Literarische Empfehlungen - was lese ich gerade

  • Lieber Masetto,


    ich glaube, ich habe alle Bücher von Ian McEwan gelesen. Sie gefallen mir sehr gut. Mein Lieblingsbuch von ihm ist "Trost von Fremden".



    Die Korrekturen habe ich auch mit gtoßer Begeisterung gelsesn. Die beiden Nachfolger liegen hier schon und warten ebenfalls darauf, gelesen zu werden.


    Gerade habe ich von T.C. Boyle América gelesen.



    Ein hervorragendes Buch, dass in 2 parallel laufenden Handungssträngen das Leben in den USA in der Nähe der mexikanischen Grenze beschreibt. Zwei Lebensgeschickten, die an ein und demselben Ort stattfinden und doch so unterschiedlich sind, einmal die typische amerikanische Familie und nebenher die illegalen mexikanischen Einwanderer. Unglaublich gut, teilweise auch bedrückend.

    Viele Grüße,


    Marnie

  • vom 2001 Versand.
    Nachlesen!! Spannend und ungewöhnlich wie aus dem Berliner Jungen Wolfgang Grajonza, den seine Mutter aus Deutschland in die USA schickte, damit er überleben konnte, der große Billy Graham werden konnte. Das Buch ist spannend und aufschlußreich.


    Besonders ist mir u.a für dieses Forum der folgende Absatz aufgefallen. (Seite 456)

    Zitat

    Der Applaus galt mittlerweile der Anwesenheit der Künstler. Und nicht mehr für Ihre Leistungen.

    Besser kann man es nicht beschreiben.
    Gruß S

  • Und?? Gelesen? Wie findest Du das Buch?
    Ich habe "The Corrections" letztes Jahr auch gelesen, nach langem Zögern, und schließlich verschlungen. Toll! :)

    "Das Thema, welches die Pauke zuletzt hat, findet gewiß keiner heraus!" (Gustav Mahler)

  • Immer noch auf dem Nachttisch, interessant aber auch nicht einfach zu lesen:


    Und dann dieses zum Genießen:

    "Das Thema, welches die Pauke zuletzt hat, findet gewiß keiner heraus!" (Gustav Mahler)

  • Next up - wenn ich mich denn endlich dran mache:


    "Das Thema, welches die Pauke zuletzt hat, findet gewiß keiner heraus!" (Gustav Mahler)

  • erst mal meinen Biografiestand aktualisiert.


    Interessant was aus den drei Überlebenden der 60iger Jahre Supergruppen gerworden ist.


    Baker liest sich am besten, Bruce am informativsten, Claptons Beichte als Alkoholiker ist beeindruckend, der Rest ist aber weniger interessant geschrieben.
    Gruß S.


  • Den lese ich dann noch vor Franzen. Mal sehen, wie weit es mit der Sprache noch her ist...

    "Das Thema, welches die Pauke zuletzt hat, findet gewiß keiner heraus!" (Gustav Mahler)

  • Hallo Marnie,


    den Franzen habe ich noch nicht angefangen; erst heute gekauft. Ich freue mich aber schon drauf! "The Corrections" war ein Hammer, und mein Vater war von "Freiheit" auch begeistert. Dauert also noch'n Weilchen...


    Gerade höre ich "1500 Jahre Frühstyxradio" - mal sehen, ob ich dafür auch eine (Trash-)Kategorie finde. :D


    Viele Grüße
    Accuphan


    PS: Ulla Hahn ist noch nicht ganz ferdich...

    "Das Thema, welches die Pauke zuletzt hat, findet gewiß keiner heraus!" (Gustav Mahler)

  • Viel zu lange Jahre ist auf diesem Gebiete gar nicht geforscht worden. Umso wichtiger die Untersuchungen, die seit etwa 2005 veröffentlicht werden. "Transgenerationale Weitergabe kriegsbelasteter Kindheiten" ist eine interdisziplinäre Ansammlung von Studien, die sich mit Erziehungsmustern, Traumatisierungn, Krankheitsbildern etc auseinandersetzen:



    Danach steht die Lektüre dieses Buches an:



    Letzlich auch wichtig zum Verständnis der Generation meiner Eltern.


    Last not least als bereits gelesen zu vermelden:



    Jemand hier am Brett, der sich auch für diesen Themenkomplex interessiert (irgendwie habe ich das Gefühl, dass das was für zweiterbass und caruso sein könnte, aber vielleicht täusche ich mich)?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Ich habe das Buch über die Kriegsenkel und auch andere Literatur zu diesem Thema gelesen, weil ich beruflich und persönlich da dran bin. Ich kann jetzt nur diese zwei Zeilen dazu schreiben, weil ich gleich meinen Sohn zu Bett bringen muss. Wie Luther sagt: "Ein ander mal mehr davon ...".


    Freundliche Grüße von Andrew

    „Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

  • Da ich demnächst vor habe, mein Boot zu Wasser zu lassen und hoffentlich auch bald damit zu segeln, lese ich als "Stimmungsmacher" gerade dieses Buch.


    Ein literarisch zwar nicht hochstehendes, aber für den geneigten Leser (also im Prinzip Segelbooteigner) ein durchaus spannendes, schön geschriebenes und die Vorfreude enorm steigerndes Büchlein.
    Hoffe, das Wetter ändert sich demnächst. Schauma mal....
    LG
    Max

    "It´s not how many years we live but what we do with them" (C. Boothe)

  • Die "Großen" der deutschen Nachkriegsliteratur fand ich trotz des Nobelpreises eher langweilig. Von Böll mochte ich nur "Dr. Murke", von Grass nur "Das Treffen in Telgte" (die Stadt Telgte bietet Stadtführungen nach dem Buch an) und von Walser nur seine vergnüglichen Bodenseekrimis mit Thassilo M. Grübel.
    Aber Amerika hat viel zu bieten. Über Don deLillo und John Updike vielleicht ein andermal, hier aber möchte ich RICHARD FORD vorstellen. Geboren 1944 in Jackson, Mississippi, lebt heute in Maine. Er begann als Sportreporter und veröffentlichte zunächst Kurzgeschichten. Seine Amerika-Trilogie ist in den USA sehr berühmt, der 2. teil bekam den Pulitzer-Preis, was in den USA viel bedeutet. Sein Held ist Sportreporter und dann Immobilienmakler Frank Bascombe. Die Bücher gibt es auf deutsch, aber wer kann, sollte sie auf englisch lesen.
    Hier die Titel:
    1. The Sportswriter (1982)
    2. Independence Day (1995, Pulitzerpreis)
    3. The Lay of the Land (2006)

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)


  • Peter Härtling

    Das ausgestellte Kind


    Aus der Produktbeschreibung
    Peter Härtling begibt sich auf die Spuren des jungen Mozart. Dieser ist gerade sechs Jahre alt und hat erste Proben seines außerordentlichen Talents gezeigt. Unter der Führung seines Vaters und begleitet von seiner älteren Schwester, einer Virtuosin auf der Geige und dem Klavier, bereist er von Salzburg aus Europa. Während der Vater die Familie in die Fremde führt, flieht Mozart in seine eigene Welt - die der Phantasie und der Töne. Und er begegnet immer neuen Menschen, Fürsten, Königen und sogar der Kaiserin, die ihn bestaunen und feiern, ihm aber seine Einsamkeit nicht nehmen können. Ergreifend erzählt Peter Härtling in dieser wunderbaren Künstlernovelle wie es sich anfühlt anders und besonders zu sein.


    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Wolfgang Hildesheimer
    Mozart



    Ich habe Zeit, mich wieder in diesen Text zu vertiefen.
    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Wenn man also nicht mit dem großen Böll, dessen Werk Eckhard Henscheid zu Recht als "steindumm" bezeichnet hat oder dem anderen Großmeister deutscher Literatur Günther Grass zufrieden ist und wer ist das schon, wendet sich Grass doch zunehmend an ein Publikum, welches aus pensionierten Oberstudienräten oder Volkshochschullehrern besteht (Frauen eingeschlossen), dabei zwar an Altersfuror gewinnt, doch immer mehr in lächerlich Steife abgleitet, zuletzt zu bewundern bei der Beerdigung von Christa Wolff, die nun unter der Erde ruht und mit der hoffentlich auch ihr unseliges Werk vergessen wird, welches Millionen Gymnasiasten in West und später auch in Ost ertragen mussten, kurz, wem all dieser Altmenschenfeuilletonschmock so schrecklich zum Hirne raushängt, der sollte es mal mit Hagener Trilogie versuchen.
    So mal als Idee:


    Und dem geschätzten Moderato empfehle ich nach der Lektüre von Hildesheimers wahrlich wunderbarem Mozart Buch die Kurzgeschichte "Poschiavo - Graz einfach"
    von Eckhard Henscheid, in der Wolfgang Hildesheimer eine Reise antritt.


    Gruß S.

  • Lieber s. bummer, obwohl ich ein pensionierter Oberstudienrat bin, sprichst du mir aus der Seele, auch was Christa Wolf bestrifft. Von Frank Schulz kenne ich nur den ersten Band, da werde ich mir wohl die anderen auch besorgen und deine anderen Tipps werden wohl auch ind Schwarze treffen. Danke!


    P.S. Habe ich schon erwähnt, dass im Terzett der Unfähigen (Böll, Grass, Jelinek) jetzt auch Martin Walser reif für den Nobelpreis wäre?

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Lieber s.brummer


    Von Eckhard Henscheid ist dieser Opernführer der anderen Art lesenswert: Verdi ist der Mozart Wagners.


    Da schliesst sich meine Frage an: Worin ist die Kurzgeschichte "Poschiavo - Graz einfach" enthalten?


    Dass er ein Weggefährte des verstorbenen Robert Gernhardt war, macht ihn mir sehr sympathisch. Da schliesst sich eine weitere Empfehlung an, die sich seit kurzem in meinem Lesezimmer findet: Die gesammelten Gedichte Gernhardts sind in diesem preiswerten 1168 Seiten Wälzerchen enthalten. Keiner schreibt Sonette mit einem Augenzwinkern oder kann ein Formel 1 Rennen in Gedichtform beschreiben wie Gernhardt.



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    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • In der Literatur sind meine Ambitionen nicht so hochfliegend. Ich habe gerade mit diesem Buch begonnen. Es ist das dritte in einer Krimireihe, die ersten beiden konnte ich ad hoc nicht greifen. Wenn dieses gut ist (entspannend), werde ich die weiteren Folgen auch lesen. Die Reihen von Jussi Adler Olsen (Carl Morck) und Stieg Larson (Mikael Blomquist und Lisbeth Salander) habe ich schon durch. Zum Entspannen empfehlenswert. Mehr braucht es nicht.


    Liebe Grüße
    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Von der Grass-Böll Gilde hebt sich Uwe Johnson angenehm ab: Jahrestage Aus dem Leben von Gesine Cresspahl
    Ich besitze eine mehrbändige handlichen Taschenbuchausgabe, die ich während der kommenden Festtage wieder lesen werde.

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Zu Jelinek: Wir konnte ich die übersehen? Wahrscheinlich, weil Sie Gravitys Rainbow mit übersetzt hat.
    Walser. "Ehen in Philipsburg" finde ich recht ok. Die Anselm Kristlein Romane auch. Dann wirds duster.


    Henscheid. Es gibt ein Hörbuch Da liest er unter anderem Poschiavo - Graz einfach. Und so wie er das vorliest, wirds nochmal besser!


    Musikfreunde werden Henscheid fündig: In der Gesamtausgabe bei 2001 sind die Bücher.
    Verdi ist der Mozart Wagners
    Musikplaudertasche
    Warum Frau Grimhild Alberich außerehelich Gunst gewährte
    Neue musikalische Schriften
    in einem Band versammelt erschienen. Mit Chance sind sie günstig zu erwerben.


    Und nun Johnson: Einer meiner Lieblingsschriftsteller. Auch wenn ich in den Jahrestagen die Handlung, die in New York spielt, eher beiläufig zur Kenntnis nehme, der Erzählstrang in Mecklenburg ist beeindruckend.
    Es gibt (leider teuer) einen ausgezeichneten Kommentar zum Werk, welchen ich mal von einem der Verfasser für eine kleine Gegenleistung geschenkt bekam.


    Ansonsten empfehle ich folgendes Buch über Johnson:


    Beste Grüße
    S.

  • Gerade habe ich einen ganz wunderbaren Norddeutschland-Roman gelesen, der in der Rahmenhandlung während des Schneesturms zwischen den Jahren 1978 spielt und zurückreicht in die 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Schauplatz ist ein kleines Dorf unmittelbar an der dänischen Grenze und der Wattenküste sowie das Watt um die Hallig Südfall. Sehr schöne Geschichte, zurückhaltend, dennoch angenehm zu lesen und voll Atmosphäre!


    Jan Christophersen: Schneetage





    tukan


  • Jemand hier am Brett, der sich auch für diesen Themenkomplex interessiert (irgendwie habe ich das Gefühl, dass das was für zweiterbass und caruso sein könnte, aber vielleicht täusche ich mich)?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:


    Lieber Thomas,


    ich habe gerade das erste Buch von Sabine Bode in der Hand gehabt und sehe jetzt hier deine Empfehlungen. Vielen Dank dafür, ich bin nämlich ein solches Kriegskind (Jg. 1940) und kriege langsam ein Gefühl dafür, welche Traumatisierungen wir davongetragen haben, wie vor allem die totale Verdrängung ein Hauptmotiv unserer Erziehung war. Wenn du noch weitere Tipps hast, ich werde dieses Thema ab Anfang Januar bearbeiten und dann wird mir wohl klar, woher ein Teil meiner Macken herrühren. Einige dieser Macken habe ich vor Jahren schon erkannt, als ich plötzlich fesstellen musste, dass ich ein typisches Sandwich - Kind war, der mittlere unter drei Jungs. Das hat mich umgehauen. Ähnliches erwarte ich auch jetzt.

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Jemand hier am Brett, der sich auch für diesen Themenkomplex interessiert (irgendwie habe ich das Gefühl, dass das was für zweiterbass und caruso sein könnte, aber vielleicht täusche ich mich)?


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Lieber Thomas, welch ein Zufall: gestern habe ich bei Freunden das erste Buch von Sabine Bode gesehen, heute deine Empfehlungen, die ich gleich ausgedruckt habe. Ich bin ein solches Kriegskind (Jg.1940), ich kann mich an vieles noch erinnern (am schlimmsten die Bombennächte im Luftschutzkeller). Als ich vor zwanzig Jahren entdeckte, dass ich ein typisches Sandwichkind war, hat das vieles erklärt, aber mich völlig umgehauen. Ähnliches erwarte ich jetzt auch. Für weitere Tipps bin ich sehr dankbar.

    "Love me, Tender..." (Dampflok 01 201 bei ihrer Ausmusterung)

  • Gerade mittendrin:


    Ian Kershaw "Das Ende - Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45." Die Frage, der Kershaw - der eine Maßstäbe setzende Hitler-Biographie vorgelegt hat - hier nachgeht, ist die, warum sich das Herrschaftssystem der Nazis bis zum totalen Ende hat halten können. Eine beinahe schon banale Frage mag man denken, aber wenn man ihr einmal ernsthaft nachspürt, eine gar nicht so leicht zu beantwortende. Ich bin gespannt zu welchem Fazit Kershaw letztlich gelangen wird.Grüße,


    Grüße,


    Garaguly

  • Beim Aufräumen in meiner Bibliothek bin ich auf einen Titel gestossen, den ich als Gymnasiast im Deutschunterricht las. Das ist nun mehr als dreissig Jahre her. Der kleinen Holzskulptur des lesenden Klosterschülers, von der das Buch handelt, stand ich Jahre später gegenüber. Der Autor kann nichts dafür, dass Schülergenerationen sich an diesem Text abarbeiten mussten. Für mich ein wichtiges Buch gegen das Vergessen und was Kunst in unserem Leben bewirkt.


    Alfred Andersch
    Sansibar oder der letzte Grund
    .

    Knochen sind Bausteine. Sie bedeuten nicht den Tod, aber fallen ohne Fleisch auseinander.

    Enno Poppe

  • Der hat erfolgreich seine Biografie umgeschrieben!
    Hier ein ESSAY zu Andersch und ein wunderbares Buch zu einem schrecklichen Thema.

    W.G. Sebald
    Luftkrieg und Literatur
    Mit einem Essay zu Alfred Andersch.


    Gruß S.