Neue Wertgrenze für Zollfreiheit

  • Ich habe gelesen, daß nach einem Erlaß des bundesdeutschen BMF ab 0.01.2009 die Wertgrenze für die zollfreie Einfuhr von Waren für den privaten Gebrauch von jetzt Euro 22 auf Euro 150 angehoben werden soll.


    Eine gute Nachricht für alle, die CDs und DVD auch außerhalb der EU kaufen. Kann das jemand bestätigen? Herr Steinbrück, sind Sie Mitglied im Forum?

  • Zitat

    ... und ein Grund, die EU mal zu loben.


    ..., weil sie damit Arbeitsplätze im EU- Ausland statt - Inland fördert??!
    Wenn das wirklich so kommt und der Dollar weiterhin so schwach bleibt, wer wird da noch bei JPC bestellen und nicht am amazon Marketplace?

  • Holla, das ist doch eine feine Nachricht!


    Und da es eine EU-Verordnung ist, profitieren auch mal wir Ösis von solchen Regelungen!


    Da kann ich ja jetzt schon anfangen meinen Wunschzettel zu verfertigen!

    Früher rasierte man sich wenn man Beethoven hören wollte. Heute hört man Beethoven wenn man sich rasiert. (Peter Bamm)

  • Zitat

    Original von flotan

    ..., daß sie Arbeitsplätze im EU- Ausland fördert??!


    Es ist jedem Rechteinhaber im Inland unbenommen, die Produkte, die im Ausland, aber nicht im Inland von ihm selbst angeboten werden, hier zugänglich zu machen und damit im Idealfall zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Gerade bei CDs und DVDs und ihren vergleichsweise niedrigen Kosten ist allein angesichts der Transportkosten nicht anzunehmen, dass sehr viel aus dem Ausland besorgt wird, wenn nicht deshalb, weil das hier nicht angeboten wird, weil es angeblich nicht auf genügend Nachfrage stößt.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Zitat

    Gerade bei CDs und DVDs und ihren vergleichsweise niedrigen Kosten ist allein angesichts der Transportkosten nicht anzunehmen, dass sehr viel aus dem Ausland besorgt wird, wenn nicht deshalb, weil das hier nicht angeboten wird, weil es angeblich nicht auf genügend Nachfrage stößt.


    Transportkosten pro CD/Paket: 3 Euro. Schau mal auf amazon marketplace: Dort werden viele CDs um die Hälfte oder Drittel des jpc Preises angeboten. Und Du glaubst ernsthaft, daß jpc da beim starken Euro irgendwie mithalten kann???!

  • Zitat


    Transportkosten pro CD/Paket: 3 Euro. Schau mal auf amazon marketplace: Dort werden viele CDs um die Hälfte oder Drittel des jpc Preises angeboten. Und Du glaubst ernsthaft, daß jpc da beim starken Euro irgendwie mithalten kann???!


    Also ich kriege selten etwas aus dem Ausland unter $ 8,00. Aus den USA sind es meist $ 12,00, und es geht ja wohl nur um das außereuropäische Ausland. Ich tummle mich übrigens ziemlich viel auf dem außereuropäischen Makertplace oder ebay, weil "mein" Repertoire hier nur mager vertreten ist. Die ganz billigen Stücke sind da häufig Gebraucht- oder Piratenware, und schon dehalb nicht mit den Angeboten von jpc o.ä. vergleichbar, gegen die ich wahrlich nichts habe. Zudem verbilligt der starke Euro auch den Einkauf der Grossisten.


    :hello: Jacques Rideamus

  • nur ein konkretes Beispiel, das ich aufgrund der Zollfreiheit nun doch ins Auge fassen "muss":



    bei ama....de: EUR 71,95
    bei jpc: 69.99 (+5 Euro für Ö :motz: )
    am marketplace (neu): importcds: 33.95 (+3 Euro Versand) Also rund 50% billiger.
    Und das ist keine Ausnahme sondern die Regel....


    Zitat

    Die ganz billigen Stücke sind da häufig Gebraucht- oder Piratenware, und schon dehalb nicht mit den Angeboten von jpc o.ä. vergleichbar, gegen die ich wahrlich nichts habe.


    Piratenware am marketplace? Kann ich mir nicht vorstellen. Bestellst Du auch in China?

  • Ich habe Dein Beispiel mal nachgesehen:


    Der billigste Marektplace-Preis beläuft sich derzeit auf rund 50 Dollar, also in der Tat rund 33,00 € PLUS Überweisungsspesen. Dazu kommen die Versandkosten. Da es sich um eine Box handelt, dürften die nicht bei den normalen 7 $ für cds, sondern eher bei den $ 12.50 für Bücher liegen. Damit kommst Du auf Effektivkosten von rund 45 €, wenn Du die Lieferzeit von 4-6 Wochen in Kauf nimmst. Gegenwärtig käme noch der Zoll auf den über 25 € hinaus gehenden Rechnungsbetrag hinzu (knapp € 10,00).


    Damit liegst Du immer noch deutlich unter dem hier verlangten Preis von rund € 70,00, und insofern korrigiere ich mein o.g. Pauschalstatement sehr gerne. Wohl auch deswegen ist der Import aus solchen Angeboten ja heute schon eine vielfach geübte Praxis. An dem Preis sind aber vor allem die hohen Sozialnebenkosten hierzulande schuld, die in der Tat - und eingestandenermaßen - arbeitsplatzschädigend sind, und nicht die Zollgebühren. Da die ja auch für Zwischenhändler wegfallen, sollten nach einer Übergangsfrist zum Abverkauf der früher eingekauften Ware auch die Preise für Importwaren entsprechend sinken, obwohl sich das eher in den Gewinnmargen niederschlagen dürfte und wir nur sehr bedingt etwas davon haben werden.


    Ich sehe also keine Nachteile, denn den sinkenden Bürokratieaufwand bei den Zollbehörden, der bestimmt Personal für wichtigere Dinge frei setzt, nehme ich gerne und billigend in Kauf.


    :hello: Jacques Rideamus


    PS: als selbst pirateriegschädigter Produzent kaufe ich natürlich nicht bewusst in Asien, habe aber schon oft derartige Ware von ganz unverfänglich wirkenden Anbietern in England und den USA erhalten. Das betrifft aber eher Ebay als den amerikanischen Marketplace, der mir da in der Tat relativ sauber zu sein scheint. Zudem: ich kaufe zwar gerne in Amerika ein, wenn ich dort bin, aber schicken lasse ich mir in aller Regel nur Dinge, die es hier gar nicht gibt.

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Der billigste Marektplace-Preis beläuft sich derzeit auf rund 50 Dollar, also in der Tat rund 33,00 € PLUS Überweisungsspesen. Dazu kommen die Versandkosten. Da es sich um eine Box handelt, dürften die nicht bei den normalen 7 $ für cds, sondern eher bei den $ 12.50 für Bücher liegen.


    äh, also bisher waren das bei Amazon Marketplace doch immer pauschal 3 €, mit denen der Anbieter kalkulieren musste oder? ?(


    Grundsätzlich begrüße ich natürlich die Änderung - 22 € ist ja ein Witz: man kriegt nicht einmal etliche Bücher und andere hier nicht erhältliche Sachen, ohne gleich vom Zoll beehrt zu werden... :rolleyes:


    :beatnik:
    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Barezzi


    äh, also bisher waren das bei Amazon Marketplace doch immer pauschal 3 €, mit denen der Anbieter kalkulieren musste oder? ?(


    Meines Wissens gilt das nur für den Versand innerhalb Deutschlands. Andernfalls würden ja viele beim Versand von außerhalb Europa drauf zahlen. Deshalb listet ja der Anbieter von Flotans Beispiel die genannten Kosten für den weltweiten Versand eigens auf.


    :hello: Jacques Rideamus


  • Nein, solange Du vom deutschen amazon Marketplace aus bestellst, gilt das immer - anders, wenn Du über den britischen oder den amerikanischen oder sogar bei Anbieter direkt bestellst.


    Ich frage mich dann allerdings manchmal auch, ob die Kalkulation noch aufgehen kann...



    LG, Elisabeth

  • Wer also ahnungslos sein Marketplace-Angebot bei internationalen Amazonen einstellt, kann ganz schön gelackmeiert sein.
    Wieder was gelernt.


    Aber das wird hier OT


    :hello: J.R. II

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Wer also ahnungslos sein Marketplace-Angebot bei internationalen Amazonen einstellt, kann ganz schön gelackmeiert sein.
    Wieder was gelernt.


    Aber das wird hier OT


    :hello: J.R. II


    Wenn man privat etwas einstellt vielleicht.


    Ich denke aber nicht, dass Kroko z.B. draufzahlt, den die senden, wenn man zwei DVDs bestellt beide extra und berechnet pro Päckchen 3 €. Es muss ja auch einen Grund haben, warum Kroko von Neuseeland aus versendet. JPC würde so eine Lieferung, selbst wenn man sie kurz nacheinander tätigt, zusammenfassen und nur einmal Porto berechnen.


    LG


    Maggie

  • Zitat

    Original von Maggie


    Ich denke aber nicht, dass Kroko z.B. draufzahlt, den die senden, wenn man zwei DVDs bestellt beide extra und berechnet pro Päckchen 3 €. Es muss ja auch einen Grund haben, warum Kroko von Neuseeland aus versendet. JPC würde so eine Lieferung, selbst wenn man sie kurz nacheinander tätigt, zusammenfassen und nur einmal Porto berechnen.


    Aber wenn Kroko dasselbe tut, sind wir wieder beim Ausgangspunkt des Threads, denn dann wird zwar nur einmal Porto fällig, dafür aber regelmäßig ein mehrfaches der Portokosten als Zoll bzw. Einfuhrumsatzsteuer, weil die derzeitige Freigrenze überschritten würde.



    LG, Elisabeth

  • "Sozialnebenkosten" sind eine der perfidesten Legenden, die es gibt (weil für ein ganz bestimmtes politisches Programm erfunden, das wenigen nützt und der überwiegenden Mehrheit schadet, dennoch aber seit Jahren von junta-ähnlichen Gruppen propagiert und zunehmend durchgesetzt wird), ein längst überfälliges Unwort des Jahres. "Lohnebenkosten" sind schlicht Lohnkosten. Punkt. Wenn sie, wie gefordert, künftig nicht mehr paritätisch finanziert werden, sondern hauptsächlich vom Arbeitnehmer getragen werden müssen, bedeute das eine Lohnsenkung, der hat schlicht am Ende weniger Geld (oder ist eben gar nicht krankenversichert wie beim Großen Bruder verbreitet üblich). Oder er muß dafür sorgen (streiken u.ä.), daß er eine entsprechende Lohnverbesserung herausholt. (Man suche auf youtube nach "nutto bretto", Pispers oder so heißt der Kabarettist)


    Ich halte es für ein Gerücht, daß die vermutlich nicht gerade üppigen Gehälter, die Angestellten beim deutschen jpc oder im lokalen Fachhandel gezahlt werden, für das Preisgefälle verantwortlich sind. (Amazon verdient ja eh an jeder marketplace-Transaktion mit.)


    CDs werden fast immer international produziert, hergestellt und vermarktet. Ein sehr großer Teil der Kosten sind also insgesamt ungefähr gleich.


    Relevant dürften v.a. drei Dinge sein: Mehrwertsteuer von 20%+- (vgl. Sales tax in den US meist um 5-7%, die für unsere Kleinimporte ja wegfällt), Dollar-Eurokurs (wenn der EUR etwa 20% überbewertet ist, haben wir mit der Steuer schon den Löwenanteil des Preisunterschieds) und schlicht und einfach eine Tradition vergleichsweise niedriger CD-Preise in den Staaten. Die kosteten dort nämlich auch zu Zeiten eines stärkeren Dollar meist eher etwas weniger in $ als in EUR. Ich habe dort 95/96, als der Dollar auch mal ziemlich schwach (ca. DM 1,50) war nie mehr als $20, häufig $15-18, im Angebot 12-13 für eine Vollpreis-CD gezahlt und in D lagen sie bei DM 35-40.


    Wenn jpc u.ä. wirklich deutliche Verluste durch die (Re-)Importe einiger Sammler erleiden würden, hätten sie ja schon längst mit den Preisen runtergehen können. Wenn Vollpreis-CDs statt 20 regulär 15, und im Angebot mal 13 EUR kosten würden, würde ich nichts mehr auf dem marketplace kaufen, was anderswo erhältlich wäre.


    :hello:


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    (Man suche auf youtube nach "nutto bretto", Pispers oder so heißt der Kabarettist)


    SEHR zu empfehlen:



    ...oder einfach mal die Augen offen halten... es wurde seit 31.12.2007 schon mehrfach im TV wiederholt.


    Bis neulich


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Johannes Roehl
    -> diverse mikro- und makroökonomische Darlegungen


    -> sehe ich genauso - man muss nur einmal die tollen Autoreimporte betrachten und kommt auf den Gedanken, dass einfach eine unterschiedliche Preis- und daher Margenstrategie in den verschiedenen Ländern angewandt wird...
    (eventuell kann man das dann als Preisdifferenzierung theoretisch vernünftig begründen...)


    :hello:
    Stefan

    Viva la libertà!

  • Zitat

    Original von Elisabeth
    Aber wenn Kroko dasselbe tut, sind wir wieder beim Ausgangspunkt des Threads, denn dann wird zwar nur einmal Porto fällig, dafür aber regelmäßig ein mehrfaches der Portokosten als Zoll bzw. Einfuhrumsatzsteuer, weil die derzeitige Freigrenze überschritten würde.LG, Elisabeth


    Nein, beim Marketplace wird jedes Produkt einzeln versandt. Ich habe noch nie Zoll auf Marketplace-Käufe bezahlen müssen.


    Außerdem gehen so viele kleine Päckchen und Sendungen durch den Zoll, der kann sie gar nicht alle kontrollieren. So habe auch gerade eine Box mit 5 DVDs von späten Ozu-Filmen über dvdpacific erhalten, die zollamtlich abgefertigt, aber nicht mit Zoll oder Einfuhrumsatzsteuer belastet wurde. Der Kaufpreis lag mit Porto bei etwa 60$.


    Ich finde die neue Regelung sehr positiv und angesichts des weltweiten steigenden Warenaustauschs auch angebracht.


    Die Arbeitsplätze bei jpc oder sonstwo in D sind mir egal, das ist nicht meine Verantwortung. Ich bin in erster Linie dafür verantwortlich, daß ich für mein sauer verdientes Geld den bestmöglichen Gegenwert bekomme.


    Es gibt meines Erachtens bei jpc trotzdem noch genügend Gelegenheiten, ich bin da gern Kunde. Trotz Marketplace.


    Ich werde die neue Grenze oft nutzen, nicht nur für Marketplace, sondern auch für reguläre Käufe bei Amazon, zB Musikliteratur oder Kunst-Bildbände. Weiter wird es für passionierte DVD-Sammler wesentlich leichter, zB. bei cdjapan, Ruscico, dvdasian oder yesasia.


    ThomasNorderstedt : Danke, jetzt weiß ich wieder, wo ich die Meldung zuerst gelesen habe!

  • Zitat

    Original von Barezzi


    -> sehe ich genauso - man muss nur einmal die tollen Autoreimporte betrachten und kommt auf den Gedanken, dass einfach eine unterschiedliche Preis- und daher Margenstrategie in den verschiedenen Ländern angewandt wird...
    (eventuell kann man das dann als Preisdifferenzierung theoretisch vernünftig begründen...)


    Das es irgendwelche Gründe dafür gibt, glaube ich auch, caiman legt sicher im Mittel nicht drauf. Subventionen für CDs gibts ja höchstens in D indirekt durch Kooperationen mit dem Rundfunk. Dann müßten sie eher billiger sein (wofür zahl ich schließlich im Quartal 17 EUR fürs Radio ;)).


    Ich habe jetzt extra nochmal deutsches und amerikan. Amazon bei Bruckner 8 unter Boulez verglichen. (Tageskurse von yahoo Währungsrechner)


    regulär: $16,98 = EUR 10,78 (evtl. + sales tax?) vs. EUR 20,95 (bei jpc 19,99) Das ist selbst bei zzgl. 5% tax ein sehr deutlicher Unterschied der ganz normalen regulären Verkaufspreise (in Amiland beträgt er weniger als 60% des dt. Preises).


    Neu-Angebote von Drittanbietern (zzgl $2,98 bzw. EUR 3 shipping):


    bei .com: "newburycomics" $11.59 (EUR 7,36),
    "dvdlegacy" $12,83 (EUR 8,14)


    und bei .de: "caiman" EUR 7,77, dvdlegacy EUR 7,89


    Die Drittanbieter bieten also annähernd den gleichen Preis für "domestic" wie für Übersee-Kunden.


    Nach flüchtig ergoogelten Expertenmeinungen (R. v. Heusinger im "Herdentrieb" Ende 2007) dürfte der Dollar, wenn man von der "Kaufkraftparität" ausgeht, z.Zt. eher 25% als 20% unterbewertet sein. 35-40% Preisdifferenz sind also durch "Unterbewertung" des Greenback und die dreifach höhere MwSt. erklärbar! Wie die Drittanbieter aber im eigenen Markt den Amazon-Riesen so deutlich unterbieten können, weiß ich auch nicht. Aber ich bin auch ein blutiger Laie auf dem Gebiet.


    viele Grüße


    JR

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)


  • Ich bin wahrlich auch kein Wirtschaftsfachmann, aber den Faktor des weit größeren Landes, das entsprechend höhere Auflagen erlaubt, sollte man als eine Basis der möglichen Preisgestaltung nicht außer Acht lassen. Amerikanische oder (derzeit unattraktiv, war aber mal ganz anders) kanadische Sales Tax sollte eigentlich bei einem Versand ins Ausland nicht berechnet werden, wird aber, ebenso wie oft wie bei uns die Mehrwertsteuer bei Auslandsverkäufen, aus Bequemlichkeits- und anderen Gründen trotzdem gerne mitberechnet, denn dann erhöht das die Margen der Verkäufer.


    Dazu kommt natürlich die sehr unterschiedliche Margenpolitik der Markenstrategen. Deutschland wurde ja unter anderem deshalb ein Hochlohnland, weil es immer zuerst ein Hochkostenland war, und nun haben wir den Salat, nicht nur bei den Reimporten von Medikamenten, Autos etc..


    Der wird durch die in der Tat unsozialen Nebenkosten verschärft. Nichtsdestoweniger sind die ein Kostenfaktor, egal von wem der Euphemismus der sogenannten Sozialnebenkosten ausgeht oder in wessen heuchlerischem Eigeninteresse er missbraucht wird.


    Das sind nur ein paar Faktoren, die da mit hinein spielen. Übrigens war nicht ich derjenige, der sich in dem Zusammenhang der Erhöhung der Zollgrenzbeträge um Arbeitsplätze besorgte, wo das ansonsten durchaus relevante Problem eher nicht hingehört. Im Gegenteil. Trotzdem sollten sich diejenigen, die sich überhaupt nicht darum scheren, dann auch nicht wundern, wenn ihnen das damit vordergründig eingesparte Geld wieder mehrfach aus den Taschen gezogen wird, egal unter welchem Titel. Wir haben es ja hier mit einem Kreislauf zu tun, und nicht nur mit einem einfachen Weg von A nach B. Der Gelackmeierte ist immer der Endverbraucher.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Amerikanische oder (derzeit unattraktiv, war aber mal ganz anders) kanadische Sales Tax sollte eigentlich bei einem Versand ns Ausland nicht berechnet werden wird aber, ebenso wie oft die Mehrwertsteuer, aus Bequemlichkeits- und anderen Gründen trotzdem gerne mitberechnet, denn dann erhöht das die Margen der Verkäufer.


    Das stimmt so nicht - sofern man kein Händler, sprich: Unternehmer [!], ist, wird die MwSt. bzw. USt, TVA [und wie sie in anderen Ländern heißen mag] an private Erwerber mitberechnet, da dies Gesetz ist. Wenn Du z.B. in Frankreich einkaufst, erhältst Du die Waren auch nicht netto, weil Du Deutscher Staatsbürger bist. Jedenfalls gilt dies in der EU. Außerhalb der EU erhält man die Ware dann netto, am Zoll wird dann aber die dt. USt draufgeschlagen.


    Wenn der Wert der Sendung sich innerhalb der geltenden Freigrenzen bewegt, ist die von Dir geschilderte Verfahrensweise ja insofern korrekt.


    Sollte es hier Fehler geben, so werden diese durchaus vom Finanzamt entdeckt und richtiggestellt [es hagelt z. Zt. Umsatzsteuersonderprüfungen]. Zu unrecht ausgewiesene USt. wird dann seitens des FAtes angemeldet und eingefordert, womit die zunächst erfreuliche Marge dann wiederum schrumpft. Dies ist regelmässig der Fall.


    :hello:


    Ulli

  • Zitat

    Original von Jacques Rideamus
    Trotzdem sollten sich diejenigen, die sich überhaupt nicht darum scheren, dann auch nicht wundern, wenn ihnen das damit vordergründig eingesparte Geld wieder mehrfach aus den Taschen gezogen wird, egal unter welchem Titel. Wir haben es ja hier mit einem Kreislauf zu tun, und nicht nur mit einem einfachen Weg von A nach B. Der Gelackmeierte ist immer der Endverbraucher.:hello: Jacques Rideamus


    Das Geld wird nicht bloß vordergründig, sondern ganz real eingespart, DARAUF habe ich nämliich Einfluß, nicht auf andere Machenschaften der Politik und der Konzerne, mir mein Geld aus der Tasche zu ziehen.


    Das ist ein undurchdringlicher Dschungel, weshalb mE auch nicht annähernd soviel in den öffentlichen Haushalten gespart wird, wie gespart werden könnte. Und zwar ohne gleich dem Endverbraucher die gesamten Lasten aufzuhalsen. Da wird dem Bürger mit großem Tamtam etwas gewährt, aber im gleichen Atemzuge woanders wieder weggenommen.


    Deshalb ist mE für den Endverbraucher, der ohnehin den geringsten Einfluß hat, die Orientierung an seinem Vorteil der beste Weg. Oder soll ich, nur weil evtl. Arbeitsplätze davon abhängen, die teureren CDs bei jpc kaufen? Um dann später festzustellen, daß sie wegrationalisiert wurden, um konkurrenzfähig zu bleiben?


    Wenn ich "immer der Gelackmeierte" bin, muß ich dazu nicht auch noch durch eigenes Verhalten beitragen.

  • Der billigere Einkauf ist das eine, das andere ist, dass CDs, die es hierzulande nur mit sehr viel Glück noch zu erwerben gibt, in Japan aber problemlos, nunmehr ohne weiteres Kosten(Zoll)risiko bestellt werden können, z. B. Rozhdestvenskys Schostakowtisch und Prokoviev:



    Und der Preisnachlass, den http://www.hmv.co.jp/ ab 3 CDs gibt, kann jetzt auch endlich genutzt werden. Bisher habe ich immer einzeln bestellt, um das Zollanfallrisiko zu minimieren.


    Gruß
    Thomas

  • Hallo zusammen,


    die Frage, ob ich durch marketplace-Käufe bei JPC und/oder amazon.de Arbeitsplätze gefährde, stellt sich doch nur dann, wenn ich die CD, die ich billig zb bei cayman erworben habe, deshalb nicht mehr in D kaufe.
    In 90% der Fälle ist dem bei mir aber nicht so. Habe zB gerade Montero/Baroque über marketplace gekauft 8,97€ + 3,00€ gegenüber um die 19 € bei JPC oder Susan Graham für 4,95 + 3 gegenüber 19,95.
    Hätte ich zu diesen Preisen halt nicht gekauft, sondern auf das Sonderangebot in ca. 1 Jahr gewartet (oder aus dem Auge verloren).


    Für eher bedenklich halte ich die Illusion, alles globalisiert zur Verfügung zu haben, ohne die tatsächlichen (volkswirtschaftlichen) Folgekosten zu sehen. Das gilt mE für CD genauso wie für ERdbeeren aus Chile und in Tunesien gepulte Nordseekrabben.


    Grüsse
    Achim :hello:

  • Bizarr wird es ja erst, wenn man CD´s vom JPC eigenen Label CPO bei amazon Marketplace kauft und da auch fast 50% spart. Beispiel die Weingartner SACDs. Kosten bei JPC 18,99 und bei Marketplace ca. 7,40 plus 3,- Euro Versand. Da wird die Scheibe hier hergestellt, zweimal um die halbe Welt verfrachtet (USA hin und zurück) und dennoch verdienen ja wohl noch der Marketplace-Anbieter und cpo daran, sonst wären Sie ja dusselig. Ob das ökonomisch viel Sinn macht weiß ich nicht. Ökologisch ist es jedoch der helle Wahnsinn! Schöne neue Welt Globalisierung!


    PS: Es geht das Gerücht, JPC schließe mit Auslaufen der Pachtverträge in den nächsten Monaten/Jahren seine letzten Ladenlokale um sich ganz auf das Versandgeschäft zu konzentrieren. Das trifft mich als Stammgast der Mindener JPC-Filiale natürlich hart. Diesen Arbeitsplatzabbau jenen zuschreiben zu wollen, die CD´s für den halben Preis im Ausland kaufen, ist aber kaum gerechtfertigt. Siehe Beispiel oben. Die sollen sich ruhig an die eigene Nase fassen, die machen das Spiel ja mit.

  • Die letzten Lieferungen von Bestellungen beim amazon Marketplace (caiman und DVDLegacy aus USA) kamen allesamt nicht aus Amerika, sondern aus Auckland/New Zealand.


    Also noch ein paar tausend Meilen weiter. Die CDs hatten übrigens Aufkleber wie "CD made in Germany" oder "German Pressing".


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)