Anneliese Rothenberger - Die glanzvolle Karriere einer Sängerin.

  • Ich besitze eine interessante LP mit Lisa della Casa und Anneliese Rothenberger mit Liedern und Duetten aus Strauß-Opern. Hier die CD-Ausgabe:


    Eine CD für die Ewigkeit! :jubel::jubel::jubel:
    Hier kann man sehen was darauf ist.....
    Interessant sind auch die Verschiebungen bei den Duette, die Rothenberger singt mal den Oktavian und die della Casa ebenfalls!


    LG Fiesco

    Il divino Claudio
    "Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

  • Hallo, Rüdiger!


    'Das reinste stimmliche Feuerwerk!' Deine Formulierung bringt es auf den Punkt. Ich habe diese Aufnahme vom "Künstlerball bei Kroll" (NDR 1950) immer benutzt, um den Musikfreunden, die der Rothenberger ablehnend gegenüber standen (meistens waren es jüngere, die sie nur aus ihrer späten TV-Zeit kannten), zu zeigen, was für eine tolle Sängerin - mit Entertainer-Qualitäten - sie war. An diese Aufnahme kamen spätere Interpretinnen wie Barbara Schöne, Margot Werner, Maria Happel und auch Künnekes Tochter Evelyn nicht heran. Auch in ihren frühen Operetten-Rundfunkaufnahmen ("Die schöne Helena", "Orpheus in der Unterwelt", "El barberillo de Lavapiès" bzw."Lamparilla", "Die Landstreicher" und "Madame Dubarry") ist sie unübertroffen - alleine, wie sie die Dialoge 'serviert'!


    Danke für diese Erinnerung!


    Carlo

  • Und ich möchte diese Aufnahme hinzufügen, die ich schon in meinem Erinerungsthread gepostet habe:

    Anneliese Rothenberger als Pamina, und hier:


    sang sie in einer Aufnahme, die 1972 anlässlich einer Gala zu Ehren der Olympischen Spiele mit Hermann Prey als Papageno das Duett: "Bei Männern, welche Liebe fühlen".


    Liebe Grüße


    Willi :)

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Liebe Taminos


    Mich freut, das durch meine Aktivierung dieses Threads, der drei Jahre geruht hatte, neue Aspekte im künstlerischen Schaffen Anneliese Rothenberges durch euer Fachwissen bekannt gemacht wurden. Schöner kann man ein reiches Künstlerleben nicht ehren.
    .

    Alleen / Alleen und Blumen // Blumen / Blumen und Frauen // Alleen / Alleen und Frauen // Alleen und Blumen und Frauen und / ein Bewunderer


    Aus Solidarität mit Eugen Gomringer habe ich die Übersetzung eines seiner Poeme gesetzt, weil dieses Gedicht, das sich an einer Hausfassade in spanischer Sprache befindet, überpinselt werden muss. Grund: Sexismus-Vorwurf
    .

  • Liebe Taminos!


    Als Ergänzung zu meinem Beitrag Nr. 54:


    Endlich ist es mir gelungen, die Besetzung der NDR-Aufnahme von Rolf Liebermanns "Penelope" herauszufinden - eine Produktion aus dem Jahre 1955, die selbst dem Sender unbekannt zu sein scheint. Hier nun die Einzelheiten:


    Penelope - Birgit Nilsson / Telemachos - Anneliese Rothenberger / Leiokritos - Horst Günter / Eurymachos - Sigmund Roth / Demoptolemos - Paul Kuen / Marchese Ercole - Ernst Haefliger / Achille - Theo Baylé / Der Podestà von Castel Circeo - Franz Lechleitner / Odysseus - Kurt Böhme / Erster Bote - Horst Sellentin / Zweiter Bote - Kurt Marschner / Sprecher der Zwischentexte - Heinz Klingenberg / Der Chor und das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg / Chorltg.: Max Thurn / Dirigent: Hans Rosbaud / Aufgenommen vom 2. bis 4. April 1955.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Hallo,
    die Liebermann-Opern Penelope und Schule der Frauen gibt es auch auf CD. Bei der Schule der Frauen ist Nicolai Gedda der Partner von Anneliese Rothenberger, live gab es die beiden ja nicht so oft. Ihre Gemeinsamkeiten waren die vielen Tonaufnahmen.
    Schöne Grüße
    wega

  • Lieber 'wega',


    selbstverständlich ist mir bekannt, dass es CD-Ausgaben (bei 'Orfeo') der Liebermann-Opern "Penelope" (Mitschnitt der Uraufführung 1954) und "Die Schule der Frauen" (Mitschnitt der Uraufführung der Neufassung 1957) gibt. Ich finde aber, dass die NDR-Aufnahme der "Penelope" auf Grund ihrer Besetzung und auch wegen des sicher besseren Klangbildes (Studio-Produktion!) interessanter ist.


    Diese 'Semi-seria-Oper' ist nach der Uraufführung bei den Salzburger Festspielen 1954 nur selten auf der Bühne zu sehen gewesen, was nicht nur an der für die damalige Zeit typischen Tonsprache (kombinierte bitonale und zwölftönige Anlage der Partitur) sondern auch an der schwierig zu realisierenden Handlung liegt - das Werk spielt auf zwei Zeitebenen, die ineinander verwoben sind (Antike und die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg). Vor allem aber stellt die Titelrolle enorme Anforderungen sowohl musikalischer wie auch darstellerischer Art an die Interpretin; die Penelope ist quasi eine Doppelrolle. Bei der Schweizer Erstaufführung am 30. 10. 1954 in Zürich sang Liane Synek diese Partie, ferner wirkten Erna-Maria Duske (Telemachos), Richard Miller (Ercole), Willy Heyer (Odysseus), Matthias Schmidt (Achille) Franz Lechleitner (Podestà) und Charles Gillig (Eurymachos) mit; der Dirigent war Hans Rosbaud und der Regisseur Hans Zimmermann. Die deutsche Erstaufführung in Frankfurt/Main (2. 12. 1954) stand unter dem Dirigat von Georg Solti - Colette Lorand war die Penelope, Erika Schmidt der Telemachos, Ernst Kozub der Ercole und Willi Wolff der Odysseus. Die drei Freier der Penelope sangen Günther Ambrosius, Hans Dahmen und Hanns Bert Dick; Günter Roth führte Regie. Liebermanns "Penelope" müsste eigentlich 'ein gefundenes Fressen' für unsere zeitgenössischen Regisseure sein, denen es ja meistens nicht kompliziert genug sein kann.


    Im Gegensatz zur "Penelope" ist Liebermanns "Die Schule der Frauen" (nach Molières Komödie) ein sehr bühnenwirksames Werk, das - 1955 als "School for Wives" für eine amerikanische Bühne komponiert und 1957 für die deutsche Erstaufführung in Salzburg 1957 erweitert - vielfach und erfolgreich von deutschsprachigen Bühnen nachgespielt wurde, z. B. auch in München (Cuvilliés-Theater) 1960 mit Eva-Maria Rogner, Fritz Wunderlich, Karl Schmitt-Walter und Kurt Böhme unter dem Dirigat von Heinrich Bender, inszeniert von Heinz Arnold. Es gab auch eine Schallplatten-Aufnahme (Heinrich Strobels Libretto wurde von Elizabeth Montagu ins Englische übersetzt) durch die Kentucky Opera Association in der Besetzung der Uraufführung am 3. 12. 1955: Poquelin (Molière) - Robert Fischer / Arnolphe - William Pickett / Agnes - Charme Riesley / Horace - Monas Harlan / Georgette - Audrey Nossaman / Oronte - Richard Dales / Mitglieder des Louisville Orchestra / Dirigent: Moritz Bomhard. Die zwei Schallplatten erschienen unter dem Label 'Louisville Orchestra Commissioning Series' 1957 in den USA.


    Anneliese Rothenberger war allein an vier Produktionen beteiligt, u. z.:


    Salzburg, Landestheater, 17. 8. 1957 (Uraufführung der Neufassung): Poquelin (Molière) - Walter Berry / Arnolphe - Kurt Böhme / Agnes - Anneliese Rothenberger / Horace - Nicolai Gedda / Georgette - Christa Ludwig / Oronte - Alois Pernerstorfer / Die Wiener Philharmoniker / Dirigent: George Szell / Ausstattung: Caspar Neher / Inszenierung: Oscar Fritz Schuh (Mitschnitt auf CD).


    Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, 18. 10. 1957 (Deutsche Erstaufführung): Poquelin (Molière) - Benno Kusche / Arnolphe - Kurt Böhme / Agnes - Anneliese Rothenberger / Horace - Rudolf Christ / Georgette - Rut Siewert / Oronte - Erich Winkelmann / Ein Garderobier - Franz Hofstetter / Die Düsseldorfer Symphoniker / Dirigent: Alberto Erede / Ausstattung: Hein Heckroth / Inszenierung: Leopold Lindtberg.


    Hamburg, Hamburgische Staatsoper, 15. 5. 1958: Poquelin (Molière) - Theo Blankenheim, Arnolphe - Arnold van Mill / Agnes - Anneliese Rothenberger / Horace - Heinz Hoppe / Georgette - Gisela Litz / Oronte - Theo Herrmann / Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg / Dirigent: Albert Bittner / Ausstattung: Alfred Siercke / Inszenierung: Günther Rennert.


    Celle, Schlosstheater, 30. 11. 1958: Poquelin (Molière) - Walter Berry / Arnolphe - Arnold van Mill / Agnes - Anneliese Rothenberger / Horace - Murray Dickie / Georgette - Christa Ludwig / Oronte - Alois Pernerstorfer / Das Sinfonieorchester des NDR Hamburg / Cembalo: Frank Pelleg / Dirigent: Hans Schmidt-Isserstedt / Ausstattung: Caspar Neher / Inszenierung und TV-Regie: Oscar Fritz Schuh. Zwischen den Akten dieser Eurovisions-Sendung (ARD/ORF/SRG) des NDR wurde ein Ballett-Divertissement nach Musik von Francois Couperin aufgeführt - die Choreographie besorgte Yvette Chauviré, die auch als Solotänzerin mitwirkte. Ob es sich bei der TV-Sendung vom 30. 11. 1958 um eine Live-Übertragung aus dem Schlosstheater in Celle oder um eine Aufzeichnung handelte, weiß ich allerdings nicht mehr.


    Ich werde diesen Text auch in dem Thread "Komponistenforum der Moderne: Rolf Liebermann" einstellen.


    Viele Grüße!


    Carlo

  • Im Jahr 1996 kam es in der ARD-Talkshow Boulevard Bio zum Aufeinandertreffen von Anneliese Rothenberger, Inge Borkh, Marta Eggerth und Gwyneth Jones. Diese Ausgabe von Alfred Biolek's Talkshow mit dem Titel "Viermal hohes C "wurde zum Klassiker, und vielleicht hat jemand von euch das damals sogar live im TV gesehen.


    Auf Youtube ist diese Folge wieder aufgetaucht und wer es kennt, wird es sich sicher gerne nochmal ansehen. Und wer es nicht kennt, sollte das unbedingt tun. ;)
    Interessant und amüsant gleichermaßen was die berühmten Sängerinnen zu erzählen haben. Alleine die Einwürfe und Anekdoten von Eggerth sind ein Brüller. :hahahaha:


    Viel Spaß beim Anschauen! :)


    https://www.youtube.com/watch?v=cJlRxDc77y8



    Gregor

  • Lieber Gregor, sei bedankt für den Link auf die Sendungen, an die ich mich gut erinnere. :) Ich habe sie mir gleich mal heruntergeladen und natürlich auch angesehen. Beste Unterhaltung. Und viele Eitelkeiten waren da unterwegs. Das gehört dazu. In diesem Rahmen gab es auch mal ein Zusammentreffen zwischen Wolfgang Wagner und Anja Silja vor laufenden Kameras. Auch die Norman und die Mödl - war es gar in dieser Folge ? - traten gelegentlich auf. Ansonsten hat mich das Format nicht interessiert.

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • Wie bitter muss das sein, wenn man als einst weltberühmte Sängerin nicht mal mehr von Berufskollegen - egal welcher Generation - erkannt wird ...

    Diese Erfahrung musste Anneliese Rothenberger bei einer Elektra-Premiere in Hamburg machen, wie sie 1998 in der NDR-Talkshow erzählte.

    Ein weiteres interessantes TV-Interview mit dieser klugen und großartigen Künstlerin.


  • Wie bitter muss das sein, wenn man als einst weltberühmte Sängerin nicht mal mehr von Berufskollegen - egal welcher Generation - erkannt wird ...

    Diese Erfahrung musste Anneliese Rothenberger bei einer Elektra-Premiere in Hamburg machen ...

    Lieber Gregor, die erwähnte Premiere von "Elektra" in der Regie von August Everding fand 1973 unter der Leitung von Karl Böhm in Hamburg statt. Birgit Nilsson sang die Titelrolle, Astrid Varnay die Klytämnestra und Leonie Rysanek die Chrysothemis. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass diese Kolleginnen die Rothenberger nicht mehr gekannt haben sollten oder wollten. :no:

    Es grüßt Rheingold (Rüdiger)


    Erda: "Alles, was ist, endet."

  • die erwähnte Premiere von "Elektra" in der Regie von August Everding fand 1973 unter der Leitung von Karl Böhm in Hamburg statt. Birgit Nilsson sang die Titelrolle, Astrid Varnay die Klytämnestra und Leonie Rysanek die Chrysothemis. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass diese Kolleginnen die Rothenberger nicht mehr gekannt haben sollten oder wollten. :no:

    Also ich kann mir das schon vorstellen. Wer meint, unmittelbar nach der Premiere auf die Bühne stürzen zu müssen und die, die gerade sehr viel geleistet haben, mit seiner Anwesenheit, die in diesem Falle völlig unnötig und überflüssig ist, konfrontieren zu müssen, der darf sich dann auch nicht wundern, dass er nicht beachtet wird. Ich denke, Frau Nilsson hätte unmittelbar nach einer Elektra nicht allzuviele Menschen auf Anhieb wiedererkannt, noch dazu solche, die kaum enge Wegbegleiter waren. Haben denn die genannten Damen Nilsson, Varnay und Rysanek wirklich so viele berufliche Berührungspunkte mit Frau Rothenberger gehabt? Frau Nilsson, Frau Varnay und Frau Rysanek haben ja viel Wagner und jahrelang in Bayreuth gesungen. Frau Rothenberger hat nie in Bayreuth gesungen.


    Also: Für mich spricht die Geschichte weniger gegen Frau Nilsson, Frau Varnay und Frau Rysanek als vielmehr gegen Frau Rothenberger, die wohl der Meinung war, nach einer "Elektra"-Premiere, an der sie nicht beteiligt war, den Anspruch auf den Mittelpunkt zu haben... (Schon, dass und wie sie diese Geschichte dort öffentlich ausbreitet, finde ich geradezu lächerlich.)

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Für einige hier habe ich höchstens noch ab und an einen Smiley übrig...

  • Lieber Gregor, die erwähnte Premiere von "Elektra" in der Regie von August Everding fand 1973 unter der Leitung von Karl Böhm in Hamburg statt. Birgit Nilsson sang die Titelrolle, Astrid Varnay die Klytämnestra und Leonie Rysanek die Chrysothemis. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass diese Kolleginnen die Rothenberger nicht mehr gekannt haben sollten oder wollten. :no:

    Interessant, lieber Rüdiger. Vielleicht hat sie da einfach nur eine Premierenfeier mit einer anderen verwechselt. Über Jahrzehnte hinweg verschwimmen die Erinnerungen schon mal. Ich hatte eher das Gefühl sie sprach da von einer neuen Sängergeneration. Denn ich bin mir sicher, dass eine Birgit Nilsson Frau Rothenberger erkannt hätte. Oder auch eine Leonie Rysanek. Stand Frau Rothenberger mit diesen beiden doch immer wieder mal gemeinsam auf der Bühne. Bei Frau Varnay liegt mir diesbezüglich keine Info vor. Von daher nehme ich eher an, dass sie da eine andere Elektra-oder-Everding-oder-Hamburg-Premiere gemeint haben muss. ;)


    Gregor

  • 20 Jahre Anneliese Rothenberger Gesangswettbewerb auf Schloss Mainau

    Das glanzvolle Schlusskonzert der Preisträger fand am 25. Mai 2019 im wundervollen Ambiente des Weißen Saales statt. Die jungen Solisten boten ausgezeichnete Gesangsdarbietungen. Die Jury besetzt mit renommierten Persönlichkeiten der Oper war von den Leistungen beeindruckt. Das Publikum feierte die Sängerinnen und den einzigen Sänger begeistert. Anerkennenswert dass durch diese Wettbewerbe an die Namensgeber erinnert wird und junge Sänger gefördert werden. Die Gottlob Frick Gesellschaft kooperiert mit dem Anneliese Rothenberger-Gesangswettbewerb. Ich selbst verfasste ein kurze Besprechung über diese Veranstaltung.

    Es stimmt also nicht, dass die Nachwelt dem Mimen keine Kränze flicht.


    herzlicht

    Operus (Hans)

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