Weihnachten naht - Suche Stücke für Projektchor

  • Hallo,
    ...im Nachgang festgestellt:


    Zitat

    Original von audiamus
    Mein Geheimtipp: Ein zünftiges, einstimmiges O Tannenbaum. Das haut rein.


    Zitat

    Original von MosesKR1


    Wir nehmen:
    ...
    O, Tannenbaum (mit der Gemeinde)
    ....


    ?( Isch bün vorwürrt! :D


    Zitat

    Original von bachiana
    "Maria durch ein Dornwald" von G. RAPHAEL


    Ein kurzer Blick in mein schlaues Notizbuch verrät mir, dass ich ihn beim letztjährigen Adventskonzert des Dresdner Kammerchors in der Dreikönigskirche gehört haben muss. Offensichtlich hab ich damals nicht als optimal empfunden, sonst hätt ich ihn mir gemerkt und wohl auch die CD schon gekauft. :D


    Welche CD? Das wäre meine nächste Frage gewesen...


    Gruß pt_concours




    NB: BRAHMS Motette "O Heilland reiss die Himmel auf" habe ich zwar ebenfalls durchgängig vierstimmig in Erinnerung, aber auch nicht gerade leicht....


    :pfeif: :untertauch:

    Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
    Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
    Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

  • Zitat

    Original von Cameratavocale
    Hallo,


    auch dieses Jahr steht wieder ein Weihnachten vor der Tür.
    Zu empfehlen für einen Projektchor ist auch von H.Purcell : Hodie, Christus natus est.


    Viele Grüße,
    Andrea


    Jetzt gilt es doch wohl zunächst einmal diese Affenhitze zu überleben. Danach können wir uns ggf über Weihnachten unterhalten. Ach ja, Willkommen im Club. :D

  • Zitat

    Original von tom


    Jetzt gilt es doch wohl zunächst einmal diese Affenhitze zu überleben. Danach können wir uns ggf über Weihnachten unterhalten. Ach ja, Willkommen im Club. :D


    Viele Chöre fangen jetzt schon an mit der Weihnachtsliteratur, ist nichts Ungewöhnliches, auch wenn man dabei schwitzt, viele Werke bedürfen eine lange Probezeit. ;)

  • Zitat

    Original von musica
    Viele Chöre fangen jetzt schon an mit der Weihnachtsliteratur, ist nichts Ungewöhnliches, auch wenn man dabei schwitzt, viele Werke bedürfen eine lange Probezeit. ;)


    Wir haben letztes Jahr im Mai bei wundervollstem Sonnenwetter eine Weihnachts-CD aufgenommen :rolleyes: :) Es viel zugegeben schwer sich weihnachtlich einzustimmen, aber nicht zuletzt der eigens besorgte, in der Aufnahme-Kiche aufgestellte und in einer Gemeinschaftsaktion geschmückte Weihnachtsbaum hat dabei geholfen. :hahahaha:


    Ein extremes Beispiel, aber als Chorsänger kommt man tatsächlich jedes Jahr sehr früh mit Weinachten in Kontakt..


    Grüße, der Thomas.

  • Zitat

    Jetzt gibt es doch wohl zunächst einmal diese Affenhitze zu überleben. Danach können wir uns ggf über Weihnachten unterhalten. Ach ja, Willkommen im Club. :D


    Danke für die Willkommenswünsche.


    Projektchöre arbeiten sicherlich erst Mitte - Ende Oktober an ihrem Weihnachtsreportair. Aber es gibt auch viele Chöre, die sich bereits kurz vor der Sommerferienpause mit den ersten Noten der Weihnachtszeit beschäftigen.


    Bei mir steht dieses Weihnachten Distler´s Weihnachtsgeschichte und Arnold Schönberger: Frieden auf Erden an.


    Freu mich schon sehr darauf.


    Viele Grüße,
    Andrea

  • Zitat

    Original von Cameratavocale[..]
    Bei mir steht dieses Weihnachten Distler´s Weihnachtsgeschichte und Arnold Schönberger: Frieden auf Erden an.


    Oha..beides gewaltige Aufgaben, vor allem das letztere Stück. Muss ein guter Chor sein in dem Du singst?


    Liebe Grüße, der Thomas.

  • Der Chor wurde im Herbst anno 1986 von einem Musiklehrer meines Musischen Gymnasiums aus der Taufe gehoben und bestand anfänglich aus Schülern und deren Eltern von diesem Gymnasium.
    Erste geistliche Werke waren Motetten von Schütz, Bruckner, Kaminski, Tschaikowsky, Mendelsohn-Bartholdy und in der weltlichen Literatur Hassler, Brahms (Liebesliederwalzer und Zigeunerlieder) um ein paar hier zu nennen.
    Der Chor trägt den Namen meines hier veröffentlichten Benutzernamens.
    1991 gaben wir anläßlich des Internationalen Symposion "Mozart und Mannheim" ein geistliches Konzert mit der Wiederaufführung der Messe in C Dur von Ignaz Holzbauer.1994 sangen wir die Wiederaufführung im 20. Jahrhundert der Missa C-Dur a Due Chori von Johann Ernst Eberlin und das Te Deum in D-Dur von Franz Xaver Richter. Diese beiden Werke haben wir für den Carus-Verlag mit dem BR nochmals in einem Live-Konzert aufgezeichnet.
    Weiteres Repertoir "Die Schöpfung" j. Haydn mit den Nürnberger Symphoniker unter der Leitung von Prof Josef Zilch. Frank Martins Doppelchörige Messe, Rheinberger Doppelchörige Messe. Distler "Totentanz", Palestrina, Lasso, Kodalý, Ligeti "Lux aeterna", Monteverdi "Vesperae Beatae Mariae Virginis", Reflexe Bachscher Musik im 20. Jahrhundert
    mit Werken von J.S.Bach, Gerd Zacher, Dieter Schnebel und Heitor Villa-Lobos, Wolfram Gäfgen. uvm ...
    Mit Distler und Schönberg werden wir dieses Jahr in der Herz-Jesu-Kirche in München wieder ein Konzert geben. Nächstes Frühjahr steht wieder die Martin Messe auf dem Programm. Darauf freue ich mich persönlich sehr.


    Liebe Grüße, Andrea

  • Muss meinen ersten Eintrag korrigieren.
    Das Stück ist nicht von H. Purcell sondern von Francis Poulenc
    "Hodie Christuns natus est"
    Ein wunderschönes a cappella Chorwerk ergreifend für das Fest der Geburt Christi.


    Viele Grüße,
    Andrea

  • Zitat

    Original von Cameratavocale
    Muss meinen ersten Eintrag korrigieren.
    Das Stück ist nicht von H. Purcell sondern von Francis Poulenc
    "Hodie Christuns natus est"
    Ein wunderschönes a cappella Chorwerk ergreifend für das Fest der Geburt Christi.


    Hallo Andrea,


    ja ich mag das Stück auch. Überhaupt sind die alle der vier Adventsmotetten Quatre motets pour le temps de Noël von Poulenc sehr reizvoll und abwechslungsreich. Während bspw. "O magnum mysterium" sehr geheimnisvoll daherkommt, ist "Hodie Christuns natus est" ein fast übermütig freudiges Werk.


    Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

  • Zitat

    Original von Cameratavocale
    Welche Weihnachtsstücke - Motetten gefallen Dir ansonsten noch im a cappella Bereich?


    Hallo Andrea,


    Da gibt es wirklich viele schöne Stücke.. ich will mal einige wenige nennen:

    • Prätorius / Distler /Sandström - "Es ist ein Ros' entsprungen"
    • Hugo Distler - "Ich brach drei dürre Reiselein"
    • Morton Lauridsen - "O magnum mysterium"
    • Javier Busto - "O magnum mysterium
    • Benjamin Britten - "A Ceremony of Charols" (mit Harfe..tolles Werk!!!)
    • Willy Sendt - "Aus hartem Weh" (selten gesungenes unbekanntes Stück - aber sooo schön...)
    • Günter Raphael - "Maria durch ein Dornwald ging" (der schönste Satz von diesem Lied den ich kenne..)


    Generell mag ich zu Weihnachten weniger die groß angelegten Motetten (auch wenn ich sie gerne singe) sondern lieber das schlichte Weihnachtslied. Letzteres singt sich aber nicht leichter, im Gegenteil, es is es schwerer zu bewältigen weil alles sehr offen liegt und jeder kleinste Makel sofort auffällt. Aber beim schlichten Weihnachtslied kommt einfach mehr Stimmung auf - beim Chor und vor allem beim Publikum..


    Grüße, der Thomas.

  • Zitat

    Original von Chorknabe
    [*]Benjamin Britten - "A Ceremony of Charols" (mit Harfe..tolles Werk!!!)


    Absolut toll - hinreißend, steht bei meinen Lieblingen ganz oben. Aber eben für Knabenchor gesetzt! In meinen Ohren viel besser mit Frauenchor (am liebsten gesungen von BonnSonata) - jedenfalls nichts für gemischten Chor. Aber das kann bei einem Projektchor ja durchaus reizvoll sein, auch mal nur die Frauenstimmen nach vorne zu holen. Kostprobe bei Youtube.

  • Zitat

    Original von Ulrich Kudoweh


    Absolut toll - hinreißend, steht bei meinen Lieblingen ganz oben. Aber eben für Knabenchor gesetzt! In meinen Ohren viel besser mit Frauenchor (am liebsten gesungen von BonnSonata) - jedenfalls nichts für gemischten Chor. Aber das kann bei einem Projektchor ja durchaus reizvoll sein, auch mal nur die Frauenstimmen nach vorne zu holen. Kostprobe bei Youtube.


    Ulrich,


    ich gebe Dir recht, für gleichstimmigen Chor ist das Stückklanglich reizvoller. Ich bevorzuge ebenfalls die Mädchenchor-Version, da diese Ensembles etwas sauberer und präziserer aggieren, was dem Werk sehr gut steht. U.a. habe ich eine Version von "The Sixteen" unter Harry Christopher - hervorragend! :jubel:


    Liebe Grüße, der Thomas :hello:

  • Zitat


    Generell mag ich zu Weihnachten weniger die groß angelegten Motetten (auch wenn ich sie gerne singe) sondern lieber das schlichte Weihnachtslied. Letzteres singt sich aber nicht leichter, im Gegenteil, es is es schwerer zu bewältigen weil alles sehr offen liegt und jeder kleinste Makel sofort auffällt. Aber beim schlichten Weihnachtslied kommt einfach mehr Stimmung auf - beim Chor und vor allem beim Publikum..


    Hallo Thomas,


    in den ersten Jahren des Projektchor-Dasein´s gab es zu Weihnachten und bei weltlicher a cappella Chorliteratur viel schlichte Lieder.
    In der Homogenität des Klanges für den Chor eine nicht allzu leichte Aufgabe. Andererseits wurde hier noch viel schneller ein Zusammenspiel der einzelnen Stimmen erzielt. Noch dazu kommt, dass in der Anfangsphase nicht mehr als ca. 5-6 Sänger pro Stimmlage vorhanden waren. Unser Dirigent konnte so eine sehr filigranen, exakt artikulierenden und intonierenden Gesang uns lehren. Wobei, die Anzahl der Sänger hat sich bis zum heutigen Tag nicht mehr verändert :-) Probleme gibt es nur bei Stücken wie "Lux aeterna", da hatten urplötzlich nur noch zwei Sänger die gleiche Stimme zu singen. Auch bei achtstimmigen - doppelchörigen Messen kommen wir mit je zwei Sängern pro Stimme klar. Ein verantwortungsvoller Umgang für den Chor ist hier absolut Voraussetzung. Hiermit steht oder fällt ein Konzert und dessen gewissenhafte Vorbereitung.


    Viele Grüße,
    Andrea

  • Hallo Chorknabe Thomas,
    Deiner Meinung zu Raphaels "Maria durch ein Dornwald ging" kann ich nur zustimmen - ich glaub' ich kann die Basstimme heute noch auswendig - nach ca. 35 Jahren.


    Ich habe mich getraut und dem Kantor meiner Gemeinde, wo ich jetzt seit April wohne, vorzusingen und ihn um Beurteilung gebeten ob meine Stimme (nach Stimmband OP vor 25 Jahren) noch chorgeeignet ist. Es war 5 Min. vor der Chorprobe und er hat mich gefragt ob ich nicht gleich mitproben will - gesagt, getan - Projektchor Nelson-Messe Haydn, freue mich! Dr. Gabriel - Kantor - ist Spezialist für Jazz auf der Orgel!



    Gestern Abend (17.10.) und am 16.10. wurde in der Nürnberger St.Egidienkiche von Händel das Oratorium "Israel in Egypt" aufgeführt.


    Ausführende: Solisten S, A, T, B, der Kirchenchor von St. Egidien und die Barockspezialisten "L'arga festante" aus München.


    Ich kenne den Kirchenchor nun schon seit vielen Jahren und unter der hervorragenden Leitung von Pia Praetorius hat er sich zu einem sehr respektablen Konzertchor entwickelt und das Besondere dabei: Der Chor hat seine a-cappella-Feinheiten nicht verloren.


    Die Barockspezialisten aus München waren ganz ausgezeichnet und die chorische Leistung ist der Instrumentalistenqualität kaum nachgestanden, auch die Solisten (der blinden Sopranistin hätte ich am liebsten "Szenenapplaus" gegeben) waren makellos - erstaunlich, welche dem Händelwerk angemessene Klangfülle den rund 45 Chorkehlen entlockt wurde.


    Pia Praetorius hat eine sehr beeindruckende Art und Weise, Chor und Orchester zu führen - dabei gelingt es ihr - und das gilt auch für Bachwerke - einerseits eine sehr klare Rhythmik zu gestalten und dabei dennoch stets ein verbindendes Element einzubringen.


    Die Aufführung wurde durch eine Videoinstallation - auf einer großen Leinwand hinter Chor und vor Altarraum - abgerundet; viel herzlicher und berechtigter Beifall!


    Ich kannte das Werk noch nicht - es ist sehr beeindruckend.


    Herzliche Grüße
    zweiterbass


    Nachsatz: Es wäre schön, wenn sich im Chorforum mehr täte - wegen Deines Chores in Wernigerode komme ich noch auf Dich zu.

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Und Weihnachten naht wieder mit großen Schritten.


    Nächstes Wochenende ist wieder Probewochenende.
    Nachdem leider zuwenige sich für das Projekt "Weihnachten 2010" eingetragen haben, werden wir "Freide auf Erden" von Schönberg nicht einstudieren. Dafür von Lauridson "Oh magnum mysterium" und von Poulenc ebenfalls "Oh magnum mysterium" Diese beiden Motetten umschließen das "Hauptwerk" des Konzertes - "Die Weihnachtsgeschichte" von Distler.


    Freue mich schon sehr auf die Proben. Die Noten habe ich bereits allesamt einstudiert, die Aussprache der Texte sitzt auch schon, Tempi gibt der Chorleiter vor... mal sehen, wie schnell er die Wechsel in den Taktänderungen nimmt und die Halbe schlägt. Hab auf alle Fälle lieber einmal alles schneller einstudiert, um dann nicht in Hetze zu kommen. :)


    Welche Programme stehen bei Euch so alles an?


    Grüße,
    cameratavocale

  • Nachsatz: Es wäre schön, wenn sich im Chorforum mehr täte - wegen Deines Chores in Wernigerode komme ich noch auf Dich zu.


    Hallo Thomas (Chorknabe),


    ich habe mir schon vor einiger Zeit den FS-Auftritt "Deines" Chores angesehen (youtube? ZDF?, ich weiß nicht mehr).


    Als alter(nun auch neuer) Chorsänger habe ich ja einige Erfahrung über "Stimmungen und Zustimmung" bei einem Chor betreffende Vorgänge. Ich habe eine neugierige Frage:
    Wie wurde die FS-Aufzeichnung - Werkauswahl des FS-Teams (ich meine nicht die chorische Leistung) vom Chorleiter, dem Chor und Dir beurteilt?


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Hallo,


    im Thread "Die besondere kleine Weihnachtsmusik" läuft gerade eine Diskussion für welchen Sonntag n. Tr. die Bachkantate BWV 140 "Wachet auf ruft uns die Stimme" gedacht ist - sie ist für den 27. Sonntag n. Tr. - der im Kirchenjahr selten vorkommt (Lage von Ostern!), gewiß aber für den letzten Sonntag des Kirchenjahres.


    Vom Text her aber auch sicher für den Advent geeignet.


    Nun, die Bachkantate kennt wohl jeder Chorsänger, auf jeden Fall vom Hören.


    Aber die Distler'sche Vertonung? - dieser Beitrag gehört ansich in den Thread "Distler, ein neuerer..." und in diesem Thread hatte ich auch schon um eine Deutung dieser Distler'schen Vertonung gebeten, ohne Reaktion!


    Nachdem aber im Chorforum so wenig los ist, stelle ich nun den Distler-Satz hier vor.



    Die Bachkantate stelle ich als (im Ohr!) bekannt voraus.
    Vergleicht man nun den Beginn des Distlersatzes, so fällt sofort die ungeheuer prägnante Vertonung auf, durch eine geradezu penetrante Wortwiederholung von "wachet auf" - die alle Stimmen SATB fanfarenartig durchläuft -die Modulation durch viele Tonarten, verbunden mit großen Tonintervallen, das Alles "reißt einen fast vom Stuhl" (und das ist vom Text und besonders von Distler auch so gewollt - er will Textinhalt mit Musik verdeutlichen!).


    "Mitternacht heißt diese S t u n d e " - wird sehr gedehnt, so verdeutlicht Distler die Ungewißheit des "wann?"


    "Ihr müsset ihm entgegen gehn" - ich höre da, "auch wenn es mühsam ist - geht!!!"


    "Zion hört die Wächter singen" - die Wächter = 2 Sopransolostimmen, allein oder über dem Chor.


    "Gloria sei dir gesungen" + "jauchzen wir" - ein vielstimmiger Jubelchor.




    Eine Vertonung, die Bach "alt" aussehen läßt, nicht von der musikalischen Qualiät(wer erreicht ihn?), aber sehr wohl im musikalischen Ausdruck der Überhöhung des Textinhaltes.


    Viel Freude bei dem Hörerlebnis und dem Textnachvollzug.


    Viele Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Für Projektchor sehr empfehleswert wegen einfach:


    Evening rise


    Evening rise, spirit come,
    sun goes down when the day is done;
    mother earth awakens me
    with the heartbeat of the sea.



    gut und wirkungsvoll, ist zwar für 6 Stimmen gesetzt, man kann sich aber auf die klassischen 4 beschränken, ohne es zu verhunzen.


  • ich habe mir schon vor einiger Zeit den FS-Auftritt "Deines" Chores angesehen (youtube? ZDF?, ich weiß nicht mehr).


    Als alter(nun auch neuer) Chorsänger habe ich ja einige Erfahrung über "Stimmungen und Zustimmung" bei einem Chor betreffende Vorgänge. Ich habe eine neugierige Frage:
    Wie wurde die FS-Aufzeichnung - Werkauswahl des FS-Teams (ich meine nicht die chorische Leistung) vom Chorleiter, dem Chor und Dir beurteilt?


    Hallo,


    dieser Auftritt ist eine zugegeben kontroverse Sache. Im Vorfeld haben wir viel darüber diskutiert, ob wir eine Teilnahme befürworten oder nicht. Am Ende haben wir uns auf dieses Experiment eingelassen. Im Rundfunk-Jugendchor Wernigerode haben wir bereits häufiger Fernsehproduktionen und Fernsehauftritte produziert, ganz neu war das Medium also nciht für uns.


    Der künstlerische Wert der gesamten Veranstaltung ware - ohne Frage - gering. Was dort als "Chormusik" verkauft wurde war seichte Unterhaltungsmusik in fersehüblicher "massen-gefälliger" (oder was man im ZDF dafür hält) Art. Die Stückauswahl sowie die Arragements inklusive Hintegrrunduntermalung wurde vorgegeben und war nicht beeinflussbar. Einige Chöre haben leider sehr undankbare Stücke aufgedrückt bekommen, wo sie keine klassischen chorischen Qualitäten zeigen konnten. Wir hatten hier im Vergleich großes Glück und bekamen einen Satz bei dem der Chor zumindest viel schönen Klang zeigen konnte -sicher ein Grund für den Erfolg.


    Die Nachwirkungen der Veranstaltungen waren gewaltig. Es gab hunderte!! Mails und Beiträge im Forum, nahezu alle waren positiv. Die Schule von der wir alle stammen (wir sind ja quasi ein Ehemaligenchor des bekannten Rundfunk-Jugend-Chores Wernigerode) erhielt in den Folgetagen ebenfalls mehrere Hundert Nanrufe. Letztlich war die Werbung des Events für die Schule so nachhaltig, das nach vielen Jahren erstmals wieder ein zweiter Jahrgang der 5. Klasse (das Einstiegsalter in der Schule) erreicht werden konnte. Für uns als Ehemalige, die wir der Schile un den Chören dort sehr verbunden sind, einer der schönsten Erfolge der Veranstaltung
    Unsere Konzerte nach dem live-Auftritt im ZDF waren sämtlichst ausverkauft - ein tolles Gefühl für einen Chor. Übrigens haben wir da stets die uns übliche Literatur gesungen und nicht das Stück des ZDF.


    Natürlich gab es auch viele kritische Stimmen, insbesondere Chorsänger aus semiprofessionellen Ensembles äußerten sich kritisch. Die Mehrzahl der Rückmeldungen war jedoch positiv. Das zeugt davon, dass das Konzept des ZDF ganz offensichtlich durchaus den Massengeschmack getroffen hat, wenngleich das ganze wenig mit Chormusik zu tun hatte.


    Das Fazit ist also durchaus ein positives.


    Liebe Grüße, der Thomas.

  • Für Projektchor sehr empfehleswert wegen einfach:


    Evening rise
    [..]


    Ja!!! Ein ganz wundervolles Chorstück. Schlicht aber wunderschön, man kann als Chor viel daran experimentieren. Nacheinander aufbauen, eine Strophe nur summen, beim Singen durch den Raum wandern. Ein unglaublich wirkungsvolles Stück, welches dem Publikum sehr nahe geht!



    schade, dass Du bis in Jena bist, Dir würde das diesjährige Konzert meines Chores sehr gefallen. :yes:
    Bei Interesse kannst Du Dich ja bei mir melden.


    Spät aber dennoch.. :) Wo singt ihr denn Konzerte? Wir selbst sind auch schon in Weihnachtskonzert-Vorbereitung. Insbesondere quälen wir uns gerade durch "A Boy was born" von benjamin Britten. Sauschwer aber wirkungsvoll. Freu mich schon drauf dass wir es richtig drauf haben.


    Liebe Grüße, der Thomas.

  • Hallo zusammen,


    "Evening rise" halte ich für völlig deplatziert in einem Advents-/Weihnachtskonzert. Was hat das Stück mit Advent und/oder Weihnachten zu tun?


    Die erste Entscheidung, die meines Erachtens zu treffen wäre, ist diejenige, ob man ein ADVENTSKonzert oder ein WEIHNACHTSKonzert veranstalten möchte.


    Auch, wenn der Einzelhandel es uns immer wieder anders suggerieren will: Advent und Weihnachten sind zwei paar Schuhe und verhalten sich zueinander wie Passion und Ostern. Advent ist die stille Bußzeit, Weihnachten die nachfolgende Freudenzeit. "Es kommt ein Schiff geladen" oder "O Heiland, reiß die Himmel auf" haben einen anderen Grundton als "Lobt Gott ihr Christen alle gleich" oder "O du fröhliche".


    Ich gebe zu, dass am 4. Advent mit den diesbzgl. Freudentexten (Phil 4) und dem Magnificat ein anderer Akzent hineinkommt, hier öffnet sich die Bußzeit hin zur Vorfreude. Das ist definitiv anders als in der Passionszeit, die ja mit dem Karfreitag erst kulminiert.


    Zur Zeit bin ich mit einem Chor in der letzten Phase der Vorbereitung eines Adventskonzertes. Es geht los mit einem freudig-bewegten Bachschen Orgelwerk (Toccata F-Dur, ohne Fuge, weil sonst zu lang und ohnehin im Original nicht zusammengehörig komponiert), es folgt ein Lied mit der Konzertgemeinde ("Macht hoch die Tür", 1 Strophe). Dann Adventschoräle vom Chor ("Wie soll ich dich empfangen", "O Heiland, reiß", "Es kommt ein Schiff").


    Dann folgen wir der Darstellung des Evangelisten Lukas. Lesung Lk 1, 26-38 = Verkündigung des Engels an Maria. Es folgen ein "Ecce concipies" von Jacobus Gallus (= LK 1, 31-33) und drei Ave Maria (Brahms - Frauenchor, Rheinberger - Männerchor, Bruckner - gemichter Chor). Dann auf der Orgel Toccata, Fuge und Hymnus "Ave maris stella" von Flor Peeters.


    Lesung Lk 1, 39 - 56 = Marias Besuch bei Elisabeth + Magnificat. "Maria durch ein Dornwald ging" (Männerchor), "Übers Gebirg Maria geht" (Johannes Eccard, gemischter Chor). Geplant war noch das "Magnificat" von Pärt, das müssen wir aus Probenzeitgründen leider streichen ... :(


    Lesing Lk 3, 23 - 38 (Wir verlassen den streng adventlichen Rahmen, bleiben aber bei Lukas - die Parallelstelle bei Matthäus gehört dort übrigens noch zu den Wehnachtstexten. Interessanterweise hat Jesus bei Matthäus einen anderen Großvater als bei Lukas.) gefolgt von der Vertonung des Textes durch Arvo Pärt: " ... Which was the son of ... ". Als letztes Chorwerk "Totus tuus" des gerade verstorbenen Komponisten Henryk Gorecki, nimmt nochmal die ganze Marienmystik auf.


    Zum Schluss dann nochmal die Konzertgemeinde: "Komm, o mein Heiland, Jesu Christ" = Strophe 5 von "Macht hoch die Tür".

  • "Evening rise" halte ich für völlig deplatziert in einem Advents-/Weihnachtskonzert. Was hat das Stück mit Advent und/oder Weihnachten zu tun?


    Ja, Du hast recht. Ich habe ganz den Weihnachtskontext vergessen und bezog meine Anmerkungen zu dem Stück auf ein "normales" Chorkonzert.


    Zitat

    Die erste Entscheidung, die meines Erachtens zu treffen wäre, ist diejenige, ob man ein ADVENTSKonzert oder ein WEIHNACHTSKonzert veranstalten möchte.


    Auch, wenn der Einzelhandel es uns immer wieder anders suggerieren will: Advent und Weihnachten sind zwei paar Schuhe und verhalten sich zueinander wie Passion und Ostern. Advent ist die stille Bußzeit, Weihnachten die nachfolgende Freudenzeit. "Es kommt ein Schiff geladen" oder "O Heiland, reiß die Himmel auf" haben einen anderen Grundton als "Lobt Gott ihr Christen alle gleich" oder "O du fröhliche".


    Mein/unser Ziel in Weihnachtskonzerten (ich benutze diesen Begriff jetzt mal mit Absicht) ist es, die Menschen zu erfreuen und einzustimmen, sie aus dem Alltag zu entführen und ihnen die Ruhe und Besinnlichkeit zu bringen die sie sich vom Weihnachtsfest erhoffen - mit oder ohne gläubigem Hintergrund. Weihnachten ist inwzischen kein ausschließkiches Fest der Gläubigen sondern aller Menschen unseres Kulturkreises. Das mag für einen gläubigen Menschen schlimm klingen, entsprict aber der gelebten Kultur in Mitteleuropa - und ist nicht zuletzt eine Chance, dass Menschen sich mit dem Ursprung des Weihnachtsfest beschäftigen.


    Liebe Grüße, der Thomas.

  • Lieber Thomas,


    danke für Deine offene Antwort zu Deinem Chor, die mich sehr gefreut hat, und im Stillen auch so erwartet hatte.


    Dass sich die Aktion letztlich positiv für Euren Chor ausgewirkt hat, dürfte alle weniger positiven Nebeneffekte an den Rand geschoben haben.


    Herzliche Grüße
    zweiterbass

    Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

  • Zitat

    Mein/unser Ziel in Weihnachtskonzerten (ich benutze diesen Begriff jetzt mal mit Absicht) ist es, die Menschen zu erfreuen und einzustimmen, sie aus dem Alltag zu entführen und ihnen die Ruhe und Besinnlichkeit zu bringen die sie sich vom Weihnachtsfest erhoffen - mit oder ohne gläubigem Hintergrund.


    Ja, wenn das so ist - dann sing doch einfach "Evening Rise" ... :hello: