Der Jahrhundertbariton - ETTORE BASTIANINI

  • Von Ettore Bastianinis Japan-Tournee gibt es sogar ein Tondokument: ‚Legendary Recordings‘ (LR-119) veröffentlichte 1980 den Mitschnitt des Konzerts vom 9. 6. 1965 in Tokyo:


    „Vergin tutto amor“ (Durante) / „Paride ed Elena“ (Gluck): ‚O del mio dolce amor‘ / „Guillaume Tell“ (Rossini): ‚Resta immobile‘ / „Don Carlos“ (Verdi): ‚Per me giuntò è il dì supremo’ / „Rigoletto“ (Verdi): ‚Cortigiani, vil razza dannata!‘ / „Don Giovanni“ (Mozart): ‚Deh vieni alla finestra‘ / „Il barbiere di Siviglia“ (Rossini): ‚Largo al factotum‘ / „Andrea Chenier“ (Giordano): ‚Nemico della patria‘ / „Serenata“ (Tosti) / „Belli occhi di fata“ (Denza) / „Torna a Surriento“ (De Curtis) / „Core ingrato“ (Cardillo) / „O sole mio“ (Di Capua) / „E canta il grillo“ (Billi) / Klavier: Yoichi Miura (Tokyo, 9. 6. 1965).


    Zu der LP „Songs of Italy“ mit dem Dirigenten Hiroyuki Iwaki ist hinzuzufügen, dass sie innerhalb von fünf Stunden in Tokyo unmittelbar vor seinem Rückflug nach Europa entstand und ursprünglich von der Firma ‚King Records‘ in Japan veröffentlicht wurde. Ich habe sowohl den Konzertmitschnitt wie auch die LP mit den italienischen Kanzonen (in einer italienischen Ausgabe von ‚gta‘). Man käme beim Abhören der Platten nie auf den Gedanken, dass der Sänger bereits todkrank war und 19 Monate später an seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung sterben würde.


    Eigentlich wäre es an der Zeit, dass Ettore Bastianinis acht Arien-Aufnahmen für den Norddeutschen Rundfunk Hamburg (eingespielt unter Wilhelm Schüchter am 23. und 24. 9. 1954) der Öffentlichkeit - ggf. aus privater Quelle – wieder zur Verfügung gestellt würden, da der NDR leider keine Gesangs-Aufnahmen aus seinem Archiv veröffentlicht, sie aber bis Anfang diesen Jahres noch auf ‚YouTube‘ zugänglich waren. (Siehe meinen Beitrag Nr. 170 ff.)


    Auch wenn das letzte traurige Kapitel aus Gregors eindrucksvoller Biographie noch aussteht, möchte ich mich herzlich für diese ‚Labour of Love‘ bedanken.


    Carlo

  • Von Ettore Bastianinis Japan-Tournee gibt es sogar ein Tondokument: ‚Legendary Recordings‘ (LR-119) veröffentlichte 1980 den Mitschnitt des Konzerts vom 9. 6. 1965 in Tokyo:


    „Vergin tutto amor“ (Durante) / „Paride ed Elena“ (Gluck): ‚O del mio dolce amor‘ / „Guillaume Tell“ (Rossini): ‚Resta immobile‘ / „Don Carlos“ (Verdi): ‚Per me giuntò è il dì supremo’ / „Rigoletto“ (Verdi): ‚Cortigiani, vil razza dannata!‘ / „Don Giovanni“ (Mozart): ‚Deh vieni alla finestra‘ / „Il barbiere di Siviglia“ (Rossini): ‚Largo al factotum‘ / „Andrea Chenier“ (Giordano): ‚Nemico della patria‘ / „Serenata“ (Tosti) / „Belli occhi di fata“ (Denza) / „Torna a Surriento“ (De Curtis) / „Core ingrato“ (Cardillo) / „O sole mio“ (Di Capua) / „E canta il grillo“ (Billi) / Klavier: Yoichi Miura (Tokyo, 9. 6. 1965).


