TMOO - Otello



  • Wiener Philharmoniker, Chor der Wiener Staatsoper,
    Herbert v. Karajan - 5


    Otello - Mario del Monaco - 5
    Desdemona - Renata Tebaldi - 5
    Jago - Aldo Protti - 5
    Cassio - Nello Romanato - 4
    Rodrigo - Athos Cesarini - 3
    Rest - 4


    Wert: 31/7 = 4,43


    TQ 4,

  • Zitat

    Original von Amfortas08
    @ Oberg @ Krakhofer Euren Eindruck des Karajanschen Dirigates teile ich. Allerdings habe ich bisher in keiner anderen Wiedergabe (C. Kleiber, Toscanini, Levine, Bychkov, Busch etc.) des Othellos (sei es live oder Studio) das Quartett (Desdemona, Emilia, Jago, Othello) im 2. Akt so deutlich und differenziert gehört, wie in der letzten Karajanschen Aufnahme. Zweifellos ein musikalischer Gipfel des 2. Aktes. :jubel:


    :hello:


    Man weiß ja als Außenstehender nie so genau, was im Studio wirklich abgelaufen ist. Aber der 2. Otello Karajans ist ja der Soundtrack zum Otello-Film und vielleicht auch deshalb orchestral etwas wuchtiger, um mehr musikalisches Gegengewicht zur Bilderflut zu bilden. Wie in ein paar anderen Fällen kenne ich die Plattenausgabe nicht, da ich angesichts der Verfilmung eigentlich kein Interesse daran habe. Und wenn es auch etwas bessere Besetzungen gibt (die allgemein anerkannte Schwachstelle ist Peter Glossop, der allerdings wirklich gegen höchstkarätige Vorbilder ankämpfen muss), so finde ich den Opernfilm insgesamt einfach erstklassig und als solchen herausragend. Auf diesem Sektor gibt es nur eine Konkurrenz, und die wurde von Lorin Maazel dirigiert. Allerdings wird bei letzterem mit der Oper etwas frei umgegangen.


    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • solistisch finde ich die Karajan-Verfilmung ja gar nicht schlecht. Ich habe auch davon einen TV-Mitschnitt in guter Stereo-Klangqualität. Die Audio-Version gabs mal in einem Sonderangebot.
    Mit der Regie + dem Bühnenbild kann ich mich aber überhaupt nicht anfreunden. Das ist mir alles viel zu konventionell: Falls man bei diesem Othello überhaupt noch von Regie sprechen kann.
    Nebenbei: Die einzige Regie, die ich kenne, welche die Figur des Cassio eine angemessene Deutung gibt, ist die von Walter Felsenstein.
    Aber wie gesagt: das Orchester unter Karajan ist - totz mancher nachvollziehbarer Einwände (auch Schnitte im 2. und 3. Akt) - doch eine sehr interessante Alternative zu Mitschnitten bzw. Einspieleungen von z.B. Toscanini, Carlos Kleiber in München, Bychkov, Busch und Levine-live in den 70zigern aus NYC...
    Der große zeitgenössische Komponist Elliott Carter :jubel: :jubel::stumm: hat mal in einem Interview im Zusammenhang mit seinen sehr komplexen Kompositionen sich auf die "Polyphony in Verdis Othello und Falstaff" berufen...
    :hello:

  • @Amfortas
    Sie Dir bitte die Inszenierung des Otellos von Decker an .Dort wird der Cassio angenehm und endlich
    richtig gedeutet.Da ist mir das erste mal zu bewusst geworden,wie wichtig Cassio ist.


    LG: Rita

  • der Barcelona-Othello ist auf meiner Wunschlsite, aber die Finanzierung desselben ist noch ungewiss, wie die von Walhall durch Wotan.


    Beim Othelllo ist sehr viel - das Meiste ? - zwischen den Noten komponiert + unscheinbaren Details (z.B. die Sforzati bei den Schlussakkorden) - besitzen eine ungeheuere Relevanz.
    Auch der Text ist so geraten, dass sehr viel - vielleicht sogar auch das meiste - zwischen den Zeilen steht. Das ist - nach meiner Erfahrung - die größte Herausforderung für die Regie dieses Meisterwerkes.



    :hello:

  • Giuseppe Verdi: Otello, CD,CD


    Mir liegt eine CD-Ausgabe der Firma Rodolphe (Tochter der französischen harmonia mundi) in für eine live-Aufnahme aus dieser Zeit erstaunlich guter Stereo- Qualität vor. Atmosphärisch dicht, grandiose Solisten, leider sind Chor und Orchester nicht auf gleichem ausgezeichneten Niveau. Aufnahme vom 4. Februar 1959, vor allem wegen del Monaco und Gobbi für mich unverzichtbar.


    Otello - Mario del Monaco - 5 ( auf der Höhe seiner stimmlichen Gestaltungskraft, machtvoll und bewegend zugleich gesungen)

    Desdemona - Gabriella Tucci - 4 - reicht nicht ganz an Renata Tebaldi heran, dennoch stimmschön und souverän

    Jago - Tito Gobbi - 5 + - unerreicht in dieser Rolle, an diesem Tag in blendender Verfassung


    Cassio - Mariano Caruso - 4

    Emilia - Anna di Stasio 4


    Chor und Orchester des Japanischen Rundfunks Tokyo, Leitung Alberto Erede - 4


    Wert 26/ 6 = 4,33


    VG


    Otello50


  • Hallo Otello, bei Amazon sind zwei Rezensionen zu diesem Otello, du schreibst über die Tonqualität allerdings von der Aufnahme bei >Rodolphe<, sind denn diese Ausgaben genauso gut und hast du die auch angehört!?

    Ich nehme mal an die Rezensionen sind von dir! ;)


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco,


    ich habe die beiden Rezensionen nicht verfasst. Die Rodolphe-Aufnahme besitze ich schon seit ihrer Veröffentlichung in den späten 80er Jahren und habe mich daher nicht weiter um andere Ausgaben dieser Aufführung gekümmert.

    Ich nehme an die Rodolphe- Ausgabe basiert auf den Bändern des Rundfunk-Mitschnitts der NHK; jedenfalls sind mir live- Stereo-Aufnahmen aus dieser frühen Stereo-Zeit nur in japanischen Produktionen (ich habe noch eine Aida mit del Monaco von 1960) begegnet. Es scheint, dass von der Aufführung - wie nicht selten der Fall - Überspielungen in unterschiedlicher technischer Qualität existieren.


    Mir hat die del Monaco- Aufnahme aus Tokyo auch deshalb so gefallen, weil sie den wegen seines angeblichen undifferenzierten Stentorsingens viel gescholtenen Sänger (ich erinnere mich noch an die völlig überzogenen Ausführungen des seinerzeit bekannten Kritikers Wolf Rosenberg aus den 60er Jahren) als durchaus bewussten und differenzierten Künstler bestätigt. Dass er keine Cassio-Stimme hatte ist ja hinlänglich bekannt. Als Otello hatte er jedenfalls für mich keinen adäquaten Nachfolger.


    VG

    Otello50

  • Lieber Otello, ich überlege jetzt was für eine von den beiden ich nehmen soll?


    Apropos Otello, ich bin ja ein großer Vinay Fan! :)

    Hier der Otello mit del Monaco und Vinay als Jago, kennst du bestimmt auch!?


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Lieber Fiesco,


    gerade lese ich die Kritiken der beiden Aufnahmen aus Tokyo. Kannte sie vorher nicht, sie decken sich aber völlig mit meinen Eindrücken. Es ist wohl nicht schwierig, zu diesen Schlüssen zu kommen, wenn man die Aufnahme hört. Zur Frage eines Kaufes: ich weiß nicht, ob es technische Qualitätsunterschiede gibt, sie müssten auf derselben Quelle beruhen (NHK). Jedenfalls eine herrliche, bis heute nicht übertroffene Aufnahme.


    Die Aufnahme aus Dallas kenne ich, sie ist musikalisch wunderbar mit zwei der größten Otellos (wobei ich Vinay generell als großen Heldentenor- auch in seinen Wagnerpartien, der Bayreuther Siegmund von 1955 unter Keilberth- schätze), leider technisch nicht konkurrenzfähig. Das trübt meinen Hörgenuss deutlich.


    Ich kehre übrigens immer wieder auch gerne zu der alten Cetra- Aufnahme mit Carlos Guichandut und Giuseppe Taddei zurück. Die nicht kon kurrenzfähige Desdemona muss ich halt hinnehmen.;) Aber Guichandut, von dem es wenige Aufnahmen zu geben scheint, ist schon ein ausgezeichneter Otello und Taddei großartig wie so oft.


    VG

    Otello 50