Literarische Empfehlungen - was lese ich gerade

  • Habe ich gestern wieder gelesen, sehr vergnüglich!




    Barockkonzert


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Eine höchst interssante, lehrreiche Schilderung über die 1919 in München verwirklichte Räterepublik, mit sehr ausführlichen Portraits der führenden Männer dieser umwälzenden Zeit, Kurt Eisner (1867-1919), Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934) und Max Levien (1885-1937). Der Autor, Victor Klemperer, ein Cousin des berühmten Dirigenten Otto Klemperer, erlebt diese Zeit in München und schreibt als Reporter für die "Leipziger Neuesten Nachrichten" seine Eindrücke nieder, die hier in Buchform veröffentlicht werden. Klemperer lernte die Akteure der Revolution in München großteils persönlich kennen. Seine Schilderung der Ereignisse ist sehr lebendig. Fesselnd ist das Buch vor allem, weil es einmal die Tagebücher und Reportagen aus dem Jahr 1919 wiedergibt, andererseits Klemperers Rückschau im Jahr 1942 auf die Ereignisse bringt, die er als verfolgter Jude in Dresden heimlich aufschreibt. Eine sehr lesenswerte "Geschichtstunde":

    Man möchte immer weinen und lachen in einem: Revolutionstagebuch 1919


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • Eine höchst interssante, lehrreiche Schilderung über die 1919 in München verwirklichte Räterepublik, mit sehr ausführlichen Portraits der führenden Männer dieser umwälzenden Zeit, Kurt Eisner (1867-1919), Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934) und Max Levien (1885-1937). Der Autor, Victor Klemperer, ein Cousin des berühmten Dirigenten Otto Klemperer, erlebt diese Zeit in München und schreibt als Reporter für die "Leipziger Neuen Nachrichten" seine Eindrücke nieder, die hier in Buchform veröffentlicht werden. Klemperer lernte die Akteure der Revolution in München großteils persönlich kennen. Seine Schilderung der Ereignisse ist sehr lebendig. Fesselnd ist das Buch vor allem, weil es einmal die Tagebücher und Reportagen aus dem Jahr 1919 wiedergibt, andererseits Klemperers Rückschau im Jahr 1942 auf die Ereignisse bringt, die er als verfolgter Jude in Dresden heimlich aufschreibt. Eine sehr lesenswerte "Geschichtstunde":

    Man möchte immer weinen und lachen in einem: Revolutionstagebuch 1919


    LG Nemorino

    Guter Tipp! Das werde ich morgen in meiner Buchhandlung bestellen.


    Grüße

    Garaguly

  • Für sowas scheint es offenbar nach wie vor einen Markt zu geben. Mir würde es reichen, wenn ihr eine kurze Zusammenfassung posten würdet.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Die Verlagsankündigung klingt interessant:


    Karajan – unpolitischer Künstler? Opportunistischer Mitläufer? Oder gar überzeugter Regimefreund?

    Michael Wolffsohn legt auf der Grundlage umfangreicher internationaler Archivarbeit mit teils erstmals ausgewerteten Quellen ein umfassendes Gesamtbild des Stardirigenten vor. Er widerspricht verbreiteten Annahmen einer besonderen Nähe Karajans zum NS-Regime. Wolffsohn betrachtet:

    • Handlungsspielräume, Opportunismus und Strukturzwänge im nationalsozialistischen Kulturapparat,
    • Karajans Mitgliedschaft in der NSDAP,
    • die Bewertung Karajans durch die Entnazifizierung,
    • politische Zuschreibungen von 1945 bis heute und wie sie den Blick auf Karajan prägten
    • sowie Karajans Ehe- und Familienleben anhand zahlreicher Quellenstücke.

    Mit „Genie und Gewissen“ legt Wolffsohn eine differenzierte Gesamtschau vor, die zentrale Irrtümer korrigiert und eine fundierte Einordnung ermöglicht. Es ist

    • ein Beitrag zu einer historisch präzisen, nicht ideologisch verzerrten Auseinandersetzung mit Herbert von Karajan,
    • eine exemplarische Untersuchung über die Handlungsspielräume von Künstlern in autokratischen Systemen
    • sowie eine Einordnung, ob Kunst nur der Ästhetik oder auch der Politik, Ideologie und Weltanschauung verpflichtet ist.
  • Danke für den Hinweis, lieber Christian. Das liest sich in der Tat interessant. Mit diesen Informationen geht unser Werbepartner sparsam um. Das scheint in eine ähnliche Richtung zu gehen wie diese positiv besprochene Neuerscheinung:



    Das Buch von Kiesel steht auf meiner Merkliste.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Michael Wolffsohn

    Ewige Schuld?



    Mit einem Essay von Ahmad Mansour.Vor 75 Jahren, am 14. Mai 1948, erfolgte die Proklamation des Staates Israel. Aus Anlass dieses Jahrestages legt Michael Wolffsohn eine selbstkritische und komplett überarbeitete Neufassung seines Grundsatzwerks "Ewige Schuld" vor. Der Optimismus, der 1988 bei der Erstausgabe vorherrschte, ist nunmehr einer ernüchternden Betrachtung gewichen. Von der "Wiedergutmachung" bis zur trügerischen Normalität heute zieht Wolffsohn eine kritische Bilanz der deutsch-jüdisch-israelischen Beziehungen. Der als Deutscher und Jude beiden Seiten verbundene Autor plädiert für einen entkrampften Umgang mit der Geschichte: Weder Verdrängen noch routinierte Sühnerituale helfen den Nachgeborenen, sondern nur die Einsicht in die Besonderheit der Vergangenheit, die beide Seiten aneinander bindet - im Guten wie im Schlechten.

    >Beschreibung<


    Hat mich ungemein beeindruckt!


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    Da ich aber nicht der Karajan Freund bin interessiert mich das Buch nicht so sehr,

    aber ein lieber Dank an Christian!



    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)


  • Das Buch von Kiesel steht auf meiner Merkliste.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Es gibt bereits 1918-1933 von ihm, das ich aber auch noch nicht kenne.

    Eigentlich habe ich genug Literaturgeschichten, aber ein neuer Blick auf diese Zeit ist natürlich sehr spannend.

    Was mich jetzt in Hinblick auf die Büchereinkaufsliste etwas nervös macht, ist der Hinweis, dass diese Reihe 11 (!) Bände umfasst. Erschienen sind bisher 5. Die älteren und teilweise sehr guten Bände der Beck Literaturgeschichte von De Boor/Newald usw. scheinen nicht zu dieser Reihe zu gehören? Da frage ich mich natürlich, was noch kommt und von wem?

  • Banner Strizzi
  • Michael Wolffsohn - sehr streitbarer Herr, gelinde gesagt. Ignatz Bubis hielt schon vor über 30 Jahren nichts von ihm.

    »Und besser ist's: verdienen und nicht haben,

    Als zu besitzen unverdiente Gaben.«

    – Luís de Camões

  • Michael Wolffsohn - sehr streitbarer Herr, gelinde gesagt. Ignatz Bubis hielt schon vor über 30 Jahren nichts von ihm.

    Und vice versa. Es wäre ganz hilfreich, nicht von vornherein mit politischem Kastendenken zu argumentieren (ich habe den Wikipedia-Artikel über ihn gelesen). Die Arbeiten von Kater und auszugsweise Prieberg habe ich seinerzeit gelesen; es kann nur besser werden.


    Liebe Grüße vom Thomas :hello:

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Michael Wolffsohn - sehr streitbarer Herr, gelinde gesagt. Ignatz Bubis hielt schon vor über 30 Jahren nichts von ihm.

    Streitbar zu sein muss ja nicht per se schlecht sein. Das bedeutet ja auch, dass man seine Thesen vehement verteidigt und sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt.


    Grüße

    Garaguly

  • Das ist auch schon wieder was für mich. Das Klemperer-Buch, das nemorino neulich vorstellte, kam vorgestern schon bei mir an. Der Karajan kommt am 16. und den Kiesel möchte ich auch erwerben. Hergottsakrament!!!


    Grüße

    Garaguly

  • Michael Wolffsohn - sehr streitbarer Herr, gelinde gesagt. Ignatz Bubis hielt schon vor über 30 Jahren nichts von ihm.

    Ich kannte (rein Geschäftlich) Herrn Bubis, aber er war unter seinesgleichen ebenso streitbar!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hier eine Auswahl aus den beiden aufwändigen Beck-Reihen über die deutsche Literaturgeschichte. Vermutlich werden sie in einer Neuauflage zusammen gelegt.


    getimage?productId=15844&width=260 getimage?productId=15848&width=260  getimage?productId=15850

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  • Literaturgeschichte hab ich auch:



    logischerweise feuilletonistisch, insgesamt eine kurzweilige Lektüre.


    Da ist dies, mit dem ich gerade begonnen habe, etwas Anderes, Tiefergehendes, vor allem, weil es die Literatur in einen zeitgeschichtlichen Kontext stellt. Bislang eine sehr lohnende Lektüre.



    Davon abgesehen werde ich an dem Kiesel "Schreiben in finsteren Zeiten" wohl auch nicht vorbeigehen können. Passt mir zu dieser Lektüre, die ich immer wieder häppchen- oder "tageweise" zu mir nehme:


    "Jein".

    Fettes Brot