Saint-Saens Orgelsymphonie

  • Hallo,


    in meinem in "Word" erstellten Text war im letzten Satz das Wortteil Orgel unterstrichen, so wie hier - das habe ich übersehen im Beitrag auch zu tun - damit Alles klar?


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Der name Orgelsinfonie bedeutet ja nur, dass eine Orgel dabei ist und nicht ein Konzert für Orgel und Orchester.
    Keiner würde schreiben "Sinfonie Nr.3 mit Orgel".


    Insofern ist Tschaikowsky´s Manfred Sinfonie in der Originalfassung auch eine Orgelsinfonie (mit Orgel).


    :!: Das Überwältigende ist bei Saint-Saens das Gesamtpaket ... im Finale gipfelnd mit den fantastischen Pauken am Schluss ... :D so eine tolle Paukensinfonie.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Keiner würde schreiben "Sinfonie Nr.3 mit Orgel".

    dass eine Orgel dabei ist


    Aber gerade dies wär der richtige Name, wie Du selbst schreibst - der Ausdruck Orgelsymphonie ist für eine andere Art von Musik belegt.


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Die von teleton in seinem Beitrag Nr.5 angesprochene Barenboim-Aufnahme habe ich mir seinerzeit, als sie in der Serie Galleria erschien, auch gekauft (es ist meine einzige dieses Werkes):



    Es war allerdings damals weniger das Stück, das mich zum Kauf reizte, sondern der Organist. Ich hatte damals im Radio ein Orgel-Konzert (ich glaube aus Paris) gehört, in dem Gaston Litaize an der Notre-Dame-Orgel spielte. Das Programm enthielt Werke der französischen Orgelmeister des 19. Jahrhunderts und als einzigen deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach, von dem Litaize die Partite diverse sopra BWV 768 spielte. Ich fand das sehr beeindruckend.


    Das besondere an dieser Aufnahme der "Orgelsinfonie" ist ja, das Litaize seinen Part an der Orgel der Kathedrale von Chartres spielte und diese Musik dann in die Band-Aufnahme aus Chicago synchronisiert wurde...


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Das war sicher eine Meisterleistung von Barenboim, der Technik und der Organisation, aber...


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Lieber zweiterbass - mir ist Dein "aber" überhaupt nicht klar. Was möchtest Du einschränkend anmerken?


    Einen wichtigen Teil hatte ich in meinem Beitrag oben völlig vergessen: Was mich damals am Radio beeindruckt hat, war die Vorankündigung, in der von dem Organisten gesagt wurde, er sei von Geburt an blind. Das erinnerte mich damals an Helmut Walcha, der mir ebenfalls als blinder Organist bekannt war und von dem ich Platten im Schrank hatte. Litaizes Orgelspiel hat mich genauso fasziniert wie dasjenige von Walcha, wobei beide bestimmt von völlig unterschiedlichen Interpretationsansätzen ausging. Das wollte ich noch nachtragen.


    :hello:

    .


    MUSIKWANDERER

  • Das besondere an dieser Aufnahme der "Orgelsinfonie" ist ja, das Litaize seinen Part an der Orgel der Kathedrale von Chartres spielte und diese Musik dann in die Band-Aufnahme aus Chicago synchronisiert wurde...


    Meines Wissens ist so ein Vorgehen häufig (mutmaßlich in der Mehrzahl der Aufnahmen) üblich, weil kaum ein Konzertsaal eine passende/gute Orgel besitzt und die Balance anscheinend auch einfacher durch getrennte Aufnahme erreicht werden kann. (Üblicherweise bekommt allerdings, vermute ich, der Organist die vorher erstellte Orchesteraufnahme auf den Kopfhörer, wenn er seinen Part einspielt.) Ich habe das jedenfalls schon wiederholt gelesen, da ich das Stück aber nicht besonders mag und nur besagte Barenboim/Litaize-Aufnahme besitze, kann ich allerdings keine weiteren Belege dafür geben.

    Struck by the sounds before the sun,
    I knew the night had gone.
    The morning breeze like a bugle blew
    Against the drums of dawn.
    (Bob Dylan)

  • Hi


    Wie JR richtig bemerkte, ist das ein durchaus gängiges Vorgehen. Zwei Hauptgründe sind, dass man zum Einen eine spezielle Orgel verwenden will und die Reisekosten für das Orchester das Aufnahmebudget unverhältnismäßig in die Höhe treiben würden, und zum Anderen ein Orchester in einer Kirche durchaus nicht unproblematisch aufzunehmen ist. Zumeist jammern dann die HiFi-Hörer über das Ergebnis (wie z.B. bei der TELARC-Aufnahme von Ormandy).

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • In Maastricht habe ich sie gehört, da wurde eine elektronische Orgel verwendet.

    ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

  • Meines Wissens ist so ein Vorgehen häufig (mutmaßlich in der Mehrzahl der Aufnahmen) üblich, weil kaum ein Konzertsaal eine passende/gute Orgel besitzt und die Balance anscheinend auch einfacher durch getrennte Aufnahme erreicht werden kann.


    So auch bei dieser Aufnahme, die mir persönlich sehr gut gefällt:



    mit dem
    Oslo Philharmonic Orchestra,
    unter der Leitung von Mariss Jansons
    Wayne Marshall, Orgel

    Einer der erhabensten Zwecke der Tonkunst ist die Ausbreitung der Religion und die Beförderung und Erbauung unsterblicher Seelen. (Carl Philipp Emanuel Bach)

  • Hallo,


    auch Vierne , zu denen ich im Thread "Französische Orgelmusik" noch komme, war äußerst sehbehindert und erblindete später völlig; Langlais, auch zu ihm komme ich noch, erblindete mit 2 Jahren.


    Wenn ich recht erinnere (es ist mir zu aufwändig, die Details neu zu suchen), hat C.Franck für einen seiner blinden Orgelschüler Orgelnoten in "Blindenschrift" übertragen, Blindenschrift in übetragenem Sinn - davon hatten später auch Vierne und Langlais Nutzen.


    Zu meinem "aber": Es wird in nachfolgenden Beiträgen erwähnt, die Technik der getrennten Aufnahme und dann Synchronisation sei üblich, weil in Konzertsälen meist (die passenden) Orgeln fehlten. In vielen Konzertsälen gibt es Konzertorgeln; zu "passend": Bei der Kürze der Orgelpassagen und ihrer Anspruchlosigkeit kommt es m. E. auf "passend" nicht an. Mein Einwand ist (der für mich schwerer wiegt als die passende Orgel) die fehlende interaktive Kommuniktion zwischen Dirigent und Orcheseter einerseits und Organist andererseits.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • In vielen Konzertsälen gibt es Konzertorgeln;

    Ja, und prüfe einmal, wieviele davon bespielbar sind. Viele sind stillgelegt, da beim seltenen Bedarf die anfallenden Reparaturen und Wartungskosten nicht mehr finanziert werden.



    Mein Einwand ist (der für mich schwerer wiegt als die passende Orgel) die fehlende interaktive Kommuniktion zwischen Dirigent und Orcheseter einerseits und Organist andererseits.

    Nein, das ist kein Argument. Die Kommunikation funktioniert in diesem Fall nicht gut, da der Organist sich nicht nach dem Dirigenten richten kann. Da die Orgel viel langsamer anspricht, wäre er ständig zu spät dran. Er muss also aufs Orchester hören und entsprechend "vorausspielen". Das kann er mindestens ebenso gut mit aufgesetztem Kopfhörer, und da Orgel und Orchester hier aufnahmemäßig völlig getrennt sind, kann man das Timing beim Abmischen perfekt hintrimmen.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Hallo Theophilus,
    zu 1.
    In der Nbg.-er Meistersingerhalle steht eine Konzertorgel, die im Herbst 2011 auch bespielt wurde.


    Zu 2.
    Da mir die techn. Detailkenntnisse fehlen, die du offensichtlich hast, muss ich passen, aber:
    Die Orgel in der Meistersingerhalle steht hinter dem Orchester und hinter den Chorpodesten - der Orgelspieltisch steht ca. 30 m vom Dirigentenpult entfernt mit direktem Sichtkontakt. Bei dem Konzert im Herbst 2011 habe ich den sehr feinsinnig gespielten Orgelpart gehört und die Klangbalance war ausgezeichnet - was davon die Kunst des Dirigenten oder des Organisten war??


    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • ... was davon die Kunst des Dirigenten oder des Organisten war??

    Der Organist, der um die Eigenschaften des Instrumentes Bescheid weiß, stellt sich beim Timing auf das Orchester ein. Der Dirigent muss sich vom Tempo und der Rhythmik auf den seltenen Gast einstellen - z.B. sparsame oder keine Rubati etc. ...



    Zitat

    In der Nbg.-er Meistersingerhalle steht eine Konzertorgel, die im Herbst 2011 auch bespielt wurde.

    Fein! Umso mehr, als auch die klanglichen Ergebnisse offenbar sehr befriedigend sind.

    Ciao


    Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!



  • Im Rahmen meiner Begeisterungswelle für Levine´s Brahms, hatte ich mir einige weitere Levine - CD´s zugelegt (Dvorak 7 -9) und weitere geplant.
    Hat sich durch die günstige 23CD-Box "The Art of James Levine" von DG ersteinmal positivst erledigt.


    Zu meiner langjährigen Favoritenaufnahme Ormandy/Vox (RCA) - siehe Beitrag 26, kann sich Levine mit den Berliner PH hinzugesellen.
    Levine liefert Saint-Saens mit Biss und Hochspannung und einer famosen audiophilen wahnsinnig detailreichen Klangqualität, die wir Klassikhörer, die DG-Aufanhmen kennen und schätzen, der DG gar nicht zugetraut hätten.
    :hail: Einfach einsame Spitze.


    Die Orgel wurde auch nicht nachträglich synchronisiert, denn die Aufnahme fand im Juni 1986 in der Jesus-Christus-Kirche Berlin statt, aus der wir zahlreiche Karajan-Aufnahmen kennen.
    Der Klang von Orgel und Orchester ist absolut ausgewogen und alles ist präsent. So eine detailreiche Präzision einer Orchesteraufnahme auf CD habe ich noch nie aus einer Kirche gehört !


    :!: Interessant fand ich dann die Pauken im Finalschluss. Bisher hörte ich immer in zwei Tonhöhen gestimmte Pauken ... nun bei Levine 3 Tonhöhen. Aber Klasse mit absoluten Gänsehautfeeling.



    DG, 1986, DDD



    :thumbup: Den Zauberlehring von Dukas als tollen Filler würde ich als meine persönliche neue Referenzaufnahme bezeichnen !
    Man, lässt der die Post abgehen :hail:


    Es stimmt was die Kritiker bei amazon schreiben. Levine ist bei seinem Dirigat beim Zauberlehrling derart in Fahrt, dass man diverse Geräusche von ihm wahr nimmt ...... spricht auch für die Megaklangtechnik, die nichts beschönt !

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Ich habe, angeregt durch eine Diskussion über diese Symphonie andernorts, auch einmal wieder im heimischen Schallarchiv gestöbert und dabei diese Aufnahme zutage gefördert und gehört. Es spielt das Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Leitung von Zubin Mehta, Orgel Anita Priest. Die mir vorliegende Einzel-CD ist in der oben abgebildeten Sammlung enthalten. Eine sehr gelungene Aufnahme, wie ich meine, aus dem Jahr 1970; bei den majestätischen Stellen wird hier groß aufgetrumpft, die inniglichen, mysthischen Passagen werden sensibel gespielt. Das Orchester ist sehr präsent, unmittelbar und nah am Hörer abgebildet. Auch die sensible Balance zwischen Orchester, Orgel und Klavier ist sehr gut gelöst, das Klangbild dieser Decca-Aufnahme ist, trotz analoger Aufnahmetechnik und der Tasache, dass diese CD beinahe vor einem halben Jahrhundert produziert worden ist, sehr gut und detailreich. Wenn überhaupt, wäre mein einziger Kritikpunkt das der Zugriff manchmal fast ein wenig zu knallig und grell ist; dies bedeutet jedoch Jammern auf höchstem Niveau. Alles in allem eine großartige Einspielung, die in Los Angeles in der Royce Hall realisiert worden ist.

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Lieber Uranus,


    diese Angaben liefere ich gerne nach und ergänze den obigen Beitrag: es handelt sich um das


    Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Leitung von

    Zubin Mehta

    Orgel: Anita Priest


    liebe Grüße

    viele Grüße von Boris alias Don_Gaiferos

  • Rein von der Orgel her wohl nicht zu toppen:




    Es handelt sich nämlich um die monumentale Orgel von Cavaillé-Coll aus der Abbaye Saint-Ouen de Rouen von 1890, sein vielleicht größtes Meisterwerk überhaupt:


    Normandie_Seine_Rouen19_tango7174.jpg


    Dieses Monstrum ist im Stande, das Orchester sogar hie und da wirklich in Bedrängnis zu bringen - was ich so aus keiner anderen Aufnahme kenne. Wayne Marshall darf sie hier spielen.


    Die Osloer Philharmoniker unter Mariss Jansons tadellos - eine seiner besten Einspielungen überhaupt.


    Ansonsten eine interessante, wenn auch sehr exzentrische Alternative ist die späte Live-Aufnahme von Jewgeni Swetlanow mit dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester:



    Vincent Warnier spielt hier an der Orgel der Gustav-Wasa-Kirche in Stockholm, die 1906 von Åkerman & Lund (Sundbyberg) gebaut wurde:


    949px-GustafVasa_Organ.jpg

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • 81F5AvxO7oL._SL300_.jpgIch habe um 1973 die hier abgebildete Version unter Martinin als LP (=Langspielplatte- heute als Vinyl bezeichnet) erworben.

    Sie war nicht nur die erstbegegnung mit der Sinfoniem sondern mit dem Komponisten überhaupt,

    Obwohl ich wusste, daß es sich um eine "Orgelsinfonie" handelte, kam der Einsatz dann doch überraschend und einiegermaßen wuchtig.

    Erstbegenungen mit Werjen hinterlassen (bei mir9 meist einen stärkeren Eindruck als später gehörte Aufnahmen...


    mfg aus Wien

    Alfred

    Man merkt die Absicht und man ist verstimmt ......


  • Die Sinfonie Nr.3 - Orgelsinfonie ist eines der begeisterungswürdigsten Werke von Camile Saint-Saens.

    Saint-Saens hat nach der Komposition selber erkannt, dass er danach nie wieder zu solch grosser Eingebung fähig wäre. Der Aufbau und diese wunderbare Musikalität sind auch wirklich einzigartig - für mich absolut stimmig.


    Deshalb interessiere ich mich auch immer wieder für alle möglichen Aufnahmen dieses Meisterwerkes.


    8) Was schon vor mehr als 10Jahren galt, gilt auch weiterhin:

    Die Aufnahme mit Virgil Vox / Ormandy Philadelphia Orchestra (RCA, 1974) bleibt mein Favorit - gefolgt von Levine / Berliner PH (DG, 1986) und Dutoit / Montrael PO (Decca).


    *** Wegen der Kopplung habe ich mir aus Interesse die Aufnahme mit Edward Power-Biggs / Ormandy (SONY, 1961) zugelegt.

    Vorab kann ich aber schon sagen , dass diese Ormandy-Biggs-Aufnahme genau wie die Spätere nur auf den Orgelklang ausgelegte aber orchestral verwaschene mit M.Murray (TELARC) nicht an die V.Fox-Aufnahme (RCA, 1970) heranreichen.


    Die gekoppelten Werke sind mit Ormandy OK, wie Danse macabre, Bacchanale. Karneval der Tiere hat bei weitem nicht die Klasse, wie bei Dutoit (Decca).

    Der Klang der Sinfonie Nr.3 ist wenig spectaculär und wirkt etwas historisch. Es strömt dem Hörer ein unüberhörbarer Rauschteppich entgegen, die Instrumente wirken teils verfärbt und flach im Klang; die Orgel ist soweit OK. Die Pauken, auch am Schluss, könnten präsenter und voluminöser sein. Von der Int insgesamt gut, aber das Manko ist tatsächlich die gegebene Soundqualität.

    ;) Gerade die Klangqualität, ist bei einem solchen grossorchstralen Werk von Bedeutung - man bestrachte was man in dieser Hinsicht an feinstem Material haben kann = fast ausdiophil bei Levine (DG), Dutoit (Decca) und natürlich voller Details, bei dem kein Paukenschlag ungehört bleibt bei Ormandy/Vox (RCA) !


    :| Leider eine CD, die keinen Einzug in meine Sammlung finden wird, zumal ich die Beigaben auch in ausgezeichneten und überzeugenderen Aufnahmen (Dutoit (Decca)) habe:


    51TdvvXznQL._SY300_.jpg

    SONY, 1961-1980, ADD



    :!: Da der Thread leider die (elenden) Platzhalter bei den früher eingestellten CD-Abb hat, hier die Abb der favorisierten Aufnahmen:


    1. Diese Aufnahme mit Virgil Vox wurde über die Jahrzehnte in den verschiedensten Aufmachungen/Kopplungen angeboten.

    Ich habe diese RCA VICTROLA-Ausgabe:

    81XbWIcW9-L._SL300_.jpg

    RCA, 1974, ADD


    2.

    51esK9GPCGL._SY300_.jpg

    Decca, DDD


    3.

    612HHD1PC6L.gif

    DG, 1986, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Es gibt wirklich einige sehr gute bis hervorragende Einspielungen dieses Werkes. Etliche wurden angeführt


    e.snmc.io/i/300/w/2f0b4f2b04d82d3810422d4a372304bf/5088074


    Ganz besonders imponierend empfinde ich die späte Live-Aufnahme von Jewgeni Swetlanow mit dem Schwedischen Rundfunk-Symphonieorchester (Weitblick SSS0132-2), entstanden in der Gustav-Vasa-Kirche in Stockholm am 3. September 1998. An der Orgel Vincent Warnier. Das ist eine Interpretation der Extreme, mit meisterhaften Temporückungen, wie man sie vom späten Swetlanow kennt. Den Schlusstakt hat sicher kein anderer Dirigent so hinausgezögert und dadurch den Spannungsbogen ins Unermessliche gesteigert.


    Ia. Adagio - Allegro moderato (12:53)

    Ib. Poco adagio (10:33)

    IIa. Allegro moderato - Presto - Allegro moderato (8:57)

    IIb. Maestoso - Più allegro - Molto allegro (11:14)

    Es gibt noch eine ältere Melodia-Einspielung von 1982, die nicht ganz so exzentrisch ausfällt und klanglich in meiner Erinnerung abfällt.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Gerade bei diesem Werk, das, worauf zu Recht hingewiesen wurde, eine SINFONIE mit Orgel ist, scheint mir schon der Hinweis auf die besondere Orgel, auf der es eingespielt wurde, ein grundlegendes Missverständnis zu signalisieren.

    So sehe ich das auch. Es handelt sich hier eben nicht um ein Orgelkonzert oder eine Orgelsymphonie, sondern um eine Symphonie "avec orgue", also mit Orgel. Deswegen gehen Einspielungen, die die Orgel allzu sehr in den Mittelpunkt stellen (interpretatorisch und aufnahmetechnisch) am Werk vorbei.


    Neben einigen der hier schon genannten üblichen Verdächtigen gefällt mir eine neue Einspielung sehr gut, die ich gerade im Rahmen der Pentatone-Aktion bei jpc erworben habe:



    Interpretatorisch sehr gut, und die SACD punktet mit einem exzellenten Klang. Auch die Kopplung mit dem Orgelkonzert von Poulenc ist attraktiv, wenngleich ich davon bessere Interpretationen kenne. Und hier wurde die Orgel auch nicht woanders aufgenommen und später dazugemischt, was ich überhaupt nicht mag. Schließlich gibt es die unvermeidliche Toccata aus der Orgelsymphonie Nr. 5 von Widor noch als Bonus mit dazu. Für derzeit 6,99 € ein echtes Schnäppchen.

    Der Traum ist aus, allein die Nacht noch nicht.

  • Weitere Aufnahmen, die eine Erwähnung verdienen:


    eyjidwnrurjte.jpg


    Motoko Murozumi, Orgel

    Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra

    Jean Fournet

    Aufnahme: Tokyo Metropolitan Theatre, Tokio, 20. April 2002

    Fontec FOCD9605/06


    Ganz vorzügliche Interpretation in künstlerischer wie klanglicher Hinsicht, klingt zudem ungemein französisch.



    Daniel Roth, Orgel

    Les Siècles

    François-Xavier Roth

    Aufnahme: Église Saint-Sulpice, Paris, 16. Mai 2010

    Harmonia Mundi


    HIP mit historischer Cavaillé-Coll-Orgel von 1862. Ein völlig anderes Klangerlebnis.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Die Dritte mit Bernstein / New Yorker PH (CBS, 1976)


    Im Prinzip habe ich von einem meiner Lieblingsdirigenten Leonard Bernstein ja alle sinfonischen Aufnahmen/Werke, die mich interessieren, vorliegen.

    Von daher wäre die grosse Bernstein -SONY- Box für mich überflüssig, weil ich mir damit eine unendliche Menge Dopplungen einkaufen würde / und einige Werke, die ich dann doch nicht höre.

    8) Mit Bernsteins Interpretationen bin ich fast immer absolut zufrieden ... aber es gibt auch bei ihm Ausnahmen:


    Dieser Tage fiel mir die SONY-CD Great Performances von der Sinfonien Nr.3 auf, die es auch in der Royals-Bernstein-Serie gibt, die ich mir bestellt habe.

    :?:Great Performances ... da haben aber die SONY-CD-Herausgeber deutlich andere Vorstellungen ...


    Die Bernstein-Aufnahme ist sehr breit angelegt. Bernstein malt mit dickem Pinsel, was durch sein ungewöhnlich langsames Tempo und die viel zu hallige Klangtechnik noch unangenehm unterstützt wird. Bernstein setzt einige kräftige Akzente, die besonders im Forte leider im Klangbrei untergehen.

    Eigentlich wundert mich das, weil die Aufnahmen aus dem Manhattencenter New York immer sehr präzise und mängelfrei klingen.

    Die CBS-Klangtechnik ist aber hier darauf ausgelegt, die Orgel breit, voll und sonor wie in einer Kirche klingen zu lassen. Dabei kommt die orchestrale Abbildung zu kurz, klingt detailarm und wirkt von der Tiefe weit hinten. Die wummernden Pauken am Schluss erklingen wie grosse weit entfernte Donnerbüchsen. Ein trockenerer Klang und harte Schlägel hätten Wunder bewirkt.

    :!:Wie ich heute erfahren habe, ist die Orgel nicht zusammen mit dem Orchester im Manhatten Center aufgenommen, sondern der von Leonard Raver gespielte Orgelpart entstand an der Orgel in der Methuen Memorial Music Hall im US-Bundesstaat Massachusetts. Dies ist im SONY-Textheft allerdings nirgends erwähnt. Vielleicht begründet sich die schlechte Abmischung mit der Orgel in der seltsam unklaren orchestralen Abbildung.


    Im Prinzip ist die Int von Bernstein schon mit Emotionen gesegnet, die Ecken und Kanten hat. Aber seine Sicht auf Saint - Saens

    (und aus der gleichen Zeit Franz Liszt) scheinen aus Erfahrung Bernstein nicht so liegen, oder er hat einfach einen anderen ungewöhnlichen Zugang zu diesen.

    Spieldauer Orgelsinfonie, auf der Royals - CD schön in 7 Tracks eingeteilt: 1:06 - 10:45 - 10:24 -- 1:42 - 5:42 - 1:57 - 6:52 = ~ 38:40 =O


    :!:In der Reihenfolge von Ormandy / Fox (RCA), Levine / Berliner PHG (DG) und Dutoit / Montrael PO (Decca) wird man in jeder Hinsicht (Int und Klang) nicht enttäuscht.


    Hier die beiden Abb der Bernstein-CD:

    51o31trCinL.jpg und/oder 51bkBK9WixL._SY300_.jpg

    SONY, 1976 (Orgelsinfonie) , ADD



    Das KK Nr.4 op. 44 mit Casadesus (nur auf der Royals -CD) ist von ähnlichen Eigenschaften geprägt: Viel zu langsam ohne pepp, viel zu hallig und mit breitem Pinsel. Casadesus am Klavier hat auch nicht dem Schmelz, den man von Entremont / Ormandy gewohnt ist.

    Einzig Introduktion und Rondo Capriccio op.29 ist mit Zino Francescatti eine Wucht und absolut stimmig.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Camille Saint Saëns

    Sinfonie Nr.3 C-Moll Op.78 Orgelsinfonie

    1.12:53

    2.10:33

    3. 8:57

    4.11:14

    Vincent Warnier, Orgel

    Jewgenij Swtlanow

    Schwedischen Rundfunk Sinfonieorchester (Sveriges Radios Symfoniorkester)

    Live: Gustav Casa kyrka, 3.09.1998

    51PKtuCjtEL._AC_.jpg

    Wunderbare Interpretation dieser Sinfonie von Camille Saint-Saens.

    Das Orchester spielt mit viel Ausdruck und Liebe, die Tempi sind hervorragend gewählt, die Registrierungen der Orgel sind sehr passend, der Gesamtklang und die Akustik ist absolut überzeugend. Die Orgel klingt sehr natürlich. Das monumentale Ende im Zusammenklang von Orchester und Orgel ist bombastisch.

    Liebe Grüße

    Patrik

    https://tower.jp/item/3119255/Saint-Saens:-Symphony-No-3--Organ-Symphony-;-H-Rosenberg:-Orpheus-in-Town--Dance-Hall-in-Full-Swing-

    :jubel:

    Bruckner+Wand So und nicht anders :)

  • Das monumentale Ende im Zusammenklang von Orchester und Orgel ist bombastisch.

    100 % Zustimmung, eines der aufregendsten Finals der sinfonischen Literatur.

    La Roche

    Ich streite für die Schönheit und den edlen Anstand des Theaters. Mit dieser Parole im Herzen leb' ich mein Leben für das Theater, und ich werde weiterleben in den Annalen seiner Geschichte!

    Zitat des Theaterdirektors La Roche aus Capriccio von Richard Strauss.

  • Neu in meiner Sammlung:



    Eben gehört - 2012/13 - Seite 166 - Musik: Erfahren - Capriccio Kulturforum


    Sehr empfehlenswert! Nicht nur die Interpretation, auch der Klang ist einfach super. Das genaue Aufnahmedatum kann ich jetzt auch nennen: 5. Dezember 1973. Die Angaben in den #5, (1970) und # 17 bzw. 22 (1974) sind ungenau.


    LG Nemorino

    Die Welt ist ein ungeheurer Friedhof gestorbener Träume (Robert Schumann).

  • RE: Ormandy mit Virgil Vox (RCA, 1973)

    Sehr empfehlenswert! Nicht nur die Interpretation, auch der Klang ist einfach super.

    Lieber nemorino,


    ich berichtete von dieser Aufnahme bereits in den 5, 17 (dort wurde nachträglich das falsche Cover eingestellt) und 51.

    :love: Ja, es ist ein fabelhafte Int und Aufnahme - mein absoluter Favorit für die Sinfonie Nr.3 .

    Es ist frapierend, wie detailgenau sämtliche Orchesterstimmen incl.Pauken wieder gegeben werden. Negativbeispiel ist eine der späten Ormandy-Aufnahmen (TELARC). Ausgerechnet wo doch TELARC mit audiophilem Anspruch wirbt, wird dort ein wahrer Klangbrei geboten - kein Vergleich mit dieser fantastischen RCA-CD !


    Die RCA-CD in Deinem Vorbeitrag gibt kein präzises Aufnamedatum an ... Danke ... das habe ich jetzt handschriftlich nachgetragen.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang