Das knifflige Coverbildratespiel - Unterhaltung für Kunstkenner

  • Den Widerspruch zwischen Perfektion der menschlichen Darstellung und mangelnder Kenntnisse der Perspektive irritiert. Nicht jeder Künstler beherrschte alle geforderten künstlerischen Techniken. Manche Künstler gingen bei einem älteren Meister in die Lehre. Wenn dieser etwas nicht in seiner Ausbildung vermittelt bekommen hatte, fehlte das Wissen, das er umsetzen konnte.


    In einem Künstlerlexikon aus dem Jahr 1835 von Georg Kasper Nagler (1801-1866) wird er durchaus kritisch beurteilt, auch in der Menschendarstellung. https://archive.org/details/bu…AAAMAAJ/page/126/mode/1up

    Sie sind idealisierende, die nicht dem wirklichen Aussehen der Person entsprechen mussten.


  • Den Widerspruch zwischen Perfektion der menschlichen Darstellung und mangelnder Kenntnisse der Perspektive irritiert. Nicht jeder Künstler beherrschte alle geforderten künstlerischen Techniken. Manche Künstler gingen bei einem älteren Meister in die Lehre. Wenn dieser etwas nicht in seiner Ausbildung vermittelt bekommen hatte, fehlte das Wissen, das er umsetzen konnte.

    Du hast wahrscheinlich recht. Man vergisst leicht, dass das, was man heute Allgemeinwissen nennen könnte und an jeder Ecke oder zumindest doch im Internet zur Verfügung steht, damals vielleicht eher Spezialwissen war. Vielen Dank für das Nachschauen.


    Ich finde das Gesicht, auch, wenn es vielleicht nicht dasjeneige des Portraitierten sein sollte, immer noch beeindruckend.

  • Jetzt noch von mir ein paar Worte: Zunächst mal die obligate Bestätigung, daß das Rätsel richtig gelöst wurde.


    Das Idealisieren von Portraits war in der Vergangenheit oft gang und gäbe. Ich verweise auf van Dyk, der seinen Portraitierten , bei erhaltener Ähnlichkeit stets den Anschein von Würde, Bedeutung und Geist mitgab, dito Thomas Gainsborough. Ein weiterer Kandidat wäre hier der Zeichner, Maler und- vor allem -Lithograph - Josef Kriehuber, der dadurch berühmt wurde, dass er seine Modelle (meist aus Kunst, Kultur und Politik) meist schöner darstellte als sie in Wirklichkeit waren.Ein besonders krasses Beispiel ist hier sein Bild von Robert Schumann.

    Zum Cembalo: Es sit nicht ausgeschlossen, daß den Hintergrund Gehilfen (Werkstatt ?) gemalt haben oder dass es sich generell um einn "Prospekt" gehandelt hat. Denn nicht nur die Perspektive stimmt nicht,sondern auch die Malweise ist gröber.

    Eine ähnliche perspektivische und proportionale Fehlleistung finden wir auf einem Stich, wo versucht wurde, das (angeblich) unvollendete Bild Mozarts (von Lange) zu ergänzen und zu rekonstruieren. !!!

    Im übrigen hat sich inzwischen werausgestellt, dass das Bild niemals unvollendet war. Die unvollendete Skizze des Körpers war nachträglich angestückelt...

    LG aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



  • Ich gebe mir Mühe!

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Nun also das neue Rätsel:


    Bilderr-tsel-Tamino.jpg


    Wer ist die Dargestellte? Hat sie sich gar selbst gemalt?

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rheingold1876


    Ein schönes Rätsel, das du uns präsentierst. Ich habe keine Ahnung, wer es gemalt haben könnte. Deine zweite Frage deute ich als Hinweis, dass es sich um eine Malerin handelt. Wie es gemalt ist, weist für mich auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hin. Der Grafiker wird sich an die Übereinstimmung von Epoche der Malerei und Lebenszeit Mendelssohn gehalten haben.


    Mal gucken, wer das Portrait im Seitenprofil gemalt hat.


    LG moderato


  • Lieber moiderato, das nenne ich mir eine perfekte Lösung. Mir selbst gefällt dieses Bild von Marie Ellenrieder außerordentlich gut. Es zeugt auch von großem Selbstbewußtsein. Und es führt mich in Gedanken zurück zu einer Sonderausstellung hier in Berlin, die ausschließlich Gemälde von Malerinnen zeigte. Die habe ich mehrfach besucht. Ein Gemälde, die Schwarzwälderin von Alma Erdmann, verblieb von da an in der ständigen Ausstellung der Alten Nationalgalrie, die meisten anderen verschwanden wieder im Depot. :(


    500w_643c0cb0c13bb.jpg


    Du weißt, was jetzt auf Dich zukommt! Ein neues Rätsel. Ich bin gespannt.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


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  • Liebe Rätselfreunde


    Ein neues Rätsel


    Wer hat's gemalt?


    Was Räder nicht schafften, das Schwert wird es vollbringen.


    Mit Salomo hat die gesuchte Darstellung nichts zu tun.


    Wer hat's gemalt?


    Es grüsst herzlich alle Betrachter aus den Weiten des Internets


    moderato



  • Das wird wohl das hier sein:

    Guido_Reni_-_The_Martyrdom_of_St_Catherine_of_Alexandria_-_WGA19288.jpg


    Guido Reni zeigt hier, was passiert, wenn es mit dem Rädern nicht klappt.

    Als Heilige kann einem das egal sein: Mit dem Palmzweig wird sie (Katharina von Alexandrien) schon vor dem Tod zur Märtyrerin erklärt, was die unmittelbare Aufnahme in den Himmel zur Folge hat.


    Man beachte die Gestik der Protagonistin: "Ich ergebe mich in mein Schicksal." Oder: "Ich habe alles gegeben, mehr geht nicht. Es gibt da eine höhere Macht, deren Willen ich mich nun unterwerfe."


    Mit dem "Urteil des Salomon" hat das in der Tat wirklich nichts zu tun. Die Wahl dieses Gemäldes für das Thema der CD zeugt von Ignoranz.

  • Lieber thdeck


    Ich gratuliere zur Lösung: Guido Reni.


    Katharina von Alexandrien (287-305), auch Katharina von Alexandria, ist eine der bekanntesten Heiligen. Sie wird in der katholischen und der orthodoxen Kirche als Märtyrerin verehrt und gehört zu den sogenannten Virgines capitales, den vier großen heiligen Jungfrauen. ...


    Folterwerkzeug ihres Martyriums sollte das Rad sein. Der Legenda aurea zufolge waren es vier „mit eisernen Sägen und spitzen Nägeln“ gesäumte Räder. Zwei davon sollten nach unten bewegt werden und die anderen entgegengesetzt nach oben und somit die Märtyrerin zerreißen. Auf Katharinas Gebet hin kam jedoch ein Engel und zerstörte das Folterinstrument mit solcher Wucht, dass zugleich 4000 Heiden getötet wurden.


    Quelle Wikipedia


    Die zerschlagenen Radteile unten links erinnern an die aufgeschobene Hinrichtung.


    Eine Frage hätte ich noch: Kommt der Schwerträger auch in den Himmel? Ich bin mit den katholischen Gebräuchen nicht vertraut. Löst eine Beichte das Problem einer Verdammung im Fegefeuer?


    Ich glaube nicht, dass es Ignoranz des Grafikers war.

    Die biblische Geschichte des urteilenden Salomon, der die wahre Mutterschaft zweier Mütter herausfinden musste, indem er den Säugling, mit dem Schwert zerteilen lassen wollte, verbinde ich mit dem Schwert. Die gewählte Szene des Gemäldes, aus der das Schwert stammt, passt nicht zur Komposition. Die Hinrichtungswaffe schon.


    Du bist nun beauftragt ein neues Rätsel zu stellen.


    Es grüsst dich herzlich


    moderato


  • Ich glaube nicht, dass es Ignoranz des Grafikers war.

    Die biblische Geschichte des urteilenden Salomon, der die wahre Mutterschaft zweier Mütter herausfinden musste, indem er den Säugling, mit dem Schwert zerteilen lassen wollte, verbinde ich mit dem Schwert. Die gewählte Szene des Gemäldes, aus der das Schwert stammt, passt nicht zur Komposition. Die Hinrichtungswaffe schon.

    Ich gehe nun auch davon aus, dass der Grafiker auf der Suche nach einem symbolischen Schwert bei der salomonischen Urteilsfindung auf diese Darstellung kam. Denn auf etlichen malerischen Umsetzungen des Themas ist der Waffenmann ähnlich entschlossen dargestellt. Andererseits fokussiert das Cover die biblische Geschischte für mein Dafürhalten zu einseitig auf das Schwert. Bei meiner Suche nach des Rätsels Lösung war ich auf der falschen Fährte. Glückwunsch dem Gewinner.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


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  • Lieber Rheingold1876


    Bei manchem Cover runzle ich die Stirn und überlege, was den Grafiker bewogen haben könnte, ein bestimmtes Gemälde für das Cover zu verwenden. Aus Sicht des kniffligen Coverbildrätsel-Threads müssen wir dankbar sein, dass Gemälde für die Präsentation ausgewählt wurden.


    LG moderato


  • Hier das neue Rätsel, ich hoffe, wir hatten es noch nicht. Gefragt sind Maler, Titel, und idealerweise auch der Ort, an dem es hängt:



    717UheZMEvL._SL1500_.jpg

  • Hier das neue Rätsel, ich hoffe, wir hatten es noch nicht.


    Schlimmer, lieber thdeck! ;) Der Titel des Cover-Bildes ist lauf der Rückseite der CD vermerkt:


    "Musikalische Soirée in einem dänischen Bürgerhause von Vilhelm Nicolai Marstrand".


    MTUtODI4NS5qcGVn.jpeg

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Ach, wie schade.


    Ich war bereits beim Schubert am Suchen. Warum? Die zweite an der Wand stehende Person von rechts hat eine Ähnlichkeit mit Schwammerl.


    Ist natürlich falsch, wie Rheingold1876 uns aufklärt. Das wäre zu einer echten Herausforderung geworden. Das Gemälde stammt aus Dänemark, wo bekanntlich Franz Schubert nie war.


    Wilhelm Marstrand (1810-1873): Musikalische Abendgesellschaft im Haus des Weinhändlers Chr. Waagepetersen (Ausschnitt). 1834. Öl auf Leinwand, Nationalhistorisches Museum Schloss Frederiksborg, Hillerød


    Ich bin mal gespannt, womit thdeck uns herausfordern wird.


    uz-36-5a-1.jpg


    Das Gemälde habe ich für den Noten-in-Gemälden-Thread verwendet.


    Wilhelm_Marstrand_-_Musikalsk_aftenselskab_hos_grosserer_Waagepetersen_-_1834.png


  • Lieber moderato, danke für die Konkretisierung des Titels. Auch ich wäre aus jetziger Sicht nie auf den Maler gekommen. Es hätte ein besonders knackiges Rätsel werden können.

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


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  • Lieber Rheingold1876


    Das finde ich auch. Es wird immer schwieriger eine Herausforderung auf Covern zu finden. Ich suche nach Ausschnitten, die nicht auf den ersten Blick sofort zur Lösung führen. Im Rätselvorrat habe ich einiges in Petto.


    LG moderato


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  • Zur Strafe kommt jetzt etwas Unlösbares. Außer es hat jemand die Aufnahme. Oder er ist ein Genie und weiß es nur nicht. Oder die Lösung steht wieder weiß der Geier wo. Oder wir hatten das Rätsel schon mal. Egal:


    61hShVS8MML._SL1024_.jpg


    Es geht um eine Stadt. Das Bild hängt aber in einer anderen Stadt. Die eine Stadt ist bekannter als die andere. Gleiches gilt für die jeweiligen Flüsse. Die bekanntere Stadt hat sich einfach den größeren Fluss gesucht (siehe Bild). Also, ihr Städte: Wenn ihr Karriere machen wollt: Augen auf bei der Flusswahl!

