Das knifflige Coverbildratespiel - Unterhaltung für Kunstkenner

  • Da war ich schneller als Tamino es erlaubt. Alles zurück auf Null, denn ich muss ja zuerst das Rätsel von moderato lösen, ehe ich das neue stellen kann.


    Also hier die Lösung:

    Die Schlacht bei Dettingen ist ein Gemälde von John Wootton (1682-1765), Öl auf Leinwand, 142 x 158 cm und befindet sich im National Army Museum, London.


    Jules Charles Henri de Clermont-Tonnerre - Histoire de l'Europe


    Und die Himmelfahrt vergessen wir jetzt wieder, die war eine gute Idee, aber leider zum falschen Zeitpunkt.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo


    Deine Lösung stimmt. Du hast die Ehre, das nächste knifflige Rätsel in diesem Thread der Cover zu stellen.


    John Wootton (1682-1764) hat sich einen Namen als Pferdemaler und Schlachtenmaler gemacht.


    Die Pferderennenverrückten Britten wollten ihre Sieger verewigt sehen. Hier ist es Lamprey, mit seinem Besitzer, Sir William Morgan, in Newmarket, 1723


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    Das Gemälde auf dem Rätsel-Cover zeigt König Georg II. (1683-1760) in der Schlacht von Dettingen, mit dem Herzog von Cumberland und Robert, 4. Earl of Holderness, am 27. Juni 1743.


    Zur Schlacht von Dettingen gibt's hier mehr Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Dettingen


    Der königliche Gaul ging durch, der König kam zu spät zurück und hat in der Schlacht nicht allzu viel zu kommandieren gehabt. Wenigstens hat das Tier den Regenten nicht in die feindlichen Linien gebracht. Das wäre eine Geschichte gewesen.


    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Nachdem ich das eigentlich vorgesehene Rätsel dummerweise schon voreilig in #6030 als Gebhard Fugels Darstellung von Christi Himmelfahrt in der Kirche von Oberschach eingestellt hatte, bleibe ich bei einem religiösen Thema

    Georg Friedrich Händel (1685-1759): Chöre aus bei jpc


    Wie man unschwer erkennen kann, handelt es sich um ein Deckengemälde des deutschen Spätbarock.


    Wo befindet es sich, wer hat es erschaffen?

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo


    Wer's einmal gesehen hat, vergisst es nicht so schnell. Es ist ein Werk der Familie Asam.


    Das Deckenfresco befindet sich in der Benedektiner-Abtei St. Georg in Weltenburg, einem Ortsteil von Kelheim an der Donau in Niederbayern. Es liegt oberhalb des Donaudurchbruchs in einer Donau-Schlinge. Während der Arbeiten an dem Deckenfresko des Hochaltarraumes verstarb Cosmas Damian Asam (1686-1739), sodass sein Sohn Franz Erasmus Asam (1730-1795) das Werk vollenden musste.


    Die Details der Darstellung sind wahrlich üppig. Wikipedia erklärt die Szenerie der Personen so:


    "Das Deckenfresko an der Flachdecke oberhalb des Kuppelausschnittes stellt in allegorischer Form die verklärte Kirche dar. Zentrales Gestaltungselement ist der Heilige Geist, der für die Herzmitte der Kirche steht. Im vorderen Bereich erkennt man die Krönung Mariens durch Gott Vater und Gott Sohn, darunter die Aufnahme des Kirchenpatrons St. Georg in den Himmel. Von hier aus finden sich im Uhrzeigersinn folgende Motive: eine Allegorie der triumphierenden Kirche; die Heiligen Benedikt und Scholastika; der Konvent von Weltenburg mit dem Abt Maurus Bächl, unter dem die Klosterkirche erbaut wurde, an der Spitze; der Stuckateur der Kirche, Egid Quirin Asam, als Genius; der heilige Martin und die ebenfalls heiliggesprochenen Regensburger Bischöfe Wolfgang und Emmeram; die heiligen Frauen und Jungfrauen Helena, Ursula, Barbara und Katharina; über der Orgel die heilige Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik; daneben König David und weitere Vertreter des Alten Bundes; über der Kanzel schließlich die zwölf Apostel und der „Bayernapostel“ Rupert, der angeblich die erste Klosterkirche in Weltenburg errichten hat lassen."


    Weltenburg-church-2.JPG



    Die Brüder Egid Quirin Asam (links im Deckengemälde) und Cosmas Damian Asam (rechts als Stuck-Skulptur). Einen Feldstecher zum Erkennen der Details und/oder einen Spiegel zum Entgegenwirken der Genickstarre sind hilfreiche, nein unerlässliche Utensilien beim Betrachten.


    Asam-Brothers-Weltenburg-2560px.jpg



    Mehr zum Kloster hier: https://kloster-weltenburg.de


    Das Bier ist lecker, das im Kloster gebraut und ausgeschenkt wird.


    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Lieber moderato,


    das ist fast richtig, aber das Kloster befindet sich nicht in Altenburg, sondern in Weltenburg.



    Mehr dazu unter den folgenden Links:


    http://www.magellanworld.net/d…hb_kloster_weltenburg.htm


    https://www.heimatforschung-re…rg.de/3019/1/ubr19444.pdf


    Die Brüder Asam, Cosmas Damian Asam (1686–1739) und Egid Quirin Asam (1692–1750), waren als Bildhauer, Stuckateure, Maler und Architekten tätig, die auf getrennte Rechnung, aber meist gemeinsam vor allem in Süddeutschland gearbeitet haben. Sie gehören zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Spätbarocks.


    Damian hat es 1989 sogar auf eine Briefmarke geschafft

    1989 Todestag von Cosmas Damian Asam - - Briefmarken-Versand-Welt.de


    Du kannst dir also den Kopf über ein neues Rätsel zerbrechen


    Orfeo


    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo


    Mein Rechtschreibprogramm macht sich zuweilen selbständig und korrigiert Wörter, die ich richtig getippt habe. Weltenburg hat es soeben in Wellenberg "verschlimmbessert" und das je nach virtuellem Gusto... Das letzte Mal war es Altenburg.



    Liebe Rätselfreunde


    Nun denn, auf zu einem neuen kniffligen Rätsel. Für die Überprüfung der Machbarkeit der Lösung habe ich einige Zeit gebraucht. In meiner Einschätzung ist es eines der eher sehr kniffligen Sorte.


    Wer hat's gemalt?


    Einen Tipp kann ich liefern: Beim Tor ist heute der Nullpunkt des nationalen Autobahnnetzes.



    Es wartet auf eure Lösungsvorschläge


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde und Kunstliebhaber


    Einen weiteren Tipp kann ich geben:


    Der Gesuchte hatte mit seinen Veduten Erfolg.


    LG moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde


    Ein weiterer Tipp ist nötig.


    Das Gebäude mit den beiden Toren wurde abgebaut, weil es den Zugang für militätische Paraden behinderte und wurde 1994/95 wieder aufgebaut. Sein Name hat einen Bezug zu Mahlers 2. Sinfonie.


    Es grüsst euch


    moderato

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • 41_00156874~fjodor-jakowlewitsch-alexejew_blick-auf-das-woskressenskije-tor-von-der-twerskaja-strasse-in-moskau.jpg


    Lieber moderato, haben wir hier nicht den Blick auf das Auferstehungstor in Moskau von Fjodor Jakowlewitsch Alexejew (1753-1824)? Das ist mein Lösungsangebot. Eigentlich gibt es ja sogar zwei Bezüge zwischen CD-Cover und dem gesuchten Bild. Die Zweite von Mahler, die Auferstehungssinfonie wird vom Moskauer Rundfunkorchester gespielt. Und zweitens steht das Auferstehungstor am Roten Platz in Moskau. Mich brachte das Orchester auf die Spur. Als ich zuletzt in Moskau gewesen bin, war das Tor noch nicht wieder neu erstanden.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Lieber Rheingold1876


    Deine Lösung stimmt: Fjodor Jakowlewitsch Alexejew (1753-1824) hat die Ansicht des Auferstehungstores gemalt, das den Zugang heute zum Roten Platz in Moskau gewährt. Es wurde wieder in ähnlicher Weise in roter Farbgebung aufgebaut.


    1280px-Moscow_-_Entrance_of_Red_Square.jpg?1599990826167


    Es grüsst dich herzlich verbunden mit der Aufforderung uns das nächste Rätsel zustellen.


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde, auf in die neue Runde. Ich freue mich, dass ich wieder ein Werk ins Spiel bringen kann, das mir sehr wichtig ist.


    R-9968746-1489410773-3079.jpeg.jpg


    An anderer Stelle des Forum ist der ungarische Tenor József Réti im Gespräch. Er hat in einer Einspielung des Oratoriums "Christus" von Franz Liszt mitgewirkt, die für mich zu den schönsten gehört. Die Aufnahme ist in verschiedenen Aufmachungen auf den Markt gelangt. Die Frage lautet: Welches Gemälde von welchem Maler hat die Plattenfirma Hungaroton für diese Cover herangezogen?

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Lieber Rheingold1876


    Ich habe keine Ahnung, welcher Maler es sein könnte, in welcher Epoche das Gemälde entstanden ist oder aus welchem Bild, der Ausschnitt stammen könnte.


    Das Label Hungaroton ist in Ungarn beheimatet, Ferenc ist die ungarische Form von Franz. Gehe ich von der Annahme aus, der Grafiker hat sich an Übereinstimmung von Land und Zeit, wo unnd wann das Werk entstanden ist, gehalten, macht es Sinn, bei ungarischen Malern des 19. Jahrhundert zu recherchieren. Christus scheint als Thema klar.


    Ich schau mich mal bei ungarischen Christusdarstellungen des 19. Jahrhunderts um.


    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Lieber Rheingold1876


    Wenn man die Liste der ungarischen Maler durcharbeitet, gelangt man zum Maler Mihály Munkácsy (1844-1900), der die Szene Jesus vor Pilatus gemalt hat. Es bestehen verschiedene Fassungen. Die Gestalt auf dem Cover konnte ich nicht ermitteln. Die Partie mit dem schwarzen Fleck im Ohr kommt im gezeigten Gemälde nicht vor.


    Munkacsy_-_Christ_in_front_of_Pilate.jpg




    Der Maler hat die Gestalt des Jesus auch in ihrem Profil gemalt.


    42fe3dc8ce18c9b41b1510ffea251d11.jpg


    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Guten Morgen, lieber moderato, Du hast das Rätsel gelöst. Alfred würde noch hinzugesetzt haben - wie es nicht anders zu erwarten war. ;) Dem schließe ich mich gern an. In der Tat ist es ja auch so.


    Die Wiedergabe des Christus-Kopfes auf dem alten LP-Cover ist sehr unscharf. Ich weiß nicht, ob das gewollt gewesen ist. Eine gewisse überirdische Wirkung geht schon davon aus im Vergleich zur genauen Malweise des kompletten Gemäldes, dem der Ausschnitt nach meiner Überzeugung entstammt. Das einzelne Porträt kannte ich nicht.


    Du weißt, was Dir jetzt blüht?

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Die Partie mit dem schwarzen Fleck im Ohr kommt im gezeigten Gemälde nicht vor.


    Munkacsy_-_Christ_in_front_of_Pilate.jpg


    Ich habe das Original im Ausschnitt vergrößert und das Cover verkleinert und ineinander gefügt

    bdsmlr-419703-S8yqDN5zTR.jpg


    Es stimmt überein.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Orfeo sei dank für seine eigene Version! Es gibt übrigens noch eine andere Ausgabe der LP-Box mit einem größeren Ausschnitt der Christus-Figur:


    R-8552704-1463917904-7232.jpeg.jpg

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold 1876

  • Lieber Orfeo, lieber Rheingold1876


    Danke für die Mühe die du dir mit dem Ineinanderfügen der Bilder gemacht hast. Ich gehe davon aus, dass die Fassung auf dem Cover eine andere ist, als die ich gefunden habe. Der metallene Teil der Speerspitze endet bei den Umrissen der Jesusgestalt, während sie in meiner gefundenen Fassung bei einer Falte des Gewandes den Übergang zum Holz des Schaftes hat.


    Ich werde ein neues Rätsel suchen.


    LG moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde


    Nachdem ich überprüft habe, ob man zur Lösung finden kann, folgt das nächste Rätsel.


    Es handelt sich um einen kleinen Ausschnitt aus einem Meisterwerk. Die Auftragsarbeit hat den Ruhm des Malers begründet. Sie wurde für eine Kirche fern der Heimat des Künstlers erstellt. Die Menge der dargestellten Personen, die der Gesuchte auf seinem Gemälde aufbietet, ist so gross, dass der Engel leicht übersehen werden kann. Die Malweise finde ich charakteristisch, dass die Lösung auf der Hand liegt.


    Wer hat den Himmelsboten mit der Laute gemalt?



    Es wünscht euch Erfolg in der Recherche oder beim Raten


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Halleluja und heureka! Ich habe es geschafft.


    Albrecht Dürer malte dieses großformatige Altarbild 1506 im Auftrag deutscher Kaufleute als Altarbild für die Kirche San Bartolomeo in Venedig. Heute befindet es sich in Prag.


    bdsmlr-419703-mYphegAXYY.jpg


    Das Bild heißt zwar Rosenkranzfest, entstand aber einige Jahrzehnte, bevor ein solches Fest eingeführt wurde. Dargestellt ist die Rosenkranzbruderschaft, die 1475 als Gebetsverbrüderung in Köln gegründet wurde. In diese erste Rosenkranz-Bruderschaft schrieb sich 1475 König Maximilian I. (rechts) ein, der Papst ist Julius II., der aber vollkommen anders aussah. Ähnlichkeit vermied Dürer jedoch, denn Julius war ein Gegner Venedigs.


    bdsmlr-419703-4OkKQaPpw3.jpg


    Insgesamt werden 13 Rosenkranz-Kronen verteilt.

    bdsmlr-419703-3U5bzhVjrq.JPG


    Besonders gefällt mir dieser kleine Bursche

    bdsmlr-419703-iJaVwunyOA.JPG


    Eine 1606 bis 1612 entstandene Kopie befindet sich im Kunsthistorischen Museum Wien.

    230px-Rosenkranzfest_1606_-_1612_KHM_GG_1900.jpg


    Eine frühere, noch in Venedig angefertigte Kopie wurde 2009 bei einer Auktion der Galerie Koller angeboten230px-Kopie_von_D%C3%BCrers_Rosenkranzfest_%28um_1600%29.jpg

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo


    Ich gratuliere dir herzlich zur Lösung und überreiche dir den Lorbeerkranz des Siegers verbunden mit der Aufforderung, uns ein neues kniffliges Rätsel zu stellen.


    Albrecht Dürer hat sich selbstbewusst ins Gemälde "Das Rosenkranzfest" gesetzt. Er steht mit Bart, in lockigem, langen Haar links vom rechten Baum und hält ein beschriebenes Papierdem Betrachter hin.


    Exegit quinque mestri / spatio Albertus / Durer Germanus MDVI / AD


    Wikipedia weiss dies:


    Mit diesem Zettel weist Dürer darauf hin, dass er das Gemälde in nur fünf Monaten des Jahres 1506 (MDVI) geschaffen habe. Das Buchstabenkürzel AD ist Dürers Signatur, die auf fast keinem Bild fehlt.


    Wie Briefe belegen, hatte Dürer keine besonders hohe Meinung von der Leistung seiner venezianischen Kollegen. Dieses Urteil beruhte weitgehend auf Gegenseitigkeit. Dürer berichtet immer wieder davon, dass die italienischen Maler behaupteten, seine Bilder seien unmodern und er nicht mit Farben umgehen könne. ("...er sei nur im Stechen gut, wüßt aber nit mit Farben umzugehn..."). Erst mit dem „Rosenkranzfest“ änderte sich die Meinung der venezianischen Künstler und Dürer schrieb:


    „Jtz spricht jeder man, sy haben schoner Farben nie gesehen."


    Die Farbe Blau war zu jener Zeit die extravaganteste Farbe, die man zu jener Zeit in Bildern verwenden konnte, weil sie aus dem Halbedelstein Lapislazuli hergestellt wurde. Davon machte Albrecht Dürer üppg Gebrauch.


    Klickt man zwei Mal aufs Bild, kann man jedes Detail erkennen. Es offenbart auch, dass das Gemälde stark beschädigt st, was teilweise auf Dürers Unkenntnis im Umgang mit den Farben hinweist, denn er hatte sich erstmals in einem Bild diesen grossen Massen (162 × 194,5)  cm mit diesen Pigmenten beschäftigt.


    Es grüsst dich


    moderato


    Albrecht_Dürer_-_Feast_of_Rose_Garlands_-_Google_Art_Project.jpg

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde, lieber Moderato,


    beim Stöbern in anderen Threads, in diesem Falle in dem über Sigismund Ritter von Neukomm fand ich ein schönes Cover. Zuerst dachte ich an Christi Himmelfahrt, aber das war natürlich falsch.

    Die Aufnahme ist bei jpc nicht mehr erhältlich


    4903389


    Wer ist der Künstler, dem wir das Cover verdanken? Was stellt es dar?

    Bitte bis Freitag lösen, denn ab dann bin ich für zwei Wochen nicht online.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Lieber Orfeo


    Ein Rätsel der Klasse extrem schwierig stellen und noch verbunden mit der Bitte es bis Freitag zu lösen, so so. Ich gebe Vollgas.


    Keine Ahnung, wer der Maler sein könnte. Das ist für mich immer ein besonderer Ansporn.


    Da hilft nur eines, wie in vielen anderen Fällen, die aussichtslos für eine Lösung schienen: genaues Hinsehen. Doch allzu viel kann ich vom Sujet nicht erkennen. Die Auflösung ist zu gering. Vieles kann ich nur ahnen.


    Auf einem umwölkten Sockel steht eine Gestalt, die vor ein helles Licht gestellt ist. Die Darstellung erinnert an die Pose französischer Könige. Zu Füssen dieser Gestalt stehen zwei weitere, eine Frau und ein Mann, die sich auf zwei Hallebarden oder etwas Ähnlichem stützen. Der Sockel ähnelt dem Rumpf eines Schiffes. In einem hellen Oval vor diesem Sockel halten zwei Personen gemeinsam einen Gegenstand in die Höhe.


    Rechts unten sitzt ein Bartträger in einem von zwei Pferden gezogenen Gefährt und hält einen Dreizack in der Linken. Was zu seiner Rechten neben ihm sich aufhält, kann ich nicht erkennen.


    In der linken Ecke halten zwei Träger einen Gegenstand, der an eine riesige Urne erinnert. Sie blicken in Richtung zentraler Gestalt.


    Was unter dem Schriftzug der CD gemalt ist, entzieht sich mir.


    Links und rechts der zentralen Gestalt sind in gebührendem Abstand zwei weitere, von Wolkenschwaden umgeben, sitzende Gestalten postiert.


    Was will der Künstler dem Betrachter mitteilen? Eine Person wird glorifiziert. Etwas wird allegorisch dargestellt.


    O Amor Brazileiro - Modinhas & Lundus do Brasil, so lautet der Titel der CD.


    Der Grafiker wird ein Sujet eines Malers ausgewählt haben, das in Bezug zu Brasilien steht. Alles Andere macht für mich keinen Sinn. Maler aus diesem Kulturkreis kenne ich (noch) keinen.


    Der Komponist Sigismund Ritter von Neikomm hielt sich in Brasilien auf.


    Ich werde mal eine Recherche um das südamerikanische Land machen.


    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Hallo Moderato,


    du erinnerst dich an das Spiel heiß-kalt?


    König = heiß

    Komponist Brasilien = warm

    Maler / Brasilien = warm (aber kein Brasilianer), bei akg images vorhanden.

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Liebe Rätselfreunde, lieber Orfeo


    Die Komponisten haben diese Lebensdaten Sigismund Ritter von Neukomm 1778 bis 1858 José Maurício Nunes Garcia 1767 bis 1830. Das grenzt den Zeitraum ein.


    Eine Gemeinsamkeit zum letzten Rätselbild erkennt man: Acht Kränze werden dem königlichen Herrscher entgegen gestreckt.


    Eine dritte Gestalt sieht man zwischen Mann und Frau zu den königlichen Füssen, die den König auf einem Schild tragen. Der Dreizack-Mann hält eine Fahne, unten links ist eine dritte Gestalt bei den Urnen oder Vasenträgern. Die dem König huldigenden Personen knien. In den wabernden Wolken ist weiteres himmlisches Personal positioniert. Man sieht, dass die Sitzenden links und rechts mit Zepterstäben ausgestattet sind.


    jetzt noch den Sinn des Ganzen ermitteln und man ist der Lösung schon recht nahe, vermute ich.

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Etwas brasilianische Geschichte gefällig? Wikipedia beschreibt die königliche Epoche so:


    "Der Aufbruch Brasiliens in die Unabhängigkeit begann mit der Übersiedlung des gesamten portugiesischen Hofes von Lissabon nach Rio de Janeiro. Nach dem Scheitern seiner Schaukelpolitik zwischen Frankreich und England floh der portugiesische Regent Dom João vor den Truppen Napoleons im November 1807 mitsamt Hof und Staatskasse nach Brasilien, wobei ihm die britische Flotte hilfreiche und nicht ganz uneigennützige Dienste leistete. Mit der königlichen Familie ließ sich auch der gesamte Hofstaat (alles in allem etwa 15.000 Personen) im März 1808 (nach einem Zwischenaufenthalt in Bahia) in Rio nieder – eine nicht unerhebliche Erhöhung der Einwohnerzahl der Stadt und des gesamten Landes. Vor allem aber änderte sich damit dessen Status von dem einer abhängigen Kolonie zum gleichberechtigten Bestandteil des Mutterlandes – eine Entwicklung, die nicht mehr rückgängig zu machen war. ...


    Auf dem Wiener Kongress (1815) wurde Brasilien im Rahmen eines „Vereinigten Königreichs von Portugal, Brasilien und Algarve“ dem Mutterland formal gleichgestellt. Der königliche Hof hätte nach der endgültigen Niederlage Napoleons nach Portugal zurückkehren können. Prinzregent João, der 1817 nach dem Tod seiner geisteskranken Mutter Maria als João VI. den Thron bestieg, zögerte die Rückkehr aber immer wieder hinaus. Wachsende Unruhen im Mutterland zwangen ihn schließlich 1821 zur Abreise. Seinem Sohn, der als Regent in Brasilien zurückblieb, soll er den väterlichen Rat gegeben haben: „Pedro, ponha a coroa na cabeça, antes que alguns desses aventureiros o faça“. (Pedro, setze dir selbst die Krone aufs Haupt, ehe es irgendein Abenteurer tut.)"


    Meine Vermutung: Das Rätselbild bezieht sich auf diese historischen Vorgänge.

    .

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    Enno Poppe

  • Lieber Orfeo


    Jean-Baptiste Debret (1768-1848) schuf 1818 ein Gemälde, um König João VI. zu huldigen. Die Lithografie dieses Bildes, die in einem Buch über die historischen Vorgänge in Brasilien herauskam, zeigt es.


    Im Internet habe ich eine Beschreibung des Bildes gefunden. Google-Übersetzer sei dank:


    Jean-Baptiste Debret war ein französischer Maler, Zeichner und Lehrer, der Teil der französischen künstlerischen Mission war. Er kam 1816 nach Brasilien, wo er die Kaiserliche Akademie der bildenden Künste in Rio de Janeiro gründete, wo er Malerei unterrichtete.

    Zurück in Frankreich veröffentlichte er 1831 das Buch Viagem Pitoresca e Histórica ao Brasil, in dem er Aspekte des Menschen, der Natur und der brasilianischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert darstellte.

    Eines seiner Werke diente als Grundlage für die Definition der geometrischen Formen und Farben der republikanischen Flagge Brasiliens, die am 19. November 1889 angenommen wurde.

    In der Arbeit Das Szenario für das historische Ballett wurde Debret beauftragt, eine Art Landschaft zu malen, ein Objekt, um einen Ort zu schmücken, an dem König João VI unzählige Auszeichnungen erhalten würde.


    Jean-Baptiste_Debret_-_Cenário_para_o_Bailado_Histórico.jpg


    Hier sehen wir den König in der Mitte des Gemäldes auf einer Art Sockel, darunter drei menschliche Figuren, die jeweils eine seiner Vereinten Nationen von Portugal, Brasilien und Algarve darstellen. (Anmerkung moderato: Die Person im blauen Frauenkleid trägt einen Schnauz.) Hier verwendete Debret die Mythologie als Thema für die Arbeit, umgab den König mit verschiedenen mythologischen Allegorien und mit Soldaten, die von Wolkenrauch umgeben waren. Die Szene über den Gewässern würde sich auf die Reise beziehen, die der König unternahm, um nach Brasilien zu kommen, und die Gewässer loben, die die Monarchie zusammen mit der "Zivilisation" in brasilianische Länder brachten.


    Das Gemälde befindet sich jetzt in der Chácara do Céu in Rio de Janeiro, wo seine anderen Werke für das Teatro Real angefertigt wurden.


    Erhellend ist die Bemerkung zur brasilianischen Flagge, die auf Debret zurück geht, und im erwähnten Buch abgebildet ist.



    jbd_bandeira.jpg



    Es grüsst dich


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Lieber moderato,


    das war jetzt absolute Spitze, ich habe für all diese Details mehr Zeit benötigt.

    Das Buch mit den Abbildungen "Voyage pittoresque et historique au Brésil, ou Séjour d'un artiste français au Brésil, depuis 1816 jusqu'en 1831 inclusivement"


    Voyage pittoresque et histo…kann man hier online durchblättern


    Die Theaterdekoration mit Apotheose Johanns V. im Hoftheater zu Rio de Janeiro, Brasilien, vom 13. Mai 1818 wurde aus Anlass seiner Ausrufung zum König und der Hochzeit seines Sohnes Pedro, nachmals Kaiser Pedro I. von Brasilien, mit der Erzherzogin Leopoldine von Österreich erstellt.




    Es ist nun deine Aufgabe, ein neues Rätsel zu finden.


    Grüsse von Orfeo

    Orfeo wünscht euch allen, dass ihr gesund bleibt

  • Liebe Rätselfreunde


    Wer hat's gemalt?


    Diesmal ist es ein französischer Maler des Rokoko. Im Internet findet man vernichtende Urteile, der Gesuchte male wenig geistreich, seine Malweise sei nicht lebhaft und die Farbpalette unterkühlt. Er hänge einer gewissen Stereotypie an.


    Was ich allerdings auf den Portalen an Gemälden vorfand, hat mich begeistert. Er ist ein Maler seiner Epoche, das kann man nicht leugnen.


    Der Maler kam bereits in diesem Thread vor.


    Erfolg in der Recherche oder beim Raten wünscht euch


    moderato


    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Liebe Rätselfreunde


    Ein Tipp ist nötig:


    Der Gesuchte war mit einem Kollegen befreundet. Diese Freundschaft endete, als er den Stil des Älteren in zwei Gemälden täuschend imitierte.


    Es grüsst euch


    moderato

    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe