ZitatAber ich denke trotzdem, dass auch eine sehr gute Anlage nur einen Bruchteil der physischen "Gewalt" rüberbringt, der man im Konzertsaal ausgesetzt ist. Die Lautstärken im Konzertsaal können doch enorm sein, und diesen riesigen Klangkörper kann man nicht durch (kleine) Lautsprecher in dem Maße wiedergeben.
Hallo,
das ist überhaupt kein Problem, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
(1) die Tonaufnahme hat keine oder nur eine geringe Dynamikkompression erfahren.
(2) der Lautsprecher hat einen ausreichenden Übertragungsbereich bei tiefen Frequenzen, so daß ein linearer Betriebsschallpegel bis ca. 30 Hz gewährleistet ist (das "physische" sind oft tiefe Frequenzanteile).
(3) Der Lautsprecher erreicht ausreichend hohe Schalldruckpegel bei geringen nichtlinearen Verzerrungen (siehe z.B. IRT b115/90d: 112dB/SPL @ 1m bei < 3% THD zwischen 100 Hz und 6kHz)
(4) Der Abhörraum ist ausreichend stark bedämpft, so daß der Diffusschall am Hörplatz nicht dominiert.
Heimlautsprecher sind nach meiner Beobachtung für Orchesteraufnahmen v.a. im Mitteltonbereich i.d.R. nicht pegelfest genug. Seriöse Entwickler von Heimlautsprechern orientieren sich m.E. bei der Auslegung des verzerrungsarm erzielbaren Maximalpegels als Funktion der Frequenz - naheliegenderweise - eher an der Amplitudenverteilung von Pop-Musik (die zudem sehr stark dynamikkomprimiert ist). Wir Klassikhörer sind eine bedeutungslose Minderheit.
Hauptregielautsprecher wie z.B. K+H O500C, ME Geithain RL 900 / 901 oder Genelec 1038 A erreichen den für Orchesterwerke erforderlichen Schalldruckpegel im Mitteltonbereich problemlos.
Hier als Beispiel der Schalldruckpegel, den ein K+H O500C in 1m Abstand bei 1% THD erreicht:

Gruß
Andreas