  • Ich hab's geahnt. Aber ich hatte wirklich vorher dieses Unterforum durchsucht, aber wohl mit den falschen Suchbegriffen...

  • Dritter Versuch:


    81TzUq4m94L._SL1400_.jpg


    Übrigens versuche ich jedes Mal, die betreffende CD bei JPC zu finden. Klappt nie. Bei Amazon dagegen immer. Ok, ich rede jetzt von 3 Versuchen. Mal sehen, ob es noch mehr Versuche geben muss...

  • Lieber thdeck


    Wohin schauen die Personen nach oben? Ich vermute, es ist eine Kreuzigung Jesu. Cranach, Dürer, nein.


    Es ist


    Hans Baldung Grien (1484-1545)


    Ein kleines Detail: Wie der Kopf des Bärtigen gemalt ist (rechts im Hintergrund des Coverrätselbildes gut zu erkennen), finde ich sehr eindrücklich. Es lohnt in den Museen, die Details zu studieren.


    Den Beinamen Grien verdankt der Maler seiner Vorliebe für die Farbe Grün.



    Hans_Baldung_Grien_-_Die_Kreuzigung_Christi_-_Google_Art_ProjectFXD.jpg


  • Lieber Alfred Schmidt


    Deine Lösung stimmt! Es ist der Niederländer Jan Miense Molenaer (1610-1668). Er hat sich mit seiner Familie gemalt.


    Das Gemälde gehört zum Sammlungsbestand des Frans-Hals-Museums in Haarlem.


    https://artsandculture.google.…e-molenaer/LAG_zAV0faspzA


    Klickt man auf das Plus-Zeichen beim kleinen Bild oben rechts vom Gemälde, kann man jeden Pinselstrich des Malers sehen.


    Klickt man auf das kleine Symbol des Museums unten, kommt man zu 76 weiteren Bildern, die in hoher Auflösung betrachtet werden können.


    Das Museum schreibt zu diesem Gemälde:


    In diesem Gemälde hat der Künstler Jan Miense Molenaer sich selbst mit seinen Brüdern, Halbbrüdern und Schwestern in einer Genreszene dargestellt. Links sitzt seine älteste Schwester Geertruijt und spielt Zither (*). Neben ihr stehen Bartholomeus mit einer Geige, Adriaen mit einer Laute, Maria, die singt und den Takt schlägt, und Anthonij mit einem Cello. Vor dem Cello liegen Musikstimmen für den Bass und den Tenor. Die jüngsten Kinder, Nicolaes und Lucia, stehen rechts. Nicolaes bläst Seifenblasen. In einer Hand hält er eine Schüssel mit Seifenlauge (eine Muschel auf einem Stock) und in der anderen ein Seifenblasenrohr. Hinter dem Cembalo stehen zwei Halbbrüder, Meyndert und Cornelis, Söhne aus einer früheren Ehe von Jan Mienses Vater. Der Ältere hält ein Porträt ihrer verstorbenen Mutter. Auf den großen Porträtgemälden im Hintergrund sind der Vater und die Mutter des Malers zu sehen. Dieses Familienporträt ist voller Symbolik. Das Blasen von BSeifenbasen ist eine Anspielung auf die Sterblichkeit. Gemeinsames Musizieren drückt die Harmonie in der Familie Molenaer aus. Weitere Symbole der Harmonie sind die beiden gefalteten Hände und das brennende Herz mit zwei Pfeilen auf dem Cembalo. Der kleine Hund auf dem Kissen symbolisiert Treue.


    (*) Hier irrt der Kunsthistoriker. Es ist eine Mandoline.


    Quelle: Frans-Hals-Museum


    Auch wenn es dir nicht gefällt. Du wirst das nächste Rätsel stellen.


    Es grüsst dich nach Wien


    moderato

    .


  • So - nun komme ich meiner Verpflichtung nach: Gefragt ist der Name des Bildes, bzw das Thema, der Maler ist vermutlich leicht zu erkennen....

    mfg aus Wien

    Alfred

    SPARE IN DER NOT - DA HAST DU ZEIT DAZU



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