Die "größten" Komponisten für Klaviermusik


  • Hallo miguel54,


    du beschreibst hier sehr schön die Entwicklung der Klaviermusik an Hand der Verdienste der Komponisten/Pianisten.
    Mich würde noch interessieren, welchen Stellenwert Rachmaninoff hat, den du nicht erwähnt hast? Ist er nur der Aufwärmer?


    Gruß
    Tresor

    Diese Sprache, die wir Musik nennen, ist eine Sprache, die aus einem Raum kommt, den wir Seele nennen. GIORA FEIDMAN

  • Rachmaninoff kenne ich ehrlich gesagt nicht gut genug, um ihn hier oder anderenorts einzuordnen - eine eher vordergründig auf Virtuosität ausgerichtete Musik spricht mich nicht so sehr an, und auch die Russen im allgemeinen nicht - erst durch ein paar CDs von Jos van Immerseel in den letzten Jahren (Tschaikowsky, Borodin, Rachmaninoff für zwei Klaviere) habe ich mich für Werke dieser Komponisten begeistern können.
    In seinem Umkreis hat er sicher eine herausragende Position.

  • Auch hier versuche ich mich in einer Reheinfolge (d.h. 5 aus x_hoch_n)



    1. Debussy
    2. Beethoven
    3. Chopin
    4. Bach
    5. Schumann


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Für mich sind die Größten Mozart und Beethoven,


    - Mozart wegen der Fülle seiner Klavierkonzerte, mit denen er seiner Zeit weit voraus war, aber auch wegen seiner Sonaten,
    - Beethoven wegen der Fülle seiner Klaviersonaten, aber auch seiner Konzerte, mit denen er ebenfalls seiner Zeit weit voraus war.


    Weiter wären natürlich noch Schubert, Schumann, Brahms, Chopin und Rachmaninow zu nennen.


    Liebe Grüße


    Willi :D

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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  • Für mich die grössten (und die liebsten) Klaviermusik Tondichter sind in dieser Reihenfolge:

    • Beethoven
    • Schubert
    • Chopin
    • Bach
    • Schumann / Brahms / Debussy / Liszt (sind alle etwa gleichauf)


    Bin mir immer noch nicht sicher, ob Mozart da wirklich dazugehören sollte. Die Klavierkonzerte sind nach meiner Einschätzung eher orchestrale Werke ... :S

    "Die Welt ward ihm Klavier. In Terzen, Quinten, Oktaven sprang sein Denken, Dur und Moll spannte sein Herz."
    Carl Sternheim

  • Wie, spielt da denn kein Klavier mit?


    Ich würde sogar soweit gehen, Mozart als größten Komponisten für Klavierkonzerte zu bezeichnen und Beethoven als größten Komponisten für Klaviersolowerke.
    Kein Komponist ist in der Anlage seiner Klavierkonzerte seiner Zeit so weit voraus gewesen wie Mozart. Ich erinnere nur an die große Zahl melodiös zum "Niederknien" schöner langsamer Sätze. Beinahe in jedem Konzert hat er schönere langsame Sätze komponiert als die meisten anderen (Beethoven einmal ausgenommen, der auch ein Meister langsamer Sätze war, aber in der Anzahl eben mehr in seinen Sonaten).
    Hinzu kommt noch die für den angeblich heiter leichten Rokokokomponisten noch die erstaunlich große Anzahl an "so gar nicht nach Mozart klingenden" Mollsätzen, z. B. in KV 271, 456, 466, 488 und 491.
    Weiter kenne ich keinen Komponisten, der, außer Mozart, und der gleich zweifach, in seinem "Jeunehommekonzert", KV 271 und in seinem Konzert KV 482 jeweils mitten in den Finalsatz, der im Allgemeinen rasch gespielt wird, ein traumhaftes Adagio eingebettet hat. Revolutionär. Und in allen Konzerten hatte das Klavier natürlich sein gerüttelt Maß an Entfaltung.
    Vergessen wir nicht, Mozart war von haus aus in erster Linie Pianist und erst an zweiter Stelle Dirigent.


    Liebe Grüße


    Willi :thumbsup:

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Schumann wird hier immer wieder genannt. Für sein frühes Klavierwerk soll das literarische Schaffen von Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) prägend gewesen sein, z.B. die "Flegeljahre" für sein op. 2 "Papillons". Ich habe mir extra eine schöne sechzehnbändige Werkausgabe (zusammengefasst in acht Bänden) von Jean Paul (Druck: Berlin, 1865) gekauft, bisher aber noch nicht den Ehrgeiz, mehr als 100 Seiten zu lesen.


    Gibt es hier Verehrer von Jean Paul, und hat die Lektüre Licht in Schumanns Werk gebracht?

    Schumann ist, ehrlich gesagt, derjenige Klavierkomponist unter den großen bekannten, der mich bisher am wenigsten angesprochen hat.

    Wer Leid und Unrecht tut, der ist an seiner Seele der Arme.

    (Louis Spohr)

    Ein Großteil der Mehrheitsgesellschaft zeigt kein Gesicht.

    (Igor Levit)

  • Schumann ist, ehrlich gesagt, derjenige Klavierkomponist unter den großen bekannten, der mich bisher am wenigsten angesprochen hat.

    Das ging mir lange Zeit auch so, bis ich ein Konzert mit einigen Werken von Schumann mit einer Pianistin vorbereitet hatte. Über den Live-Klang bekam ich ein Ohr für die pianistische Fantastik des Komponisten und seine springende Poesie.


    Ein durchaus von Jean Paul begeisterter Kollege ( Christian B. ) hier im Forum motivierte mich, eine Jean Paul Ausgabe zu beschaffen, die sich für mich leider überhaupt nicht gelohnt hat. Ob es wichtig ist, über ein paar Stereotype zu Eusebius und Florestan hinaus, tiefer in die literarische Materie einzusteigen, wage ich zu bezweifeln. Schumann gefällt mir mittlerweile sehr und Jean Paul nervt mich nur ....


    Schade, dass ich das so ungehobelt formuliere! Ich bin irgendwie in den Flegeljahren steckengeblieben!

  • Schumann wird hier immer wieder genannt. Für sein frühes Klavierwerk soll das literarische Schaffen von Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) prägend gewesen sein, z.B. die "Flegeljahre" für sein op. 2 "Papillons". Ich habe mir extra eine schöne sechzehnbändige Werkausgabe (zusammengefasst in acht Bänden) von Jean Paul (Druck: Berlin, 1865) gekauft, bisher aber noch nicht den Ehrgeiz, mehr als 100 Seiten zu lesen.


    Gibt es hier Verehrer von Jean Paul, und hat die Lektüre Licht in Schumanns Werk gebracht?

    Schumann ist, ehrlich gesagt, derjenige Klavierkomponist unter den großen bekannten, der mich bisher am wenigsten angesprochen hat.

    Hier hatte hier etwas ausführlicher dazu aus einer Studie von Norbert Miller zitiert:

    Robert Schumann: Werke für Soloklavier Vol. 02 - Davidsbündlertänze op 6

    Bei Interesse kann ich auch den ganzen Aufsatz über die Pinnwand zur Verfügung stellen.


    Jean Paul war Schumanns Lieblingschriftsteller und sowohl die langgezogenen, sehnsuchtsvollen Aufschwünge als auch die bizarren, kurzen Charkterstücke mit verschiedenen Masken, findet man bei Jean Paul. Aber er ist nun mal zu Beginn nicht einfach zu lesen, man braucht eine Weile, bis man in die Welt eingetaucht ist. Aber Titan und Siebenkäs gehören zu den faszinierendsten Büchern, die ich kenne.

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  • Gibt es hier Verehrer von Jean Paul, und hat die Lektüre Licht in Schumanns Werk gebracht?

    Schumann ist, ehrlich gesagt, derjenige Klavierkomponist unter den großen bekannten, der mich bisher am wenigsten angesprochen hat.

    Die Bücher von Jean Paul sind so schrecklich lang... Ich wollte ihn immer lesen, habe es aber nie geschafft, bis auf die "Vorschule der Ästhetik". :D Um Schumann zu verstehen finde ich E.T.A. Hoffmann viel wichtiger: den Kater Murr mit der Figur des verrückten Kapellmeisters Kreisler ("Kreisleriana"). Das ist eine sehr vergnügliche Lektüre! :hello:

  • ETA Hoffmann ist gewiss auch von Bedeutung für Schumann, aber Jean Paul war seine wichtigste literarische Quelle. Wollschläger hat bezüglich der JP-Rezpetion in Deutschland immer von Faulheit gesprochen. Jean Paul war Schumanns Lieblingsschriftsteller, den man nicht ausblenden kann. Und diese sehnsuchtsvollen Aufschwünge, die für Schumann so charakteristisch sind und die in all seinen großen Klavierwerken vorkommen, diese Aufschwünge finden sich im Werk ETA Hoffmanns überhaupt nicht. Jean Paul hingegen steigert seine Prosa kunstvoll, zögert sie hinaus und setzt am Ende unerhörte Höhepunkte. Diese Technik hat Schumann in der Fantasie, der Humoreske, der fis-Moll Sonate, den Etüden op. 13 usw. auf die Musik übertragen. Und auch die Aufspaltung einer Person in unterschiedliche Identitäten oder Masken hat er teilweise von Jean Paul übernommen (siehe dazu Miller im o.g. Aufsatz). Seine Spache ist sehr bildreich, das macht JP so anspruchsvoll. Vielleicht hiflt ja auch dieser Text zum Einstieg: Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab, dass kein Gott sei
    https://projekt-gutenberg.org/…ks/siebenkaes/chapter/47/


    Diese Thematik ist insgeamt eine Lücke in der Schumann-Rezeption und Forschung. Auch die großen Schumann-Websites blenden sie mangels Kentnisse weitgehend aus.


    Allerdings bezweifle ich, dass Jean Paul jemanden die Klaviermusik Schumanns nahebringen kann, denn solche Hörer werde mit diesen Texten noch mehr Schwierigkeiten haben als mit Schumanns Klaviermusik.

  • Ich muss mich korrigieren: 500 Seiten.

    Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
    Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

  • Habe zu meinem Erstaunen festgestellt, daß ich hier meinen Senf noch nicht untergemischt habe -


    aber der ist ja vorhersehbar:

    - Bach

    - Beethoven

    - Chopin


    - Mozart


    - der Rest

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  • Ich versuche mich im Folgenden an einer objektiven Auswahl von fünf Komponisten für das Clavier, welche für die Entwicklung der Formen und der Spieltechnik sowie für ihre theoretische Begründung bedeutsam waren.


    Seit JOHANN JACOB FROBERGER ist die vorherrschende Form die Suite.

    Die Fuge, etwa bei JOHANN SEBASTIAN BACH, bleibt in der Gesamtentwicklung der Klaviermusik eher eine Randerscheinung.


    Mit DOMENICO SCARLATTI gewinnt die Sonate als zweite wichtige Form für lange Zeit an Bedeutung. Sie wird erst in der Romantik durch freie Stücke wie Prélude, Étude (FRÈDÈRIC CHOPIN), Monferrina (MUZIO CLEMENTI), Impromptu (JAN VACLAV VORIŠEK), Lied ohne Worte (FELIX MENDELSSOHN), Nocturne (JOHN FIELD), Lyrisches Stück (EDWARD GRIEG) etc. abgelöst.


    Da JOHANN SEBASTIAN BACH nicht für die nachfolgende Entwicklung der Claviersonate ausschlaggebend ist, und WOLFGANG AMADEUS MOZART - abgesehen von seinen bedeutenden Werkbeiträgen für das Clavierkonzert - kein Neuerer ist, kommen beide nicht in die engere Auswahl. Die Form des Clavierkonzertes wurde zwar von JOHANN SEBASTIAN BACH erfunden, zumeist jedoch noch in Gestalt transkribierter Solokonzerte für Oboe, Violine etc. Die Form wird maßgeblich von seinem Sohn CARL PHILIPP EMANUEL BACH gepflegt und fortentwickelt und gipfelt in den Gattungsbeiträgen LUDWIG VAN BEETHOVENs.


    Ich versuche bei meiner Auswahl die drei großen Stilrichtungen, die für die Entwicklung der klassischen Klaviermusik prägend waren, durch je einen Hauptvertreter zu berücksichtigen: die Italienische (DOMENICO SCARLATTI), französische (FRANÇOIS COUPERIN) und norddeutsche (CARL PHILIPP EMANUEL BACH), um insgesamt eine nachvollziehbare Linie vom Barock über LUDWIG VAN BEETHOVEN bis hin zu FRANZ LISTZ zu zeichnen.


    Dass dabei wichtige Protagonisten unter den Tisch fallen, ist der Beschränkung auf fünf Komponisten geschuldet. Für ROBERT SCHUMANN, JOHANNES BRAHMS oder FRÉDÉDRIC CHOPIN blieben keine Plätze mehr frei. Doch ohne die von mir ausgewählten vier Komponisten vor FRANZ LISTZ wäre die Geschichte der Klaviermusik wohl anders verlaufen.


    Auf DOMENICO SCARLATTI und CARL PHILIPP EMANUEL BACH kann in einer Aufstellung mit diesem Anspruch einfach nicht verzichtet werden. Am meisten schmerzt mich, dass MUZIO CLEMENTI ebenfalls der Beschränkung auf Fünf zum Opfer fallen muss, vor allem wegen seiner großen Bedeutung für den Klavierbau, seine bedeutenden Gattungsbeiträge zur Klaviersonate sowie seinen Gradus ad Parnassum als die "Summe der Klavierkomposition und Klaviertechnik" zu seiner Zeit und dessen Nachwirkung bis heute. Eigentlich hat er die Etüde als Musikgattung erfunden. Die Würdigung des Gradus als eigenständiges, gleichberechtigtes Œuvre, jenseits von seiner pädagogischen Verwendung, hat leider bis heute kaum stattgefunden.


    Meine Auswahl:


    I. FRANÇOIS COUPERIN "Le Grand"(1668-1733)

    Theoretische Schriften:

    - L'art de toucher le clavecin (1716/1717)

    - Règles de l'accompagnement (handschriftlich)


    Werke:

    - 240 Cembalowerke, zusammengefasst in 27 Suiten ("Ordres") und veröffentlicht in vier Bänden (1713, 1716/17, 1722 und 1730)

    - Außerdem: Kammermusik und Vokalmusik (geistlich und weltlich)


    Besonderheiten:

    - Zunehmende Einführung von Charakterstücken in die Suite, die zunächst durch die etablierte Satzfolge (Allemande, Courante, Sarabande ...) geprägt ist.

    - Gezielter Einsatz der Klangregister (mittel, tief, hoch)

    - style luthé oder arpégé (z.B. Les Barricades mystérieuses)

    - pièces croisées ("gekreuzte Stücke"): Beide Hände in derselben Lage, überkreuzt oder direkt nacheinander dieselben Töne anschlagend; zumeist nur auf zwei Manualen ausführbar (z.B. Les Bagatelles)


    II. DOMENICO SCARLATTI (1685-1757)

    Werke:

    - 555 überlieferte Sonaten für Clavier

    - Außerdem: 13 Opern (teils nur zum Teil erhalten)


    Besonderheiten:

    - bisher ungekannte Stufe der Virtuosität (weite Sprünge, Überkreuzen der Hände, schnelle Tonrepetitionen, Passagen in Sexten und Oktaven, gebrochene Akkorde und Tonleitern in rasantem Tempo über mehrere Oktaven, Arpeggien über bis zu vier Oktaven)

    - kühne Harmonik, Enharmonik, Dissonanzen, Cluster


    III. CARL PHILIPP EMANUEL BACH (1714-1788)

    Theoretische Schriften:

    - Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen (Teil 1, Berlin 1753; Teil 2, Berlin 1762)


    Werke:

    - rund 150 Claviersonaten (bedeutend: 6 Preußische Sonaten, Wq 48; 6 Württembergische Sonaten, Wq 49)

    - 53 Clavierkonzerte (bedeutend: Sei concerti per il cembalo concertato, Wq 43, Hamburg 1772)

    - Außerdem: Sinfonien (bedeutend: Sechs Hamburger Sinfonien, Wq 182), Kammermusik, Kantaten, Passionen, Oratorien (bedeutend: Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, Wq 240)

    - die noch nicht abgeschlossene Gesamteinspielung der Clavierwerke (sowohl solo als auch mit Orchester) durch Miklos Spanyi für BIS umfasst derzeit 62 CDs, 20 davon mit den Konzerten und 42 mit den Solo-Werken). Dieser Fakt allein reicht schon aus für die Aufnahme CPE Bachs unter die größten fünf Clavierkomponisten.


    Besonderheiten:

    - Hauptvertreter des Empfindsamen Stils (auch: "Sturm und Drang"); musikalisches Pendant zu Klinger, Klopstock, Lessing und frühem Goethe

    - zerrissene Melodien und ungewöhnlicher Sprünge, Harmonien und Wendungen

    - Vorbereitung der formalen Dramaturgie der Claviersonate: Dreisätzigkeit (schnell–langsam–schnell), thematischer Kontrast (kontrastierende Gedanken statt eines einzigen durchlaufenden Affekts), modulierende Durchführung (Erweiterung des Mittelteils der Sätze zu spannungsreichen tonalen Durchführungen)


    Einfluss:

    - Joseph Haydn: „Wer mich gründlich kennt, der muss finden, dass ich dem Emanuel Bach sehr vieles verdanke, dass ich ihn verstanden und fleißig studiert habe.

    - Wolfgang Amadeus Mozart: „Er (Emanuel Bach) ist der Vater; wir sind die Bubn. Wer von uns was Rechts kann, hats von ihm gelernt.

    - Ludwig van Beethoven: „Von Emanuel Bachs Klavierwerken habe ich nur einige Sachen, und doch müssen einige jedem wahren Künstler gewiß nicht allein zum hohen Genuß, sondern auch zum Studium dienen.


    IV. LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770-1827)

    Werke:

    - 35 Klaviersonaten ("Kurfürstensonaten" mitgezählt, bedeutend u.a.: "Mondschein" op. 27/2, "Pathétique" op. 13, "Appassionata" op. 57, "Waldstein" op. 53, "Hammerklavier" op. 106 sowie op. 111), einige Klaviervariationen (bedeutend: "Eroica" op. 35 und "Diabelli" op. 120) und Einzelwerke (bedeutend: Bagatellen op. 126 von 1824)

    - 12 Klaviertrios (op. 36a, WoO 39, Hess 48 und Jugendwerk in Es-Dur aus Bonn mitgezählt)

    - 7 Klavierkonzerte (WoO 4 und op. 61a mitgezählt)

    - Tripelkonzert op. 56 (Konzert für Klaviertrio und Orchester)

    - Chorfantasie op. 80

    - außerdem: Beiträge zu allen Gattungen


    Besonderheiten:

    - Seine 32 Sonaten als "Das Neue Testament" der Klaviermusik

    - Markierung des Übergangs von Klassik zu Romantik

    - Fundament für Brahms, Chopin und Liszt

    - Sprengung klassischer Formen, vor allem im visionären Spätwerk

    - Das Klavier wird vom Salon in den Konzertsaal versetzt

    - Symphonische Verschmelzung von Solist und Orchester im Klavierkonzert


    V. FRANZ LISZT (1811-1886)

    Werke:

    - 123 Klavierwerke (ohne Bearbeitungen fremder Werke; bedeutend: Klaviersonate in h-Moll S. 178; Années de pèlerinage S. 160, 161 und 163)

    - 7 Werke für Klavier und Orchester (bedeutend: zwei Klavierkonzerte S. 124 und S. 125; Totentanz S. 126)

    - 70 Operntranskriptionen und -fantasien

    - Klavierfassungen der neun Symphonien Beethovens

    - Außerdem: Beiträge zu allen Gattungen (besonders der geistlichen Musik) außer der Kammermusik und der Oper

    - Die Gesamtaufnahme der Klavierwerke (solo und mit Orchester) durch Leslie Howard für Hyperion umfasst 99 CDs. Dieser Fakt allein reicht schon aus für den Platz unter den fünf größten Klavierkomponisten


    Besonderheiten:

    - extreme Virtuosität

    - Orchesterklang: das Klavier wird durch Nutzung des gesamten Tonumfangs quasi zum Orchester

    - Programmmusik: Bild und Text, z.B. Reiseerinnerungen im Falle der Annes de pèlerinages, werden in Musik umsetzt

    - Vorbereitung der Moderne (im Spätwerk)

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    (Louis Spohr)

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  • Ich muss mich korrigieren: 500 Seiten.

    Ja! :D Mein Problem ist, dass ich als jemand, der professionell viel lesen muss, dann für solche Romane wenig Zeit habe. Auf Zugfahrten, im Urlaub lese ich dann vornehmlich sowas. Bei dickeren Büchern brauche ich so mitunter Wochen und sogar Monate, um durchzukommen. Momentan bin ich auch schon wieder im Rückstand mit meinem Leseprogramm - und auch mein Urlaubsprogramm ist mit anderen Dingen ausgefüllt.


    Im Studium hatten wir einen philosophischen Lesekreis und einen Jean Paul-Enthusiasten dabei. Der Romantik-Experte Heinz Rölleke, bei dem ich u.a. studiert habe, war dagegen eher kritisch in Bezug auf Jean Paul. In seiner Vorlesung brachte er allerdings mit viel Vergnügen Jean Pauls Fichte-Parodie (das im Turm eingesperrte sich selber setzende Ich, das sich dann auto-kannibalistisch selber aufessen muss :D ), um uns Philosophen zu ärgern. Meine Schwerpunkte waren damals andere - ich habe mich mit Eichendorffs Prosa-Werk beschäftigt, das kaum Jemand kennt (der Lyriker Eichendorff ist populär), mich sogar durch den dicken Roman Ahnung und Gegenwart gekämpft. Jean Paul wollte ich mir schon damals vornehmen, nicht zuletzt wegen Mahler. Ich hoffe, ich komme irgendwann noch dazu! :hello:

  • Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich die Lektüre der o.g. "Rede des toten Chrstus vom Weltgebäude herab": Jean Paul parodiert Fichte: Was, wenn das Ich sich selbst verliert und Gott tot ist? Was für eine Leichenrede! Auch Fichtes Pflichtethik hat ihm nicht gefallen, dagegen setzt er Humor und Nachsicht.

  • zum Thema zurück:


    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • zum Thema zurück:


    Ich sehe da keine "fünf größten Klavierkomponisten". Ich war mit meinem Beitrag allerdings voll beim Thema.

    Zählte man Satie zu den fünf Größsten, müsste man auch Franck, Debussy, Ravel und Fauré dazu nehmen. Dann wäre für die wirklich ganz Großen wie Beethoven aber kein Platz mehr.

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  • Ich war mit meinem Beitrag allerdings voll beim Thema.

    Um Dich ging es ja auch gar nicht. Ansonsten wollte ich nur mal neue Namen in die Runde werfen ;-)

    Sorry, wenn ich da jemandem auf den Schlips getreten habe...


    Außerdem steht im Eröffnungsbeitrag: "Maximal 5 sind zugelassen" :-)

    Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
    (Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

  • Die alternative Liste aus Kindersicht muss wohl diesen Herrn ganz nach vorne stellen:


    Béla Bartók:

    • Für Kinder Sz. 42 (1908 / 1911 und später überarbeitet)
    • Mikrokosmos Sz. 107 (1926 bis 1937)

    Leider wurde ich in meiner Kindheit am Klavier mehr mit Peter Heilbut traktiert. Nicht, dass seine Sachen klavierpädagogisch schlecht wären. Doch wäre ich im Nachhinein lieber dem Mikrokosmos gefolgt. Dann hätte ich gleich den großen Klavierzyklus eines Großen der Klavierwelt auf der Pfanne gehabt. So einiges aus dem letzten, sechsten Band eignet sich auch für den anspruchsvollen Konzertvortrag.

    Wer Leid und Unrecht tut, der ist an seiner Seele der Arme.

    (Louis Spohr)

    Ein Großteil der Mehrheitsgesellschaft zeigt kein Gesicht.

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  • Die alternative Liste aus Kindersicht muss wohl diesen Herrn ganz nach vorne stellen:


    Béla Bartók:

    • Für Kinder Sz. 42 (1908 / 1911 und später überarbeitet)
    • Mikrokosmos Sz. 107 (1926 bis 1937)

    Leider wurde ich in meiner Kindheit am Klavier mehr mit Peter Heilbut traktiert. Nicht, dass seine Sachen klavierpädagogisch schlecht wären. Doch wäre ich im Nachhinein lieber dem Mikrokosmos gefolgt. Dann hätte ich gleich den großen Klavierzyklus eines Großen der Klavierwelt auf der Pfanne gehabt. So einiges aus dem letzten, sechsten Band eignet sich auch für den anspruchsvollen Konzertvortrag.

    Klar gehört Bartók zu den Größten. Zu den vollendeten Werken ganz eigener Klasse zähle ich noch seine Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug und die beiden ersten Klavierkonzerte. Sehr lohnenswert sind auch seine frühen Balladen und seine Etüden. Vielleicht lohnt ein Blick in Bartók - Klavierwerke

    Nicht vergessen solte man den Franzosen Claude Debussy, der mit seinen Préludes und Études die moderne Klaviermusik bereichert hat.


    Ich sehe die Glass' Etüden nicht so so schlecht wie du sie darstellt. Minimal Music hat Vibes und entzieht sich häufig der geistig anspruchsvolleren Rezeption.


    Bei den modernen Etüden für Klavier würde ich auf die von György Ligeti hinweisen astewes: Unverzichtbare Aufnahmen . Seine Schülerin Unsuk Chin hat in diesem Sinne sechs weiter Etüden komponiert, die man mindestens einmal gehört haben sollte.


    Sie finden sich auf dem Etüdenalbum von Clare Hammond


  • Doch wäre ich im Nachhinein lieber dem Mikrokosmos gefolgt.M

    Bartók hat mich im Unterricht ebenso wie Mátyás Seiber genervt; auch wollte ich keine Kindermusik spielen, sondern „richtige“ Musik. Aber meine Klávyrléhreryn war nun mal Ungarin ... wir hatten uns diesbezüglich ständig in den Haaren; letztlich habe ich den Kram als Rhythmusübung abgehakt.

    Ist das HIP oder kann das weg?

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