Kurt Weill - Konzert für Violine und Blasorchester op. 12

  • Kurt Weill (1900 - 1950)


    Konzert für Violine und Blasorchester op. 12


    01. Andante con moto
    02. Notturno - Cadenza - Serenata
    03. Allegro molto un poco agitato



    Entstehung: 1924
    Uraufführung: 11.06.1925, Paris
    Dirigent: Walther Straram
    Solist: Marcel Darrieux
    Verlag: Universal Edition, Wien
    Dauer: ca. 30 Minuten



    Orchester:


    2 Flöten (auch Piccoloflöte), 1 Oboe, 2 Klarinette in B (auch Klarinette in A), 2 Fagotte


    2 Hörner, 1 Trompete


    Pauken, Schlagzeug: Xylophon, kleine Trommel


    2 Kontrabässe




    Kurt Weill



    Über das Werk:


    Dialog in Tönen


    Im März 1924 fuhr Kurt Weill für ein paar Tage nach Italien. Während dieser Reise hatte er den Violinvirtuosen Joseph Szigeti kennen gelernt und wollte etwas für ihn komponieren. Im April und Mai arbeitete er an einem Konzert für Violine und Blasorchester. Die originelle Gegenüberstellung von Solovioline und Blasorchester ähnelt der Konstellation im gleichzeitig entstandenen Klavierkonzert von Igor Strawinski. Das Werk ist zweifellos als Nachtstück angelegt, was sich in der serenadenartigen Instrumentierung und den Satzbezeichnungen "Notturno" und "Serenata" zeigt. Die Violinstimme bewegt sich wie ein "abenteuerlustiger Reisender" (Ronald Sanders) durch die verschiedensten Situationen, die von den begleitenden Bläsern immer wieder neu skizziert werden. Ein Musikkritiker hat das Werk einen "Dialog in Tönen" genannt, in dem das Soloinstrument die besten "Textzeilen" hat. Aber auch das Orchester hat ein paar gute "Textzeilen". So dominiert in einem Abschnitt des zweiten Satzes ein Xylophon, das mit der Sologeige einen launischen Dialog beginnt und zeitweise die Führung der Unterhaltung an sich reißt. Der Soziologe und Musiktheoretiker Theodor W. Adorno schrieb über das Werk: "Im Stück schneiden sich die Linien von Weills Entwicklung; Busonische Luzidität ist noch darin, die kompakte Polyphonie spielerisch meidet, freilich auch noch eine melodische Plastik sich versagt, die Weills später so schlagend ausformte; deutlicher als Strawinski mit der klassizistischen, übrigens sehr gemeisterten Klarheit des Klangs …" Was aber besonders auf Strawinski hindeutet, ist der schlichte Humor des Xylophons, der vorsichtig Jazzelemente anklingen lässt. Die Uraufführung fand am 11.06.1925 in Paris statt. Der für Joseph Szigeti vorgesehene Solopart wurde von Marcel Darrieux übernommen und Walther Straram dirigierte sein Orchestre de Concerts. Das Werk fand großen Anklang und wurde bald zu Weills meistgespieltem Konzertstück.


    Das Violinkonzert war auch ein Abschiedsgruß an Ferruccio Busoni, denn einen Monat nach der Vollendung dieses Werkes starb der große Lehrmeister.




    Empfohlene Einspielungen:


    Daniel Hope, Violine
    English Chamber Orchestra
    William Boughton


    Nimbus





    Cantal Juillet, Violine
    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    John Mauceri


    Decca




    Welche Erfahrung hat Ihr mit diesem Werk gemacht und welche Einspielung favorisiert Ihr?


    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Ich möchte diese Zusammenstellung empfehlen:



    Darin das von Davidoff sehr überzeugend vorgestellte Violinkonzert in folgender Aufnahme:


    Nona Liddell, Violine; The London Sinfonietta; David Atherton (DG, 1975/1976)


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Da das Orchester in diesem Konzert ziemlich ungewöhnlich besetzt ist, gibt es immer wieder mal Versuche mit der gleichen Instrumentierung zu arbeiten. In Österreich gab es mal einen ganzen Kompositionswettbewerb dazu. Gewohnen hat:


    Helmut Schmidinger (*1969): Violinkonzert Nr.1


    Vielleicht ganz interessant im Vergelich zu hören...

  • ich bin mit der herreweghe einspielung von 1992 wunschlos glücklich. eigentlich habe ich sie mir aber wegen des requiems gekauft: