Youri Egorov - Pianist aus Russland

musicophil · 45 Beiträge · letzte Antwort von Orfeo

45 Beiträge
  • Im Oktober 2026 soll ein in diesem Jahr fertiggestellter Film über Youri Egorovs Leben im Exil in Amsterdam in die Kinos kommen.



    Regie: Sander Burger

    mit Levan Gelbakhiani als Youri Egorov

    Joes Brauers als Journalist Jan Brokken

    Marco Verhagen als Youri Lebenspartner Jan Brouwer.

  • Eline Flipse drehte bereits 1984 für VPRO-Tv

    ein kurzes Video über Youri Egorov, welches sie nach Youris Tod weiter bearbeitete und ergänzte.

    2024 veröffentlichte sie die Dokumentation zum Gedenken an seinen 70. Geburtstag auf einer DVD und bei YT. Nicht synchronisierter Film.

    Eine direkte Veröffentlichung hier ist nicht möglich, deshalb gibt es diesen Link


    https://youtu.be/I7M1I69RnYQ?si=tRUVI1Z3vaCXWC9u


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  • Für ihr Buch "Great Contemporary Pianists Speak for Themselves" Vol. II, S 43-61 (Dover Publications, 1991) hat Elyse Mach ein Interview mit Youri Egorov geführt.


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    Auszüge (10 Seiten) aus dem Kapitel zu Egorov findet man bei google.books.

  • Thomas Pape

    Hat den Titel des Themas von „Yuri Egorov - Pianist aus Russland“ zu „Youri Egorov - Pianist aus Russland“ geändert.
  • Ich habe diesen Film bei Youtube gefunden - mit englischen Untertiteln. Da spricht u.a. die ganz junge Maria Joao Pires auf Französisch über ihn und der ebenfalls junge Gidon Kremer - wohl identisch mit dem von Orfeo verlinkten Film oben.



    Ich habe schon seit längerem die Warner-(EMI)-Box von ihm, aber einfach noch nicht die Zeit gefunden, mich damit eingehender zu beschäftigen:


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    Youri Egorov - The Master Pianist (7 CDs) – jpc.de


    Danke natürlich Orfeo für den Hinweis auf den Film! :thumbup: :hello:


    Schöne Grüße

    Holger

  • Vorankündigung des Films "Youri" auf der Website der Online-Datenbank IMDb: "Amsterdam, 1980er Jahre. Als der Journalist Jan Brokken Youri Egorov, den weltberühmten Konzertpianisten und schwulen Flüchtling aus der UdSSR, interviewt, entsteht eine unerwartete, enge Freundschaft zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Männern."


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    Auffallend in der Besetzungsliste ist, dass die Rolle des Jan Brokken, Autor des Romans "In het huis van de dichter" über Youri Egorov, prominent an erster Stelle steht (Brokken war auch als Berater bei den Dreharbeiten tätig). Levan Gelbakhiani als Darsteller des Youri wird erst an vierter Stelle erwähnt und dessen lanjähriger Lebenspartner Jan Brouwer wird bei der IMDb ohne Namennennung nur als „Intimate partner Youri“ geführt.

    Daraus kann man wohl schließen, dass der Film, ähnlich wie Fime über Kaiserin Elisabeth "Sisi" oder über Mozart, sich wenig um biografische Genauigkeit kümmert. Ich hatte weiter oben schon in Beitrag # 29 auf einige falsche Angaben in Brokkens Roman hingewiesen. Wim de Haan gab 2020 seine Buch: Youri Egorov - Het ware verhaal - Een andere kijk op de roman In het huis van de dichter (Youri Egorov – Die wahre Geschichte – Eine andere Perspektive auf den Roman "In het huis van de dichter") heraus und stellt darin mehrere Punkte richtig.

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    De Haan zeigt auf der Grundlage intensiver und sorgfältig durchgeführter Quellenforschung (mit Quellenangaben), dass relativ viel von Brokkens Angaben nicht dem damaligen, tatsächlichen Verlauf von Ereignissen und Dingen entspricht. Brokken gibt übrigens Youris Muter Eleonora M. Bragatova den Namen Eleonora Egorova.

    Leider hat Wim de Haan sich mittlerweile vollkommen aus dem Internet zurückgezogen und die Website über Youri Egorov https://youri-egorov.info geschlossen.


    Fazit: Man wird wahrscheinlich mehr über den Romanautor Brokken erfahren als über den Pianisten Egorov. Aber will man das wirklich wissen?

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    Diese Doppel-CD von DeHaan Records wurde von Wim de Haan produziert, dem Webmaster der zur Zeit inaktiven Youri-Egorov-Website.


    CD 1 enthält die ersten beiden Vorrunden der Van Cliburn International Piano Competition von 1977*, während auf CD 2 das Halbfinale zu hören ist. Die Vorrunden umfassen lediglich einzelne Sätze sowie Werkauszüge – letztere aufgrund zeitlicher Beschränkungen –, wohingegen im Halbfinale vollständige Werke präsentiert werden.


    * Das war der Wettbewerb in Texas, bei dem Youri zwar nur den 3. Platz belegte, begeisterte Enthusiasten jedoch 10000 $ (Höhe des Siegerpreisesn) sammelten.

  • Im offiziellen YouTube-Trailer zu Sander Burgers im Oktober erscheinenden Film "Youri" liest man im Begleittext folgenden Satz: "Der extrovertierte Youri hilft dem zurückhaltenden Jan dabei, seinen Traum zu verwirklichen: Schriftsteller zu werden."


    Damit sollte jedem Interessierten von vornherein klar sein, dass es in diesem Film wahrscheinlich vorrangig um den Autor Jan Brokken geht und weniger um Youri Egorov. Jan Brokken hatte im Jahr 2008, also 20 Jahre nach Youris Tod, seinen Roman "In het huis van de dichter" veröffentlicht, von dem er behauptet, das Buch beruhe auf wahren Begebenheiten, es sei keine Biografie, sondern ein aus der Erinnerung entstandener Roman. Typisch für die meisten Erinnerungen ist leider, dass sie im Laufe der Jahre verschwimmen und trügerisch werden, was bei Jan Brokken auffallend oft passiert. Oder sind es manchmal gar keine Erinnerungen, die er zu Papier bringt, sondern Erfindungen und falsche Behauptungen des Autors?


    Wim de Haan, der über Jahre für die inzwischen eingestellte Website www.youri-egorov.info verantwortlich war, hat mir freundlicherweise ein Exemplar der nicht im Handel erhältlichen deutschen Fassung von "Youri Egorov - Die wahre Geschichte. Ein anderer Blick auf den Roman „In het huis van de dichter" zur Verfügung gestellt. In dieser 90-seitigen Abhandlung geht er sehr ausführlich auf zweifelhafte, ungenaue und zum Teil falsche Darstellungen von Vorkommnissen in Youris Leben ein. Schon alleine die Tatsache, dass er behauptet, die Tagebuchaufzeichnungen aus der Zeit in Rom seien ihm von Youri persönlich kurz vor seinem Tod anvertraut worden sind, kann als Erfindung bewiesen werden, da dieses Tagebuch erst nach Youris Tod von Youris Lebenspartner Jan Brouwer in der gemeinsamen Wohnung gefunden wurde und von ihm an Youris Familie in Kazan weitergegeben wurden.


    Wie weit der Film sich von der Ralität entfernt, kann man natürlich vor dessen Erscheinen nicht sagen; aber alleine die Tatsache, dass er auf dem Roman basiert und Jan Brokken als Berater zugezogen wurde läßt Zweifel an einer objektiven Darstellung aufkommen. Schaut man auf das Plakat zum Film, sieht man im Vordergrund den Schauspieler Joes Brauers in der Rolle von Jan Brokken, Youri ist kleiner im Hintergrund abgebildet (s.o.).


    Auch in der Besetzungsliste zum Film https://www.crew-united.com/de/Youri__347861.html erscheint Youri erst an zweiter Stelle. Eine ganz wichtige Person aus Youris Leben wird gar nicht erwähnt, nämlich Claire Obolensky. Sie war während der ganzen Zeit in Amsterdam bis zu seinem Tod Youris sehr enge Freundin. Sie kommt zwar im Film als Nebenrolle vor und wird dort Tatjana genannt. Und Youris Lebenspartner Jan Brouwer? Der tritt zwar auch im Film auf (gespielt von Marco Verhagen), hat aber nur eine Nebenrolle und wird namentlich nicht erwähnt.


    Da fragt man sich, ob Youris Lebenspartner und seine engste Freundin im Film als die Menschen gezeigt werden, die sie wirklich waren, oder ob sie nur zu Randfiguren in einer packenden Geschichte werden?

    Wenn das so ist stellt sich die nächste Frage: wie wahrheitsgetreu wird wohl der Mensch und Pianist Youri Egorov dargestellt?


    Ich werde mir den vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) mitfinanzierten Film wahrscheinlich nicht ansehen.

  • Nach dem Mitschnitt der "Van Cliburn International Piano Competition 1977" (s.o. #36) mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen von Youri Egorovs Auftritten bei diesem Wettbewerb, möchte ich noch eine zweite echte Rarität vorstellen: den Mitschnitt von drei Live Konzerten aus dem Studio Radio Hilversum.

    Beide Aufnahmen sind im normalen Handel nicht zu finden, da es nur eine limitierte Auflage von jeweils 100 Stück gibt.

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    1) Études, Op. 10

    - 16. November 1976 – 5 Monate nach seiner Einreise in die Niederlande)

    2) Ballade No. 1 in G-Moll, Op. 23

    3) Nocturne No. 19 in E-Moll, Op. Posth. 72, No. 1

    4) Nocturne No. 5 in Fis-Dur, Op.15, No. 2

    5) Nocturne No. 8 in Des-Dur, Op. 27, No. 2

    6) Scherzo No. 2 in B-Moll, Op. 31

    - 13. Mai 1983)

    7) Fantaisie in F-Moll, Op. 49

    - 11. März 1979


    Diese Live-Aufnahmen stammen aus drei Konzerten, die zwischen 1976 und 1983 vom niederländischen Rundfunk im Studio 1 in Hilversum veranstaltet wurden. Sie sind allesamt bisher unveröffentlicht.

    Dies ist eine CD von DeHaan Records: DeHaan Records WH002


    Hier noch eine sehr frühe Aufnahme, vielleicht sogar die erste veröffentlichte. Der erst 17-jährige Youri Egorov spielt das Klavierkonzert Nr. 2 op. 22 von Saint-Saëns beim „Long-Thibaud-Wettbewerb“ 1971. Youri Egorov belegte bei seinem ersten internationalen Wettbewerb den vierten Platz in der Sparte Klavier.


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    Robert Schumann

    Arabeske C-Dur, op. 18 (1839) [6:46]

    Kreisleriana, op. 16 (1838, rev. 1850) [31:10]

    Claude DEBUSSY

    Préludes, Heft 1 (1909–1910) [39:23]

    Youri Egorov (Klavier)

    Live-Aufnahme vom 16. November 1983, Het Concertgebouw, Grote Zaal, Amsterdam

    TROS-Rundfunkaufnahme / bisher unveröffentlicht

    DEHAAN RECORDS WH001


    Diese CD enthält eine bisher unveröffentlichte Live-Rundfunkaufnahme, die der Pianist am 16. November 1983 im Concertgebouw einspielte; sie wurde von den analogen Original-Masterbändern neu gemastert und bearbeitet. Sie erschien in einer auf 100 Exemplare limitierten Auflage.


    Stephen Greenbank äußerte sich in "MusicWeb International" zu dieser Aufnahme (in Übersetzung): "Kommerzielle Einspielungen aller drei Werke sind in der 7-CD-Box „Youri Egorov: The Master Pianist“ (Warner Classics) enthalten, die zwischen 1978 und 1985 aufgenommen wurde. Generell scheinen Rundfunk- und Live-Mitschnitte – mit all ihren Ecken und Kanten – mehr Spontaneität und Spannung zu bieten, da die Künstler unmittelbar auf das Live-Erlebnis reagieren. Dies ist meiner Meinung nach auch hier der Fall; diese im Augenblick eingefangenen Alternativaufnahmen stellen eine wertvolle Ergänzung der Diskografie des Pianisten dar [....] Die EMI-Studioaufnahme von Debussys *Préludes* (Buch 1) wurde vom Pianisten im Mai und November 1983 in den Londoner Abbey Road Studios eingespielt. Diese Live-Rundfunkübertragung vom 16. November ist interpretatorisch verständlicherweise identisch, doch das Klangbild wirkt unmittelbarer [....] Auch wenn diese Interpretation meine bevorzugten Aufnahmen von Michelangeli und Zimerman nicht verdrängt, so ist Egorovs Darbietung doch absolut überzeugend und ein tief bereicherndes Erlebnis. Wim de Haans fachkundiges Remastering haucht dieser Aufnahme neues Leben ein. Der Klavierklang ist warm und zugleich brillant, mit einem reizvollen Glanz, und die Akustik des Concertgebouw bietet genau das richtige Maß an Resonanz. Gelegentlich ist das Publikum in den ruhigeren Passagen zu hören, etwa durch das eine oder andere Hustengeräusch".


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    Youri Egorov: Diary, or the secret notes


    Dieses Tagebuch wurde auf Russisch verfasst und von Claire Obolensky ins Englische übersetzt. Sie war die engste Freundin des Pianisten. Die beiden lernten sich 1975 kennen und blieben bis zu Egorovs Tod eng miteinander verbunden. Im Tagebuch nennt er sie stets „Svetunka“ und gelegentlich auch seine „Prinzessin“. Aufgrund ihrer engen Bindung erlaubte er Claire, sein Tagebuch zu lesen.


    Übersetzung des bei MusicWeb International veröffentlichten Begleittextes:

    "Das Tagebuch ist übersichtlich gestaltet und umfasst 259 Seiten; dabei steht das Faksimile des russischen Originals jeweils auf der linken Seite der englischen Übersetzung gegenüber. Am Fuß jeder Seite finden sich nützliche, detaillierte und informative Anmerkungen. Viele Kollegen werden von ihm gelobt, etwa Richter – „ein Musiker, den ich schätze“ –, Gilels, der „einen großartigen Klang hatte, niemals schrill oder metallisch“, und Horowitz, dessen Klang ihm gefiel: „Er ist weder metallisch noch schrill.“ Zudem lobte er die gesangliche Qualität ihres Spiels. All dem vorangestellt ist jedoch die Bemerkung: „Er ist ein alter, verwöhnter Clown...“ Er bewunderte die Cellisten Lynn Harrell und Mischa Maisky sehr; mit Letzterem arbeitete er mehrfach zusammen. Anderen gegenüber äußerte er sich jedoch äußerst kritisch, und bisweilen schwingt in seinen Worten ein Hauch von Neid mit. „Pogorelich, Ashkenazy oder Barenboim – sie benehmen sich, als wären sie Erzbischöfe. Ich bin nur ein Musiker (ein begabter).“ Über Brendel bemerkte er: „Sein Klang ist nicht schön, und es fehlt ihm an Aufrichtigkeit.“ Auch Perahia und Gavrilov kamen bei ihm nicht gut weg.

    Egorov war ein begeisterter Fußballfan und ließ keinen Zweifel an seiner Leidenschaft für diesen Sport. Das Verfolgen von Spielen im Fernsehen ging oft mit ausgiebigem Trinken einher. Gelegentlich trank er übermäßig viel und genoss hin und wieder einen Joint. In einem Tagebucheintrag vom 30. April 1986 schrieb er: „Ich bin betrunken. Ich habe vor, mir aus dem letzten Rest Haschisch, den ich mitgebracht habe, einen Joint zu drehen.“ Sein Alkoholkonsum war häufig von depressiven Phasen begleitet: „Ich bin schwer ums Herz, und oft denke ich: Gott steh mir bei. Oft möchte ich weinen. Ich bin betrunken...“ All dies führte regelmäßig zu einem heftigen Kater.

    Im gesamten Tagebuch reflektiert Egorov über seine Homosexualität und sein Leben als schwuler Mann. Bisweilen äußert er sich dabei sehr explizit – zu explizit, um es hier zu zitieren. Jan Brouwer war sein Partner, und die beiden waren sehr ineinander verliebt. Auch Brouwer starb vier Monate nach Egorov an den Folgen von AIDS. In seinen Aufzeichnungen schildert der Pianist unter anderem Begegnungen mit Schwulen in überfüllten Straßenbahnen. Er erwähnt auch einen Flugbegleiter – „zu 300 Prozent schwul“ –, der ihn nicht anlächelte. Über einen Diskothekenbesuch berichtet er: „Zwei Typen dort gefielen mir. Lange Haare und wahrscheinlich schwul. Einer von ihnen sah mich ständig an.“

    Der Tod des Pianisten im April 1988 infolge von AIDS-Komplikationen war eine Tragödie. Die erste Erwähnung der Krankheit findet sich bereits sehr früh im Tagebuch. Am 27. März 1986 notiert er: „Diese neue Krankheit ist als AIDS bekannt geworden. Ein verdammtes Virus.“ Ende September desselben Jahres vermerkt er, dass er ein Kilogramm abgenommen hat – ein Umstand, der ihm Sorgen bereitet. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits davon überzeugt, sich mit dieser „schrecklichen Krankheit“ infiziert zu haben. Im Februar 1988 schildert er von seinem Krankenbett aus, wie er zunächst an einer Lungenentzündung und anschließend an einer Hirnhautentzündung erkrankte. In einem Eintrag vom 10. Februar 1988 schreibt er: „Wenn ich sterbe, vermache ich meinen gesamten Besitz Jan Brouwer, meinem Freund.“


    Den Abschluss des Buches bildet ein Anhang. Dieser beginnt mit Hintergrundinformationen zu Claire Obolensky und beschreibt die erste Begegnung sowie die aufblühende Beziehung zwischen ihr und dem Pianisten. Zudem sind ein Artikel aus der Zeitung *De Telegraaf* vom 10. Februar 1987 sowie eine Konzertkritik aus *De Volkskrant* vom 30. November 1987 abgedruckt.


    Ich kann dieses wunderschön gestaltete Tagebuch nur loben, ebenso wie die hervorragende Arbeit von Wim de Haan, der das Andenken an diesen außergewöhnlichen Künstler wachhält. Wer dieses Buch liest, gewinnt einen wertvollen Einblick in das Leben dieses wahrhaft begabten Musikers."

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  • Zum vorläufigen Abschluss meiner Beiträge zu Youri Egorov, will ich noch ein paar Fotos von ihm posten. Diese Screenshots aus einem Film, der am 9. November 2017 anlässlich der Eröffnung des 2. "Allrussischen offenen Yuri-Egorov-Wettbewerbs" für junge Pianisten am Konservatorium Kasan gezeigt wurde, zeigen Youri Egorov ganz privat.


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    Sobald es Neues gibt melde ich mich wieder.

  • Schon gibt es Neuigkeiten, denn einen Tag vor meinem Urlaub fand ich noch zwei mir bisher unbekannte Informationen.


    Der Musikjournalist Willem Boone führte 2011 ein sehr ausführliches Gespräch (englisch) mit der Violinistin Emmy Verhey über Youri Egorov als Musiker und als Mensch, dem sein Leben im Exil oft Probleme bereitete, die er teilweise mit Alkohol und Drogen und intensivem Partyleben überdecken wollte. Elisabeth Verhey äußerte sich bereits in der oben erwähnten Tv-Doku dazu.


    Beide sind mehrmals zusammen aufgetreten und haben eine Aufnahme mit Stücken von Schubert, Brahms und Bartók veröffentlicht.

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  • Neuigkeit Nr. 2


    Gemeinsam mit Ramin Bahrami würdigte der Schauspieler, Bariton und Regisseur Luca Micheletti den Pianisten Youri Egorov.


    Dessen menschliche und künstlerische Geschichte steht im Mittelpunkt von „Un pianoforte in esilio" (Ein Piano im Exil) – einem von Luca Micheletti konzipierten Rezital, das Wort und Musik miteinander verknüpft. Micheletti trat dabei sowohl als Autor als auch als Interpret auf. Die Produktion, die am 17. Mai 2026 im Teatro Borsoni in Brescia uraufgeführt wurde fängt die Zerrissenheit eines Künstlers ein, der die Ängste seiner Zeit verkörperte. An seiner Seite stand der iranische Pianist Ramin Bahrami, der wie Egorov die Erfahrung des Exils teilt und Werke von Robert Schumann interpretierte.


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    Micheletti, ein Schauspieler, Regisseur und Bariton mit internationaler Karriere – zuletzt gefeiert in der Titelrolle des „Macbeth“ unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti am Teatro Regio in Turin –, begann seinen künstlerischen Weg im Sprechtheater. Er wurde mit renommierten Auszeichnungen geehrt, darunter auch der Pirandello-Preis (2015) und der Premio Enriquez (2024).

  • Ger Verrips hatte Anfang 1977 das Hörspiel "Een vrouw alleen" (Eine Frau allein) geschrieben, das von einer Frau handelt, die Pianistin werden wollte, es aber nie schaffte.

    In diesem Stück wurde der Text mit Musikstücken illustriert, die von Youri Egorov gespielt wurden; er war erst wenige Monate vorher von Russland in die Niederlande emigriert und hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel zu tun.


    Youri Egorov spielt Schuberts Opus 90, Impromptu Nr. 4.

    Hier kann man sich die Aufnahme abspielen.


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