Bernstein: On the Town

  • Leonard Bernstein zum 90. Geburtstag

    Er war ein musikalisches Universalgenie: Leonard Bernstein, der am 25. August 90 Jahre alt geworden wäre, arbeitete als Pianist, Komponist von Bühnen-, Film- und sinfonischen Werken, war einer der großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts und ein begeisternder Pädagoge.


    Mit einer Verfilmung seines ersten Musicals "On the town" erinnert EinsFestival den Künstler, der am 14. Oktober 1990 starb:


    24.08.2008, 13:15 Uhr


    On the Town - Heut' gehn wir bummeln


    Spielfilm USA 1949
    Personen:
    Gabey - Gene Kelly
    Chip - Frank Sinatra
    Brunhilde Esterhazy - Betty Garrett
    Claire Huddesen - Ann Miller
    Ozzie - Jules Munshin
    Vera-Ellen - Ivy Smith
    Mme. Dilyovska - Florence Bates
    Lucy Shmeeler - Alice Pearce
    Professor - George Meader


    Musik: Leonard Bernstein
    Kamera: Harold Rosson
    Drehbuch: Adolph Green und Betty Comden
    Regie: Stanley Donen


    Zitat

    Gabey, Chip und Ozzie fahren auf demselben Schiff der amerikanischen Marine. Als sie in New York vor Anker gehen und 24 Stunden Landurlaub bekommen, sind sie fast außer sich vor Freude. Alles in der riesigen Stadt ist für sie neu und faszinierend; sie bestaunen die obligaten Sehenswürdigkeiten und die attraktive Weiblichkeit. Ein Plakat von 'Miss U-Bahn' hat es Gabey besonders angetan und bald lernt er die junge Dame auch persönlich kennen. Zwar verschwindet Ivy - so heißt die Schöne - genauso schnell wieder, wie sie auftauchte, aber für Gabey steht fest, dass er sie wiederfinden muss. Zusammen mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche. In der Taxifahrerin Brunhilde finden sie Hilfe, da Brunhilde ihr Herz für Chip entdeckt. Ozzie erobert die Studentin Claire im Naturgeschichtlichen Museum, das man fluchtartig verlassen muss. Zurück bleibt ein demoliertes Saurierskelett, das dem Übermut der jungen Leute nicht gewachsen war.


    Gabey entdeckt seinen Schwarm Ivy in einer Musikhochschule, wo sie Tanzunterricht nimmt. Sie lässt sich überreden, mit ihm und seinen Freunden auszugehen. Kurz vor Mitternacht muss Ivy jedoch fort. Inzwischen ist die Polizei unter Führung des Museumsdirektors den Übeltätern vom Vormittag auf die Spur gekommen. Eine wilde Hetzjagd endet in einem Lokal von Coney Island, wo Ivy überraschend wieder auftaucht. Die Polizei will die Matrosen einsperren, aber Brunhildes flinke Zunge hilft ihnen aus der Klemme ...


    Unter der gemeinsamen Leitung des Tänzers und Choreographen Gene Kelly und des Regisseurs Stanley Donen entstanden einige der schönsten Musicalfilme wie z.B. 'Singing in the Rain' (1952) und 'Vorwiegend heiter' (1955). 'On the Town' ist Leonard Bernsteins erstes Musical gewesen, EinsFestival feiert damit seinen 90. Geburtstag.



    Sendetermine:


    Sonntag, 24.08.2008, 13:15 Uhr
    Sonntag auf Montag, 25.08.2008, 00:00 Uhr


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • So verdienstvoll es ist, dass dieses eigentlich sehr gute Musical mal wieder gesendet wird, so fraglich ist doch, ob man Bernstein wirklich eine glückliche Reverenz damit erweist, dass man eine Musicalverfilmung ausgräbt, in der fast alle seine Lieder durch andere ersetzt wurden.


    Man kann und sollte das Musical also durchaus ansehen oder sogar aufnehmen, weil die DVD mit dem weitaus besseren, untertitelten Originalton gerade mal wieder vergriffen bzw. eher teuer ist.


    ------------------



    Als Filmmusical bleibt es wegen der spritzigen Regie von Stanley Donen und Gene Kelly eines der besten. Nur sollte man sich dessen bewusst sein, dass nur fünf der elf Musiknummern von Bernstein sind, während die übrigen sechs Songs von dem MGM-Hauskomponisten Roger Edens stammen. Immerhin haben Betty Comden und Adolph Green auch das Drehbuch und für diese zusätzlichen Songs die Texte geschrieben.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Nachdem ein hilfreicher Kollege meinen obigen Einwand flugs dazu genutzt hat, dem Musicalforum mal wieder einen überfälligen Thread hinzu zu fügen, pflichte ich dem gerne bei und kopiere mal einen Beitrag aus meinem Manuskript zu einem Musicallexikon hierher, denn Bernsteins erstes bahnbrechendes Musical verdient tatsächlich einen, und sein bevorstehender 90. Geburtstag ist ein denkbar guter Grund, ihn zu füttern.


    Infiormationen zu den Besetzungsdetails und der Handlung findet Ihr in dem Musicalführer hier: Bernstein, Leonard: ON THE TOWN


    Zur Entstehung:
    Das Motiv der drei Seeleute, die einen Tag lang New York unsicher machen, bevor sie sich einschiffen um am Zweiten Weltkrieg teilzunehmen, entstammt dem von Bernstein nach einem Scenario des Choreographen Jerome Robbins komponierten Ballett Fancy Free. Das Buch und die Songtexte schrieben Betty Comden und Adolph Green, mit denen Bernstein eine vorübergehende Tätigkeit in deren Kabarett „The Revuers“ verband. Beide schrieben sich selbst die Rollen von Claire und Ozzie auf den Leib. ON THE TOWN gehört zu den Musicals, die nicht nur populär wurden, sondern auch die Gattung als Ganzes ein großes Stück voran brachten. Die Herkunft des Stückes von einem Ballett ist unverkennbar. So ambitioniert wie kein Musical zuvor, verwebt es Tanz Gesang und Sprache miteinander, getreu dem Credo seiner Schöpfer, mit jeder Szene, egal ob in Wort, Gesang oder Tanz, die Handlung und Charakterisierung der Protagonisten, zu denen auch die Stadt New York gehört, voran zu treiben. So sind die Tänze dieses Stückes nicht weniger wichtig als die Dialoge und Gesangsnummern.


    Musik:
    Die Musik dieses Stückes schrieb Bernstein zwar ohne Rückgriff auf die Partitur von „Fancy Free“, aber eine enge stilistische Verwandtschaft beider Werke mit ihren Einflüssen sowohl vom Big Band Jazz und den synkopenfreudigen Balletten Strawinskys und Prokofjews ist unüberhörbar. Bernsteins Vertrautheit mit der klassischen Musik ist auch in der Durchführung seiner Hauptthemen erkennbar. Wo in bisherigen Musicals allenfalls Erinnerungsmotive vorkamen, nutzt Bernsteins Partitur den Gedanken des Leitmotivs, das hier für die Stadt New York, den wichtigsten Protagonisten des Stückes, steht und seither zu deren musikalischem Erkennungszeichen geworden ist. Es springt einen mit dem Weckruf der Hafensirenen an und wird danach immer wieder aufgegriffen, nicht nur in den Balletten, sondern auch als kaum erkennbares Grundmotiv des besinnlichen "Lonely Town". Mit solch konsequenter Motivarbeit schob Bernstein die Grenzen des Musicals schon in seinem ersten Werk dieser Gattung weit an die Oper heran.


    Wirkung:
    Das für die damalige Zeit ungewöhnliche Projekt dreier unerprobter Anfänger hatte nicht zuletzt wegen der großen Zahl von Nebenrollen und agierenden Statisten, welche die Ressourcen eines normalen Theaters erheblich beanspruchen, anfänglich große Probleme, eine ausreichende Finanzierung zu finden, wurde aber keineswegs der befürchtete Misserfolg, sondern brachte es auf die damals beachtliche Aufführungszahl von 462 Aufführungen. Danach geriet es für eine Weile in Vergessenheit, bis es 1959 wieder in New York, 1963 in London und 1977 auch in Deutschland erstaufgeführt wurde.


    Daneben wurde es durch die fünf Jahre später entstandene Verfilmung mit Gene Kelly und Frank Sinatra bekannt. Dank der einfallsreichen Regie von Gene Kelly und Stanley Donen, einem weiteren Debütanten, gilt sie zu Recht als eines der besten Filmmusicals. Dennoch sind die Beschädigungen durch die Produktionszwänge Hollywoods unverkennbar. Bis auf fünf Nummern wurden alle Gesangsstücke gestrichen, darunter auch das beste, Some Other Time. Statt dessen wurden neue Songs des MGM-Hauskomponisten Roger Edens eingefügt um den Stars mehr Profil zu geben. Frank Sinatras und Betty Garretts "You’re Awful (Nice to Look at)", Gene Kellys "Main Street", Ann Millers Steppspektakel "Prehistoric Man", sowie die Ensemble-Nummern "On the Town" und "Count on Me" sind zwar keineswegs schlechte Nummern. Hier aber zerstören sie die Einheitlichkeit des musikalischen Stils.Bezeichnenderweise erhielten nur Roger Edens und sein Arrangeur Lennie Hayton einen Oscar für die beste Filmmusik, und nicht etwa Bernstein.


    Mit Einspielungen sieht es bei uns leider mehr als trübe aus, nachdem selbst die relativ junge Gesamtaufnahme von Michael Tilson Thomas schon wieder vom Markt verschwunden ist:



    Diese tontechnisch vorzügliche Aufnahme von 1993 hat eine nachgerade ideale Besetzung in Frederica von Stade (Claire), Tyne Daly (Hildy), Marie McLaughlin (Ivy), Thomas Hampson (Gabey), Kurt Ollman (Chip), David Garrison (Ozzie), Samuel Ramey (Pitkin), Evelyn Lear (Madame Dilly), Cleo Lane (Nachtclubsängerin), Adolph Green (Rajah Bimmy), begleitet von den London Voices und dem London Symphony Orchestra.


    Liebhaber des Stückes werden aber nicht ohne die originale Aufnahme sein wollen, die noch unter Bernsteins Leitung entstand, die es derzeit aber nur in Amerika gibt:



    Hier wird nämlich die originale Broadway-Besetzung geboten, darunter die Autoren Betty Comden und Adolph Green: Betty Comden (Claire), Nancy Walker (Hildy), Cris Alexander (Gabey), Adolph Green (Ozzie), George Gaynes (Pitkin), Randel Striboneen (Rajah Bimmy), ad hoc Chor u. Orchester; Leonard Bernstein.


    Wer sich noch mehr für die Verbindung von Musical und Tanz interessiert, kann hier nachlesen: Die verkannte Kunstform - DAS MUSICAL,


    Wer sich dagegen nur für die Ballettmusik aus diesem Musical interessiert, der greife zu dieser hier besprochenen, sehr guten und extrem preiswerten Einspielung von Carl Davis und dem Royal Philharmonic Orchestra, wenn er nicht schon eine Aufnahme von Bernstein selbst hat oder bevorzugt: http://www.tamino-klassikforum…?postid=192338#post192338


    :hello: Jacques Rideamus

  • Ich habe die Original-Schellack-Ausgabe unter seiner Leitung; er dirigierte die Ballettmusik; Robert Shaw dirigierte das "On the Town"-Orchester und den Victor Chorale.
    Fantastisch musiziert.


    :hello:Heldenbariton

    Wie aus der Ferne längst vergang´ner Zeiten
    GB

  • Zitat

    Original von heldenbariton
    Ich habe die Original-Schellack-Ausgabe unter seiner Leitung; er dirigierte die Ballettmusik; Robert Shaw dirigierte das "On the Town"-Orchester und den Victor Chorale.
    Fantastisch musiziert.


    :hello: Heldenbariton


    Das glaube ich gerne. Eine andere, womöglich noch authentischere Aufnahme (oder doch dieselbe?) findet sich hier auf dem handlicheren cd-Format, wo sie zudem hochinteressante Kopplungen mitbringt, nämlich FACSIMILIE, die JEREMIAH SYMPHONY und Ravels Klavierkonzert:



    :hello: Jacques Rideamus

  • Auch von diesem Musical gibt es eine neuere Einspielung meines bevorzugten Musical-Labels T.E.R. (That's Entertainment Records) in Spitzenbesetzung:



    Das Londoner National Symphony Orchestra spielt unter der Leitung von John Owen Edwards, es singen Ethan Freeman, Kim Criswell, Valerie Masterson, Gregg Edelmann und die von mir heißgeliebte Tinuke Olafimihan.
    Aufgenommen im Mai 1995 im Abbey Road Studio, London.


    Zitat

    With a fluid integration of drama, comedy, jazz, classical and popular ballads, On The Town stands as one of the great innovative works in the history of musical theater. Includes the hit songs "Lonely Town," "New York, New York," "Lucky To Be Me" and many more! Ahead of its time in many ways, On The Town was heralded at its release as the most engaging musical since the golden days of Oklahoma!


    Bringing the recording up to date with the best that modern recording has to offer, producer John Yap has used the original orchestrations with a full symphony orchestra and an all-star cast drawn from stage, screen and television—including Kim Criswell, Judy Kaye, Gregg Edelman, Tim Flavin, Ethan Freeman, Valerie Masterson and Tinuke Olafimihan.


    Habe seinerzeit in London ein Vermögen für diese Doppel-CD-Box ausgeben müssen, dank niedrigem Wechselkurs und amazon marketplace ist sie heute wesentlich günstiger zu bekommen!


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • hallo harald kral,
    auf welchem sender wird denn "on the town" gezeigt?
    lg yago
    P.S.:ich habe es vor ein paar jahren in der english national opera gesehen u. fand es wunderbar.

  • Zitat

    Original von yago
    hallo harald kral,
    auf welchem sender wird denn "on the town" gezeigt?
    lg yago
    P.S.:ich habe es vor ein paar jahren in der english national opera gesehen u. fand es wunderbar.



    Hallo yago,


    ich habe es oben erwähnt:


    Der Sender ist Eins Festival (Digital und DVB-T)
    (Es handelt sich um den alten Spielfilm von 1949 )


    LG


    :hello: Harald

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • oh,danke,
    das habe ich überlesen.
    jetzt muss ich mal sehen,ob ich den irgendwo reinkriege.


    es ist ewigkeiten her,dass ich diesen film zuletzt gesehen habe.


    lg yago

  • Einen ganz besonderen Leckerbissen für Liebhaber wollte ich noch erwähnen, bevor auch der wieder ganz vom Markt verschwindet:


    Es gibt auch einen wunderbaren Bildband über die drei New York - Musicals von Betty Comden und Adolph Green. Darin enthalten sind die vollständigen und reich bebilderten Libretti der Musicals ON THE TOWN und WONDERFUL TOWN von Leonard Bernstein sowie das beileibe nicht geringer zu schätzende BELLS ARE RINGING von Jule Styne, das die meisten, wenn überhaupt, wohl aus der Verfilmung mit Judy Holliday und Dean Martin kennen dürften.


    Allein die Texte der beiden, aber auch die über 100 Bilder von den jeweiligen Uraufführungen lohnen den Besitz dieses Buches, dessen volles Vergnügen natürlich mindestens solide Englschkenntnisse voraussetzt.



    Wenn das Bild mal verschwunden sein sollte, was demnächst zu befürchten steht, ist hier der Link zur amerikanischen Amazon-Seite mit den bibliographischen Daten:
    http://www.amazon.com/New-York…oks&qid=1219336798&sr=1-3


    Interessant ist übrigens auch das Vorwort des amerikanischen Film- und Broadwayregisseurs Mike Nichols.


    :hello: Jacques Rideamus

  • Nach dem großen Erfolg der Aufzeichnung seiner Operette CANDIDE im Londoner Barbican Center wollte Leonard Bernstein auch sein erstes Musical ON THE TOWN, dort aufführen. Leider wurde das durch seinen Tod verhindert. Dennoch wollte man die fortgeschrittene Planng nicht fallen lassen. Man engagierte also seinen Schüler Michael Tilson-Thomas, und 1992 kam das Stück in einer ähnlichen semikonzertanten Version wie einige Jahr zuvor CANDIDE zur Aufführung. Zum Glück wurde diese ncht nur auf dieser cd aufgezeichnet:



    Auch eine Video-Aufzeichnung wurde produziert, leider nur kurze Zeit auf Video vertrieben und in einigen Ländern ausgestrahlt. Leider sind beide Einspielungen derzeit nicht mehr am Markt, obwohl man die cd noch im Marketplace finden kann. Immerhin eröffnete seine Fernsehausstrahlung die Möglchkeit, sie im Internet zu veröffentlichen, wo ich sie zu meinem Glück heute in dieser Besetzung fand:


    Leonard Bernstein
    ON THE TOWN
    Barbican Centre, London, June 1992


    Gabey ....................... Thomas Hampson
    Ozzie ......................... David Garrison
    Chip .......................... Kurt Ollmann
    Pitkin W. Bridgework ....Samuel Ramey
    Claire DeLoone .............Frederica von Stade
    Hildy Esterhazy ............Tyne Daly
    Ivy Smith ................... Marie McLaughlin
    Madame Dilly ............... Evelyn Lear
    Nightclub Singer .......... Cleo Laine
    Erzählerin ................... Betty Comden
    Erzähler ..................... Adolph Green


    London Voices; Chorleitung: Terry Edwards
    London Symphony Orchestra
    Dirigent: Michael Tilson Thomas


    Wie bei CANDIDE wird die Geschichte von dem Librettisten Adolph Green erzählt, der diesmal sogar mit seiner Co-LIbrettistin Betty Comden auftreten konnte, so dass sich beide auch mehrere kleine Sprechrollen übernehmen konnten. Patricia Birch inszenierte die semiszenische Aufführung, die sie durch vorzügliche Montagen alter Dokumentarfilme von New York ergänzte.


    Das Ganze ist ein wunderbares Vergnügen, und im Gegensatz zur WEST SIDE STORY auch sehr werkgerecht besetzt. Den Vogel schießen Tyne Daly als Taxifahrerin Hildy, die wunderbare Cleo Laine mit "Ain't Got No Tears Left" und nicht zuletzt Evelyn Lear ab, die als Gesangslehrerin Madame Dilly eine köstliche Impression der alten Lady Christa Ludwigs abgibt. Aber auch unter den übrigen Solisten gibt es keinen einzigen Ausfall. Auch Frederica von Stade (ausgerechnet einer meiner großen Lieblinge!), bei der ich zu Beginn fürchtete, dass sie die für sie zu Beginn etwas tief liegende Partie der Claire DeLoone etwas zu opernhaft anlegt, wird rasch immer besser, bis sie mit ihrer EInleitung zu dem zauberhaten Quartett "Some Other Time" die Bestleistung der Aufnahme liefert.


    Besonders bewegend die diskrete Hommage an Bernstein am Schluss, wenn Betty Comden und Adolph Green als Mitschöpfer des Musicals den Beifalls des Ensembles erhalten und dann alle in eine Wiederholung des "Some Other Time" führen:


    "This night was just a token
    Too many words are still unspoken.
    Oh well, we'll atch up some other time."


    Wer irgend Gelegenheit hat sich dieses Video zu beschaffen, sollte zugreifen und staunen, wie gut der frühe Bernstein bereits war. Aus dem stark gekürzten und durch andere Nummern ergänzten Kinofilm mit Gene Kelly und Frank Sinatra ist das nämlich leider nur sehr bedingt zu erfahren.


    Inzwischen suche ich weiter nach einer vollständigen Aufzeichnung der vollständigen Aufführung der ENO, die laut dem auf YouTube zu besichtigenden Ausschnitt auch sehr unterhaltsam zu sein scheint.


    :hello: Jacques Rideamus