Rafael Frühbeck de Burgos - kein Selbstdarsteller

  • Hallo,


    heute feiert Rafael Frübeck de Burgos seinen 75 Geburtstag. Allerdings ist er hier im Forum wenig präsent- zu Unrecht, wie ich finde. In den Jahren seiner langen Karriere hat er mit vielen bedeutenden Künstlern zusammen gearbeitet und viele schöne Aufnahmen gemacht.
    Da er seit 2004 Chefdirgent der Dresdner Philharmonie ist, verbinden sich für mich auch viele schöne Konzerterlebnisse mit diesem Dirigenten! Zuallererst denke ich da ein ein außergewöhnliches Konzert mit Werken von DEBUSSY (La mer, Nocturnes, u.a.). Ansonsten sind es vorallem BRUCKNER und MAHLER, die man in letzter Zeit sehr oft in seinen Programmen findet.
    Ich konnte ihn in seiner Dresdner Zeit allerdings nicht nur als Konzerthörer erleben, sondern habe auch mehrfach unter seiner Leitung im Chor gesungen (u.a. de FALLA "La vida breve", BERLIOZ "La enfance du christ" BEETHOVEN Messe C-Dur).
    Besonders das Werk von de FALLA unter seiner Leitung zu singen war für mich ein sehr beeindruckendes Erlebniss! Er zählt sicher zu den Altmeistern der Dirigentenzunft, der durchaus stark der Tradition verpflichtet ist. Was ich bei seiner Arbeit aber immer besonders bewundert habe, ist, das er nie ein Selbstdarsteller war, immer stand für ihn das Werk im Vordergrund! Und so ist eines seiner häufigsten Anweisungen an die Musiker: " Halten sie sich hier zurück, sie sind hier nicht wichtig, wichtig ist an dieser Stelle ein anderes Instrument/ Sänger, etc."


    Als CD-Empfehlung von mir hier (natürlich) eine Einspielung mit Werken von de FALLA:



    Welche Erfahrungen habt ihr mit Frübeck de Burgos?


    Gruß pt_concours

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Auch von mir aus Düsseldorf einen herzlichen Glückwunsch an Rafael Frühbeck de Burgos zum 75. Geburtstag.


    Der am 15. September 1933 geborene Spanier (mit deutschen Wurzeln) war von 1966 bis 1970 fünf Jahre Generalmusikdirektor in Düsseldorf, also einer der Nach-Nachfolger Mendelssohns und Schumanns, deren Musik er hier oft dirigierte.


    Er brachte es fertig, durch seine Beziehungen zum Londoner Plattenkonzern EMI deren deutsche Tochterfirma Electrola, die in Köln ansässig ist, dazu zu bringen, in Düsseldorf mit den hiesigen Symphonikern Plattenaufnahmen zu machen (man stelle sich vor: eine Kölner Plattenfirma nimmt in Düsseldorf auf!!!)


    Und das kann sich auch heute noch hören lassen! Hier sind zwei Beispiele:



    Robert Schumann (1810-1856)
    Der Rose Pilgerfahrt op. 112
    +Missa Sacra op. 147;Requiem für Mignon op. 98b;
    Requiem op. 148


    Donath, Hamari, Altmeyer, Sotin, Fischer-Dieskau, Shirai,
    Düsseldorf SO, Berlin PO,
    Frühbeck de Burgos, Klee



    Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
    Paulus


    Fischer-Dieskau, Donath, Schwarz, Hollweg,
    Düsseldorf SO,
    Frühbeck de Burgos



    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Meine besondere Erfahrung mit Frühbeck de Burgos war eine Carmen-Aufführung - die er solide geleitet hat -, als anläßlich seines Auftritts ein Bekannter von mir spontan und zu laut sagte: "Don Corleone!"


    Es wurde für alle Umsitzenden ein vergnüglicher Abend.


    LG


    Christian

  • Danke für das Stichwort, Christian, "Carmen" gehört zu den Opern, die Rafael Frühbeck de Burgos immer gerne dirigiert hat.


    Es gibt auch eine Gesamtaufnahme der Oper auf CD mit ihm aus Paris:



    Aufnahme: 1969, Paris, Studio (Dialogfassung)
    Dirigent: Rafael Frühbeck de Burgos
    Orchestre de l'Opéra National de Paris
    Choeur de l'Opéra National de Paris


    Carmen: Grace Bumbry
    Dancaïre: Michel Trempont
    Don José: Jon Vickers
    Escamillo: Kostas Paskalis
    Frasquita: Eliane Lublin
    Guide: Louis Fremont
    Lillias Pastia: Régis Outin
    Mercédès: Viorica Cortez
    Micaëla: Mirella Freni
    Moralès: Claude Méloni
    Remendado: Albert Voli
    Zuniga: Bernard Gontcharenko


    Die Dialoge wurden separat aufgenommen und werden von Schauspielern gesprochen.


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Hallo pt concouts,


    mit Rafael Frühbeck de Burgos habe ich ausschließlich auf Decca-CD´s sehr gute Erfahrungen gemacht.


    So sind dies bei mir auch Werke von de Falla, Albenitz und Turina, die ich nie besser hörte, als mit Burgos.


    Ganz herausragend möchte ich eine Aufnahme auf einer Decca-Ovation-CD herausstellen, bei der er die Instrumentation der
    Suite Espagnola von Isaac Albenitz vorgenommen hat, die im Original ein Klavierwerk ist. Leider ist diese CD nur ohne Abb bei amazon vorhanden.
    Die Musik und die Interpretation sind einmalig und mit Rhytmus und Feuer ausgestattet; die Instrumentation meisterlich und farbig.
    :jubel: Ein fantastische Musik !
    ;) So ganz nach meinem Geschmack.


    Auf der CD befindet sich
    Isaac Albenitz: Suite Espagnola (arr. F.D.Burgos)
    Manuel de Falla: Der Liebeszauber-Ballett
    Enrique Granados: Goyescas-Intermezzo

    New Philharmonia Orchestra London, F.de Burgos
    Decca-Ovation, 1967-68, ADD



    Aber auch diese CD mit Werken von Albenitz, Turina, de Falla ist mustergültig für Rafaels Gespür für spanische Musik:



    De Falla: Nächte in spanischen Gärten
    Turina: Rapsodia Sinfonica
    Albenitz: Rapsodia Espanola
    LSO, F.de Burgos
    Decca, 1991, DDD

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Bei aller Hochachtung vor einigen der genannten Aufnahmen fehlt (nicht nur) unserer Wahrnehmung heute leider einer der wichtigsten Abschnitte in de Burgos' Discographie, weil sie mindestens außerhalb Spaniens leider komplett vom Markt verschwunden sind, und das sind seine hervorragenden Aufnahmen wichtiger Zarzuelas mit Topstars der spanischen Oper.


    Dazu gehören:
    Fernando Alonsos ME LLAMAN LA PRESUMIDA MIZT Angeles Gulin und Pedro Lavirgen
    Emilio Arietas’ MARINA mit Victoria Canale und Jaime (Giacomo) Aragall
    Fernando Chuecas LA GRAN VIA mit Fernando Blancas und Nati Mistral
    Geronimo Gimenez’ LA TEMPRANICA mit Teresa Berganza und Manuel Ausensi
    Jose Serranos ALMA DE DIOS mit Carmen Sinova und Antonio Blancas
    Federico Moreno Torrobas LA CHULAPONA mit Pilar Lorengar und Teresa Berganza sowie dessen LUISA FERNANDA, ebenfalls mit Teresa Berganza
    Antonio Vives’ BOHEMIOS mit Maria Pura und Francisco Ortiz und natürlich dessen DONA FRANCISQUITA mit Placido Domingo

    Auch wenn uns heute diese Werke und Aufnahmen leider kaum mehr etwas sagen, sind sie doch von vorzüglicher Qualität, musikalisch wie interpretatorisch, und wenn sie einmal jemandem bei einem Spanienurlaub o. ä. begegnen sollten, kann und sollte man bedenkenlos zugreifen.

    :hello: Jacques Rideamus

  • Dass Rafael Frühbeck de Burgos auch im deutschen Fach zuhause war, zeigt diese DVD aus Berlin, auf der er die "Meistersinger" in der Götz-Friedrich-Inszenierung dirigiert:



    Aufnahme: 1995, live, Deutsche Oper Berlin
    Dirigent: Rafael Frühbeck de Burgos
    Orchester der Deutschen Oper Berlin
    Chor der Deutschen Oper Berlin
    Chorleitung: Karl Kamper
    Inszenierung: Götz Friedrich


    Augustin Moser: Otto Heuer
    Balthasar Zorn: Volker Horn
    David: Uwe Peper
    Eva: Eva Johansson
    Fritz Kothner: Lenus Carlson
    Hans Foltz: Friedrich Molsberger
    Hans Sachs: Wolfgang Brendel
    Hans Schwartz: Ivan Sardi
    Hermann Ortel: Klaus Lange
    Konrad Nachtigall: Barry MacDaniel
    Kunz Vogelsang: David Griffith
    Magdalene: Ute Walther
    Nachtwächter: Peter Edelmann
    Pogner: Victor von Halem
    Sixtus Beckmesser: Eike Wilm Schulte
    Ulrich Eißlinger: Peter Maus
    Walther von Stolzing: Gösta Winbergh


    LG


    :hello:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • fünf Jahre vergingen seit dem letzten Eintrag - inzwischen ist er 80:


    Rafael Frühbeck (* 15. September 1933 in Burgos), bekannt unter seinem Künstlernamen Rafael Frühbeck de Burgos, ist ein spanischer Dirigent deutscher Herkunft (beide Eltern waren Deutsche).



    :jubel::jubel::jubel:

    Harald


    Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
    (Vinícius de Moraes)

  • Leider war gestern in der spanischen Presse zu lesen, dass Rafael Frühbeck de Burgos offiziell seine Karriere beendet. Er hatte zum letzten Mal 2013 in Washington dirigiert und war während des Konzertes ohnmächtig geworden. Die Folgen eines Krebsleidens zwingen ihn nun dazu, alle künftigen Verpflichtungen abzusagen und sich vom Podium zurückzuziehen.


    An dieser Stelle baldige Genesungs- und Besserungswünsche für diesen großartigen Dirigenten, der gerade im spanischen Repertoire eine prägende Gestalt ist.

  • An dieser Stelle baldige Genesungs- und Besserungswünsche für diesen großartigen Dirigenten, der gerade im spanischen Repertoire eine prägende Gestalt ist.


    Dem kann man sich nur anschließen, finde ich. Eine wirklich ideale Aufnahme in jeder Hinsicht ist diese hier:



    Schöne Grüße
    Holger

  • Harald hatte seinerzeit schon eine Aufnahme gepostet aus einer kleinen Reihe, die Rafael Frühbeck de Burgos mit seinem damaligen Orchester, der Dresdner Philharmonie, aufgenommen hat.




    Trotz teilweise übergroßer Konkurrenz kann ich diese Aufnahmen mit ihrer intensiven, leidenschaftlichen Interpretation bedenkenlos empfehlen.

    Grüße aus der Nähe von Hamburg


    Norbert


    Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.

    Gustav Mahler


  • Dem kann man sich nur anschließen, finde ich. Eine wirklich ideale Aufnahme in jeder Hinsicht ist diese hier:




    Das ist auch meine Lieblingsaufnahme und... das war die erste CD, die ich mir überhaupt gekauft habe 1985.

  • Hallo Lutgra und Holger,


    zu der abgebildeten Burgos-CD mit spanischem Repertoire -> ;) siehe Beitrag 5 von 2008.


    :!: Eine ganz wichtige CD möchte ich aber hier hinzufügen. Hier hat er sich, nebst Dirigent, auch als fablehafter Instrumentator mit Albeniz-Suite espagnola erwiesen:
    -->
    Decca, ADD


    Gefällt mir in ihrer unglaublichen Farbigkeit besser als die Klavierfassung. Die Suite espagnola wirkt hier für das Orchester richtig "auf den Leib geschrieben".


    Und auch die enthaltene GA von El Amor Brujo ist mir (trotz Ansermet und Dutoit) die Liebste.

    Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • Neben den Aufnahmen, die Lutgra, Wolfgang und Holger gezeigt haben, die ich ebenfalls für Spitzenaufnahmen halte, möchte ich auch auf seine Einspielung von "La vida Breve" verweisen mit Victoria de los Angeles:



    Zudem habe ich beim Recherchieren zu meiner Überraschung diese Aufnahme hier eintdeckt, die mir bis dato völlig unbekannt war - kennt jemand zufällig diese CD? Ein unbekannter spanischer Komponist - mit Pepe Romero! Und der wundervollen Maria Bayo?! Auf Naxos?!? Oha. Da gibt es kein Halten mehr - den Tonbeispielen nach zu Urteilen ein vielversprechender, toller Fund - da werde ich nicht umhin können, mir selbige zuzulegen...


  • Nachdem man sich in unserem Forum zu meiner Freude neuerdings auch wieder an den großartigen Dirigenten RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS erinnert, möchte ich meinerseits an eine von mir an anderer Stelle gewürdigte Aufnahme von ihm erinnern, die zumindest noch bis vor kurzem unter dem Label EMI - Classics for Pleasure zu beziehen war:


    Unter den zahlreichen exzellenten und hochinteressanten Einspielungen von MOZART's Requiem beeindruckt mich nach wie vor RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS' emphatische Interpretation mit dem opulent erklingenden NEW PHILHARMONIA CHORUS AND ORCHESTRA und den herrlichen Stimmen des Sängerquartetts mit EDITH MATHIS, Sopran, GRACE BUMBRY, Alt, GEORGE SHIRLEY, Tenor und MARIUS RINTZLER, Baß, am meisten. Die Aufnahme, die erstmals bei EMI Angel Series erschien, geht unter die Haut wie kaum eine andere und belegt wieder einmal das Format dieses in Deutschland leider viel zu wenig bekannten Dirigenten. obwohl dessen Eltern ja aus Deutschland stammen, und obwohl er von 1966 - 1971 Generalmusikdirektor in Düsseldorf war. Dabei hätte eigentlich spätestens seine Einspielung von BIZET's Carmen 1970 bei Electrola mit den CHOEURS ET ORECHESTRE DU THÉATRE NATIONAL DE L'OPÉRA PARIS mit so hochkarätigen Sängern wie eben GRACE BUMBRY als Carmen, wie JOHN VICKERS und MIRELLA FRENI, auch deutsche Musikliebhaber längst auf diesen Dirigenten aufhorchen lassen müssen. Obwohl schon 4 Gesamteinspielungen von Carmen existierten, war das englische Schallplattenmagazin "Gramophone" voll des Lobes über diese neue Einspielung. Aus seiner langen Zusammenarbeit mit dem NEW PHILHARMONIA ORCHESTRA erklärt sich auch der hervorragende Gesamteindruck der Einspielung von MOZART's Requiem durch RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS.


    Viele Grüße
    wok

  • Frühbeck de Burgos ist ein seltsames Phänomen! Den Namen kenne ich seit den frühen Tagen meiner Klassikleidenschaft, doch in bei mir verfügbaren Aufnahmen hat sich das kaum niedergeschlagen. Ich habe zwar zur Zeit keinen richtigen Überblick mehr über meine Sammlung (Chaos! :D ), aber ich weiß, dass da nicht viel von Frühbeck de Burgos Dirigiertes zu finden ist; ein wenig spanisches Repertoire und das war's dann auch schon.
    Umso mehr machte mich Holger Kalethas Posting mit der von Frühbeck de Burgos geleiteten Liszt-CD des schwedischen Labels BIS neugierig. Ich bestellte die Scheibe gerade eben und bin nun bis auf Weiteres gespannt.


    Grüße
    Garaguly

  • Lieber MSchenk,


    leider hat Rafael Frühbeck de Burgos die Karriere ganz beendet und alle Verpflichtungen abgesagt, siehe Beitrag 9.


    viele Grüße

  • leider hat Rafael Frühbeck de Burgos die Karriere ganz beendet und alle Verpflichtungen abgesagt

    Das ist eine traurige Nachricht, wir wünschen ihm alles Gute für seine verbleibende Zeit.


    Hier noch nicht genannt, seine Aufnahme der Carmina, die viele für die bisher beste halten.



    Weiterhin zu empfehlen, Frühbeck de Burgos als kongenialer Begleiter:




  • leider hat Rafael Frühbeck de Burgos die Karriere ganz beendet und alle Verpflichtungen abgesagt, siehe Beitrag 9.


    Oh, das hatte ich garnicht gelesen. - Bleibt nur, ihm trotzdem alles beste für den Lebensherbst zu wünschen!

    mfG Michael


    Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.


  • Es ist leider wahr: Rafael Frühbeck de Burgos (* 15. September 1933 in Burgos; † 11. Juni 2014 in Pamplona) ist im Alter von 80 Jahren seiner Krebserkrankung erlegen. Das ging ja jetzt wirklich abrupt. Vor nicht mal einer Woche trat er von sämtlichen Dirigierverpflichtungen zurück.


    R. I. P.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

  • Das ist in der Tat sehr traurig! Que descanse en paz. Ich hätte auch nicht gedacht, dass er so schnell seinem Krebsleiden erliegen würde. Ich gedenke in Dankbarkeit seinen großartigen Beiträgen zur Musik, die er geleistet hat.

  • Sehr traurig! Nach Claudio Abbado ist Rafael Frühbeck de Burgos nun schon der zweite kreativ lebendige Dirigent in diesem Jahr, dem die Menschheitsgeißel Krebs nicht erlaubt hat, die 80 zu überschreiten.


    Beste Grüße
    Holger

  • Das ist eine traurige Nachricht. Ja, so schnell geht es manchmal. ;(


    Hoffentlich sehen sich die Plattenfirmen - allen voran EMI/Warner - in der Lage, ihm eine angemessene Box zu widmen.

  • Mit großer Betroffenheit vernehme ich die Nachricht vom nun so plötzlichen Tod dieses von mir hochgeschätzten Dirigenten.
    Noch vor 3 Tagen hatte ich hier meine Freude darüber zum Ausdruck gebracht, daß man sich nun nach so vielen Jahren der Stille in diesem Forum wieder an RAFAEL FRÜHBECK DE BURGOS erinnert und ihn mit sehr anerkennenden Beiträgen würdigt, und ich hatte meinerseits auf eine meiner Lieblingsaufnahmen von ihm, dem MOZART-Requiem mit dem NEW PHILHARMONIA CHORUS AND ORCHESTRA hingewiesen. Ich hoffe ud wünsche ihm, daß ihm ein ebenso wunderbares Requiem zum Abschied zuteil werden möge.


    Viele Grüße
    wok

  • Auch ich habe betroffen die Nachricht gelesen und erinnere mich gerne daran, dass ich durch ihn Mendelssohns Paulus kennengelernt habe, den er 1976 in der Thomas Kirche in Düsseldorf aufgenommen hat und der in der nachfolgenden Box enthalten ist.
    Mit Helen Donath, Hanna Schwarz, Werner Hollweg und Dietrich Fischer-Dieskau hatte er damals exzellente Solisten zur Verfügung:


    R.I.P.

    1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
    2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

  • Dieses dürfte wohl sein letztes Konzertdokument sein:



    P.S.: Wobei zu einer gerechten Beurteilung seiner Lebensleistung auch dazugehört, einzugestehen, dass seine fünfjährige GMD-Zeit an der Deutschen Oper Berlin (1992-1997) nicht so der Hit war...

    Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"


    Auf politische und kulturpolitische Diskussionen lasse ich mich hier nicht mehr ein. Kein Widerspruch meinerseits bedeutet dann also nicht, dass ich den getätigten Aussagen zustimme! (Das Regietheater-Forum habe ich überdies bei mir abgeschaltet.)

  • Wer mich kennt, weiß, dass ich modernes Regietheater nicht sehr mag. Aber diese Inszenierung der "Meistersinger" hat etwas (sie wurde ins 19. Jahrhunder verlegt). Die Schlussszene gefiel mir besonders. Frühbeck de Burgos hat großen Anteil am überzeugenden Gesamteindruck.

    »Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid