Alle Neune!!! - Beethovens Sinfonien in der Klaviertranskription von Franz Liszt

  • Das wäre bei der orchestralen Klangfülle auch kontraproduktiv. Heute habe ich die 7. gehört von ihm - das ist ein sehr klarer und sauberer Klang. Auch die Liszt- CD mit den Mephisto-Walzern spielt er nicht auf einem "weich klingenden Flügel".


    Das ist ja dann auch angemessen.
    Meine EMI-LP mit Katsaris/Ormandy hat eine Doppeltasche mit grossem Innenteil für den Text. Hier ist erwähnt, das Katsaris gerne auf die sehr weich klingenden Mark Allen-Flügel zurückgreift.
    Die EMI-LP enthällt das Liszt: Konzert für Klavier und Orchester im ungarischen Stil (orch: Tschaikowsky); Liszt: Ungarische Fantasie für Klavier und Orchester und Schubert/Liszt: Wanderer-Fantasie für Klavier und Orchester. Der viel zu weiche Klang des Klavieres sagt mir in dieser Aufnahme ganz und gar nicht zu.


    Weil Alfred in Beitrag 1 genau diesen Flügel auch erwähnt, kamen mir die Zweifel. Ich denke es wird die Aufnahmetechnik ihren Anteil daran haben.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Zwei Sachen möchte ich an dieser Stelle beantworten, wenngleich weiter oben im Thread bereits angedeutet wurden. Katsaris spielte die Lisztschen Klaviertranspriptionen der Beethoven Sinfonien auf einem speziell für ihn angefertigten Flügel Mark Allen Concert Grand (Nr 1) ein. Dieser Flügel sollte die positiven Eigenschaften der besten Klaviere ihrer Zeit (ca 1975/80) miteinander vereinen. Und ich meine er ist dem angestrebten Ideal verdammt nahe gekommen. Soweit ich weiß gab es zumindest ein zweites Exemplar dieses Instruments, welches - wenn ich nicht irre - für Chick Corea angefertigt wurde.


    Die Antwort auf eine weitere Frage, warum beispielsweise ich diese Aufnahmen an Stelle von Orchesteraufnahmen höre ist leicht:
    Ich höre diese Einspielungen nicht ANSTATT der Orchesterversion, sondern ZUSÄTZLICH dazu - und ich tue es , weil ich Klaviertranskptionen ser schätze und sie mit Begeisterung höre. Eine weiter Begründung brauche ICH für meine Person NICHT.....


    mfg aus Wien
    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Franz Liszt wollte damit die Sinfonien Beethovens ins Wohnzimmer bringen.


    Mit Sicherheit nicht. Er machte es für seine eigenen Konzerte. Damit kamen die Symphonien auch in entlegenere Musiksäle, wo sich kaum ein ordentliches Orchester hinverirrte. Die Transkriptionen übersteigen die Möglichkeiten von "Hausmusikern" bei weitem.


    :hello:

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Für die Hausmusik gab es vierhändige Bearbeitungen. (Bernstein schreibt in einem seiner Bücher (oder sagt in einer Sendung), dass kein Vortrag o.ä. so erhellend sein könnte wie das vierhändige Durchspielen der Werke. Vielleicht nicht mehr durchweg in Bernsteins Generation, gewiss aber allen vorhergehenden, war dies die am weitesten verbreitete Weise, Orchestermusik kennenzulernen.)


    Wie schon gesagt wurde, sind die Liszt-Transkriptionen hochvirtuos und dienten allen möglichen anderen Zwecken, nicht zuletzt als Herausforderung für Virtuosen.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Ich bin von Alfred_Schmidt auf diesen Thread aufmerksam gemacht worden.


    Ich liebe diese Klaviertranskriptionen, weil sie einmal großartige Klaviermusik sind, auf der anderen Seite mir aber die Möglichkeit geben, zum Beispiel der neunten Sinfonie zu lauschen, ohne gleich die Welt umarmen zu müssen, ein Trieb, der sich bei orchestralem Genuss wie fast von selbst einstellt :).


    Die schon erwähnte Einspielung von Idil Biret, die ich damals noch auf Platte gekauft habe, gibt es mittlerweile in der Nähe des Regenwaldes wieder zu kaufen für ca. 22,- €, was, wie ich finde, ein ausgezeichneter Preis ist.


    Die Einspielung von Idil Biret hat damals mein Verständnis dieser Musik geprägt. Sie hat nicht immer die Tempi, die ein Katsaris vorgibt, aber Biret hat einen ausgezeichneten Klangsinn für den Steinway und holt an vielen Stellen Farben aus dem Flügel, dass man nur staunen kann. Gerade beim Schlusssatz der Neunten finde ich ihr Spiel den Versionen von Katsaris und Scherbakovs vorzuziehen. Katsaris hat die größere Klangfülle, die Details gehen aber etwas unter und Scherbakov haut die Läufe, wie ich finde, etwas herzlos in die Tasten.


  • Die schon erwähnte Einspielung von Idil Biret, die ich damals noch auf Platte gekauft habe, gibt es mittlerweile in der Nähe des Regenwaldes wieder zu kaufen für ca. 22,- €, was, wie ich finde, ein ausgezeichneter Preis ist.

    Es ist IMO nicht notwendig bei unseren Feinden zu kaufen, wenn cpo das Produkt ebenfalls im Programm hat, für 19.99 Euro, was i- wie ich finde , ein ausgezeichneter Preis ist.:baeh01:



    mfg aus Wien:saint:

    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !

  • Da ich alles von Beethovens 5. c moll sammle, habe ich mir die Einspielung mit der Türkischen Pianistin

    IDIL BIRET gegönnt. Um längen schöner & besser als die Glenn Gould Einspielung.


    Spannend war & ist dabei für mich, wie eine Frau Beethoven interpretiert. Das ist Idil Biret bestens gelungen.


    Die LP Box ist schwierig zu bekommen.

  • Ich habe diese Box auch schon sehr lange, denn zu einer bestimmten Zeit interessierte mich Liszt Arbeit. Aber irgendwie bin ich seit ebensolanger Zeit wieder davon abgerückt. Es ist nun nicht so, dass ich den Klavierklang nicht mag, aber manches aus dem originalen Orchesterklang geht verloren, kann das auf dem Klavier nicht abbilden. Dennoch bin ich der Letzte, der Idil Birets Leistung bei diesen Bearbeitungen schmälern möchte, dafür ist sie wirklich zu gut mit ihren Fingern unterwegs. Übrigens kann ich keine Vergleiche anstellen, da ich keine weiteren Aufnahmen habe - obwohl mich Cyprien Katsaris Einspielung auch mal interessiert hat. Aber Naxos mit Idil Biret war seinerzeit preiswerter. Im Übrigen will ich auch keineswegs Liszts große Kunst in Abrede stellen. Ich sollte die Box nach langer Zeit mal wieder aus dem Regal nehmen...

    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER