ca. 3/4 Jahr eine Aufführung unter W-Möst mit den Clevelands mir reingezogen hatte und da sprang plötzlich der Funke rüber. Es fetzte (ooouuui klingt das jetzt subjektiv!!! :D) + dann als nächste Levine mit den Bostonboys,.
    In diesem Fällenl war es wohl die Qualität :jubel: :jubel: der beiden Wiedergaben....


    :hello:

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    dazu ist Avantgarde viel zu interessant.
    ...
    :hello:


    wobei die heutige Avantgarde (ganz und gar objektiv ;) ) weder Schönberg (Schnee von gestern) noch Zimmermann oder Nono (auch nicht mehr ganz aktuell) beinhaltet. Auch mitten im 20. Jhd. gab es nicht die eine Avantgarde, sondern mehrere Avantgardes, auch wenn es Dir nicht gefallen wird. Zur Avantgarde nur die Strömung zu zählen, die wie Nono politisch motiviert Neuland betrat, läuft am Begriff vorbei.


    :hello:
    Wulf

  • ich meinte eher, dass was Matthias als Avantgarde bezeichnete. Damit meine ich nicht, was Nono politisch intendierte. Will sagen Nonos politsiche Ambitionen müssen - obwohl es bei seiner Wahl bestimmter Texte + mancher seiner Statements den Anschein hat - nicht mit seiner Musik bzw. dem Gehalt seiner Werke zusammenfallen.


    "auch wenn es dir nicht gefallen mag " ja, gebe ich freimütig zu


    Vielleicht grenzen wir Avantgarde von Moderne ab. Allerdings ist die Begriffbildung schwierig.


    :hello:

  • vielleicht wäre eine Art Aufzählung interessant, welche Werke zur Avantgarde zählen. Wäre zwangsläufig unvollständig, da du sagst, dass du mit Schönberg nicht so vertraut bist,und ich z.B. nicht mit Cage. messiean nur z.Tl. weil ich da die kommunikation aus einem subjektiven Affekt (der sicherlich durch Objekt geprägt wurde :D) abgbrochen hatte


    :hello:

  • ach ja noch was. Avandgarde würde ich lieber nicht mit Aktualität zusammenbringen. So jetzt muss ich erstmal Pause machen...


    P.S.
    .. Schönberg ist nicht schnee von gestern :no: :no: :no: :no: :no:


    :hello:

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