Literarische Empfehlungen - was lese ich gerade

  • Das fadeste Buch Tolstois ist vermutlich nicht zufällig "Auferstehung", weil er sich hier an einem Dostojewkij-Thema versucht, das ihm im Grunde fern steh


    Ich gebe zu, dass ich dieses Buch als junger Mensch mit großer Rührung gelesen habe, was aber gar nichts sagt über die Qualitäten des Romans. Und da wir hier ja in einem Klassikforum sind, möchte ich auf die Oper von Alfano hinweisen:



    Die aufregendste Aufnahme aber ist die mit Carla Gavazzi als Katiusha, 1952 bei der RAI Milano entstanden.


    Gelegentlich gibt es sogar in Deutschland Aufführungen. Mir fällt jetzt nur nicht ein, wo.


    Gruß Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Was Du von Nabokov schreibst, wusste ich nicht. Danke!

    Ich empfehle jedem an Literatur Interessierten von Nabokov diese beiden Sammelbände von Vorlesungen, die er während seiner Zeit als Dozent an der Cornell University gehalten hat, bis er durch "Lolita" berühmt und reich wurde und in einen Urlaub fuhr, aus dem er nicht mehr zurückkehren musste:



    In diesen Büchern passiert Außergewöhnliches: Ein ausgezeichneter Dichter analysiert die Struktur großartiger Romane und Erzählungen, legt Strukturen und Muster frei, folgt thematischen Motiven und feinsten Verästelungen und vermittelt die innere Stimmigkeit und Größe eines literarischen Meisterwerks. Da wo er liebt (wie z.B. bei "Bleak House", "Madame Bovary", "Die Verwandlung", "Anna Karenina", "Ulysses" usw., ist er wahrlich ansteckend und eröffnet einem fantastische Zugänge. Er lehrt einen unter anderem, die Details zu goutieren (die Art z.B., wie eine nur einmal auftretende Figur bei Dickens eine Münze hochwirft und von oben auffängt ist wichtig, weil diese Figur dadurch von einer Gestalt auf dem Papier zu einer lebendigen wird); ferner, nicht so sehr mit dem Herzen zu lesen und auch mit dem Gehirn, sondern mit dem Rückgrat, dort, wo der "verräterische Schauer großer Kunst" spürbar wird.


    Da wo Nabokov Schriftsteller als mittelmäßig ablehnt, ist er allerdings gnadenlos. Dostojewski ist für ihn ein mittelmäßiger Krimiautor, Thomas Mann zählt zu den Verfassern lebloser "Ideenliteratur", ein "Gipsheiliger". Literatur darf sich nach Nabokov einzig daran messen lassen, wie es der Autor schafft, ein einzigartiges, unverwechselbares Kunstwerk zu schaffen. Alles andere, außerliterarische Fragestellungen, "Botschaften", sind irrelevant.



    Ich glaube, es ist heutzutage nicht die Zeit für Dickens. Er verlangt wirklich viel Konzentration.

    Ich weiß nicht, ob es das ist. Ich glaube, dass er in Deutschland als Autor von "Oliver Twist" und "David Copperfield" schlicht immer noch als Kinder- und Jugendbuchautor gilt - ein eklatantes Fehlurteil. Die Tatsache, dass er als sentimental deklarierbare Momente hat und dass seine Figuren in ein relativ klares Gut-Schlecht-Schema einzuordnen sind, senken sein Ansehen in der Postmoderne. Dabei ist er ein glänzender Stilist, von dessen Stimme man sich unmittelbar hinreissen lassen kann.


    Dickens ist natürlich auch problematisch durch einen latenten Antisemitismus.

    Wo siehst du den? Ist mir bisher nicht aufgefallen.



    Obwohl ich immer skeptisch bin gegen verfilmte Literatur - Ausnahmen gibt es natürlich in Fülle - schätze ich die BBC-Serien einiger Dickens-Romane sehr. Sie sind äußerst genau in der Erfassung der Fabel und aller Details. Die Ausstattung ist traumhaft, nur selten etwas geschönt. Aus den Dickens-Büchern riecht es ja gern mal. Meine Empfehlung also:


    Diese DVDs habe ich natürlich, und ich habe sie in einem Rutsch durchgesehen. Die Wahl der Schauspieler und die Qualität der Darstellung ist außergewöhnlich, und man würde viel dafür geben, wenn es dem deutschen Staatsfernsehen gelingen würde, Vergleichbares auf Basis deutscher Klassiker zu produzieren.



    Ich freue mich, dass wir den Dickens schätzen und auch lesen.


    Liebe Grüße von Rüdiger

    Ebenfalls!



    Herzliche Grüße zurück,


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Dostojewskij ist doch nicht menschenfeindlich! Er schildert halt weit extremere (und für mich meistens interessantere, wenn auch wohl weniger abgerundete und weniger realistische Charaktere als Tolstoi. (Von den Ausnahmen wie "Kreutzersonate" mal abgesehen. DER Typ ist ein schlimmerer Psychopath als der durchschnittliche Dostojewskijsche Neurotiker.) Und man findet oft tiefes Mitleid(en) selbst in der Darstellung des "Schurken", in "Verbrechen und Strafe" etwa nicht nur bei der Hauptperson Raskolnikov, sondern auch bei dem versoffenen Versager Marmeladov und dem zynischen Verführer Swidrigailow.
    Der "Feind" für Dostojewskij sind die westliche Zivilisation, Wissenschaft und politische Philosophie.


    Ich habe mich zugegebenermaßen weit aus dem Fenster gelehnt, weil ich fast mehr über als von Dostojewskij gelesen habe. In der Biographie, die ich über ihn gelesen habe, wird jedenfalls auch Dostojewskijs Hass auf Juden, Polen oder wen auch immer thematisiert. Allerdings dürften wohl D.s Hassgefühle auf andere einem nicht geringen Selbsthass bzw. Selbstekel entsprungen sein. Und genau hier sehe ich den großen Unterschied zu Tolstoj und weniger in der Thematik an und für sich. Tolstoj ist genauso russophil wie D., lehnt westliche Errungenschaft für Russland ab, glaubt an den "heiligen russischen Bauernstand", etc.., aber er schreibt nicht so gegen seine "inneren Dämonen" an wie D., der ja von Spiel- und Trunksucht gebeutelt war. Tolstoj ruhte wohl sehr in sich (obwohl er als junger Mann sicher auch ein "Tunichtgut" war) und war schon fast ein apostelgleicher Charakter. Was beide wieder gemeinsam haben ist der thesenhafte Schreibstil. Nur finde ich, dass es Tolstoj viel besser gelingt, seine Thesen organisch in die Romane einzuarbeiten. Die virtuose Erzählkunst Tolstojs ist für mich jedenfalls einmalig. Nur so kann ich es mir erklären, dass ich hundertseitenlange Passagen über Schnepfenjagden, Hofschranzenbälle oder Weidewirtschaft in Russland mit Interesse lesen konnte. Normalerweise wären diese Themen für mich der Supergähner schlechthin.
    Kreutzersonate fand ich übrigens etwas überdreht. Das Maß aller Dinge ist für mich Anna Karenina. Für mich das beste Buch, das ich bisher gelesen habe.


    Die Geschichte vom Großinquisitor ist selbstverständlich ein Geniestreich. Dieser sticht aber wiederum seltsam aus der kitschigen Szene von Aljoscha bei der armen Familie heraus. Diese tränendrüsendrückende Darstellung der armen Familie, der der herzensgute Aljoscha beisteht, ist für mich der schwächste Teil des ganzen Romans. Überhaupt ist die Darstellung des Aljoscha völlig eindimensional. Bei Tolstoj haben auch die "Guten" ihre Ecken und Kanten (Iwan in Krieg und Frieden oder Lewin in Anna Karenina).

  • Erzähl mal mehr zu dem Buch, T con brio, der Titel hört sich spannend an!


    Ja nu, soweit mir das möglich ist (ich stehe noch ziemlich am Anfang): der Autor versucht im Wesentlichen das Entstehen europäischer, speziell britisch-irischer Mythen nachzuzeichnen und dabei Quellen aufzuzeigen, die sich geographisch bis nach Asien und Afrika und zeitlich bis ins alte Ägypten erstrecken. Kernfigur scheint ihm dabei die titelgebende Weiße Göttin zu sein, die vielen Völkern in verschiedenen Rollen als Mutterfigur diente - was sich (so zumindest meine Vermutung aufgrund des bisher gelesenen) teilweise bis in die heutige Zeit fortsetzt.


    Ein weiterer, wenn nicht der Haupt-Ansatz scheint aus dem 'Hauptberuf' des Autors als Dichter zu erwachsen: so wird er wohl darlegen wollen, wie und warum sich relevante Poesie aller Zeitalter auf besagte Göttin zu beziehen hat. Genauer habe ich das nach drei Kapiteln allerdings auch noch nicht umrissen.


    Meine skeptische Anmerkung oben beruhte übrigens auf meinem Eindruck, daß Herrn Graves' Beweisführung wissenschaftlichen Standards allzuoft nicht gerade genau entspricht. Wenn ich das Ganze also irgendwann für rein esoterischen Quatsch halten sollte, werde ich es auch wieder aus der Hand legen..


  • Ich lese zur Zeit wieder dieses Buch und habe heute Nacht das interessante Kapitel über Beethovens Diabelli-Variationen gelesen.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Lieber Wiliam B. A.


    Zufälle gibt es. Mein Exemplar des Essay-Bandes Alfred Brendels liegt im Lesezimmer aufgeschlagen auf den Seiten, die Franz Schubert gewidmet sind. Vermehrt wende ich mich Schuberts Klavier-Musik zu. Brendels Erläuterungen und Würdigungen lese ich mit Vergnügen.
    .


  • Lieber moderato und lieber William B. A.,


    bei mir liegt der Band neben dem Bett und ich lese mich Stückchen für Stückchen durch. Um dann auch immer einmal wieder nachzuhören. Regelrecht neidisch wird man ja, daß Brendel nicht nur ein Ausnahmepianist ist, sondern auch noch so gut und v. a. verständlich schreibt / erklärt.


    Mit besten Grüßen
    JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Lieber moderato und JLang,


    in seiner Eigenschaft als Schriftsteller veranstaltet er ja immer noch seine Lesungen ("Lectures"), vorzugsweise auch beim Klavierfestival Ruhr, und ich hoffe, dass er auch 2014 wieder kommt. Denn bei diesen Veranstaltungen steht auch ein Flügel auf dem Podium, wo er im Zusammenhang mit den Themen seiner Lesungen Tonbeispiele zum Besten gibt.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Ja nu, soweit mir das möglich ist (ich stehe noch ziemlich am Anfang): der Autor versucht im Wesentlichen das Entstehen europäischer, speziell britisch-irischer Mythen nachzuzeichnen und dabei Quellen aufzuzeigen, die sich geographisch bis nach Asien und Afrika und zeitlich bis ins alte Ägypten erstrecken. Kernfigur scheint ihm dabei die titelgebende Weiße Göttin zu sein, die vielen Völkern in verschiedenen Rollen als Mutterfigur diente - was sich (so zumindest meine Vermutung aufgrund des bisher gelesenen) teilweise bis in die heutige Zeit fortsetzt.

    Danke für die nähere Erläuterung, Tobias. Mich interessierte das, weil ich in letzter Zeit viele Mythen aus dem nordamerikanischen und australischen Raum gelesen habe (vor allem die so genannten origin myths verschiedener nordamerikanisch-indianischer Völker). Da wäre es also auch mal interessant, etwas "coser to home" zu lesen - es sei denn Du bist zu dem Schluss gekommen, dass das alles an den Haaren herbeigezogen ist.


    Viele Grüße!


  • In der vergangenen Nacht habe ich das Kapitel über Schuberts Sonaten 1822 - 1828 gelesen. In diesem Kapitel geht Brendel mehr auf die Unterschiede zwischen Schubert und Beethoven ein:

    Zitat

    Alfred Brendel: ...Bei aller Verehrung ließ der Komponist Schubert sich doch von Beethovens Größe nicht überwältigen. Er bewunderte Beethoven zu sehr, als daß er es gewagt hätte, ihn mit dessen eigenen Waffen herasuszufordern. Und er muß die Verschiedenheit ihrer musikalischen Naturen gespürt haben. Im Vergleich zu Beethoven, dem Architekten, komponierte Schubert wie ein Schlafwandler. In Beethovens Sonaten verlieren wir nie die Orientierung; sie rechtfertigen sich selbst in jedem Augenblick. Schuberts Sonaten ereignen sich auf eine rätselhafte Weise; um es österreichischer zu sagen: sie passieren.

    Da kommt ja noch etwas auf uns zu, falls wir später einmal auch Schuberts Sonaten in Rezensioen und Vergleichen betrachten.
    Heute Nacht werde ich mit Brendels nächstem Kapitel über die drei letzten Schubert-Sonaten beginnen, das er 1988 geschrieben hat und das gegenüber dem 1973 geschriebenen Kapitel über die Sonaten D.784 bis D.894 (23 Seiten) mit 75 Seiten doch sehr ausführlich ist, sicherlich auch ein Zeichen, welche große Bedeutung er diesen Sonaten beigemessen hat und die ich alle drei von ihm schon live erlebt habe.
    Ich werde darüber auch an dieser Stelle berichten.


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Banner Strizzi
  • Zitat von »Rheingold1876« Dickens ist natürlich auch problematisch durch einen latenten Antisemitismus.
    Wo siehst du den? Ist mir bisher nicht aufgefallen.


    Lieber Christian, darauf wollte ich ja noch einmal zurückkommen. Nun, es gibt in beiläufigen, also nichtliterarischen Texten von Dickens einige sehr direkte Bemerkungen, die ich im Moment nicht genau zitieren kann, weil ich die Quellen erst wieder nachschlagen müsste. Mehr Aufschluss gibt natürlich das Werk selbst. Konkret möchte ich auf Quilp im "Raritätenladen" und auf Fagin in "Oliver Twist" verweisen. Am Ende von "Dombey und Sohn" taucht ein entsprechend bezeichneter Trödelhändler auf, der den verbliebenen Hausstand von Dombey regelrecht zusammenrafft. Wenn Du dazu noch die zeitgenössischen Illustrationen studierst wie sie auch in der wunderbaren Monumentalausgabe, die ich zufällig mein Eigen nenne, enthalten sind, wird schnell klar, dass Dickens gewisse hinterhältige menschliche Eigenschaften mit jüdischer Abstammung in Verbindung brachte, wenn nicht gleich setzte. Das mag eine Randerscheinung sein in dem großen Werk, das so sozialkritisch ist den Geknechteten und Misshandelten ein Denkmal setzt und menschliche Eigenschaften ans Licht bringt, sie so noch nie beschrieben wurden. Ich wollte nur darauf verwiesen haben.


    Allerding benutze ich die Monumentalausgabe nicht als Leseausgabe. Die ist nur etwas zum Blättern und Staunen, Du als Herr der Bücher, wirst das kennen und auch zu schätzen wissen. Ich gönne mir den kleinen Luxus, immer mal wieder eine neue Ausgabe zu erstehen - es gibt sehr viele - oder die Bücher von Dickens auch auf mein iPad zu laden. Amazon bietet eine Gesamtausgabe für fast umsonst oder wirklich umsonst an, ich weiß es nicht mehr. :)


    Und nun noch ein Abbild der Monumentalausgabe - so viel Zeit muss einfach sein:


    Die Charles-Dickens-Monumentalausgabe


    Dir danke ich auch noch für den Nabokov-Hinweis, dem ich natürlich nachgehen werde.


    Im Moment gönne ich mir eine kleine Auszeit von Dickens mit diesem interessanten Deutungsbuch:



    Liebe Grüße von Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Lieber Rüdiger,


    du hast also auch "schöne Ausgaben" und "Leseausgaben"... Bei meiner Schopenhauer-Ausgabe halte ich es auch so.


    Den Begriff der "Monumentalausgabe" bei Dickens kannte ich noch gar nicht. Ich habe einst angefangen, die Winkler Dünndruckausgabe zu sammeln, aber bin nicht so recht voran gekommen. Als ich als Student in Hamburg etwas Geld übrig hatte, habe ich mir davon bei Felix Jud (http://www.felix-jud.de) die Lederausgabe von "Große Erwartungen" gekauft. "Bleakhaus" habe ich ebenfalls als Winkler Dünndruck.


    Aufgrund deines Hinweises zum (vermeintlichen) Antisemitismus Charles Dickens habe ich nochmal recherchiert - es gibt bei der Wikipedia eine Seite dazu http://en.wikipedia.org/wiki/R…e_work_of_Charles_Dickens. Das werde ich mir noch einmal genauer ansehen.


    Derzeit lese ich von Hannes Stein, "Der Komet".



    Ein Roman, der auf durchaus reizvolle Weise mit dem Gedanken spielt, es hätte keinen ersten und zweiten Weltkrieg gegeben....


    Vielleicht demnächst mehr davon.


    Herzliche Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Lieber Rheingold, lieber hasiewicz,


    euer beider Beiträge habe ich interessiert gelesen und möchte mich an dieser Stelle auch als glühender Bewunderer von Charles Dickens "outen". Was und wie er es verstand, mit Buchstaben und Worten Figuren Leben einzuhauchen, sucht seinesgleichen und macht in Kombination mit seinem Humor eine einzigartige Mischung aus. "Bleakhouse" gehört auch zu meinen Favoriten, auf Augenhöhe mit "Nicholas Nickleby" (eines der wenigen Bücher, bei dem mir die Augen feucht wurden) und dicht gefolgt von den "Pickwickiern". Merkwürdigerweise sind es die bekannten Stücke "Oliver Twist" und "Die Weihnachtsgeschichte" (großartig: die Version der Muppets mit Michal Caine als Scrooge), die mich nicht vollends überzeugen konnten. Ob es an der Länge bzw. ihrer Kürze liegt? Für eine baldige Lektüre bereitgelegt habe ich "Harte Zeiten", mal sehen, ob es noch in diesem Jahr klappt.


    Viktorianisch neblige Grüße,
    Lynkeus.

    "Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

  • Lieber Lynkeus, dann bist Du im Bunde der Dritte - wie schön. :)


    Was Du über "Oliver Twist" sagst und über die "Weihnachtsgeschichte" kann ich gut nachvollziehen. Beide haben ja auch ein gewisses Schräglage in die Dickens-Rezeption gebracht. Dickens, der Jugendbuchautor, ein Missverständnis, das ihm bis heute anhaftet. Von Oliver Twist dürfte es auch die meisten Verfilmungen geben, der Stummfilm von 1922 ist mir erst neulich untergekommen. Die Filme, unterschiedlich gelungen, haben die Geschichte selbst auch reduziert auf die bloße Handlungsebene. Aber es sind schon starke Figuren drin in dem Roman. Die Szene, in der der kleine Oliver seine Schüssel hinhält und mehr zu essen verlangt, hat mich immer tief erschüttert und wie ein Fanal gewirkt. Einer der ganz großen Momente in der Literatur! "Nickleby" hat mich auch sehr berührt in seinem Stolz, seinem Mut, seiner Entschlossenheit und seinem Gerechtigkeitssinn. Ein wunderbarer junger Mann. Besonders liebe ich auch die Mutter in ihrem Dünkel. Die "Pickwickier" empfinde ich als ziemlich schräg und deshalb einmalig.


    Bei Dickens kommt man gern von Hundertsten ins Tausendste.


    Sei herzlich gegrüßt von Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent

  • Auch von mir, lieber Lynkeus, ein herzliches "Welcome to the Dickens-Club"! Hier für alle Dickens-Enthusiasten und die, welche es werden wollen, ein Zitat aus den schon erwähnten Vorlesungen von Nabokov:


    Zitat

    "Jane Austens Prosa will mir wie als eine zauberhafte Neu-Anordnung altmodischer Werte erscheinen, im Fall Dickens hingegen handelt es sich um neue Werte, und noch heute berauschen sich moderne Autoren an dem, was er gekeltert hat. Ihm kann man sich ohne die Schwierigkeiten des Zugangs zu Jane Austen nähern, hier muß die spröde Schöne nicht galant umworben werden. Wir überlassen uns einfach seiner Stimme - das genügt. Wäre so etwas möglich, würde ich am liebsten jeweils die fünfzig Minuten unserer Vorlesung zu schweigender Versenkung in Dickens und zu bewundernder Betrachtung verwenden. Doch ist es meine Aufgabe, dieser bewundernden Betrachtung eine Richtung zu geben und sie auf eine rationale Grundlage zu stellen. Beim Lesen von Bleakhaus brauchen wir uns lediglich zu entspannen, alles übrige erledigt unser Rückenmark. Zwar lesen wir mit dem Kopf, doch künstlerisches Entzücken wird zwischenden Schulterblättern wahrgenommen. Der kleine Schauer, der uns über den Rücken läuft, ist gewiß die höchste Form innerer Bewegung, welche die Menschheit bei der Entwicklung zweckfreier Kunst und Wissenschaft erreicht hat. So wollen wir also das Rückenmark und den Kitzel ehren, der es reizt. Wir wollen stolz darauf sein, daß wir zu den Wirbeltieren gehören, denn das tun wir, nur daß unseren Kopf eine göttliche Flamme ziert. Das Gehirn ist lediglich eine Fortsetzung des Rückenmarks: der Docht geht durch die ganze Kerze. Wenn wir nicht fähig sind, dies Erschauern zu genießen, wenn wir Literatur nicht genießen können, wollen wir die ganze Sache aufgeben und uns auf unsere Comic-Hefte, das Fernsehen und das Buch aus der Bestseller-Liste konzentrieren. Allerdings wird sich, wie ich vermute, Dickens wohl als stärker erweisen."


    Herzliche Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • Von der Kritik an sozialen Mißständen zur Warnung vor einer globalen Katastrophe, somit von Charles Dickens zu Karel Čapek.


    Der "Der Krieg mit den Molchen" (Válka s mloky) ist immer wieder wert, in Erinnerung gebracht zu werden, denn der Verfasser hatte schon 1936 Einsichten, zu denen manch andere, hochgelobte Geistesgröße keinen Zugang hatte.


    Der Zweite Weltkrieg, Hitlers Forderung nach Lebensraum sind schon vorausgenommen und der Massenwahn des Nationalsozialismus wie auch des Kommunismus in allegorischer Weise beschrieben.
    Nach Thomas Mann "Eine prächtig fundierte Satire voll bitteren Menschheitsgefühls“.


    Die Satire, mit einer gute Portion Humor gewürzt und überaus spannend erzählt, ist auch heute (wieder) im Zeitalter des ökonomischen und technischen Massenwahns und der globalen Bedrohung durch Terror und Naturgewalten aktueller denn je, denn Gleichgültigkeit, Hybris und übersteigerter Glaube an die Technik machen uns alle anfällig gegen Katastrophen.

  • Ich lese zur Zeit dieses wunderbare Buch zum x-ten Male und immer wieder kann man Neues entdecken......




    Allen Taminos einen schönen Abend.


    Gruß


    Bernard :hello:

    Keine Kunst wirkt auf den Menschen so unmittelbar, so tief wie die MUSIK,
    eben weil keine uns das wahre Wesen der Welt so tief und unmittelbar erkennen lässt



    Arthur Schopenhauer

  • Man muss vielleicht ein Ausrufezeichen setzen, obwohl ein solches garnicht zu diesem mit Fragezeichen gespickten Buch passt. - In seinem letzten Roman macht sich Walter Kempowski auf die Flucht und er tut dies auf ein geradezu gespenstische Art und Weise. Ganz sachte läßt er alles menschliche unter dem Einfluß des nahenden Trommelfeuers zerbröckeln bis schließlich nichts mehr übrig bleibt. All dies beschreibt er so lapidar, dass der Leser keine andere Wahl hat, als sich selber in Empathie zu den Figuren zu begeben. - Ein bescheidenes Buch, welches den schnauzbärtigen Nobelpreisträger aus Lübeck weit hinter sich läßt!

  • Heute auf der Bahnfahrt hatte ich endlich Zeit folgendes Werk zu lesen, das ich jedem, der Beethoven-Sonaten liebt, sehr empfehlen kann
    Edwin Fischer, Ludwig van Beethovens Klaviersonaten, Insel Verlag/ Wiesbaden 1959


    Es handelt sich um die Sammlung von Vorträgen, die Fischer für seine Studenten hielt. Nebst Vorbemerkung handelt er die Sonaten in Gruppen ab und erläutert sehr anschaulich seine Ansichten zu zentralen Aspekten der Werke sowie Möglichkeiten, ihnen gerecht zu werden.



    Beste Grüße
    JLang

    Gute Opern zu hören, versäume nie
    (R. Schumann, Musikalische Haus- und Lebensregeln)

  • Banner Strizzi
  • Heute auf der Bahnfahrt hatte ich endlich Zeit folgendes Werk zu lesen, das ich jedem, der Beethoven-Sonaten liebt, sehr empfehlen kann
    Edwin Fischer, Ludwig van Beethovens Klaviersonaten, Insel Verlag/ Wiesbaden 1959


    Dieses Büchlein hatte ich mir neulich tatsächlich auch bestellt und bin sehr gespannt darauf, sind doch allerorten nur positive Kommentare dazu zu lesen. Leider warte ich seit drei Wochen vergeblich darauf, daß mir der Verkäufer es auch zuschickt... Aber das wird schon noch.

  • euer beider Beiträge habe ich interessiert gelesen und möchte mich an dieser Stelle auch als glühender Bewunderer von Charles Dickens "outen". Was und wie er es verstand, mit Buchstaben und Worten Figuren Leben einzuhauchen, sucht seinesgleichen und macht in Kombination mit seinem Humor eine einzigartige Mischung aus. "Bleakhouse" gehört auch zu meinen Favoriten, auf Augenhöhe mit "Nicholas Nickleby" (eines der wenigen Bücher, bei dem mir die Augen feucht wurden) und dicht gefolgt von den "Pickwickiern". Merkwürdigerweise sind es die bekannten Stücke "Oliver Twist" und "Die Weihnachtsgeschichte" (großartig: die Version der Muppets mit Michal Caine als Scrooge), die mich nicht vollends überzeugen konnten. Ob es an der Länge bzw. ihrer Kürze liegt? Für eine baldige Lektüre bereitgelegt habe ich "Harte Zeiten", mal sehen, ob es noch in diesem Jahr klappt.

    Da möchte ich mich Rheingold, hasiewicz und Lynkeus doch gleich anschließen. Auch ich mag Dickens sehr, und ähnlich wie dir, Lynkeus, gefallen mir nur die "Weihnachtsgeschichten" nicht und Passagen aus "Oliver Twist": Allerdings liegt das nicht an der Textlänge, sondern an der zu dick aufgetragenen Sentimentalität. Als letztes las ich auch "Harte Zeiten", das sich mit keinerlei Sentimentalität abgibt, sondern knallhart die - manchen Auswüchsen der Industriellen Revolution zugrundeliegende - egoistische Version des Utilitarismus geißelt. Dickens ist hier zwar in einigem schwächer als in vielen anderen Romanen, was die Charakterzeichnung und den Humor angeht, aber dafür sehr scharf und poinitert. Lohnt sich schon!
    Mein Lieblings-Dickens ist aber eindeutig "Bleak House"! Daneben mag ich auch die "Pickwickier" sehr gern: Das ist der humorvolle Dickens im Schongang, der dann in "Bleak House" die Zügel fahren lässt.

  • Mein Lieblings-Dickens ist aber eindeutig "Bleak House"! Daneben mag ich auch die "Pickwickier" sehr gern: Das ist der humorvolle Dickens im Schongang, der dann in "Bleak House" die Zügel fahren lässt.


    Lieber tukan, schön, dass auch du dieses Buch liebst. Ich möchte vielleicht ergänzen, dass ich John Jarndyce für eine der liebenswürdigsten aller Romangestalten halte. Seine Güte und Mitmenschlichkeit sind wirklich beispielhaft, und sein schließlicher Verzicht ist anrührend.


    Herzliche Grüße


    Christian

    "...man darf also gespannt sein, ob eines Tages das Selbstmordattentat eines fanatischen Bruckner-Hörers seinem Wirken ein Ende setzen wird."



  • hasiewicz schrieb:

    Zitat

    Ich möchte vielleicht ergänzen, dass ich John Jarndyce für eine der liebenswürdigsten aller Romangestalten halte. Seine Güte und Mitmenschlichkeit sind wirklich beispielhaft, und sein schließlicher Verzicht ist anrührend.

    Das sehe ich ähnlich. Gerade durch die Möglichkeit der Ehe mit Esther und seinen schließlichen Verzicht wirkt er auch nicht so abgehoben: Er ist zwar eine Lichtgestalt, aber eine geerdete, die einen wieder mehr an die Menschheit denken lässt. An "Bleak House" finde ich aber auch die Darstellung dieser geradezu absurden juristischen Welt grandios.
    Ich habe einmal gelesen, dass einige Dickens sogar mit Kafka vergleichen: Im Allgemeinen sehr weit hergeholt, aber dieser Roman und "Der Prozess" haben schon einiges gemeinsam.


  • Untertitel:Alles, was Sie nicht über Musik wissen. Und es ist wirklich so, das meiste weiß man einfach nicht. Und warum weiß man es nicht? Weil es ziemlich uninteressant ist, weil man es meist direkt wieder vergessen will. Wer will denn wirklich wissen, wann welches Opernhaus abgebrannt ist?
    So ist es denn ein Buch, das all das versammelt, das zu Recht in der Vergessenheit versunken ist.
    Ich langweile mich damit.

    Tschö
    Klaus


    (Außerdem weiß ich noch einiges über Musik nicht, was nicht im Buch steht!)

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Ich kenne von Dickens bisher nur einige der bekanntesten Romane. Nachdem ich Oliver Twist schon als Kind in einer gekürzten Fassung gelesen habe, folgte irgendwann auf deutsch "Der Raritätenladen", das war mir damals aber etwas zu lang und sentimental, auch wenn ich es irgendwann durchgeschafft habe.
    Vor ein paar Jahren habe ich dann auf englisch nochmals "Oliver Twist" und dann auch "David Copperfield" gelesen. Die haben mir diesmal sehr gut gefallen, wenn auch das erste vielleicht ein bißchen übertrieben sensationell ist und "Copperfield" in der zweiten Hälfte oder so erheblich an Dampf verliert. (Fieserweise sind die Leiden des jungen Copperfield einfach interessanter als seine Ehen und die endgültige Rache an Heep)


    Jetzt bin ich gerade auf dem Kindle bei Great Expectations gut zur Hälfte durch und das gefällt mir ebenfalls gut. Der düstere Anfang ist grandios; einige Figuren zwar sehr übertrieben. Pip in London verliert allerdings wieder etwas an Schwung, auch wenn die Ironie und Menschenkenntnis (nach der sorgfältigen Aufstellung ihrer Schulden fühlen sie sich für Pip und Herbert fast schon wie bezahlt an) und Figurenzeichnung grandios sind. Manches finde ich allerdings ein wenig zu kursorisch; mir ist nicht völlig klar, was Pip die ganze Zeit in London (das müssen doch 4-5 jahre bis zum 21. Geburtstag sein, "studiert" er die ganze Zeit mit Mr. Pocket?) überhaupt macht und warum er ungeachtet seiner großzügigen Versorgung so viele Schulden auflaufen lässt.


    Ich nehme an, dass ältere Übersetzungen auch gratis für Kindle zu haben sind; hat jemand Erfahrung damit? Ich kann zwar eigentlich gut genug englisch, aber manches ist ohne Kommentar doch nicht so leicht zu verstehen, da Slang oder zeitspezifisch.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich nehme an, dass ältere Übersetzungen auch gratis für Kindle zu haben sind; hat jemand Erfahrung damit?



    INHALT:


    Romane
    DIE PICKWICKIER
    OLIVER TWIST
    LEBEN UND ABENTEUER DES NICHOLAS NICKLEBY
    LEBEN UND ABENTEUER DES MARTIN CHUZZLEWIT
    DOMBEY UND SOHN
    DAVID COPPERFIELD
    BLEAKHAUS
    SCHWERE ZEITEN
    KLEIN DORRIT
    EINE GESCHICHTE VON ZWEI STÄDTEN
    GROSSE ERWARTUNGEN


    Weihnachtsnovellen
    EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE
    DIE SILVESTERGLOCKEN
    DAS HEIMCHEN AM HERDE
    DER KAMPF DES LEBENS
    DER BEHEXTE UND DER PAKT MIT DEM GEISTE


    Kurzgeschichten
    LONDONER SKIZZEN
    DIE GESCHICHTE DES ARMEN VERWANDTEN


    Sonstige Werke
    ICH - DER KOMÖDIANT: DIE MEMOIREN DES JOSEPH GRIMALDI VON THOMAS EGERTON WILKS


    Biografie
    CHARLES DICKENS. SEIN LEBEN UND SCHAFFEN von RICHARD ZOOZMANN


    Hallo Johannes, ich habe diese Kindle-Ausgabe auf meinem iPad. Sie ist zwar nicht kostenlos, mit 2,68 Euro aber durchaus erschwinglich. ;) Für unterwegs oder auch im Sessel oder auf dem Sofa ist das eine sehr gute Lösung. Es gibt vielleicht bessere und bissigere Übersetzungen, mit dieser aber kann man ganz gut leben. Mit Interesse habe ich gelesen, was Du über Deine Erfahrungen mit Dickens schreibst. Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Romane als Fortsetzungshefte erschienen sind. Darin sehe ich einen wesentlichen Grund, warum die Form manchmal etwas ausufert oder in die Länge gezogen erscheint. Dann ist es wieder, als ob etwas fehle. Bei den "Großen Erwartungen" habe ich mir diese Fragen auch schon gestellt. Ich bin im Moment bei den "Pickwickiern", die sich im zweiten Band auch etwas verlieren , so dass ich auch Mühe verspüre, dabei zu bleiben. Dann wieder bin ich ganz fasziniert von den Schilderungen des englischen Justizsystems, das ja noch stärker in "Bleakhaus" ausgebreitet wird.


    Weiterhin starke Eindrücke wünscht Rheingold

    Es grüßt Rüdiger als Rheingold1876


    "Was mir vorschwebte, waren Schallplatten, an deren hohem Standard öffentliche Aufführungen und zukünftige Künstler gemessen würden." Walter Legge (1906-1979), britischer Musikproduzent


  • War es Zufall, daß ich dieses Buch am Geburtstag Beethovens aufschlug?
    Nachdem ich nun einige Tage darin gelesen habe, freue ich mich auf den Rest. Ein Langweiler ist diese Biografie jedenfalls nicht.
    Mit dem Urgroßvater in Belgien fängt es an. Mit dem allzufrüh an übermäßigem Alkoholgenuß verstorbenen Vater, der neben seiner musikalischen Tätigkeit auch eine Weinhandlung betrieb, geht es weiter. Was wäre aus Ludwig van Beethoven geworden, wenn er sein ganzes Leben in Bonn verbracht hätte, und wieso ließ er sich in Wien nieder? Warum blieb er unverheiratet?
    Wer nicht nur Beethovens musikalische Werke kennenlernen will, sondern auch den Menschen Beethoven sowie geschichtliche Hintergründe, der sollte sich diese Lektüre nicht entgehen lassen.

    mfG
    Michael

  • Caeyers Beethoven-Buch kriege ich hoffentlich zu Weihnachten...

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich habe, angeregt durch diesen Thread, wieder begonnen den "Idioten" von Dosto weiterzulesen (leider habe ich das Buch nur auf Englisch...ächz), und bin jetzt auf einmal eigentlich ganz angetan. Wenn man sich durch das Chaos der ersten 50 Seiten durchgearbeitet hat, erkennt man Licht am Ende des Tunnels.


    Nachher kommen aber ohne Zweifel ein, zwei Fantasy-Schinken von David Gemmel dran.... 8o

  • Banner Strizzi