Heiterkeit und Fröhlichkeit - Anekdoten von Sängerinnen und Sängern

  • Heinrich Knote (1870-1953) wird nachgesagt, er habe immer sehr lange an seinen Partien studieren müssen. Ein Freund, der ihn in seinem Domizil am Starnberger See besuchte, hörte, dass der Sänger an der Partie des Tristan arbeitete. Kopfschüttelnd fragte er die ihm öffnende Dienstmagd: "Der Herr Kammersänger studiert den Tristan doch schon seit Wochen, kann er die Rolle denn immer noch nicht?" Darauf erklärte das Hausmädchen verzweifelt: "Ich kann die Partie, Frau Knote kann sie, die Nachbarn können sie inzwischen auch alle und selbst der Dackel kann die Partie - nur der Herr Kammersänger kann sie immer noch nicht!"


    :hello:

    sehr schön!

  • Eine Anekdote, die auch in gewisse andere Threads passen würde, habe ich von Christel Goltz gehört: Sie wurde in einem Interview gefragt, welche Meinung sie von Regisseuren habe, worauf sie antwortete, dass sie neun von zehn erschießen würde...


    Die Tochter des berühmten Wagner-Tenors Erik Schmedes (einem gebürtigen Dänen) soll dem ebenso berühmten Tenor Leo Slezak gesagt haben, ihr Vater sei ein Künstler, während er, der "Onkel Leo", nur ein Sänger sei. Darauf soll Slezak geantwortet haben: „Wenn dein Papa das hohe C hätte, wäre er auch ein Sänger!“


    :hello:

  • Unvergesslich wird mir die Generalprobe der "Fledermaus"-Neuinszenierung von Harry Kupfer im Oktober 1995 in der Komischen Oper Berlin bleiben, bei dem ein Fahrstuhl ein zentrales Bühnenelement war. Günter Neumann, der den Eisenstein gab, hatte gerade Andreas Conrad alias Dr. Blind gefesselt und dessen Kleidung abgenommen, sich als Dr. Blind verkleidet und sollte gerade mit dem Fahrstuhl hoch auf die obere Ebene fahren, um dort von der Brüstung aus nach unter zu Rosalinde und Alfred zu sagen: "St-tttt-ehe zu D-d-d-dd-diensten". - Aber der Fahrstuhl blieb unplanmäßig stecken! Als das Problem endlich - nach einigen Minuten, in welchem der Durchlauf quasi unterbrochen war - behoben werden konnte, kam Neumann alias Eisenstein als falscher Blind aus dem Fahrstuhl und sagte statt des vorgesehenen Satzes: "Hohohohohoffentlich b-b-b-b-bin ich m-m-m-m-orgen noch d-d-d-d-d-a!" :jubel:

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Hallo,


    Siegfried Wagner und Richard Strauss mochten sich nicht besonders.In Bayreuth wurde Strauss vor allem seine Geschäftstüchtigkeit vorgeworfen.


    Beide trafen sich in einem Berliner Hotel.
    Siegfried W.:Na Richard,wieder gut am Verdienen?
    Richard S.:Ja,das schon Siegfried,aber mit meinen eigenen Sachen und nicht mit dem Geschäft vom Herrn Papa!


    Viele Grüße


    J.Schneider

  • Einmal war Kammersänger Günter Neumann stark indisponiert und wollte die "Bohème"-Vorstellung absagen, aber da kein Einspringer zur Verfügung stand, sang er doch, ließ sich allerdings vor der Vorstellung ansagen. Als dann im 1. Akt die Stelle unmittelbar vor Mimis Anklopfen kam, wo Rudolf in der deutschen Textfassung eigentlich "Bin nicht in Stimmung!" zu singen hatte, sang Neumann: "Bin nicht bei Stimme!" ^^

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme!

  • Rund 100 Jahre vor Gottlob Frick hatte das Dörfchen Ölbronn noch ene andere bedeutende Persönlichkeit hervorgebracht: Ferdinand Steinbeis (1807 -1893), vom König geadelter Gründer der Handelskammern und Indutstriepionier. Zum Gedenken des berühmten Mannes wurde eine Medaille mit seinem Porträt geschaffen.
    Diese Medaille überreichte Landrat, Dr. Heinz Reichert, Gottlob Frick mit der hintergründigen Bemerkung: "Alle großen Männner des Enzkreises werden in Bronze gegossen, allerdings erst posthum". Frick nahm den Steinbeis schmunzelnd entgegen und sagte " Die Ölbronner werde alt, des sehet Se an dem do - also müsse Se scho no a bißle warten.


    Herzlichst
    Operus


    Übrigens gibt es heute die Gottlob Frick-Medaille des Enzkreises, die für besondere Verdienste auf dem kulturellen Gebiet verliehen wird. Ich hatte die Freude diese Auszeichnung am 15. Oktober 2011 entgegen nehmen zu dürfen.

    Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

  • Finale "Andrea Chenier":

    Das Duett ging wunderschön zu Ende, der Schließer trat auf und sang: "Livia Legray"!

    Darauf der Sänger des Chenier: "Son io". Erstes Gelächter im Publikum.

    Dann wieder der Schließer: "Andrea Chenier". Die Sängerin: "Son io"! Brüllendes Gelächter im Publikum.

    Am Ende Gelächter, Beifall und Buh-Rufe.

    Aber wann hat man in diesem Opern-Finale schon einmal lachen können?

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.

  • Lieber Greghauser,

    ich habe das auf einem Mitschnitt einer Aufführung aus dem Jahr 2017 aus der Bayerischen Staatsoper entdeckt. Die Sänger waren Harteros und Kaufmann.

    Meine Meinung steht fest. Bitte verwirren Sie mich nicht durch Tatsachen.