Karajan führte die "Carmina Burana" zwischen 1941 und 1953 durchaus mehrfach auf: Im Jänner 1941 mit dem Städtischen Orchester Aachen, zwischen Dezember 1941 und März 1942 mehrfach mit der Staatskapelle Berlin sowie letztmalig im Februar 1953 szenisch an der Mailänder Scala im Rahmen der kompletten "Trionfi". Tondokumente davon haben sich offenbar nicht erhalten.
Hit des 20. Jahrhunderts - Carl Orffs "Carmina Burana"
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De gustibus non est disputandum...
..... doch über mal so rausgehauene Sätze wie diesen schon:
Gottlob hat ein Karajan die nie auf Vinyl gebannt (auch wenn es angeblich irgendwo einen Privatmitschnitt eines Konzertes geben soll), das wär was geworden...
und die Antwort auf meine Rückfrage erst recht:
Ich fürchte, dass er die zugrunde gerichtet hätte, weil er auch da versucht hätte alles schön glatt zu bügeln.
Was hat denn "ein Karajan" alles schön glatt gebügelt?
Immerhin hat er in seinem langen Künstlerleben mehr als 700 Werke eingespielt, ab den Jahr 1939 bis in sein Todesjahr 1989. Kunst kommt bekanntlich von Können: Kann man sich vorstellen, daß ein Scharlatan oder Blender eine 60 Jahre währende Karriere nicht nur durchsteht, sondern auch durch sein Wirken zum Weltruhm aufsteigt? Natürlich sind nicht alle Aufnahmen des Dirigenten Spitzenerzeugnisse geworden, da gibt es auch eine ganze Menge mittelmäßiger Produkte und zwischen all den Perlen auch ein paar Nüsse, sicher sogar einige "glatt gebügelte", aber insgesamt kann dieser viel gescholtene Karajan auf ein Lebenswerk zurückschauen, das einzigartig in der Interpretationsgeschichte klassischer Musik dasteht und bis heute, fast 40 Jahre nach seinem Tod, nachwirkt.
Natürlich kann man über Karajan, sein Wirken, seine öffentlichen Auftritte, seine Selbstherrlichkeit, seine Arroganz ganz verschiedener Meinung sein, aber seine künstlerische Autorität mit einem sinnfreien Satz ohne jedes konkrete Beispiel abzutun, das hat er nicht verdient. Da bis heute kein Zeugnis über seine Auffassung von Orffs "Carmina burana" vorliegt, können wir nur spekulieren, wie ein solches ausgefallen wäre, wahrscheinlich 1955 ganz anders als 1970 oder 1980. Auf Tonträger liegt m.W. eine einzige Orff-Aufnahme mit Karajan vor, sie entstand ca. 1973:
Interessierte könnten sich anhand dieser Aufnahme ein Bild von Karajans Orff-Auffassung in jener Zeit machen. Ich persönlich kenne sie nicht.
Zu den nicht wenigen harten Kritikern des Dirigenten zählte der aus Köln stammende SPIEGEL-Musikredakteur Klaus Umbach. Der hatte vieles an Karajan zu bemängeln, und manche seiner Kritken waren mit Vitriol geschrieben. Aber immerhin hatte er die Größe, auch die anderen Seiten dieses Künstlers gebührend herauszustellen. So schrieb er anläßlich seines Todes 1989 u.a. folgendes:
"Kein Zweifel: Er war ein bedeutender, sogar ein überragender Dirigent. Wagners "Ring" beispielsweise ist musikalisch ein ungemein filigranes Geschmeide ohne instrumentale Klunker und stimmliches Falschgold. So dezent, fast kammermusikalisch abgespeckt und jugendfrisch ist der kolossale Zyklus kaum je geboten worden - da klang Wagner wie Mozart. Karajans 'Bohème' mit Freni und Pavarotti erhebt Puccini in den Rang eines romantischen Minnesängers von höchster Suggestion. Unvergessen die mal flimmernde, mal orgiastische Palette seiner Londoner 'Rosenkavalier'-Aufnahme oder der Berliner Mitschnitt von Mahlers Neunter, wo er die sinfonische Endzeit mit wirklich erschütternder Radikalität ausmalte. Seine 'Salome' mit Hildegard Behrens verbreitete Rausch und Rage in wahrhaft umwerfender Opulenz. Viele seiner Produktionen ... haben unwiderstehlichen Drive, faszinierende Sensibilität und eine prachtvoll aufrührerische Motorik. Sie sind, kurz gesagt, noch aus purer musikantischer Substanz ... sie laufen auf dem Standard eines Festivals en permanence und haben als Platten der S-Klasse den Rang diskographischer Klassiker ..."
Umbach verurteilt aber auch schonungslos seinen gelegentlichen Schwenk "ins klanglich Glatte, allzu Geschiffene und nur Geschönte" und führt als Beispiele seine Berliner Bach-Aufnahmen, seinen späten Mozart, "der Komponist, der ihm am nächsten stehen müßte, ihm aber offenbar immer fremder und ferner wurde", und die Tschaikowsky-Sinfonien an, die er "gelegentlich so glatt und vulgär hinlegte, als mache er Begleitmusik für Holiday on Ice" .
LG Nemorino -
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De gustibus non est disputandum...
..... doch über mal so rausgehauene Sätze wie diesen schon:
und die Antwort auf meine Rückfrage erst recht:
Was hat denn "ein Karajan" alles schön glatt gebügelt?
Immerhin hat er in seinem langen Künstlerleben mehr als 700 Werke eingespielt, ab den Jahr 1939 bis in sein Todesjahr 1989. Kunst kommt bekanntlich von Können: Kann man sich vorstellen, daß ein Scharlatan oder Blender eine 60 Jahre währende Karriere nicht nur durchsteht, sondern auch durch sein Wirken zum Weltruhm aufsteigt? Natürlich sind nicht alle Aufnahmen des Dirigenten Spitzenerzeugnisse geworden, da gibt es auch eine ganze Menge mittelmäßiger Produkte und zwischen all den Perlen auch ein paar Nüsse, sicher sogar einige "glatt gebügelte", aber insgesamt kann dieser viel gescholtene Karajan auf ein Lebenswerk zurückschauen, das einzigartig in der Interpretationsgeschichte klassischer Musik dasteht und bis heute, fast 40 Jahre nach seinem Tod, nachwirkt.
Natürlich kann man über Karajan, sein Wirken, seine öffentlichen Auftritte, seine Selbstherrlichkeit, seine Arroganz ganz verschiedener Meinung sein, aber seine künstlerische Autorität mit einem sinnfreien Satz ohne jedes konkrete Beispiel abzutun, das hat er nicht verdient. Da bis heute kein Zeugnis über seine Auffassung von Orffs "Carmina burana" vorliegt, können wir nur spekulieren, wie ein solches ausgefallen wäre, wahrscheinlich 1955 ganz anders als 1970 oder 1980. Auf Tonträger liegt m.W. eine einzige Orff-Aufnahme mit Karajan vor, sie entstand ca. 1973:
Interessierte könnten sich anhand dieser Aufnahme ein Bild von Karajans Orff-Auffassung in jener Zeit machen. Ich persönlich kenne sie nicht.
Zu den nicht wenigen harten Kritikern des Dirigenten zählte der aus Köln stammende SPIEGEL-Musikredakteur Klaus Umbach. Der hatte vieles an Karajan zu bemängeln, und manche seiner Kritken waren mit Vitriol geschrieben. Aber immerhin hatte er die Größe, auch die anderen Seiten dieses Künstlers gebührend herauszustellen. So schrieb er anläßlich seines Todes 1989 u.a. folgendes:
"Kein Zweifel: Er war ein bedeutender, sogar ein überragender Dirigent. Wagners "Ring" beispielsweise ist musikalisch ein ungemein filigranes Geschmeide ohne instrumentale Klunker und stimmliches Falschgold. So dezent, fast kammermusikalisch abgespeckt und jugendfrisch ist der kolossale Zyklus kaum je geboten worden - da klang Wagner wie Mozart. Karajans 'Bohème' mit Freni und Pavarotti erhebt Puccini in den Rang eines romantischen Minnesängers von höchster Suggestion. Unvergessen die mal flimmernde, mal orgiastische Palette seiner Londoner 'Rosenkavalier'-Aufnahme oder der Berliner Mitschnitt von Mahlers Neunter, wo er die sinfonische Endzeit mit wirklich erschütternder Radikalität ausmalte. Seine 'Salome' mit Hildegard Behrens verbreitete Rausch und Rage in wahrhaft umwerfender Opulenz. Viele seiner Produktionen ... haben unwiderstehlichen Drive, faszinierende Sensibilität und eine prachtvoll aufrührerische Motorik. Sie sind, kurz gesagt, noch aus purer musikantischer Substanz ... sie laufen auf dem Standard eines Festivals en permanence und haben als Platten der S-Klasse den Rang diskographischer Klassiker ..."
Umbach verurteilt aber auch schonungslos seinen gelegentlichen Schwenk "ins klanglich Glatte, allzu Geschiffene und nur Geschönte" und führt als Beispiele seine Berliner Bach-Aufnahmen, seinen späten Mozart, "der Komponist, der ihm am nächsten stehen müßte, ihm aber offenbar immer fremder und ferner wurde", und die Tschaikowsky-Sinfonien an, die er "gelegentlich so glatt und vulgär hinlegte, als mache er Begleitmusik für Holiday on Ice" .
LG NemorinoDas ist eine Diskussion, die hier zum einen nicht hingehört, und ich zum anderen definitiv nicht eingehe. Ich teile das "Phänomen Karajan" in drei Gruppen: Den Menschen, den Dirigenten bis ca. Mitte der 60er Jahre, und den Dirigenten danach. Der erste und der letzte Punkt sind indiskutabel für mich. Warum sollte Wagner wie Mozart klingen sollen? Das Fiasko der 53er Premiere des Trionfi in Mailand ist eindeutig Karajan zuzuschreiben, auch Orff war alles andere als glücklich mit dem Dirigat des Tempore fine comedia, daran also das Karajansche Verständnis von Orff bemessen zu wollen weist in exakt eine Richtung: Da gab es keines.
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Lieber nemorino
Karajan als Dirigent von "brutalem" Musikmaterial wurde ja dereinst von Strawinski beschrieben, Genauer gesagt hat er dessen Aufnahme des "sacre" regelrecht vernichtet. Österreichischer Geschmack ist eben etwas "elganter", glatter, polierter, gefälliger. Wir sehen das bei Karajan, Karl Böhm (dem man ja auch immer wieder "Glättung" vorwirft)und - last but not least - den Wiener Philharmonikern. Da gab es seinerzeit einen Konflikt mit Bernstein, der sich ärgerte, daß sie Mahler (den sie angeblich per se nicht mochten ?) zu "schön" spielten und ds "rabiate" Element unterschlugen. Man kann heute kaum über den damaligen Konflikt nachlesen, alles wurde anschlissend behübscht und vertuscht. Einigkeit zwischen Bernstein und dem 'Orchester war auch ein Anligen der Deutschen Grammophon die letzlich Platten (CDs) verkaufen wollte....
Den "bösen Menschen" Karajan halte ich übrigens für eine bewusste Schöpfung seiner Freunde, allenfalls war ihm ein künstlerisches Ergebnis wichtiger als die Musiker, die es zustandebrachten.
Die Carmina Burana ist sicher nichr ein ideales Werk für ihn. Daß er es indes als Spitzendirigent "auch" dirigieren konnte steht ausser Zweifel. Aber vielleicht icht auf seinem sonstigen Niveau, weil nicht zu seinem Musikverständnis passend....
mfg aus wien
Alfred
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In letzter Konsequenz halte ich Orffs Vertonung der "Carmina Burana" für quasi "unzerstörbar. Kennengelernt habe ich das Werk in der Aufnahme unter Eugen Jochum. Das hat mich geprägt. Inzwischen besitze ich einige Aufnahmen des Werkes und bin immer wieder hingerissen. Eines der wenigen Werke des 20. Jahrhunderts, das ich nicht nur "ertrage", sondern das mich begeistert. Folgerichtig wird es von "Hardlinern" der Musik des 20. Jahrhunderts scheel betrachtet - gelinde gesagt...Seine Bedeutung in der Musikgeschichte wird indes auch durch die zahlreichen Aufnahmen - oft durch Dirigenten der Spitzenklasse - bestätigt.
Es wurde weiter oben im Thread geschrieben, Orff habe keine seiner Aufnahmen "autorisiert", aber zuminderst auf der erstausgabe der Jochum-Einspielung stwht das Gegenteil. Ich hatte auch in Erinnerung, daß auf anderen Einspielungen ein entsprecheneder Kleber angebracht war- aber ich kann ihn nicht mehr finden. Auch bei der Jochum Budget-Neuauflage fehlt der Hinweis. Vielleicht existierte die "Autorisierung" nur als Wunschdenken in den Köpfen der diversen PR-Abteilungen der Plattenkonzerne(?)Damit ich nicht nur theoretisiere werde ich mir nun die Jochum Aufnahme anhören....und somit ein Stück moderates 20. Jahrhundert geniessen....
Für alle anderen gibts hier eine Kostprobe. Die Aufnahme ist übrigens noch bei jpc verfügbar - für schlappe 7,99 €......
mfg aus Wien
Alfred
Nachtrag (nach heutigem Abhören)
Die Tontechnik von 1968 ist eine Wucht - speziell verglichen mit anderen Aufnahmen der DGG.
Äusserst dynamisch, räumlich, tonfarbentreu und natürlich. Auf meinem Exemplar wird der Balance Ingenieur verschwiegen, vermutlich auf älteren Ausgaben angegeben. Er hätte es verdient.....
Ob die Aufnahme zu den "geschönten" gezählt wird - das weiss ich nicht...
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Österreichischer Geschmack ist eben etwas "elganter", glatter, polierter, gefälliger. Wir sehen das bei Karajan, Karl Böhm (dem man ja auch immer wieder "Glättung" vorwirft)und - last but not least - den Wiener Philharmonikern.
... und genau das finden die Neutöner nun einmal unerträglich, lieber Alfred. Das ist ja auch ihr gutes Recht, ich kann es nur nicht abhaben, wenn sich hier jemand quasi mit einem Rundumschlag auf einen Dirigenten von Rang Karajans einführt (nach dem Motto: Hoppla, jetzt komm ich!) und auf Nachfrage jede Begründung seiner These schuldig bleibt, sondern sich in Allgemeinplätzen ergeht. Auf eine Diskussion mit Leuten, die so argumentieren, lege ich nicht den geringsten Wert. Deshalb war sein Hinweis überflüssig.
Kennengelernt habe ich das Werk in der Aufnahme unter Eugen Jochum. Das hat mich geprägt.
Auch meine erste Berührung mit der Carmina burana war die Jochum-Aufnahme. Sie ist in jeder Hinsicht noch heute hörenswert. Ich habe noch ein paar andere Versionen, aber neben Jochum würde ich nur noch diese Aufnahme hervorheben wollen:
Rafael Frühbeck de Burgos mit dem New Philharmonia Orchestra (Aufnahme: London, 1965).
Sie ist drei Jahre älter und klingt an manchen Stellen "brutaler" als die von Jochum, aber sie hat keine Gundula Janowitz aufzubieten!
LG Nemorino
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In letzter Konsequenz halte ich Orffs Vertonung der "Carmina Burana" für quasi "unzerstörbar. Kennengelernt habe ich das Werk in der Aufnahme unter Eugen Jochum. Das hat mich geprägt. Inzwischen besitze ich einige Aufnahmen des Werkes und bin immer wieder hingerissen. Eines der wenigen Werke des 20. Jahrhunderts, das ich nicht nur "ertrage", sondern das mich begeistert. Folgerichtig wird es von "Hardlinern" der Musik des 20. Jahrhunderts scheel betrachtet - gelinde gesagt...Seine Bedeutung in der Musikgeschichte wird indes auch durch die zahlreichen Aufnahmen - oft durch Dirigenten der Spitzenklasse - bestätigt.
Es wurde weiter oben im Thread geschrieben, Orff habe keine seiner Aufnahmen "autorisiert", aber zuminderst auf der erstausgabe der Jochum-Einspielung stwht das Gegenteil. Ich hatte auch in Erinnerung, daß auf anderen Einspielungen ein entsprecheneder Kleber angebracht war- aber ich kann ihn nicht mehr finden. Auch bei der Jochum Budget-Neuauflage fehlt der Hinweis. Vielleicht existierte die "Autorisierung" nur als Wunschdenken in den Köpfen der diversen PR-Abteilungen der Plattenkonzerne(?)Damit ich nicht nur theoretisiere werde ich mir nun die Jochum Aufnahme anhören....und somit ein Stück moderates 20. Jahrhundert geniessen....
Für alle anderen gibts hier eine Kostprobe. Die Aufnahme ist übrigens noch bei jpc verfügbar - für schlappe 7,99 €......
mfg aus Wien
Alfred
Nachtrag (nach heutigem Abhören)
Die Tontechnik von 1968 ist eine Wucht - speziell verglichen mit anderen Aufnahmen der DGG.
Äusserst dynamisch, räumlich, tonfarbentreu und natürlich. Auf meinem Exemplar wird der Balance Ingenieur verschwiegen, vermutlich auf älteren Ausgaben angegeben. Er hätte es verdient.....
Ob die Aufnahme zu den "geschönten" gezählt wird - das weiss ich nicht...
Definitiv autorisiert ist der Eichhorn, da ist auch prominent ein entsprechender Hinweis auf den CD´s der Carmina und der Welttheater platziert, bei der Jochum-Vinyl in meinem Besitz konnte ich einen entsprechenden Hinweis nirgends finden, aber möglicherweise variierten die entsprechenden Freigaben auch. Der musikalischen Qualität tut es überhaupt keinen Abbruch. Wie gesagt, mein persönlicher Favorit (Frübeck de Burgos) hat keinerlei Aufkleber drauf, klingt in meinen Ohren dennoch fantastisch.

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Hier sieht man den Autorisierungshinweis auf dem ursprünglichen Cover der Jochum Langspielplattenversion
Aber prinziepiell pflichte ich bei: Sie ist belanglos.
Wenn ich richtig informiert bin, bzw mich richtig erinnere, war Orff bei der Eichhorn-Aufnahmesitzung sogar selber anwesend (??)
mfg aus Wien
Alfred -
Hier sieht man den Autorisierungshinweis auf dem ursprünglichen Cover der Jochum Langspielplattenversion
Aber prinziepiell pflichte ich bei: Sie ist belanglos.
Wenn ich richtig informiert bin, bzw mich richtig erinnere, war Orff bei der Eichhorn-Aufnahmesitzung sogar selber anwesend (??)
mfg aus Wien
AlfredWar er, ebenso bei den Einspielungen zum Mond, der Klugen und dem leider nirgends verfügbaren Orpheus, beim Orpheus und der Klugen spricht er ja auch die Intro-Texte. Er war er auch bei der Sawallisch-Einspielung der Carmina zugegen.
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Ich habe mich heute an einen alten Fernsehfilm der Carmina Burana erinnert. Zuerst musste ich prüfen, ob er hier nicht schon erwähnt wurde. Wurde er nicht, da man in der Vergangenheit solche Clips aus technischen Gründen hier nicht zeigen konnte. Ich erinnerte mich, daß Lucia Popp und Herman Prey mit von der Partie waren. Gibts da überhaupt noch die Möglichkeit das heute zu sehen ? Es gibt. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1975 und wurde von Ponelle designed und von Kurt Eichhorn dirigiert. Man mag zu solchen Visualisierungen stehen wie man mag: Hier war zweifellos ein Künstler seines Fachs am Werk. Das "Pseudo-Mittelalter erwacht zu neuem Leben...
Es gibt den kompletten Film:
Schade, daß die Bildschärfe bescheiden ist. Auch wenn ich es nicht mehr erleben werde. Wenn die Preise von Chips radikal sinken wird es möglich sein die Bldschärfe so wiederherzustellen, so wie das heute beim Standphoto möglich ist. Eine reine Frage des Algorythmus und des Speicherplatzes, der Rechengewschwindigkeit....
Bis dahin müssen wir uns mit dem bescheiden was wir haben. Glücklicherweise ist der Ton bereits erste Sahne !!!
Viel Vergnügen !!
mfg aus Wien
Alfred
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Während hier noch überlegt wird, welche denn die beste Aufnahme sein könnte, haben schon vor vielen Jahren Künstler(?) und Werbestrategen den armen Carl Orff skrupellos ausgeschlachtet. Immerhin wurde die Musik der Carmina Burana so auch bei einem breiten Publikum bekannt.
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Ich habe mich heute an einen alten Fernsehfilm der Carmina Burana erinnert. Zuerst musste ich prüfen, ob er hier nicht schon erwähnt wurde. Wurde er nicht, da man in der Vergangenheit solche Clips aus technischen Gründen hier nicht zeigen konnte. Ich erinnerte mich, daß Lucia Popp und Herman Prey mit von der Partie waren. Gibts da überhaupt noch die Möglichkeit das heute zu sehen ? Es gibt. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1975 und wurde von Ponelle designed und von Kurt Eichhorn dirigiert. Man mag zu solchen Visualisierungen stehen wie man mag: Hier war zweifellos ein Künstler seines Fachs am Werk. Das "Pseudo-Mittelalter erwacht zu neuem Leben...
Es gibt den kompletten Film:
Schade, daß die Bildschärfe bescheiden ist. Auch wenn ich es nicht mehr erleben werde. Wenn die Preise von Chips radikal sinken wird es möglich sein die Bldschärfe so wiederherzustellen, so wie das heute beim Standphoto möglich ist. Eine reine Frage des Algorythmus und des Speicherplatzes, der Rechengewschwindigkeit....
Bis dahin müssen wir uns mit dem bescheiden was wir haben. Glücklicherweise ist der Ton bereits erste Sahne !!!
Viel Vergnügen !!
mfg aus Wien
Alfred
Oder aber man greift zu (zeitentsprechend) guter Qualität, und zur DVD vom Werbepartner
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Während hier noch überlegt wird, welche denn die beste Aufnahme sein könnte, haben schon vor vielen Jahren Künstler(?) und Werbestrategen den armen Carl Orff skrupellos ausgeschlachtet
Oder, um es mit den Worten von Orff zu beschreiben, als er einem Besucher das Anwesen am Ziegelstadl zeigte: "Wissen´s, des all´s hob i meiner Carmina zu verdanken, von meine ganzen andern Werke könnt i net leben"

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Oder aber man greift zu (zeitentsprechend) guter Qualität, und zur DVD vom Werbepartner
Als ich vor etwa 2 Stunden die besprochene Carmina Burana angesehen hatte, dachte ich darüber nach, dass es ein Verbrechen gewesen sei, in jenen Steinzeittagen der Farbvideoaufzeichnung dieses unvollkommeme Medium zu nutzen. Hätte man auf Film aufgezeichnet, dann könnte man eines Tages in hochwertiger Qualität auf hochauflösendes Video überspielen.
Und nun sehe ich, daß Ponelle genau das gemacht hat: Er, bze Bavaria Film GmbH München hat einen Film gemacht - kein Video. Filmfarben sterben zwar auch, aber doch extrem langsamer als Videoaufzeichnungen jener Tage. Und somit haben wir ein wunderbares Zeitdokument, welches derzeit bei unserem Werbepatner jpc angeboten wird.... Eureka !!
Orffeus - Besten dank für den Tip !!
mfg aus Wien
Alfred
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Ich kann mich für das Werk - abgesehen von der oberflächlichen Eindrücklichkeit seines Bombasts - nicht erwärmen.
Statt Orffs Überdramatisierung hielte ich eine - gern auch moderne - Umsetzung in Form von mit der Laute begleiteten Solo-Liedern oder vier- bis sechsstimmiger Madrigale (rein vokal) für angemessener.
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abgesehen von der oberflächlichen Eindrücklichkeit seines Bombasts
Nicht nur das "O Fortuna" hören, der Rest ist ebenso wichtig, und bedeutend weniger bombastisch.
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Man darf aber nicht vergessen, daß Orffs "Überdramatisierung" offenbar den andauernden Erfolg des Werkes - über seinen Tod hinaus - ausmacht. Er selbst schrieb an seinen Verleger:
„Alles, was ich bisher geschrieben und was Sie leider gedruckt haben, können Sie nun einstampfen! Mit Carmina Burana beginnen meine gesammelten Werke!“
Später meinte er noch (sinngemäß), dar es die einzige Komposition von Bedeutung war, die er geschrieben habe, von all den andern könne er nicht leben....
mfg aus Wien
Alfred
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Ich kann mich für das Werk - abgesehen von der oberflächlichen Eindrücklichkeit seines Bombasts - nicht erwärmen.
Statt Orffs Überdramatisierung hielte ich eine - gern auch moderne - Umsetzung in Form von mit der Laute begleiteten Solo-Liedern oder vier- bis sechsstimmiger Madrigale (rein vokal) für angemessener.
Ich liebe das Werk sehr. Es war einer der Klassik-Hits meiner Jugend. Die zusammengelegten Chöre meines und des benachbarten Gymnasiums haben das Werk einstudiert und mehrfach öffentlich aufgeführt (Schuljahr 1989/90) - bis heute unter Zeitzeugen berüchtigt sind meine Ein-Mann-Aufführungen unter massivem Alkoholeinfluss, die auch halböffentlich in Kneipen und auf den Straßen Frankfurts stattfanden
. Ich bin heute noch weitgehend textsicher und trällere gern hier zu Hause mit, wenn es keiner hört. Ich höre es heute nicht mehr so häufig wie mit 17 oder 18. Aber mehrmals im Jahr muss einfach sein!Grüße
Garaguly
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Vor einigen Wochen steuerte ich den Parkplatz von Kieser-Training an, "volles Rohr" mit "O Fortuna".
In der Umkleide spricht mich ein Mann an, der das Stück erkannt hatte. Das war das erste Mal in meinem Autofahrerleben. Wir wissen ja, dass klassische Musik in Quiz-Shows unbekannt ist, aber etwa an Ampeln und besonders an Tankstellen und Geschäften hört man nur die schrecklichste Schrottmusik, egal, welche Automarke. Auch Jazz und gute Rockmusik sind ganz unbekannt.
Übrigens möchte ich daran erinnern, dass die Carmina nur ein Teil einer Trilogie sind, die anderen Stücke heißen "Catulli Carmina" und Trionfo di Aphrodite". Ich bin "sozialisiert" auf die Gesamtaufnahme (Titel "Trionfi") aus Leipzig unter Herbert Kegel.
Die Ponte: nach Afrodite und Catulli Carmina ist Burana nur die Nummer 3. Es gibt hier einige Kollegen, die das auch so sehen, aber deswegen werden die Carmina Burana natürlich nicht weggeschlossen. Leider haben die Dirigenten meiner Vokalensembles mehr "Kunst" gemacht, sodass Orff außen vor blieb. Aber man braucht doch schon einen großen Chor und riesiges Schlagwerk.
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Die Ponte: nach Afrodite und Catulli Carmina ist Burana nur die Nummer 3
In welcher Hinsicht? Kompositorisch oder nach dem Datum der Entstehung? Um dem Ziel CO´s nahe zu kommen Sprache und instrumentalen Rythmus zu harmonisieren und zu einem eigenen Idiom zu vereinigen sicherlich, da waren die 37 uraufgeführten Carmina sicherlich nur die erste Entwicklungsstufe, die 42/43 entstandenen Catulli Carmina sind da bereits mehrere Schritte weiter (derweil CO parallel dazu mit "Die Klige" auch andere Ansätze verfolgte), 49-51 entstand das Trionfo di Afrodite, noch nach der "Antigonae", die schon bedeutend radikaler in der Umsetzung war, was dann 1953 zur völlig mißratenen Uraufführung des Tryptichons führte.
