LANGGAARD Rued - Die Symphonien

  • Du wirst es kaum glauben, aber genau das war auch mein erster Gedanke, als ich die kürzere Spieldauer bei Dausgaard auf dem Cover erblickte, daß nämlich eine zumindest etwas zügigere Interpretation - insbesondere in den Ecksätzen, dem Werk gut tun könnte. Was ich indes nicht glaube (und auch in den Hörproben nicht vernommen habe), daß Dausgaards Lesart deswegen automatisch einen raueren oder schärferen Ton anschlägt. Das werde ich aber Anfang der kommenden Woche die Freude haben, in einem Vergleich der beiden Einspielungen genauer unter die Lupe nehmen zu können.


    :hello:
    Johannes

  • Hallo Langgaard-Freunde,


    um den sinfonischen Zyklus der Langgaard-Sinfonien Nr. 2-14 mit Thomas Dausgaard (DaCapo) endlich komplett zu machen, habe ich mir die Sinfonie Nr.1 nun auch zugelegt.
    Bisher war ich mit der Segerstam-CD (Chandos) der Sinfonie Nr.1 zufrieden --- und werde es auch bleiben.



    DaCapo, 2007, DDD


    Dausgaard bietet in seiner Neuaufnahme neben guter Klangqualität eine durchsichtige klare Interpretation, die an den nötigen Stellen ihren Biss nicht vermissen läßt. Über die bereits hier angekündigte schnellere Spielzeit (7Minuten schneller als Segerstam) war ich vorab schon erfreut. Doch als Ergebnis muß ich heute feststellen, das der Zeitunterschied beim Hören gar nicht auffällt.
    *** Im Gegenteil, denn Segerstam vermag die Spannungbögen des Werkes einfach intensiver, emotionaler und damit ergreifender zu interpretieren. Der Gänsehautfaktor liegt klar bei Segerstam.


    Leider ist die CD-Spur der DaCapo-Hybrid-SACD mit Dausgaard klanglich nicht so gut, wie die SACD-Spur, sodaß der Hörer bei dieser SACD unbedingt zum SACD-Player greifen sollte. Das fällt besonders im 5.Satz auf, wo Dausgaard (und der Komponist natürlich) ständig in Forte spielen müssen. Besonders die etwas quäkige CD-Spur macht die Sache zur Qual und man sehnt das Ende des Werkes herbei.
    Das liegt natürlich auch an dem im letzten Satz vorhandenen "Spätromatik-Schwulst" (Zitat von Wulf). Wulf liegt allerdings falsch, wenn er meint, das dies durch eine schnelleres Tempo komprimiert werden könnte. Mitnichten, denn Dausgaard steht gerade hier (im letzten Satz) zu sehr auf dem "Gaspedal" - es wirkt trotzdem langweilig und ermüdend.


    :angel: Ich habe mir nach der Dausgaard-Hörsitzung die Segerstam-Aufnahme aufgelegt und größere Teile verglichen. Der letzte Satz ist mit Segerstam im Vergleich voll erträglich - die übrigen Sätze zeichnen sich durch wohlüberlegte Dramaturgie aus, die einmal mehr zu begeistern vermag.
    :hello: Insofern kann ich Johannes Vorliebe für die Segerstam-Interpretation heute sehr gut nachvollziehen.


    ;) Ich hatte vorher auch gedacht, das Dausgaard besser sein könnte/müßte, weil auch ich sonst eher den schnelleren Interpretationen zugeneigt bin.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo zusammen,


    neu erschienen ist nun auch Dausgaards Aufnahme der Sinfonien 15 & 16:


    Rued Langgaard (1893-1952)
    Symphonien Nr. 15 & 16 + Drapa; Sphinx; Hvidbjerg-Drapa; Danmarks Radio; Res Absurda
    Erscheinungstermin: 26.11.2008
    Künstler: Danish National Vocal Ensemble, Danish National SO, Thomas Dausgaard
    Label: DaCapo , DDD, 2004-06


    Viele Grüße
    Frank

    From harmony, from heavenly harmony
    this universal frame began.

  • Vielen Dank für Deinen Hinweis, lieber Frank! Die beiden Symphonien interessieren mich sehr, insbesondere die XV. mit dem verheißungsvollen Beinamen "Søstormen", weil diese eine Vokalsymphonie ist. Ich denke aber, ich warte noch ein wenig mit der Anschaffung. Vielleicht bringt 'DaCapo' die Gesamteinspielung ja noch in einer CD-Box heraus.


    :hello:
    Johannes

  • Zitat

    Vielleicht bringt 'DaCapo' die Gesamteinspielung ja noch in einer CD-Box heraus.


    Ja, auf der DaCapo-Homepage ist diese für Januar angekündigt.


    Gruß
    Christian

  • Zitat

    Original von Christian H.


    Ja, auf der DaCapo-Homepage ist diese für Januar angekündigt.


    Gruß
    Christian


    Vielen Dank für diese gute Nachricht, lieber Christian! Welch ein Glück! Habe ich doch jetzt eine Gelegenheit gefunden, zumindest einen Teil meines Weihnachtsgeldes sofort zu verbraten. :wacky: :D


    :hello:
    Johannes

  • Das Warten lohnt auch in sofern, als Da capo auf Anfrage mitgeteilt hat, dass die Aufnahmen mit den Symphonien 4-11, die bisher nur als CD vorlagen, einem Remastering unterzogen wurden und nun auch als SACD erscheinen werden.


    Christian

  • Hallo Christian,


    ich habe die Langaard-Sinfonien mit Dausgaard alle noch als Einzel-CD/SACD gekauft.
    Die Sinfonien Nr.2 und 3, sowie Nr. 12-14 sind dabei als SACD ausgeführt.
    Ich habe die SACD-Spur und die CD-Spur miteinander verglichen.
    Der Streicherklang ist bei SACD eindeutig weicher und natürlicher. Von daher ist das cacapo-Vorhaben zu begrüßen; aber ansonsten wäre die SACD für die Nr.4-11 nicht unbedingt nötig.


    Nur bei der Sinfonie Nr.1 ist ein wirklich auffallender Unterschied in Richtung hart und quäkig für die CD-Spur festzustellen.
    ;) Aber das juckt mich weniger, denn hier höre ich ohnehin in Zukunft weiterhin lieber die packendere Segerstam-Aufnahme (Chandos) - - - und die gerne auf CD.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Ich habe mir die letzten Tage sämtliche Symphonien von Rued Langgaard (1893—1952) angehört und kann den Lobeshymnen nur zustimmen. Ein ganz großer Komponist der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, und einer der einfallsreichsten! :jubel:


    Besonders beeindruckend fand ich folgende: 1. (kannte ich als einzige schon länger), 3., 4., 5. (1. Fassung), 6., 11., 12. und 16.


    Daneben sei auf sein Requiem "Fra Dybet" (Aus der Tiefe) verwiesen (fesselnder geht kaum), ferner auf die Oper "Antikrist", welche überirdische Momente hat.


    Langgaard hat oft witzige Einfälle. Die 3. etwa ist m. E. eher ein getarntes Klavierkonzert (mit Chor!); die 11. und 12. sind ultrakurz, aber packend; die 1. ein Mammutwerk, das sogar Arthur Nikisch beeindruckte. Dass er auch Organist war, merkt man an dem oft imposanten Einsatz der Orgel in seinen Werken.


    Interessant fand ich, dass sich oft extrem düstere mit sehr lebensfrohen Symphonien abwechseln.


    Es wäre wünschenswert, dass Langgaard endlich auch hierzulande in Konzerten bedacht würde. Er hätte es verdient.


    P.S.: Am 10. Juli begehen wir seinen 60. Todestag.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Beim Musikfest Berlin gibt es morgen und übermorgen eine Aufführung von Langgaards Sfærernes Musik. Wer nicht dabei sein kann oder will, hat die Möglichkeit, am 8. September 2016 das hochinteressante Werk in den meisten deutschen Radiostationen zu hören!



    Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Donald Runnicles Dirigent
    Siobhan Stagg Sopran (Sfærernes Musik)


    Anja Harteros (Sieglinde)
    Peter Seiffert (Siegmund)
    Georg Zeppenfeld (Hunding)


    Chor der Deutschen Oper Berlin
    William Spaulding Einstudierung



    Rued Langgaard
    Sfærernes Musik für Soli, Chor und Orchester



    Richard Wagner
    Die Walküre: 1. Aufzug konzertante Aufführung


    Zitat

    KONZERTANKÜNDIGUNG Musikfest Berlin
    Eine Täuschung mit ungeahnten Folgen: 1968 saß György Ligeti mit seinem dänischen Kollegen Per Nørgård in der Jury eines Kompositionswettbewerbs. Nørgård schmuggelte das vergessene Werk eines dänischen Spätromantikers unter die eingereichten Partituren. Ligeti fiel dies prompt ins Auge. In den flirrenden Klangschichtungen und Clustern, die er in Rued Langgaards Sfærernes Musik entdeckte, fand er Züge seiner eigenen Musik. Seitdem wurde der visionäre Däne Langgaard neu entdeckt. In der mit großem Orchester, Fernorchester, Orgel, Klavier, Chor und Sopransolo besetzten Sphärenmusik hat er die atmosphärischen Klangschichtungen Richard Wagners weitergedacht.
    Etwa 100 Jahre zuvor hat Richard Wagner die Walküre als den zweiten Tag seines Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen komponiert. In deren ersten Aufzug wird die Erzählung vom Fall der Götter wieder aufgenommen. Das Vorspiel zum ersten Akt signalisiert Unwetter – Chaos – Menschenjagd. Im Aufeinandertreffen von Siegmund und Hunding, von Gejagtem und Verfolger, und im Wiedererkennen der Geschwister Siegmund und Sieglinde und ihrer inzestuösen Liebe ereignen sich die Gesetzesbrüche, in die sich Wotan verstrickt und lassen seine Pläne zur Wahrung und Rettung seiner Macht misslingen.
    Mit Donald Runnicles übernimmt ein von San Francisco bis Wien und Berlin ausgewiesener Ring-Spezialist die konzertante Aufführung des ersten Aufzugs der Walküre, zusammen mit der Sopranistin Anja Harteros, dem Tenor Peter Seiffert und dem Bass Georg Zeppenfeld.


    Caruso41

    ;) - ;) - ;)


    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

  • Tamino über die Zeiten hinweg. Die vor 10 Jahren angekündigte - oft gelobte Langgaard Box - wird nun abverkauft. Ich habe das durch einen Zufall gesehen -für uninteressant abgetan - und dann hat mich wieder einmal der Teufel geritten und ich habe hineingehört - und sofort bestellt. Interessante - oftmals sehr schöne - oftmals extravagante - Musik - zum Superpreis von 19.99 Euro für 7 SACDs (Hybrid)
    Da meine Bestellung schon heute Nachmittag erfolgte kann ich mit gutem Gewissen auf diese Aktion aufmerksam machen ohne in Gefahr zu laufenm daß mir jemand das letzte Exemplar wegschnappt. - Aber vermutlich wäre die Gefahr ohnedies nicht gegeben...


    Von diesem Thread hier - habe ich nicht mal bemerkt, daß es ihn gibt - obwohl ich ihn ins Thread Directory eingetragen habe.
    8657 Seitenaufrufe in 10 Jahren - ist das viel ? - ist das wenig ?
    Gemessen an 40 Einträgen , wobei der bislang letzte vom September 2026 stammt und gemessen an 16 !!! Sinfonien ist das erbärmlich wenig...


    mfg aus Wien


    ALfred


    clck 8657

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  • Eher unangemessen finde ich seine romantische Tonsprache, die für seine Zeit bei einigen Sinfonien über 50-60Jahre zurückliegt. Es ist bekannt, dass Langgaard sich gegen den Avantgardissmus seiner Zeit auflehnte und einen Gegenpool schaffen wollte - aber dann gleich so "altmodisch" ?


    Daher macht sich bei mir eine leichte aber unerhebliche Enttäuschung breit (Worte sagen wieder mehr als nötig, denn ich mag den Komponisten Langgard sehr).
    8) Ich hätte mit nach den Sinfonien Nr.4-6, die ich nach wie vor am höchsten einschätze (natürlich auch Nr.1), doch mehr erwartet.


    Hallo Alfred,


    genau das. was ich an Langgaard in Beitrag 14 zu kritisieren hatte, dürfte genau Dir entgegenkommen, da Langgaard sich ausser bei den Sinfonien Nr.4 - 6 eher romantischen Tonsprache zuwendete. Seine Komponistenkollegen (wie Nielsen) komponieren dann für das frühe 20.Jhd. doch ungleich zeitgemässer ...



    :thumbup: Meine Lieblings-CD von Langgard bleibt damit und trotz der Dausgaard-Aufnahmen immer noch diese:



    Chandos, 1992, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Es wäre wünschenswert, dass Langgaard endlich auch hierzulande in Konzerten bedacht würde. Er hätte es verdient.


    Schrieb ich 2012. Mittlerweile Realität:



    Die Wiener Philharmoniker (!) spielten 2017 tatsächlich Langgaards 2. und 6. Symphonie unter Sakari Oramo ein. Ob da noch mehr folgt?

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • genau das. was ich an Langgaard in Beitrag 14 zu kritisieren hatte, dürfte genau Dir entgegenkommen, da Langgaard sich ausser bei den Sinfonien Nr.4 - 6 eher romantischen Tonsprache zuwendete. Seine Komponistenkollegen (wie Nielsen) komponieren dann für das frühe 20.Jhd. doch ungleich zeitgemässer ...


    GENAU DAS ist es - wie Du richtig schreibst, was mir zumindest partiell (ich kenne ja nur ein paar Soundschnippsel) "entgegenkommt"
    Aber er schrieb hja eigentlich quer durch die Musikgeschichte - bis beinahe hin zur Avantgarde.
    Bei 19.99 Euro für sein symphonisches Gesamtwerk - das den Beschreibungen nach sehr uneinheitlich war - nicht qualitativ, sondern stilistisch.
    Langgaard war ein introvertierter Einzelgänger mit - wenn ich die Texte richtig lese - mit einem Hang zum Extravaganten und Esoterischen.
    Auf Ablehnung von Werken und Misserfolgen reagierte er teilweise mit Jahrelangen Kompositionspausen.
    Es ist ja so - seien wir ehrlich, daß bis vor einigen Jahren/eher Jahrzehnten um skandinavische Komponisten eher ein Bogen gemacht wurde, wenn sie nicht weltberühmt waren. Bei Langgaard war es zu Lebzeiten eher umgekehrt, seine Werke wurden in Karlsruhe, Wien, Berlin aufgeführt, der Durchbruch in Dänemark - so steht es im Reclam Komponistenführer, der Langgaard einen (relativ ausführlichen) Artikel widmet.


    Ich bin überzeugt, daß das Tamino Klassikforum mit der Erwähnung seine Werke und speziel dieser Sinfonien-Edition zum beinahe beschämend niedrigen Preis einen Beitrag zur aufkeimenden allgemeinen Bekanntheit diese Komponisten beitragen wird.


    Man wird hören....


    mfg aus Wien
    Alfred

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  • Eigentlich ist es doch eine Sache in welcher Stimmung man eine eher unbekanntes Werk hört. So waren die Bemerkungen die ich weiter oben machte, positiver als mein heutiger Höreindruck. Zudem hatte ich vergessen, daß ich überhaupt schon was aus dieser Box gehört hatte - Das ist IMO kein gute Zeiche - ob für die Musik oder für mich- das lasse ich offen.

    Ich habe heute die Sinfinie Nr 1 "Klippepastoraler" (BVN 32) gehört. Zunächst erdrückten mich förmlich die wuchtgen Klangmassen, etwas das gegen mein Naturell geht, weswegen ich auch Bruckner nur bedingt verehre. Hier ist es aber so, daß die Sinfonie zu Beginn doch ziemlich amorph wirkt, alles läuft ineinander- und erinnerte mich ein wenig an Filmmusik. Ich konnte kaum signifikante Themen orten.

    Im weiteren Verlauf fand ich dann einige Stellen, die mir doch interessanter schien, dazu gehört beispielsweise der Beginn der 3. Satzes (Legend) - und das Ende des Finalsatzes (Livsmod) welcher - wenn ich den Begriff richtig mit "Lebensmut" übersetzt habe hier durchaus zutrifft.

    Egel ob einem die Musik nun im einzelenen anspricht oder nicht - sie ist sicherlich "bedeutend"

    Die Zeitgenossen - vorzugweise die dänischen - haben das nicht erkannt oder negiert, sodaß die Uraufführng in Deutschland stattfinden musste. Trotz des großen Erfolges war es in letzter Hinsicht dann doch nicht der erhoffte Durchbruch. So wie es sich mir darstellt, dürfte Langgaard ein "schwieriger" Mensch gewesen sein und das zählt oft mehr als alles andere. Dazu kommt daß er öffentlich äußerte, Carl Nielsen sei "überschätzt" Sowar ist meit der Todesstoß für die eigenen Karriere, wenn man sich an einer "Gottheit" vergreift. Dazu kommt noch die Uneinheitlichkeit des Stils (das muß ich erst erforschen und bin schon neugierig)

    Ich habe mir heute diesen Thread durchgelesen und habe festgestllt, daß das Sinfonische Werk Langgaard doch recht pauschal behandelt wurde. Das mag bei einem Komponisten mit einigermaßen einheitlichen Stil durchaus funktionieren (wenngleich es nicht ideal ist), aber bei einem, der sehr individuelle Sinfonien geschrieben hat - ohne progressive Entwicklung aber sehr unterschiedlich in Inhalt, Form und Spieldauer, ist das eigentlich nicht vertretbar.

    Vielleicht kennt das eine oder andere Mitglied eine von Langgaards Sinfonien und kann ein - duchaus subjektives - Statement dazu abgeben


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Die Box mit Langgaards Symphonien steht auch bei mir noch weitgehend ungehört im Regal. Heute habe ich wieder eine Annäherung versucht und dachte, ich fang mal hinten an, mit der 16. Symphonie von 1951. Hab' ich gleich zweimal gehört, das knapp 30-minütige Werk. Gefällt mir. Schönes spätromantisches Werk. Wenn man Mahler und Strauss mag und sich nicht daran stört, dass ein Werk von 1951 so klingt wie eins von 1901, sollte es einem eigentlich zusagen.


  • Mich würde mit Sicherheit nicht stören, wenn ein Werk rückwärtsgewandt ist. Im Falle von Langgaards Sinfonien soll es aber so sein, daß keine einheitliche Linie uo erkennen ist.

    Das werde ich im Lauf der nächsten Monate (Jahre?) zu ergründen versuchen


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Na, wir können uns ja von beiden Seiten durch das Oeuvre arbeiten und uns in ein paar Monaten (Jahren) in der Mitte treffen. ;)

  • Auf der CD mit der 16. Symphonie befinden sich auch einige kurze Stücke, die zeigen dass Langgaard nie um ein eingängiges Thema verlegen war. Sie zeigen aber teilweise auch wie weltfremd er komponiert hat. Ein 3-Minuten-Stück für großes Orchester, Orgel und Chor. Wann soll das aufgeführt werden? Im Vorprogramm für Mahlers Zweite oder Achte? Da würde es doch förmlich zerdrückt. Auch die 15. Symphonie dürfte nicht leicht zu programmieren sein, 17 Minuten kurz mit einem 5-minütigen Finalsatz mit Bariton und Chor. Aber zu dem diesem Zeitpunkt (um 1948) hat sich Langgaard offensichtlich um solch pragmatische Fragen nicht mehr geschert. Die besagten Werke sind alle gut anhörbar, mal standen Mahler, mal Tschaikowsky/Scriabin Pate, der besagte Finalsatz erinnert an Prokofieffs Nevsky.

    Lediglich das Chorstück "Res absurda" fällt deutlich ab.


  • Ich habe inzwischen die zweite Sinfonie gehört "Varbrud" ("Frühlingserwachen") - und bei mir ist leider nicht viel hängengeblieben, ausser daß hier Teile für Sopran solo eingebaut waren - ertwas das ich bei Sinfonien nicht so besonders liebe. Man mag hier Beethovens 9. dagegen ins Treffen führen, aber auch hier gab es "krirsche Stimmen"

    und ausserdem war es ein Chor , sowie mehrere Solostimmen.

    Ich bin gespannt auf die dritte Sinfonie, die ja eigentlich ein Klavierkonzert mit Chor ist. Strange !!


    mfg aus Wien

    Alfred

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  • Über die 2. Symphonie schrieb ich mal:


    Der Kopfsatz der 2. Symphonie „Frühlingsaufbruch“ von Rued Langgaard erinnert stark an frühen Richard Strauss, der schöne Adagiosatz deutlich an einigen Stellen an Bruckner. Der letzte Satz mit Sopransolo - auf den ich verzichten könnte - wieder an Strauss. Insofern passt das alles ganz prima auf die Wiener Notenpulte, so als hätte Langgaard nie ein anderes Orchester im Sinn gehabt. Und die Wiener spielen es auch so.


  • interessant, da0 die Wiener Phlharmoniker auch Sachen von Langgaard aufgenommen haben

    Alle meine Berichte beziehen sich auf die Dausgaard Aufnahme, weil ich die gesamte Box habe.

    Ich bin nun bei der 3. Sinfonie gelandet, welche

    "Ungdomsbrus - Melodia" heisst

    Ich hab mir die englische Übersetzung angesehen, etc und habe dann

    "Jugendlärm-Melodie" herausbekommen

    So kann man das natürlich nicht übersetzen, aber ich meine, man weiss doch worum es hier geht


    Die 3. Sinfonie ist - auch im Booklet wird das bestätigt, eigenl,ich ein Klavierkonzert.

    Genau genommen ein Klavierkonzert mit Schlußchor. Wobei der Schlußche erst in den letzten 2 Minuten des Konzerts zum Einsatz kommt

    und mit dem Orchester quasi "verschmilzt-


    Die Sinfonie hat 3 Satze, die ebenfalls fast nahtlos ineinander gleiten.


    1) Poco animato festivo - Lento (Cadenza) Animato festivo
    2) Grave maestosa - Lento misterioso

    3) Allegro ma non troppo - Piu lento -Vivace


    Ein durchwegs angenehm zu hörendes Werk, wobei IMO der zweite Sat mit seinen Pauken und seinem "trauermarschartigem" Thema herausragt.

    Aber auch einige "triumphirende" Stellem im dritten Satz fan ich bemerkenswert.


    mfg aus

    Wien

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  • Als ich mir sämtliche Symphonien von Langgaard vor allwieviel Jahren anhörte, gefiel mir die besagte Dritte besonders. Wie richtig erwähnt, handelt es sich im Grunde genommen um ein Klavierkonzert. Ein wirklich kurioses Werk, eine Art Zwitter verschiedener Gattungen. Hoffentlich legen die Wiener Philharmoniker da noch nach, so gäbe es mal Alternativeinspielungen dieser Werke.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid