TMOO - Barbiere di Siviglia, Il (Rossini)

  • Nicht zu fassen: es gibt wirklich noch keine Rossini-Oper im TMOO. Das soll hiermit ein Ende haben:


    cd Philips/Decca 1983



    Academy of St. Martin in the Fields: Neville Marriner - 5 (beim erstmaligen Erscheinen war dieses vorzüglich durchhörbare und getimete Dirigat für mich die positivste Überraschung dieser Aufnahme)


    Il Conte d'Almaviva: Francisco Araiza - 5 (bis Florez kam, wäre das eine dicke 5+ gewesen)
    Rosina: Agnes Baltsa - 5 (vokal und darstellerisch perfekt. Schelmischer sogar als die Callas)
    Figaro: Thomas Allen - 5 (phänomenal! Sogar die Italianità mit spanischem Touch hat er vollkommen im Griff ohne jemals zu übertreiben)
    Bartolo - Domenico Trimarchi - 4,5 (sehr gut und herrlich zungenfertig, aber zuweilen leidet sein Gesang unter seinem Spieltrieb)
    Basilio: Robert Lloyd - 5 (Nicht nur in der Verleumdungsarie einer der besten Vertreter dieser Rolle)


    Wertung: 29,5/6 = 4,92


    TQ: 5


    Erstaunlich (oder doch bezeichnend?) dass ausgerechnet der allgemein opernabstinente Neville Marriner eine absolute Referenzaufnahme dieses meistgeprüften und bewährtesten aller Opernschlachtrösser abgeliefert hat, und das, obwohl es an anderen guten Aufnahmen nicht mangelt. Die fein abgestuften Ensembles, die zur Abwechslung mal nicht nur zwischen forte und fortissimo pendeln, sprühen vor Komik, ohne dass der erlesene Gesang darunter leidet, und das bei niemals überzogenen, nur manchmal fast zu gemessenen Tempi. Als Gesamtleistung der Referenz-FIGARO


    :hello: Jacques Rideamus


  • Erstmals bei einem Freund, der seinerzeit Dirigieren und Komposition studierte, von MC gehört, die ich mir dann auf MC überspielte. Mittlerweile habe ich mehrere Aufnahmen gehört und einige Aufführungen in der Staatsoper und Volksoper besucht. Die Staatsopern-Aufführungen waren manchmal ein großer Genuss, doch andere Aufnahmen haben mich nie beeindruckt; nur diese eine, von der ich mir nun schon die zweite CD-Ausgabe gekauft habe. Die neue Ausgabe ist preislich und materiell billiger (Booklet mit Libretto fehlt, Pappe statt Box, Infos von der CD auf dem Computer abrufbar). Studio-Perfektion und dennoch - dank der Darsteller - keineswegs steril. Es macht wirklich Spaß und gute Laune, diese Aufnahme zu hören.


    Academy of St. Martin in the Fields - Neville Marriner: 5
    Il Conte d'Almaviva - Francisco Araiza: 5!
    Rosina - Agnes Baltsa: 5!
    Figaro - Thomas Allen: 4,5
    Bartolo - Domenico Trimarchi: 4,5
    Basilio - Robert Lloyd: 5


    29/6 = 4,83

    Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.

  • DVD Teldec 1982



    London Philharmonic Orchestra; Sylvain Cambreling - 4,5 (ohne Marriner als Vergleich wäre das eine 5)


    Il Conte d'Almaviva: Max-René Cossotti - 3,5 (gut, aber nicht herausragend)
    Rosina: Maria Ewing - 4 (herrliche Darstellung. Musikalisch sehr gut, aber andere sind noch besser)
    Figaro: John Rawnsley - 4 (auch bei ihm dominiert die Spielfreude eine sehr gute, aber nicht überragende Gesangsleistung)
    Bartolo - Claudio Desderi - 4,5 (ein köstliches Rollenportrait bei zugleich vorzüglicher Gesangsleistung)
    Basilio: Ferruccio Furlanetto - 5 (Wer wissen will, warum er bald darauf eine Starkarriere machte, sehe sich diese DVD an)


    Wertung: 25,5/6 = 4,25


    TQ: 5
    Regie: John Cox - 5


    Es gibt wenige Opern-DVDs, die mich nicht nur unweigerlich heiter stimmen, sondern auch immer wieder zum Lachen bringen. Eindeutig ein Verdienst der in einem sehr positiven Sinne konservativen und dennoch einfallsreichen Inszenierung von John Cox, vor allem aber der enorm ansteckenden Spielfreude aller Beteiligten. Für mich der absolute Geheimtipp unter allen FIGARO-DVDs und als Ganzes m. E. sogar noch besser als die ebenfalls sehr erfreuliche DVD mit Cecilia Bartoli


    :hello: Jacques Rideamus


  • RSO Stuttgart, Gabriele Ferro - 5


    Almaviva: David Kuebler - 4
    Rosina: Cecilia Bartoli - 5+
    Figaro: Gino Quilico - 4
    Bartolo: Carlos Feller - 5
    Basilio: Robert Lloyd - 5


    Wertung: 28/6 = 4,66


    TQ: 5 Regie: Michael Hampe - 4


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • DVD Arthaus 1988



    RSO Stuttgart, Gabriele Ferro - 4 (zügig, gefällig, aber z.B. von Marriner und auch Cambreling übertroffen, die zudem ein noch besseres Orchester haben)


    Almaviva: David Kuebler - 3,5 (nicht schlechter als Cossotti in Glyndebourne, aber auch nicht besser)
    Rosina: Cecilia Bartoli - 5 (eindeutig die beste und auch herrlich spielende Alternative zu Agnes Baltsa)
    Figaro: Gino Quilico - 3,5 (tadellos, aber nicht begeisternd)
    Bartolo: Carlos Feller - 4 (etwas zu spielfreudig auf Kosten des Gesangs)
    Basilio: Robert Lloyd -4,5 (obwohl live aufgenommen, kaum schwächer als bei Marriner)


    Wertung: 24,5/6 = 4,08



    TQ: 5
    Regie: Michael Hampe - 4


    Eine vorzügliche Alternative zur Glyndebourne-Aufnahme mit einer noch besseren Rosina, aber unter dem Strich etwas zu konventionell um mit dieser wirklich mithalten zu können


    :hello: Jacques Rideamus


  • Academy of St. Martin in the Fields - Neville Marriner: 5
    Il Conte d'Almaviva - Francisco Araiza: 5!
    Rosina - Agnes Baltsa: 5!
    Figaro - Thomas Allen: 5
    Bartolo - Domenico Trimarchi: 4
    Basilio - Robert Lloyd: 5


    29/6 = 4,83


    :hello: Matthias

  • Il barbiere di Siviglia RAI 1968
    (Frequenz 1989)


    Nino Sanzogno, Orchestra Sinfonica di Torino della RAI: 4,5 (Spitzenmomente, aber nicht ganz durchgehend)



    Luigi Alva (Almaviva): 4 (Hat diese Partie insgesamt schon besser gesungen, braucht hier eine Anlaufzeit, wirkt dann sicher)


    Fiorenza Cossotto (Rosina): 5 (Eine Traumleistung, macht aus der Rosina einen wirklich fühlenden Menschen)


    Sesto Bruscantini (Figaro): 4 (Kluge Charakterzeichnung)


    Fernando Corena (Bartolo): 3,5 (nicht optimal, kann diese Partie besser)


    Ivo Vinco (Basilio): 3,5 (Verläßlich, aber nicht herausragend)


    Gesamturteil: 24,5 : 6 = 4,08


    Tonqualität: 3,5


    LG


    Waldi


  • Maggio Musicale Fiorentino 1956
    Ursprünglich bei DECCA erschienen, diese Edition URANIA 2006


    Alberto Erede: 4 (etwas derb, aber temperamentgeladen und dramatisch wirkungsvoll)


    Alvin(i)o Misciano: 4 (ein etwas zurückhaltender, mehr nobler als pubertärer Almaviva)


    Giulietta Simionato: 4,5 (sehr gut, aber kühler als etwa Cossotto)


    Ettore Bastianini (Figaro): 5 (optimal)


    Fernando Corena (Bartolo): 4 (hier merklich besser als unter Sanzogno, übertreibt seine Spaßetteln ein bißchen zu sehr)


    Cesare Siepi (Basilio): 5


    Gesamturteil: 26,5 : 6 = 4,42


    Tonqualität: 4


    Rest der Besetzung unterschiedlich (Rina Cavallaris Berta erreicht nicht das Niveau der anderen Mitwirkenden)


    LG


    Waldi


  • Bin genau diser Ansicht,
    und auch dieser Benotung, gehe also hier vollkommen, konform!

  • cd Sony 2006



    Münchner Rundfunkorchester, Miguel Gómez-Martínez - 4


    Il Conte d'Almaviva: Lawrence Brownlee - 3,5 (nicht schlecht, aber nach oben ist noch deutlich "Luft", mit seinem Timbre hab ich Probleme)
    Rosina: Elina Garanca - 4,5 (vokal und darstellerisch fast perfekt. )
    Figaro: Nathan Gunn - 4 (den möcht ich in einigen Jahren nochmal hören :yes: )
    Bartolo - Bruno de Simone- 3,5 (ich hab ihn schon besser erlebt)
    Basilio: Kristinn Simundsson - 4 (Auf einem sehr guten Weg, aber noch steigerungsfähig)


    Wertung: 23,5/6 = 3,92


    TQ: 4


    Ein schöner Mitschnitt einer konzertanten Aufführung im Rahmen der Münchner Sonntagskonzerte.



    LG, Elisabeth



  • Label: URANIA, 2000
    Live-Mitschnitt aus der Mailander Scala, Mai 1962


    Victor de Sabata: 4,5 (einmal ein etwas anderer "Barbiere", souverän musiziert mit teilweise unorthodoxen Tempi und einigen brillanten Kunststücken an Schnelligkeit)


    Cesare Valletti (Almaviva): 5 (superb, Spiellaune ebenso versprühend wie vokale Glanzlichter)


    Dora Gatta (Rosina): (noch) 4 (technisch sehr gut, das Timbre etwas zur Schärfe neigend, übertreibt den schabernackigen Teenager etwas, tut das allerdings gekonnt und konsequent)


    Gino Bechi (Figaro): 4,5 (ein rauherer, dramatisch aber ungemein facettenreicher Barbier bester Sorte)


    Melchiorre Luise (Bartolo): 4 (intelligente Rollengestaltung, die sich nicht mit dem Klischee begnügt, sängerisch auch auf Feinheiten bedacht)


    Nicola Rossi-Lemeni: 5 (einfach großartig, läßt selbst Berühmtheiten hinter sich)


    Gesamturteil: 27: 6 = 4,5


    Restliche Besetzung (immerhin A.M.Canali als Berta): 4


    Tonqualität: Wegen wiederholten Übersteuerns (bei hohen Stimmen und Ensembles) nur 2,5 - man soll sich davon aber nicht abschrecken lassen!


    LG


    Waldi


  • Bitte verdoppeln!


    lg Severina :hello:

  • DVD (Teatro Real, Madrid, 2005)
    Orquestra titular del Teatro Real,
    Gianluigi Gelmetti - 4 (teilweise mehr derb als spritzig)


    Juan Diego Floréz (Conte Almaviva) - 4 (Wäre es eine CD, bekäme er 5++++,
    aber auf einer DVD zählt auch das Spiel, und da wirkt er über weite Strecken nur hölzern)
    Bruno Praticò (Bartolo) - 3,5
    Maria Bayo - 5- (stimmlich souverän, bezaubernd im Spiel)
    Pietro Spagnoli (Figaro) -4,5 (eigentlich untadelig, aber das letzte Quäntchen fehlt zur Bestnote)
    Ruggero Raimondi (Don Basilio) -5! herrlich, wie der alte Haudegen die "Jugend" an die Wand singt und spielt


    Wertung: 26/6 = 4,3


    Regie -3 Emilio Sagi lenkt durch sinnlose Hintergrundaktionen (Tänzer etc.) sehr oft von der eigentlichen Handlung ab, statt dessen hätte er sich besser bemüht, Floréz von der Rampe zu klauben und ihm die nervenden, stereotypen Handbewegungen abzugewöhnen. Besonders im 1. Akt geht das weit über meine Toleranzgrenze hinaus X( . Wäre ich Regisseur, würde ich Floréz konstant irgendetwas in die Hand drücken, damit er seine Hände sinnvoll beschäftigen kann. Ein Spazierstock würde z.B. im 1. Akt vorzüglich zu seinem Kostüm passen, und er könnte nicht ständig seine albernen ärobischen Freiübungen durchziehen. Im 3. Akt muss er seine Noten halten, und siehe da, plötzlich bewegt er sich halbwegs natürlich.
    Ach ja: Für das schweinchenrosa Satinkostüm, das Floréz im letzten Akt tragen muss, gehört der Kostümbildnerin die Lizenz entzogen :no::no::no::no::no::no:


    lg Severina :hello:

  • Liebe Severina,


    Du meinst sicher diese DVD?




    Wenn ich sie schon mal rausgesucht habe, kann ich sie auch gleich bewerten.


    Vorab, die Kostüme gefallen mir überhaupt nicht und gäbe es dafür eine Wertung wäre diese -5. Fürchterlich diese Pünktchenkleidchen.


    Orquestra titular del Teatro Real
    Gianluigi Gelmetti 4



    Conte Almaviva: Juan Diego Flórez 4 - gut gesungen aber etwas steif gespielt
    Rosina: Maria Bayo 5 - ein verschlagenes Frauenzimmer wie man es sich vorstellt
    Figaro: Pietro Spagnoli 5 - gefällt mir sehr gut, irgendwie aalglatt
    Don Basilio: Ruggero Raimondi: 5
    Bartolo: Bruno Praticó 4


    Regie 3 - Mir gefallen bei weitem nicht alle Regieeinfälle. Der große Raub durch den Orchestergrabe ist mE nach vollkommen überflüssig.


    TQ - kann ich nicht sagen, da ich eine Fernsehaufzeichnung vom 21 .01 .08 besitze.



    Wertung: 27 / 6 = 4,5



    LG


    Maggie


  • Die mit Recht berühmte Aufführung im Cuvilliès-Theater aus sozusagen grauer Vorzeit (1959) und in Schwarzweiß, mit sehr mäßiger Bild- und passabler Tonquallität.


    Natürlich ist so ein deutscher Rossini kein authentischer Rossini, aber wenn man sich daran nicht stößt, trotzdem köstlich, denn alle sind denkbar unitalienisch, aber mit Lust und Laune bei der Sache. Und alle Mitwirkenden sind Profis, die ihre Kunst verstehen.


    Josef Keilberth, Orchester der Bayerischen Staatsoper: 4,5


    Fritz Wunderlich (Almaviva): 4,5 (zum Gesang braucht's keinen Kommentar, im Spiel deutlich abfallend gegen seine Partner, aber trotzdem noch immer gut)


    Erika Köth (Rosine): 4 ,5 (keine geläufige Gurgel, aber entzückend glaubhaft)


    Hermann Prey (Figaro): 4,5 (spielerisch in seinem Element, die sprachlichen Hürden bringen ihn nicht aus dem Gleichgewicht, für meinen Geschmack eine Minispur zu hell)


    Max Proebstl (Bartolo): 4,5 (diesem begnadeten Komödianten nimmt man die Übersetzung des italienischen Originals in eine deutsche Lustspielfigur gerne ab)


    Hans Hotter (Basilio): 4 (ist stimmlich über seine ganz große Zeit hinaus, wenn auch noch immer hörenswert; die Bühnenpräsenz soll ihm einer aber erst nachmachen)


    Gesamturteil: 26,5 : 6 = 4,42


    Eine Hör- und Sehvergnügen, wenn auch nichts für Puristen. Aber man lernt, daß sich die deutsche Version nicht zu verstecken braucht. Prachtvolle Stimmen lassen sich auch durch holpernde Übersetzung und veränderte Tempi nicht beirren. Sie adeln auch das Unmögliche.


    LG


    Waldi

  • Orquestra titular del Teatro Real
    Gianluigi Gelmetti: 4,5 (schön auch die Gitarrenbegleitung beim Liebeslied des Almaviva)


    Conte Almaviva: Juan Diego Flórez 4,5


    Rosina: Maria Bayo 4,5 (ganz merkwürdig: Wenn man sie nur hört und nicht sieht, wirkt die Stimme viel kräftiger - mag wohl daher kommen, dass sie so eine zierliche Person ist)


    Figaro: Pietro Spagnoli eine glatte 5 (mit *) - liegt wohl daran, dass mir seine Stimme so wahnsinnig gut gefällt (wenn ich eine Frau wäre......!)


    Don Basilio: Ruggero Raimondi 4 natürlich eine Paraderolle für den nicht mehr ganz so jungen R., allerdings finde ich nicht, dass er die anderen Protagonisten "an die Wand spielt"


    Bartolo: Bruno Praticó 4


    Regie 4 - gefällt mir eigentlich ganz gut, einen Sonderapplaus verdient für mich allerdings das immens geschmackvolle Bühnenbild


    Durchschnitt : 4,1



    Grüße
    Onegin


  • Live-Mitschnitt Neapel 18.August 1956



    Francesco MOLINARI-PRADELLI, Teatro di San Carlo: 4 (in den rein instrumentalen Passagen dramatisch lebhaft und wunderbar exakt, ansonsten oft sehr langsame Tempi - dadurch zerfällt die Oper ein bißchen zu sehr)


    Luigi ALVA (Almaviva): 4,5 (hier einmal etwas weniger leicht, sondern mehr männlich; mir gefällt er aber noch besser, wenn er mehr "federt")


    Antonietta PASTORI (Rosina): 3,5 (an sich eine schöne Stimme; warum aber dieser übertriebene Zofenton? Entwickelt ein bisserl das falsche Temperament)


    Ettore BASTIANINI (Figaro): 5 (herrlich bei Stimme, fast zu Verdi-haft, dominiert den Grafen beinahe zu sehr; imposant, wie er auf einen minimalen Fehler in der Auftrittsarie blitzartig reagiert)


    Leo PUDIS: 3,5 (gute Stimme, aber teilweise zu phlegmatisch eingesetzt)


    Andrea MONGELLI (Basilio): 3,5 (auch er mit einer sehr passenden Stimme begnadet, verschenkt aber durch Manierismen die Wirkung)



    Gesamturteil: 24 : 6 = 4



    Tonqualität: 2 (auf die Problematik wird auf dem Cover aber ehrlich hingewiesen; offenbar stand das Mikrophon direkt beim Souffleur; das Orchester hört man sozusagen nur ums Eck, erlebt aber dafür akustisch hautnah mit, wie der gute Mann fleißig vorssagt; auch gibt es einige lästige Störgeräusche, trotzdem kommen die Stimmen meist gut)



    Wegen Bastianini ein Erlebnis, wegen FMP und Alva ganz interessant; informativ auch, daß man in Neapel offenbar das Vorstadtkomödienhafte besonders betonte; auf Grund der technischen Mängel nur etwas für leidenschaftliche barbieristi.


  • Philharmonia Orchestra and Chorus unter Alceo Galliera - 4,5 (so klingt es, wenn ein italienischer Spitzendirigent ein erstklassiges englisches Orchester, ohne die damals in Italien oft übliche Schlamperei im Orchestergraben, zur Verfügung hat)


    Il Conte d'Almaviva: Luigi Alva - 4,5 (gefällt mit hier besser als unter Abbado)
    Rosina: Maria Callas - 4,5 (was konnte die Callas nicht singen )
    Figaro: Tito Gobbi - 4,5 (nicht so stimmschön wie Bastianini, aber was für ein "Figaro" )
    Bartolo - Fritz Ollendorf - 4 (tadellose Leistung)
    Basilio: Nicola Zaccaria - 4 (wie Ollendorf eine tadellose Leistung)


    Wertung: 26/6 = 4,33


    TQ: 4 (so gut wie die Erede Aufnahme klingt sie immer)

    Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. (Friedrich Nietzsche)



  • BITTE VERDOPPELN!!!!


  • Live-Aufnahme New York 1943
    Cantus Classics 2008



    Frank ST.LEGER, Metropolitan Opera: 4 (teils munter bis schmissig, teils in Rücksicht auf die Sänger bedächtiger, insgesamt eine ausgezeichnete kapellmeisterliche Leistung)


    Nino MARTINI (Almaviva): 4 (eine ausgesprochen sympathische, schöne und warme Stimme, technisch mitunter ein wenig zur Schlamperei neigend)


    Bidù SAYAO (Rosina): 5 (ein Vollgenuß! Hier überzeugt sie auch in komischer Hinsicht! Liefert diverse vokale Extra-Kunststücke, aber so charmant und augenzwinkernd, daß man nur hingerissen sein kann; 5 Punkte sind eigentlich zu wenig)


    John BROWNLEE (Figaro): 4,5 (ein brillanter und intelligenter Figaro, sehr wortdeutlich)


    Salvatore BACCALONI (Bartolo): 4,5 (seine Standardpartie an der MET, blödelt in Bestform)


    Ezio PINZA (Basilio): 4,5 (hätte ich nicht Rossi-Lemeni zum Vergleich, wären es 5 Punkte)


    Außer Konkurrenz, aber auf dem gleichen hohen Niveau: Ira Petina als Berta.


    Tonqualität: Erstaunlich gut, nur an einigen Stellen konnte auch die Technik nicht viel machen, deswegen nur 3


    Gesamturteil: 26,5 : 6 = 4,42



    Alles in allem ein nicht nur eine besonders vergnügliche, sondern auch besetzungsmäßig absolut empfehlenswerte Version, die trotz ihres Alters namentlich wegen Bidù Sayao zur Spitzengruppe gehört.


  • Gesamtaufnahme 1952
    Membran (2008??) - Editionen existieren auch unter anderen Labels


    Tullio SERAFIN, Orchestra Sinfonica di Milano: 4 (natürlich herrlich musiziert, aber für Rossini fehlt Serafin ein wenig das Leichte, Spritzige, ihm liegt mehr das Dramatische)


    Nicola MONTI (Almaviva): 4 (er hat wunderschöne Töne , bei denen er keinen Vergleich scheuen muß, doch wünscht man sich mehr Beweglichkeit und mehr Ausdruck, weil doch seine Partner den Hörer in dieser Hinsicht verwöhnen)


    Victoria de los ANGELES (Rosina): 5 (einfach entzückend, jeder Superlativ gerechtfertigt)


    Gino BECHI (Figaro): 4 (bekanntlich einer von der rauheren Sorte, aber mit griffigen Nuancen)


    Melchiorre LUISE (Bartolo): 4 (etwas ungleichmäßig, aber dennoch sehr gut)


    Nicola ROSSI-LEMENI (Basilio): 5 (auch er superlativisch)



    (Außer Konkurrenz: Anna Maria Canali als Berta: 4)


    Gesamturteil: 26 : 6 = 4,33



    Tonqualität: 4



    Eine hochklassige, sehr empfehlenswerte Einspielung, zu wirklich günstigen Bedingungen erhältlich. Für "Barbiere"-Passionisten unverzichtbar!

  • EMI 1962



    Eine proto-HIPpe Aufnahme, die vielleicht heutzutage ein bisschen zwischen den Stühlen sitzt: mit HIP-Produktionen kann sie in puncto Historizität nicht mithalten, mit spätromantischem Breitwandsound kann sie aber auch nicht aufwarten...
    Die Studioaufnahme einer Glyndebourne-Produktion.


    Glyndebourne Festival Chorus, Royal Philharmonic Orchestra, Vittorio Gui - 5 (Gui war der erste Dirigent, der sich mit der Originalpartitur des "Barbiere" auseinandergesetzt hat und spielt hier nach dem von ihm selbst hergestellten Aufführungsmaterial, das die originalen Tonarten und Arien wiederherstellt.)


    Il Conte d'Almaviva: Luigi Alva - 4,5 (eine wunderschöne, noble Stimme, aber er könnte mehr "stimmlich agieren")


    Rosina: Victoria de los Ángeles - 5+ (Eine ihrer besten - von vielen sehr guten - Aufnahmen! Hier kommen ihr Temperament und komisches Talent ausgezeichnet zur Geltung. Die vielfältigen Nuancen ihrer Stimme sind beeindruckend; ihre geniale Rosina changiert zwischen armem Mädchen und gewitzter Intrigantin, dass es eine wahre Freude ist! Sie singt die Partie - wie übrigens schon in der älteren Aufnahme unter Serafin - selbstverständlich in der originalen Mezzolage, was zu jener Zeit eben noch nicht selbstverständlich war. Dazu kommt das perfekte Stilempfinden der Alte Musik-Spezialistin.)


    Figaro: Sesto Bruscantini - 5 (Der italienische Bariton hatte die Rolle zu dieser Zeit fast gepachtet, und das mit Grund! Er hatte außerdem reichlich Gelegenheit, seine Darstellung bis zu dieser Aufnahme zu perfektionieren... Ein sehr von sich selbst eingenommener Barbiere.)


    Bartolo: Ian Wallace - 5 (Gehörte zu Vittorio Guis "Rossini-Ensemble" und fügt sich daher mit seinem nuancierten Vortrag optimal in das restliche Ensemble und Guis Interpretationsrichtung ein.)


    Basilio: Carlo Cava - 4,5 [i](schön und stilsicher gesungen, aber kann mit den anderen doch nicht ganz mithalten)


    Gesamtwertung: 29/6 = 4,83 (eine sehr empfehlenswerte Aufnahme, zumindest vor Marriner sicherlich der Referenz-Barbiere.)


  • RSO Stuttgart, Gabriele Ferro - 4


    Almaviva: David Kuebler - 2,5 (sehr schwach)
    Rosina: Cecilia Bartoli - 5
    Figaro: Gino Quilico - 2,5 (fad)
    Bartolo: Carlos Feller - 5
    Basilio: Robert Lloyd - 5
    TQ: 4
    Regie: Michael Hampe - 5


    Wertung:33/8=4,125


    Großartige Inszenierung mit zwei schwachen Hauptdarstellern :wacky:


    LG joschi

  • Mein neuester Barbiere-ich ging mit hohen Erwartungen daran-und wurde ein wenig enttäuscht:


    Academy of St. Martin in the Fields - Neville Marriner: 4 ("Italiana" fehlt ein wenig)
    Il Conte d'Almaviva - Francisco Araiza: 4,5 (das kann er sicher besser)
    Rosina - Agnes Baltsa: 4 (an die Bartoli kommt keine ran!)
    Figaro - Thomas Allen: 4 (mir zu dumpf)
    Bartolo - Domenico Trimarchi: 3
    Basilio - Robert Lloyd: 5 (perfekt)


    Wertung: 24,5/6= 4,08
    Vor dem Kauf dachte ich es müsste der perfekte Barbiere sein, aber davon ist er weit weg, leider! :wacky:


    LG joschi

  • CD- Line 1956



    Coro e Orchestra del Teatro alla Scala-Carlo Maria Giulini - 4,5 (locker, flott, aber zu wenig ausgelassen)


    Rosina: Maria Callas - 4 (kein Mezzo daher 1 Punkt Abzug)
    Almaviva: Luigi Alva - 3 (er ist einfach nicht mein Fall)
    Figaro: Tito Gobbi - 5 (toll, einfach nur toll)
    Bartolo: Melchiorre Luise - 5 (DER Bartolo)
    Basilio: Niccola Zaccaria - 4,5 (ich hab ihn einfach als Prophet im Ohr, aber er singt toll)
    TQ: 3 (Live 1956)


    Wertung:29/7= 4,14

  • CD- Opera Magics 1950



    RSO Milano-Fernando Previtali 5+ (ausgelassen, perfekt auf die Sänger abgestimmt, weiß wie ein Barbiere zu klingen hat)


    Rosina- Giulietto Simionato 5 (großartig, leidenschaftlich und auch kömödiantisch überragend)
    Almaviva- Luigi Infantino 5 (zärtlicher, lyrischer Graf, der jede Koloratur souveräner meistert)
    Figaro-Giuseppe Taddei 5
    Bartolo - Carlo Badioli 4,5
    Basilio-Piero Poldi 3 (einziger Schwachpunkt der Aufnahme)
    TQ: 3,5


    Wertung: 31,5/7= 4,5


    LG joschi

  • G. Rossini: Il Barbiere di Siviglia - CD DG 1971



    Claudio Abbado, London Symphony Orchestra: 4,5


    Il Conte d'Almaviva (Luigi Alva): 3,5
    Rosina (Teresa Berganza): 4
    Figaro (Hermann Prey): 5
    Bartolo (Enzo Dara): 5 +
    Basilio (Paolo Montarsolo): 4,5


    Rest: 4,5


    Wertung: 31 / 7 = 4,43


    Tonqualität: 5


    Sonderbar, daß niemand diese doch Jahrzehnte lang als Referenz-Kandidat gehandelte Aufnahme bisher erwähnte.
    Prey ist natürlich 1A, gleiches gilt für Dara - der beinahe das Highlight der Aufnahme ist. Sehr gut auch der Basilio, gesungen von Paolo Montarsolo. Auch die Berganza singt für sich genommen sehr gut, fällt allenfalls minimal ab. Wehrmutstropfen der Aufnahme ist der schon etwas abgesungene Graf Luigi Alvas.
    Das Orchester unter dem jungen Abbado spielt sehr spritzig, am Chor gibt's ebenfalls nichts auszusetzen.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • CD Line Music 1952



    Orchestra della RAI di Milano- Tullio Serafin - 3,5 (eher müdes Dirigat, eigenartige Lautstärkenwechsel und insgesamt "blutleer")


    Il Conte d'Almaviva- Nicola Monti - 3 (schönes Timbre, wunderschöne, klare Stimme, aber ein wenig überfordert und total unlyrisch)[eigentlich wollte ich die 3,5 zücken, aber sind eigentlich zu hoch, aber sein Timbre hat mich elektrisiert- trotzdem habe ich mich entschlossen noch ein wenig abzuwerten, da es gesanglich nur Durchschnitt ist.]
    Rosina- Victoria de los Angeles - 3,5 (gut, aber einfach keine Rosina, klingt etwas zu ernst, trotzdem souverän (was eigentlich eine 4,5 wäre, aber da sie ein Sopran ist und die Rolle transkripiert wurde, gibts wie unten noch eine Abwertung)
    Figaro- Gino Bechi - 2 (kaum Mut zu Virtuosität, ist vollkommen überfordert und "unlocker"
    Bartolo - Melchiorre Luise - 4 (in der Giulini-Aufnahme von 1956 besser)
    Basilio - Nicola Rossi-Lemeni- 4,5 (einer der besten in dieser Rolle)



    TQ: 4,5 (erstaunlich gute Qualität für eine Studioaufnahme aus 1952)


    Wertung: 25/7= 3,57


    Fazit: Eine der schwächeren Barbiere-Aufnahmen meiner Sammlung, Serafin ist hier, für mich das erste Mal, etwas daneben. Die beiden männlichen Hauptdarsteller sind mit ihren Rollen überfordert und die "tiefen" Hauptrollen können das Manko einfach nicht ausmerzen. De los Angeles ist ein netter Aufguss, aber auch nicht mehr.


    LG joschi


  • Ganz so überschwänglich bin ich vielleicht nicht, aber dennoch ist diese Aufnahme wirklich hörenswert:


    Il Conte d'Almaviva: Francisco Araiza - 4
    Rosina: Agnes Baltsa - 4
    Figaro: Thomas Allen - 5
    Bartolo - Domenico Trimarchi - 4
    Basilio: Robert Lloyd - 4
    Academy of St. Martin in the Fields: Neville Marriner - 5


    Wertung: 4,3


    Kommentar: Insgesamt eine Runde Ensembleleistung, die ihre Rollen nicht nur singen sondern auch für die Platte verkörpert haben. Dazu das geniale Dirigat von Marriner und fertig ist eine Vorzeige-Aufnahme.