TMOO - Freischütz, Der (von Weber)

  • Joseph Keilberth EMI CMS 7 69342 2 (1958)



    Joseph Keilberth, Berliner Philharmoniker: 5


    Elisabeth Grümmer (Agathe): 5
    Lisa Otto (Ännchen): 5
    Rudolf Schock (Max): 5
    Karl Christian Kohn (Kaspar): 4,5


    Rest: 5


    GESAMT: 29,5 / 6 = 4,92


    TQ: 4 (Stereo)


    Eine der besten Aufnahmen, mein erster Freischütz, deshalb erkläre ich mich in gewisser Weise befangen, habe aber festgestellt, dass meine Meinung von vielen geteilt wird. Kurz: ein überraschend exzeptioneller Max von Schock, zwischen Helden- und lyrischem Fach eine exzellente Interpretation, ein guter Kaspar, zwei überragende Damen, wohl die beste Darstellung der Agathe, die es auf CDs zu bekommen gibt.


    Meine Empfehlung für jeden, der den "Freischütz" noch nicht kennt.


    Liebe Grüße Peter

  • Eugen Jochum DGG 469 568-2 (1959)



    Eugen Jochum, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks: 5


    Irmgard Seefried (Agathe): 4,5
    Rita Streich (Ännchen): 4,5
    Richard Holm (Max): 4
    Kurt Böhme (Kaspar): 4,5


    Rest: 4


    GESAMT: 26,5 / 6 = 4,4


    TQ: 4 (Stereo)


    Musikalisch eine schöne Einspielung mit guter ausgeglichener Besetzung, im Falle von Seefried und Streich zu ausgeglichen, die Stimmen sind sehr ähnlich. Es fehlt aber das Exzeptionelle.


    Liebe Grüße Peter

  • Lovro von Matacic RCA 4321-25287-2 1967



    Lovro von Matacic, Orchester der Deutschen Oper Berlin - 3


    Claire Watson(Agathe): 4
    Lotte Schädle (Ännchen): 4,5
    Rudolf Schock (Max): 4
    Gottlob Frick (Kaspar): 4


    Rest: 4


    Gesamturteil: 23,5 : 6 = 3,9


    Wie schon DIO schrieb: das träge Dirigat macht diese Einspielung leider mittelmäßig, denn auch die Sänger werden so nicht gerade zu dramatischen Höchstleistungen getrieben. Schock wirkt reifer als bei Keilbert, aber ihm fehlt die Frische der Keilberth-Einspielung, Frick geht hin und wieder in einen Sprechgesang über, ansonsten ein guter, doch kein sehr guter Vortrag der Rolle. Schädle ist um eiiniges hinter Loose oder Streich, Claire Watson wirkt vergleichsweise kühl und bleibt hinter ihrem Partner Schock zurück. Die Tongestaltung der Wolfsschlucht ist eine Geschmacksache, der Dialog ausführlich.


    TQ: 4


    Liebe Grüße Peter

  • Robert Heger EMI 5 65757 (1969)



    Robert Heger, Chor und Orchester der der Bayerischen Staatsoper München - 4


    Birgit Nilson (Agathe): 3,5
    Erika Köth (Ännchen): 3,5
    Nicolai Gedda (Max): 3,5
    Walter Berry (Kaspar): 4


    Rest: 4


    Gesamturteil: 22,5 : 6 = 3,75


    Das Dirigat Hegers zeigt zwar in einer Anzahl von Einzelheiten seine Erfahrung und seine Vertrautheit mit der Partitur, ist mir allerdings insgesamt zu uneinheitlich. Gedda singt einen ziemlich unidiomatischen Max, Berry weiß da trotz mangelnder Schwärze durch sein intelligentes Singen mehr zu überzeugen. Aber das doch eher gestaltlose Ännchen und die angestrengte Art der Nilson werten die Aufnahme für mich deutlich ab.


    Sehr viel Geräusche, durchweg gut gesprochener Dialog.


    TQ: 4


    Liebe Grüße Peter

  • Karl Böhm Orfeo (28.5.1972)



    Karl Böhm, Chor und Orchester der Wiener Staatsoper - 4


    Gundula Janowitz (Agathe): 4
    Renate Holm (Ännchen): 4
    James King (Max): 3
    Karl Ridderbusch (Kaspar): 4


    Rest: 4


    Gesamturteil: 23 : 6 = 3,8


    Der Mitschnitt einer Aufführung der Wiener Staatsoper leidet u.a. an dem Livecharakter, die die Akteure eher zu publikumswirksamen Eingriffen in den Notentext bewegen statt sie zu beflügeln. Zu all den Eigenmächtigkeiten kommen die vielen Bühnengeräusche. Am besten gefallen mir noch Ridderbusch als Kaspar und die agile Renate Holm als Ännchen. Gundula Janowitz kann mich nicht überzeugen, schlimm der "Heldentenor" von James King in Sachen Rollenauffassung.


    TQ: 3


    Liebe Grüße Peter

  • Weber, Der Freischütz, DG 1973



    Carlos Kleiber, Dresdner Staatskapelle - 5


    Agathe - Gundula Janowitz - 4,5
    Ännchen - Edith Mathis - 4
    Max - Peter Schreier - 4,5
    Kaspar - Theo Adam - 4


    Restensemble - 5


    Ges. 27 / 6 = 4,5


    TQ: 4,5


    Ein fantastisches Dirigat, ein fulminanter Chor, bei der für mich die Sänger nicht ganz die Höhe dessen erreichen, was man z.T. in anderen Aufnahmen erleben kann. Die Janowitz ist hier deutlich besser als bei der Böphm-Aufnahme, kann aber die Intensität von Grümmer nicht erreichen (selbst wenn Kleiber ihr durch eine deutliche Verlangsamung des Tempos zu helfen versuch). Edith Mathis wird durch ihre (von einer Schauspielerin gesprochenen) Sprechstimme vorgeführt - so hätte sie singen sollen ... Schreier ist ein guter Max, aber auch hier ist Schock das Quäntchen besser. Theo Adam erreicht nicht die Präzision und die Schwärze von Böhme in seinen besten Tagen.


    Wer aber immer sich für den "Freischütz" interessiert, erhält hier eine der drei bis vier Aufnahmen, die man haben sollte.


    Liebe Grüße Peter

  • 3CD (mit Oberon), Ponto, 1973/2006, Livemitschnitt



    Wolfgang Sawallisch, Orchestra Sinfonica e Coro di Roma della RAI: 3,5 (Leidlich gutes Dirigat von Sawallisch, leider ein fürchterlich singender Chor)


    Agathe - Margaret Price: 4 (Schöne Phrasen, aber immer wieder Probleme mit der Artikulation "Lüübö pflögt möt Kummer stöts Hond in Hand zu göhn" - das geht für eine Agathe nicht ...)


    Ännchen - Helen Donath: 4,5 (Eine der beiden überzeugenden Leistungen)


    Max - James King: 3 (Schlimmer noch als bei Böhm. Schlampig im Ausdruck, freier Umgang mit Webers Noten)


    Kaspar - Karl Ridderbusch: 4,5 (Die zweite gute Partie)


    Rest: 2 (Nicht nur hier wird es happig: Wohl kaum einer der Nebenrollen versteht, was er da singt, z.T. sehr schlechtes Deutsch, da denken sich King und Price, sie brauchen die Oper auch nicht auf Deutsch zu singen.)


    WERTUNG: 21,5/6 = 3,6


    Nur für Verehrer der einen oder anderen Stimme zu empfehlen, als "Freischütz" (immerhin auch eine Choroper) eher eine Parodie.


    TQ: 2,5


    Liebe Grüße Peter

  • Joseph Keilberth EMI CMS 7 69342 2 (1958 )



    Joseph Keilberth, Berliner Philharmoniker: 5


    Elisabeth Grümmer (Agathe): 5
    Lisa Otto (Ännchen): 4,5
    Rudolf Schock (Max): 5
    Karl Christian Kohn (Kaspar): 3,5
    Rest: 5 (ua Hermann Prey, Gottlob Frick :jubel: )
    TQ: 4 (Stereo)



    [b]GESAMT: 32/7 = 4,57



    LG joschi

  • Weber, Der Freischütz, 1979
    Decca 460 194-2



    Rafael Kubelik, Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks - 3,5


    Agathe - Hildegard Behrens - 4
    Ännchen - Helen Donath - 4
    Max - Rene Kollo - 3,5
    Kaspar - Peter Meven - 3,5


    Restensemble - 4


    Ges. 22,5 / 6 = 3,75


    TQ: 4,5


    Nach der fulminanten Aufnahme von Carlos Kleiber eine Rückkehr ins Normale. Die Tempi geraten dem ein klangschönes Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks dirigierenden Rafael Kubelik häufig zu verhalten, ein wenig böhmisches Feuer hätte dem ganzen und nicht zuletzt den Sängern gut getan. So singt Rene Kollo den Max ein wenig zu unbeweglich, Peter Mevens Kaspar fehlt Schwärze und Biss, Helen Donaths Sprechstimme widerspricht ihrem munteren Gesang (ein bisschen weniger Vibrato hätte mir gefallen) und Hildegard Behrens achtbar gesungene Agathe fehlen nicht zuletzt wegen des Dirigats die emotiven Ausbrüche, die eben auch zu der Rolle gehören. Alles wirkt ein wenig zu brav, nachdem Carlos Kleiber doch gezeigt hat, wie man die Staubpartikel aufwirbelt.


    Liebe Grüße Peter



    Liebe Grüße Peter




  • Karl Böhm, Live, Wiener Staatsoper 1972: 4 (das Orchester ist sehr gut, Böhms Dirigat aber teilweise zu "undramatisch")


    Agathe: Gundula Janowitz: 4-


    Ännchen: Renate Holm: 4


    Max: James King: 3,5 (gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht; er müsste sich mitunter mehr zurücknehmen)


    Kaspar: Karl Ridderbusch: 4



    (vermutlich ist hier noch ein Teil der Dialoge herausgeschnitten worden; auch vermisse ich das Vorspiel zum dritten Akt ?( )


  • Wertung bitte verdoppeln!
    Der beste Freischütz aller Zeiten, auch dank Nebenrollensängern wie Ernst Wiemann, Gottlob Frick und Hermann Prey. Sehr ausführliche, aber nie langweilige Dialoge. Die beste Aufnahme eines Werkes muß nicht die neueste sein.
    Schöne Grüße
    wega :P

  • Ich kann dem Urteil von Peter Wega vollinhaltlich zustimmen. Wenn ich richtig gezählt habe ist diese "Freischütz"-Aufnahme auch die von den Taminos meistgenannte. Da sie auch als Referenz-Aufnahme gilt liegen wir Taminos offenbar wieder einmal richtig.
    Herzlichst
    Operus

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • DG 1959



    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks/Eugen Jochum: 4,5


    Irmgard Seefried (Agathe): 3,5
    Rita Streich (Ännchen): 4,5
    Richard Holm (Max): 4
    Kurt Böhme (Kaspar): 5


    Rest: 5 (u. a. Ernst Ginsberg als genialer Samiel, Eberhard Waechter als Ottokar und Walter Kreppel als Eremit)


    Gesamtwertung: 26,5 / 6 = 4,4


    Tonqualität: 4


    Diese Einspielung ist m. E. viel besser als ihr Ruf. Die einzige echte Schwachstelle ist Irmgard Seefried, hier nicht auf der Höhe, aber erträglich. Ausgezeichnet vor allem Kurt Böhme, gerade im 1. Akt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid