Konzertbesuche und Bewertung

  • Das war ein schöner und berührender Abend gestern im Konzerthaus. Thomas Kakuska war Bratschist beim Alban Berg Quartett und starb im Sommer 2005. Nun ist vor wenigen Tagen völlig überraschend Heidi, die Witwe, gestorben.


    Die Lieder (Mahler und Schubert) mit Thomas Quasthoff waren mit Orchesterbegleitung, Dirigent: Claudio Abbado.


    Besonders beeindruckt haben mich Simon Rattle (Klavier) und Magdalena Konzena mit den Debussy-Liedern, Claudio Abbado, Elisabeth Leonskaja, und als Angelika Kirchschlager (Klavier: Helmut Deutsch) Brahms' "Gestillte Sehnsucht" sang, kamen mir die Tränen ...


    (Ich muss diese beiden Bilder hier anklicken und nochmal auf "+" klicken, um das Programm lesen zu können. Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht.)



    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Thomas Hengelbrock und sein "Balthasar-Neumann-Ensemble" gehört für mich immer wieder zu den spannensten Abenden, wenn es um sog. "Alte Musik" geht. Im letzten Jahr war er in Frankfurt mit "Messiah" zu Gast, in diesem Jahr mit der Kantate "Wer weiss, wie nahe mir mein Ende" (JSB) und Mozarts "Requiem". Ich mag diese sehr subjektive und dabei äussert präzise Art des Musizierens ausserordentlich gerne. Der Chor gehört als Kollektiv zu den besten, die man im Moment hören kann. Besonders herausheben möchte ich das "Dies irae" aus dem "Requiem": kurz, trocken, fast brutal die Figuren der Streicher, hoch emotional die Dynamik, direkt berührend die Klangmacht der Sänger, eine tolle Leistung. Dabei zieht Hengelbrock das Tempo insgesamt (wie gewohnt) stark an, mir gefällt das sehr. Dass er trotzdem seinen Sängern und Musikern Zeit lässt, Schlussnoten ruhig ausklingen zu lassen, dabei aber kein Instrumentalist und kein Sänger nachhängt, belegt seine Könnerschaft. Immer wieder gerne.

  • Moin,


    gestern in der Tonhalle:


    Tonhallen-Orchester, David Zinman:


    Benjamin Britten: Violinkonzert, Hilary Hahn


    Pause


    Gustav Holst: Die Planeten



    Hilary-Rezension findet ihr bei Hilary Hahn.


    Nach der Pause also Holst 101 Musiker + 30 Sängerinen Werk.


    Eine wunderbare Aufführung, deutlich besser als meine CD-Aufnahme mit Boston Symphony unter Steinberg. Ich muss aber zugeben, dass ich die Planeten vor über 20 Jahren das letzte Mal konzentriert gehört habe, heute höre ich einfach andere Musik.


    Deswegen kann ich eigentlich keine objektive Rezension abgeben. Was mir aber wieder sehr positiv aufgefallen ist: Wir haben in Zürich doch ein tolles Orchester mit dem Tonhallenorchester.

    Grüsse aus Rhosgobel


    Radagast

  • Freue mich auf morgen das erste Konzert dieser Saison mit
    Christian Thielemann
    Mozart Klavierkonzert C-Dur KV 503
    Brahms 3.Sinfonie F-Dur


    Solist Alfred Brendel.
    :hello:

    mucaxel

  • Hallo!


    Gestern habe ich in der Alten Oper Frankfurt ein Konzert des HR-Sinfonieorchesters gehört. Dirigent war der großartige Eliahu Inbal.


    Zuerst kam eine kurze, alberne Suite von Strawinsky, nicht der Rede wert.


    Dann habe ich zum ersten Mal Schostakowitschs Violinkonzert Nr. 1 a-moll gehört. Besonders der erste Satz hat mir sehr gut gefallen. Die Kadenz fand ich furchtbar übertrieben, da konnte der junge Geiger Sergej Khatchatriyan aber zeigen, was er drauf hat, und das ist viel. Er hat erst kürzlich zwei rennomierte Violin-Wettbewerbe gewonnen ("Sibelius" und "Elisabeth" [oder so ähnlich - in Brüssel jedenfalls]).
    Im Scherzo und im Finale gings auch ordentlich zur Sache.
    Khatchatriyan war brillant, gab aber leider keine Zugabe.


    Nach der Pause gabs ein Werk, das ich schon sehr lange kenne: Tschaikowskys vierte Symphonie f-moll. Live im Konzert ist sie natürlich besonders eindrucksvoll.


    Alles in allem war es ein sehr gelungener Konzertabend. Ein Orchestermitglied meinte nach dem Konzert zu mir: "Inbal holt 200% aus uns raus".
    Es gab zurecht viel und begeisterten Applaus.


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Hallo Peter,


    ich bin zwar nicht Pius und war auch nicht im Konzert, möchte Dir aber trotzdem antworten. Ich hoffe, das geht in Ordnung. :rolleyes:


    Es war die Suite Nr. 2 für Kammerorchester von 1921, die gespielt wurde und sie hat - ebenso wie die Suite Nr. 1 (1917-25) - nichts mit der 'Suite Italienne' zu tun.
    Die 'Suite Italienne' ist, wie Du sicher weißt, ein Arrangement für Cello / Violine und Klavier aus dem Ballett 'Pulcinella'; die Suite Nr. 2 hingegen eine Bearbeitung für Kammerorchester von acht leichten Stücken für Klavier zu 4 Händen (1914-17).


    LG
    Johannes

  • Zunächst im Schubertsaal ein Vortrag von Ulrich Krämer: "Idee - Kunst - Religion: Schönbergs 'Gurre-Lieder' als 'Weltanschauungsmusik'"


    Kostete 4 Euro extra. Ich finde, es hätte im Konzertkarten-Preis inbegriffen sein können. Noch dazu war's dann (wiewohl interessant) nur eine Vorlesung mit ein paar gebeamten Bildern und mp3 mit ein paar Takten an Hörbeispielen. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand, der sich mit Schönberg so gut auskennt wie Ulrich Krämer, uns etwas erzählt und nicht uns vorliest.


    Dann im Großen Saal das SWR Orchester, BR Chor und MDR Chor, mit Michael Gielen am Pult.


    Waldemar: Robert Dean Smith
    Tove: Melanie Diener
    Waldtaube: Yvonne Naef
    Bauer: Ralf Lukas
    Klaus Narr: Gerhard Siegel
    Sprecher: Andreas Schmidt


    Orchester und vor allem die Chöre waren gut einstudiert.
    Von Gielen bin ich enttäuscht. Ich hatte mehr erwartet. Schon die ersten Takte ließen Schlimmes ahnen. Gurrelieder, die mit forte (?) beginnen. Über weite Strecken gab es kaum dynamische Abstufungen, meist wenig Differenzierung beim Klang, von wenigen leisen Stellen mal abgesehen. Einzig die Einsätze waren einwandfrei. Oft gab es einen (zugegeben imposanten) gleichlauten Einheitsbrei, was für mich am frustrierendsten dann war, wenn man von Waldemar und Tove absolut nichts mehr hörte (jedenfalls nicht bis mitten ins Parkett), weil Gielen sie vom forcierenden Orchester ganz zudecken ließ. Es sah lächerlich aus, wenn die Sänger scheinbar nur noch Mundbewegungen machten. Viele (Spitzen-)Töne musste ich mir dann selber dazufantasieren, da ich sie nicht hören sondern nur die Anstrengung der Sänger sehen konnte. Schade! Robert Dean Smith und Melanie Diener erreichten an diesem Abend nicht ganz ihr sonstiges stimmliches Niveau. Vom Ausdruck her war es aber der beste Tove-Vortrag, den ich bisher gehört/gesehen habe. Ich finde außerdem, dass man für Gurrelieder größere Stimmen besetzen sollte. Ralf Lukas hatte mit dem Bauer dasselbe Problem. Sogar der Sprecher wurde zum Teil zugedröhnt, obwohl es sich um einen echten Sänger handelte (Andreas Schmidt) und nicht um einen Schauspieler. Nur Yvonne Naefs Stimme kam gut über das Orchester drüber, und am besten hörte und verstand man dann Gerhard Siegel als Klaus Narr; nicht nur weil er die vorteilhafteste Orchestrierung hat, sondern weil er eine äußerst deutliche Diktion und eine durchdringende Charaktertenorstimme besitzt.


    Mein persönliches Fazit: Ich bin froh, dass ich die seltene Gelegenheit genutzt habe, Gurrelieder wieder mal live zu erleben. Um in den Genuss aller im Konzert verpassten Noten zu kommen, werde ich mir wohl Rattles Aufnahme noch einmal vornehmen. Ich werde in Zukunft auf die Namen Yvonne Naef und Gerhard Siegel achten, wenn sie mir irgendwo (in einem Konzertkalender oder Opernprogramm) auffallen.


    Was mir bei den Konzertereignissen, die einen großen Saal füllen, immer wieder auffällt: Was für unglaublich stumpfsinnige, laute und dabei eitle und sich selbst überschätzende Menschen im Publikum sitzen, meist eher in der Lebensmitte oder zweiten Lebenshälfte. Zum Glück nur vereinzelt, meist im Doppelpack. Ich kann das leider nicht ignorieren. Meine Begleitung nahm hingegen die Störenfriede neben mir gar nicht wahr, die ganz ungeniert laut redeten während der Musik - der Mann gab dann auch noch ständig Geräusche von sich und reckte alle paar Minuten seinen langen Körper und holte mit den Armen aus. Viel angenehmer sind Kammermusikabende in einem kleinen Saal.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo Melot,


    eine Möglichkeit, die fehlenden Dynamikabstufungen zu erklären, ist wohl die von Edwin erwähnte zunehmende Schwerhörigkeit Gielens. Wenn dem so sein sollte, sollte er wohl besser mit dem Dirigieren aufhören. Ich habe Gielen selbst mehrmals am Pult gesehen und gehört, allerdings zum Glück noch zu Zeiten besseren Gehörs, und da hat er mich nicht enttäuscht, auch wenn er eher ein "kühler" Vertreter seines Faches ist.


    Das mit dem (fehlenden) Benehmen im Publikum scheint tatsächlich schlimmer zu werden. Ich an Deiner Stelle wäre, wenn eigene Bemühungen nicht gefruchtet hätten, dann spätestens in der Pause zu den Saalordnern gegangen und hätte sie um Hilfe gebeten. Vielleicht hätte es ja was gebracht...


    Yvonne Naef ist wirklich eine sehr gute und vollstimmige Mezzosopranistin. Ich werde sie hier in Hamburg im Februar im "Parsifal" sehen und hören (zusammen mit Christian Franz und Matti Salminen, Simone Young am Pult).


    :hello:


    GiselherHH

    "Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."


    (Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

  • Hallo Melot,


    danke für Deinen ausführlichen Bericht über die Gurrelieder-Aufführung, die in derselben Besetzung auch in Frankfurt a. M. stattgefunden hat, bei der ich allerdings nicht anwesend war. Schade, daß die Aufführung für Dich eine Enttäuschung war.
    Ich sitze gerade an einem Startbeitrag zu einem neuen Thread über das Werk, den ich in den nächsten Tagen online stellen werde. Dann bist Du herzlichen dazu eingeladen, weiteres zum Werk und zu Deiner/n Lieblingseinspielung(en) beizutragen.


    Schöne Grüße
    Johannes

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  • In der Tageszeitung "Die Presse" ist diese Kritik (ohne Anführungsstriche):


    "http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=k&ressort=kb&id=596710"

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo Melot,


    manchmal frage ich mich, wie sich ein Sänger überhaupt einem derart großen Orchester a la Gurreliedern beahupten will. Ich habe das Werk im Sommer in Stuttgart unter Zagrosek gehört - zum ersten Mal. Auch Burkhardt Fritz hatte da so seine Probleme, durchzudringen....
    Gerhard Siegel hingegen ist ein wirklich beeindruckender Sänger - vor ein paar Jahren habe ich ihn in Augsburg als Tannhäuser gehört. Freilich "passt" sein Charaktertenor weniger zur schwärmerischen Attitüde des Minnesängertums - beeindruckend war die stimmliche Rollengestaltung schon damals.

  • Zitat

    Original von GiselherHH
    eine Möglichkeit, die fehlenden Dynamikabstufungen zu erklären, ist wohl die von Edwin erwähnte zunehmende Schwerhörigkeit Gielens. Wenn dem so sein sollte, sollte er wohl besser mit dem Dirigieren aufhören. Ich habe Gielen selbst mehrmals am Pult gesehen und gehört, allerdings zum Glück noch zu Zeiten besseren Gehörs, und da hat er mich nicht enttäuscht, auch wenn er eher ein "kühler" Vertreter seines Faches ist.


    Auf den (weitgehend live mitgeschnitteten) Mahler-Aufnahmen bei Hänssler ist von Balance/Dynamik-Problemen aber nichts zu spüren. Im Gegenteil, die sind sehr transparent, ohne dasss es nach künstlichem "spotlighting" klingt. Entweder haben die SWR-Techniker das gerettet, oder das Schwerhörigkeitsproblem war noch vor wenigen Jahren (Ende der 90er) nicht gravierend. Ich könnte mir auch vorstellen, dass "eigenes Orchester" und vertrauter Saal eine Rolle spielen...


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Gestern Abend in der Münchener Philharmonie
    Thielemann mit den Münchner Philharmonikern.
    Zu Beginn spielte Brendel Mozart Klavierkonzert C-Dur KV 503
    es war außerordentlich vom ersten Ton an eine Klangkultur
    und Thielemann 's sensible Begleitung. Fantastisch!!!


    Nach der Pause dann die 3.Sinfonie von Brahms. Ein Ereignis erster Güte
    was der Thielemann aus dem Orchester versteht heraus zu holen
    findet meine große Bewunderung.
    Wenn Mann daran denkt wie die Münchner z.T. unter Levine gespielt haben lieblos und unkonzentriert jetzt mit Thielemann ein Unterschied wie Tag und Nacht!!! Toll!
    :jubel::jubel::jubel:


    Schönes Wohenende.
    gruss aus münchen

    mucaxel

  • Am Freitag im Musikverein:


    Concertgebouworkest, Bernard Haitink; Christine Schäfer



    Für teures Geld (62 Euro = 3. Kategorie) schlecht gesessen: "Balkon-Loge" 1. Reihe. Wenn ich nach links schaute, sah ich weit entfernt unten das halbe Orchester. Die Optik ist nicht so wichtig, aber es gibt auch akustisch eine Einschränkung; nicht vom Gesamtklang, aber wenn man nicht das Orchester "vor den Ohren" hat, hat man meiner Meinung nach nicht den bestmöglichen Genuss - der liebe Gott hat uns ja zum Glück mit dem Richtungshören ausgestattet, wodurch erstens ein Stereoklang hörbar wird und zweitens gehört wird, von wo etwas tönt. Letzteres fiel also flach, aber immerhin dank der schon viel gerühmten Akustik erreichte mich die volle Klangwolke. Dann machten mir wieder mal die Zuhörer etwas zu schaffen: das unsympathische alte Ehepaar neben mir blätterte lautstark abwechselnd in den Monatsprogrammen für Oktober (!) und November, und Sie zog dreimal ihren Lippenstift nach, nicht ohne dass jedes Mal sowohl der Verschluss der Krokodillederhandtasche als auch der Verschluss des goldenen Taschenspiegels laut und nachhallend knacken mussten. Zu meiner Rechten, einige Sitze weiter auch ein älterer Herr, der manchmal während der Musik laut (bei lauten Orchesterstellen sogar sehr laut) mit seiner Begleiterin redete und grobschlächtig mal ins Publikum und mal zum Orchester zeigte. Zwischen den einzelnen Liedern gab es wilde kollektive Hustenanfälle. Ich fühlte mich wie in einer Lungenheilanstalt (musikalische Erbauung für die Insassen in Thomas Manns Zauberberg).


    Irgendwie habe ich diese Strapazen aber doch überwunden. Das Orchester unter Haitink war in bester Form. Das Webern-Stück hat mich sehr fasziniert. Christine Schäfer nahm bei den Strauss-Liedern ihren schönen Glockensopran so sehr zurück, dass ich sie manchmal gar nicht hören konnte.


    Mahlers Vierte hat mir so gut gefallen, dass ich auf eine Radio-Ausstrahlung hoffe. Mikrofone waren ja entsprechend installiert. Diese Vierte klang sehr leidenschaftlich bei gleichzeitiger größtmöglicher Differenzierung. Solostimmen meldeten sich mit überdeutlichem Akzent, fast störend, aber das machte die Aufführung nur noch spannender. Leider ging auch hier im 4. Satz Christine Schäfer manchmal wieder ganz unter, obwohl ich die entsprechenden Stellen noch nie von einem Orchester derartig leise gespielt hören konnte.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • letzen donnerstag, 9.11.2006, im wiener musikverein.


    Radio-Symphonieorchester Wien
    Patricia Kopatchinskaja, Violine
    Stefan Asbury, Dirigent


    Programm:
    György Kurtág - New Messages for Orchestra op. 34a (1998ff.)
    Gerd Kühr- MOVIMENTI für Violine und Orchester (2006) - Uraufführung
    Hans Werner Henze - Sinfonia N. 10 (1997-2000) - österreichische Erstaufführung


    für mich drei völlig neue werke. von henze kannte ich wenigstens den namen ,-)


    einheitspreis 19 € bei freier platzwahl.
    wirklich freie platzwahl, da nur maximal 40% der plätze besetzt waren.


    György Kurtág: die new messages, sechs an der zahl, waren für mich eine gute
    einstimmung - interessant, sie haben mich aber nicht hingerissen. bei der kürze
    mancher stücke ist mir unser kurzstueckmeister eingefallen,-)
    (wann gibt es von dir wieder mal was zu hören?)


    Gerd Kühr: für mich sind uraufführungen etwas ganz besonderes. diese stellte
    alle meine bisherigen erlebten, aber weit in den schatten. dieses violinkonzert
    war der absolute höhepunkt des ganzen abends (auch nur 40% können den
    musikverein mit ff-applaus beschallen).


    zwei tage später, habe ich das konzert nochmals in der radioübertragung
    inklusive interview mit dem komponisten hören - die gesehenen und vom
    publikum mit spontanem lachen quitteirten regieeinfälle sind teil der partitur
    und in ihrer wirkung beabsichtigt.


    schon der beginn ist eine überraschung. trotzdem der dirigent schon am pult
    steht, beginnt das orchester sich einzustimmen. da aber keine pause erfolgt,
    sondern sofort weitergespielt wird, zeigen sich die ersten lächelnden gesichter
    im publikum.


    ausserdem sah ich bis dato keine solistin. da die konzertmeisterin mit zwei
    violinen auf die bühne kam, nahm ich an, dass sie halt das solo spielt und dazu
    das instrument wechselt (habe ich schon mal wo so gesehen). ich hatte keine
    ahnung, wer Patricia Kopatchinskaja ist.


    nach kurzer zeit jedoch, stand eine geigerin aus den hinteren reiehen auf und
    schritt im bodenlangen, schwarzen abendkleid, einen hohen halteton auf der
    violine spielend, langsam zum solistenplatz. da bemerkte man das erstemal,
    dass sie barfuss war. angekommen, entwickelte sie sich zu einer hexe, einem
    gnom - wahnsinn, wie diese frau spielt - technisch faszinierend (ich bin
    violin-laie), unglaublicher körpereinsatz.


    jeder teil der violine wird in diesem komzert benutzt - alle drei abschnitte der
    saiten - auch die zwischen steg und stimmwirbeln. es passt aber immer absolut
    in das stück, wirkt nie als effekt aufgesetzt. ganz tolle klangeffekte, klangfarben,
    mischungen mit dem orchester, dass einen grossen schlagwerkanteil aufweist.


    beendet wird das konzert so, wie es begonnen hat - die solistin beugt sich zur
    konzertmeisterin hinunter und beide stimmen ihr instrument. diesmal hat es
    aber schon das ganze publikum kapiert und das gelächter mischt sich mit sehr
    starkem applaus. nach den reichlichen 'vorhängen', auch der komponist war
    natürlich da, gab es eine zugabe der solistin. diese spielte sie auch mit den
    noten. im interview erfuhr ich dann, dass auch die vom komponisten
    geschrieben wurde.


    also dieses violin-konzert hat es sich verdient, ins repertoire aufgenommen
    zu werden.


    nach der pause dann die 10. symphonie von Hans Werner Henze. sie konnte
    bei mir nur mehr auf den zweiten platz des abends kommen, allerdings nur
    knapp geschlagen. vor allem der dritte satz - tanz betitelt - ist ein eindrucks-
    volles erlebnis von viel schlagwerk und intensiven rhythmen.


    fazit: ein abend, den ich mir besonders merken werde.


    kritik: es wird immer wieder über hohe preise der hochkultur gemault.
    das RSO wien ist derzeit in bestechender verfassung (anscheinend ein
    verdienst Bertrand de Billys) - für mich derzeit am zweiten platz hinter
    den philharmonikern und vor den symphonikern.
    eintritt 19€ ..... und der saal ist nicht mal zur hälfte gefüllt - selber schuld!


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Hallo Faun,


    danke für den spannenden Bericht.


    Mit dem RSO Wien schließe ich mich dir völlig an: ein hervorragendes Orchester, was in letzter Zeit zu einem guten Teil Bertrand de Billys Verdienst gewesen ist. Durch die Vielfalt des Repertoires, vor allem wegen der vielen Erstaufführungen sind die Ergebnisse auch mit anderen Dirigenten erstklassig.


    Ad Kartenpreise: beim RSO Wien (und vergleichbaren Orchestern) zahlt man nur ca. die Hälfte des Preises, den man für die ganz renommierten internationalen Orchester zahlt.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • kommen eben aus dem wiener musikverein.
    rattle und die berliner philharmoniker gaben shostakovichs
    1. und 15. symphonie.


    sie waren wunderbar (wenn sie noch wiener hörner spielten, wären sie
    heute unschlagbar gewesen ,-).


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Ich war am Dienstag auch im Shostakovich-Konzert sowie bei 2 Proben für das Brahms-Reqiuem.


    Ich bin sowohl von dem Orchester als auch von Sir Simon höchst angetan.


    Zunächst zum Shostakovich:


    Sowohl die 1. als auch die 15. Sinfonie waren auf großartigstem Niveau gespielt, nicht zuletzt aufgrund der Piano-Kultur und der dynamischen und Rhythmischen Flexibilität sind die Berliner jetzt in meinem "Ranking" vor die Wiener gestiegen.
    Was in den beiden Sinfonien für Farben vom Orchester produziert wurden war einfach unglaublich. Die 15. vor allem war spannend wie ich sie noch nie gehört habe. Insbesondere nach dem 1. Satz ist das Stück ja eine Konzentrationsprobe sondergleichen und diese Interpreten schafften einen Spannungsbogen den ich so noch nicht erlebt habe.


    Über das Brahms-Reqium kann man äusserst geteilter Meinung sein, ich fand es einfach großartig.
    Rattle sieht scheinbar Brahms in der klassischen Tradition, lässt dementsprechend auch phrasieren, berücksichtigt jede Interpunktion und arbeitet die Fugen absolut klar.
    Wissenschaftlich kann man nun behaupten das das natürlich absoluter Quatsch ist, aber das Ergebniss gibt Rattle mMn absolut Recht. Die durchsichtigkeit, klarheit und absolute Wortdeutlichkeit erzeugt ein Klangergebniss das an Intensivität und Genauigkeit kaum zu überbieten ist.
    Einziger Kritikpunkt ist für mich der Preis den Rattle für das hervorheben wirklich aller Kleinigkeiten bezahlen muss --> Es ist im ganzen etwas zu laut, aber diesen Preis zahle ich gerne.
    Eigentlich muss ich zugeben das ich mich an dem Stück schon etwas todgehört habe, aber diese Interpretation hat in mir wirklcih alle Freude auf das Stück wieder erweckt das ich seither wieder in allen möglichen Interpretationen rauf- und runterhöre.


    LG,
    Michael

  • Heute im Musikverein:


    RSO Wien
    John Axelrod, Dirigent
    Martin Grubinger, Percussion
    Programm:

    • Iannis Xenakis
    "Psappha"
    • Anders Koppel
    Concerto Nr. 3 für Marimba und Orchester in einem Satz
    • HK Gruber
    "Rough music". Concerto für Percussion und Orchester
    -------- Pause --------
    • Iannis Xenakis
    "Rebond a"
    • Rolf Wallin
    Das war schön!"
    für Solo-Percussion und Orchester (Uraufführung)
    • Keiko Abe
    "Prism Rhapsody" für Marimba und Orchester
    -------- Pause --------
    • Iannis Xenakis
    "Rebond b"
    • Anders Koppel
    Concerto Nr. 4 für Marimba und Orchester ("Zum Gedächtnis des Vergänglichen") (Uraufführung)
    • Bruno Hartl
    Concerto für Multipercussion


    Ich bin fix und fertig - das war einfach genial. Ständing ovations für den Solisten, die Komponisten (2 Uraufführungen), für Dirigenten und Orchester.


    Und ich gebs zu: ich habe mir extra die Wohnungsschlüssel und Geld fürs Taxi mitgenommen, um ggf. nach der ersten Pause zu verduften..... Nix da, es war mitreißend.


    Austria


    PS: Eine etwas fundiertere Rezension wird wohl Faun morgen hier reinstellen :D

    Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir (Mark Twain)

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  • die drei Xenakis werke (Psappha, Rebond A, Rebond B) sind für solo-
    schlagwerk. variable instrumentierung, als konstante jeweils eine grosse
    trommel (möglicherweise nicht ganz korrekt). Rebond B sehr animalisch
    (relativ gerade rhythmen), die anderen beiden rhythmisch komplizierter.
    auf jeden fall geniale anheizer jedes konzert-teils.


    jedes drittel enthielt ein konzert für marimba und orchester. zwei von Anders
    Koppel (Concerto Nr.3 und Concerto Nr.4 - uraufführung) und eines von Keiko
    Abe (Prism Rhapsody). das jeweilige grosse schlagwerk übernahm hier das
    orchester. diese drei konzerte sind auch beim ersten mal hören recht
    eingängig. die könnten durchaus immer wieder mal auf dem programm stehen.


    die zweite uraufführung war von Rolf Wallin - für solo-percussion und orchester.
    war interessant, aber da sprang der funke nicht so unmittelbar über, wie bei
    allen anderen werken.


    Rough Music (percussion und orchester) von HK Gruber ist eine collage aus
    verschiedenen tänzen mit variantenreichem schlagwerk-einsatz - es kommen
    praktisch alle schlag-instrumente zum einsatz.


    den abschluss bildete das Concerto für Multipercussion von Bruno Hartl (der
    schlägt bei den wiener philharmonikern). hier sind neben dem solisten, der
    24 schlagwerke bedient, noch weitere 5 orchestermusiker im heftigesten
    schlagwerk-einsatz. daneben noch das volle orchester. ein beeindruckendes
    gebäude aus klang und rhythmus.


    das konzert war auch optisch ein augenschmaus. es ist einfach beeindruckend,
    wie martin grubinger spielt - unter anderem ein 12-schlegel-system auf der marimba.


    die stimmung war herrlich und erfrischend unkonventionell. den ausverkauften
    goldenen saal bevölkerte diesmal ein altersquerschnitt, der diesen namen auch
    verdient - von 10 bis 80 (na vielleicht nur 75) jahre - und der frenetische
    applaus kam nicht nur von den jungen. auch moderne musik (bis auf xenakis
    leben alle komponisten noch) hat sein publikum.


    faun

    die kritik ist das psychogramm des kritikers (will quadflieg)

  • Hallo,


    vorgestern in der Salle Pleyel: Sinfonieorchester des Ural unter Dmitri Liss mit dem Pianisten Boris Berezovsky. Das Programm:


    Tschaikovsky: Polonaise aus Eugen Onegin
    1. Klavierkonzert
    Francesca da Rimini
    Borodin: Polowetzer Tänze aus Prinz Igor


    Das Orchester, hochgelobt im Taminoforum irgendwo von Edwin, ist schon beeindruckend: präzise Einsätze, wunderbare Bläser und grosses Engagement. Es gibt sicher lyrischere Interpreten des Tschaikovsky-Konzertes, was auch für Berezovsky gilt. Der lässt sich bei der Zugabe nicht lumpen und spielt Islamey von Balakirev.


    Voller Saal, volle Zufriedenheit und viel Applaus: was will man mehr.


    Beste Grüsse,


    Jürgen

  • Gestern: 7-Jahr-Feier beim Mozartwirt;


    1) herrliches Essen
    2) exzellente Musik - Streichtrio mit Unterstützung eines Bläser
    Neben Werken bekannter und weniger bekannter klassischer Meister gab es noch die Uraufführung eines Streichtrios von Ulli; DAS Werk des Abends - inspiriert durch Haydns Streichquartette schuf Maître Blees ein interessantes Trio mit viel Witz, blendend interpretiert durch die Solisten, allesamt Mitglieder des Münchner Rundfunkorchesters. Durch den Abend führte Herbert Hanko, vormaliger Sprecher bei B4-Klassik.


    Bewertung: :jubel::jubel::jubel:


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Hallo Stefan,
    Zitat:
    Gestern: 7-Jahr-Feier beim Mozartwirt;
    1) herrliches Essen
    2) exzellente Musik - Streichtrio mit Unterstützung eines Bläser
    Neben Werken bekannter und weniger bekannter klassischer Meister gab es noch die Uraufführung eines Streichtrios von Ulli; DAS Werk des Abends - inspiriert durch Haydns Streichquartette schuf Maître Blees ein interessantes Trio mit viel Witz, blendend interpretiert durch die Solisten, allesamt Mitglieder des Münchner Rundfunkorchesters. Durch den Abend führte Herbert Hanko, vormaliger Sprecher bei B4-Klassik.
    -----------------------------


    Freut mich, dass Du als ein in der Nähe wohnender"Tamino" die Gelegenheit wahrgnommen hast.


    Umso schöner dass Du wirklich Instrumental-Spezialisten zu Gehör bekommen hast und an der Werksauswahl Dich ergötzen konntest. Das Essen ist ja wirklich "Grandios" bei unseren lieben Mozwidis und
    dazu der vorweihnachtliche Rahmen, alles eben Paletti!



    Grüsse nach Bayern und ebenfalls an die "Mozart-Wirte-Konzerte-gute-Essen-Veranstalter"


    Volker.

    Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
    Zitat: J.E.G.


  • Wie üblich, Finsternis im Saal, längeres Warten auf den Star (bis die Husterei aufhörte), dann eilte er herein, kurze Verbeugung ohne mimische Regung, und schon ertönte die 3. Französische Suite, als hätte ich sie noch nie gehört, so bedächtig zunächst das Tempo, so explizit jede Note, so zahlreich die Verzierungen, und so transparent jede einzelne Stimme. Noch in Trance von Gavotte und Gigue und ohne dass man in den Sekunden nach dem Ende des Stückes überhaupt auf die Idee gekommen wäre, durch Applaus in das echte Leben zurückzukehren, erklang nach der kurzen Stille schon der erste Ton der Beethovenschen "Sturm"-Sonate. Obwohl schon oft gehört, kam sie mir kaum bekannt vor, so anders spielte Sokolov sie, technisch perfekt, geradezu unerbittlich im kalkulierten Ausreizen aller Extreme. Die Sturm-Sonate wirkte auf mich nicht wie ein Sturm sondern wie ein großer Sog. Ich erlebte so viel Spannung und Befriedigung zugleich, dass es beinahe eine Erleichterung war, als sie zuende war. Bei Sokolov ergibt sich der Ausdruck aus der konsequenten, manchmal sogar verstörenden Transparenz.


    Während des ersten Stückes nach der Pause störte eine hohe Saite recht häufig mit einem leichten Quietschen die empfindlichen Ohren. Es schien mitten im Applaus, als der Meister hinausverschwand, es schien sogar einen kleinen Disput zwischen Sokolov und Personal wegen der plötzlichen Klavierverstimmung zu geben, sodass die Türe sich schloss und das Publikum einige bange Minuten lang alleine gelassen wurde und zu spekulieren begann, ob dies das Ende des Konzertes bedeuten würde. Doch das Konzert ging weiter mit Scriabins Sonate Nr. 3, nicht ohne dass der Meister zunächst kurz demonstrativ die wunde Stelle im Klavier beäugte. Scriabin war für mich eine neue Erfahrung - sehr berauschend!


    Als Zugaben gab es reichlich Chopin/Godowsky und auch original Chopin - Etüden, Mazurken, Preludes, wenn ich es richtig erkannt habe, und zwei Stücke, die ich noch nie gehört hatte.

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo , liebe Forianer!


    Hier mal ein Konzertbericht eines AMATEURorchesters - :baeh01: - indem ich gelegentlich mitspiele...


    Konzert war am 23.10.06 im Brucknerhaus in Linz in Oberösterreich.


    Hier das Plakat und teilweise Programmheft






    Genaueres Programm:


    George Gerswhin: Cuban Overture
    Nino Rota: La Strada
    Dimitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 9



    Hier auch noch unsere Homepage:


    http://www.ooejo.eduhi.at


    Haben unter anderem auch schon Schwanensee aufgenommen :D


    Von unserem Konzert gibts auch nen Livemitschnitt und ich muss sagen, für ein jugendliches Orchester, keiner über 18, find ichs ganz gut, vor allem die holzbläser :jubel:


    Ich hoffe, keiner in diesem forum sieht auf diesen konzertbericht hinab, ;( , denn ich denke, dass auch solche berichte hier veröffentlicht werden dürfen :yes:


    erst mal liebe grüße an alle und bin schon gespannt auf antworten


    lg florian

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."


  • Salut,


    nun sind wir auch ausgeschlafen... :D


    Mir hat der Abend auch besonders gut gefallen! Das Menu war ausgezeichnet, fast wie eigentlich immer... nur haben die Moziwis diesmal noch mehr Genialität walten lassen...


    :jubel: :jubel: :jubel:


    ***


    Feines Mousse von Thunfisch und Krebsfleisch
    mit Räucherlachs und Forellenkaviar


    ***


    Cremesüppchen von Kürbis und Melone
    mit Sahnehäubchen
    [und steirischem Kürbiskernöl!]


    ***


    Zanderfilet an Hummersauce
    mit Blattsüinat und Reis


    ***


    Hirschkotelette mit Lebkuchenkruste
    an Hagebuttensauce mit Maronen-Kartoffelpüree


    ***


    Marzipaneisstollen
    mit Amarettosabayone


    Alle Nervosität löste sich ziemlich schnell in Luft auf. Der Abend war wirklich erstklassisch und mehr als gelungen. Das Plauderstündchen der Vereinigung "La Grotta" dauerte bis etwa vier oder fünf in der Frühe, zwischendurch gab es natürlich wieder Bettinas und Wilfrieds Feuersuppe [diesmal aber moderat gewürzt, dennoch: scharf!].


    Die Musiker hatten allesamt viel Spaß an der Sache und das Programm mit Oboenquartetten von Carl Friedrich Abel, Johann Chr. Bach, Louis Massonneau und natürlich Mozart war sehr ausgewogen und interessant. KV 580b für Englischhorn war auch dabei - ein Ohrenschmaus! Auch nochmals tausend Dank an die Musiker:


    Florian Adam, Oboe und Englischhorn
    Judith Adam, Violine
    Eugen Tluck, Viola
    Walter Brachtel, Violoncello


    für die wunderbare Interpretation meines Streichtrios in d/D und an Herbert Hanko für die nette Moderation.


    Zum Frühstück genossen Matthias und ich noch einmal die obligatorische Mozartkugel sowie den extra für uns kreierten Marzipaneisstollen! Matthias schenkte den beiden Küchenzauberern Mozarts vollendetes [!] Lange-Portrait, das ich überaus gelungen finde! Da kein Platz mehr da war, durfte ich auch mein Lieblingsbild aus dem Hause Richter mit heimnehmen, Matthias hat es mir geschenkt:



    Tausend Dank dafür. Den Ehrenplatz hat es ja bereits... 8) :lips:


    :jubel: :jubel: :jubel:


    Ich denke, Matthias wird in den nächsten Tagen etwas ausführlicher berichten. Ich werde mich nun noch etwas erholen...


    Von mir aus könnte jeder Abend so sein...


    :D


    Gestern Nachmittag waren Matthias und ich noch im Leopold-Mozart-Haus in Augsburg, wo wir den automatischen Audioguide etwas verwirrten: Aber es ist eine sehr interessante und informationsreiche Ausstellung! Zu sehen gab es allerdings außer ein paar handschriftlichen Briefen eher wenig. Den Augsburger Dom liessen wir auch nich aus [lag ja eh auf dem Dienstweg :D ] - den fand ich aber eher zu dunkel und beklemmend...


    Jetzt bin ich erstmal so müde, dass ich bis 31.12. durchpenne... [erst dann gibt es wieder etwas Wichtiges]. :pfeif:


    Viele Grüße
    Ulli

    „Dem Klavier erzähle ich das, was ich Dir oft sagen würde.“
    (F. Chopin an Tytus)

  • Hallo Florian, danke für den Bericht und die riesigen Bilder.
    Ich finde das toll und kann mir nicht vorstellen, dass jemand "hinab" sieht. Ich sehe jedenfalls immer "hinauf", wenn ernsthaft musiziert wird, noch dazu schon von Jugendlichen.


    Wo gibt es denn den Live-Mitschnitt und die Schwanensee-Aufnahme?

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • Hallo, Melot 1967 !


    Danke für die nette Antwort :D


    Die Schwanensee Cd und den Mitschnitt besitze ich selber, wenn auf unserer homepage nichts steht, wie man sie käuflich erwerben kann, dann weiß ichs auch nicht.


    Besitze aber beide und kann dir kopien schicken, sofern du interesse hast, was das musikland oberösterreich so treibt 8)


    lg florian

    Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

  • Hallo Ihr Lieben,


    auch wir wollen uns zu diesem Konzert noch einklinken...


    Es war wirklich spitzenmäßig!!!!! :jubel::jubel::jubel:


    Wir finden es immer wieder erstaunlich, dass Musiker die sich einen Namen gemacht haben und mit wirklich musikalischen Größen aufgetreten sind, so "bereitwillig" ins kleine Langwaid kommen und vor minimalen Publikum auftreten (geht bei uns aus Platzgründen einfach nicht anders). Aber es macht den Münchnern einfach Spaß, und das hat man auch am Samstag wieder gemerkt.


    Wir bedanken uns bei Ulli, der uns zu unserem Geburtstag ein ganz phantastisches Streichtrio gewidmet hat.



    Es war einfach nur herrlich! :lips: :yes: Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit das Trio auf CD aufzunehmen (das Adam-Quartett ist nicht abgeneigt ;) ) dann lassen wir es Euch wissen.



    1000 Dank auch an Matthias, der für uns das unvollendete Lange-Bild vollendet hat, und der dabei herausgefunden hat, warum es nie vollendet werden konnte...



    ... aber das soll er Euch selbst erzählen ;)




    Und hier nun das Adam - Quartett:



    Von vorne links: Walter Brachtel, Eugen Tluck, Herbert Hanko, Judith Adam, Florian Adam - wir glauben, man kann sehen, wieviel Spaß sie hatten...




    :hello:


    Liebe Grüße


    Bettina und Wilfried

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