    Du meinst sicher diesen Mitschnitt, lieber Carlo. Leider ist diese Aufnahme heute kaum noch zu bekommen.


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    Man käme beim Abhören der Platten nie auf den Gedanken, dass der Sänger bereits todkrank war und 19 Monate später an seiner Kehlkopfkrebs-Erkrankung sterben würde.


    Dieses Phänomen hat man gegen Ende seiner Karriere öfter beobachten können. Darum war es wohl für Publikum und Zuschauer so unverständlich, dass er dazwischen dann eben immer wieder schwache Abende gehabt hat. Es gab einfach Aufführungen in den letzten Monaten seiner Karriere, in denen er kaum von der Krankheit beeinträchtigt gewesen ist, an anderen hingegen musste er kämpfen und es war unüberhörbar. So soll er unter anderen in den Andrea-Chenier-Vorstellungen mit Tebaldi ganz wunderbar gewesen sein und so auch in seinen letzten Vorstellungen von Lucia di Lammermoor mit Moffo.



    Eigentlich wäre es an der Zeit, dass Ettore Bastianinis acht Arien-Aufnahmen für den Norddeutschen Rundfunk Hamburg (eingespielt unter Wilhelm Schüchter am 23. und 24. 9. 1954) der Öffentlichkeit - ggf. aus privater Quelle – wieder zur Verfügung gestellt würden, da der NDR leider keine Gesangs-Aufnahmen aus seinem Archiv veröffentlicht, sie aber bis Anfang diesen Jahres noch auf ‚YouTube‘ zugänglich waren. (Siehe meinen Beitrag Nr. 170 ff.)


    Dass das nie auf Schallplatte bzw. CD veröffentlicht wurde, ist natürlich bitter. Allerdings wusste ich gar nicht, dass der NDR prinzipiell nichts veröffentlicht.

    Auf Youtube scheinen diese Aufnahmen aktuell tatsächlich nicht mehr zu sein.



    Lieber Gregor, auch von mir herzlichen Dank für diese ergreifende Biografie, die ich förmlich verschlungen habe.

    Auch wenn das letzte traurige Kapitel aus Gregors eindrucksvoller Biographie noch aussteht, möchte ich mich herzlich für diese ‚Labour of Love‘ bedanken.


    Das freut mich natürlich, dass ihr da die ganze Zeit so fleißig mitgelesen habt. :)



    Gregor

  • Bastianini und Mozart

    „Don Giovanni“ (Mozart): ‚Deh vieni alla finestra‘


    Natürlich eine Rarität. Denn Mozart gehörte nun gar nicht in sein Repertoire. Umso erfreulicher ist es, dass es diese Aufnahmen der Serenade des Don Giovanni gibt. Es ist bedauerlich, dass er die Partie nicht zur Gänze gesungen hat. Sein Luxustimbre prädestinierte ihn eigentlich für diese "verführerische" Rolle.


    Bei der ersten Aufnahme soll es sich um einen Mitschnitt vom Konzert in Osaka handeln, während der zweite Mitschnitt wohl jener aus Tokio ist, der dann ja auch auf Platte veröffentlicht wurde (das kann vielleicht Carlo genauer sagen) und wo sein Vortrag kantiger und akzentuierter ist. Zwei sehr unterschiedliche Interpretationen, die innerhalb nur weniger Tage entstanden sind.





    Gregor

  • Lieber Gregor,



    die zweite Aufnahme mit der Serenade des Don Giovanni (Tokyo, 9. 6. 1965), die ich auch auf LP habe, erscheint mir in ihrer Wiedergabe schwungvoller und kontrastreicher als die spätere aus Osaka, was wohl damit zu tun hat, dass Ettore Bastianini auf Grund seiner Erkrankung nicht nur stimmlich, sondern auch mental unterschiedlich disponiert war und was ja auch verständlich ist.



    Ich habe die NDR-Aufnahmen unter Wilhelm Schüchter wiedergefunden, bereit gestellt von der 'Associazione Internazionale Ettore Bastianini' (allerdings ohne die Arien aus „Rigoletto“, „Ernani“ und „Andrea Chenier“):


    https://www.youtube.com/watch?v=nHOMywNSMNU



    Eine recht amüsante Aufnahme mit Ettore Bastianini ist der Monolog des stotternden Dieners Tartaglia aus Pietro Mascagnis „Le maschere“ (‚Die Masken‘), eingespielt 1963 mit dem Sinfonieorchester der RAI Rom unter Nino Bonavolontà für eine Sendung zum 100. Geburtstag Mascagnis. Der Monolog ist als Anhang auf der CD-Ausgabe einer Gesamtaufnahme von Mascagnis „Lodoletta“ (mit Giuliana Tavolaccini und Giuseppe Campora) bei der niederländischen Firma ‚Gala‘ enthalten, zusammen mit der Auftrittsarie des Alfio und dem Duett Santuzza-Alfio aus „Cavalleria rusticana“ (mit Antonietta Stella), der kurzen Arie des Giannotto aus „Lodoletta“ und den Apostrophen des Rabbis David aus „L’amico Fritz“ – alles mit Ettore Bastianini und von 'giovanni's mansion' auf Youtube eingestellt, incl. italienisch/englischem Text und vielen Fotos.



    Carlo

  • Teil 16 - Ewiges Licht (1966 - 1967)


    Ettore Bastianini, der trotz seiner schweren Krankheit immer noch optimistisch war, kehrte nach seinem letzten Engagement aus New York nach Siena zurück. Dort angekommen bezog er zunächst eine prächtige Villa. In der Eingangshalle dieser Villa hing er Plakate von seinen rekordverdächtigen Scala-Eröffnungsvorstellungen an die Wände.


    Wenn er Freunden und Besuchern seine „Ruhmeshalle“ präsentierte, war er voller Begeisterung und durchlebte alle diese Ereignisse seiner Karriere noch einmal.

    Es war alles was ihm von seiner großen Karriere geblieben war, denn seit 1966 spielte sich sein Leben vorwiegend nur noch zwischen seinem Wohnsitz und dem Krankenhaus ab.


    Auch wenn Bastianini seine Krankheit vor den meisten Menschen geheim gehalten hat, gab es doch ein paar wenige, die nach und nach Bescheid wussten. So auch sein Kollege und Freund, Franco Corelli, und dessen Gattin Loretta, die den Erkrankten in seinem zu Hause besuchten und zeigen wollten, dass sie für ihn da sind.


    Einige Zeit später jedoch zog Ettore nach Sirmione am Gardasee. Dorthin, wo seine große Liebe wohnte, Emanuela Bianchi Porro. Er bezog sogar das Nachbarhaus, nur um in ihrer Nähe sein zu können.


    Den beiden war kein Happy End beschieden gewesen, zum einen weil sie sich zum Heiraten seinerzeit nicht bereit gefühlt hat, zum anderen weil Bastianini sich von ihr gelöst hatte, nachdem er von seiner schweren Erkrankung erfahren hat, weil er nicht wollte, dass die junge Frau sich mit einem krebskranken Mann belasten soll.


    Doch nun war sie wieder an seiner Seite, kümmerte sich um ihn und begleitete ihn zu seinen Terminen im Krankenhaus. Sie wurde seine emotionale Stütze. Und es war Emanuela, die ihn wortwörtlich in ihren Armen hielt, als Ettore Bastianini am 25. Januar 1967 von der Krankheit völlig entkräftet im Alter von nur 44 Jahren in Sirmione verstarb.


    Zwei Tage später war ganz Siena auf den Beinen, um dem berühmten Bariton das letzte Geleit zu geben. Ettores Begräbnisfeierlichkeiten folgten der Prozedur eines Staatsbegräbnisses. Blumenkränze von Opernhäusern aus aller Welt trafen ein. Unter den vielen Trauergästen bei der Beerdigung sah man auch viele bekannte Gesichter und Weggefährten Bastianinis. Emanuela war selbstverständlich da, seine Lebensfreundin Giulietta Simionato war natürlich gekommen, auch Maestro Gianandrea Gavazzeni folgte dem Trauerzug. Sein Sarg war mit der Flagge der Pantera Contrada - seinem Heimatbezirk - bedeckt. Als Bastianinis Sarg auf den Schultern seiner treuen Kameraden der Pantera Contrada über die Via di Città getragen wurde und am Piazza del Campo eintraf, läutete die Glocke des Palazzo Comunale. Auf dem kleinen, lichtdurchfluteten Friedhof der hinter der Porta Laterina liegt, wurde Ettore Bastianini zur letzten Ruhe gebettet.


    Und nun war auch die Zeit für die Welt gekommen, um zu erfahren, dass Ettore Bastianini bereits seit mehreren Jahren an Krebs gelitten hat und dies der Grund für sein Ableben war. Eine Nachricht, die im Grunde alle völlig unvorbereitet ereilte.


    Fotos von seinem Begräbnis:


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    Ettores einziger Sohn, Jago, starb ebenfalls früh und tragisch. Er kam 1981 mit nur 36 Jahren durch ein schlecht geparktes Auto, das ihn überrollte, ums Leben. Jago hinterließ einen kleinen Sohn, Ettore junior – Bastianinis Enkelsohn. Bei Veranstaltungen, die zu Ehren seines Großvaters stattfinden, zeigt sich Ettore Bastianini jr. auch in der Öffentlichkeit.


    Doch es ist Emanuela Bianchi Porro - die übrigens die Schwester der 2019 vom Papst selig gesprochenen Benedetta Bianchi Porro ist - die stets im Einsatz ist, wenn es darum geht, sich um Ettore Bastianinis Andenken zu kümmern. Regelmäßig nimmt sie an Veranstaltungen teil, die sich dem großen Bariton widmen. Zuletzt war sie natürlich bei den Feierlichkeiten zu Bastianinis 100. Geburtstag besonders aktiv. Fotos von ihr findet man auch immer wieder auf der Webseite der Associazione Ettore Bastianini, jener Gesellschaft, die ebenfalls viel dazu beiträgt, die Erinnerung an Ettore Bastianini hochzuhalten.


    Emanuela Bianchi Porro, Jahrgang 1941, hat zudem zwei Bücher über Ettore Bastianini veröffentlicht.


    La finestra sul lago

    Das Fenster zum See


    Eine Erinnerung an Ettore Bastianini


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    und


    Il mio pensiero per te

    Meine Sorge um dich


    Das Leben und die Kunst Ettore Bastianinis in den Briefen an Emanuela Bianchi Porro


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    Auf beiden Buchcovern sieht man Ettore mit Emanuela abgebildet.


    Die Oper spielt bis heute eine große Rolle in ihrem Leben:

    Emanuela Bianchi Porro (die attraktive Dame rechts) vor einiger Zeit bei einer Scala-Premiere.


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    An Ettore Bastianini erinnern heute beispielsweise eine Straße in Siena, die "Via Ettore Bastianini" als auch eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus, die anlässlich seines 25. Todestages 1992 enthüllt wurde.


    Die Inschrift besagt:


    "Ettore Bastianini wurde in diesem Haus geboren und hat hier seine frühe Jugend verbracht.

    Ein hervorragender Opernsänger und siegreicher Kapitän, der den Schatz seines Gesangs der ganzen Welt geschenkt hat,

    und der stets eine tiefe Liebesbeziehnung zu seinem Siena und seinem Bezirk bewahrt hat."


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    Eine weitere Gedenktafel findet sich an seinem Wohn- und Sterbehaus in Sirmione am Gardasee, welche dort auf Betreiben von Emanuela Bianchi Porro im Jahr 2007 angebracht wurde.


    Für diese Tafel fand sie folgende Worte:


    "In diesem Haus, einem Ort voller schöner Erinnerungen,

    wollte er die letzten Tage seiner kurzen irdischen Reise verbringen.

    Der Bariton Ettore Bastianini, ein großer Künstler, der die Gabe seines Gesangs

    zum Grund und zur Dimension seines Lebens gemacht hat."


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    Ettores Grab in Siena besagt über ihn:


    "Er kannte den Ruhm,

    er verstand den Schmerz,

    er wusste, wie er es macht, dass er geliebt wird."


    "Du hast mehr als ein Leben gelebt."


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    Gregor

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  • Danke, lieber Gregor für diese Beiträge. Leider habe ich Ettore nie live erleben dürfen, aber eine Eterna-Schallplatte mit einem Troubadour-Querschnitt machte mich zu einem anonymen Fan des großen Baritons. Über seine gesundheitlichen Probleme wußte ich gar nichts. Jetzt weiß ich mehr.


    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Großartig, lieber Gregor.

    Gerade der berührende letzte Teil ist ein wunderbares Dokument über den vielgeliebten Bariton. Mit all diesen interessanten Bildern.

    Jetzt gibt es auch auf Deutsch eine 16-teilige Schrift über Ettore Bastianini! Danke.

  • Euer aller Interesse freut mich natürlich. Es gibt ja noch so viel mehr über ihn zu erzählen. Wunderbare und berührende Geschichten und Anekdoten, seine große Freundschaft mit Giulietta Simionato, die große Liebe zu seinem treuesten Freund - seinem geliebten deutschen Schäferhund Zabo, Wissenswertes rund um seine Studioaufnahmen und deren Entstehung. Da könnte ich wirklich schon ein Buch daraus machen. :D


    Diesbezügliche Ergänzungen kommen hier in diesem thread sicher auch noch ...


    Über seine gesundheitlichen Probleme wußte ich gar nichts. Jetzt weiß ich mehr.

    Bei mir war es genau umgekehrt. Der Name war mir bekannt, ich wusste von der schweren Krankheit und dem frühen Tod - lange bevor ich den ersten Ton von ihm gehört habe.


    Eine recht amüsante Aufnahme mit Ettore Bastianini ist der Monolog des stotternden Dieners Tartaglia aus Pietro Mascagnis „Le maschere“ (‚Die Masken‘), eingespielt 1963 mit dem Sinfonieorchester der RAI Rom unter Nino Bonavolontà für eine Sendung zum 100. Geburtstag Mascagnis. Der Monolog ist als Anhang auf der CD-Ausgabe einer Gesamtaufnahme von Mascagnis „Lodoletta“ (mit Giuliana Tavolaccini und Giuseppe Campora) bei der niederländischen Firma ‚Gala‘ enthalten, zusammen mit der Auftrittsarie des Alfio und dem Duett Santuzza-Alfio aus „Cavalleria rusticana“ (mit Antonietta Stella), der kurzen Arie des Giannotto aus „Lodoletta“ und den Apostrophen des Rabbis David aus „L’amico Fritz“ – alles mit Ettore Bastianini und von 'giovanni's mansion' auf Youtube eingestellt, incl. italienisch/englischem Text und vielen Fotos.

    Danke für die Hinweise auf CD und YT, lieber Carlo.



    Gregor

  • Wiederveröffentlichung auf CD:


    Giuseppe VERDI

    La battaglia di Legnano

    Live-Mitschnitt Scala di Milano 1961


    Zitat

    La Battaglia di Legnano gehört zu den am seltensten aufgeführten und aufgenommenen Opern Verdis. 1961 entstand ein Live-Mitschnitt an der Mailänder Scala, der lange nicht erhältlich war. Wegen der hervorragenden Qualität hat sich URANIA entschlossen, ihn wieder verfügbar zu machen. Dabei wurde eine Entzerrung der Tonquelle vorgenommen, um die Originalaufnahme so natürlich wie möglich zu machen.


    Interessant die CD-Rückseite welches ein Foto von Verdi als jungen Mann zeigt. Dass es ein so frühes Foto des Komponisten gibt, war mir nicht bekannt.


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  • Danke für den Hinweis, lieber Gregor.


    Da ich die Oper (als eine der sehr wenigen von Verdi) noch gar nicht kenne und die Besetzung mit Antonietta Stella, Ettore Bastianini und Franco Corelli sehr interessant klingt, werde ich sie mir demnächst mit großem Interesse zu Gemüte führen...

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Ich habe mir die Aufnahme inzwischen angehört. Man darf trotz der Restaurierung und trotz des Produkttextes keine verzerrungsfreie Aufnahme erwarten. Aber immerhin, sie ist in Stereo zu hören und das ist für eine Live-Aufnahme von 1961 eher die Ausnahme als die Regel.


    Wer sich von Verzerrungen und Nebengeräuschen und von einem enthusiastischen Publikum, das stellenweise sogar in eine Arie oder eine Szene mit mehreren Personen reinklatscht, nicht stören lässt, der wird seine Freude haben an der kultivierten stimmlichen Klangpracht von Ettore Bastianini, an der weniger kultivierten, dafür aber umso stimmprächtigeren Rollengestaltung von Franco Corelli und an einer Antonietta Stella, die ihrer Rolle stimmlich und gestalterisch mehr als gerecht wird.


    In sofern ist das für Liebhaber schöner Stimmen eine gelungene Wiederveröffentlichung, zumal, siehe Produkttext, die Oper sehr selten zu hören ist.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Danke für deinen Kommentar, lieber Norbert. Ich habe die Aufnahme aus Zeitgründen noch nicht gehört, aber man ist natürlich schon vorbereitet darauf, dass man bei einer Live-Aufnahme von 1961 gewisse Abstriche machen muss. Dafür entschädigt halt die musikalische bzw. gesangliche Qualität.


    Ich finde es bemerkenswert, dass eine Sängerin wie Antonietta Stella bis heute gerne als Sängerin aus der zweiten Reihe betrachtet wird. Sie hatte halt das Pech zu einer Zeit anzufangen, als die Callas und die Tebaldi gerade mit ihren Höhenflügen begannen. Heute wäre eine Antonietta Stella mit ihren Fähigkeiten wohl die Nummer 1.


    Da ich die Oper (als eine der sehr wenigen von Verdi) noch gar nicht kenne [...]


    Ich weiß gar nicht, wann man mal die Möglichkeit hatte, diese Oper in den letzten Jahren überhaupt live zu sehen.

    Es gibt nur eine einzige Studioaufnahme dieser Oper mit José Carreras unter Lamberto Gardelli. Die dürfte inzwischen allerdings auch schon Out of Print sein und ist allemal noch über Streaming erhältlich. Dann sind noch ein paar Live-Mitschnitte erschienen, die vorwiegend aus den 50er bis 70er Jahren stammen. Diese Aufführungen sind interessanterweise alle in italienischen Opernhäusern gewesen.

    Erst ab 2000 setzte ein Revival auch außerhalb Italiens ein. Da kam es zumindest zu konzertanten Aufführungen mit Placido Domingo in London und Krassimira Stoyanova in New York.

  • La battaglia di Legnano gab es im September/Oktober 2024 in Parma mit u.a. Riccardo Fassi, Marina Rebeka, Antonio Poli, Vladimir Stoyanov.

    Dann sind noch ein paar Live-Mitschnitte erschienen, die vorwiegend aus den 50er bis 70er Jahren stammen

    und noch mehr aus dem 21. Jahrhundert:


    2001 Catania


    2005 Piacenza


    2012 Triest

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    Ich melde mich ab vom 11. März bis Anfang April 2026. Ein Monat Kur im Thermalbad.

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