Richard Strauss (1864 - 1949)
Die Liebe der Danae
Heitere Mythologie in drei Akten op. 83
Libretto: Joseph Gregor nach dem Szenarium "Danae oder Die Vernunftheirat" von Hugo von Hofmannsthal
Entstehung: 1939 - 1940
Generalprobe: 16.08.1944, Salzburg*
Uraufführung: 14.08.1952, Salzburg
Dirigent: Clemes Krauss (1944 und 1952)
Verlag: Boosey & Hawkes, London
Dauer: ca. 180 Minuten
*Auf Drängen seines Freundes Clemes Krauss stimmte Strauss der Premiere in Salzburg im Sommer 1944 zu. Während der Vorbereitungen für die Festspiele erklärte Joseph Goebbels am 1. August den "totalen Krieg", und das hatte die unmittelbare Schließung aller Theater im ganzen Reich zur Folge. Friedrich Rainer, der Gauleiter von Salzburg machte mit Unterstützung des Propagandaministers für Strauss eine Ausnahme. Er erlaubte, dass die Proben weitergehen könnten, insofern sie nur zu einer Generalprobe führten, aber nicht zu einer Premiere. Die Generalprobe fand dann vor geladenen Gästen statt.
Personen:
Jupiter - Bariton
Merkur - Tenor
Pollux, König von Eos - Tenor
Danae, seine Tochter - Sopran
Xanthe, Danaes Dienerin - Sopran
Midas, König von Lydien - Tenor
Erster König, Neffe des Pollux - Tenor
Zweiter König, Neffe des Pollux - Tenor
Dritter König, Neffe des Pollux - Bass
Vierter König, Neffe des Pollux - Bass
Semele, eine Königin - Sopran
Europa, eine Königin - Sopran
Alkmene, eine Königin - Mezzosopran
Leda, eine Königin - Alt
Erster Wächter - Bass
Zweiter Wächter - Bass
Dritter Wächter - Bass
Vierter Wächter - Bass
Gläubiger, Diener, Volk
Orchester:
3 Flöten (2. u. 3. auch Piccoloflöte), 2 Oboen, 1 Englischhorn, 3 Klarinetten, 1 Bassklarinette, 3 Fagotte, 1 Kontrafagott
6 Hörner, 4 Trompeten, 4 Posaunen, 1 Tuba
Pauken, Schlagzeug: Glockenspiel, Tamburin, Triangel, Becken, kleine Trommel, große Trommel, Tamtam
2 Harfen, 1 Celesta, 1 Klavier
Streicher
Handlung:
Erster Akt
Im Empfangssaal des König Pollux von Eos
König Pollux ist hoch verschuldet, sein Palast heruntergekommen. Die versammelten Gläubiger vertröstet er mit der Mitteilung, seine Neffen seien mit ihren schönen Gattinnen Semele, Europa, Alkmene und Leda zum unermesslich reichen König Midas gereist, um ihn als Gatten für seine Tochter Danae zu gewinnen. In der Vorgeschichte ist der Eseltreiber Midas von Jupiter mit der Gabe ausgestattet worden, alles, was er berührt, in Gold zu verwandeln. Jupiter hat ihn zudem zum König von Lydien gemacht und hofft, dass Danae diesen als Freier akzeptiert, denn er selbst ist in Danae verliebt und will sich ihr in der Gestalt des Midas, verborgen vor den Blicken seiner Gattin Juno, nähern.
Ein instrumentales Zwischenspiel schildert den Goldregen, in dem Jupiter Danae erscheint. Danae berichtet ihrer Amme Xanthe von einem nächtlichen Traum, in dem sie von goldenem Regen überschüttet wurde. Sie bekundet, nur den zum Gatten zu wählen, der sie so stark beeindrucke wie dieser Traum.
Ein Marsch kündet die Heimkehr der königlichen Neffen an. Die Gesandten des Pollux waren erfolgreich, sie überbringen als Gruß des Midas einen goldenen Zweig. Dann läuft dessen goldenes Schiff ein, die Gläubiger und das Volk fühlen sich gerettet. Schließlich erscheint Midas selbst, muss sich aber als Diener Chrysopher ausgeben, weil Jupiter die Rolle des Königs von Lydien beansprucht. Nur die vier Königinnen erkennen Jupiter, waren sie doch seine Geliebten, aber er verpflichtet sie zum Schweigen. Genien legen Danae ein goldenes Gewand an. In der Gestalt des Midas wird Jupiter festlich empfangen. Danae, die sich in Chrysopher verliebt hat, erkennt im vorgeblichen Midas den Mann ihres Traums vom Goldregen. Sie fällt in Ohnmacht, Jupiter stampft mit dem Fuß auf, Donner bekräftigt seine Göttlichkeit.
Zweiter Akt
In einem prächtigem Schlafzimmer
Die Gattinnen der Neffen des Midas bereiten das Hochzeitsbett für Danae. Sie haben das Täuschungsmanöver des Gottes durchschaut und sind eifersüchtig auf Danae. Eifersucht quält auch Jupiter. Ihm ist nicht verborgen geblieben, dass Midas die Gefühle Danaes heftig erwidert. Jupiter erinnert ihn drohend daran, dass alles, was er anfasse, zu Gold werde. Tatsächlich erstarrt Danae, als Midas sie in die Arme schließt und Jupiter donnernd einschreitet, plötzlich zur Goldstatue. Die beiden Männer streiten um Danaes Liebe. Midas schlägt dem Gott vor, Danae selbst wählen zu lassen, wem sie angehören wolle. Danae, wieder zum Leben erwacht, entscheidet sich für Midas.
Dritter Akt
In der syrischen Wüste
Ohne die Gunst des Jupiter ist Midas wieder ein armer Eseltreiber. Als er und Danae aus tiefem Schlaf erwachen, berichtet er ihr, unter welcher Zielsetzung der Gott ihm die Macht gegeben hatte, alles Berührte in Gold zu verwandeln. Danae teilt glücklich sein bescheidenes Leben. Der um seine Lust gebrachte Jupiter muss sich von Merkur berichten lassen, dass der ganze Olymp über sein misslungenes Abenteuer lache.
Die vier Königinnen treten auf und buhlen um seine Gunst. Schließlich erscheint Pollux mit seinen Gläubigern und richtet wüste Vorwürfe an die Adresse des vermeintlichen Midas. Jupiter lässt über sie einen Goldregen niedergehen. Von Merkur überredet, will er sein Glück bei Danae erneut versuchen. In Gestalt eines alten Wanderers sucht Jupiter wie einst den Midas nun Danae in ihrer ärmlichen Hütte auf. Sie geht auf seine in Anspielungen versteckte Werbung nicht ein und hat nur eine Antwort: "Siehe, ich liebe". Bewegt von der Macht der Menschenliebe wird der begehrende Gott zum väterlichen Segenspender und nimmt Abschied. Freudig eilt Danae dem heimkehrenden Midas entgegen.
Davidoff 




