Elbphilharmonie


  • Ganz und gar hochkarätig! Da kann man Hamburg selbst von Wien aus nur beneiden!
    (Zweimal Bruckners Achte hätte es zwar nicht gebraucht, aber das ist schon Nörgeln auf hohem Niveau.)


    Das Chicago Symphony Orchestra mit Riccardo Muti haben sich auch angekündigt.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Das Chicago Symphony Orchestra mit Riccardo Muti haben sich auch angekündigt.


    Richtig! Und dabei haben wir die vielen namhaften Gesangs- und Instrumentalsolisten noch garnicht genannt: Argerich, Uchida, KFV, Kaufmann, Kremer, Dasch, Bartoli und und und ...

  • Seit ich vor ein paar Wochen eine Führung durch den doch schon ziemlich eindrucksvollen Bau erlebt habe, kann ich es gar nicht mehr abwarten. Ich habe mir inzwischen das Programm mal etwas genauer angeschaut. Ein eigenes Profil, wie ich es beim Konzerthaus in Dortmund immer so bewundere, konnte ich bisher nicht entdecken. Aber das ist ja in der ersten Spielzeit vielleicht auch kaum zu erwarten. Umso beeindruckender die Menge an interessanten Konzerten - allein im Bereich Orchestermusik.


    Zu den bereits genannten Highlights sind mir etwa noch aufgefallen:
    Leonard Bernstein
    On the Waterfront / Symphonische Suite
    Frédéric Chopin
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll op. 11
    Sergej Rachmaninow
    Sinfonische Tänze op. 45
    Rotterdams Philharmonisch Orkest
    Jan Lisiecki Klavier
    Dirigent Yannick Nézet-Séguin


    Esa-Pekka Salonen
    Konzert für Violoncello und Orchester
    Gustav Mahler
    Sinfonie Nr. 4 G-Dur für großes Orchester und Sopran
    New York Philharmonic
    Christina Landshamer Sopran
    Yo-Yo Ma Violoncello
    Dirigent Alan Gilbert


    Franz Schubert
    Fantasie f-Moll D 940 / Bearbeitung von Rolf Liebermann
    Peter Ruzicka
    Mnemosyne (Uraufführung) / für Sopran und Kammerensemble
    Gustav Mahler
    Sinfonie Nr. 4 G-Dur für großes Orchester und Solosopran / Bearbeitung für Kammerensemble: Erwin Stein
    Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
    Anna Prohaska Sopran
    Dirigent Peter Ruzicka


    Alban Berg
    Konzert für Violine und Orchester »Dem Andenken eines Engels«
    Anton Bruckner
    Sinfonie Nr. 4 Es-Dur »Romantische«
    NDR Elbphilharmonie Orchester
    Vadim Gluzman Violine
    Dirigent Christoph von Dohnányi


    Dmitri Schostakowitsch
    Sinfonie Nr. 1 f-Moll op. 10
    Thomas Larcher
    A Padmore Cycle / Fassung für Tenor und Orchester
    Maurice Ravel
    La Valse / Poème chorégraphique pour Orchestre
    Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
    Mark Padmore Tenor
    Dirigent Mariss Jansons

    Richard Wagner
    Das Rheingold
    Konzertante Aufführung in deutscher Sprache
    NDR Elbphilharmonie Orchester
    Michael Volle Wotan
    Katarina Karnéus Fricka
    Johannes Martin Kränzle Alberich
    Elmar Gilbertsson Mime
    Daniel Behle Loge
    Gabriela Scherer Freia
    Lothar Odinius Froh
    Markus Eiche Donner
    Nadine Weissmann Erda
    Christof Fischesser Fasolt
    Lars Woldt Fafner
    Mirella Hagen Woglinde
    Julia Rutigliano Wellgrunde
    Anna Lapkovskaja Floßhilde
    Dirigent Thomas Hengelbrock


    Aber natürlich werde ich versuchen, in eines der ersten Konzerte - also noch in den Eröffnungswochen - zu kommen.


    Joseph Haydn: Die Schöpfung / Oratorium für Soli, Chor und Orchester
    NDR Elbphilharmonie Orchester
    NDR Chor
    Christina Landshamer Gabriel
    Maximilian Schmitt Uriel
    John Relyea Raphael
    Anna Lucia Richter Eva
    Johannes Kammler Adam
    Dirigent Thomas Hengelbrock


    oder


    Anton Webern Sechs Stücke für Orchester op. 6 / Erstfassung
    Karl Amadeus Hartmann Sinfonie Nr. 1 für eine Altstimme und großes Orchester
    Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 11 op. 103 »Das Jahr 1905«
    Wiener Philharmoniker
    Gerhild Romberger Alt
    Dirigent Ingo Metzmacher

  • Was sagen unsere Hamburger Freunde und Kenner der Szene dazu?

    Nicht viel, da ich als Nicht-Abonnent des Hamburger Abendblatt den Artikel nicht lesen kann. Aber hier habe ich etwas gefunden und halte Herrn Deluxe demnach für einen kompletten Spinner! - Womit er allerdings recht hat, wenn er dies wirklich meint, dass elektronisch verstärkte Musik in der Elbphilharmonie akustisch durchaus problematisch klingen kann; oder anders ausgedrückt: Für elektronische Verstärkung ist der Saal zu gut ... :untertauch:

  • Danke für die rasche Antwort. Ich sehe es genauso. Mir fiel dieses Thema auf, weil es gestern auf allen Monitoren der Berliner U-Bahn lief. Also wollte ich doch mal nachhaken. Abendblatt und der von Dir aus der WELT verlinkte Beitrag scheinen weitestgehend identisch zu sein. Seltsam, dass mein Link nun nur noch eingeschränkt einsehbar ist, sonst hätte ich ihn nicht weitergeleitet.

  • Jürgen Kesting hat für die F.A.Z. einen Artikel verfasst mit dem Titel "Akustikprobleme im Konzertsaal: Ist die Elbphilharmonie noch zu retten?" (hier, allerdings über F.A.Z. Plus kostenpflichtig, daher kann ich nur auszugsweise zitieren; das Hamburger Abendblatt geht auch darauf ein).


    Es kommt auch der Dirigent Marek Janowski zu Wort:

    "Ich glaube in aller Bescheidenheit sagen zu können, zu den akustisch besten Konzertsälen der Welt gehört die Elbphilharmonie nicht."


    Die Diskussion hat also offenbar kein so baldiges Ende.

  • Die Diskussion hat also offenbar kein so baldiges Ende.

    Ja, und inzwischen nervt es auch ein wenig :untertauch: Den Link auf die Zusammenfassung des Kesting-Artikels durch Mischke im Hamburger Abendblatt hat Joseph ja schon angegeben. Und ganz nebenbei entfacht der Klassik-Blog klassik begeistert an anderer Stelle eine "Diskussion" über die Kartenpreise, welche für einige Konzerte insbesondere durch proArte (Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette GmbH) aufgerufen werden. Interessanterweise wurde ein weiterer Beitrag zu diesem Thema, in welchem von Wucher die Rede ist, anscheinend gesetrn wieder aus dem Netz genommen - auf eine entsprechende Anfrage habe ich allerdings noch keine Antwort erhalten ...


    Wie auch immer - ich habe in den letzten drei Monaten einige Konzerte mit Vokalbeteiligung in der Elbphilharmonie erlebt:


    06.12.2018 - Sakari Oramo und Anu Komsi, NDR EO u.a. mit Magnus Lindbergs Accused für Sopran und Orchester (Deutsche Erstaufführung).


    15Q oder 16T, schräg hinter-über dem Orchester. Anu Komsi stand klassisch vor dem Orchester und war tatsächlich nicht gut zu hören.


    10.01.2019 - Janowski und Stemme, NDR EO mit einem reinen Wagner-Programm u.a. mit Isoldes Liebestod und Brünnhildes Schlußgesang.


    16S, Reihe 1, Platz 10. Frau Stemme zwischen erster Geiger und Janowski am Pult, also auch vorne. Obwohl Plätze direkt in Schallrichtung, gab es problematische Momente.


    18.01.2019 - Andris Poga, Asmik Gregorian und Goerne, Ensemble Resonanz u.a. mit Schostakowitschs 14ter Symphonie.


    16S, Reihe 4, Platz 18. Sänger klassisch vor dem Orchester, allerdings kleine Besetzung. Keinerlei akkustische Probleme. Vielleicht das bisher beste Konzert der Saison!


    05.02.2019 - Cambreling, Hamburger Symphoniker mit Debussys St.Sebastian.


    16Z, Platz 8. Gesangssolisten erhöht hinter den Streichern auf Höhe der Holzbläser. Alles wunderbar zu hören gewesen.


    07.02.2019 - Metzmacher, Mikhail Petrenko, NDR EO mit Messiaen Trois petites liturgies de la présence divine und Schostakowitsch "Babi Jar".


    16T, Reihe 1, Platz 17. Petrenko direkt unter uns, erhöht zwischen Bässen und Schlagwerk. Sänger hervorragend zu hören. Männerchor in "Babi Jar" in 13G, dadurch auf unseren Plätzen etwas rechtslastiger Chorklang. Insgesamt ein Beeindruckendes und sehr bewegendes Konzert.


    (Sitzplatzangaben ohne Gewähr)


    Und was sagt uns das? - Ja, der Saal ist aus verschiedenen Gründen akkustisch heikel und insbesondere Gesangssolisten sollten klug und vornehmlich im bzw. hinter dem Orchester platziert werden. Diese Erkenntnis ist absolut nicht neu: der erste, der dies erkannt hat, war Jeffrey Tate vor mehr, als zwei Jahren (siehe hier)!!


    Ich bleibe also dabei, dass das größte Problem in der Elbphilharmonie weiterhin eher ein Teil des Publikums ist, welches sich durch Husten, Plappern, "Zwischenapplaus", vor Konzertende den Saal verlassen, von Beginn des Konzerts an bis zu dessen Ende mit dem Handy herumspielen (so erlebt im Cambreling-Konzert) etc. pp. gerne in den Vordergrund spielt :no:

  • Es wäre schön, lieber Michael, wenn die öffentliche Diskussion so differenziert geführt werden könnte, wie du es hier vormachst.


    Der Eindruck ist mittlerweile bei mir wirklich zum Teil, dass aus unterschiedlichen Gründen Stimmung gegen den Saal gemacht wird. Wenn Herr Mischke nicht völlig blödsinnige Unwahrheiten verbreitet, dann müssen die im Artikel genannten Akustiker-Büros ganz offensichtlich als befangen gelten. Derlei Stimmen als Grundlage für eine solch umfassende Generalkritik an der Elphi zu nehmen, wie in der FAZ wohl geschehen, halte ich schlicht für unseriös. Nein: äußerst unseriös.

    Dass sich Musiker/Dirigenten kritisch über den Saal äußern, die darin eher schlechte Erfahrungen gemacht haben, ist ja verständlich. Nur: Es gibt eben auch entsprechende Gegenstimmen und -erfahrungen. Es ist mitnichten so, dass da reihenweise gegen die Gipswand gefahrene Konzerte zu beklagen wären. Ich kann deine Eindrücke da nur bestätigen: Man muss sich ganz offenbar sehr professionell mit dem Saal beschäftigen. Er "verzeiht" wenig - vielleicht auch nichts. Man muss seinen Gegebenheiten Rechnung tragen, sonst können wirklich sehr unangenehme Folgen entstehen.

    Ich kenne Beispiele von Orchestermusikern aus auswärtigen Orchestern, die beim ersten Mal dort ziemlich auf dem falschen Fuß erwischt wurden, sich aber dann im zweiten Anlauf gut einstellen und den Saal dann auch wertschätzen konnten.

    Auf diese Kaufmann-Geschichte gebe ich so gut wie nichts mehr, aber die schwirrt natürlich jetzt überall herum. Kaufmann macht in dieser Geschichte für meine Begriffe mittlerweile eine schlechtere Figur als der Saal. Auch seine Kritik scheint mir zumindest in Teilen der Versuch zu sein, eigene Fehleinschätzungen/-planungen und womöglich auch eine beschränkte Qualität der musikalischen Darbietung auf die Akustik abzuwälzen - seinen Ruf also möglichst unbeschadet zu halten.

    Janowski - da war ich ja auch selbst vor Ort beim zweiten Wagner-Programm, frontal zur Sängerin: Mir kann keiner erzählen, dass er alles unternommen hätte, um ein ausgewogenes Klangbild zu erzeugen. Ich habe mich hier im Forum sofort danach klar geäußert: Das wirkte einfach in verschiedener Hinsicht "überzogen", was er da mit dem Orchester angestellt und der armen Frau Stemme damit zugemutet hat. Klar, er kann natürlich dennoch gute Gründe dafür haben zu sagen, dass er den Saal nicht für hervorragend hält. Ernster aber nähme ich persönlich Stimmen von Dirigenten, die mit dem Saal prima zurechtkommen und TROTZDEM sagen, er sei nicht gut.


    Am allerernstesten aber - nehme ich meine eigenen Ohren. Das ist jetzt kein Witz und nicht arrogant gemeint. Natürlich weiß ich, dass es viele, viele Leute gibt, die besser hören als ich. Aber es hilft ja alles nichts: Wenn ich überzeugt von den Qualitäten des Saales bin, dann gehe ich weiter dorthin. Ich höre nicht durch die Ohren eines Jonas Kaufmann.


    Und zur Bemerkung, der Saal "verzeihe" wenig: Eben deshalb ist für mich, der ich starken Husten habe, leider heute die Konsequenz, dass ich auf Metzmacher und Schostakowitsch (13. Sinfonie) + Messiaen verzichte. Das tut mir richtig, richtig weh. ;( Aber ich weiß halt aus Erfahrung, wie störend ich gerade in diesem unglaublich transparenten Saal wäre. Man muss mit den Gegebenheiten umgehen, das gilt nicht nur für die Aufführenden.


    Insofern, Michael: Falls du Lust hast: Könntest du mir den Verzicht noch ein bisschen schwerer machen und etwas darüber schreiben, was ich heute Abend womöglich verpasse? ;)

  • Janowski - da war ich ja auch selbst vor Ort beim zweiten Wagner-Programm, frontal zur Sängerin: Mir kann keiner erzählen, dass er alles unternommen hätte, um ein ausgewogenes Klangbild zu erzeugen. Ich habe mich hier im Forum sofort danach klar geäußert: Das wirkte einfach in verschiedener Hinsicht "überzogen", was er da mit dem Orchester angestellt und der armen Frau Stemme damit zugemutet hat. Klar, er kann natürlich dennoch gute Gründe dafür haben zu sagen, dass er den Saal nicht für hervorragend hält.

    Was mich auch sehr erstaunt, da Janowski hier ja auch ein mehr, als nur tadelloses konzertantes Rheingold abgeliefert hat.

  • Dieser Beitrag zur Akustik in der Elbphilharmonie ist vermutlich schon bekannt (abrufbar in der ZDF- Mediathek). Ich stelle hier dennoch den Link rein:


    https://www.zdf.de/kultur/kult…-elbphilharmonie-112.html


    Hier wird ein positives Fazit zur Akustik gezogen, wobei diese erst nach einem Jahr vollendet und somit beurteilbar sei. Als Grund wird im Beitag der Holzboden, welcher sich nach dem Einbau erst akklimatisieren musste, genannt.


    Aber auch bei akustischen Fragen ist es halt wie immer, zwei Experten - drei Meinungen....

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    Gruß
    Nicolas

  • Das wurde auch Zeit.


    Ein unaufgeregt-sachlicher, aber sich dennoch unmissverständlich positionierender Artikel. Der enthält zwar eine Reihe von Selbstverständlichkeiten, aber es ist bezeichnend (und ich möchte fast sagen: beschämend für die aus unterschiedlichem Antrieb heraus tendenziösen Polemisierer und Stimmungsmacher), dass es der Vergewisserung solcher Selbstverständlichkeiten überhaupt in dieser Diskussion bedarf.

  • Ein unaufgeregt-sachlicher, aber sich dennoch unmissverständlich positionierender Artikel. Der enthält zwar eine Reihe von Selbstverständlichkeiten, aber es ist bezeichnend (und ich möchte fast sagen: beschämend für die aus unterschiedlichem Antrieb heraus tendenziösen Polemisierer und Stimmungsmacher), dass es der Vergewisserung solcher Selbstverständlichkeiten überhaupt in dieser Diskussion bedarf.

    Wie sagt man so schön: "Zwei Idioten, ein Gedanke!" Hatte den Zeit-Artikel auch grad gelesen und wollte hier darauf hinweisen. Wie Du sagst, hebt er sich wohltuend von den anderen sich gerade im Umlauf befindlichen "Burn it!"-Schreibereien ab.