Das knifflige Coverbildratespiel - Unterhaltung für Kunstkenner

  • Mir scheint, dass hier Übersetzungsfehler vorliegt: " ..... es war wohl als Tischplatte konzipiert". In dem Dokument zur Übergabe von 1574 an das Monasterio de El Escorial, San Lorenzo de El Escorial wird das Werk erwähnt als ‘Una tabla en que está pintado los siete pecados mortales con un cerco redondo y en medio dél la figura de Christo Nuestro Señor y à las quatro esquinas de la tabla otros quatro circulos en que está pintado: en uno la muerte, en otro el juycio, en otro el infierno, y en el otro el parayso, de mano de Gerónimo Bosqui, que tiene quatro puies de alto y cinco de ancho’.


    Tabla bedeutet Tafelbild und nicht Tischplatte

    Lieber Orfeo - ich habe auch gestutzt, als ich es geschrieben habe und deshalb mit "wohl" relativiert. Erwin Pokorny und andere zweifeln dazu noch an der Zuschreibung des Gemäldes zu HB und begründen es ausführlich. Sie schreiben es einem Schüler zu.

  • Lieber Orfeo - ich habe auch gestutzt, als ich es geschrieben habe und deshalb mit "wohl" relativiert. Erwin Pokorny und andere zweifeln dazu noch an der Zuschreibung des Gemäldes zu HB und begründen es ausführlich. Sie schreiben es einem Schüler zu.

    Es scheint aber dennoch eine Art Tischplatte zu sein. Der spanische Titel lautet "Mesa de los pecados capitales". Und im Prado ist das Werk tatsächlich als Tischplatte ausgestellt.

  • Liebe Rätselfreunde


    Ganz so einfach scheint das Rätsel nicht zu sein. Hinweise sind nötig:


    Maler und Komponist haben das gleiche Todesjahr.


    Der Familienname beginnt in den Landessprachen, der Länder, wo sie gewirkt hatten, mit dem gleichen Phonem [ʃ], das jedoch mit unterschiedlichen Buchstaben Trigraph bzw. Digraph geschrieben wird.


  • Liebe Rätselfreunde


    Trotz der Einfachheit hat niemand die Lösung gefunden. Es ist das erste Mal seit Bestehen des Threads, dass die Lösung nicht gefunden wurde.


    Nach mehr einem Monat und der Nennung von Hinweisen erlaube ich mir den Maler zu nennen: Théodore Chassériau (1819-1856)


    Der Maler und der Komponist Robert Schumann (1810-1856) haben das gleiche Todesjahr.


    Es ist das Porträt von Adele (1810-1869) und Aline (1822-1871), den Schwestern des Künstlers.


    Es hängt im Louvre.


    Theodore_Chasseriau_-_Miss_Chasseriau_said_the_two_sisters_Portrait_of_Adele_%281810-1869%29_and_Aline_%2818_-_%28MeisterDrucke-951415%29.jpg


  • Liebe Rätselfreunde


    Ich wage es, ein neues Rätsel zu stellen. Wieder zeigt es zwei weibliche Gestalten. Wieder ist es ein Ausschnitt.


    Wer hat es gemalt?


    Welche Besonderheit hat das Gemälde?


    Es gehört zu einem Museum, dass einen Sammlungsbestand von 1,2 Millionen Werken hat. Ich weiss deshalb nicht, ob es ausgestellt ist.



  • Lieber Moderato - ein schönes Portrait der zwei Schwestern - ich habe aktuell wenig Muse für die Rätsel - das wird sich aber bald wieder ändern. Vielen Dank jedenfalls!

  • Vor dem Gemälde erstellte der Maler eine Studie (Kreide auf Skizzenbuchblatt, hier der entsprechende Ausschnitt).


    IMG-20260106-221704.jpg

    Die Skizze aus dem Jahr 1914 befindet sich in Berlin.

    Ich bin dann mal weg.

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  • Leider kenne ich das Gemälde nicht und habe überhaupt keine Idee - mal schauen wie weit ich komme: die Malerei ist pastos expressionistisch - trotzdem lässt sich eine große Nähe der beiden Frauen erkennen. Die Farben sind überwiegend blau - passend zum Hafen. Anhand der Skizze sollte es dann im 1. WK gemalt worden sein. Ich finde es hat eine gewisse kubistische Anmutung - und irgendwie auch nicht. Möglicherweise handelt es sich um einen Maler aus dem Ruhrgebiet. Hmmmm Heinrich Campendonk? Macke könnte auch sein - aber der starb schon 1914 :/:/:/

  • Lieber Jakobus


    Du hast die Ehre, das nächste knifflige Rätsel zu stellen, denn du hast den Namen des Malers trotz des Ausschnittes gefunden.


    Der allzufrüh im 1. Weltkrieg verstorbene August Macke (1887-1914) ist es.


    Das Gemälde zeigt den Hafen in Duisburg.


    Es gehört zum Sammlungsbestand der Albertina in Wien.

    Wer das Neujahrskonzert 2026 gesehen hat, weiss, dass das Museum in diesem Jahr das 250 Jahre Jubiläum feiert.


    Das Besondere des Gemäldes ist, auf der Rückseite ist ein Männerportrait. August Macke hatte es, nehme ich an, aus Ermangelung einer Leinwand, zweifach bemalt.



    preview


  • Schön das freut mich - ich war nur irritiert durch die Zeichnung von 1914 - aber offensichtlich hatte er es schnell gemalt. Hahah - ich mag das Neujahrskonzert überhaupt nicht ^^. Das war mehr raten wie wissen - aber macht nichts. Freut mich - kommt demnächst.......:P

  • Das Rätsel im Rätsel: wo befindet sich Mackes Duisburger Hafen wirklich?


    Das Bild ist Teil der "Sammlung Othmar Huber", und die ist im Kunstmuseum Bern beheimatet.

    Die Albertina schreibt dazu: "Seine Sammlung überführte Huber kurz vor seinem Tod 1979 in eine Stiftung. Die ausgestellten Werke sind Leihgaben der Stiftung Othmar Huber, die im Kunstmuseum Bern beheimatet ist, und des Kunsthauses Glarus."


    Das Eidgenössische Department für Auswärtiges in Bern schreibt:"Die ALBERTINA begrüsst die Sammlung Othmar Huber zu einem Gastauftritt im Rahmen der Schausammlung «Meisterwerke der Moderne - Die Sammlung Batliner». Aus der Kollektion des Schweizer Augenarztes Othmar Huber (1892–1979) wird eine Auswahl von 15 Werken präsentiert ...."


    Ich bin dann mal weg.

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Maximilian_I._%28HRR%29#/media/Datei:Albrecht_Dürer_-_Portrait_of_Maximilian_I_-_Google_Art_Project.jpg



    Liebe Rätselfreunde - ich vermute Moderato wird einwerfen, dass dieses schöne Portrait Albrecht Dürers von Kaiser Maximilian I. schon einmal dran war - davon gehe ich zumindest aus - aber darum geht es mir nicht. Mir fiel auf, dass auf dem 3/4 Portrait wenige bis gar keine Herrscherattribute Maximilians sichtbar sind - z. B. fehlen Reichsinsignien, keine aufwändige Rüstung, selbst den Orden vom Goldenen Vlies hat er selbst nicht um. Wüsste ich es nicht besser, würde ich ihn für einen reichen Nürnberger Kaufmann halten. Ich frage mich wirklich warum er sich so portraitieren lassen hat - zumal ihm es bei früheren Portraits um Repräsentation ging. Sicher - es war ein Altersportraits - trotzdem erstaunlich. Vielleicht kennt jemand die Hintergründe. Allerdings gibt es schon einige wenige Symbole, die seinen Reichtum zumindest beschreiben. Bitte benenne diese und deren symbolhaften Hintergrund.


  • ... Allerdings gibt es schon einige wenige Symbole, die seinen Reichtum zumindest beschreiben. Bitte benenne diese und deren symbolhaften Hintergrund.

    Ich glaube nicht, dass sich dazu eine Antwort finden lässt, die mit 100%iger Sicherheit als richtig gelten kann. Aber man kann ja zumindest unverbindliche Vermutungen haben.


    1518, während des Augsburger Reichstags, beauftragte Maximilian I. Dürer mit einem Porträt. Der Künstler traf den Kaiser im Schloss und fertigte eine Bleistiftzeichnung an, nach der er später ein Tafelbild und einen Holzschnitt anfertigte.

    500px-Durer%2C_massimiliano_I%2C_disegno.jpg


    Albrecht_D%C3%BCrer_-_Emperor_Maximilian_I_-_WGA07013.jpg

    man beachte die dunklen Haare!


    Das Ölgemälde wurde erst 1519 nach dem Tod des Kaisers fertiggestellt und weist einige Abweichungen von der ursprünglichen Zeichnung auf. Man beachte hier die grauweißen Haare! Was war in dem einen Jahr geschehen?

    500px-Albrecht_D%C3%BCrer_-_Portrait_of_Maximilian_I_-_Google_Art_Project.jpg


    Seine linke Hand hält sein persönliches Symbol, einen großen Granatapfel als Symbol für Zusammenhalt der Einzelteile und somit für das Heilige Römische Reich, wobei die Körner seine Untertanen repräsentieren sollen.

    Oben links befindet sich das Habsburger Wappen mit der Kette des Goldenen Vlieses, neben einer Inschrift, die die Titel und Taten des Kaisers auflistet.


    Unbenannt00.jpg


    Warum er sich so, also quasi als Privatmann, darstellen ließ, kann man wohl nicht eindeutig beantworten, ebenso wie die Frage nach der veränderten Haarfarbe. Sicher ist, dass er, nachdem er die Sterbesakramente empfangen hatte, er das kaiserliche Siegel abgab und verbot, ihn mit seinen Titeln anzureden. Vielleicht hat Dürer das in seiner Darstellung respektiert.

    Ich bin dann mal weg.

  • Orfeo - genau - somit wurde das Gemälde selbst post-mortem gemalt. Maximilian starb im Januar 1519. Noch kurz zum Granatapfel - für damals war das ein Luxusobst. Das Mittelalter nahm ihn als Reichsapfel zum Symbol der Herrschertugend; wohl ein Relikt altgermanischer Vorstellungen. Im Portrait mit den schwarzen Haaren, welches Du zeigst, gleicht der Granatapfel auch mehr einem Reichsapfel als in dem mit den grauen Haaren. Außerdem trägt er den Orden vom goldenen Flies. Im anderen mit den grauen Haaren nicht. Worauf ich eigentlich raus wollte, war die Agraffe/Medaille am Hut. Die zeigt in dem "grauen" Portrait Maria mit Kind. Beim anderen ist es nicht wirklich gut zu sehen. Es scheint aber eine andere Medaille zu sein. Der Hintergrund beim "schwarzen" Portrait war wohl ursprünglich ebenfalls grün, was Sinn machen würde. Insgesamt ist das Wiener Portrait mit den grauen Haaren in einem deutlich besseren Zustand wie dass mit den schwarzen. Wie Du schreibst, es lässt sich wohl nie sagen, was Dürer oder Maximilian damit erreichen wollte. Vielleicht war das "schwarze" mehr zur Repräsentation/Nachwelt gedacht und das "graue" mehr für die Familie. Vielleicht wissen unsere Wiener Freunde mehr?

    Zur Erläuterung: Das war nicht wirklich ein Cover Rätsel, sondern eher eine Besprechung, weil mir das Portrait in einem anderen Thread - die entsprechenden CDs von Garaguly vorgestellt - auffiel, und gut gefallen hat. Ich kannte es zwar schon, aber ich hatte vergessen, dass es von Dürer stammt.

  • ... Das Mittelalter nahm ihn als Reichsapfel zum Symbol der Herrschertugend; wohl ein Relikt altgermanischer Vorstellungen ....

    Der Bezug des Reichsapfels zu "altgermanischen Vorstellungen" ist für mich nicht nachvollziehbar. Diese Aussage findet man allerdings mehrmals in mit Hilfe von KI generierten Texten, wie z.B. im Artikel

    Granatapfel – die Wunderfrucht bei alimentarium.org. Mir fallen zum Thema "germanische Äpfel" nur die goldenen Äpfel der Göttin Idun ein, die aber eher mit Fruchtbarkeit, Leben und ewiger Erneuerung zu tun haben und wenig bzw. gar nichts mit christlicher Weltherrschaft.

    Der Reichsapfel, also die Weltkugel mit Kreuz symbolisiert die religiöse Verbindung des Kaisers zu Gott als dem höheren Herrscher.

    Der Granatapfel steht wegen seiner vielen von einer festen Schale umgebenen Kerne in religiösem Sinn für die Einheit der Gläubigen unter dem Schutz der Kirche

    mm.jpg


    bzw. im weltlichen Sinn symbolisiert er wegen der einer Krone ähnelnden Blüte die Macht des Herrschers.

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    Ich bin dann mal weg.

  • Der Bezug des Reichsapfels zu "altgermanischen Vorstellungen" ist für mich nicht nachvollziehbar. Diese Aussage findet man allerdings mehrmals in mit Hilfe von KI generierten Texten, wie z.B. im Artikel

    Granatapfel – die Wunderfrucht bei alimentarium.org. Mir fallen zum Thema "germanische Äpfel" nur die goldenen Äpfel der Göttin Idun ein, die aber eher mit

    Hallo Orfeo, ich bin da bei Dir - ich habe mir auch überlegt, ob ich es von dieser Seite übernehmen soll (ist aber ein Webfund und nicht KI generiert). Zumal woher sollen die Germanen Granatäpfel kennen - einzig von den Römern - aber das waren bestimmt wenige Ausnahmen, um dann nachhaltig in deren Kultur- und Glaubenswelt einzugehen? :/ Aber ich habe es übernommen, weil es als Symbol für ein Relikt altgermanischen Vorstellungen stehen soll. Das ist nebelhaftes Geschwafel und Relikt kann vieles sein - z.B. Deine zitierte Göttin Idun. Aber stimmt schon - ich hätte es besser weglassen sollen.

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  • Guten Morgen an Alle - ein neues Rätsel. Zugegeben, das Motiv hätte besser in die Weihnachtszeit gepasst, aber eben war noch die "Heiligen Drei Könige" - somit sollte es noch okay sein. Bin gespannt, ob ihr es erratet. Es ist nicht ganz leicht. Ein Hinweis, der helfen mag: es hängt in Kassel



  • 500px-Jacob_Jordaens_-_Die_Anbetung_der_K%C3%B6nige_-_GK_992.jpg


    Das Bild hat - da bin ich mir sicher - Jacob Jordaens (1593-1678) gemalt. Er ist auch als "der Ältere" bekannt. Er stammte aus Antwerpen, wo er auch starb. Jordaens war ein Zeitgenosse von Heinrich Schütz, dessen "Historia der Geburt Jesu Christi" in der vorgestellten schönen Einspielung doch ihn illustriert wird. Erst gestern hielt ich mich für längere Zeit in der Berliner Gemäldegalerie auf, zu deren Bestand sein Bild "Die Entführung der Europa" gehört. Selbst bin ich nicht sehr leidenschaftlich seiner Kunst und seinem ausladenden barocken Malstil zugetan, schätze ihn aber als bedeutenden Künstler seiner Zeit.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rüdiger - Volltreffer und so schnell!!! Soweit ich weiß hängt das Gemälde "Anbetung der Könige" von ihm in Kassel. Ich finde den Aufbau und die Perspektive nach hinten bemerkenswert gelöst. Immerhin sind rund 25 Personen, ein Kamel und ein Pferd auf einem großformatigen (1,56x1,15 m) aber nicht riesigen Gemälde. Allerdings scheint der Reiter hinten überhöht. Auch die Gesichter sind gut gemacht. Du hast gewonnen und darfst das nächste Rätsel stellen.