David Fray - Neuer Stern am Pianistenhimmel ?

  • das einfachste, jeder nennt spontan 3 HIP und non HIP Einspielungen... :yes:


    bin mal gespannt :pfeif:


    LG aus dem frostigen Niederrhein
    detlef

    Werden im Wirken - Großes braucht seine Zeit

  • Bei 3 sehe ich zumindest bei den Mainstreamwerken keine Probleme - bei 20 schon eher... z.B. Beethovens Eroica... [oder Klavierkonzerte, um ontopic zu bleiben]


    :hello:

  • Zitat

    Original von Ulli
    Bei 3 sehe ich zumindest bei den Mainstreamwerken keine Probleme - bei 20 schon eher... z.B. Beethovens Eroica... [oder Klavierkonzerte, um ontopic zu bleiben]


    :hello:


    na klar Ulli,


    für Dich kein Problem einige aufzuführen. Schwieriger wäre es natürlich bei oben genanter CD zu bleiben, :D und da 3 oder mehr Aufnahmen zu bennenen. :no:


    Bei meiner Suche nähmlich eine ansprechenede Alternative zu David Frey zu finden, bin ich noch nicht so richtig fündig geworden. Vielleicht habe ich noch nicht in der richtigen Richtung gesucht.


    Herzlichst
    detlef

    Werden im Wirken - Großes braucht seine Zeit

  • 3* HIP





    3* nonHIP





    ...mal so zum Vergleich. Ich glaube, die gezeigten Aufnahmen sind nicht die übelsten ihrer Art [?]


    :hello:

  • Habe in dem Laden wo ich arbeite, die erste David Fray-CD:



    mit Bach, Partita Numero 4
    Boulez, 12 Notations
    Bach, Französische Suite 1
    Boulez, Incises


    bestellen lassen und heute sind zwei Exemplare angekommen - eines davon ist jetzt bei mir und mein erster Eindruck (d. h. nach einmaligem Hören) ist , daß der junge Mann: 1. Klavierspielen kann, 2. es liebt Klavier zu spielen, 3. bei Bach und (!) Boulez mit vollem Einsaz dabei ist, 4. sehr sensibel spielt und 5. es nicht darauf anlegt durch eventuelle Exzentritäten aufzufallen ( was Glück, daß ich den Amazon-Film-Schnipsel nicht kenne - obwohl: Exzentritäten im Auftreten sind oft Ausdruck einer sensiblen Seele die sich zu schützen sucht; aber was ist die Seele?). -


    Möglicherweise kein revolutionäres Spiel, aber durchaus eines das aufhorchen läßt.


    Hörts es euch doch mal an.


    Ich grüße aus einem tristen Wien.


    BFB

  • Liebe Leute,


    heute in einer Woche werde ich das Vergnügen zu haben David Fray live hören zu können. Der Pianist spielt am ersten Februar in der Reihe "Junge Pianisten" der BASF im "Kasino" der Anilin.


    Auf dem Programm stehen folgende Stücke:


    Johann Sebastian Bach: Präludium und Fuge Nr. 24 h-Moll BVW 869
    Wolfgang Amadeus Mozart: Adagio h-Moll KV 540
    Franz Schubert: Vier Impromptus op. 90 D 899
    Johann Sebastian Bach: Partita Nr. VI e-Moll BVW 830


    Bach? Das sollte ja nicht weiter verwundern :D


    In jedem Fall bin ich sehr sehr gespannt, nachdem was hier in diesem Thread zu lesen war. Am meisten gespannt bin ich auf die Partita und die Impromptus!


    Geht noch wer in dieses Konzert?


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • wäre mitgekommen, wenn ich an dem nachmittag nicht grade eine 6 std. probe hätte und am nächsten tag 4 std. klausur.
    beneide dich aber sehr - wäre ein programm nach meinem geschmack.
    vielleicht kommt ulli?


    liebe grüße, max

  • Zitat

    Original von Maexl
    wäre mitgekommen, wenn ich an dem nachmittag nicht grade eine 6 std. probe hätte und am nächsten tag 4 std. klausur.
    beneide dich aber sehr - wäre ein programm nach meinem geschmack.


    Schade, aber dann vielleicht ein andernmal? Am ersten März spielt in der gleichen Reihe Simon Trpceski:


    Programm


    Frédéric Chopin: Mazurkas op. 24 Nr. 1-4 und op. 17 Nr. 4
    Frédéric Chopin: Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35
    Claude Debussy: Children‘s Corner
    Sergej Prokofieff: Toccata d-Moll op. 11
    Sergej Prokofieff: Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83


    Gehört zwar nicht in diesen Thread, aber Trpceski ist mindestens so interessant wie Fray. Wenn Du Lust hat? Karten dürfte es noch geben!


    Herzliche Grüße,:hello: :hello:


    Christian

    Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

  • wow, beinahe nur reißer.


    die 2 sonaten und toccata reizen doch sehr.


    ich kann nur noch nicht sicher sagen, ob ich da in heidelberg bin.


    falls ja komme ich gerne.


    bis zum nächsten besuch :hello:


    max

  • Meine Lieben,


    Ich habe mir das Film-Dokument von Bruno Monsaingeon über David Fray integral angeschaut und sehe mich gegenüber meinem letzten Statement zu einigen Ergänzungen und Korrekturen genötigt.
    Monsaingeon ist ja nicht irgendwer: Der Filmer hat wertvolles Material zu Glenn Gould bereitet und auch zu meinem Liebling, Grigory Sokolov, hat er ein hervorragendes filmisches Statement abgegeben. Ich war also im ersten Moment durchaus erstaunt, dass der feinfühlige Regisseur vermeintlich dem „extravertierten Schönling Fray auf den Leim gegangen ist“.
    Das Dokument als Ganzes überzeugt mich aber nun vollauf von den Qualitäten des begnadeten Jungstars!


    Hat man sich erstmals an die exaltierte Gestik gewöhnt, sickert durch die Folie oberflächlicher Schnöselei eine Ernsthaftigkeit hervor, die mich wahrlich ergreift: der Mann ist wirklich so! Er ist echt, seine scheinbare Affektiertheit ist nicht gespielte Show, sondern adaequater Ausdruck einer höchst expressiven Musik: Johann Sebastian Bach ohne feierliche Perücke, aber auch ohne HIPe Sprödigkeit.


    Seine Anweisungen zuhanden des hervorragend disponierten Orchesters (Kammerphilharmonie Bremen) sind nicht Musi-Wischiwaschi, wie ich in meinem ersten Beitrag (aufgrund eines oberflächlichen Eindrucks durch den Virgin-Werbetrailer) meinte monieren zu müssen: Seine Worte erweisen sich im Laufe der Werk-Erarbeitung mehr und mehr als stimmig und plausibel. Das Orchester legt denn auch nach und nach seine Zurückhaltung und Skepsis ab und lässt sich beschwingen vom jugendlichen Ungestüm eines göttlich musikalisch begabten Entertainers.


    Auch gebe ich zu, mich gerne phaszinieren zu lassen von der androgynen Schönheit dieses mit Haut und (schmachtlockigen) Haaren von der Bachschen Musik ekstatisierten Menschen, der mit traumwandlerischer technischer und mentaler Sicherheit seine Vision vom lebendigen, beschwingten Musizieren in den Saitenwald des Steinway transponiert.


    Nein, er grinst nicht affektiert in die Kamera (wie ich bei einem Lang Lang manchmal versucht bin zu vermuten): er hat einfach Freude an der Sache, und er ist in der Lage, diese Freude zu transportieren. Schon lange nicht mehr war ich nach einem Musik-Video innerlich so beglückt. Ich bin ihm und dem Filmer Monsaingeon zu Dank verpflichtet.


    Ich verstehe nun besser, weshalb der Kenner Monsaingeon sich nicht zu schade ist, ein solches Freudenbündel zu begleiten.


    Mit freunlichem Gruss aus Bern


    Walter

  • Sagitt meint:


    Ja, ein bemerkenswertes Dokument, speziell auch über die Kammerphilharmonie Bremen, ein begeisterungsfähiges Orchester, von denen nicht wenige ziemlich skeptisch herumsitzen und Herrn Fray beäugen,


    Es ist schon "Grösse" seinen ersten Eindruck so zu korrigoeren.

  • Ich kenne seinen Bach und seinen Schubert und beides überzeugt mich nicht.
    Ich habe eher das Gefühl, hier wird ein frz. Stadtfeld aufgebaut und der reißt mich auch nicht.
    Wer die Einspielungen Hewitts oder Perahias kennt oder hat, und meinetwegen auch Gould, der braucht keinen Fray, außer er hält die Klavierkonzerte Bachs für so wichtig, dass man mind. 4 oder 5 Einspielungen braucht. Dann lieber noch eine Aufn. mit Cembalo. Aber Fray bringt nichts, was wirklich als Alleinstellungsmerkmal gelten könnte.


    Ich finde Alfreds Aussage sehr interessant, der Frays Bach in die Nähe des "Virtuosenkonzerts des 19. Jhts." rückt. Das passt nämlich gleich zum Schubert. Der ist nämlich auch schon wieder so bedeutungsschwer und romantisch-tiefsinnig-verklärt dargeboten, dass man sich auch gleich Brendel und Uchida anhören kann. Oder auch Schiff. Wieso muss ich aber die Kempff-Aufn. rausziehen, wenn ich einen leichten, freien, spielerischen, wienerischen Schubert hören will?
    Fray ist sicher ein sehr guter Musiker. Ich frage mich allerdings, ob er auch ein herausragender Musiker ist. Ich habe eher das gefühl, dass da ein weiterer junger Pianist gepusht werden soll, ein David Garrett des Piano. Nun ist er ja noch jung und hat viel Zeit, sich zu entwickeln. Das bisher abgelieferte Material empfinde ich in der Interpretationsbreite als zu schmal. Wenn kein markanter Unterschied zwischen Bach und Schubert zu hören ist, dann bedarf es für mich ein gewissen Nacharbeit.


    Und noch was zum Stichwort Klassikcharts:
    Sol Gabetta steht mit ihrer neuen CD auch ganz oben, dabei ist die qualitativ meilenweit von ihrer Debüt-CD oder ihrem Schostakowitsch weg und ist auch vom Programm her kein Zugewinn. Klar, sie sieht wieder blendend aus, aber gemessen an dem, was sie schon veröffentlicht hat oder was ich im Konzert von ihr gehört habe, ist die neue CD keine Steigerung, eher was für den Mainstream. Aber auch hier gilt: CDs müssen verkauft werden, ob wegen oder trotz des Künstlers ist dabei egal.


    Ach ja, zur Kammerphil. Bremen:
    Da bin ich ja mittlerweile recht verwirrt. Ich dachte schon, die könnten nur das Beethoven-Violinkonzert. Ich meine, wie kann man denn innerhalb von 1-2 Jahren das 2x einspielen, erst mit Batiashvili, dann mit Jansen? Beide CDs sind kaufenswert, aber wo ist da denn der interpretatorische Neuansatz, wenn ich ein Orchester quasi auf ein Stück buche? Oder geht es da nur drum, dass das Orchester nurmehr begleitet? Hat da wer "Vermarktung" gerufen?

  • Sagitt meint:


    Sie haben es gar nicht nötig, aber der Lokalpatriot wird auf den Plan gerufen. Wenn man die webside dieses Kammerorchester öffnet, stellt man fest, dass sie ein breites Spektrum an Aufnahmen haben, keinesfalls nur das Beethovenkonzert. Das ist abwegig.


    Sie haben gerade einen hochgelobten Zyklus der Beethovensinfonien abgeschlossen und werden 2010 vielleicht einen kompletten Schumann-Zyklus vorlegen.


    Vermarktung ? Na klar, da sind um die 90 Musiker, die wollen Miete bezahlen. Das muss Vermarktung sein.

  • Ich schätze ja die Kammerphilharmonie. Nur bedeutet ja nicht jede Aufnahme gleich einen Meilenstein der Musikgeschichte. Und so, wie man mit zwei jungen Stars der Geigenszene mal klssiker-Gassenhauer mehrfach aufnimmt, ist halt nur zu fragen, ob man mit David Fray nicht auch was für die PR und weniger was für die Kunst tut.

  • Zitat

    Original von Luis.Keuco
    ...Aber Fray bringt nichts, was wirklich als Alleinstellungsmerkmal gelten könnte. ...


    Aber doch: seine hübsche Frisur ! :untertauch:


    Zitat

    Original von Luis.Keuco


    Und noch was zum Stichwort Klassikcharts:
    Sol Gabetta steht mit ihrer neuen CD auch ganz oben, dabei ist die qualitativ meilenweit von ihrer Debüt-CD oder ihrem Schostakowitsch weg und ist auch vom Programm her kein Zugewinn. Klar, sie sieht wieder blendend aus, aber gemessen an dem, was sie schon veröffentlicht hat oder was ich im Konzert von ihr gehört habe, ist die neue CD keine Steigerung, eher was für den Mainstream.


    Ist zwar OT aber trotzdem: das zeichnete sich leider schon mit der CD "Cantabile" ab. Die letzte Aufnahme von ihr finde ich auch eher belanglos, sowohl was das Repertoire - wieso muss man ein Flötenkonzert zu einem Cellokonzert transkribieren ? Nur um auch etwas von Mozart dabei zu haben ? Mozart hat nunmal nichts für Cello geschrieben und hatte dafür bestimmt seine Gründe - wie auch was das Spiel angeht. Technisch - wie immer - perfekt aber imo ohne Leib und Seele...


    VG, Bernd

  • Wir kommen immer mehr vom Titelträger des Threads, David Fray weg. Ich habe mir seine neue Schubert Aufnahme gekauft und ein Gegenstück dazu. Leider ist das Gegenstück derziet bei jpc (noch?) nicht erhältlich. Sobald das soweit ist - so ich es erlebe, werde ich einige Zeilen dazu schreiben, es hat wenig Sinn eine Aufnahme als Vergleich heranzuziehen, die letztlich nicht zu haben ist.


    Daher ein kurzes Statement zu David Fray.
    Es wird viel von jungen Künstlern verlangt
    Zuerst müssen sie heutzutage gut aussehen, ein Kriterioum das Fray hundertprozentig erfüllt. Dann aber wird verlangt, daß sie einerseits modernes Repertoir "mit Begeisterung" spielen, Bach lieben und den Beethoven, Schubert oder Mozartsonaten neue Facetten abgewinnen......


    Und das merkt man.
    Ein junger Mann wird durch und durch gestylt - und soll letztlich auch noch "etwas Neues" bei alten Werken bieten.
    Er gibt sein bestes - oder - noch schlimmer - mehr als das.
    Die Schubert Aufnahme - das sei vorweggenommen ist durchwegs sehr fein dargeboten - jedoch atmet sie ein wenig den Hauch des Artifiziellen.
    Sie wirkt "gestylt" und leicht überinterpretiert. Ich gehe aber davon aus, daß dies das Kennzeichen fast aller jungen Künstler in Vergangenheit und Gegenwart ist - sie spüren den Druck der Konkurrenz der Vergangenheit ud versuchen ihm standzuhalten.
    Gelassenheit kommt erst im Laufe der Jahre - das sind die Shootig stars aber zumeist von ihren Plattenlabeln fallengelassen....
    Im Wall von Fray, glaube ich dennoch an eine glänzende Zukunft....


    mftg aus Wien


    Alfred

    Interpreten SIND Sklaven !