Welches Konzert von Brahms findet ihr am besten?

  • Welches Konzert von Brahms findet ihr am besten? 0

    1. Violinkonzert (0) 0%
    2. Klavierkonzert Nr.2 (0) 0%
    3. Doppelkonzert (0) 0%
    4. Klavierkonzert Nr.1 (0) 0%

    Hallo!


    Einen ähnlichen thread für Dvoraks Konzerte hatte Maik mal eröffnet, und er erfreute sich großer Beliebtheit, und es gab einige interessante Meinungen zu lesen.
    Ich persönlich finde diese Fragestellung bei Brahms naheliegender als bei Dvorak, weil hier nicht ein Konzert in der Rezeption so herausragt wie dessen Cellokonzert. Es sind vier sehr gute und häufig aufgeführte / eingespielte Konzerte.


    Maik hatte in seinem thread die Stimmen ausgezählt. Dafür bin ich zu faul, ich mache das lieber gleich als Umfrage mit Balkendiagramm.


    Mein Favorit ist das 1. Klavierkonzert. Warum? Nun, kompositorisch und vom musikalischen Gewicht her gibt es wohl keinen Grund, es dem 2. Klavierkonzert oder dem Violinkonzert vorzuziehen.
    Doch erstens begeistert es mich mehr als die anderen und zweitens (das hat wohl auch damit zu tun) steht es in meiner Lieblingstonart d-moll.


    Aufnahmen sollen hier NICHT besprochen werden, dafür sind die Spezialthreads da:


    Zwei Konzerte für J. Joachim - Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur und Doppelkonzert a-Moll


    Die Klavierkonzerte von Brahms - Zwei Symphonien mit piano obbligato


    Also:


    Welches Konzert von Brahms findet ihr am besten?


    Viele Grüße,
    Pius.

  • Die Entscheidung für das 2. Klavierkonzert ist keine fürs Leben, aber mittlerweile eine recht dauerhafte.


    Das Doppelkonzert würde ich als nächstes nennen; dies hat subjektive Gründe, etwa ein Faible für die Instrumentenkombination - möglicherweise ist es aber kompositorisch das schwächste der vier Konzerte. Am Violinkonzert habe ich mich seit einiger Zeit satt gehört - seine Schönheiten will ich nicht bezweifeln. Beim ersten Klavierkonzert hat der Finalsatz für mich mittlerweile keinen Reiz mehr, während ich die beiden anderen nach wie vor sehr gerne höre.


    Besten Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Moin moin,


    da schau her, beim 2. Klavierkonzert bin ich nach einigem Überlegen auch gelandet. Ich finde es wärmer, inniger als das erste und gleichzeitig nicht so "ausgelutscht" wie das Violinkonzert (wofür Brahms natürlich nichts kann ;)).


    Gruß aus dem Norden, Ralf

  • Für mich gilt die gleiche Reihenfolge wie die von Wolfgang, soger mit ähnlichen Begründungen.


    Nr. 1
    2. Klavierkonzert - eine wunderbar verwobene Klaviersinfonie, sogar mit einem genialen Scherzo und noch einem verkappten Cellokonzert. Mehr kann man sich nicht wünschen.


    Nr. 2
    Doppelkonzert op. 102 - der Grund wird mir bis heute nicht so recht klar. Vielleicht die Mischung aus Altersweisheit (wie 4. Sinfonie) mit jugendlich frisch-frechen Elementen, und die beiden Soloinstrumente, die durch den Gebrauch von Doppelgriffen an vielen Stellen ein Streichquartett imitieren.


    Nr. 3
    Violinkonzert - schade daß es immer nur als Violinkonzert gespielt wird. Als Sinfonie mit obligater Solovioline würde es mir besser gefallen.


    Nr. 4
    1. Klavierkonzert - tja, warum eigentlich. So richtig los geht Brahms bei mir mit op 26.


    Gruß,
    Khampan

  • ganz klar: klavierkonzert nr. 1, wobei das 2. insgesamt harmonischer ist und besser als ein stück wirkt. aber der 1. satz des 1.ist genial ..leider bricht es dann mit dem 2. (traumhaft scön), vor allrm 3. satz (viel zu harmlos) m.e.auseinander.

    --- alles ein traum? ---


    klingsor

  • Ganz schwierige Frage... ?(


    Brahms Konzerte lernte ich alle relativ früh kennen, mit ihnen bin ich musikalisch aufgewachsen. Ich versuche mich an einer Reihung:


    1. Klavierkonzert Nr. 2 - Hat mich von den vier Konzerten am Meisten berühren können, vor allem die wunderschönen Ecksätze mit mehreren Gänsehautstellen. Leidenschaft bietet der 2. Satz, Ausgeglichenheit der Dritte. Es ist alles da und da stimme ich mit Khampan überein.
    Ich möchte auch an Gino Poosch erinnern, der hier einmal schrieb und meinte, dass das B-Dur-Konzert das für ihn großartigste romantische Klavierkonzert ist, was geschrieben wurde. Das möchte ich gerne unterstützen.


    2. Klavierkonzert Nr. 1 - Es steht kompositorisch dem Zweiten eigentlich trotz der relativ geringen Opuszahl in nichts nach . Brahms hat lange dran gewerkelt und es ist ein Meisterwerk geworden voller Leidenschaft und Energie, das sehr an Beethoven (c-Moll-Konzert) erinnert. Ich liebe es sehr, vor allem wegen des Seitenthemas im Kopfsatz.


    3. Doppelkonzert - Hat in seiner Wirkung etwas auf mich nachgelassen, trotzdem höre ich es immer sehr gerne. Ich mag auch dieses Zusammenspiel der Solostreicher und an manchen Stellen sind diese Zusammenklänge zum Niederknieen.


    4. Violinkonzert - Ähnlich wie bei meinen Vorschreibern hat sich das Violinkonzert etwas abgenutzt. Der erste Satz ist zudem etwas lang geraten. Es hat wunderschöne Stellen, aber ich höre es trotzdem nicht mehr allzu häufig.



    LG, Peter.

  • Ganz klar:
    1. Platz
    1. Klavierkonzert- das beste ueberhaupt (:D).
    den 2. Satz hoeren und dann sterben... :faint:


    2. Platz
    Violinkonzert: Gibt es etwas schoeneres? Sollte aber zuegig bis sehr zuegig gespielt sein (z.B. Heifetz, Kreisler), ansonsten wird die chose etwas langatmig.


    3. Platz
    2. Klavierkonzert
    manchmal unmotoviert dramatisch (Saetze 2 und 4) und kein so grosser Wurf wie die Nr.1 :pfeif:. Eigenartiger Weise finde ich das Cellosolo nicht so toll wie viele andere 8o.


    4. Platz
    Doppelkonzert: das Cello fuehrt- aber braucht es hier wirklich die Geige? Ein reines Cello- (oder von mir aus Violin-) konzert waere mir lieber :yes:



    Alles in allem ueberrascht es mich immer wieder, dass ich keinem dieser Konzerte- trotz oftmaligem Hoeren- ueberdruessig geworden bin.

  • Zitat

    Original von flotan
    Doppelkonzert: das Cello fuehrt- aber braucht es hier wirklich die Geige? Ein reines Cello- (oder von mir aus Violin-) konzert waere mir lieber :yes:


    Lieber Flotan,


    das fand wohl auch Cord Garben, als er das Doppelkonzert unter Fortfall der Violinstimme zum Cellokonzert umgearbeitet hat:
    [amx=B0007RUT4I]300[/amx]
    Brahms, Cellokonzert, Doppelkonzert, Julius Berger, Ursula Schoch, Johannes Wildner, Neue Philharmonie Westfalen, bei ebs - ich empfinde das eher als Gag, kammama gehört haben, durch die Reduktion geht dem Doppelkonzert so viel verloren. Dafür, dass beide Werke Platz auf einer CD gehabt hätten, ist die Doppel-CD unverschämt teuer.


    Für mich steht auf dem ersten Platz der JB-Konzerte das


    Violinkonzert.


    Allerdings ist auch mir an einem zügigen Vortrag (wie bei Kremer/Harnoncourt oder bei Swensen/Scottish CO) gelegen, da es sonst wie z. B. bei Menuhin/Furtwängler seine einschläfernden Meriten entfaltet.


    Danach kämen dann 2. Klavierkonzert, Doppelkonzert, 1. Klavierkonzert.


    Liebe Grüße, Ulrich

  • Für mich ist sein op.15 unumstrittene Nummer 1.


    Danach in absteigender Wertigkeit:


    2. Klavierkonzert
    Doppelkonzert
    Violinkonzert

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Hallo Pius!


    Bei mir liegt klar das Violinkonzert vorn. Doppelkonzerte mag ich generell nicht so gern.


    Dass aber hier die große Mehrheit die Klavierkonzerte bevorzugt, gibt mir zu denken. Soeben habe ich also den schon lange auf meiner Liste stehenden Fleisher bestellt. Mal sehen, ob der die Rangfolge durcheinanderbringt (bisher habe ich meist Gilels gehört).


    Viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas und alle Brahms - Freunde,


    es wird Zeit das Du Fleisher nach Deiner Bestellung endlich einmal hören kannst.
    Er und Szell (der hat genau den gleich großen Anteil daran) müßten eigendlich Deine Rangfolge durcheinanderbringen.


    Wie Wichtig die Ausführenden sind wird auch durch meine Rangliste deutlich.
    Worte und Buchstaben sagen aber hier wieder mehr aus als es von mir gewünscht ist. Wenn das KK Nr.2 auf Platz vier steht heißt das bei mir nicht, das ich es viel weniger schätze als Nr.1 !


    ------------------------------------------------------------


    1. Klavierkonzert Nr.1
    Gibt es ein wahnsinnigeres Konzert in der Klassik/Romantik ? :jubel: :faint:


    2. Violinkonzert D-Dur mit Szeryng/Monteux (RCA)
    In einer anderen Aufnahme wäre es nur auf Platz 4.


    3. Doppelkonzert a-moll mit Francescatti/Fournier/Walter (CBS/SONY)
    Nur in dieser Aufnahme hat das Werk eine unsagbar große Wirkung auf mich - die 5te von Brahms ! Sonst wäre das Doppelkonzert auf Platz 4.


    4. Klavierkonzert Nr.2

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Ich schließe mich flotans Platzfolge an, ohne mich allerdings dazu durchringen zu können, das famose 1. Klavierkonzert als das beste überhaupt zu bezeichnen.


    Loge

  • Hallo Pius,


    das ist bei mir situationsabhängig.


    Das Doppelkonzert mag ich zwar auch, höre es aber am seltensten,


    das zweite Klavierkonzert weckt in mir leider selten die Lust, es auch bis zum letzten Takt durchzuhören! Es hat mich trotz einien Bemühens noch nicht gepackt.


    Um Platz eins kämpfen also das wunderbare Violinkonzert und das erste KK,


    wenn mir nach dem eleganten, leicht ungarisch gewürzten Violinkonzert ist, habe ich eine erhebende Unterhaltung, in der große Geiger ihr ganzes Können demonstrieren,


    meist ist mir jedoch nach der ungestümen, schamlos romantischen Hexenküche des ersten Klavierkonzerts. Krassere Gegensätze als im ersten Satz findet man bei Brahms nicht, diese Kombination aus jugendlichem Fatalismus und unzensiert romantischer Träumerei ist dann doch schon bald Brahms´eher "akademischen" Stil gewichen.

  • Zitat

    Original von ThomasBernhard
    meist ist mir jedoch nach der ungestümen, schamlos romantischen Hexenküche des ersten Klavierkonzerts. Krassere Gegensätze als im ersten Satz findet man bei Brahms nicht, diese Kombination aus jugendlichem Fatalismus und unzensiert romantischer Träumerei ist dann doch schon bald Brahms´eher "akademischen" Stil gewichen.


    Allerdings akademischer als später schon im Finale des d-moll-Konzerts, was zu je einem Drittel Hommage an Bach und Beethoven ist, so daß für Brahms nicht soviel übrigbleibt. ;)
    Den ersten Satz schätze ich auch sehr, aber insgesamt halte ich doch das


    2. Klavierkonzert für das Beste.
    Das spielerische Finale, das manchen enttäuschen mag, ist wohl gerade eine ironische Pointe Brahms', der sich trotz der gigantischen Ausmaße des B-Dur-Konzert hier dem Titanismus, der im 1. Konzert und an einigen Stellen des 2. anklingt, ausdrücklich verweigert.


    Das Violinkonzert ist ebenfalls nahezu vollkommen; zu lang wirkt es nur, wenn zu lahm gespielt (und selbst diesbezüglich ist es weniger gefährdet als Beethovens)


    Das 1. Klavierkonzert ist ein mitreißendes, dabei aber unausgeglichenes Stück, wie schon angedeutet. Der Donner des Kopfsatzes, die pseudoreligiöse Stimmung des adagio und der Klassizismus des Finales gehen nur mit Mühe zusammen. Es spricht für das Stück, daß das beim Hören kaum stört, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß Brahms selbst damit mittelfristig nicht zufrieden war. Hochspannend ist freilich, daß man sich angesichts dieses Konzerts noch ganz gut vorstellen kann, wie Brahms eine etwas andere Entwicklung, mehr in Richtung Liszt oder gar Bruckner hätte nehmen können.


    Das Doppelkonzert müßte man mal wieder hören ;) Seltsamerweise war es das erste der Konzerte, das ich näher kennengelernt habe (Rückseite einer MC mit dem Tripelkonzert); es ist ganz sicher zu Unrecht (vergleichsweise) vernachlässigt und ein sehr "brahmsisches" Werk. Es ist aber ein Stück, wo ich irgendwie den Eindruck habe, seine Ideen seien vielleicht besser in einer kammermusikalischen Form (Sextett mit konzertierenden Solisten?) aufgehoben.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hallo!


    Eigentlich mag ich alle sehr gerne, aber der Thread hat mal wieder ins Leben gerufen, dass ich zumindest zwei der Konzerte nicht so häufig höre, wie sie es verdient haben.
    Auf Nummer eins steht bei mir klar das D-Moll-Konzert. Die Ecksätze sind äußerst mitreißend, und das Adagio ist sehr schön schwelgerisch.
    Auf Position zwei das Violinkonzert, das ich wahrscheinlich am häufigsten von allen höre. Vor allem der Kopfsatz mit seinem Wechsel zwischen wunderschön ruhigen und aufgewühlten Passagen hat es mir angetan (wie auch im Kopfsatz des D-Moll-Konzerts); auch das Adagio ist wunderschön. Ich habe die Aufnahme von Klemperer und Oistrakh, ich nehme an, die ist eher langsam?
    Viel zu selten höre ich Doppel- und B-Dur-Konzert, deswegen erübrigt sich hier eine weitere Reihenfolgenbildung; wahrscheinlich mag ich das Doppelkonzert etwas lieber.


    Zitat

    Allerdings akademischer als später schon im Finale des d-moll-Konzerts, was zu je einem Drittel Hommage an Bach und Beethoven ist, so daß für Brahms nicht soviel übrigbleibt.


    Hmm, das Fugato (ich finde nur das eine) habe ich bisher eigentlich eher als Beethoven- oder Mozartparodie empfunden: Es lässt sich an wie die Fugati im Eroica-Finale oder in der Zauberflötenouvertüre (oder an vielen anderen Stellen), die, als Piano-Rinnsale beginnend zum alles mit sich reißenden Forte-Strom werden; hier bleibt die Eruption aber aus, gerade in dem Moment, wo der Zuhörer sie erwartet, fängt die Musik an, abzuschwellen und auf der Stelle zu treten, bis das Klavier mit einer völlig unwirklich klingenden Variante des Hauptthemas beginnt...


    Gruß,
    Spradow.

  • Als ehemaliger Brahmsianer entscheide ich mich für folgende Reihenfolge:


    1. Violinkonzert D-Dur


    2. Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur


    3. Doppelkonzert a-moll


    4. Klavierkonzert Nr. 1 d-moll



    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Meine Reihenfolge:


    1.: Violinkonzert - Ein sehr schöner Anfangs- und ein raffinierter und unaufdringlicher zweiter Satz; ich finde das Werk stimmig und kraftvoll


    2.: Doppelkonzert - Es liegt nur knapp hinter dem Violinstück. Sehr unaufdringlich; schön finde ich das farbig unterlegte Wechselspiel der Soloinstrumente im zweiten Satz.


    3.: Zweites Klavierkonzert - Schöne Stellen, etwas zum Schwelgen. Reicht nicht ganz an obige Konzerte heran, da durch die für mich etwas zu sehr in sich geschlossene Welten von Klavier und Orchester etwas zu abgehackt.


    4.: Erstes Klavierkonzert - Finde ich nicht so gut, da ich nicht so sehr eine geschlossene Linie des Gesamtwerks sowie der jeweiligen Sätze erkennen kann.


    Gruß,


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Hallo zusammen,


    hier nun meine Reihenfolge.


    2. Klavierkonzert - eingängiger und runder als das 1.


    1. Klavierkonzert - ruppig mit überraschenden Wendungen


    Violinkonzert - schwer zu sagen - Ich mag es, mehr nicht.


    Doppelkonzert - Bis jetzt konnte ich damit nicht recht warm werden.



    LG


    Maggie

  • 2. Klavierkonzert führt bei mir wegen seiner unerhörten Perfektion. Außerdem ist dieses Werk einfach so unglaublich ideenreich und gleichzeitig so schlüssig, eine solche Kombination stellt für mich eigentlich das Ideal einer Komposition dar und diesem Ideal ist selten einer so nahe gekommen. Allein wie es schon beginnt! Und dann gleich am Anfang diese lange "Kadenz" mit einem unfassbaren Klavierpart, man kriegt schon Gänsehaut wenn man sich die Noten nur ansieht.
    Das 1. Klavierkonzert hat einen der ergreifendsten Kopfsätze, die ich kenne, aber der 3. Satz gibt mir nicht viel.
    Violin- und Doppelkonzert stehen ungefähr gleich auf.

    "Das Große an der Musik von Richard Strauss ist, daß sie ein Argument darstellt und untermauert, das über alle Dogmen der Kunst - alle Fragen von Stil und Geschmack und Idiom -, über alle nichtigen, unfruchtbaren Voreingenommenheiten des Chronisten hinausgeht.Sie bietet uns das Beispiel eines Menschen, der seine eigene Zeit bereichert, indem er keiner angehört." - Glenn Gould

  • Das 1. Klavierkonzert steht für mich an erster Stelle. Es ist wie ein schroffes, abweisendes Gebirge, das doch verträumte Täler und manche lieblichen Winkel einschließt.


    Das 2. Klavierkonzert steht an zweiter Stelle. Das Schlußwort in Sachen romantisches Klavierkonzert, vollendet und großartig, aber nicht ganz so profiliert wie der Vorgänger.


    Streicherkonzerte liegen mir nicht so, deshalb werden die beiden anderen (wohl ungerechterweise) hier nicht näher in Augenschein genommen.

    Musik: Atem der Statuen. Vielleicht: Stille der Bilder. Du Sprache wo Sprachen enden. Du Zeit, die senkrecht steht auf der Richtung vergehender Herzen. (Rilke)

  • Das Violinkonzert liegt konkurrenzlos vorn.


    (Als Aufnahme unerreicht ist für mich Ginette Neveu mit dem NDR-Orchester, 1948 )


    [Jetzt kommt ein weiter Abstand.]


    Über die anderen drei läßt sich dann diskutieren - oder auch nicht: Mir persönlich liegt dann manchmal das 1. Klavierkonzert näher, manchmal aber das Doppelkonzert, seltener das 2. Klavierkonzert. Eine feste Reihenfolge könnte ich da nicht angeben (allenfalls die eben angedeutete). Alle drei gehören zum Großartigsten überhaupt.

  • Mein (derzeitiger, aber das schon seit geraumer Zeit) Favorit ist das Doppelkonzert, dicht gefolgt vom zweiten Klavierkonzert.


    Die Lieblingsaufnahme des Doppelkonzertes ist eindeutig die Bernstein-Aufnahme mit Gidon Kremer und Misha Maisky.


    Beim Klavierkonzert wäre es die von Artur Rubinstein unter Eugene Ormandy, aber das habe ich schon anderswo geschrieben und begründet


    :hello: Jacques Rideamus

  • Hallo, also das ist natürlich wirklich Geschmackssache.


    Bei mir an der Spitze eindeutig das 2. Klavierkonzert, eine wunderschöne Musik in spätromantischem Stil und schon eine kleine Symphonie. Mein Favorit dafür ist Emil Gilels und das Chicago Symphony mit Fritz Reiner, einfach grandios diese Einspielung. Ich brauche keine andere!
    Danach das Doppelkonzert auch wegen dem Hintergrund dieser Komposition, dem Streit zwischen Brahms und Joachim und man spürt im Finale zutiefst die Versöhnung. Hier favorisiere ich die Einspielung mit Frank Peter Zimmermann und Heinrich Schiff.
    Mit Abstand zu diesen zwei an dritter Stelle das 1. Klavierkonzert, das mir persönlich nicht viel gibt und das Violinkonzert, das manchmal zu schmachtend in den lyrischen Teilen daherkommt und somit in Gefahr gerät, langweilig zu sein. Hier ist David Oistrach für mich die erste Wahl.

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Hallo zusammen,


    hier kann ich noch nicht vollständig antworten. Denn gerade mit dem Genre Konzert für Solist(en) + Orchester tat ich mich lange schwer und konnte es nicht so ernst nehmen. (Manchmal ging es mir sogar direkt auf die Nerven. :untertauch: )
    So hege ich für Beethovens 5. Klavierkonzert immer noch recht ambivalente Gefühle - seltsamerweise hatte ich mit seinen ersten beiden Klavierkonzerten weitaus geringere Probleme und fand sie immer nett bis reizvoll.


    Um zu Brahms' Konzerten zurückzukommen:


    - das Violinkonzert kenne ich noch nicht :stumm: :untertauch:


    - das 2. Klavierkonzert B-Dur habe ich nur in der sehr betagten Aufnahme mit Horowitz und Toscanini und bislang noch nicht die Geduld gehabt es bis zum Ende zu hören, so dass ich hier noch gar kein Votum abgeben kann.


    Auf Platz 2 meiner unvollständigen Liste steht das Doppelkonzert, das ich schon häufiger gehört habe (weil mit Brahms' 3. Symphonie unter Toscanini gekoppelt) und ganz reizend finde.


    Auf meinem Platz 1 jedoch steht klar das 1. Klavierkonzert aus dem d-moll und ich glaube kaum, dass ein anderes Brahms-Konzert ihm diese Stellung einst wird streitig machen können.
    Denn neben Mozarts C-moll-Konzert KV 491 war dieses für mich immer die Ausnahme bei meinen Vorbehalten gegenüber dem Genre Konzert. Die Düsternis, die bereits von dem Mozart ausgeht und dann von Brahms gesteigert und in damals zeitgemäßer Form komponiert wurde sprach mich immer sehr an.


    Ich halte Brahms op. 15 für einen jugendlichen Geniestreich, bei dem die Leidenschaft mir noch nicht so gezügelt scheint vom Gestus resignativer Bescheidung wie in späteren Werken.


    Viele Grüße


    :hello: