Die Sinfonietta

  • Nikolai Miaskowsky (1881-1950)


    Sinfoniettas


    op. 10
    Tonart: A-Dur
    Entstehungszeit: 1910, rev. 1949
    Besetzung: kleines Orchester


    op. 32 Nr. 2
    Tonart: b-moll
    Entstehungszeit: 1928/29
    Besetzung: Streichorchester


    op. 68 a
    Tonart: a-moll
    Entstehungszeit: 1945/46
    Besetzung: Streichorchester


    alle drei sind in der Svetlanov - Box enthalten:


  • Hallo,


    nicht in allem, was Sinfonietta heißt, ist "etta" drin. So kann ich bei Reger kein "etta" finden; es handelt sich nach meiner Empfindung um eine große Sinfonie. Da gibt es in der Musikgeschichte so manche "Sinfonien", die eigentlich erheblich mehr "etta" beinhalten.


    Gruß,


    Uwe

    Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • Hallo,


    den Freunden britischer Orchestermusik des mittleren 20. Jahrhunderts kann man folgende zwei Sinfoniettas ans Herz legen:


    Arnold Bax
    Sinfonietta
    (1932)



    1. Molto moderato - Allegro
    2. Tempo primo
    3. Allegro


    Als "Symphonic Phantasy" angelegt und in der Schublade verschwunden, wurde sie erst zum 100. Geburtstag des Komponisten erstmals aufgeführt.



    William Alwyn
    Sinfonietta
    (1970)



    1. Moderato e molto ritmico
    2. Adagio e poco rubato
    3. Allegro - Lento - Andante con moto - Allegro moderato


    Uraufgeführt wurde Alwyns Sinfonietta vom English Chamber Orchestra im Juli 1970. Das Werk bezieht sich auf ein Thema aus Bergs "Lulu". Allerdings erinnert musikalisch wenig bis gar nichts an die Zweite Wiener Schule. Es ist weniger eine Reminiszenz an Bergs Musik, als vielmehr der persönliche Wunsch Alwyns, dem von ihm so geschätzten Komponisten seine Bewunderung zu zollen.


    LG
    B.

  • Die beiden Sinfoniettas Martinus sind beide auf einer Einspielung enthalten:



    Bournemouth Sinfonietta,
    Julian Jacobson, Klavier
    Tamas Vasary, Dirigent

  • Und hier auch noch ein paar Einspielungen zu den von Davidoff in der Einführung bereits erwähnten Werken:


    J. Raff (1822-1882)
    Sinfonietta F-dur op. 188 von 1873:


    1. Satz: Allegro
    2. Satz: Allegro molto
    3. Satz: Larghetto Reinhören Reinhören
    4. Satz: Vivace



    Radio-Sinfonie-Orchester Basel, Mario Venzago



    Nikolai Rimsky-Korssakoff (1844-1908 )
    Sinfonietta nach russischen Themen op. 31


    1. Satz: Allegro pastorale
    2. Satz: Adagio
    3. Satz: Scherzo-Finale



    BBC PO, Vassily Sinaisky

  • Ein Schwerpunkt im Schaffen des britischen Komponisten Malcolm Arnold sind ohne Zweifel die zwischen 1949 und 1986 entstandenen 9 Symphonien. Darüber hinaus macht das Werkverzeichnis weitere Angaben zu mindestens drei Werken, die im Titel „Symphonie“ stehen haben: die „Toy Symphony“ (1957), die „Symphony for Strings“ (1946) und die „Symphony for Brass“ (1978 ). Völlig aus der Art geschlagen, so scheint es zumindest nach näherer Betrachtung, sind die drei zwischen 1954 und 1964 komponierten Sinfonietten. Sie unterscheiden sich erheblich im Vergleich zu den großen Schwestern. Die Spieldauer einer kompletten Sinfonietta ist gerade mal so lang, wie der einzelne Satz einer Symphonie und die Besetzung, reduziert auf wenige Holzbläser, Hörner und Streicher, erinnert an eine Komposition aus einer älteren Epoche. Der typische Arnold-Sound aber ist in jedem dieser melodienreiche Werke zu finden.



    Malcolm Arnold (1921 - 2007)


    Sinfonietta Nr. 1


    Für zwei Oboen, 2 Hörner und Streicher op. 48


    01. Allegro comodo
    02. Allegretto
    03. Allegro con moto


    Entstehung 1954
    Uraufführung: 03.12.1953, London
    Dirigent: Anthony Collins
    Verlag: Chester Novello, London
    Dauer: ca. 12 Minuten




    Sinfonietta Nr. 2


    Für zwei Flöten, 2 Hörner und Streicher op. 64


    01. Allegro non troppo
    02. Lento
    03. Allegro con brio


    Entstehung 1958
    Uraufführung: 15.06.1958, London
    Dirigent: Regunald Jacques
    Verlag: Chester Novello, London
    Dauer: ca. 13 Minuten




    Sinfonietta Nr. 3


    Für zwei Flöten, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner und Streicher op. 81


    01. Allegro vivace
    02. Vivace
    03. Andante con moto
    04. Finale: Allegro con energico


    Entstehung 1964
    Uraufführung: -
    Dirigent: -
    Verlag: Chester Novello, London
    Dauer: ca. 15 Minuten




    Davidoff

    Verachtet mir die Meister nicht

  • Hier ist noch eine Sinfonietta, die ich bisher auch noch nicht kenne:


    Julius Röntgen (1855-1932)
    Symphonietta humoristica


  • Hallo Davidoff,


    mit den Sinfonettas Nr.1-3 hatte ich auch immer schon geliebäugelt und wollte diese kennenlernen.
    Gibt es die nicht auch auf NAXOS ?
    Erfreulich von Dir zu lesen, dass **Der typische Arnold-Sound aber ist in jedem dieser melodienreiche Werke zu finden.** ist.
    Leider fehlt bei der Besetzung der Sinfoniettas das Schlagwerk, das Arnold so perfekt einzusetzen versteht, so wie in seinen Sinfonien und Ouvertüren.


    Daher auch Zustimmung zu Deinen Zitat:

    Zitat

    Ein Schwerpunkt im Schaffen des britischen Komponisten Malcolm Arnold sind ohne Zweifel die zwischen 1949 und 1986 entstandenen 9 Symphonien.


    Die Sinnfonie Nr.9 würde ich allerdings ausklammern, da sie nun wahrlich nicht "vom Hocker haut".

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Hallo,
    ich möchte gerne auf zwei Sinfonietten aufmerksam machen, welche sich auf dieser leider nicht mehr erhältlichen CD befinden:



    Zum einen Bernard Herrmanns "Sinfonietta for String Orchestra" von 1936, welche in Herrmanns früher atonalen Phase komponiert wurde und später die Basis für seine hervorragende Filmmusik zu Hitchcock's "Psycho" wurde.


    Zum anderen die spritzige "Sinfonietta for String Orchestra & Timpani" von Herrmann's Kollegen, dem sehr interessanten "Filmkomponisten" Franz Waxman.
    "http://www.ray-magazin.at/1206/waxman.htm"


    Ein sehr guter Artikel über Waxman bis auf einige anscheinend unausweichliche Fehler, welche wohl irgendwie nicht zu vermeiden sind.


    Dieser zum Beispiel:

    Zitat

    1962 ist er der erste US-amerikanische Dirigent, der in der UdSSR auftritt.


    Na ja, da war Leonard Bernstein z.B. schon eher zugegen gewesen.........


    Aber es ist trotzdem ein sehr guter Artikel über Waxman. :yes:


    Ich besitze auf LP noch eine weitere Aufnahme dieses lohnenden Werkes unter der Leitung von Waxman selber, welche ich der neueren CD-Aufnahme vorziehe.


    Aber das mittlerweile aufgelöste Berliner Sinfonische Orchester spielt trotzdem ziemlich klasse.
    Eine Schande nach wie vor, daß diesem Orchester die Unterstützung entzogen wurde!
    Und das finde ich NICHT gut so, um einen Berliner Politiker auf diese Art-fast- zu zitieren.


    LG,
    Michael

  • Ich habe auch noch eine Sinfonietta auf einer mexikanischen CD mit mexikanischen Orchesterwerken:


    Jose Pablo Moncayo (1912 - 1958): Sinfonietta (1945)


    Titel: Sinfonietta
    Tonart: - keine Angabe -
    Entstehungszeit: 1945
    Besetzung: kleines klassisches Orchester mit gut besetzter Schlaginstrumentengruppe
    Spieldauer: 8-9 Minuten


    Sätze:
    ein lebendiger Satz im Grundtempo Allegro


    CD-Tipp:

    Orquesta de las Americas / Benjamin Juarez Echenique
    URTEXT- Digital classics, 1998, DDD


    Die CD MEXICO SINFONICO enthält auch Moncayos berühmtestes und meistgespieltes Orchesterwerk Huapango; sowei weitere unbekannte mexikanische Orchesterwerke von Carrasco, J.M.Chavez (nicht der bekannte Carlos), Marquez, Castro, Galindo und Zyman.


    Ich habe die CD, die momentan zu Spitzenpreisen in Netz angeboten wird, mal bei jpc fürn "Appel und ein Ei" mitbestellt. Es sind ganz nette Stücke dabei. Die beiden Moncayo-Werke sind aber am herausragensten.
    Eine Überraschung war das Textheft des mexikanischen Labels URTEXT - aufgeschlagen ist es innen absolut leer :D.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang


  • Etwas aus jüngerer Vergangenheit,


    ein Hörtipp für alle Sinfonietta-Liebhaber:


    KURT SCHWERTSIK (geb.1935)


    Sinfonia-Sinfonietta op.73

    ...ein 5-sätziges Vergnügen mit Anklängen u.a. an Mahler, Prokofjew


    Schrumpf-Sinfonie op.80


    ... 4 ganz kurze Sätze (die gesamte Sinfonie dauert keine 6 minuten),
    verspielt, frech, neoklassizistisch !

    Gruß,


    Michael

  • Sinfonietta, heißt ja eigentlich "kleine Sinfonie" und ganz so ist auch die Sinfonietta op. 23 von Alexander Zemlinsky angelegt, die in diesem Thread schon mal erwähnt wurde.


    Dieses Werk habe ich zusammen mit der von mir sehr geschätzten Sinfonie B-Dur des gleichen Komponisten mit der Tschechischen Philharmonie unter Antony Beaumont:



    Die im Jahre 1934 entstandene Sinfonietta, das letzte Orchesterwek des Komponisten, hat 3 Sätze und ist in meiner Aufnahme gut 18 Minuten lang.


    Gegenüber der Sinfonie ist deutlich die Vermeidung großer romantischer Emphase zugunsten eines klassizistischen Herangehens. Nach einem Anfangsgeplänkel folgt ein wildes Furioso, dem sich eine Abfolge lyrischer Passagen anschließt. Der zweite Satz kommt ziemlich introvertiert herüber, im Verlaufe gibt es ein kurzes Aufbäumen, das aber wieder schnell verlöscht. Letzter Satz ist ein Rondo mit keck-polterndem Beginn und weitgehend heiter-witzigem Charakter, das Stück endet mit einem bravourösen Schlussakkord


    Für mich bedeutender ist wie gesagt die erwähnte Sinfonie, aber als Repertoirestück ist auch die Sinfonietta nicht zu verachten.


    Viele Grüße
    :hello:

    Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP

  • Ich finde, nicht jedes Werk, das den Namen 'Sinfonietta' trägt, ist auch eine.


    Reger wurde oben schon genannt - das ist m.E. tatsächlich eine ausgewachsene Symphonie - nur dass sich Reger wohl nicht an den 'großen Namen' herantraute.


    Britten empfinde ich auch nicht wirklich als Sinfonietta - eher als Kammersinfonie, wie schon neulich an anderer Stelle bemerkt.


    Andererseits gibt es auch Werke, die nicht so heißen, die ich aber durchaus hier einfügen würde.


    Zum Beispiel bin ich gestern erstmals über dieses Werk gestolpert, dass es sogar zum Download günstig zu erwerben gab (wobei die CD auch nicht mehr viel kostet...)



    Ermanno Wolf-Ferrari: Sinfonia Brevis, op.28


    Ich finde, das ganze Werk von seiner Anlage und Faktur ist eine 'klassische' Sinfonietta - ein hinreißendes kleines Werk.





  • Diese Platte höre ich seit einer Woche und liebe vor allem das Doppelkonzert.

    Johannes Kahrs (SPD) tritt zurück. Die Lücke, die er hinterlässt, wird ihn vollständig ersetzen (anon.)

  • Hallo Dr.Pingel,


    ich habe gerade bei meinen Britten-CD´s nachgesehen. Ich kenne weder die Sinfonetta op.1 noch das Doppelkonzert für Violine, Viola und Orchester.


    Die von andyr gezeigte ELATUS-CD scheint mir von allen Verfügbaren die empfehlenswertste CD zu sein - da werde ich demnächst auch käuflich tätig werden. Die ursprüngliche ERATO - CD war mal Hochpreis und ist auch noch gelistet !


    Aber - lohnt sich der Kauf ? Wie ist die Sinfonietta (for small Orchestra) gestaltet ? Ein positives Werk mit etwas "schmackes", oder ein langweiliger Früh-Schinken von Britten ?

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Wie oben schonmal angedeutet: Ich würde die Sinfonietta op.1 von Britten nicht als Sinfonietta, sondern als Kammersinfonie einordnen.


    Nach meiner Empfindung ist sie ein knappen und aufregendes Werk, das der von mir etrem geschätzten 1.Kammersinfonie von Schönberg nahe steht.


    Meine Empfehlung: Laß Dich auf das Werk ein - langweilig ist das sicher nicht!

  • Zitat

    Original von Travinius
    Wie oben schonmal angedeutet: Ich würde die Sinfonietta op.1 von Britten nicht als Sinfonietta, sondern als Kammersinfonie einordnen.


    Nach meiner Empfindung ist sie ein knappen und aufregendes Werk, das der von mir etrem geschätzten 1.Kammersinfonie von Schönberg nahe steht.


    Meine Empfehlung: Laß Dich auf das Werk ein - langweilig ist das sicher nicht!


    Da stimme ich gerne zu, auch der "Young Apollo" hat einen vielleicht etwas plakativen, aber sehr eigenwilligen Reiz (teletongerecht ;)). Was noch fehlt, sind die subtilen Klangfarben des Britten der "Seebilder".


    Gruß, Wolfgang

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

  • Soeben habe ich mir obige CD mit Jugendwerken von Britten ein wahrscheinlich erst zweites Mal zu Gemüte geführt und dabei zunächst festgestellt, dass auch ich die "Sinfonietta" eher als Kammersinfonie einordnen würde.


    Hinzu kommt der auch im Beiheft erwähnte Sachverhalt, dass insbesondere der erste Satz aus dem Geist der Schönberg'schen ersten Kammersinfonie geschaffen wurde. Travinius hat oben darauf hingewiesen.


    Als ich im Beiheft noch vor dem Hören der "Sinfonietta" über dieselbe las, war ich vorübergehend über den Vergleich mit Schönberg befremdet. Ich hatte das Werk doch schon vorher gehört, und es war doch eher spritzig neoklassizistisch gehalten.


    Irrtum! Ich hatte die "Sinfonietta" mit Brittens späterer und bei Weitem bekannterer Simple Symphony verwechselt. Die gehört wohl auch in diesen Thread. Ich bin mir jetzt gar nicht sicher, ob ich eine Aufnahme besitze. Kann jemand eine Empfehlung aussprechen?
    :hello: Wolfgang


    PS: Andythr hat bereits auf Brittens "Sinfonietta" ziemlich am Anfang hingewiesen. An dieser Stelle möchte ich mich außerdem bei ihm für den Hinweis auf die CD mit beiden Sinfoniettas von Martinu bedanken. Die habe ich soeben bestellt ... Kann durchaus sein, dass es bei der Erstellung des entsprechenden Beitrags von Andythr noch kein einigermaßen erschwingliches Urwaldmarktplatzangebot gab, denn sonst hätte ich doch längst zugreifen müssen ... :]

    Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!