TMOO - Cavalleria rusticana (Mascagni)

  • Liebe Leute,


    hier der allfällige Schwesterthread zu den von Herbert eröffneten Pagliacci


    Gewertet werden sollen


    Orchester, Dirigent
    Santuzza
    Turiddu
    Alfio
    Rest
    (darunter fallen Lola, Mamma Lucia, Chor)


    Wertung gesamt/ 5


    TQ



    Viel Freude mit diesem veristischen Einakter


    :hello: Elisabeth




    Weiterführende links:
    Opernführer: MASCAGNI, Pietro: CAVALLERIA RUSTICANA
    "Cavalleria rusticana" (Mascagni) & "Pagliacci" (Leoncavallo)
    Cavalleria Rusticana CD-Empfehlung?


  • Italienische veristische Oper, ohne italienische Sänger.


    RCA Victor Orch. Robert Shaw Chor, Renato Cellini - 5 (ein Dirigent der diese Musik liebt )
    Santuzza: Zinka Milanov - 5 ( mit ihrer schönen Stimme hat sie aber auch die nötige Dramatik )
    Turiddu: Jussi Björling - 5 (für ihn gilt das gleiche wie für Milanov )
    Alfio: Robert Merrill - 5 ( ein schöner lyrisch - dramatischer Bariton )
    Rest: 5


    Wertung: 25/5 = 5


    TQ: 4


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • CD Philips 1990



    Orch. de Paris, Bychkov - 4,5 (ein emotionsgeladenes Dirigat, das den Ton des Verismo gut trifft)
    Santuzza: Jessey Norman – 4,5 (sie singt fast ZU schön)
    Turiddu: Giuseppe Giacomini – 3 (knödelt sich durch die Partie, das aber sehr textverständlich)
    Alfio: Dmitri Hvorostovsky – 4 (die Aufnahme kam für ihn etwas früh)
    Rest – 4


    Wertung 20/ 5= 4


    TQ 4



    LG, Elisabeth

  • Lange nicht mehr gehört, aber aus diesem Anlass gerne wieder:


    CD DG 1965



    Chor und Orchester der Mailänder Scala; Herbert von Karajan - 5 (er macht das Stück edler als es ist, das aber hinreißend)


    Santuzza: Fiorenza Cossotto – 5 (sie verbindet wunderschönen Gesang mit einer glaubhaften Rollengestaltung. Für mich die perfekte Santuzza)


    Turiddu: Carlo Bergonzi – 5 (für einen triebgesteuerten sizilianischen Landburschen singt er eigentlich zu schön und subtil, aber ein bisschen zu viel Kultiviertheit ist wirklich das Einzige, was man gegen diesen herrlichen Turiddu einwenden kann. Bei dem Ergebnis stört mich das aber überhaupt nicht)


    Alfio: Giangiacomo Guelfi – 5 (ein mächtiger Alfio, der auch den brutalen Bauern glaubhaft macht ohne hässlich zu werden. Nach dieser Aufnahme ist nicht zu verstehen, warum Guelfi keine herausragende Schallplattenkarriere gemacht hat)


    Rest – 5 (der Chor allein wäre die Note schon wert, aber auch Mariagrazia Allegri als Lucia und Adriane Martine als Lola tun nichts um sie zu beeinträchtigen)


    Wertung 25/5= 5


    TQ 4,5


    In meiner Jugend mochte ich veristische Opern wegen ihrer Leidenschaftlichkeit und Effektsicherheit. Heute mag ich sie genau deswegen eher nicht, denn dieselben Eigenschaften erscheinen mir nunmehr als überzogen und effekthascherisch. Da kommt mir Karajans sensible und dennoch jeden Effekt voll auskostende Lesart sehr entgegen, auch wenn ich zugebe, dass eine derartige Veredelung eigentlich den Kern des Werkes verfehlt. Hier steuert kein leidenschaftliches Drama auf sein unweigerliches Ende zu, sondern wird eine prall mit herrlichen Melodien gefüllte Oper zelebriert. Dies zugestanden, ist mir diese Aufnahme, allein schon wegen der superb dominierenden Orchesterpassagen, die optimale Einspielung des Werkes, bei der ich auch nie das Bedürfnis nach einer Alternative hatte (von einer DVD abgesehen), zumal auch die Leistung der Sänger durchweg auf der Höhe der Interpretation bleibt.


  • Dies ist wohl die veristischste Version dieser Oper.


    Chor und Orch. der Mailänder Scala, Pietro Mascagni - 5 ( der Komponist zelebriert liebevoll sein berühmtestes Werk )


    Santuzza: Lina Bruna-Rasa - 5 ( die Santuzza war ihre Glanzrolle, sie sang nicht Santuzza, sie war Santuzza )
    Turiddu: Beniamino Gigli - 5 ( er gibt der Rolle Stimmschönheit und Intensität )
    Alfio: Gino Bechi - 5 ( ein richtig Wilder, mit Brunnenvergifterstimme )
    Rest: 5 (Giulietta Simionato ist als Mamma Lucia mit 30 Jahren, 20 Jahre jünger als ihr Sohn Turiddu. )


    Bewertung: 25/5 = 5


    TQ: 4 (1940)


    :hello:Herbert.

    Tutto nel mondo è burla.

  • [quote]Original von Jacques Rideamus
    Lange nicht mehr gehört, aber aus diesem Anlass gerne wieder:


    CD DG 1965



    Chor und Orchester der Mailänder Scala; Herbert von Karajan - 5 (er macht das Stück edler als es ist, das aber hinreißend)


    Santuzza: Fiorenza Cossotto – 5 (sie verbindet wunderschönen Gesang mit einer glaubhaften Rollengestaltung. Für mich die perfekte Santuzza)


    Turiddu: Carlo Bergonzi – 5 (für einen triebgesteuerten sizilianischen Landburschen singt er eigentlich zu schön und subtil, aber ein bisschen zu viel Kultiviertheit ist wirklich das Einzige, was man gegen diesen herrlichen Turiddu einwenden kann. Bei dem Ergebnis stört mich das aber überhaupt nicht)


    Alfio: Giangiacomo Guelfi – 5 (ein mächtiger Alfio, der auch den brutalen Bauern glaubhaft macht ohne hässlich zu werden. Nach dieser Aufnahme ist nicht zu verstehen, warum Guelfi keine herausragende Schallplattenkarriere gemacht hat)


    Rest – 5 (der Chor allein wäre die Note schon wert, aber auch Mariagrazia Allegri als Lucia und Adriane Martine als Lola tun nichts um sie zu beeinträchtigen)


    Wertung 25/5= 5


    TQ 4,5 trotz der LP Gesamtaufnahme die ich habe.


    BITTE VERDOPPELN!


  • DECCA, London 1976



    Gianandrea Gavazzeni, National Philharmonic Orchestra: 4(Gavazzeni ist ein erfahrener Routinier, der Niveau garantiert; hier interpretiert er ein bißchen eilig und mitunter eine Spur zu oberflächlich - aber das gilt natürlich nur im Vergleich zu den Spitzenaufnahmen dieses Werks und ist vielleicht auch auf die Vorgaben des Producers zurückzuführen, der es offenbar ein bißchen reißerisch wollte)


    Julia Varady (Santuzza): 4,5(Ihr Italienisch ist nicht ganz idiomatisch, aber Timbre und Ausdruck sind wie geschaffen für diese Partie)


    Luciano Pavarotti (Turiddu): 4(Natürlich ist er gut, aber damals war er dramatisch noch nicht so stark und wirkt etwas zu glatt; Verismo ist eben nicht ganz sein Fach)


    Piero Cappuccilli (Alfio): 3 (Schmerzlich, aber: Fast schon eine Fehlbesetzung; diese herrliche Stimme paßt für einen sizilianischen Grafen, aber nicht für einen derben Fuhrmann)


    Rest: 5(und zwar wegen der hervorragenden Lola von Carmen Gonzales, die anderen sind 4 bis 4,5)




    Gesamt: 20,5: 5 = 4,1


    Tonqualität: 4


    Mit der Aufnahme macht man nichts falsch, und Varady sowie Gonzales machen sie sogar zu einer dringenden Empfehlung, aber insgesamt reicht es nicht ganz für die Spitzengruppe.


    LG


    Waldi



  • Lieber Waldi,


    ich hatte mir diese Aufnahme vor einiger Zeit gerade wegen Julia Varady gekauft und sie als eine der nächsten auf die Liste der zu besprechenden gesetzt. Nachdem wir schon wieder völlig übereinstimmen, bleibt mir nur, Deine Wertung zu verdoppeln!



    LG, Elisabeth

  • Die folgende Aufnahme von 1953 wird unter verschiedenen Labels angeboten, ich besitze sie von PRISM LEISURE/The Opera Master Series, wozu es leider kein Coverbild gibt. Ich kann nur vermuten, daß die Tonqualität in den verschiedenen Editionen nicht immer die gleiche ist. Bei mir schwankt sie sehr (zwischen 2,5 und 3,5), was aber eigentlich keinen Abbruch tut, der dramatische Spannungsbogen wird unvergleichlich vermittelt.



    Tullio Serafin, Orchester der Mailänder Scala: 5 (für mich die absolute Referenzaufnahme)


    Santuzza: Maria Callas: 5(die glaubwürdigste aller leidenden Verlassenen)


    Turiddu: Giuseppe di Stefano: 5(vorbildliche Attacke, findet die richtige Mischung zwischen Leidenschaft, Rücksichtslosigkeit und Betroffenheit)


    Alfio: Rolando Panerai : 5(einfach perfekt)


    Rest: 5 (Anna Maria Canali als Lola, Ebe Ticozzi als Mamma Lucia, Chor der Scala)


    Gesamturteil: 25 : 5 = 5



    LG


    Waldi



  • BITTE VERDOPPELN! habe hier noch die LP Ges. der Columbia!

  • (DECCA 1961)


    BELART 1999


    Diese Aufnahme gab es früher nur zusammen mit den "Pagliacci", von der Einzeledition finde ich kein Cover, daher der ältere:




    Tullio SERAFIN, Orchestra dell'Accademia di Santa Cecilia: 5 (nicht Serafins mitreißendste Wiedergabe dieser Oper, aber mitreißend sind seine Interpretationen immer)


    Giulietta SIMIONATO (Santuzza): 4,5 (das Leidende liegt ihr mehr als der hochdramatische Ausbruch, daher nicht die absolute Höchstnote; aber absolut hörenswert)


    Mario del MONACO (Turiddu): 4,5 (seine leicht derb-auftrumpfende Art paßt hier vorzüglich)


    Cornell McNEIL (Alfio): 4,5 (überraschend, wie der später eher elegante Bariton hier kräftiges Temperament vermittelt)


    Rest (Ana Raquel Satre als Lola, Anna di Stasio als Mamma Lucia): 4,5



    Gesamturteil: 23 : 5 = 4,6



    TQ: 4,5 (eine frühe Stereo-Aufnahme)



    Nicht die beste, aber sicher eine der besten Einspielungen, die derzeit erhältlich sind. Das will bei der starken Konkurrenz schon etwas heißen.

  • OPD Live 1963


    Orchester der Scala Milano, Dir.: Gianandrea Gavazzeni - 5


    Santuzza - Giulietta Simionato - 5 + Hinreißend und so dramatisch, beim Fluch über die Ostern.
    Turiddu - Franco Corelli - 5 + Eine Taumstimme, mit einer Traumwiedergabe der Partie.
    Alfio - Giangiacomo Guelfi - 5 Passend herrlich.
    Rest - 5


    Wertung: 25/5= 5



    TQ - 5 Für eine Aufnahme von 1963 ,LIVE!


  • Hallo, bitte Wertung verdoppeln, allerdings kann ich mich für eine "Referenz" nicht entscheiden, weil mir die Aufnahme mit Franco Corelli und Giulietta Simionato genauso gut gefällt. Danke!


    Grüße aus München


    Kristin


  • Hallo,


    bitte Wertung verdoppeln, ich finde diese Aufnahme in ihrer Art genauso gut wie die mit Callas/di Stefano.


    Danke und viele Grüße


    Kristin




  • Chor und Orchester der Mailänder Scala; Herbert von Karajan - 5


    Santuzza: Fiorenza Cossotto – 5
    Turiddu: Carlo Bergonzi – 5
    Alfio: Giangiacomo Guelfi – 5


    Rest – 5


    Wertung 25/5= 5


    TQ 5

  • CD Philips 1985



    Orch. del Theatro alla Scala, Georges Pretre – 3 (fast durchwegs zu gehetzte Tempi, ansonsten solide Kapellmeisterarbeit, aber nicht mehr)
    Santuzza: Elena Obraztsova - 3 (die Verzweiflung der Rolle ist zwar fast greifbar, dennoch stören großes Vibrato und schrille Höhen)
    Turiddu: Placido Domingo – 4,5 ( im ersten Teil fast ZU schön gesungen)
    Alfio: Renato Bruson - 4 (überzeugend in seiner Eifersucht, stimmlich aber etwas zu nobel für den derben Fuhrmann)
    Rest – 3,5


    Wertung 18/ 5= 3,6


    Mag sein, dass bei der CD die Gesamtwirkung des Films und der Regie von Franco Zefirelli fehlt, beim Wiederhören nach längerer Zeit überzeugt mich diese Aufnahme nicht wirklich.


    TQ - 3 – Leider wurde nur die akustische Version des Filmsoundtracks auf CD gepresst, so dass die Aufnahme unter deutlich eingeschränktem Frequenzgang leidet und sehr dumpf klingt.



    LG, Elisabeth